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Von Okkultisten und dem Engel des Todes - »The Devil Rides Out«

The Devil Rides Out Von Okkultisten und dem Engel des Todes
»The Devil Rides Out«

Wir befinden uns im Jahre 1929 im Süden Englands, wo Nicholas, der Duc de Richleau gerade auf einem kleinen Flugplatz seinen engen Freund Rex Van Ryn in Empfang nimmt, der extra für die zur Tradition gewordenen Teffen der Freunde aus den USA angereist ist. Eigentlich fehlt hierbei nur noch der jüngste im Bunde, Simon Aron. Doch der hatte sich beim Duc de Richleau seit einiger Zeit nicht mehr wirklich gemeldet, weshalb dieser sich nun auch einige Sorgen macht.

The Devil Rides OutAuch dieses alljährliche Treffen scheint Simon wieder platzen zu lassen. Also machen sich Nicholas und Rex auf den direkten Weg zu seinem erst vor kurzem erworbenen Landsitz. Und tatsächlich scheint Simon auch dieses mal seine alten Freunde versetzen zu wollen. Dafür platzen Nicholas und Rex direkt in einen privaten Empfang, den Simon scheinbar ausgerichtet hat.

Nicholas, der die anwesenden Gäste seitens Simon noch nie gesehen hat, fallen direkt einige Merkwürdigkeiten auf. Denn weder er noch Rex wussten bisher, dass sich Simon z.B. für Astronomie interessiert hätte. Also mischt man sich unter die Gäste um aus deren Gesprächen etwas mehr herauszufinden. So gerät Rex z.B. an die junge und recht hübsche Tanith Carlisle und erfährt, das an diesem Abend nicht mehr als dreizehn Personen anwesend sein dürften. Andererseits ist sich Rex sicher, Tanith bereits einmal getroffen zu haben, wovon diese allerdings nun nichts mehr wissen will.

Auch Nicholas bemerkt recht schnell, das bei den Gästen von Simon etwas nicht mit rechten Dingen zugeht und diese sich auch recht seltsam verhalten. Als Simon dann noch versucht, Nicholas und Rex so schnell wie möglichst wieder los zu werden, ergreift Nicholas die Initiative, denn er glaubt aufgrund seiner Erfahrungen mit dem Okkulten, das Simon unter der Kontrolle von höchst gefährlichen Satanisten zu stehen scheint.

Und mit dieser Einschätzung liegt der Duc nicht einmal so falsch, auch wenn Rex zuerst nicht wirklich an einen solchen Hocus Pocus glauben mag. Denn der Hohepriester der Satanisten mit Namen Mocata scheint über Simon einen ziemlich großen, geistigen Einfluss auszuüben und bei diesem Zusammentreffen wollen die Teufelsanhänger sogar Baphomet - also den Teufel höchstpersönlich anrufen.

Mit nachdrücklicher Gewalt gelingt es zwar dem Duc und Rex, Simon erst einmal aus dem Kreis der Satanisten zu entführen, doch Mocata gelingt es durch seine geisitge Kontrolle über ihn, diesen recht bald wieder in seine Gewalt zu bekommen. Als Nicholas und Rex auf das Anwesen von Simon zurückkehren, finden sie dieses erst einmal verlassen vor und auch von Simon fehlt weiterhin jegliche Spur. Dafür werden sie von einem Dämon angegriffen, der jeden in seinen unheilvollen Bann schlägt, der ihm in die Augen sieht. Dem Duc gelingt es jedoch im letzten Augenblick, Rex vor dieser Gefahr zu schützen.

Gemeinsam macht man sich erneut auf die Suche nach Simon, wobei auch Rex nun versucht, die junge Tanith aus der Gewalt der Satanisten zu befreien. Als Rex sie findet, versucht er der jungen Frau zuerst einmal bei einem befreundeten Ehepaar, den Eatons, einen Unterschlupf zu besorgen. Doch auch Tanith ist bereits zu stark im geistigen Bann von Mocata gefangen und ergreift mit dem Wagen von Rex bei der ersten Gelegenheit auch gleich wieder die Flucht.

