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Vom Comic zum Film - »Dylan Dog: Kein Puls? Kein Problem!«

Dylan Dog: Dead of NightVom Comic zum Film
»Dylan Dog: Kein Puls? Kein Problem!«

Dylan Dog ist eigentlich ein Privatdetektiv, der sich verstärkt mit übernatürlichen Dingen herumschlagen muss. Schließlich sollen Werwölfe, Zombies, Vampire und andere Kreaturen sich in der Welt der Menschen gesittet benehmen, wenn sie sich hier schon aufhalten. Doch mittlerweile kümmert sich Dylan nur noch um die Probleme der normalen Menschen und macht um übernatürliche Fälle einen großen Bogen.

Dylan Dog: Dead of NightDenn seine damalige große Liebe fand durch den Clan der Vampire einen grausamen Tod.

Mit seinem Freund Marcus, der eigentlich endlich auch mal gerne sein Partner werden würde, eilt Dylan zu einem weiteren Job, der ihm eventuell eine Menge Geld einbringen könnte. Schließlich handelt es sich hier um Mord.

Und so trifft er auf die hübsche Elizabeth, die ihn beauftragen will, den Mörder ihres Vaters ausfindig zu machen. Doch als Dylan mitbekommt, das der Mörder eine Kreatur der Nacht war, bricht er jede weitere Verhandlung ab. Denn damit will er nichts mehr zu tun haben. Die Sache wendet sich jedoch recht schnell, als nun Marcus bei einem Anschlag in Dylans Büro ums Leben kommt. Hier scheint der Mörder jedoch eher ein ziemlich großer und sehr gefährlicher Zombie gewesen zu sein. Dylan ist nun gezwungen die Sache aufzuklären, wenn es nicht zu einem blutigen Krieg der Kreaturen in New Oleans kommen soll, der viele unschuldige menschliche Opfer nach sich ziehen würde.

Als Dylan daraufhin also den Job von Elizabeth doch noch annimmt, erfährt er, das es sich wohl um ein mystisches Artefakt handeln muss, weshalb die Morde passieren. Denn genau dieses fehlt nun scheinbar in der Sammlung von Elizabeths Vater. Und bei der Spurensuche findet Dylan heraus, das die Tochter des Clanchef der Werwölfe, Cysnos, am Tatort gewesen sein muss. Doch war sie wirklich die Mörderin? Denn schon nach kurzem wird auch Gabriel Cysnos Tochter getötet und auch der erste Verdächtige, ihr eigener Freund, ein Vampir, wird recht bald durch den großen Zombie getötet, den auch Dylan bei einem Kampf nicht wirklich unter Kontrolle bringen kann.

"Ich bin ein ehrlicher Geschäftsmann, ich verkaufe kein Gammelfleisch."

(Filmzitat: Ein Zombie, der Ersatzteile von Leichen verkauft)

Bei seiner weiteren Suche, bei der auch Marcus wieder dabei ist, da er infiziert eben auch als Zombie zurückkehrt, legt Dylan ein weiteres besonderes Augenmerk auf Vargas, dem Clanchef der Vampire. Die haben nämlich eine neue Geldquelle in ihrem Club, in dem auch viele Menschen verkehren aufgetan, indem sie ihr eigenes Vampirblut als Droge vermarkten. So ganz nebenbei muss man auch noch ein Ersatzteil von einer menschlichen Leiche besorgen, denn Marcus hatte, als er von dem Monster-Zombie getötet wurde, einen Arm verloren. Aber auch sonst hat Marcus so seine Schwierigkeiten, denn er möchte sich zukünftig nur sehr ungern von Würmern und Maden ernähren, geschweige denn von Menschenfleisch.

Dylan Dog: Dead of NightBald findet man aber auch heraus, das es sich bei dem Artefakt um das "Herz von Belial" handelt. In diesem befindet sich das Blut des mächtigen Dämonen Belial und bei richtiger Anwendung gelingt es hiermit, die völlige Kontrolle eben über diesen Dämon zu erlangen. Doch um Belial in die menschliche Welt zu holen, muss man einen Untoten mit dessen Blut infizieren. Da auch der Clanchef der Werwölfe, Cysnos, bei einem weiteren Anschlag scheinbar getötet wurde, konzentriert sich Dylan nun auf Vargas und die Suche nach dem Artefakt. Letztere findet er auch recht bald und entwendet es den Klauen eines "Schläfers", also einem uralten Vampir, der geschützt an einem geheimen Ort sich im todesähnlichen Tiefschlaf befindet.

