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Alles hat seinen Anfang im Camp Blood - »Freitag der 13.«

Freitag der 13. Alles hat seinen Anfang im Camp Blood
»Freitag der 13.«

Man schreibt das Jahr 1958, als im hübschen Ferienlager Camp Crystal Lake ein unbekannter Killer zwei noch recht junge Aufseher auf grausame Art ermordet. Der Täter wurde jedoch nie gefasst und das Camp daraufhin geschlossen. Dies soll sich aber nun, zwanzig Jahre später ändern, als Steve Christy das Camp übernimmt und mit einigen jungen Helferinnen und Helfern die maroden Gebäude mitten im Wald am Crystal Lake wieder instandsetzen will.

Freitag der 13.Dabei hat dieses Camp allerdings immer noch einen recht üblen Ruf zu verteidigen und bereits vorher hatten bereits andere versucht, dieses Ferienlager wieder in Betrieb zu nehmen. Doch diese Versuche sind alle der Reihe nach gescheitert. Denn mal wurde das Trinkwasser vergiftet, oder es kam zur Brandstiftung durch einen oder vielleicht auch mehreren unbekannte Tätern. Denn gefasst wurde ein möglicher Täter nie, weshalb man bald eben auch von einem möglichen Fluch sprach, der über dem Camp Crystal Lake liegen soll.

Auch die hübsche Annie ist gerade auf dem Weg ins Camp Crystal Lake, um die Anlage für die bevorstehende Sommersaison herzurichten und dann dort als Betreuerin einen herrlichen Sommer zu verbringen. Als man in der nahen Kleinstadt allerdings von ihrem Ziel erfährt, scheint man nicht gerade Glücklich darüber zu sein, dem Mädchen den weiteren Weg dorthin zu erklären. Dafür wird Annie aber von einem LKW-Fahrer aus dem örtlichen Diner mitgenommen, der sie zumindest in die Nähe des Camp mitnehmen kann. Auf der Fahrt jedoch versucht er auf väterliche Weise Annie ihr Vorhaben auszureden. Denn "Camp Blood", wie man das Ferienlager hier nur nennt, sei schließlich verflucht und kein sicherer Ort für ein hübsches Mädchen wie Annie.

Annie hält diese Aussagen allerdings eher für ein regionales Schauermärchen und lässt sich nicht von ihrem Vorhaben abbringen. Als sie der LKW-Fahrer schließlich absetzt, gibt er ihr den guten Rat, dort zumindest auf sich aufzupassen. Dabei hat Annie scheinbar sogar Glück und muss den weiteren Weg nicht zu Fuß bestreiten, denn kurz darauf wird sie von einem weiteren Auto mitgenommen, wobei der (für den Zuschauer nicht sichtbare Fahrer) sie direkt bis ins Camp bringen will. Als der Wagen allerdings an der besagten Abzweigung einfach vorbeifährt, ahnt Annie, dass hier gerade etwas ziemlich schief läuft. Ihr gelingt zwar die Flucht aus dem Wagen in den Wald, aber ihr Verfolger scheint sich hier bestens auszukennen und schlitzt der eher hilflosen Annie recht bald die Kehle auf.

Im Camp selbst scheinen sich indessen bereits unter den Jungs und Mädchen Paare herausgebildet zu haben, denen auch anderes durch den Kopf geht, als nur das Ferienlager wieder auf Hochglanz zu bringen. Und während Steve Christy mit seinem Geländewagen in die Stadt muss, trägt sich die junge Alice bereits mit dem Gedanken, dieses Camp schnellstens wieder zu verlassen, zumal Steve wohl auch mehr als nur ein Auge auf sie geworfen zu haben scheint.

Freitag der 13.Am Abend, als auch noch ein Unwetter aufzieht, zieht sich der junge Jack Burrell mit einem der Mädchen in eine Hütte zurück, um dort mit ihr den "Matratzentest" zu vollziehen, während Alice mit ein paar anderen sich breitschlagen lässt, Strip-Monopoly zu spielen, bei dem statt mit Spielgeld mit den Kleidungsstücken am Körper bezahlt werden muss. So bekommt man auch nicht mit, wie zuerst Jack und dann auch seine Freundin, die nur kurz zur Toilette wollte, nach dem Sex auf besonders abartige Weise von einem unbekannten Killer ermordet werden.