The Devil Rides OutRex, der ihr mit dem Wagen der Eatons folgt, wird dabei durch die geistige Macht von Mocata attackiert, baut einen Unfall und wird, als er Tanith zu Fuß weiter verfolgen will, fasst von einer der Anhängerinnnen Mocatas überfahren. Trotzdem gelingt es ihm das geheime Treffen der Satanisten ausfindig zu machen und auch Nicholas an diesen bösen Ort zu bringen, wo Mocata Baphomet beschwören und Simon und Tanith mit Blut für den Teufel neu taufen lassen will. Als bei dieser Teufelsmesse unter freiem Himmel  sogar der Teufel selbst erscheint, greifen der Duc und Rex ein und entführen erneut Simon und Tanith aus den Klauen der gefährlichen Sekte.

Mit ihnen im Schlepptau fliehen sie zu den Eatons, die beide gerne bereit sind, auf Simon und Tanith zu achten. Denn Mocata, davon ist Nicholas überzeugt, wird alles versuchen, um die beiden erneut in seine Gewalt zu bringen. Der lässt auch nicht lange auf sich warten und taucht am nächsten Tag persönlich bei den Eatons auf um nun sein Ziel zu erreichen, indem er Marie Eaton mittels schwarzer Magie unter seine Kontrolle zu bringen versucht. Doch dies scheitert im letzten Augenblick und Mocata zieht sich zurück, stößt jedoch hierbei eine eindringliche Drohung aus.

Mit Hilfe von Nicholas, dem Duc de Richleau, der sich ja in okkulten Dingen auskennt, bereitet man sich auf die magischen Angriffe seitens Mocata in der kommenden Nacht vor. Und weil der Tanith und Simon dem Teufel opfern will, greift er auch in der Nacht Nicholas und die anderen mittels Magie an, wobei er eine riesige Tarantel erschafft und seine Gegner mit Trugbildern narrt.  Als auch das nichts hilft, ruft Mocata den "Engel des Todes" herbei um die Seele eines Kindes (Peggy, der Tochter der Eatons) zu rauben, damit er an ihr die Seele von Tanith austauschen kann. Gleichsam soll dieser Engel des Todes auch die Gegner der Teufelsanbeter vernichten. Dem Duc gelingt es zwar mit Hilfe eines magischen Spruch, den Engel des Todes aufzuhalten, doch ohne die Seele eines Opfers kann dieser nicht in das Reich der Finsternis zurückkehren. Als die Gefahr gebannt scheint, ist Tanith tot. Nicholas versucht nun über Marie Eaton die Seele von Tanith herbeizurufen, damit diese sie zum Versteck von Mocata führt, um die kleine Peggy zu retten.  

Da Mocata aber nun die kleine Peggy in seiner Gewalt hat und diese nun an Stelle von Tanith dem Teufel opfern will, machen sich der Duc und die anderen auf, ihn daran zu hindern. Doch Mocata scheint alle Trümpfe in seiner Hand zu halten. In diesem Augenblick scheint Tanith von Marie Eaton erneut Besitz zu ergreifen um Peggy vor dem Opfertod zu bewahren. Dabei vernichtet sie nicht nur die Anhänger der Satanssekte, sondern auch Mocata. Als Nicholas und die anderen wie aus einem bösen Alptraum wieder erwachen, bemerken sie, dass sie zeitlich etwas in die Vergangenheit zurückversetzt worden sind. Tanith lebt und statt dessen hat der Engel des Todes die Seele von Mocata mit in die Finsternis genommen.

The Devil Rides OutOkkultismus statt Monster und Vampire:
Der Film THE DEVIL RIDES OUT wurde 1967 seitens der Hammer Filmproduktion nach der gleichnamigen Romanvorlage von Dennis Wheatley aus dem Jahre 1934 verfilmt und kam 1968 in die Lichtspielhäuser. Ein deutsches Kino hatte diese Hammer-Produktion jedoch nie von innen gesehen. Dafür erlebte der Film mit dem damaligen deutschen Titel DIE BRAUT DES TEUFELS am 22. September 1990 im ZDF seine Premiere im deutschen Fernsehen.

