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Graf Yorga macht auf Dracula - »Junges Blut für Dracula«

Junges Blut für Dracula (Count Yorga, Vampire) Graf Yorga macht auf Dracula
»Junges Blut für Dracula«

In einem Randgebiet von Los Angeles führen einige junge Leute eine spiritistische Sitzung durch, bei der sie das Medium Graf Yorga hinzugezogen haben, welcher die Seance durchführt. Und der soll Kontakt mit der verstorbenen Mutter von Donna aufnehmen. Als Yorga loslegt, witzeln einige zuerst über den nächtlichen Hokuspokus, nehmen sich aber auf Donnas Bitte hin der Sache dann etwas ernsthafter an.

Junges Blut für Dracula (Count Yorga, Vampire)Und dann passiert das seltsame, Donna beginnt plötzlich hysterisch zu schreien.

Yorga setzt daraufhin Donna unter seine Hypnose und erklärt den anderen, er wolle so Donna die scheinbar schlimmen Visionen vergessen lassen, die während der Seance über sie gekommen sind. Das er damit allerdings Donna von seinem Willen abhängig macht, erfahren die anderen natürlich nicht.

Und das der Kontakt mit der verstorbenen Mutter von Donna nicht zustande kam, liegt schlicht daran, das sie selbst durch Graf Yorga längst zu einem untoten Vampir gemacht wurde. Danach bietet ein befreundetes Paar von Donna und derem Freund an, Graf Yorga wieder zurück zu seinem entlegenen Anwesen zu fahren. Hier treffen sie auch auf Yorgas seltsamen wie im Gesicht entstellten Diener. Als Paul und Erica jedoch mit ihrem VW Bulli wieder fahren wollen, bleibt dieser in der einzigen Schlammpfütze des ganzen Weges stecken.

Zwar ist sich Paul sicher, das die auf der Hinfahrt noch nicht da war, zumal es seit längerem nicht mehr geregnet hatte. Doch das Paar macht sich nicht lange Gedanken darüber und beschließt die Nacht im Bulli zu verbingen, wo sie erst einmal Sex haben. Einige Zeit später - Paul und Erica sind bereits eingeschlafen - werden sie jedoch durch ein ungewöhnliches Geräusch wieder geweckt. Paul der draußen nachsehen will, wird plötzlich niedergeschlagen und verliert das Bewusstsein und Erica erblickt am Fenster des Wagens das grausam verzerrte Gesicht des Vampir Yorga.

Am nächsten Tag kontaktiert Paul einen befreundeten jungen Arzt, weil Erica sich sehr schwach fühlt und sich auch seit dem seltsam benimmt. Dem Arzt fallen hierbei gleich die seltsamen Bisswunden am Hals von Erica auf. Der Arzt kommt nicht daran vorbei, Paul von der Möglichkeit zu berichten, Erica wäre von einem Vampir gebissen worden, was Paul jedoch für völlig abwegig hält. Schließlich glaubt doch niemand mehr ernsthaft an Vampire. Allerdings gibt es gerade jetzt eine Polizeimeldung, in der ein kleines Baby ganz in der Nähe ermordet und dessen kleiner Körper dabei völlig ausgeblutet wurde. Aber dann werden sie plötzlich durch ein seltsames Geräusch aus dem Schlafzimmer von Erica aufgeschreckt und eilen zu ihr ins Schlafzimmer.

Junges Blut für Dracula (Count Yorga, Vampire)Was sie vorfinden, erschreckt sie zutiefst, denn Erica hat in ihrem Blutdurst eine junge Katze völlig zerbissen und ihre Lippen sind mit dem Blut des Tieres verschmiert. Während dessen beobachtet in der folgenden Nacht Graf Yorga das erwachen seiner zwei blutsaugenden Bräute, darunter auch Donnas Mutter. Sein Plan scheint eindeutig, denn bald will er auch Erica und danach Donna seinem blutsaugendem Harem hinzufügen.

Erica erwacht indessen in der folgenden Nacht wieder wie unter Zwang aus ihrem Schlaf und öffnet erwartungsvoll die Tür ihres Balkons. Yorga der Vampirfürst ist bereits eingetroffen um nun Erica zu einem vollwertigen Vampir zu machen und mit auf sein Anwesen zu entführen. Paul der in Panik in das Schlafzimmer stürzt, findet dieses nur noch leer vor und verständigt seinerseits den Arzt. Dieser schlägt Paul, welcher nun auch langsam an etwas höchst unheimliches zu glauben scheint, vor, Graf Yorga einen Besuch abzustatten, wobei sie versuchen, ihn in ihrer Nähe zu halten, bis das die Sonne aufgeht. Doch Graf Yorga durchschaut ihren Plan. Daher verabreden sich der Arzt und Paul, dem Grafen am nächsten Tag einen weiteren Besuch abzustatten, bevor die Sonne untergegangen ist. Ihr Ziel ist es - sollte es sich wirklich um einen Vampir handeln - ihn sogleich unschädlich zu machen. Doch dann verschlafen beide den Tag, wollen wegen Erica jedoch ihren einmal gefassten Plan zu einer möglichen Rettung dann trotzdem mit Einbruch der Dunkelheit umsetzen.