Und dieser Killer scheint auch nicht wirklich viel Zeit vertreichen lassen zu wollen, um auch die anderen mit diversen Waffen zur Strecke zu bringen. So wird das Ferienlager bald eher von Leichen bewohnt, während das Telefon ebenso wie die Autos nicht mehr funktionieren. Als Alice gemeinsam mit Bill dann auch noch eine blutige Axt in einem der Betten finden, merken sie jedenfalls, dass die Verschwundenen mt ihnen nicht nur einen üblen Scherz treiben wollen. Und bald darauf wird auch Bill das Opfer des perfiden Killers.

Aber auch Steve, der auf dem Rückweg mit seinem Geländewagen eine Panne hat und den Weg zum Camp nun zu Fuß zurücklegt, wird ein Opfer des kaltblütigen Schlächters. Inzwischen befindet sich Alice allerdings schon völlig in Panik, da außer ihr wohl niemand mehr im Camp bisher überlebt hat. Doch dann scheint Hilfe einzutreffen in Form des Wagens der älteren Mrs. Voorhees, die sich bei Alice zuerst als Bekannte von Steve ausgibt. Doch recht bald merkt Alice, dass mit dieser Frau wohl etwas nicht stimmen kann, zumal sie ihr auch bereitwillig erzählt, das ihr kleiner Sohn Jason vor vielen Jahren im Crystal Lake ertrunken ist, weil die jungen Betreuer nicht auf ihn aufgepasst hatten.

Langsam bemerkt Alice, dass sie es hier mit einer gefährlichen Wahnsinnigen zu tun hat, die auch mit einer hohen Kinderstimme ihren ertrunkenen Sohn nachahmt mit den Worten: "Töte sie, Mami, töte sie!"

Mrs. Voorhees, so stellt sich heraus, war es auch, die bisher jede Neueröffnung des Camp aus Rache vereitelt hatte und seit 1958 bis Heute auch die Morde verübte. Zwar versucht Alice sich der Wahnsinnigen zu erwehren bzw. ihr zu entkommen, doch am Ende enthauptet Alice in einer Reaktion der Verzweiflung Mrs. Voorhees mit einer Machete am See, um danach völlig verstört mit einem Kanu auf den See hinaus zu treiben.

Als am Morgen die Polizei am Ufer des Camp eintrifft, wacht Alice wieder auf, wird aber scheinbar aus dem Wasser heraus nun von dem damals ertrunkenen und völlig entstellten Jason Voorhees angegriffen und aus dem Boot gezerrt. Als Alice später in einem Krankenhaus erwacht, fragt sie völlig vertört, ob der Junge aus dem See auch überlebt hat. Doch der Sheriff hatte vom Ufer aus keinen Jungen gesehen, der sie angegriffen hätte und glaubt daher das Alice wegen der schrecklichen Vorkommnisse und dem daraus resultierendem Schockzustand halluziniert haben muss.

Freitag der 13.Alles begann mit John Carpenters "Halloween":
Eigentlich fängt alles damit an, dass der Regisseur und Produzent Sean S. Cunningham sich sein eigentliches filmisches "Wunschprojekt" finanzieren wollte. Um dieses jedoch zu finanzieren, musste er erst einmal einen Film drehen, welcher ihm das nötige Budget hierfür in den Kinos einspielen würde. Da Cunningham sowohl als Produzent als auch als Regisseur bereits einige Erfahrungen in Sachen Horrorfilme gesammelt hatte, ließ er sich durch den überraschenden Erfolg von John Carpenters Film HALLOWEEN - DIE NACHT DES GRAUENS aus dem Jahre 1978 inspirieren, welcher zur Blaupause vieler weiterer Slasher-Filme wurde. Der Film FREITAG DER 13. wurde dabei mit gerade einmal 550.000 US-Dollar in denkbar kürzester Zeit mit einer Menge unbekannter junger Darstellerinnen und Darsteller gedreht, wozu auch der noch recht junge Schauspieler Kevin Bacon gehörte, der sich bereits seit zwei Jahren seine ersten Sporen im Filmgeschäft verdiente. Zu diesem Zeitpunkt jedoch war die Schauspielerin Betsy Palmer in der Rolle der Pamela Voorhees wohl das einzige wirklich damals bekannte Gesicht im Film gewesen.

