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Ein Konquistador wacht wieder auf - »In den Klauen des Giganten«

In den Klauen des Giganten Ein Konquistador wacht wieder auf
»In den Klauen des Giganten«

Irgendwo in den kalifornischen Bergen liegt die kleine Ortschaft Pine Ridge. Doch so verschlafen, wie dieser kleine Ort erscheint, ist er seit wenigen Tagen nicht mehr. Denn seit kurzem werden plötzlich Kühe bestialisch vertümmelt aufgefunden und kurz darauf ereilt dieses grausame Schicksal auch den Farmer Harold Banks. Sheriff Parker, der diese unschönen Nachrichten den Ortsansässigen mitteilen muss, hat allerdings gleich den jungen Geologen Wayne Brooks in Verdacht.

In den Klauen des GigantenSo ganz sauber ist dieser Verdacht jedoch nicht, denn Parker hatte mal was mit Waynes Schwester, die sich jedoch später einfach aus dem Staub machte. Und Parker ist sich sicher, das Wayne hierbei seine Finger mit im Spiel gehabt haben muss und für seine nun unerfüllte Liebe verantwortlich ist. Da macht es sich auch nicht gerade gut, das Wayne sich seit einigen Tagen in der Region von Devil's Cage herumgetrieben hat, in der diese schrecklichen Taten begangen wurden. Nur der Indianer Joe ist davon überzeugt, dass die Gegend von Devil's Cage verflucht sei und es sich bei den grausigen Taten um die recht späte Rache seiner Ahnen handelt.

Als Parker so auf Wayne trifft, macht der auch keinen Hehl daraus, das er ihn für den Mörder des alten Banks hält. Nur stichhaltige Beweise fehlen ihm noch, um Wayne ins Gefängnis zu stecken. Zur gleichen Zeit treffen dann auch noch der Archäologieprofessor Cleveland samt seiner jungen Tochter Janet in Pine Ridge ein, der nach besonderen Artefakten aus der spanischen Kolonialzeit in der Region von Devil's Cage suchen will. Wayne, der sich gleich recht gut mit dem Professor und besonders der hübschen Janet anfreundet, zeigt ihnen auch sogleich einige seiner Funde in seinem eigenen Labor. Darunter befindet sich auch eine lebende Eidechse, die jedoch eigentlich seit 500 Jahren ausgestorben sein sollte. Der Boden in Devil's Cage scheint jedenfalls eine konservierende Eigenschaft zu besitzen, welche Lebewesen scheinbar darin eingeschlossen weder weiter altern noch sterben lässt.

Schon wegen Janet schließt sich Wayne kurz darauf den Untersuchungen des Professors in Devil's Cage an. Doch als sie bei ihrer Suche fasst das Handtuch mangels Erfolge hinwerfen wollen, entdecken sie plötzlich einen gewaltigen Brustharnisch samt Helm und Streitaxt aus der Zeit der spanischen Konquistadoren. Der Professor ist sich sicher, dass diese Utensilien nur dem Eroberer Vargas gehören können, der damals für seine Grausamkeit und seine riesenhafte Gestalt selbst unter den spanischen Eroberer bekannt wie auch berüchtigt gewesen sein soll. Der hatte sich laut einer Überleiferung mit einigen Soldaten abgespalten um nun in dieser Gegend seiner Gier nach Gold nachzugehen.

Ein kurz darauf einsetzendes Gewitter sorgt indessen für einen Blitzeinschlag an einem umgestürzten Baum, und befreit so den riesenhaften Vargas wieder lebendig aus dem Boden, wo er die Zeit quasi geschützt im Tiefschlaf verbracht hatte. Davon bekommen der Professor, Wayne und Janet jedoch zuerst nichts mit. Erst am nächsten Morgen bemerken sie, dass der Brustharnisch samt Helm und der Axt gestohlen wurden. Der riesenhafte Vargas hat die Nacht jedoch auch sonst nicht untätig verbracht und den Indianer Joe in seiner Hütte ermordet, wo Wayne und der Professor samt Janet dessen Leiche an der Wand festgenagelt vorfinden. Zur gleichen Zeit tötet der riesige Vargas an anderer Stelle, nahe von Pine Ridge die junge Ann, was kurz darauf wieder Sheriff Parker auf den Plan ruft.

