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Gute Voraussetzungen, schwächelnde Umsetzung - The Possession of Hannah Grace

The Possession of Hannah GraceGute Voraussetzungen, schwächelnde Umsetzung
»The Possession of Hannah Grace«

Die ehemalige Polizistin Megan beginnt gerade, den bisherigen Scherbenhaufen ihres Lebens wieder auf die Reihe zu bekommen und ihr Leben neu zu ordnen. Denn bei einem Einsatz ist sie quasi in eine Art Schockstarre verfallen, weshalb der Gangster diese Zeit nutzen konnte, um ihren Partner vom Boston Police Department zu erschießen. Dies hatte bei Megan ein wahres Trauma ausgelöst, was sie mit Drogen und Medikamentenmissbrauch zu bekämpfen suchte.

The Possession of Hannah GraceNun will Megan wieder ihr Leben in den Griff bekommen, wobei sie auch durch eine gute Freundin tatkräftig unterstützt wird. Dabei unterstützt Lisa Megan nicht nur dabei, vom Medikamentenmissbrauch los zu kommen, sondern besorgt ihr auch gleich einen neuen Job.

Doch ob Nachtschichten in der weiträumigen Leichenhalle des Boston Metro Hospital hierbei wirklich so hilfreich sind, muss sich hier erst wohl noch herausstellen. Dabei passiert hier eigentlich nicht wirklich viel, aber die Einsamkeit in den weitläufigen wie düsteren Korridoren ist wohl irgendwie nicht unbedingt die richtige Umgebung für Menschen die an einem traumatischen Erlebnis zu knabbern haben. Und wenn dann doch eine Leiche angeliefert wird, ist es Megans Aufgabe, optische Merkmale und Verletzungen sowie Fingerabdrücke mit modernsten Geräten festzuhalten und entsprechend als Datenpaket zusammenzuführen.

Zum einen denkt Megan jedoch sehr rational und glaubt nicht an übernatürliche Einflüsse. Und zum anderen fühlt sie sich stark genug, diese Aufgabe nach bestem Wissen und Gewissen ausführen zu können. Doch wie es der Teufel nun einmal so will, passieren an ihrem ersten Abend gleich einige recht seltsame Dinge.

Zum einen versucht ein ihr fremder Mann mit aller Gewalt Zutritt zur Leichenhalle zu bekommen, verschwindet jedoch nach kurzer Zeit scheinbar wieder spurlos. Und kurz darauf bittet sie der Fahrer eines Sanitätswagens, ihm dabei zu helfen, die Leiche einer jungen Frau in die Leichenhalle zu schaffen, auch wenn es Megan im Vorfeld klar verboten worden ist, den Eingangsbereich zu keinem Zeitpunkt unbeaufsichtig zu lassen. So entgeht ihr schließlich auch, das der Fremde, der bereits versuchte in die Leichenhalle zu gelangen, diesen kurzen Augenblick der Unachtsamkeit nutzt um sich nun heimlich Einlass zu verschaffen.

Doch damit hören die Schwierigkeiten für Megan noch längst nicht auf, denn die eingelieferte Leiche der sehr jungen Frau weist erschreckende körperliche Verletzungen auf. Und als Megan versucht die Verletzungen und Fingerabdrücke zu erfassen, streiken plötzlich alle hierfür vorgesehenen Geräte. Selbst als Megan die Leiche der Frau in das Leichenkühlfach verfrachtet, springt die Tür seltsamer Weise immer wieder auf.

The Possession of Hannah GraceDa Megan im Herzen noch immer irgendwie Polizistin ist, greift sie im Computer auf die Dienstseite ihres ehemaligen Freundes und Polizisten zurück, da sie dessen Passwort kennt. So versucht sie mehr über die grausam zugerichteten Leiche der jungen Frau heraus zu bekommen. Und tatsächlich, laut den Polizeidaten handelt es sich hier um die junge Hannah Grace, die vor drei Monaten bei einem Exorzismus ums Leben gekommen sein soll. Doch einige Fakten scheinen kaum stimmen zu können. Denn Hannahs Augenfarbe war braun, doch das offen stehende Auge zeigt eine frische blaue Augenfarbe. Aber auch der Todeszeitpunkt dürfte kaum stimmen, denn die Leiche weist keinerlei typische Merkmale von Verwesung auf. Aber auch die absonderlichen Merkwürdigkeiten um Megan herum scheinen nicht abzubrechen, weshalb sie sich Hilfe seitens Lisa und ihrem Ex-Freund erhofft, der während seinem Streifendienst bei ihr vorbeischaut.