Dennis Wheatley, dessen Weinhandel während der Weltwirtschaftskriese im Jahre 1933 bankrott ging, schrieb zu Beginn der 1920er Jahre erste Kurzgeschichten und verfasste bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieg eher Romane im Bereich Thriller. Sein erster Roman mit dem Titel THE FORBIDDEN TERRITORY erschien ebenfalls im Jahre 1933. Nach 1945 setzte der britische Schriftsteller nach seinem militärischen Dienst im Planungsstab seine schriftstellerische Tätigkeit fort.

Von 1960 an verkaufte er pro Jahr rund 1 Million Exemplare seiner Romane, wobei sich besonders seine Romane über Okkultismus und Satanismus bestens verkauften. Erst ab November 1977, als Wheatley verstarb, gingen die Verkaufszahlen seiner Bücher stark zurück. Im deutschsprachigen Raum galt der Schriftsteller allerdings damals bei den Verlagen als eher "unpopulär", so das nur recht wenige seiner Bücher übersetzt auch den Weg auf den deutschen Buchmarkt fanden.

Die Hammer Studios bemühten sich hierbei um einige seiner Bücher um diese zu verfilmen. Hierbei handelte es sich um Wheatleys Romane, in denen es um Schwarze Magie und Satanismus ging. Hierzu zählt auch die erste Hammer-Verfilmung seines Romans THE DEVIL RIDES OUT, der auch in Deutschland 1978 unter dem Titel DIENER DER FINSTERNIS erschien. Bitte fragt mich aber nun nicht, in welchem Verlag dieses Buch von Wheatley hier erschien, denn diese abschließende Information habe ich bis heute noch nicht herausfinden können. Wer da etwas mehr weiß, der möge sich also gerne aufgerufen fühlen, sich hierzu mit weiteren hilfreichen Informationen per Kommentar melden.

THE DEVIL RIDES OUT war dabei einer der wenigen Versuche seitens der Hammer Studios, auch neben den Filmen über Dracula oder Frankenstein, und damit den bisher üblichen Gothic-Horrorfilmen Fuß zu fassen. Dies funktionierte auch mit diesem Film eigentlich durchaus recht positiv. Jedoch in den USA wollte der Film nicht so wirklich zünden,  wo er unter dem Titel THE DEVIL'S BRIDE in die Kinos kam. Gerade aber die US-Kinoverwertung galt für Hammer immer schon als ein wichtiger finanzieller Markt. Der Film selbst stand für Hammer also durchaus nicht unter günstigen Sternen.

Dennis Wheatley indessen war über die Verfilmung von THE DEVIL RIDES OUT und der zeitlichen Ansiedlung im Jahre 1929 recht angetan, zumal er sich immer dagegen wehrte, die Handlung zeitlich in die Moderne zu verlegen. Wirklich verfilmt wurden allerdings nur zwei Romane von Wheatley seitens Hammer. Denn spätestens nach der zweiten Verfilmung eines seiner Romane mit dem Titel TO THE DEVIL A DAUGHTER (Roman 1953/Verfilmung 1976) überwarf sich Wheatly mit den Hammer Studios und untersagte ihnen daher weitere Verfilmungen seiner Romane. Wheatley empfand die Verfilmung von TO THE DEVIL A DAUGHTER als schrecklichen Fehlgriff. Insbesondere hasste er diese Verfilmung eines seiner Romane, weil dessen Handlung nicht nur ziemlich wirr daher kam, sondern auch wohl schon aus dem Grunde, weil man hier die Handlung in die Moderne (in die 1970er Jahre) verlegt hatte. Diese zweite Verfilmung eines Romans von Dennis Wheatley lief in Deutschland unter dem Titel DIE BRAUT DES SATANS am 20. Mai 1976 in den deutschen Kinos an, wobei auch von deutscher Seite die Terra-Filmkunst an dieser Hammer-Produktion beteiligt war. Für Hammer selbst war diese Verfilmung allerdings eher wohl ein finanzielles Fiasko, da statt Hammer die beteiligten Filmgesellschaften den Großteil der Einnahmen erhielten.  Zudem fielen dann auch die Kritiken zu dieser zweiten Verfilmung eines Romans von Wheatley durchweg vernichtend aus.