Doch dabei rechnen weder Dylan noch Marcus damit, das Vargas und sein Gefolge von Vampiren bereits in einem Hinterhalt lauern und so das Artefakt in ihre Hände bekommen wollen. Auch Elizabeth befindet sich nun in der Gewalt von Vargas, der mit ihr noch ganz besondere Pläne verfolgt um Dylan zu demütigen, während er diesen und Marcus lebendig in einer alten Gruft einschließt, wo Dylan einen langsamen und qualvollen Tod sterben soll. Doch da die Gruft keinen Boden aus Beton besitzt, liegt es nun an Marcus, die Befreiung einzuleiten. Schließlich sind Zombies besonders darin geübt, sich aus modrigen Gräbern wieder auszugraben. Zwar gefällt Marcus auch das nicht, aber was will man schließlich sonst tun, wenn die Polizei einen am Handy eher für verrückt erklärt, statt helfend einzugreifen.

"Oh mein Gott, was hast du getan. Ich sehe aus wie eine tote Nutte."

(Filmzitat: Marcus zu Elizabeth, nachdem sie ihn etwas lebendiger schminken wollte)

Vargas setzt nun alles daran, den Dämon Belial in diese Welt zu holen, weshalb er aus Rache an Dylan Dog Elizabeth vorher in einen Vampir verwandeln will, um sie mit dem Artefakt und dem darin befindlichen Blut zu infizieren. Die Kontrolle über Belial, in den sich Elizabeth dann verwandeln soll, würde ihm unbeschränkte Macht sichern. Doch sein Plan scheint zu scheitern, denn auch Elizabeth ist nicht die, für die sie sich bisher ausgegeben hat. Sie, wie auch ihr verstorbener Vater, sind nämlich Monsterjäger die alles daran setzen um jede Kreaturen der Finsternis zu vernichten. Aus diesem Grund hatte sie sich daher auch an Dylan gewandt und Marcus durch den Monster-Zombie töten lassen, den sie ihrerseits kontrollierte. Ihr Ziel ist es, selbst an das "Herz von Belial" zu gelangen, um so selbst völlige Kontrolle über den Dämon zu bekommen und diesen zur Vernichtung aller Vampire, Werwölfe und Zombies einsetzen zu können.

So kommt es zum unerwarteten Zweikampf zwischen Elizabeth und Vargas, wobei es ihr auch gelingt, ihn gewaltsam mit dem Blut aus dem Artefakt zu infizieren. Als Dylan Dog und Marcus eintreffen, ist es daher schon zu spät, denn Vargas verwandelt sich Schritt um Schritt immer mehr in den Dämon Belial, der jedoch nicht daran denkt, sich von einer Sterblichen kontrollieren zu lassen. Dylan nimmt zwar den ungleichen Kampf gegen Belial auf, den er aber unmöglich gewinnen kann, während Elizabeth zu fliehen versucht. Doch auf diesen Moment hat nur Wolfgang, der Sohn von Gabriel Cysnos und dessen Clan der Werwölfe gewartet, die ebenfalls versteckt auf ihre Chance gewartet hatten. Elizabeth läuft bei ihrer Flucht nämlich den Werwölfen direkt in die Falle, worauf diese sie angreifen und töten. Mit dem Tod von Elizabeth verliert nun jedoch auch der Dämon Belial wieder seine Macht, da nun sein Blut zurück in das Artefakt strömt und Dylan am Ende vor dem damit getöteten Vargas steht.

"Wir stammen von einer langen und ehrwürdigen Linie von Feiglingen ab."

(Filmzitat: Aussage eines anderen Zombies gegenüber Marcus)

Dylan Dog bedankt sich am Ende beim Wolfgang Cysnos für das eingreifen seitens der Werwölfe und spricht ihm nachträglich sein Beileid für den Tod seines Vaters Gabriel aus, wobei dieser lächelt und Dylan mitteilt, das man seinen Vater, den Clanchef der Werwölfe nicht so vorschnell abschreiben solle.

Dylan Dog: Dead of NightWoran erinnert mich das alles eigentlich?
DYLAN DOG, wie sollte es heute auch anders sein, ist erst einmal die Serienfigur eines italienischen Comics mit gleichem Titel, welches auch auf dem deutschen Comic-Markt vom Verlag Edition Schwarzer Klecks herausgegeben wurde. Zu meiner Schande muss ich allerdings gestehen, das ich zwar wusste, das es diese Comics gibt, aber bis zum heutigen Tag nie in den Fingern gehalten, geschweige denn gelesen habe.