Als dann auch noch der heimlich eingedrungene Mann mit aller Gewalt versucht, die Leiche von Hannah Grace im Verbrennungsofen zu vernichten, überschlagen sich die Ereignisse. Zwar kann Megan ihn auch mit Hilfe eines jungen Mitarbeiters des Wachpersonals überwältigen und der Polizei ausliefern. Doch bald wird Megan immer klarer, das die eigentliche Gefahr für ihr Leben nicht von diesem Fremden Eindringling ausging, denn mit jedem Todesfall in dieser Nacht scheint sich die Leiche von Hannah Grace immer mehr ins Leben zurück zu kämpfen.

The Possession of Hannah GraceVom Versuch, etwas bekanntes im neuen Licht zu präsentieren:
Seit dem filmischen Meisterwerk DER EXORZIST nach dem Roman von William Peter Blatty gehören Exorzismusfilme eigentlich als Subgenre zum festen Bestandteil des Horrorfilms. Zumeist gibt es hier allerdings ein festes Regelwerk und auch ein recht bekanntes Verlaufsmuster dieser Filme. Hier wird also nicht das Rad völlig neu erfunden, doch bei einer guten Umsetzung weiß dieses bekannte Regelwerk durchaus den Zuschauer immer wieder mit Spannung in die Handlung zu ziehen. Leider gibt es in diesem Bereich allerdings auch sehr viele, eher recht billig abgedrehte filmische Gurken auf dem DVD-Markt, die diesem durchaus immer wieder interessanten Subgenre wohl mehr schaden als nutzen.

Um hier dem bekannten Verlauf also einige neue Seiten abzugewinnen, schmeißt Regisseur Diederik Van Rooijen und Drehbuchautor Brian Sieve den Zuschauer auch gleich ins kalte Wasser, indem der ausgeführte Exorzismus der Hannah Grace gleich zu Beginn in Szene gesetzt wird. Es ist also dem Zuschauer direkt bekannt, was hier mit Bibel, Weihwasser und vielen Gebeten gerade in Szene gesetzt wird, während eine junge, durchaus (scheinbar schlafend) hübsche junge Frau gefesselt und völlig verschwitzt auf dem Bett liegt. Dabei kann dieser Einstieg direkt in den Ablauf eines Exorzismus durchaus voll überzeugen, denn die zwei Priester scheinen ihren Kampf gegen den Dämon in Hannah  bereits zu verlieren. Und als der erste Priester blutig stirbt, ist es der Vater von Hannah, der plötzlich eingreift und sie mit einem Kissen erstickt, um der vom Dämon gepeinigten Seele seiner Tochter endlich Frieden zu geben.

So bekannt dieser Grundablauf eigentlich auch sein mag, so packend wurde er aber auch für den Betrachter in Szene gesetzt. Der Dämon in Hannah erweist sich nämlich als ein besonders gefährliches Kaliber und mit der Auswahl von Kirby Johnson, einer ausgebildeten Tänzerin und Verrenkungskünstlerin, hat man hier wahrlich auch eine perfekte Darstellerin für eine Besessene gefunden. Denn beim Anblick ihrer außergewöhnlichen körperlichen Verrenkungen tun einem schon beim zusehen die eigenen Knochen und Gelenke weh, und diese Meisterleistung der Körperbeherrschung benötigte hierbei im Film nicht einmal die typische Unterstützung durch diverse Spezialeffekte aus dem Computer.