Doch verlassen wir hier erst einmal wieder die zweite Verfilmung eines Romans von Dennis Wheatley durch die Hammer Studios und wenden uns wieder dem Film THE DEVIL RIDES OUT zu.

Für heutige Verhältnisse mögen hier die Spezialeffekte im Film wohl eher belächelt werden. Man muss jedoch auch immer beachten, dass Hammer nie zu den großen Filmstudios gehörte und damit auch nicht selbst über die finanziellen Mittel verfügte, die den größeren Filmstudios zur Verfügung standen. Von diesem Standpunkt aus betrachtet handelt es sich bei dem Film THE DEVIL RIDES OUT durchaus um einen recht logisch aufgebauten und in der Spannung recht ansprechenden Film, der auch in Deutschland bisher eher zu Unrecht recht stiefmütterlich behandelt wurde.

Wenn es um einen Film seitens Hammer geht, der ein Remake verdient hätte, so war sich selbst Christopher Lee zu Lebzeiten sicher gewesen, müsste dies auf THE DEVIL RIDES OUT zutreffen, in dem er mal nicht den Bösewicht spielte, sondern den in okkulten Dingen bewanderten Helden Nicholas, den Duc de Richleau. Und wenn man sich diesen Film ansieht, den es nun endlich seit Dezember 2019 in bester Qualität als Blu-ray (BD) seitens Anolis Entertainment auf dem deutschen Markt gibt, dann merkt man Christopher Lee auch durchaus an, mit welcher Begeisterung er diese Rolle ausgefüllt hatte.

Den Duc de Richleau könnte man auch durchaus als einen Serienhelden bezeichnen, denn diese Figur eines passionierten Dämonenjägers löste in insgesamt elf Romanen seitens Dennis Wheatley seine okkulten Fälle, wobei gerade diese Romane auch sehr erfolgreich waren. Nicht umsonst hatte Hammer gerade an diesen Romanen und damit weiteren möglichen Verfilmungen ein gesteigertes Interesse gehabt.

Aber auch die weitere Besetzung des Films kann sich durchaus sehen lassen. Christopher Lees filmischer Gegner war z.B. niemand geringeres als Charles Gray als Mocata, den man auch aus zwei James Bond Filmen als Dikko Henderson (JAMES BOND 007 - MAN LEBT NUR ZWEIMAL/1967) bzw. als Superverbrecher Ernst Stavro Blofeld (JAMES BOND 007 - DIAMANTENFIEBER/) her kennen dürfte. In dem Film JAMES BOND 007 - DER SPION, DER MICH LIEBTE aus dem Jahre 1977 lieh Gray dann noch mal in der Pyramidenszene seine Stimme, die in der deutschen Synchronisation von Manfred Schott eingesprochen wurde. Gray ist allerdings auch als Erzähler aus dem Film THE ROCKY HORROR PICTURE SHOW (1975) bekannt.

Gray gelang es in THE DEVIL RIDES OUT geradezu excellent einen ebenso verschlagenen wie gefährlichen Anführer einer Satanistensekte darzustellen, wobei diese Figur durchaus etwas an der realen Person von Aleister Crowley angelehnt erscheint.

Aber auch die anderen Darstellerinnen und Darsteller zeigen sich hier durchweg auf sehr hohem schauspielerischem Niveau. Zu nennen wären hier als Beispiel nur Nike Arrighi als Tanith Carlisle, Sarah Lawson und Paul Eddington als Marie und Richard Eaton oder Leon Greene als Rex Van Ryn.