Der nimmt auch gleich Wayne als angeblichen Mörder fest. Doch recht bald - denn Wayne gelingt bald darauf wieder die Flucht mit dem Wagen des Sheriff - entkräften der Professor und Janet mit ihrer Aussage die Mordvorwürfe gegen Wayne. Als dann auch noch Anns Bruder Charlie blind vor Rache sich alleine auf die Suche nach dem Riesen macht, wird dieser vom selbigen gleich schwer verletzt. Nun arbeiten Sheriff Parker und Wayne zusammen, wobei Parker eine Bürgerwehr aufstellt, die den Riesen Vargas bald in einer Felsregion einkreist und mit Gewehrschüssen sogar verletzen kann. Doch Vargas, der seinerseits mit einigem Erfolg Felsbrocken gegen seine Gegner schleudert, ist in diesem Punkt mehr als hart im Nehmen und kann sogar wieder entkommen.

Erst an einer alten Wassermühle kann Wayne den verletzten Riesen stellen, wobei es zu einem Zweikampf zwischen ihnen auf der Mauer des Staudamm kommt, wo der mittlerweile doch durch die Verletzungen etwas geschwächte Vargas in den Stausee stürzt. Professor Cleveland würde zwar gerne dessen Leiche aus dem Stausee für die Wissenschaft bergen lassen, allerdings macht ihm Sheriff Parker hierbei keine allzugroßen Hoffnungen. Denn das Wasser und alles was sich darin einmal befindet, fließt in einen unterirdischen Vulkankrater ab. Ein Umstand, der Wayne und Janet eher kalt lässt, denn die sind mittlerweile ein unzertrennliches Liebespaar.

In den Klauen des GigantenEinige Kuriositäten rund um den Film:
Für die Spezialeffekte im Film war ein gewisser Harold Banks verantwortlich, dessen Namen man lustiger Weise wohl auch gleich  für den ersten Ermordeten von Devil's Cage benutzte. Die Maske von Vargas dem Riesen wiederum stammte von Jack Pirce, welcher auch die Maske von Frankenstein (dargestellt von Boris Karloff) aus dem Film von 1931 geschaffen hatte. Man muss jedoch hier gestehen, dass die Maske von Vargas, der hier vom US-amerikanischen Schwergewichtsboxer Jacob Henry Bear gespielt wurde, den man eher unter dem Namen "Buddy Bear" kannte, nicht wirklich etwas gruseliges hergab. Ganz im Gegenteil, denn Vargas wirkte eigentlich fasst normal, auch wenn man durch so manche Kameraeinstellungen versuchte, ihn als einen übergroßen Riesen erscheinen zu lassen. Dies gelang übrigens nicht immer wirklich, so das er zwar oft recht groß gegenüber den anderen wirkte, aber immer noch im Rahmen der realen Normalität erschien, als hätte man jemanden vor sich, der eben stattliche 1,90 bis 2,00 Meter Körpergröße vorweist.

Der Film IN DEN KLAUEN DES GIGANTEN (Originaltitel: GIANT FROM THE UNKNOWN)schaffte es auch irgendwie nicht weltweit in die Kinos zu gelangen. In Westdeutschland, als zweites Land neben Spanien in ganz Europa, hatte der Film seine Erstaufführung im Kino am 08. September 1961 und geriet auch hier danach recht flott wieder in Vergessenheit. Ansonsten lief der Film, der innerhalb von zwei Monaten konzipiert und in sechs Tagen bei einem schmalen Budget von rund 55.000 US-Dollar am Big Bear Lake abgedreht wurde, außer in den USA nur noch in Mexiko, Argentinien, Brasilien und eben (was Europa betraf) Spanien in den Kinos.

