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TV-Gruselserie für Geduldige - »Channel Zero: Candle Cove«

Channel Zero: Candle CoveTV-Gruselserie für Geduldige
»Channel Zero: Candle Cove«

Nach 28 Jahren kehrt der Kinderpsychologe Mike Painter in seinen Heimatort Iron Hill zurück. 1988, als sie noch Kinder waren, verschwand damals auf seltsame Weise sein Zwillingsbruder. Aber auch einige andere Kinder fanden damals auf recht seltsame Weise einen gewaltsamen Tod. Mike ist sich hierbei absolut sicher, dass es einen Zusammenhang zwischen den grauenvollen Vorgängen und einer grotesken Kindersendung aus den 80er Jahren gibt.

Channel Zero: Candle CoveNur die Leiche seines Zwillingsbruders wurde damals nie gefunden.

Nun will Mike endlich wissen, was damals wirklich vorgefallen ist und schon bald stößt er bei seinen Nachforschungen auf einen Hinweis, der ihn hierbei weiter bringen könnte.

Denn kaum ist er zurück in Iron Hill, wird auch die eher verstörende Kindersendung wieder im Fernsehen ausgestrahlt. Die Grenzen zwischen Wahnsinn und Wirklichkeit beginnen hierbei zu zerfließen und bald verschwinden erneut Kinder.

Als Katie hierbei ihren Bruder Mike fasst erstochen hätte, ist deren Mutter Marla endlich bereit, ihrem Sohn zu glauben und will ihn sogar bei den weiteren Nachforschungen über die ominöse Kindersendung "Candle Cove" helfen. Doch als sie hierzu den zuständigen Fernsehsender aufsuchen, weiß man dort nichts von  entsprechenden Aufzeichnungen einer Serie mit diesem Titel.

Trotzdem will Mike nun Tim, Gary und Daphne davon überzeugen, das auf eine seltsame Weise die Kindersendung hinter den Morden  steckt, die scheinbar nur die Kinder sehen können. Doch seine ehemaligen Freunde aus Kindertagen trauen Mike nicht mehr über den Weg. Vielmehr halten sie nun ihn sogar für den scheinbar gestörten Täter. Deshalb entführen sie Mike und sind sogar gewillt, notfalls mittels Folter von ihm ein Geständnis zu erzwingen. Aber auch Marla, Jessica und Amy ahnen schlimmes und machen sich ihrerseits auf die Suche nach dem plötzlich verschwundenen Mike. So gelingt es ihnen auch im letzten Augenblick, Gary daran zu hindern, an Mike Selbstjustiz zu üben.

Zwar kann so das schlimmste verhindert werden, doch die Ereignisse überschlagen sich erneut, als Lily, die kleine Tocher von Mike plötzlich bei ihrer Großmutter Marla auftaucht. Da sich Mike nun natürlich große Sorgen um seine kleine Tochter macht, setzt er mit Hilfe von Jessica nun alles daran, Lily vor dem Einfluss der verstörenden Kinderserie "Candle Cove" zu schützen.

Channel Zero: Candle CoveDie erste Staffel einer Anthologie-Serie CHANNEL ZERO:
Wie das bei Anthologie-Serie so ist, wird über mehrere Episoden hier eine Geschichte erzählt und auch in der Staffel selbst zu einem Abschluss gebracht. Dies kennt man ja eigentlich schon, denn AMERICAN HORROR STORY (AHS) verfährt schließlich nach dem gleichen Muster und dürfte damit für CHANNEL ZERO quasi auch als Vorlage in diesem Punkt gedient haben. Doch es gibt einen gewaltigen Unterschied zwischen CHANNEL ZERO und AHS. Und der liegt zuerst einmal in dem gefühlt sehr langsamen Erzähltempo.

Hier aber vorher die jeweiligen Titel der sechs Episoden:

  • Episode 1. - Alptraum oder Leben (You Have To Go Inside)
  • Episode 2. - Das Geständnis (I'll Hold Your Hand)
  • Episode 3. - Selbstjustiz (Want To See Something Cool?)
  • Episode 4. - Geh über die Planke (A Strange Vessel)
  • Episode 5. - Der Ehrengast (Guest Of Honor)
  • Episode 6. - Auf ewig verbunden (Welcome Home)

Mit der Erzählweise im Schneckentempo sollte man also schon einmal keine Probleme haben, wenn man sich auf die erste Staffel mit dem Titel CANDLE COVE einlässt. Doch auch sonst macht es diese Staffel es dem Horror-Fan nicht gerade einfach. Denn wenn man z.B. nach der ersten von insgesamt  sechs Episoden der Staffel schon mal annähernd verstehen wöllte, worum es nun wirklich geht und was so dahinter steckt, der dürfte nach den zumindest ersten drei Episoden  immer noch vor Verzweiflung an den Nägeln kauen. Aber zumindest gibt es dann irgendwann innerhalb der Staffel mal Rückblenden, die den Zuschauer langsam verstehen lassen, was damals bei den Zwillingsbrüdern Mike und Eddie überhaupt abgelaufen ist. Die umfassende Auflösung allerdings gibt es erst am Ende, wie es sich ja eigentlich auch gehört. Nur im Vorfeld ernährt sich das Eichhörnchen - sprich der Zuschauer - in Sachen Hintergrundinformationen wie gesagt eher mühsam.