The Possession of Hannah GraceDoch danach geht es leider erst einmal in ruhigeres Fahrwasser, weil nun die eigentliche Hauptfigur der Megan Reed erst einmal gründlich eingeführt werden muss. Nun ist es nicht unbedingt ein Fehler, die Hintergründe der Hauptdarstellerin im Film erst einmal dem Zuschauer näher zu bringen. Doch schon nach einiger Zeit ist es mir als Zuschauer schon etwas schwer gefallen, ihr den vorherigen Beruf als Polizistin wirklich abzunehmen. Und wenn, so dürfte sie in ihrem Dienst wohl nicht unbedingt eine Leuchte ihrer Zunft gewesen sein. Allerdings auch das passt dann irgendwie wieder, wenn man bedenkt, das sie statt selbst zu schießen und damit das Leben ihres Partners zu retten, plötzlich in Schockstarre verfällt und so dem mörderischen Gegner freie Bahn für den tödlichen Schuss auf ihn gewährt.

Man kommt also als Zuschauer nicht um die Erkenntnis herum, das Frauen wie Megan lieber Kindergärtnerinnen werden sollten, wenn man hunderte von unschuldige Leben im Polizeidienst retten möchte. Das Hauptproblem bei der Schauspielerin Shay Mitchell (bekannt aus der Fernsehserie PRETTY LITTLE LIARS) liegt jedoch darin, das einem ihr Schicksal irgendwie bald auch ziemlich kalt lässt. Ihre Probleme wirken irgendwie zu gestellt und ihr eiserner Wille, wieder aufrecht durchs Leben zu gehen, wurde in so manchen US-Filmen und Serien in ähnlicher Form schon leider zu sehr ausgelutscht, um damit noch punkten zu können. Hinzu kommt dann noch das die Schauspielerin Stana Katic (bekannt aus der Fernsehserie CASTLE) hier eher eine kleine Rolle ausfüllt, welche ihrem schauspielerischen Talent leider nicht gerade viel Raum einräumt. Besser beeindruckt hat da schon Louis Herthum als Vater von Hannah und Eindringling in die Leichenhalle. Ihn kennt man zum Beispiel aus der Fernsehserie WESTWORLD, wo er die Rolle des Peter Abernathy spielt.

Doch dann macht Regisseur Van Rooijen leider einen weiteren entscheidenden Fehler, denn im weiteren Verlauf hört man eigentlich nur noch, wie Hannah Grace ihre Knochen gefährlich knacken lässt, oder die entsprechenden Szenen verlieren sich nun eher in recht dunklen Einstellungen. Da fragt man sich wirklich, warum man zuerst so ein Körpertalent wie Kirby Johnson als Besessene in einen Film holt, wenn man mit der Zeit genau das plötzlich nur noch andeutet, was den Zuschauer eigentlich erschaudern lassen und so an den Film fesseln soll.

Im Grunde hat man bei dem Film THE POSSESSION OF HANNAH GRACE nicht wirklich viel falsch gemacht. Denn auch das verlegen der Handlung in eine weiträumige Leichenhalle, in der immer mal wieder die Beleuchtung etwas streikt und wo man selbst als Zuschauer schon leichte Beklemmungen bei der Vorstellung bekommt, einen solchen Job selbst einmal auszuüben, ist zwar seit dem Überraschungserfolg des Film NIGHTWATCH - NACHTWACHE  aus Dänemark (1994) ebenfalls schon recht bekannt. Doch ein Handlungsort wie  eine düstere Leichenhalle funktioniert eigentlich regelmäßig immer genauso gut, wie früher die regelmäßig auftauchenden verfallenen Ruinen und geheimnisvollen Schlösser in den bekannten Vampirfilmen der 60er und 70er Jahre.

Doch leider gelingt es Van Rooijen hier eher über diverse Strecken der Handlung hinweg, die Spannung merklich nach unten zu steuern und der Hauptdarstellerin Shay Mitchell will es einfach nicht wirklich gelingen, innerhalb des Handlungsverlauf aus einer gewissen Mittelmäßigkeit auszubrechen. Und ob es hier nun wirklich eine gute Idee war, diese durchweg sehr ansprechende Exorzismus-Szene direkt am Anfang des Films schon zu verbraten, darf man hierbei auch etwas kritisch betrachten. Und so wirkt dann auch das Ende von Hannah Grace eher etwas überstürzt abgezogen, als Megan sie in den Krematoriumsofen stopft. Denn dieses Finale folgt eigentlich nur noch dem typisch billigen US-Pathos, in dem auch bisher gescheiterte Personen in diesem großen Land noch zum durchsetzungsfähigen Helden werden können, die weder Tod noch Teufel fürchten. Man könnte es auch das Syndrom vom Tellerwäscher zum Millionär nennen, welches man in US-Filmen nur zu gerne immer wieder einbaut.