Dracula der Werbung wegen:
Nun muss man bei dem Film GOUNT YORGA, VAMPIRE erst einmal festhalten, das es sich hier eigentlich nicht um einen Film über den wohl bekanntesten Vampir der Filmgeschichte handelt. Denn mit dem deutschen Titel JUNGES BLUT FÜR DRACULA wird die durch die britischen Hammer Filme berühmte Figur des Dracula nur zu Werbezwecken genutzt, um die Kinobesucher mit einem recht bekannten Namen in die Kinos zu locken. Wir haben es hier also mit einem Dracula Film zu tun, in dem eben kein Dracula mitspielt. So wird auch in der deutschen Synchronisation über längere Zeit der Name Dracula nicht erwähnt, was allerdings nicht so bleibt. Denn etwa im letzten Drittel taucht in der Synchronisation plötzlich dann doch der Name Dracula auf, um nicht völlig mit der Verhunzung des Filmtitel aufzufallen.

Der Film JUNGES BLUT FÜR DRACULA hatte jedoch 1970 durchaus für die Zuschauer recht auffällig einen blutsaugenden aristokratisch wirkenden Grafen mit entsprechendem Umhang und ziemlich auffälligem Blutstein an einer Halskette, in die (zumindest damals) moderne Zeit der 70er Jahre hinein versetzt. Die Hammer Studios sollten erst zwei Jahre später (1972) diesen Schritt mit Christopher Lee in DRACULA JAGT MINIMÄDCHEN (DRACULA A.D. 72) beschreiten. Dies lag besonders daran, weil der Horrorfilm merklich im Umbruch begriffen war. Zwar konnte man bisher mit dem Namen "Dracula" an den Kinokassen richtig Geld machen, doch der damit verbundene Stern des bisher typischen Gothic-Settings der britischen Hammer Filme war längst bei den Zuschauern im steilen Sinkflug begriffen. Dafür fand der Horrorfilm, der sich nun eher in der Gegenwart abspielte, immer mehr Zulauf an den Kinokassen, wie man unschwer etwa an den Filmen ROSEMARIE'S BABY (1968) oder NIGHT OF THE LIVING DEAD (1968) erkennen konnte.

Sieht man mal von einigen Auffälligkeiten ab, so wurde der Film JUNGES BLUT FÜR DRACULA durchaus auch recht auffällig im Stil so mancher Filme der britischen Hammer Produktion gedreht. Vorgesehen war dies zu Beginn allerdings wohl nicht wirklich, denn die Richtung war eigentlich eine völlig andere gewesen.

Junges Blut für Dracula (Count Yorga, Vampire)Vom Soft-Sex-Filmchen zum ernsten Gruselfilm:
Ursprünglich hatte man nämlich eigentlich vorgehabt, hier einen kleinen Softsexfilm mit entsprechend viel nackter Haut abzudrehen, welcher sich von der Handlung her bei den damals durchaus bekannten Gruselfilmen bedienen sollte. Dies fällt allerdings so richtig erst auf, wenn man sich einmal der filmischen Biografien mancher Darstellerinnen aus JUNGES BLUT FÜR DRACULA zuwendet, bei denen doch recht eindeutige Filmtitel aus diesem schlüpfrigen Bereich gelistet sind.

Das dem jedoch nicht so wurde, konnte man damals eigentlich dem Hauptdarsteller Robert Quarry verdanken, der die Rolle des Vampir Graf Yorga nur unter der Bedingung angenommen hatte, wenn man hier einen wirklich ernsthaft zu betrachtenden Gruselfilm umsetzen würde. Gut, an etwas Erotik kommt man nun beim Thema Vampire wohl nicht gerade vorbei, was wohl auch Quarry durchaus wusste. Allerdings sollte gerade das britische Hammer Studio nur ein Jahr später mit dem Film TWINS OF EVIL (DRACULAS HEXENJAGD/1971) bei den Darstellerinnen weit mehr blank ziehen und nackte Haut präsentieren, als es dieser Film hier jedenfalls tat.

Robert Quarry hatte mit seinen Gesichtszügen zudem eine, wenn auch entfernte Ähnlichkeit mit Christopher Lee, was dem Film natürlich auch noch zugute kam. Und da American International Pictures (AIP) den Vertrieb regelte und JUNGES BLUT FÜR DRACULA somit auch ins Ausland verkaufte, wurde der Film durchaus damals ein ansehnlicher Erfolg. Denn nur ein Jahr später (1971) drehte man mit DIE SIEBEN PRANKEN DES SATANS (THE RETURN OF GOUNT YORGA) eine Fortsetzung um den blutsaugenden Vampir. Einigen vorgefundenen Aussagen zufolge, soll man hiernach sogar an einen weiteren (dritten) Film über Graf Yorga mit Robert Quarry in der Hauptrolle (durchaus ernsthaft) nachgedacht haben, jedoch sollte es hierzu dann doch nicht mehr kommen, wie wir gleich noch lesen werden.