Dabei weist der Film IN DEN KLAUEN DES GIGANTEN sogar noch einen ziemlich groben Logikfehler auf, der so dem Fan wie auch Nostalgiker des frühen phantastischen Films wohl so manches ungläubige Lächeln in die Gesichtszüge gegraben haben dürfte. Denn wer ist denn nun für die grausam verstümmelten Kühe und dem ebenso ermordeten alten Banks vom Beginn des Films her verantwortlich? Diese Frage bleibt wohl ein ewiges Geheimnis, denn der Riese Vargas wird ja erst im weiteren Verlauf der Handlung mittels eines Blitzeinschlag wieder zum Leben aus dem besonderen Erdreich erweckt und kann damit nichts mit den verstümmelten Kühen und dem ersten Mord zu tun haben. Da also weder die Filmhandlung insgesamt als auch das Drehbuch hier eine logischere Erklärung liefern können, verbuchen wir diesen Umstand mal unter ... echt blöd gelaufen.

Auch was den Unterhaltungswert von IN DEN KLAUEN DES GIGANTEN angeht, lässt sich hier streiten, denn in fasst über 40 Minuten passiert eigentlich nichts, was irgendwie in Richtung Spannung einschwenken könnte. Und der Rest wirkt danach irgendwie recht albern bis grenzwertig. Grenzwertig zum Beispiel hinsichtlich des Frauenbild, welches hier vermittelt wird, weil die süße Janet ihre Lebensaufgabe wohl nur darin sieht, Kaffee zu kochen, Sandwiches zu schmieren und sich mal entführen zu lassen. Ach ja, küssen kann sie auch noch gerade so. Grenzwertig ist allerdings auch der offen abwertend dargestellte Umgang hinsichtlich der Ureinwohner. Denn so einige Bemerkungen innerhalb der Handlung lassen recht schnell erkennen, dass man die Indianer wohl nicht wirklich als richtige Menschen betrachtet.

In den Klauen des GigantenÜber unseren Hauptdarsteller Ed Kemmer lässt sich auch nicht wirklich etwas mit Hand und Fuß herausfinden, so das man davon ausgehen muss, das er seine Brötchen wohl ansonsten mit einem bodenständigeren Job verdient haben muss. Sally Fraser hingegen hatte zwischen 1952 bis 1970 mehr oder weniger kleine Rollen sowohl im Film als auch im Fernsehen. Darunter sei hier beispielhaft genannt der Science Fiction-Horrorfilm IT CONQUERED THE WORLD (1956) bzw. eine recht kleine Rolle in Hitchcocks Film, DER UNSICHTBARE DRITTE (1959). Weitere kleine Rollen hatte sie in Fernsehserien wie SPACE PATROL (1953 in einer Episode) oder LASSIE (1968/1970 in zwei Episoden). Die Rolle der Janet Cleveland dürfte hierbei also einer ihrer größten Rollen innerhalb ihrer Karriere gewesen sein.

Wesentlich bekannter dürfte indessen Morris Winslow Ankrum sein, der hier die Rolle des Professor Cleveland zum Besten gab. Seine Filmbiografie beginnt im Jahre 1933 mit dem Film RENDEZ-VOUS IN WIEN und endete 1965 mit dem Film ...UND KNALLT IHN NIEDER. Gerade Fans alter SciFi-Filme dürfte er jedoch bekannt sein durch Filme wie RAKETE MOND STARTET (1950), INVASION VOM MARS (1953) oder etwa FLIEGENDE UNTERTASSEN GREIFEN AN (1956), um hier nur drei Beispiele zu nennen. Aber auch in so manchen Western und Kriminalfilmen hatte Morris Ankrum unter anderem seine Auftritte wie etwa in DER REVOLVERMANN (1951) oder DER DÜNNE MANN KEHRT HEIM (1945).

Der US-Schwergewichtsboxer Buddy Bear wiederum konnte in ein paar anderen Filmen wohl in Nebenrollen besser Punkten. So spielte er z.B. den großen Leibwächter Ursus neben Deborah Kerr und Peter Ustinov in dem Monumentalfilm QUO VADIS? aus dem Jahre 1951. Aber auch in dem Western von Howard Hawks unter dem Titel THE BIG SKY - DER WEITE HIMMEL von 1952 spielte er neben Kirk Douglas mit. 1953 spielte er dann noch in dem Abenteuerfilm DER REBELL VON JAVA eine weitere Nebenrolle als "Kung". Die Rolle als "Riese Vargas" in IN DEN KLAUEN DES GIGANTEN (1958) blieb hingegen seine einzige Hauptrolle.