The Possession of Hannah GraceMeine Filmkritik:
Wie man wirklich eine durchgehend spannende Handlung in einer Leichenhalle aufbaut, konnte man eigentlich recht schön in dem Horrorfilm THE AUTOPSY OF JANE DOE aus dem Jahre 2016 sehen, den ich hier im ZAUBERSPIEGEL ebenfalls schon vor einiger Zeit mal kritisch aufgearbeitet hatte.

Dabei will ich nun hier wahrlich nicht damit ausdrücken, das sich die Sichtung des Film THE POSSESSION OF HANNAH GRACE  nicht lohnen würde. Dem ist nämlich nicht so. Nur sollte man hier kein Wunderwerk an Neuinterpretationen erwarten. Der Makel des Films liegt schließlich nicht darin, das manches in der Handlung recht vorhersehbar ist, sondern wie positiv oder negativ man die durchaus bekannten Elemente umsetzt. Denn bei Filmen mit dem Inhalt der Besessenheit oder einem Exorzismus lässt sich das Rad einfach nicht wirklich neu erfinden. Oder anders gesagt, wer hier wunderhafte Neuheiten erwartet, der sollte lieber gleich die Finger von entsprechenden Filmen lassen, denn Wunder gibt es bekanntlich nur im Märchen.

Ich muss hierbei auch durchaus gestehen, das ich Filme um Besessenheit, Dämonen und/oder Exorzismus durchaus auch recht gerne mag. Sie sollten eben nur nicht in einer recht billigen Form lieblos in Szene gesetzt sein mit z.B. völlig talentfreien Laiendarstellern oder Spezialeffekten aus dem filmischen Ramschladen. Solches kann man dem Film THE POSSESSION OF HANNAH GRACE hier jedenfalls auch wirklich nicht anlasten. Dafür hat man sich durchaus reichlich Mühe gegeben und stets zumindest versucht, das Beste herauszuholen. Es fehlte eben nur an dem sprichwörtlich sicheren Händchen, um auch die Spannungskurve stets auf einem annehmbaren Niveau zu halten.

Der Film kränkelt leider wie bereits erwähnt auch daran, das die Hauptdarstellerin für diese Art von Horrorfilm mitunter manchmal deplatziert wirkt. Ein weiterer Kritikpunkt liegt darin, das man wohl die mit besten Szenen, nämlich den Exorzismus selbst, gleich zu Anfang ins Rennen schickt, um dann dem Film und der Spannung erst einmal wieder den Wind aus den Segeln zu nehmen. Dies lässt sich allerdings bei dem Handlungsaufbau auch leider nun nicht wirklich ändern, will man die eigentliche Hauptfigur des Films möglich umfassend in die Handlung einführen und nun auch noch irgendwie positiv an den Zuschauer bringen möchte. Aber auch hier hätte man durchaus noch wieder frischen Schwung in die Handlung bringen können, wenn man nicht später leider wesentliche Szenen mit Kirby Johnson als Hannah zu dunkel gestaltet, oder sich hier gleich auf entsprechende Geräusche ohne sichtbare Bilder verlegt hätte. Es mag vielleicht sein, das man hier eine gewisse Altersfreigabe für das Kino und der späteren Verwertung als DVD/BD im Auge gehabt haben mag. Einen Gefallen hat man sich damit jedoch nicht wirklich getan, denn innerhalb des Films passiert nämlich durchaus etwas recht erstaunliches.

The Possession of Hannah GraceUnd dies liegt schlicht daran, das es gerade Kirby Johnson als dämonisch besessene Hannah Grace gleich zu Beginn gelingt, mit ihrem Schauspiel und den wirklich schauerlich anzusehenden Verrenkungen der Gelenke, die etwas später auftauchende Hauptdarstellerin Shay Mitchell als Megan Reed nicht nur ziemlich blass aussehen zu lassen, sondern sie förmlich an die Wand  spielt. Und selbst wenn sie als Leiche eigentlich ganz still im Bild liegt, zieht sie die Aufmerksamkeit des Zuschauers (und in diesem speziellen Fall mich) immer noch stärker auf sich, als es die Hauptdarstellerin in Bewegung tun könnte. Dies liegt nicht unwesentlich auch an dem Umstand, das bei ihrem Anblick sofort die Spannung steigt, da man zwangsläufig durch die bisherigen Bilder des Exorzismus mit ihr, ständig mit einer unverhofften bis verstörenden Reaktion bzw. Bewegung der sichtbaren Leiche rechnet.