Junges Blut für Dracula (Count Yorga, Vampire)So ganz abwegig ist es auch nicht, wenn man in manchen Informationsquellen nachlesen kann, das AIP mit Robert Quarry auch in gewisser Weise im Sektor Horrorfilme einen neuen Star aufbauen wollte. Hier hatte man bisher ja mit Vincent Price durchaus auf der sicheren Bank gesessen, der jedoch offensichtlich auch nicht jünger wurde. So sah man Quarry auch recht bald an der Seite von Price in DIE RÜCKKEHR DES DR. PHIBES (DR. PHIBES RISES AGAIN) im Jahre 1972, und 1974 in dem Horrorfilm DAS SCHRECKENSHAUS DES DR. DEATH (MADHOUSE) wiederum neben Vincent Price sowie dem Star der Hammer Filme, Peter Cushing. AIP hatte nämlich zuvor bereits bei dem Film GRUFT DER VAMPIRE (THE VAMPIRE LOVERS) aus dem Jahre 1970 mit den Hammer Studios zusammengearbeitet.

Das nichts aus dem dritten Teil um den Vampir Yorga wurde und auch Robert Quarry nicht zum neuen leuchtenden Stern des Horrorfilms seitens AIP aufstieg, lag schlicht und ergreifend an dem Umstand, dass der klassische Horrorfilm, aber auch AIP selbst im Niedergang begriffen waren. Laut Informationen sollte übrigens im dritten Teil die Handlung so verlaufen, dass der Vampir Graf Yorga in der Kanalisation von Los Angeles sein finsteres Dasein fristet und von dort aus eine ganze Armee nunmehr blutrünstiger Obdachloser anführt.

JUNGES BLUT FÜR DRACULA lief übrigens seiner Zeit nur in gekürzter Form im deutschen Kino, bzw, wurde im deutschen Fernsehen wohl auch in dieser gekürzten Form ausgestrahlt. Danach wurde es jedoch beträchtlich still um diesen, ja man kann durchaus sagen, Klassiker des Horrorfilms. Denn weitere Verwertungen folgten später nicht, so das der Film weder auf VHS noch auf anderen Medienträgern über viele Jahre hinweg vorzufinden war. Erst WICKED-VISION MEDIA veröffentlichte diesen Vampirfilm sowie auch dessen Fortsetzung DIE SIEBEN PRANKEN DES SATANS z.B. jeweils in einer recht anspruchsvollen, limitierten 2-Disc-Mediabox mit verschiedenen Covern, sowie auch als einzelne Blu-ray in einer gehobeneren Ausführung, allerdings dort dann ohne Booklett.

Junges Blut für Dracula (Count Yorga, Vampire)Meine Filmkritik:
Nun muss ich hier gestehen, dass auch ich nicht auf ein Booklett zurückgreifen konnte, da ich Besitzer der eher gehobeneren Blu-ray in der limitierten "Limited FuturePak Edition" (Metallbox) bin, die dann nochmals ein wenig billiger im Angebot war. Diese Version kommt allerdings ebenfalls auf der Disc mit einigen schönen Bonusmaterialen daher, wozu auch unter anderem die deutsche 35mm-Kinofassung gehört.

Vorab sei hier zu dem Film festgestellt, das man durchaus bei der Sichtung bemerken dürfte, wie schmal damals das finanzielle Budget wohl gewesen sein muss. Denn man verzichtet hier doch recht offensichtlich weitgehend auf das entsprechende Lokalkolorit der 70er Jahre. Da fehlt dann der typische musikalische Sound und ziemlich offensiv auch das optische Flair der 70er Jahre ebenso, wie man auch die Handlung weg von der städtischen Metropole eher auf ein ländliche geprägtes Randgebiet verschob. Und nicht grade wenige Szenen spielen sich in geschlossenen Räumen mit recht ausführlichen Dialogen der Drastellerinnen und Darsteller ab. Dieser Umstand macht den Film deshalb aber dennoch nicht schlechter.

Auch Graf Yorga zeigt sich hier (durchaus sogar positiv zu sehen) um einiges redseliger als Dracula in vielen Filmen der Hammer Studios, wo Christopher Lee hier eher auf die Mimik als auf Worte zurückgreifen konnte. Allerdings was die Mimik betrifft, so kann man hier durchaus bei Robert Quarry eine leichte Ähnlichkeit zu Christopher Lee durchaus bescheinigen. Allerdings lächelt er im Film auch mehr als Graf Yorga, wobei ich hier nicht im Gegenzug nun behaupten will, das Christopher Lee als Dracula nun eher eine Spaßbremse gewesen wäre.

Übrigens "Spaßbremse". Hier dürfte dem Betrachter durchaus einer der größten Unterschiede hinsichtlich der beliebten Filmproduktionen seitens Hammer auffallen. Denn was die Dialoge betrifft, so fällt einem doch der eine oder andere unfreiwillig komische Satz auf. So z.B. der Arzt, als er mit seinen Informationen hinsichtlich eines Vampir zweimal die Polizei informieren will um dann festzustellen, das diese ihn in der Rangliste der Meldungen von offensichtlichen Verrückten locker zahlenmäßig nach oben stuften.

Aber auch das begrenzte Schlammloch wie auch die Tatsache, dass das junge Paar in dieser Misere erst einmal nichts anderes im Kopf hat, als schnell noch einmal eine Runde wilde Maus (also Sex) im VW Bulli zu schieben, um sich die unfreiwillige Nacht dort zu verkürzen, lässt den Zuschauer doch aufgrund der Situation ein wenig schmunzeln.