Wollte man THE DEVIL RIDES OUT vorher als DVD seiner Sammlung einverleiben, musste man indessen z.B. über Amazon auf die spanische Version zurückgreifen, die jedoch mitunter wohl auch schon mal mit einem überhöhten Preis daher kam und in der Bildqualität auch nicht gerade immer berauschend zu sein scheint, wenn man hierzu so manche Kritiken im Internet liest. Zwar kommt auch die BD seitens Anolis mit einem Preis von 23,99 Euro daher, kann allerdings sowohl in Sachen Ton als auch Bildqualität durchaus bestens punkten. Außerdem kommt die Limited-Edition seitens Anolis mit zwei BDs daher, jeweils mit der originalen Kinofassung (synchronisiert) und der restaurierten Fassung sowie einem reichhaltigen Bonusmaterial wie z.B. der Super-8-Fassung, Trailern und mehr. Da kann man bei dem Preis also nun wirklich nicht meckern und in Sachen Cover hat man auch noch die Auswahl.

The Devil Rides OutMeine Filmkritik:
Christopher Lee mochte laut seinen eigenen Aussagen seine Rolle als Duc de Richleau, aber auch den Film THE DEVIL RIDES OUT als Ganzes recht gerne. Dies merkt man seiner darstellerischen Leistung innerhalb der Handlung auch durchaus an. Generell dürfte dies Rolle allerdings auch eine für ihn willkommene Abwechslung gewesen sein. Schließlich spielte er hier einmal nicht den Bösewicht oder die Rolle als Graf Dracula.

Aber auch sonst hatte man die Handlung recht stimmig und durchaus auf einem sehr spannenden Niveau halten können, so das der Film für Freunde und Fans der alten Hammer-Filme ein wahres Fest sein dürfte. Dies mag allerdings auch daran liegen, dass das Drehbuch von niemand anderem als Richard Matheson verfasst wurde, der sich vorbildlich auch recht eng an die Romanvorlage von Dennis Wheatley gehalten hatte.

Mit Matheson hatte man allerdings auch einen recht erfolgreichen Autor des Science Fiction an Land ziehen können, der bereits mit seinem ersten Roman I AM LEGEND aus dem Jahre 1954 einen Erfolg schuf, der bisher bereits dreimal verfilmt wurde (1963, 1971 und nochmals 2007). Ebenfalls wurde sein zweiter Roman aus dem Jahre 1956 unter dem Titel THE SHRINKING MAN (deutscher Titel: DIE UNGLAUBLICHE GESCHICHTE DES MISTER C./1957) verfilmt, wobei Matheson hier auch selbst das Drehbuch beisteuerte.

Matheson ist es bei THE DEVIL RIDES OUT wohl auch zu verdanken, dass die Handlung an sich ohne größere logische Brüche blieb. Einzig am Ende hapert es ein wenig mit der Logik, weil man als Zuschauer sich durchaus fragen könnte, wieso unsere Helden plötzlich mehrere Stunden in die Vergangenheit versetzt wurden. Auch fragt man sich bei genauerem hinsehen, wieso die Eatons sich bei den Angriffen durch Mocata keine wirklichen Sorgen um ihre kleine Tochter Peggy machen, die sich eben nicht geschützt in dem magischen Kreis befindet, sondern in ihrem eigenen Zimmer schläft. Denn bei einem so diabolischen Gegner wie Mocata sollte man eigentlich schon im Vorfeld davon ausgehen, das dieser sich nicht nur auf seine direkten Gegner konzentriert, sondern auch sonst nach möglichen Schwachstellen seiner Gegner sucht. Und ein kleines Mädchen ist hier durchaus eine lohnende Schwachstelle für einen Bösewicht.

Ehrlich gesagt, ist mir dieser Umstand aber auch erst bei der zweiten Sichtung des Films aufgestoßen. Dies liegt schlicht schon daran, weil man bei der ersten Sichtung eher gespannt der laufenden Handlung folgt und weniger die Handlung nach möglichen Unstimmigkeiten abklopft. Da ich den Film unter dem damaligen deutschen Titel DIE BRAUT DES TEUFELS im Fernsehen allerdings auch nie gesehen hatte, war diese BD nun meine erste Berührung mit diesem Film seitens Hammer, weshalb mir diese kleinen Unstimmigkeiten auch nicht direkt ins Auge gesprungen sind. Man kann dies allerdings auch als recht positiven Aspekt betrachten, denn wenn die Handlung eines Films einen entsprechend fesselt, sucht man nicht gleich nach möglichen logischen Ungereimtheiten.