Und eigentlich muss ich hier dann auch durchaus feststellen, das es gerade die Darstellung der besessenen Hannah und später auch die für den Zuschauer höchst beunruhigende Leiche durch Kirby Johnson ist, welche die Sichtung des Films THE POSSESSION OF HANNAH GRACE trotzdem noch absolut lohnenswert macht. Doch leider kann man sich bei keinem Film zur Bewertung nur die offensichtlichen Rosinen herauspicken und den Rest einfach unter den Tisch fallen lassen. Daher komme ich bei der Gesamteinschätzung des Film THE POSSESSION OF HANNAH GRACE leider nur auf drei von insgesamt fünf umgedrehte Kreuze als Bewertung. Eigentlich also schade, denn eigentlich war die Grundidee des Handlungsbogen nicht wirklich schlecht, aber wohl leider etwas zu unausgegoren bei der offensichtlichen Umsetzung. Jedenfalls wäre da weit mehr möglich gewesen, wenn man den Fokus zumindest etwas mehr von Shay Mitchell als Megan weg und verstärkter auf Kirby Johnson und ihre darstellerische Präsenz gelenkt hätte, die hier mit vollem körperlichen Einsatz die Gesamthandlung durchaus über einige Hürden hinweg gerettet hat. Und gerade aus diesem Grund kann ich für den Film THE POSSESSION OF HANNAH GRACE eben wegen der sehr ansprechenden Leistungen seitens Kirby Johnson durchaus noch eine Empfehlung zum ansehen aussprechen.

The Possession of Hannah GraceThe Possession of Hannah Grace
(The Possession of Hannah Grace)
mit Shay Mitchell, Kirby Johnson, Grey Damon, Louis Herthum, Stana Katic, Nick Thune, Maximillian McNamara, James A. Watson Jr., Jacop Ming-Trent, Marianne Bayard, Adrian M. Mompoint, Gijs Scholten Van Aschat, Guy Clemens u.a.
Regie: Diederik Van Rooijen
Drehbuch: Brian Sieve
Produktion: Glenn S. Gainor, Andrea Ajemian
Musik: John Frizzell
Genre: Horror/Thriller
Laufzeit: 86 Minuten (BD)
DVD/FSK: 16 Jahre
Extras: Entfallene Szene, Interview mit Kirby Johnson u.m.
Vertrieb: Sony Pictures Home Entertainment
USA 2018

Kommentare  

#1 Friedhelm 2019-07-27 18:14
Für mich sah dieser Film irgendwie eine Mischung aus den üblichen "Exorzisten-Beigaben" und unheimlicher Freakshow aus. Und in dieser Hinsicht hat Kirby JOhnson bei mir schon Gänsehaut verursacht - auch, wenn man davon ausgehen darf, dass bei ihren Verrenkungen digital "ein bisserl" nachgeholfen wurde. Ansonsten war da ja irgendwie alles drin, was durch andere Beispiele (der von dir erwähnte ".z.b. eben...Jane Doe".) bereits abgegrast wurde. Zugegebner Maßen sind es aber gerade solche Plots, bei denen ich mich dann doch noch unwohl fühle - obwohl mir der Schrecken -als "alter Filmhasen"- so leicht eigentlich nicht mehr in die Hose fährt . Das betrifft zunächst natürlich den Plotbeginn, der mich recht stark an die "Exorzismus-Sequenzen" aus William Friedkins "Exorzist" erinnert hat. Und wie ich bereits früher erwähnte,, ist das der Film, den ich mir zuhause nie alleine reinziehen würde (liegt, u.a., auch an der alten, deutschen Synchro). Es gibt sicher so einige, die das gar nicht vestehen - but ...so what..