Ebenso musste ich bei den dann gezeigten Vampirzähnen und der Darstellung einer entsprechenden Bisswunde am Hals von Erica schmunzeln. Die Bisswunde sah seitens der Maske durchaus nicht schlecht in Szene gesetzt aus, jedoch wenn man sich dann das Gebiss der Vampire in Nahaufnahme ansah, so hätte hier ein Biss wahrlich bei den Opfern wesentlich größeren Schaden anrichten müssen. Schließlich würde selbst ein Hai bei den hier präsentierten Zähnen neidisch werden, auch wenn man später in einigen Filmen seitens der Hammer Studios in Sachen Vampire und der Darstellung der Fangzähne auch schon so einiges gewohnt war.

Junges Blut für Dracula (Count Yorga, Vampire)Dies konnte ich bei dem Film jedoch wahrlich nicht als Nachteil empfinden, lockerte doch so manche unlogische Reaktion die Handlung damit sichtlich auf und erweiterte den allgemeinen Schauwert für den Fan an einem solchen, eher klassischen Vampirfilm eher noch.

Die sprichwörtliche Nähe in der filmischen Umsetzung hinsichtlich der Filme der britischen Hammer Studios lässt sich hier auch kaum von der Hand weisen, auch wenn man hier in Sachen Graf Yorga nicht so ganz an diese Qualität heran kam. Aber auch hier muss ich sagen, das der Fan der Filmproduktionen seitens Hammer hier durchaus auf seine Kosten kommt. Da hilft auch die mögliche Kritik nichts, was die doch leicht durchschaubare Handlung angeht, denn in dem Punkt hatten sich die Hammer Studios auch häufig nicht gerade mit Ruhm bekleckert oder in Sachen Logik immer alles in sauberen Tüchern gewickelt gehabt.

Rundum gesagt kann ich dem Film JUNGES BLUT FÜR DRACULA durchaus mit einem Anflug meiner nostalgischen Seite in Sachen Horrorfilme noch sehr gute vier von insgesamt fünf Eckzähne als Höchstbewertung zubilligen. Der eine Punkt Abzug liegt darin, weil man in Sachen allgemeine Qualität hier nicht so wirklich ganz auf der Höhe der Filme seitens Hammer lag (die Handlung an sich wirkt hier durchaus ein wenig grober gezimmert) und man auch was die Bilder an sich betraf, durchaus etwas mehr von dem Flair der 70er Jahre hätte einfangen können. Allerdings wirkte auch der Diener des Grafen Yorga in seinem Spiel etwas zu hölzern. Aber gut, so oft kam dieser Darsteller nun auch nicht ins Bild, als das dieser damit hätte den Film sichtlich nach unten ziehen können.

Wer also eher als Fan auf die nostalgische Schiene in Sachen Horrorfilme setzt, oder wie ich auch diese Filme durchaus zu schätzen weiß, der kann bei JUNGES BLUT FÜR DRACULA durchaus zugreifen und sich damit einen schaurig schönen Filmabend bereiten.

Junges Blut für Dracula (Count Yorga, Vampire)Junges Blut für Dracula
(Count Yorga, Vampire)
mit Robert Quarry, Roger Perry, Judy Lang, Donna Anders, Michael Murphy, Michael Macready, Julie Conners, Edward Walsh, Sybil Scotford, Paul Hansen, Marsha Jordan u.a.
Regie und Drehbuch: Bob Kelljan
Produktion: Michael Macready
Musik: Bill Marx
Genre: Horror
DVD/FSK: 16 Jahre
Laufzeit: 93 Minuten (ungekürzt)
Extras: Audiokommentar, Dokumentation "Schocking Cinema Vol. 2", Trailer, damals gekürzte deutsche Kinofassung u.m.
Vertrieb: Wicked-Vision Media
USA 1970

Kommentare  

#1 Friedhelm 2019-09-14 16:54
Mit deiner Bewertung für den Film kann ich (mal wieder ) nicht unbedingt konform gehen, guter Konrad. Ich habe das Ding irgendwann im TV gesehen (war dann ja wohl die gekürzte Fassung..) Einmal davon abgesehen, dass "Dracula-Titel" (ebenso wie diverse Frankensteins..) damals ja schon fast usus waren, um damit ein entsprechendes Publikum zu locken...., ist bei diesem Streifen bezüglich einer von dir genannten "Nähe zu den Hammerfilmen" wirklich sehr wenig bemerken. Zum einen hat der Plot mehr TV-Niveau als Kinoflair..und zum anderen sind die Darsteller eher bieder. Da kann selbst ein "Hammer-Abgesang" wie "Dracula jagt Minimädchen/Dracula A.D." weit besser unterhalten als das Vampir-Werk von Kelljan. Tatsächlich stimmt es, dass mit Robert Quarry ein neuer Horrorstar ins Leben gerufen - und mit dem vampirischen Grafen Yorga frischer Wind in das Genre gebracht werden sollte. Aber man kann sich irgendwie kaum vorstellen, dass dieser Film derart erfolgreich war, dass eine Fortsetzung gesichert schien. Naja, hat wohl mal wieder mit der damaligen Sichtweise zu tun. ;-) Quarrys Darstellung als umtriebiger Spitzzahn lässt sich denn auch kaum mit dem charismatisch, agressiven Auftreten Christopher Lees vergleichen - dazwischen liegen einfach Welten. Obwohl Quarry neben der Fortsetzung "Die sieben Pranken...." auch in ein paar anderen Horrormovies (wie dem von dir erwähnten "Madhouse") zu sehen war, ist aus ihm dann doch nicht der erhoffte, neue Shooting-Star des Genres geworden. Das mag natürlich auch am von dir erwähnten Niedergang der klassischen Gruselthematik gelegen haben :cry:

Übrigens: Was nun den ersten Yorga-Film betrifft, da soll es sogar zunächst Bemühungen gegeben haben. Christopher Lee für die Rolle von Hammer auszuleihen. Den Plan hat AIP dann schnell wieder fahren lassen, weil wohl inzwischen bekannt war, wie schwer Lee sich inzwischen mit seinem "Vampir-Image" tat. Anders als Hammer, wollte die Produktionsfirma die Zeit (und das Geld) um ihn zu überzeugen, dann doch nicht aufwenden. So gesehen war Quarry also eh nur zweite Wahl... :-*
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#2 Laurin 2019-09-15 01:40
@ Friedhelm:
Nun, ich schrieb ja bewusst "Nähe" hinsichtlich der diversen Hammer-Filme und nicht z.B. "Identisch". ;-) AIP war ja auch irgendwie das US-Gegenstück zu den britischen Hammer Studios, auch wenn man hier bei den diversen Poe-Verfilmungen auch Unterschiede festmachen konnte, die aber auch gerade wegen Vincent Price recht erfolgreich liefen.

Was Christopher Lee anging, so dürften sie damals wohl wirklich Probleme bekommen haben, denn der war der Rolle des Dracula schon zu dieser Zeit wohl ziemlich überdrüssig geworden. Da musste Hammer ja schon kämpfen, damit er die Rolle wieder für einen Film aufnahm. Denn Lee wollte so ziemlich alles, nur eben nicht als Schauspieler alleine auf die Dracula-Rolle in der Öffentlichkeit reduziert werden. Dafür wirkte Lee allerdings aber auch deshalb in dieser Rolle eher charismatischer wie auch etwas aggressiver, weil er zumeist in dieser Rolle eher wortkarg auftrat. Quarry hingegen wirkt als Graf Yorga dagegen etwas redseliger. Trotzdem nahm er seine Rolle ernst und gab einen durchaus ansprechenden Vampir ab. In dem Punkt habe ich schon schlechtere Darsteller in einer entsprechenden Rolle erleben dürfen.

Quarry mag hierbei wohl eher die zweite Wahl gewesen sein, was ich hier nicht abstreiten will. Doch ohne Quarry wäre aus dem Ganzen wie im Vorfeld eigentlich geplant, ein lupenreines Softsexfilmchen geworden.

Und das aus Quarry nicht der neue "Shooting-Star des Genre" wurde, lag schlicht am enormen Sinkflug der doch eher klassischen Gruselthematik, welche sowohl Hammer in England als auch AIP in den USA beständig mit in die Tiefe riss. Gerade bei Hammer hoffte man ja, diesem Sinkflug etwas entgegen steuern zu können, indem die Mädels in den Filmen plötzlich recht blank ziehen durften. Dies hatte den Absturz allerdings nur zeitlich verzögert, aber eben nicht beendet. :sad:
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#3 Friedhelm 2019-09-15 12:13
Zitat:
Nun, ich schrieb ja bewusst "Nähe" hinsichtlich der diversen Hammer-Filme und nicht z.B. "Identisch". ;-) AIP war ja auch irgendwie das US-Gegenstück zu den britischen Hammer Studios, auch wenn man hier bei den diversen Poe-Verfilmungen auch Unterschiede festmachen konnte, die aber auch gerade wegen Vincent Price recht erfolgreich liefen.
Nu, auf die "Nähe" habe ich mich ja auch bezogen und was AIP betrifft, da kommt mir tatsächlich zuerst Vincent Price in den Sinn, der wie Christopher Lee ein echt belesener Typ war.
Bei den Poe-Verfilmungen hat mich ja meistens diese Kunstnebel-Atmo fasziniert. :-*