Cunningham, der hierbei sowohl Regie führte, als auch die Produktion leitete, konnte für die diversen Spezialeffekte aber auch Tom Savini gewinnen, der sich durch die Spezialeffekte und Masken für den Zombie-Schocker DAWN OF THE DEAD (1978) von George A. Romero bereits einen recht guten Namen gemacht hatte. Doch wie gesagt erhoffte sich Cunningham von FREITAG DER 13. eher einen Geldsegen für eben ein anderes Filmprojekt. Das dieser Slasher jedoch wie eine Bombe einschlagen würde und danach jede Menge Fortsetzungen nach sich ziehen sollte, ahnte Cunningham wohl zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Allerdings als FREITAG DER 13. in die Kinos kam, schlug die Bombe gerade in Sachen Filmkritiker nicht gerade im positiven Sinne ein. Zwar wurde der Horrorfilm in den Kinos ein wahrlich finanzieller Erfolg, aber seitens der Filmkritiker erntete er eher sehr negative Kritiken, zumal hier eine Frau als eiskalte wie auch wahnsinnige Mörderin in Szene gesetzt wurde, was damals eben noch nicht zur Normalität gehörte. Den negativen Kritiken aus den USA schloss sich natürlich auch mal wieder das LEXIKON DES INTERNATIONALEN FILMS an, welches zumeist eh nie ein gutes Haar an einem Horrorfilm lässt. Von daher darf man hier locker deren Kritik hier auch gleich ungelesen wieder zu den Akten legen.

Über jede rote Linie hinweg spuckte indessen der US-Journalist, Fernsehmoderator und Filmkritiker Gene Siskel sein Gift gegen den Film an sich, Regisseur und Produzent Sean S. Cunningham sowie auch gegen die Schauspielerin Betsy Palmer aus. Man könnte es vielleicht mit zu viel Alkohol oder geistigen Aussetzern seitens Siskel entschuldigen, wenn er wegen der Handlung von FREITAG DER 13. (der eigentlich sogar zuerst den Filmtitel LONG NIGHT AT CAMP BLOOD erhalten sollte) Sean S. Cunningham als einen der "verabscheuungswürdigsten Kreaturen" im Filmgeschäft bezeichnete. Nur leider gab es weder für ein Übermaß an Alkohol wie auch einem geistigen Gebrechen keine Anhaltspunkte bei Siskel. Dafür polterte Siskel mit seinem Kollegen Roger Ebert dann noch in einer "Spezialsendung" von SISKEL AND EBERT gegen den Film FREITAG DER 13., Cunningham sowie Palmer. Und wäre so manche persönlich verbale Entgleisungen noch nicht genug, versuchte Siskel sogar die Privatadresse der Schauspielerin Betsy Palmer zu veröffentlichen und rief dabei damals auch andere Gegner des Horrorfilm auf, die Schauspielerin mit negativen Zuschriften förmlich zu terrorisieren. Dies ging allerdings zum Glück für Betsy Palmer in die Hose, da Siskel die falsche Adresse veröffentlicht hatte. Nun mag man ja im nachhinein sagen können, dass es jedem ja frei steht, einen Film für gut oder schlecht zu halten, man mag den Film auch vielleicht mögen oder eben nicht. Man mag ihn auch anhand von vernünftigen Fakten und mit nachvollziehbaren wie auch persönlichen Positionen kritisieren können, aber Gene Siskel schien hier scheinbar in einer Art persönlichem heiligen Krieg gegen den Film aufzublühen, bei der er jedoch jede Bodenhaftung in Sachen persönlichem Respekt und Augenmaß verloren hatte.

Genutzt hatte es Siskel und den anderen Kritikern des heiligen Film-Gral jedoch nichts, denn der Film FREITAG DER 13. war damals trotzdem der Startschuss für eine mal mehr, mal aber auch weniger erfolgreiche Ära der Slasher-Filmreihen neben HALLOWEEN und den NIGHTMARE-ON-ELM-STREET Verfilmungen. Und der Film selbst gilt rückblickend heute auch zu Recht als einer der Klassiker des Slasher-Subgenre wie auch dem Horrorfilm im allgemeinen.

Freitag der 13.Meine Filmkritik:
Heute, viele Jahrzehnte danach mag man sich durchaus fragen, welche Einläufe so manche damaligen Filmkritiker wohl genossen haben müssen, um dermaßen jeden Ansatz einer guten Kinderstube zu verlieren. Aber wir werden rückwirkend wohl auch in diesem Punkt wohl kaum noch eine halbwegs nachvollziehbare Antwort erhalten.