Die Comic-Originalserie erschien zuerst in Italien, wo sie von Tiziano Sclavi im Jahre 1986 für den Verlag Sergio Bonelli Editore (international eher als Bonelli Comics bekannt) entwickelt wurde. Dabei liefen die jeweiligen Geschichten zumeist immer nach einem gleichen Schema ab und waren bis auf das colorierte Cover ansonsten in schlichtem Schwarz-Weiß gehalten.

2001 kam diese Comicserie zuerst in Deutschland beim Carlsen Verlag unter, wurde dann aber mit Band 20 wieder eingestellt. Der Verlag Edition Schwarzer Klecks führte danach die Comics weiter, wobei die Veröffentlichung recht unregelmäßig erfolgte. 2011 gab man aber auch hier bekannt, das die Reihe wegen der schwachen Verkaufszahlen wieder eingestellt wird. In beiden Fällen wurde die Serie aber auch nie in der Originalreihenfolge veröffentlicht. Erst ab Ende 2014 sollte sich nun der Libellus Verlag in München der Serie DYLAN DOG angenommen haben, der diese Comics nun vollständig coloriert und in der Originalreihenfolge als Hardcover mit jeweils drei Geschichten pro Band in wohl kleiner Auflage herausbringt. Über Amazon usw. kommt man allerdings auch noch recht gut an die Bände aus dem Verlag Edition Schwarzer Klecks heran.

Dylan Dog: Dead of NightIm Film wie in den Comics fährt Dylan dabei einen alten VW Käfer, will in den Comics allerdings nie wirklich zuerst an etwas Übernatürliches glauben, was sich am Ende dann aber doch immer wieder bestätigt und löst seine Fälle in London, wo er früher Polizist bei Scotland Yard war, bevor er sich als Privatdetektiv selbstständig machte. Im Film wird der Handlungsort indessen nach New Oleans in die USA verlegt. Sein Partner hört im Comic auf den hübschen Namen Groucho und sieht bis hin zum Schnatzbart als direkter Imitator des Komikers auch so aus wie Groucho Marx. Letzteres führte bei der Veröffentlichung der Comics in den USA (Dark Horse Comics) allerdings zu einem Rechtsstreit, weshalb man hier Groucho nachträglich nicht nur den Schnautzbart in den einzelnen Bildern wegretuschieren musste, sondern ihm auch gleich den neuen Namen Felix verpasste. Sinniger Weise wurde hierbei in dem US-Film DYLAN DOG: DEAD OF NIGHT dessen Partner kurzerhand in Marcus umgetauft und zeigt auch sonst keinerlei Ähnlichkeiten zur italienischen Comic-Originalfigur Groucho.

Doch hier beginnen bereits diese seltsamen Ähnlichkeiten zur US-Comicfigur JOHN CONSTANTINE (DC), der ja magisch begabt seine Seele dem Teufel verkaufte und sich so auch mit so manchen Dämonen, Hexern und Kreaturen der Nacht herumschlagen muss. Denn in den Comics zumindest (was im Film aber nicht thematisiert wird), ist DYLAN DOG ein trockener Alkoholiker, während CONSTANTINE als Kettenraucher bekannt wurde. Eine ungesunde Sucht folgt also hier beiden Helden auf dem Fuß. Doch wenn man die jeweiligen Comics mal beiseite legt, dann gibt es auch innerhalb der jeweiligen Realverfilmungen so einige recht interessante Parallelen.

Dylan Dog: Dead of NightSind Dylan Dog und Constantine etwa filmische Zwillinge:
Bleiben wir mal bei den jeweiligen Partnern der Helden. Bei DYLAN DOG, gespielt von Brandon Routh (SUPERMAN RETURNS/2006) und CONSTANTINE gespielt von Keanu Reeves (IM AUFTRAG DES TEUFELS/1997 oder MATRIX/1999) gibt es jeweils einen - sagen wir mal - Mitläufer, der unbedingt zum gleichberechtigten Partner werden möchte. In dem Film CONSTANTINE wird diese Figur des jungen Taxifahrer Chas verkörpert durch den Schauspieler Shia La Beauf und bei DYLAN DOG als junger Freund Marcus dann von Schauspieler Sam Huntington. Gerade aber das inhaltliche Grundmuster von Chas wie von Marcus könnte hierbei glatt aus dem selben Drehbuch stammen.