In den Klauen des GigantenMeine Filmkritik:
IN DEN KLAUEN DES GIGANTEN ist wieder so ein eigentümlicher Film, der irgendwie an Logik, Gruselstimmung und Spannung völlig vorbeigelaufen ist und mich als Zuschauer irgendwie trotzdem auf dem Sofa und damit vor dem Bildschirm halten konnte.

Das mag zu einem großen Teil wohl auch daran liegen, weil man einfach gespannt sehen will, was Regisseur Richard E. Cunha und Ralph Brooke sowie Frank H. Taussig in Sachen Drehbuch in diesem sogenannten Horrorfilm noch so alles in den Sand setzen können. Das Cunha es durchaus besser kann, zeigte er wohl in seinem Film FRANKENSTEINS TOCHTER (1958) laut Aussagen einiger Filmkritiker von IN DEN KLAUEN DES GIGANTEN. Ich persönlich kann da nicht im breiten Stil hinsichtlich der Filme von Cunha mitreden, weil ich bis auf den Film FRANKENSTEINS TOCHTER, den ich vor kurzem ebenfalls im ZAUBERSPIEGEL vorgestellt hatte und der sich auch in der DVD-Box ULTIMATE CLASSIC HORROR COLLECTION befindet, ansonsten noch keine weiteren Filme von Cunha gesehen habe. Zu nennen wären da etwa SHE DEMONS (1958) oder der ebenfalls im gleichen Jahr veröffentlichte SciFi-Film BESTIE DES GRAUENS, bei dem wohl in der deutschen Fassung die Handlung auf der Venus spielen soll. Zumindest ist letztgenannter SciFi-Film wiederum eine Neuverfilmung von CAT-WOMAN OF THE MOON von 1953.

Leider kann man dem Film IN DEN KLAUEN DES GIGANTEN, der sich ebenfalls in der DVD-Box ULTIMATE CLASSIC HORROR COLLECTION befindet und in der Wikipedia mit rund 77 Minuten Gesamtspielzeit angegeben ist (als DVD von ALIVE mit 75 Minuten angegeben), nicht einmal einen positiven Trash-Effekt bescheinigen, denn dafür nimmt sich der Film recht offensichtlich viel zu ernst. Und hat man dann so alles mindestens einmal gesehen, was so alles in einem Film schief laufen kann - ich erwähne hier mal noch leicht wackelige Felsbrocken aus Pappe oder lustige menschliche Puppen, die der angebliche Gigant da so rumschleudert - dann dürfte dieser Film eigentlich auch nicht mehr so schnell im Heimkino seine Aufwartung machen.

In den Klauen des GigantenSelbst ansatzweise halte ich es bei IN DEN KLAUEN DES GIGANTEN auch für völlig daneben gegriffen, diesen Film als Horrorfilm zu bezeichnen, denn irgendwie besitzt dieser Streifen - bis eben auf das phantastische Element, dass hier Tier wie Mensch im Boden unbeschadet die Jahrhunderte überleben können - eher alle Voraussetzungen für einen Abenteuerfilm mit eben netten Fantasy-Elementen. Darüber hinaus, wenn man wie ich FRANKENSTEINS TOCHTER und IN DEN KLAUEN DES GIGANTEN mal gesehen hat, hält sich der weitere Bedarf von Filmen unter der Regie von Richard E. Gunha eh ziemlich in Grenzen.

Dabei ist der Film durchaus nicht unsympathisch bzw. lieblos abgedreht worden und hat daher auch einen gewissen Charme über die Jahrzehnte aufbauen können, doch für Fans des frühen Horrorfilm dürfte das Resultat trotzdem unter dem Strich eher enttäuschend ausfallen. Selbst für Nostalgiker des Genre dürfte der Film nur interessant sein, um in einer entsprechenden Filmsammlung  den Status einer gewissen Vollzähligkeit zu erreichen. Über Amazon kann man den Film sogar noch irgendwie zum Preis von 3,54 Euro (DVD, plus 3,00 Euro Versandkosten) seitens MEDIMOBS bziehen. Doch auch das dürfte einschließlich eben der Versandkosten schon überteuert erscheinen. Da ist die DVD-Box ULTIMATE CLASSIC HORROR COLLECTION durchaus eine Alternative, denn hier erhält man zumindest sechs (mitunter) sogenannte Klassiker für knapp unter 10 Euro und erhält so IN DEN KLAUEN DES GIGANTEN ebenfalls digital aufbereitet in die heimische Filmsammlung.