Dabei muss man allerdings auch sagen, dass man wohl schon damals in den USA mit so manchen Tabubrüchen wie beispielsweise einer weiblichen Serienkillerin schlicht wohl auch in der eigenen selbstherrlichen Moral überfordert schien. Dabei gäbe es auch bei dem Horrorfilm FREITAG DER 13. von 1980 durchaus berechtigte Kritikpunkte. Denn die Figur der Alice gewinnt innerhalb der Auseinandersetzung mit Pamela Voorhees als Beispiel so oft durchaus die Überhand, dass man sich einfach irgendwann fragt, warum dieses Mädel nicht einfach mit der Killerin kurzen Prozess macht, als sich die Möglichkeiten ergeben.

Gut, einmal kann man sich ja durch die grausige Gesamtsituation eher verstört von einer gerade kampfunfähigen Mörderin abwenden, um irgendwie das Weite suchen zu wollen. Schließlich will man ja auch irgendwie nicht bewusst auf das selbe Niveau eben einer Mörderin herabsinken.  Aber spätestens wenn man ein zweites mal von einer eiskalten Mörderin (oder auch einem entsprechend männlichen Killer) attackiert wird, sollte man wissen das man sein eigenes Leben nur dadurch schützen kann, wenn man die bestehende Gefahr  bei der nächsten Gelegenheit auch entgültig selbst beseitigt. Zumal ja auch Rettung von anderer Seite kaum zu erwarten war. Kritisch muss man aber hier durchaus sagen, dass Cunningham in diesem Punkt das Katz-und-Maus-Spiel etwas zu stark überdehnt, was dann allerdings auch eben etwas an der Glaubwürdigkeit innerhalb der finalen Auseinandersetzung kratzt.

Gesamt betrachtet, also wenn man den Härtegrad und die Anzahl wie auch Darstellung der blutigen Szenen mal Revue passieren lässt, liegt der Horrorfilm FREITAG DER 13. faktisch eher auf gleicher Augenhöhe mit Filmen wie eben HALLOWEEN - DIE NACHT DES GRAUENS oder anderen Filmen aus dem Bereich des Slasher. Da mag man also durchaus etwas verwundert über den damals eher aufgeblasenen Aufstand der Filmkritik den Kopf schütteln.

Das der Film FREITAG DER 13. heute zu Recht zu den Klassikern des Horrorfilms gehört, verdankt er auch einer allgemein betrachtet guten Regieführung aber auch der darstellerisch ansprechenden Leistungen der damals zum größten Teil eher unbekannten Darstellerinnen und Darsteller. Und was Betsy Palmer betrifft, so kniet sie sich hier wirklich vorbildlich in die Rolle einer Mörderin, irgendwo in der Bandbreite zwischen kalter Rache und brodelndem Wahnsinn.

Was danach alles in diesem Merchandise an filmischen Fortsetzungen folgte, konnte durchaus zwar auch nicht immer wirklich überzeugen. Schließlich musste man da in Sachen Slasher auch mit eher etwas schrägen Filmblüten wie etwa dem Crossover JASON VS. FREDDY aus dem Jahre 2003 leben, welcher auch das Merchandise im Hinblick der Filmreihe zu FREITAG DER 13. irgendwo auch etwas ins lächerliche zog. Andererseits gab es aber durchaus auch das eine oder andere Highlight innerhalb dieser Filmreihe zu sichten, wozu natürlich auch der Film FREITAG DER 13. von 1980 gehört, den man in den letzten Jahren allerdings nicht wirklich immer einfach auf DVD oder BD erhalten konnte. Denn in Sachen DVD-Veröffentlichungen schoss man sich hier mehr auf die Filmfortsetzungen ein, die sich direkt mit und um Jason Voorhees drehten.

Aber jeder Serienkiller hat schließlich auch mal klein angefangen und musste (in diesem speziellen Fall erst mal von Muttern) lernen, weshalb der Film FREITAG DER 13. aus dem Jahr 1980 mit Betsy Palmer als Pamela Voorhees, dem noch recht jungen Kevin Bacon als Jack Burrell oder Adrienne King in ihrer Rolle als Alice Hardy von mir lockere viereinhalb Punkte als Höchstbewertung kassieren, die man auch ohne Mühe auf runde fünf Punkte aufrunden kann, wenn man nicht gerade auf krumme Zahlen in der Bewertung steht. Das dieser Horrorfilm als Klassiker des Subgenre "Slasher" in einer entsprechend gut sortierten Filmsammlung nicht fehlen sollte, muss ich hier aber wohl nicht noch gesondert betonen.