Nun ist es nach Friedkin nicht gerade leicht - wenn sogar unmöglich- dieser Thematik überhaupt noch irgendeine Nuance zu geben, die seinen Film übertreffen könnte - oder zumindest annähernd erreichen. "Der Exorzist" ist auch nach 46 Jahren immer noch ein verstörendes Stück Horrorkino, an dem sich andere Filme dieser Art auch künftig messen müssen. Selbst Richard Donners "Omen,1976" (ich weiss, ich weiss - das ist kein Teufelsaustreibermovie - aber es geht immerhin um die Wiederkehr des Antichristen.) konnte das nicht fertigbringen - und der hatte immerhin eine gewisse nicht zu leugnende "Nägelkau-Atmo".
Naja, ich denke, dass dieser Umstand van Rooijen auch klar war - und wahrscheinlich hatte er den 70er Teufelsaustreiber-Kultfilm beim Dreh gar nicht auf dem Schirm..
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#2 Laurin 2019-07-27 23:35
@ Friedhelm:
Nachgeholfen bei den Verrenkungen von Kirby Johnson wurde hauptsächlich durch die kurzzeitige erhöhte Bildfolge, damit das ganze noch etwas erschreckender aussieht. Trotzdem empfand ich sie als die heimliche Nr. 1 in dem Film.

Und Nein, OMEN ist wahrlich nicht DER EXORZIST. Die Gemeinsamkeit liegt hier sogar nicht einmal im aufrollen des (sagen wir mal) christlich geprägten Horror. OMEN bezieht sich ja auf den Antichristen und damit eben auch auf den biblischen Teufel (Luzifer/Satan usw.), während DER EXORZIST mit Pazuzu auf eine weitaus ältere (also älter als das Christentum) Figur aufbaut. Hatte ich glaube ich aber mal irgendwo schon mal erwähnt gehabt, weil das immer gerne in einen Topf geworfen wird. Aber auch sonst scheue ich hier stets Vergleiche zwischen DER EXORZIST und DAS OMEN weil die Geschichten sich eigentlich so sehr gleichen wie Äpfel und Birnen.

Aber natürlich kann man DER EXORZIST wohl kaum toppen, was die Filme eigentlich in meinen Augen aber auch nicht nötig haben. Sie müssen meiner Meinung nach Spannung entwickeln und mich an die Handlung fesseln können. Wenn sie dann auch nicht lieblos und ersichtlich billig gedreht wurden, dann hat man eigentlich alles richtig gemacht. Leider hat man aber bei diesem Film bei den Einführungsszenen der Hauptdarstellerin die Spannung etwas schleifen lassen, was durchaus schade ist. Ich halte Shay Mitchell allerdings hierbei auch nicht für die beste Wahl, wenn es um einen wesentlichen Charakter in einem solchen Horrorfilm geht. Da traue ich ihr eher anders gelagerte Rollen mehr zu. Und mal ehrlich, wie sollte Rooijen den Film DER EXORZIST nicht auf dem Schirm gehabt haben? Kommt man an dem denn überhaupt noch vorbei bei einem solchen Thema? Ich glaube kaum.

Aber gut, ich schleiche mal wieder Richtung Bett, weil mich diese Schwüle nach der Bullenhitze hier in Sachen Kreislauf mächtig in die Kniekehlen tritt und ich dadurch heute kaum was geregelt bekommen habe.
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#3 Friedhelm 2019-07-28 00:41
Zitat:
Und Nein, OMEN ist wahrlich nicht DER EXORZIST. Die Gemeinsamkeit liegt hier sogar nicht einmal im aufrollen des (sagen wir mal) christlich geprägten Horror. OMEN bezieht sich ja auf den Antichristen und damit eben auch auf den biblischen Teufel (Luzifer/Satan usw.), während DER EXORZIST mit Pazuzu auf eine weitaus ältere (also älter als das Christentum) Figur aufbaut. Hatte ich glaube ich aber mal irgendwo schon mal erwähnt gehabt, weil das immer gerne in einen Topf geworfen wird. Aber auch sonst scheue ich hier stets Vergleiche zwischen DER EXORZIST und DAS OMEN weil die Geschichten sich eigentlich so sehr gleichen wie Äpfel und Birnen.
Schon klar, dass die beiden Filme jeweils eine andere Thematik ("Teufelstreibung hier ....Antichrist da..) bedienen. Soweit ich das noch recht erinnere, habe ich "Exorzist" und "Omen" auch nicht unbedingt in einen Topf werfen wollen. Ich erwähne beide Filme gerne mal, um darzustellen, dass eben "Omen" mich nicht so geschockt hat wie "Der Exorzist". Siehe meinen Text in der Klammer.