Vom reinen Schauwert aus betrachtet, um mal zu sehen, was man in einem Horrorfilm wirklich so alles verkehrt machen kann, wäre ich sogar bereit, dem Film IN DEN KLAUEN DES GIGANTEN noch nette drei von insgesamt fünf Streitäxte zu vergeben. Wenn es allerdings um Horrorfilme, Spannung und grobe Logikfehler geht, dann komme ich hier nicht wirklich über einen von insgesamt fünf Streitäxten hinaus, wobei ich mir eine Filmempfehlung lieber spare.

In den Klauen des GigantenIn den Klauen des Giganten
(Giant from the Unknown)
mit Morris Ankrum, Ed Kemmer, Sally Fraser, Buddy Bear, Bob Steele, Joline Brand, Billy Dix, Gary Grutchers, Oliver Blake u.a.
Regie: Richard E. Gunha
Drehbuch: Ralph Brooke, Frank H. Taussig
Produktion: Richard E. Gunha alias Dick Gunha
Musik: Albert Glasser
Genre: Horror  
Laufzeit: 75 Minuten
DVD/FSK: 16 Jahre
Rezensierte Version: Ultimate Classic Horror Collection (2-Disc-Box/2015/Gesamtspieldauer 467 Minuten)
Vertrieb: SchröderMedia HandelsGmbH
Einzelfilm Vertrieb: Alive - Vertrieb und Marketig/DVD
Format: Digital Remastered
Vertrieb seit: 2013 mit deutscher Synchronisation
USA 1958

Kommentare  

#1 Friedhelm 2020-04-01 10:54
Zitat:
Über unseren Hauptdarsteller Ed Kemmer lässt sich auch nicht wirklich etwas mit Hand und Fuß herausfinden
Na dann schau doch schau mal hier nach:

translate.google.com/translate?hl=de&sl=en&u=en.wikipedia.org/wiki/Ed_Kemmer&prev=search :P

Zitat:
. Denn wer ist denn nun für die grausam verstümmelten Kühe und dem ebenso ermordeten alten Banks vom Beginn des Films her verantwortlich? Diese Frage bleibt wohl ein ewiges Geheimnis, denn der Riese Vargas wird ja erst im weiteren Verlauf der Handlung mittels eines Blitzeinschlag wieder zum Leben aus dem besonderen Erdreich erweckt
Scheint mir ein Hinweis darauf zu sein, dass die Produktion ein heilloses Durcheinander gewesen sein muss. Wahrscheinlich wurde das Script noch während des Drehs x-mal umgeschrieben, ohne dabei das bereits gedrehte Material zu revidieren. Das kam bei solchen Produktionnen immer wieder mal vor- und wie man ja inzwischen weiss, sind sogar neuzeitlichere Megaproduktionen davor nicht sicher: siehe unseren guten, alten Georgie Lucas, der auf diese Weise Episode VI verhunzt hat. (Ich weiss, gehört hier eigentlich zum Artikel-Thema...aber.... ;-) :-* )
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#2 Laurin 2020-04-01 11:28
@ Friedhelm:
Da hat Ed Kemmer ja noch mal Glück gehabt und musste nicht zu kleine Brötchen in seinem Leben backen. :lol:

Das der Film ein heilloses Durcheinander darstellt, kann ich nun nicht bestätigen. Denn so belanglos die meiste Zeit auch daher plätschert, so sieht man doch einen roten Handlungsfaden. Der Beginn mit der Aussage über die zerfetzten Kühe und dem Mord sollte hingegen wohl gleich eine gewisse Spannung erzeugen. Der Fehler (den man wohl völlig übersehen hatte) lag dann aber darin, Vargas erst im weiteren Verlauf der Handlung zu erwecken, womit allerdings plötzlich hinten wie vorne nichts mehr stimmte. Und die kleine Eidechse wird wohl kaum einen alten Farmer zerrissen und auf der Weide Kühe brutal umgeschubst haben. :P Die sah nämlich in der kleinen Kiste sogar richtig putzig aus. ;-)