Dann wären da noch der Clanchef der Werwölfe bei DYLAN DOG und Luzifer persönlich bei CONSTANTINE. Zwar weicht hier natürlich die inhaltliche Darstellung zwischen den jeweiligen Figuren etwas ab, doch kann man nun hier in beiden Rollen den markanten Schauspieler Peter Stormare bewundern, der der jeweiligen finsteren Schattenseite der Figuren immer eine ganz besondere Note zuteil werden lässt. Peter Stormare kennt man auch aus Filmen wie 8MM - ACHT MILLIMETER/1999 oder aus HÄNSEL UND GRETEL: HEXENJÄGER/2013. Wirklich beeindruckend war aber auch seine Rolle als SA-Führer Ernst Röhm in der Fernsehverfilmung HITLER - AUFSTIEG DES BÖSEN aus dem Jahre 2003.

Überhaupt, wenn man sowohl den Film CONSTANTINE als auch DYLAN DOG kennt, stechen einem immer mal wieder so einige durchaus markante Parallelen ins Auge, die sich nicht wirklich von der Hand weisen lassen. Das man hier aber eventuell in einigen Punkten beim anderen abgekupfert haben könnte, würde ich nun trotzdem nicht unterstellen wollen. In dem Punkt würde ich eher dem Zufall zurechnen, denn an anderen Punkten unterscheiden sich die Filme DYLAN DOG (2010) und der fünf Jahre ältere Film CONSTANTINE (2005) doch wiederum erheblich. So wirken die jeweiligen Kreaturen in DYLAN DOG eher von der Optik her dem klassischen Bild früherer Gruselfilme angelehnt, während man bei CONSTANTINE eher auf die christlich geprägten Hauptelemente wie Höllendämonen und Engel zurückgreift.  Ein weiterer Punkt ist hier der Anspruch der gebotenen Handlung. Der Film DYLAN DOG nimmt sich hier nicht wirklich so ernst und so bekommt man hier auch einen Film geboten, der mit einer Menge schwarzem Humor durchsetzt ist, was jedoch bei der ersten Sichtung durchaus positiv zündet. Bei CONSTANTINE ist, wenn überhaupt, der Humor nur recht marginal vorhanden, da die Handlung hier durchaus gewollt doch wesentlich stärker auf bildliche wie sprachliche Härte setzt.

Und genau was den Humor bei DYLAN DOG oder die härtere Gangart bei CONSTANTINE angeht, musste ich mir erst einmal wirklich die Augen reiben, was wiederum an der Altersfreigabe (Freiwillige Selbstkontrolle/FSK) beider Filme liegt. So erstand ich den Film CONSTANTINE schon vor einigen Jahren als DVD, wobei diese gleich mit einer Freigabe ab 16 Jahren in den Handel kam. Bei DYLAN DOG, dessen BD ich allerdings erst vor wenigen Monaten in mein Archiv aufgenommen hatte, drehte die FSK wohl offensichtlich am Rad, denn die Blu-ray (wie auch die DVD) hatte man doch glatt eine Freigabe ab 18 Jahre verpasst. Nun muss ich sagen, das ich schon bei der ersten Sichtung von DYLAN DOG wirklich nichts gefunden hatte, was diese höhere Alterseinstufung rechtfertigen würde, es sei denn, unsere oberen Sitten- und Moralwächter der Medien wollen unsere Jugend vor einem erhöhten Aufkommen von Humor schützen. Also ihr Kinder und Jugendlichen, hier in Deutschland geht man zum Lachen wieder in den Keller ... Basta!

Wirklich rund läuft hier die Altersfreigabe allerdings nun auch nicht, oder man hat nachhaltig die Alterseinstufung wieder gesenkt. Denn von Samstag den 27. auf Sonntag den 28. Juli 2019 brachte der Sender ProSieben den Film DYLAN DOG zur eben recht späten Stunde im Fernsehen, wobei im Vorfeld darauf hingewiesen wurde, das dieser Film für Jugendliche unter 16 Jahren nicht geeignet sei.