Zitat:
Was Christopher Lee anging, so dürften sie damals wohl wirklich Probleme bekommen haben, denn der war der Rolle des Dracula schon zu dieser Zeit wohl ziemlich überdrüssig geworden.
Hammer hat ja auch einige Versuche unternommen, um ihn zu ersetzen. "Wie schmeckt das Blut von Dracula/Taste the Blood of Dracula." sollte bereits Ralph Bates als neuen Vampirgrafen einführen, aberaus monetären Gründe hat Hammerfilms -sousagen in letzter Minute dann doch wieder Lee bekniet. Lee hat offensichtlich wirklich alles daran gesetzt, den Vampir endlich loszuwerden. Das erklärt dann auch seine Rollen in manchmal weniger erfolgreichen Filmen.
Was Quarry als Yorga betrifft, da gibt es tatsächlich viel viel schlechtere Darsteller. Einen davon habe ich erst letzte Woche in Al Adamsons Trashgranate "Dracula vs. Frankenstein" (lief im Kino damals unter dem Titel "Draculas Bluthochzeit mit Frankenstein.."). Zur Zeit überlege ich sogar, ob ich die DVD wieder entsorge.. :-*
Zitat:
Quarry mag hierbei wohl eher die zweite Wahl gewesen sein, was ich hier nicht abstreiten will. Doch ohne Quarry wäre aus dem Ganzen wie im Vorfeld eigentlich geplant, ein lupenreines Softsexfilmchen geworden.
Naja, dass der Film dann doch nicht soooo der große Vampir-Knaller war (jedenfalls für mich nicht) lässt sich dann auch sehr gut mit den eigentlichn Intentionen (Soft-Sex-Movie) der Macher erklären. Die hatten an einem Horrorfilm wahrscheinlich kein wirklich großes Interesse und lieferten dementsprechende Arbeit ab. ;-)

Andererseits kann man sich nur schwerlich vorstellen, dass die Produzenten sich von Quarry einfach so Bedingungen aufoktruieren liessen. Die Frage stellt sich also, wieviel Wahrheit darin wirklich steckt. Man hätte ganz siche einen Darsteller gefunden, der weniger problematisch gewesen wäre :sad:

Zitat:
Und das aus Quarry nicht der neue "Shooting-Star des Genre" wurde, lag schlicht am enormen Sinkflug der doch eher klassischen Gruselthematik, welche sowohl Hammer in England als auch AIP in den USA beständig mit in die Tiefe riss.
Jo, die klassischen Themen waren out - und Hammers Versuch, sich mit mehr Sex dieser Tatsache anzubiedern, ging so richtig in die Hose. Es gab immer wieder Versuche, sich aktuellen Trends anzupassen. Einer davon war Hammers letzter Horrorfilm..."Die Braut des Satans" , mit dem die Firma sich an Erfolge wie "Der Exorzist" und "Das Omen" ranhängen wollten. Hammer ist dann mit einem Versuch, "Vampirella" mit Caroline Munro zu verfilmen auch noch an den Lizenzen gescheitert. Es gab Pläne für einen "Nessie-Film", der dann doch nicht gemacht wurde, weil bereits die damalige "King Kong-Neuverfilmung" von Dino de Laurentiis doch nicht den gewünschten Erfolg brachte.Und...und...
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#4 Laurin 2019-09-15 17:12
Zitat Friedhelm:
"Andererseits kann man sich nur schwerlich vorstellen, dass die Produzenten sich von Quarry einfach so Bedingungen aufoktruieren liessen. Die Frage stellt sich also, wieviel Wahrheit darin wirklich steckt. Man hätte ganz siche einen Darsteller gefunden, der weniger problematisch gewesen wäre :sad: "

Nun, irgendwann sollte ja auch mal gedreht werden und ich glaube eher kaum, das man noch einen Ersatz gesucht hätte für Quarry. Da hätte ich z.B. als Produzent (Zeit ist hier ja schließlich Geld was nicht reinkommt wenn ich ständig nur suche) lieber gleich auf den Softsexfilm gesetzt. Und beim Film nehmen Schauspieler durchaus oft Einfluss, wenn es sich für die Macher plausibel bzw. finanziell erfolgversprechend anhört. So ein Hauptdarsteller ist ja kein reiner Befehlsempfänger. Von daher liegt die Glaubwürdigkeit hierzu durchaus bei 90 Prozent.

Zitat:
"Naja, dass der Film dann doch nicht soooo der große Vampir-Knaller war (jedenfalls für mich nicht) lässt sich dann auch sehr gut mit den eigentlichn Intentionen (Soft-Sex-Movie) der Macher erklären. Die hatten an einem Horrorfilm wahrscheinlich kein wirklich großes Interesse und lieferten dementsprechende Arbeit ab. ;-) "

Da muss ich mal etwas widersprechen. Denn hätte man keine Lust zu einem Horrorfilm gehabt, hätte man dies eher gleich gelassen und einfach einen Softsexfilm gedreht, bei dem die Handlung nur marginal wichtig gewesen wäre. Umgekehrt wird da wohl eher ein Schuh draus, was dann auch den Einfluss seitens Quarry auf den Film durchaus glaubhaft macht. Ein großer Vampir-Knaller war der Film allerdings tatsächlich nicht. Aber das waren selbst bei Hammer nur ganz wenige wirklich, und die haben mehr davon abgedreht.

Zitat:
"Jo, die klassischen Themen waren out - und Hammers Versuch, sich mit mehr Sex dieser Tatsache anzubiedern, ging so richtig in die Hose. Es gab immer wieder Versuche, sich aktuellen Trends anzupassen. Einer davon war Hammers letzter Horrorfilm..."Die Braut des Satans" , mit dem die Firma sich an Erfolge wie "Der Exorzist" und "Das Omen" ranhängen wollten. Hammer ist dann mit einem Versuch, "Vampirella" mit Caroline Munro zu verfilmen auch noch an den Lizenzen gescheitert."