Bei STAR WARS Episode VI weiß ich allerdings gerade nicht direkt, was du da als Beispiel meinst (habe diesen Filme ewig schon nicht mehr gesehen), allerdings bin ich mir sicher, das Lucas nicht so dermaßen zu Beginn des Films offensichtlich jegliche Logik mit einem brachialen Fehler umgangen hätte, das er damit die gesamte Filmhandlung wieder völlig in Frage stellt, wie eben oben in dem Film geschehen. :-*
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#3 Friedhelm 2020-04-01 15:35
Zitat:
Der Beginn mit der Aussage über die zerfetzten Kühe und dem Mord sollte hingegen wohl gleich eine gewisse Spannung erzeugen. Der Fehler (den man wohl völlig übersehen hatte) lag dann aber darin, Vargas erst im weiteren Verlauf der Handlung zu erwecken, womit allerdings plötzlich hinten wie vorne nichts mehr stimmte
Das meinte ich mit diesem "heillosen Durcheinander". Da Vargas erst nach der zerfetzten Kuh und dem Mord erweckt wurde stellt sich nur die Frage, ob das schlicht übersehen wurde, oder ob man tatsächlich mehrmals am Script gewerkelt hat - ohne die zerfetzte Kuh und besagten Mord " zu berücksichtigen. Bei einem solchen B-Kracher ist durchaus beides denkbar.

Was Lucas und die Episode VI betrifft: anfänglich sollte ja Luke zur dunklen Seite wechseln - und Leia als letzte Hoffnung gegen den Imperator antreten. Aber weil Lucas kein so dunkles Ende wollte, hat er sich noch während der Dreharbeiten umentschieden. Dabei hat er aber einen Dialog zwischen Luke und Leia nicht rausgeschnitten, der aufgrund seiner Umentscheidung keinen großen Sinn mehr ergab. Zumindest war er überflüssig, weil Luke eben doch nicht der dunklen Seite verfällt.
Mir ist das schon 1983 aufgefallen, als ich den Film im Kino gesehen habe.
Wenn man es genau nimmt, dann sind sogar alle Teile, in denen Lucas involviert war, voller Widersprüche. Schau mal rein, dann fällt dir das ganz sicher auch auf. ;-)
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#4 Laurin 2020-04-02 11:36
@ Friedhelm,
der Dialog zwischen Luke und Leia ist mir eigentlich nie wirklich aufgestoßen und wirklich in Erinnerung ist mir da eher der Dialog zwischen Yoda und dem Geist von Obi Wan geblieben, wo eben die Beiden von einer weiteren Alternative reden, sollte Luke der dunklen Seite verfallen. Damit war natürlich ebenfalls Leia gemeint. Und so unlogisch kam mir dieser Punkt nicht einmal vor, da Luke seine Ausbildung ja vorzeitig bei Yoda abbrach (also durchaus anfällig blieb für die dunkle Seite) und Luke selbst sich auch nicht so wirklich sicher erschien. Das Lucas dann das ganze nicht so düster wollte, merkt man eher negativ daran, das Luke später sehr gefestigt als Jedi auftrat, obwohl er quasi von Yoda bisher nur so eine Art Schnupperkurs in Sachen der Macht erhalten hatte. Irgendwo holpert also in diesem Punkt die innere Logik, was schon richtig ist. Fällt aber eigentlich nicht so ins Gewicht wie eben der Fehler im Film IN DEN KLAUEN DES GIGANTEN, wo der Logikfehler faktisch den gesamten Filmanfang völlig in Frage stellt.