Freitag der 13.Freitag der 13.
(Friday the 13th)
mit Adrienne King, Kevin Bacon, Betsy Palmer, Jeannine Taylor, Robbie Morgan, Laurie Bartram, Mark Nelson, Harry Crosby, Debra S. Hayes, Willie Adam, Sally Ann Golden, Rex Everhart, Ari Lehman, Mary Rocco, Ronn Carroll, Peter Brouwer, Walt Gorney u.a.
Regie und Produktion: Sean S. Cunningham
Drehbuch: Victor Miller
Musik: Harry Manfredini
Genre: Horror/Slasher
Laufzeit: 95 Minuten (BD)
DVD/FSK: 18 Jahre
Extras: Making-of/Wiedersehen der Schauspielerinnen Betsy Palmer und Adrienne King/ Der Mann hinter dem Vermächtnis: Sean S. Cunningham/Originaldokumentationen u.m.
Vertrieb: Warner Bros. Home Video Germany
USA 1980

Kommentare  

#1 Friedhelm 2020-05-13 11:20
Zitat:
ließ er sich durch den überraschenden Erfolg von John Carpenters Film HALLOWEEN - DIE NACHT DES GRAUENS aus dem Jahre 1978 inspirieren, welcher zur Blaupause vieler weiterer Slasher-Filme wurde.
Inzwischen wissen wir ja, dass Carpenters "Halloween" den Plot, in dem das "Final Girl" (die letzte Überlebende") sich dem Übeltypen am Ende (meistens) alleine stellen muss, zwar "hoffähig" gemacht hat - aber es wird "gerne" mal vergessen, dass Filme wie "Jessy - die Treppe in den Tod/Black Christmas,1974" -oder meinetwegen auch (in gewisser Hinsicht) "Blutgericht in Texas/Texas Chainsaw Massacre,1974"- diese Thematik schon viel früher aufgegriffen haben. :-*

Zitat:
Der Film FREITAG DER 13. wurde dabei mit gerade einmal 550.000 US-Dollar in denkbar kürzester Zeit mit einer Menge unbekannter junger Darstellerinnen und Darsteller gedreht, wozu auch der noch recht junge Schauspieler Kevin Bacon gehörte,
In den "Freitags-Movies" und den diversen Nachahmern wurden ja immer wieder "Schauspieler" eingesetzt, die danach nie mehr zu sehen waren. Das mag (in den meisten Fällen) unter anderem an der mangelnden Austrahlung gelegen haben - oder man verdiente sich durch diesen Filmjob einfach nur etwas Kohle für das Studium. Meines Wissens hat von denen tatsächlich nur Kevin Bacon eine richtige Leindwand-Karriere hingelegt. :-*

Zitat:
Denn die Figur der Alice gewinnt innerhalb der Auseinandersetzung mit Pamela Voorhees als Beispiel so oft durchaus die Überhand, dass man sich einfach irgendwann fragt, warum dieses Mädel nicht einfach mit der Killerin kurzen Prozess macht, als sich die Möglichkeiten ergeben.
Naja, überspitzt gesagt - hätte Alice die Killermami gleich beim ersten Aufeinandertreffen gekillt, wäre der Streifen halt nie auf seine vorgegebene Lauflänge gekommen. :lol:

Nee, bleiben wir beim "blutigen Ernst", gelle - denn wie wir ja in der langen Geschichte des Genrefilms längst gelernt haben, darf man sich solche Frage gerade bei einem solchen Slasher gar nicht stellen. Logik spielt hier keine Rolle -es geht um den reinen Suspense, um "lachende Gänsehaut". Wie oft haben wir uns ganz früher gefragt (oder auch nicht... :-* ), warum, z.b., die Opfer diverser Filmmonster ("Frankensteins Bastelbubi"..oder die "reitenden Leichen") vor den behäbig schlurfenden Ungetümen immer in irgendeine Ecke flüchten, aus der es kein Entrinnen mehr geben kann?

Zitat:
Das dieser Horrorfilm als Klassiker des Subgenre "Slasher" in einer entsprechend gut sortierten Filmsammlung nicht fehlen sollte, muss ich hier aber wohl nicht noch gesondert betonen
Klar, der befindet sich auch in meiner Sammlung - schon rein aus den von mir -immer wieder gerne erwähnten- nostalgischen Gründen. Allerdings gibt es dann immer noch Filme, die ich für einen cineastischen Horrorabend vorziehen würde - u.a. "Zombie/Dawn of the Dead,1978 - oder tatsächlich John Carpenters Halloween, weil Carpenter es wiederrum geschafft hat, den nötigen Thrill ohne ausuferndes Blutgepantsche zu erschaffen.