In der Regel schaue ich mir (da ja vorhanden), wenn ich denn den betreffenden Film sehen will, lieber gleich die jeweilige BD oder DVD an, weil ich so sinnfreien Werbeunterbrechungen wie zu diversen Glücksspielen und Versicherungen und einer Sex-Dauerwerbung für Notgeile locker ausweichen kann. Da ich aber durch die Bullenhitze der letzten Tage (bis eben über 40 Grad) und die an diesem Abend durch etwas Regen aufkommende stickige Schwüle, eh wegen massiver Kreislaufprobleme weder im Bett oder auf dem Sofa vor mich hin vegetierte, blieb ich eben im Programmverlauf von ProSieben hängen. Es hatte mich nämlich auch neugierig gemacht, was bei der Ausstrahlung des Films fehlen würde, um von einer Altersfreigabe von 18 nun plötzlich auf 16 Jahre zu kommen.  Und ehrlich gesagt, sind mir hier auch keine Schnitte gegenüber der FSK-18er-Version auf BD aufgefallen. Wie man also die BD-Version mit einer Altersfreigabe ab 18 Jahre überhaupt belegen konnte, dürfte wohl eines der unergründlichen Mysterien sein, wie etwa das Bermuda Dreieck oder Stonehange in der Nähe von Amesbury in England. Oder sollte da etwa der Filmvertrieb STUDIOCANAL seine Finger strategisch im Spiel gehabt haben, um den Film DYLAN DOG: DEAD OF NIGHT für die Käufer interessanter zu machen? Nun, die Antwort oder auch Wahrheit darauf liegt wohl irgendwo da draußen in der Finsternis des unergründlichen Universums.

Dylan Dog: Dead of NightMeine Filmkritik:
Machen wir es hier ganz einfach mal kurz, denn für Freunde des härteren filmischen Horrors ist der Film DYLAN DOG: DEAD OF NIGHT nicht wirklich die richtige Adresse. Wer aber mit einer gewiss nicht schlechten Spannungkurve, einigen nostalgisch anmutenden Kreaturen des Genre und einer jeweils gut platzierten Ladung Humor etwas anfangen kann, der sollte hier durchaus mal das eine oder andere Auge drauf werfen. Aber bitte nicht zu weit werfen, sonst findet ihr das Auge hinterher nicht mehr wieder.

Brandon Routh hat mir hier als DYLAN DOG sogar wesentlich besser gefallen als in seiner Rolle des stählernen Überhelden in SUPERMAN  RETURNS, in dem er eher wie ein Klon von Christopher Reeve wirkte, der ab 1978 in insgesamt vier Filmen den Mann von Krypton verkörperte, aber damit auch nicht wirklich bei mir viele Punkte sammeln konnte. Aber auch die anderen Rollen waren als Beispiel mit Sam Huntington, Anita Briem, Taye Diggs, Peter Stormare oder Kurt Angle durchweg recht gut besetzt. Mitunter, wenn man sich ihr Schauspiel so betrachtet, scheint ihnen der Film und die jeweiligen Rollen sogar sichtlich Spaß gemacht zu haben.

Und mal ehrlich, auf solche bizarren Ideen, wie Hambuger bratende Zombies, wie auch eine Selbsthilfegruppe für neue Zombies, die mit ihrer Situation als Untote noch nicht so wirklich warm werden können, muss man auch erst einmal kommen. Das ganze lockert dann den Film auch sichtlich auf und macht beim zusehen durchaus Sapß.  Aber auch die jeweiligen Dialoge können da durchaus schon mal die Gesichtsmuskulatur in Richtung Grinsebacke positiv verändern. Die Mischung stimmt jedenfalls, ebenso wie sich Spannung und Humor durchaus die Waage halten können, so das der Film daher auch nicht Gefahr läuft, in pubertäre Albernheiten abzudriften, wie man dies leider von diversen anderen US-Gruselkomödien her kennt.

Rundum kann ich hier also durchaus vier von möglichen fünf  Körperteilen als Höchstbewertung vergeben. Der eine Punkt Abzug resultiert aus meiner rein persönlichen Überzeugung, das man in Sachen Tricktechnik und Maske noch locker an manchen Stellen einen Zacken hätte mehr drauflegen können. Nur lasst euch wie gesagt bei der BD (oder DVD) nicht von der Altersfreigabe veralbern, denn niemand kann hier genau sagen, was die betreffenden Verantwortlichen (Schuldige bitte Hand heben) gerade übles geraucht haben. In diesem Sinne kauft also keine Drogen, sondern verlegt eure berufliche Entwicklung an die betreffend richtigen Stellen, da bekommt ihr das Gras wohl auch gleich umsonst.