Also, bei so kleinen Logikfehlern sehe ich durchaus bei einem sonst guten Film gerne drüber hinweg. Nur in diesem Fall (siehe oben) ist der Logikfehler so extrem, als bekäme man eine Dachlatte um die Ohren gehauen. Das man so etwas übersehen kann, zeugt wohl eher von Interessenlosigkeit dem eigenen Film gegenüber, oder es war ihnen schlicht egal, weil sie den Schinken einfach nur abdrehen wollten. Im Script kann so etwas beim umschreiben durchaus passieren, jedoch hätte es spätestens beim Schnitt der Endfassung vom Film auffallen müssen, als springe einen ein Felsbrocken an. :-*
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#5 Friedhelm 2020-04-02 14:10
Zitat:
wirklich in Erinnerung ist mir da eher der Dialog zwischen Yoda und dem Geist von Obi Wan geblieben, wo eben die Beiden von einer weiteren Alternative reden, sollte Luke der dunklen Seite verfallen. Damit war natürlich ebenfalls Leia gemeint.
Dass Leia da schon gemeint war, ist eigentlich auch ein Irrtum. Zu diesem Zeitpunkt hatte Lucas noch gar keine Idee für Episode VI - und Leia war noch gar nicht als Lukes Zwillingsschwester eingeplant. In späteren, ersten Infos war die Rede von einem anderen, weiblichen Charakter, der auf irgendeinem Planeten hausen sollte, Dann kam eine yoda-ähnliche, dunklere Figur namens Adoy (uups..) ins Spiel. Am Ende ist dann halt Leia, der Einfachheit halber, Lukes Zwillingsschwester geworden. Mir hätte übrigens ein richtig dunkles Ende für Episode VI viel besser gefallen. Lucas hat den Film -meiner bescheidenen Meinung nach- mit der positiven Variante auch ein bisserl zerstört. ;-)

Zitat:
Im Script kann so etwas beim umschreiben durchaus passieren, jedoch hätte es spätestens beim Schnitt der Endfassung vom Film auffallen müssen, als springe einen ein Felsbrocken an.
Kann natürlich auch sein, dass man einfach davon ausging (oder es zumindest hoffte), dass es dem Zuschauer nicht auffallen würde. Könnte ich mir jedefalls auch gut vorstellen. :-*
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#6 Laurin 2020-04-02 22:43
Nun ja, bei STAR WARS mag es da durchaus noch andere Optionen gegeben haben. Allerdings sprang uns der Name Leia quasi direkt an, als Obi und Yoda da so kryptisch sinnierten. Da hätte uns als Zuschauer damals eine andere Figur eher verwundert. Allerdings gebe ich dir recht, düsterer hätte Episode VI durchaus ausfallen dürfen. Aber ein weibliches "Yodel" als Alternative hätte ich Lucas schon übel genommen. Da fand ich es jetzt schon bei der ersten Episode von THE MANDALORIAN als einen üblen Witz, als die da Baby-Yoda aus dem Hut zauberten. Damit war die Serie für mich, weil typisch Disney, nämlich schon erledigt. :eek:

Die Meinung zu IN DEN KLAUEN DES GIGANTEN teile ich da durchaus mit dir. Denn wirklich für voll scheinen manche die Zuschauer wirklich nicht zu nehmen. Frei nach dem Motto: Augen zu, die merken eh nichts. :sad:
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#7 Friedhelm 2020-04-03 15:42
Kleines Missverständnis - Adoy (klare Umkehrung von Yoda) sollte kein weiblicher Charakter sein - nur eine etwas dunklere Umkehrung des ollen Yoda. Diese Infos sind allerdings auch schon wieder 37 Jahre alt - da habe ich sicher noch einiges vergessen.

Naja, und auf den hier besprochenen Film kriege jetzt glatt mal richtig Lust. Im Grunde stehe ich ja auf solche logikfreien Dinger - die machen irgendwie richtig Spass. Vor allem, wenn man die Löcher gar nicht erst suchen muss.. :-*
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#8 Laurin 2020-04-04 13:30
@Friedhelm:
Wie gesagt, bevor du da zu einer Einzelveröffentlichung auf DVD usw. zurückgreifst, leg dir da besser gleich die oben erwähnte Box zu. Dann hast du auch gleich den schönen Film STADT DER TOTEN mit Christopher Lee dabei (und alles für knapp 10 Euronen). ;-)
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