Naja, auch hier gilt wieder: jeder wie er mag... :lol:
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#2 Laurin 2020-05-15 17:39
Zitat Friedhelm:
"... aber es wird "gerne" mal vergessen, dass Filme wie "Jessy - die Treppe in den Tod/Black Christmas,1974" -oder meinetwegen auch (in gewisser Hinsicht) "Blutgericht in Texas/Texas Chainsaw Massacre,1974"- diese Thematik schon viel früher aufgegriffen haben."

Stimmt schon, aber in dem Punkt dürfte die direkte Verbindung im Sinne eines "Serienkillers" doch eher bei dem ersten HALLOWEEN von Carpenter liegen.

Das mit den eher unbekannten Darstellern und Darstellerinnen sehe ich etwas durchwachsen. Denn nicht alle waren wirklich talentiert für mehr und andere hätten durchaus weitere Chancen im Filmgeschäft verdient gehabt.

Was das "killen" von Mutti Voorhees angeht, hätte man das ganze auch durchaus noch besser und spannender umsetzen können und wäre auch dann auf die nötige Filmlänge gekommen. Ich sehe das nachträglich eher als den einfacheren Weg der Macher. ;-)
Klar sollte man die Messlatte in Sachen Logik nicht zu hoch legen, aber ein wenig mehr Fantasie erwarte ich doch manchmal. Ansonsten ist dieser Streifen für mich aber ein perfekt gelungener Klassiker des Subgenre und auch der Filmreihe an sich.

Übrigens, die Bezeichnung als "Frankensteins Bastelbubi" finde ich ja von dir richtig gut. Musste herzhaft lachen als ich das gelesen habe. :lol:

Nun muss ich ja gestehen, dass sich auch Carpenters erster "Halloween" in meiner Sammlung befindet, weil er ein Klassiker schlechthin ist (ebenso wie das Original von "Dawn of the Dead"). Nur merkte man schon ab "Halloween 2" das den Machern eigentlich nicht mehr viel einfällt, was sich dann in Sachen Michael Myers auch durch alle weiteren Filmen mit ihm leider fortsetzte. Im Prinzip also immer die gleiche Soße, nur immer in einem neuen Topf aufgekocht. :-*

Bei der Filmreihe "Freitag der 13." versuchte man dagegen immer mal wieder aus dem Grundmuster auszubrechen, ohne sich dabei völlig davon zu entfernen. Dies gelang zwar auch nicht immer gut, aber man sah doch, das man sich hier Mühe gab.
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#3 Friedhelm 2020-05-15 21:55
Zitat:
Stimmt schon, aber in dem Punkt dürfte die direkte Verbindung im Sinne eines "Serienkillers" doch eher bei dem ersten HALLOWEEN von Carpenter liegen.
Stimme ich dir zu - ich bezog das allerdings auch mehr auf den "Final Girl-Faktor.."


Zitat:
Übrigens, die Bezeichnung als "Frankensteins Bastelbubi" finde ich ja von dir richtig gut. Musste herzhaft lachen als ich das gelesen habe.
Jo, manchmal habe ich es noch drauf - wenn ich wirklich will. Aber.... :-*
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#4 Laurin 2020-05-16 01:35
@ Friedhelm,

den von dir genannten "Final Girl-Faktor" findet man aber auch durchaus in anderen Horrorfilmen und auch anderen Genres. Ich glaube, der wurde durch die von dir bereits genannten Filme damals auch gleich in die Klischee-Kiste für den weiteren Gebrauch gepackt. :P
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#5 Friedhelm 2020-05-16 10:15
Zitat:
den von dir genannten "Final Girl-Faktor" findet man aber auch durchaus in anderen Horrorfilmen und auch anderen Genres.
Bestreite ich auch nicht - aber mein Kommi bezog sich ja auf das Horror/Slasher-Genre, in dem das "Final Girl" durch "Jessy..." Eingang in den Plot fand. Seit dem ersten "Freitag-Film" hat sich das natürlich endgültig etabliert. Ganz streng genommen müsste Praktisch könnte jeder Film der Prä-"Freitag'-Ära, in dem eine junge Frau dem Killer am Ende das Licht ausbläst, zählen( so auch "Halloween"..). Das gälte, wie du bereits erwähnt hast dann auch für Beiträge anderer Genre, z.b. "Alien".... :P :P
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#6 Laurin 2020-05-16 17:14
@ Friedhelm:
Jo, aber ich meinte es nun eher allgemein betrachtet und wenn du meinen Post #4 nochmals ganz liest, wirst du merken, dass wir uns da eigentlich völlig einig sind. :P :-*
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