Ach hier mal ein Widerspruch. Mit mehr Erotik durch nackte Haut (blank ziehen ist ja noch kein Sex) ging es bei Hammer nicht erst richtig in die Hose, sondern verlangsamte den Niedergang sogar etwas. Hätte man bei Hammer stur so weiter gemacht wie bisher, wäre der Absturz an den Kinokassen wohl gravierender geworden, weil Zuschauer Sturheit gelinde gesagt nicht auch noch honorieren. "Vampirella" mit Caroline Munro hätte ich mir allerdings sehr gerne angesehen, wenn es denn wegen der Rechte geklappt hätte. Die Verfilmung die später dann kam, war ja schlicht eher eine Zumutung. Mit "Die Braut des Satans" kam Hammer - was den Trend betrifft - allerdings wohl meiner Meinung nach schon zu spät. Und wer zu spät kommt, den bestraft bekanntlich das Leben. Denn den Kuchen teilten sich bereits andere auf. Und was einen "Nessi-Film" angeht, da stehe ich sogar auf dem Standpunkt, das dieser Kelch wohl nicht umsonst an uns vorbei gegangen sein mag. Damit hätte Hammer glaube ich nichts herausreißen können. Und Dino de Laurentis "King Kong" war wahrlich für mich eher ein skurriler Beitrag den man sich damals kein zweites mal antun musste.

Und ganz unter uns gesagt. die Bezeichnung "Nähe" ist ein sehr dehnbarer Begriff. Kommt also auch immer drauf an wie eng oder weit man ihn persönlich fasst. ;-) :lol:
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#5 Friedhelm 2019-09-15 19:49
Zitat:
Nun, irgendwann sollte ja auch mal gedreht werden und ich glaube eher kaum, das man noch einen Ersatz gesucht hätte für Quarry. Da hätte ich z.B. als Produzent (Zeit ist hier ja schließlich Geld was nicht reinkommt wenn ich ständig nur suche) lieber gleich auf den Softsexfilm gesetzt. Und beim Film nehmen Schauspieler durchaus oft Einfluss, wenn es sich für die Macher plausibel bzw. finanziell erfolgversprechend anhört. So ein Hauptdarsteller ist ja kein reiner Befehlsempfänger. Von daher liegt die Glaubwürdigkeit hierzu durchaus bei 90 Prozent.
Zitat:
Da muss ich mal etwas widersprechen. Denn hätte man keine Lust zu einem Horrorfilm gehabt, hätte man dies eher gleich gelassen und einfach einen Softsexfilm gedreht, bei dem die Handlung nur marginal wichtig gewesen wäre. Umgekehrt wird da wohl eher ein Schuh draus, was dann auch den Einfluss seitens Quarry auf den Film durchaus glaubhaft macht. Ein großer Vampir-Knaller war der Film allerdings tatsächlich nicht. Aber das waren selbst bei Hammer nur ganz wenige wirklich, und die haben mehr davon abgedreht.
Nun muss man dabei allerdings beachten, dass Robert Quarry damals - anders als Christopher Lee und Vincent Price- in diesem Genre noch keinen zukräftigen Namen hatte". So ist die Sache mit dem Einfluss also doch irgendwie "mit Vorsicht zu geniessen", da Quarry somit gar nicht in der Position war. Klar ist ein Hauptdarsteller kein reiner Befehlsempfänger - aber richtiges Gewicht hat so etwas dann doch wohl nur bei denen, die bereits anerkannte Größen sind.

Zitat:
Ach hier mal ein Widerspruch. Mit mehr Erotik durch nackte Haut (blank ziehen ist ja noch kein Sex) ging es bei Hammer nicht erst richtig in die Hose, sondern verlangsamte den Niedergang sogar etwas. Hätte man bei Hammer stur so weiter gemacht wie bisher, wäre der Absturz an den Kinokassen wohl gravierender geworden, weil Zuschauer Sturheit gelinde gesagt nicht auch noch honorieren. "Vampirella" mit Caroline Munro hätte ich mir allerdings sehr gerne angesehen, wenn es denn wegen der Rechte geklappt hätte. Die Verfilmung die später dann kam, war ja schlicht eher eine Zumutung. Mit "Die Braut des Satans" kam Hammer - was den Trend betrifft - allerdings wohl meiner Meinung nach schon zu spät. Und wer zu spät kommt, den bestraft bekanntlich das Leben. Denn den Kuchen teilten sich bereits andere auf. Und was einen "Nessi-Film" angeht, da stehe ich sogar auf dem Standpunkt, das dieser Kelch wohl nicht umsonst an uns vorbei gegangen sein mag. Damit hätte Hammer glaube ich nichts herausreißen können. Und Dino de Laurentis "King Kong" war wahrlich für mich eher ein skurriler Beitrag den man sich damals kein zweites mal antun musste.
Hammers Niedergang wurde natürlich nicht durch mehr Erotik oder nackter Haut in Gang beschleunigt. Das muss ich hier dann doch noch einräumen. Und es stimmt natürlich auch dass "Die Braut des Satans" viel zu spät kam. Ob das "Nessie-Projekt" allerdings tatsächlich ein Flop geworden wäre, bleibt aber wohl auf ewig unbeantwortet. Angeblich hatte Hammerfilms sogar bereits Kontakt, mit japanischen FX-Eperten aus den Toho-Studios, die "kostengünstig" ein beachtliches Loch Ness-Monster auf die Beine bringen wollten. Ich könnte mir also sehr gut vorstellen, dass Hammers Untergang damit sehr wohl nochmal ein paar Jahre aufgehalten worden wäre. Übrigens: der Laurentiis-Kong war zwar ein Flop, aber damals (jetzt wird man mich garantieren auslachen..) fand ich den gar nicht sooo schlecht. Der Fehler lag wohl unter anderem in der Werbung für den angeblich voll funktionstüchtigen Robo-Kong - der dann doch nur ein paar Sekunden Screentime hatte und so gut wie gar nicht funktionsfähig war.

