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Die 60er: Cormans Poe-Verfilmungen - Das Pendel des Todes

Die 60erCormans Poe - Verfilmungen
1961: Das Pendel des Todes

Spanien im 16. Jahrhundert. Der Engländer Francis Barnard besucht seinen Schwager Don Nicholas Medina (Vincent Price), um die genauen Umstände des Todes seiner Schwester Elizabeth (Barbara Steele) zu erfahren. Das seltsame Verhalten von Medina lässt ihn misstrauisch werden und schließlich kommt heraus, dass Elizabeth eines Tages leblos in der hauseigenen Folterkammer aufgefunden wurde.

Die 60erBarnard erfährt auch, dass Medina im Kindesalter mit ansehen musste, wie seine Mutter aus Rache für ihren Ehebruch von seinem Vater gefoltert und noch lebend in ein Grab eingemauert wurde.
Nun ist Medina besessen von der Idee, auch seine Frau könne lebendig begraben worden sein. Um ihn zu beruhigen, öffnet man das Grab – doch der schreckliche Verdacht bestätigt sich.
Kurz darauf ereignen sich seltsame Vorfälle: Elizabeths Zimmer wird verwüstet, ihr Porträt zerstört und nachts erklingt wie von Geisterhand ihr Cembalo. Barnard verdächtigt die Dienstboten des grausamen Spuks, doch der wahnsinnige Medina ist sich sicher, dass dahinter die tote Elizabeth steckt, die sich an ihm rächen will...

Der Erfolg des Horrorfilms "DIE VERLUCHTEN" an den US-Kinokassen sorgte dafür, dass das Filmstudio AIP grünes Licht für weitere Poe-Verfilmungen gab.
Als nächste Poe-Verfilmung drehte der Regisseur Roger Corman nach "DIE VERFLUCHTEN" den Horrorfilm "THE PIT AND THE PENDULUM" (Deutscher Titel: "DAS PENDEL DES TODES") nach der gleichnamigen Erzählung von Edgar Allan Poe.

Auch in seiner zweiten Poe-Verfilmung besetzte Corman erneut den Schauspieler Vincent Price für die männliche Hauptrolle.
Die weibliche Hauptrolle besetzte der Regisseur mit der britischen Schauspielerin Barbara Steele, die ein Jahr zuvor in dem italienischen Horrorfilm "DIE STUNDE WENN DRACULA KOMMT" ihre erste Hauptrolle gespielt hatte.

Die 60er"DAS PENDEL DES TODES" war bereits die dritte Verfilmung des Poe-Stoffes. Nach dem französischen Stummfilm "LE PUITS ET LE PENDULE" von  Henri Desfontaines aus dem Jahr 1909, folgte im Jahr 1913 mit dem Stummfilm "THE PIT AND THE PENDULUM" die erste US-amerikanische Verfilmung unter der Regie von Alice Guy-Blaché,

Die Dreharbeiten zum Horrorfilm "DAS PENDEL DES TODES" begannen im Januar 1961 und waren bereits nach fünfzehn Tagen beendet, was man dem Film allerdings nicht ansieht, der durch seine atmosphärisch dichte Inszenierung punkten kann.

Und gerade aufgrund dieser atmosphärisch dichten Inszenierung, den überraschenden Wendungen im Film und der grandiosen Darstellung von Barbara Steele und Vincent Price als wahnsinniges Ehepaar,  gehört Cormans "DAS PENDEL DES TODES" ohne Frage zu einen der besten Filme der Poe-Reihe bzw. zu einer der besten Verfilmungen des Poe-Stoffes, obwohl sich Regisseur Corman weit  von der literarischen Vorlage Edgar Allan Poes entfernt.
Denn  bis auf das titelgebende Folterwerkzeug, hat "DAS PENDEL DES TODES" so gut wie nichts mehr mit der Poe-Erzählung "DIE GRUBE UND DAS PENDEL" zu tun.  

Der Horrorfilm "DAS PENDEL DES TODES" startete am 23. August 1961 in den USA und spielte dort bei einem Budget von 300.000 US-Dollar zwei Millionen US-Dollar ein. Damit war (und blieb) "DAS PENDEL DES TODES" der erfolgreichste Film der Poe-Reihe von AIP.

In Westdeutschland kam der Horrorfilm erst über zwei Jahre später, genauer gesagt am 31. Dezember 1963, in die dortigen Lichtspielhäuser, und war bedingt durch die FSK erst ab 18 Jahren freigegeben.

Da auch der zweite Film der Edgar-Allan-Poe-Reihe ein Erfolg an den Kinokassen war, entschieden sich AIP und der Regisseur Roger Corman dafür, weitere Poe-Filme zu drehen...

Die 60erDas Pendel des Todes
(The Pit and the Pendulum)
USA 1961

Regie: Roger Corman
Drehbuch: Richard Matheson
Kamera: Floyd Crosby
Schnitt: Anthony Carras
Musik: Les Baxter

Darsteller
Vincent Price als Nicolas Medina
John Kerr als Francis Barnard
Barbara Steele als Elizabeth Barnard Medina
Luana Anders als Catherine Medina
Anthony Carbone als Dr. Charles Leon

FSK: Ab 12 Jahren (Vorher ab 18 Jahren)
Laufzeit: 80 Minuten

Deutscher Kinostart: Am 31. Dezember 1963

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© by Ingo Löchel

Kommentare  

#1 Erlkönig 2020-04-09 20:39
Da kann ich dir nur Recht geben. Sicherlich der beste Film der Reihe.
Ich habe ihn damals im Kino gesehen. War für mich ein wenig problematisch, da ich altersmäßig weit unter den erforderlichen "18" lag und der Film nur in der Abendvorstellung lief. Nach erfolgreichem Eintritt in den Kinosaal begannen ca. 15 Minuten immer wieder nervösen Schauens auf die Einlasstür, ob nicht mal wieder eine polizeiliche Ausweiskontrolle durchgeführt wurde. Wurde man erwischt, waren die Folgen recht unangenehm. Doch ich hatte Glück und der Filmgenuß wurde nicht gestört. Den Film fand ich großartig.
Nach Jahrzehnten habe ich den Film dann wieder gesehen (auf Video). Was soll ich sagen: Ich fand den Film immer noch sehenswert und beeindruckend.
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