Dylan Dog: Dead of NightDylan Dog
(Dylan Dog: Dead of Night)
mit Brandon Routh, Anita Briem, Sam Huntington, Peter Stormare, Taye Diggs, Kurt Angle, Michael Cotter, Laura Spencer, Dan Braverman, Marco St. John, Courtney James Clark, Randal Reeder, Tiffany Reiff, Shannon Hand u.a.
Regie: Kevin Munroe
Drehbuch: Thomas Dean Donnelly, Joshua Oppenheimer
Produktion: Scott Mitchell Rosenberg, Gilbert Adler
Musik: Klaus Badelt
Genre: Horrorkomödie
Laufzeit: 108 Minuten (BD)
DVD/FSK: 18 Jahre
Extras: Featurette, Making of, Wendecover, Trailer
Vertrieb: Studiocanal
USA 2010

Kommentare  

#1 Friedhelm 2019-07-29 00:51
Kurz vor der Bettruhe mal reingeschaut - zunächst erstmal dieses:

Zitat:
Brandon Routh hat mir hier als DYLAN DOG sogar wesentlich besser gefallen als in seiner Rolle des stählernen Überhelden in SUPERMAN RETURNS, in dem er eher wie ein Klon von Christopher Reeve wirkte,
Naja, "Superman Returns" wollte man ja als Fortsetzung zum Reeve-Film "Superman II" verkaufen - und da machte dieser "Christopher Reeve-Looke alike-Effekt schon irgendwie Sinn. Wirklich übel fand ich dann eher, die farblose Kate Bosworth als Lois Lane - aber die Frau ist in jedem Film eine glatte Fehlbesetzung.

Und was nun "Dylan Dog" angeht - da bin ich bei der Sichtung zwischendurch glatt eingeschlafen. Ich weisse jetzt allerdings nicht, woran es denn lag. Entweder hat mich dieser Film einfach gelangweilt, oder vielleicht sollte man um 2:00 Nachts einfach keine Filme gucken.

Wenn ich jetzt deine Kritik hier lese, bin ich glatt versucht, mir das Ding nochmal auszuleihen..
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#2 Laurin 2019-07-29 09:36
@Friedhelm:
Nun ja, eigentlich hätte jeder damals den SUPERMAN spielen können. Richtig warm mit dieser Überfigur werde ich wohl nie werden. :-*

In der Regel sehe ich mir wegen extrem einschlagender Müdigkeit um 02:00 am Morgen auch keine Filme mehr an. Da ich wegen der anhaltenden Schwüle und meinem Kreislauf aber eh den Samstag halb im Koma verbrachte, ging dies hier mal ziemlich gut. Da würde ich dir also zu einer erneuten Sichtung zu einer besseren Tages- oder Nachtzeit raten. ;-)
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#3 Friedhelm 2019-07-29 13:08
Na dann schaue ich den "Dylan Dog" nochmal im "Wachzustand :-* ..

Und was den ollen "Superman" angeht - abgesehen davon, dass ich den als Superhelden ja auch immer langweilig fand, kommt es schon darauf an, wer den spielt. Nicolas Cage wäre gar nicht gegangen, ebenso wenig Jude Law. Den könnte ich mir, mit seiner "leicht" distingierten Art dafür viel besser als neuen Bond vorstellen. Aber es gibt ansonsten auch Namen, da kräuseln sich mir wirklich die Fussnägel - z.B., wenn ich lesen muss, dass John Travolta auch schon einmal zur Wahl stand. Das wäre dann aber ein totales "No Go". Ich war es nie - und werde auch niemals ein Fan dieser Type werden.

Jetzt werde ich aber die Tage erstmal in unsere einzige, noch existente Videothek schlendern...
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#4 Laurin 2019-07-29 19:44
@ Friedhelm:
Jau, im Wachzustand entfaltet so ein Film gleich völlig neue Sichtweisen. :lol:

Was Nicolas Cage in der Rolle des SUPERMAN angeht, so kann man ja zumindest schon mal positiv festhalten, das Gage ein ausgemachter Fan von Comics ist und zumindest früher sogar Unsummen in dieses Hobby steckte. Also zumindest bis zu der Zeit, wo man ihn darauf hingewiesen hatte, das die Zahlen auf seinem Konto langsam eine rote Färbung annahmen (woran allerdings wohl nicht nur die Comics schuld waren). In einer Verarschung der SUPERMAN-Figur könnte ich mir Gage sogar richtig gut vorstellen. Er muss ihn nur ernst genug spielen um möglichst viele Schenkelklopfer der Zuschauer zu erreichen. :P
Und Travolta als SUPERMAN? Das wäre genauso unbekömmlich wie frittierte Brechbohnen in Schokoladensoße. Geht überhaupt nicht. :-x
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