Channel Zero: Candle CoveDabei werden immer mal wieder Szenen der Kindersendung "Candle Cove" gezeigt. Hierbei handelt es sich um eher recht groteske Szenen eines billig wirkenden Puppenspiel, bei dem man sich als Zuschauer mit der Zeit eventuell irgendwie verarscht oder wie bei der Ausstrahlung einer Folge aus der Augsburger Puppenkiste unter leichten Drogen vorkommt. Oder war das Budget der ersten Staffel so klein, das man hier eine Art Vorschulsendung für den Kindergarten zu einem gruseligen Element aufziehen musste. Leider muss man aber auch kritisieren, das die Darstellerinnen und Darsteller mitunter fasst etwas lustlos ihre jeweiligen Rollen  durchziehen. Man liefert halt für die jeweilige Gage einen soliden Job ab, allerdings auch wirklich nicht viel mehr.

Wer also mit Vorfreude und einigen innovativen Erwartungen an diese Gruselserie herangeht, in der Kinder den gruseligen Moment in mörderischer Manier unterfüttern sollen, der wird hier eigentlich mit einer eher recht speziellen Art des Horror abgefertigt, welche sich schon etwas mehr als nur gewöhnungsbedürftig präsentiert. So hat man zwar bereits bei der ersten Episode irgendwo das Gefühl, dass hier irgendetwas ganz und garnicht stimmt. Doch das reicht leider nicht einmal im Ansatz für eine beginnende Gänsehaut. Und man fragt sich als Zuschauer hier auch mehr als einmal, was denn nun bei dem gezeigten gerade real ist und was eventuell dem Hirn eines kranken Charakters entsprungen sein könnte.

Überhaupt bleibt von der ersten Staffel eigentlich beim Zuschauer nicht viel hängen, auch wenn sie dann ab der dritten Episode etwas an Fahrt aufnimmt. So bleibt unter dem Strich nur festzustellen, das weder die Schauspieler noch im Minimalfall der Soundtrack einige gewisse Höhen liefern könnten, die das Drehbuch schlicht nicht hergibt. Aber auch visuell sollte man hier nicht wirklich nach Höhenflügen Ausschau halten.

Channel Zero: Candle CoveMein kritischer Blickwinkel:
CHANNEL ZERO: CANDLE COVE kommt als erste Staffel mit insgesamt zwei DVDs und einer Altersfreigabe ab 16 Jahren daher. Allerdings sollte man wohl keine Panik bekommen, wenn Kinder unter 16 Jahren plötzlich auch auf dem Sofa vor dem Fernseher sitzen. Denn schon zu Beginn entwickelt die Handlung selbst für kleinere Kinder ein Flair ähnlich einer Schlaftablette. Man muss sie halt nur noch vom Sofa wieder aufsammeln und ohne zu wecken ins Bett transportieren.

Horror oder gar nur eine gekonnte Gruselstimmung will so kaum wirklich mal aufkommen. Und auch das Finale reißt da kaum etwas noch als geistiges Leckerchen für den Zuschauer heraus, sofern man als Betroffener nicht schon vorher anfängt, genervt mit der Fernbedienung zu drohen.

Von meinem Standpunkt aus betrachtet, sollte man die erste Staffel der Anthologie-Serie allerdings schon bis zum Ende verfolgen. Zum einen deshalb, weil man dann zumindest weiß, wie die roten Fäden hier nun zusammenlaufen, und weil man später sonst bei einem erneuten Anlauf eh wieder mit der ersten Episode anfangen muss, weil man schlicht das Gesehene auch recht schnell wieder verdrängt haben dürfte.

Mir liegt zwar auch die zweite Staffel vor mit dem Titel CHANNEL ZERO: NO-END HOUSE, wo es nun vier Freunde in eine Villa treibt, in der unheilvolle Dinge vor sich gehen und sie dann gemeinsam versuchen, wieder einen Ausweg aus diesem Höllenhaus zu finden. Doch hierzu brauche ich erst einmal etwas Zeit, um mir diese zweite Staffel wieder mit etwas Hoffnung anzusehen, denn die erste Staffel entwickelte bei mir so ziemlich alles, nur eben keine Neugierde hinsichtlich einer weiteren Staffel der Anthologie-Serie.

Um es also kurz zu machen, kann ich der ersten Staffel von CHANNEL ZERO mit dem Titel CANDLE COVE gerade mal mit viel gutem Willen nur zwei von insgesamt fünf Punkte als Bewertung zugestehen. Eine stetige bedrückende Atmosphäre macht eben noch keine gruselige Stimmung, wenn sich die Handlung ähnlich rasant bewegt, wie eine Schnecke in der Wüste. Aber vielleicht habe ich ja Glück und man nimmt in der zweiten Staffel mal den Bleifuß von der Bremse und überrascht mich dann sogar positiv (die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt). Eine Empfehlung, sich CHANNEL ZERO: CANDLE COVE unbedingt anzusehen, verkneife ich mir an dieser Stelle allerdings mal.

Channel Zero: Candle CoveChannel Zero: Candle Cove
(Serie: Staffel 1)
mit Paul Schneider, Luisa D'Oliveira, Natalie Brown, Fiona Shaw, Luca Villacis, Shaun Benson, Abigail Pniowsky, Marina Stephenson Kerr u.a.
Regie: Craig William MacNeill
Drehbuch: Nick Antosca, Harley Payton, Kris Straub u.a.
Produktion: Nick Antosca, Jan Peter Mayboom, Ellen Rutter u.a.
Musik: Jeff Russo
Genre: Horror/Mystery
Staffel-Box: 2 DVD/6 Episoden
Laufzeit: 264 Minuten
DVD/FSK: 16 Jahre
Vertrieb: Universal Pictures Germany GmbH
DVD Erscheinungsjahr: Juni 2018/Staffel 1.
Erstaustrahlung/Sender: 11. Oktober 2016/SyFy U.S.
Deutsche Erstausstrahlung/Sender: 15. Januar 2018/TNT
USA 2016

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