THE DEVIL RIDES OUT ist daher wirklich eine recht gelungene Produktion seitens Hammer, auch wenn der Film damals selbst für Hammer nicht den international gewünschten Erfolg zeitigte und auch in Sachen deutschsprachiges Kino nicht die erhoffte Erwartungen erfüllte. Trotzdem, und auch weil der Film die beste (und leider auch einzige) positive Umsetzung eines Romans von Dennis Wheatley durch Hammer darstellt, sollte man als Fan der Hammer-Filme bei dieser vorbildlich aufbereiteten BD zugreifen. Über die weniger gelungene zweite Verfilmung eines Romans von Dennis Wheatley durch Hammer werde ich noch an anderer Stelle zu sprechen kommen, zumal dieser Film bei genauer Betrachtung eben nicht nur schlecht umgesetzt war. Was indessen den Film THE DEVIL RIDES OUT angeht, kann ich hier allerdings ohne weiteres die vollen fünf von insgesamt fünf Blutkelche für ein feierliches Ritual im Heimkino als Höchstbewertung spendieren. Das Sammler alter Hammer-Filme hier unbedingt zugreifen sollten, muss ich dabei aber wohl auch nicht noch extra erwähnen.

The Devil Rides OutThe Devil Rides Out
(The Devil Rides Out)
mit Christopher Lee, Charles Gray, Leon Greene, Nike Arrighi, Sarah Lawson, Patrick Mower, Paul Eddington, Gwen Ffrancon-Davies, Russel Waters, Rosalyn Landor u.a.
Regie: Terence Fisher
Drehbuch: Richard Matheson
Produktion: Anthony Nelson Keys
Musik: James Bernard
Genre: Horror
Laufzeit: 96 Minuten (BD)
DVD/FSK: 16 Jahre
Version: 2 Blu-ray (Restaurierte Fassung und original Kinofassung)
Extras: Audiokommentar mit Christopher Lee, Audiokommentar mit Dr. Rolf Giesen, Making of, Dennis Wheatly at Hammer, Super-8-Fassung, Bildergalerie u.m.
Vertrieb: Anolis Entertainment
Großbritannien 1968

Kommentare  

#1 c.r.hays 2020-01-22 00:44
Der Roman ist 1978 als zweiter Band in der Horror-Bibliothek bei Bastei erschienen.
Steht bei mir sorgar noch im Regal... ;-)
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#3 Friedhelm 2020-01-22 11:59
Zitat:
Die Hammer Studios bemühten sich hierbei um einige seiner Bücher um diese zu verfilmen. Hierbei handelte es sich um Wheatleys Romane,
Naja, eigentlich war es Christopher Lee selber, der damals versuchte, "Hammer-Films" und auch andere Gesellschaften von einem Stoff mit übernatürlichen Erscheinungen zu überzeugen. Aber vor Kirche und Zensur hatten die großen Filmgesellschaften zuviel "Respekt" (man könnte von einer gewissen "Angst" reden) - nur "Hammerfilms" zeigte sich da weniger zimperlich. Lee war sogar technischer Berater - das nötige Wissen brachte er sich, u.a., durch diverse Studien des Okulten und der Schwarzen Magie bei. Der "magische Spruch", eigentlich eher ein ritueller Gesang, mit dem der "Duc" den Engel des Todes am Ende vertreibt, soll laut Lee übrigens ein echtes Exorzismusgebet aus einem alten Schmöker über Schwarze Magie sein - ein Ritual, das man angeblich nur benutzen darf, wenn eine Seele in Gefahr ist.