Aber, wie immer ist das alles mal wieder Ansichtssache.Und vieles kann man eben nur mutmaßen - wie eben Robert Quarrys Einflussnahme. 49 Jahre später wird das wohl niemand mehr wirklich beantworten können.

Hauptsache wir haben unseren Spass....
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#6 Andreas Decker 2019-09-16 11:00
Ich fand den immer schwer öde. Und Teil 2 erst recht. Das ist mittleres Fernsehniveau, 70er Jahre Stil.
Selbst so ein absolutes B-Movie wie Die Gruft des Grauens von 72 hat bessere und auch härtere Vampiraction.

@Friedhelm
Braut des Satans kam nicht zu spät für Hammer. Das wäre zu jeder Zeit ein lausiger Film gewesen. Das Studio hat seit Mitte der 70er keinen guten Film mehr gemacht, sondern sich selbst nur noch unfreiwillig parodiert. Der letzte gute Hammer-Film war Circus der Vampire von 71', danach war es größtenteils Krampf. Der Exzorizist hat das Genre genauso nachhaltig verändert wie Star Wars den SF-Film. Dagegen kam Hammer kreativ nicht mehr an.
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#7 Friedhelm 2019-09-16 13:33
@Andreas Decker: da hast du natürlich recht. "Die Braut des Satans" war wirklich kein Bringer. Den hätte Hammer dann besser auch gar nicht erst produziert. Vorallem wurden da Schauspieler wie Richard Widmark und Christopher Lee einfach mal unter Wert verschlissen. Wobei ich mich bis heute frage, wie man ausgerechnet auf Widmark kam,der ja wohl in diesem Genre gar nicht "zuhause war". Absoluter Tiefpunkt war außerdem die Kinski-Tochter. Klausis Nastasja hatte zumindest damals null Ausstrahlung und Talent. Das dicke Lob für ihre Rolle im Tatort "Reifezeugnis" kann ich bis heute nicht nachvolliehen. wurde Zu spät kam "Die Braut.." aber dann irgendwie doch, weil das Thema (Exorzist oder Omen-Movies) auch am abflauen war. Und ja, "Der Exorzist" hat das Genre ebenso verändert wie "Star Wars". Obgleich der "Teufelsaustreiberfilm" ja doch Elemente des klassischen Vampirfilms nutzte. Da sind unerklärliche Vorkommnisse und "krankhafte" Veränderungen der bedauernswerten Protagonistin (bei Hammer die Opfer des Vampirs..) ausgelöst durch das Böse/Pazuzu (bei Hammer eben der Vampir) - und das wackere Einschreiten des Pfarrers (bei Hammer der Vampirjäger). Das Böse scheut die Kirche und das Weihwasser (bei Hammer das Kreuz..ect..)
Das mag natürlich ein ungewollter Faktor gewesen sein - fällt aber schon auf.

Und es ist halt die berühmte Tatsache, dass Hammers Stil einfach überholt war - klassischer Grusel mit seinen nebelumhangenen Schlössern und gräflichen Rafzähnen wurde einfach von einem neuen Horrortypus überholt.

Und ganz ehrlich, ich finde das heute noch schade. Leider bin ich damit wahrscheinlich mal wieder alleine - unblehrbarer Nostalgiker eben..
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#8 Laurin 2019-09-16 18:41
@ Friedhelm:
O.K., so ganz grob gesehen nutzen die "Teufelsaustreiberfilme" ähnliche Muster wie die Vampirfilme. Aber ehrlich gesagt fällt mir beim Film DER EXORZIST nie ein Vampirfilm ein. ;-)
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#9 Friedhelm 2019-09-16 18:50
Zitat:
O.K., so ganz grob gesehen nutzen die "Teufelsaustreiberfilme" ähnliche Muster wie die Vampirfilme
Eben, das meinte ich ja. Ich wollte damit ja auch nicht unbedingt behaupten, dass, z.B., "Der Exorzist" quasi ein Vampirfilm ist. Obwohl klassischer Grusel eigentlich out war, kann man hier -ob nun Absicht oder nicht- eben immer noch etwas davon entdecken. Wer sich den Streifen einmal "richtig anschaut", dem fällt das auch auf..

Selbstverständlich kann ich mich auch irren - und letztendlich ist das ja auch nur meine Sichtweise.. :-*
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