Na, und ganz sicher haben wirklich gute Filme dieser Thematik einen direkten Vergleich mit Friedkins Film nicht unbedingt nötig. Aber mal ehrlich, soviele gute gibt es denn doch nicht - aber kann ja durchaus sein dass ich alle guten Movies übersehenhabe. Jedenfalls hat zumindest mich nie wieder ein ähnlicher Film so gepackt (egal, ob es nun um Teufelsaustreibung oder den Antichristen himself ging..)

Zitat:
Und mal ehrlich, wie sollte Rooijen den Film DER EXORZIST nicht auf dem Schirm gehabt haben? Kommt man an dem denn überhaupt noch vorbei bei einem solchen Thema? Ich glaube kaum.
Na, da bin ich dann wahrscheinlich Opfer meiner eigenen Empfindungen. Erinnern wir uns, z.b. einmal an die Beiträge unseres verstorbenen Norbert. Ich meine, dass er solche Dinger auch besprochen hat (müsste man nochmal nachschauen..) - die dazu wahrscheinlich auch noch gleich "Direct to DVD" abgekurbelt wurden. Und da war ich mir schon fast sicher, dass die/der Macher Friedkins "EXorzisten" evtl nur so "vom Hören-sagen" gekannt haben müssen.

But...so what...es ist bereits spät...und der Wein, den ich mit meiner Liebsten gerade ausgiebig genossen habe, vernebelt zunehmend mehr meine Hirnwindungen. Solche Diskussionen sollte man wohl besser imnüchternen Zustand führen.....
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#4 Laurin 2019-07-28 17:14
Zitat Friedhelm:
" Jedenfalls hat zumindest mich nie wieder ein ähnlicher Film so gepackt."
Das wird im Fall von DER EXORZIST wohl auch kein anderer Film mit gleichem Thema mehr schaffen, dafür liegt die Messlatte einfach schon astronomisch hoch. ;-)
Drum stelle ich bei dem Thema hier ja auch nie ernsthafte Vergleiche an.

Zitat:
"Erinnern wir uns, z.b. einmal an die Beiträge unseres verstorbenen Norbert. Ich meine, dass er solche Dinger auch besprochen hat (müsste man nochmal nachschauen..) - die dazu wahrscheinlich auch noch gleich "Direct to DVD" abgekurbelt wurden. Und da war ich mir schon fas tsicher, dass die/der Macher Friedkins "EXorzisten" evtl nur so "vom Hören-sagen" gekannt haben müssen."
Ja, Norbert hatte da auch einige Filme mit dem Thema angesprochen. Wobei man hier aber sagen muss, das THE POSSESSION OF HANNAH GRACE eben nicht zu diesen Billigproduktionen mit Taschengeldniveau gehört. Bei den entsprechenden Filmemachern (oder sollten wir manchmal eher Filmquäler sagen) solcher Billigproduktionen bei finanziellen Größenordnungen nahe dem Nullpunkt weiß man allerdings auch nicht immer, unter welchem Stein die rausgekrochen sind. :-*
In jedem Fall ist der oben besprochene Film da ein völlig anderes Kaliber, was die Qualität allgemein angeht.
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#5 Friedhelm 2019-07-28 17:36
Zitat:
In jedem Fall ist der oben besprochene Film da ein völlig anderes Kaliber, was die Qualität allgemein angeht.
In dieser Hinsicht muss ich dir dann doch Recht geben. Zugleich habe ich meinen Kommi nochmal überdacht und revidiere einfach mal meine Aussage, dass van Rooijen den "Exorzisten" nicht auf dem Schirm hatte. Bei genauer Hinsicht zeigt dann gerade die Anfangssequenz dass dieses wohl doch der Fall war. (Ich neige mein Haupt.... vielleicht sollte ich solche Kommis nur dann schreiben, wenn meine HIrnwindungen nicht gerade im Rotwein ersaufen... :sad: ;-) :-*
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