Zitat:
Wenn es um einen Film seitens Hammer geht, der ein Remake verdient hätte, so war sich selbst Christopher Lee zu Lebzeiten sicher gewesen, müsste dies auf THE DEVIL RIDES OUT zutreffen, in dem er mal nicht den Bösewicht spielte,
Lee hat ja schon in ein paar vorherigen "Hammer-Filmen" den "Guten" gegeben. Man erinnere sich da vielleicht an "Der Hund von Baskerville,19 (als Henry Baskerville..), Ein Toter spielt Klavier,1960 (als Docktor Pierre Gerrard) oder "Die brennenden Augen von Schloss Bartimore,1964", wo er als Professor Meister gegen das Böse (die Gorgone) antritt..

Zitat:
Einzig am Ende hapert es ein wenig mit der Logik
Ach ja, Horrorfilme und die Logik, das hatten wir hier schon des öfteren. Darüber denke ich bei einem Genremovie eigentlich gar nicht mehr nach - schmälert evtl den Filmgenuss.
Ich habe den Film auch erstmalig im TV gesehen, und mir ist dieser "Logik-Bruch" irgendwie entgangen :-*
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#4 Laurin 2020-01-22 17:46
@ c.r.hays,
Wow ... weißt du auch noch wie der Roman geschrieben ist. Laut meinen Informationen soll Wheatleys Schreibe mittlerweile ziemlich angestaubt herüber kommen. Berichte doch mal kurz.

@ Friedhelm:
Ja, in Sachen Okkultismus und so, hatte man in Großbritannien damals so seine Probleme, besonders wegen der Kirche und ihrem Einfluss. Wobei ich eigentlich aber mittlerweile der Meinung bin, das man nur von Magie sprechen sollte, weil es eigentlich keine schwarze oder weiße Magie gibt, Es ist wohl eher eine Frage, ob ich Magie positiv oder negativ einsetze. ;-)

Klar hat Christopher Lee auch an anderen Stellen schon mal die "gute" Rolle gespielt und nicht immer nur den Bösewicht. Aber insgesamt betrachtet überwogen doch die Rollen, in der er den Bösewicht spielte enorm. Wobei man aber auch sagen muss, dass er hierfür auch das nötige Talent mitbrachte um eine solche Rolle überzeugend herüber zu bringen.
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#5 Friedhelm 2020-01-22 19:42
Zitat:
Wobei ich eigentlich aber mittlerweile der Meinung bin, das man nur von Magie sprechen sollte, weil es eigentlich keine schwarze oder weiße Magie gibt, Es ist wohl eher eine Frage, ob ich Magie positiv oder negativ einsetze.
Naja, ich denke, da fand einfach eine gewisse "Versinnbildlichung" statt um eben positiv und negativ dementsprechend darzustellen. So steht halt die weiße Magie für das absolut Gute (alles, was weiss ist bedeutet, na?: richtig positiv ;-) )

Umgekehrt steht die schwarze Magie für totale Böse (und alles was schwarz ist, bedeutet nix anderes als negativ, gelle..) :-*

Ansonsten stimme ich dir natürlich zu: Magie als solche...ist eben "nur" ....Magie... :-)
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#6 Laurin 2020-01-23 15:43
@ Friedhelm:
Ja, das mit der "Versinnbildlichung" ist immer so eine Sache. Ich lese gerade den Stoff eines alten Heftromans und da kommt auch direkt zum Beginn etwas zur Versinnbildlichung, wo ich mir vor Lachen den Bauch halten musste. :lol: Meine Rezension hierzu folgt in den nächsten Wochen. ;-)

@ Thomas Mühlbauer:
In das betreffende Forum habe ich wohl seit Jahren nicht mehr reingesehen. Danke das du die TB-Cover mal rausgesucht hast. Ich habe mir die Taschenbücher von Wheatley (von beiden Hammer-Verfilmungen) mal bestellt. Die sind aber vom APEX Verlag. Eventuell dürfte hier aber die Bastei-Übersetzung auch zugrunde liegen. Neugierig bin ich ja schon auf die Romane von Wheatley, zumal man da dann auch zu den Verfilmungen vergleiche ziehen kann.
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