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Das bisherige MCU rundet sich ab - »Captain Marvel«

Captain MarvelDas bisherige MCU rundet sich ab
»Captain Marvel«

Im Film CAPTAIN MARVEL geht man mit einem großen Sprung zurück in der Zeit, so das man sich hier plötzlich im Zeitraum etwa um 1995 befindet. Nick Fury hat noch Haare, beide Augen und ist noch nicht der harte Chef von S.H.I.L.D., sondern eigentlich auch nur ein (etwas höher gestellter) Agent. Und dann ist da noch in den Tiefen des Weltall die Kree-Kriegerin Vers, die zu Beginn auf dem Planeten Hala erwacht.

Captain MarvelNur um sich gleich mal mit ihrem Commander Yon-Rogg im Zweikampf zu messen.

Um ehrlich zu sein, werde ich hier nur stichpunktartig etwas auf den Inhalt des Films eingehen, weil dieser Film aus dem MARVEL CINEMATIC UNIVERSE (MCU) nun doch über eine Komplexität verfügt, die es ersichtlich schwer macht, hier nicht die Gesamte Handlung zu berücksichtigen und damit eben auch zu spoilern.

Ich muss allerdings auch gestehen, das ich seitens der damals im Comic doch durchaus verschiedenen Versionen eines weiblichen CAPTAIN MARVEL recht wenig Hintergrundwissen besitze. Die kamen nämlich auf dem deutschen Markt eher daher, als die Comics vom Condor Verlag übernommen wurden und mein Interesse daher an den Marvel Comics merklich abgenommen hatte. Dies lag zum einen an der recht schlechten Qualität mancher Cover, aber auch Verarbeitung (z.B. bei den Comic-Taschenbüchern die schon beim ansehen auseinandergefallen sind) und der recht seltsamen Veröffentlichungspraktik seitens Condor.

Bekannter war mir hingegen (seitens der eher geliebten Comics des William Verlag) der ursprüngliche CAPTAIN MARVEL aus dem Volke der Kree, dessen erstes, eher grünes Kostüm mir durchaus auch besser gefallen hatte, als dieses, welches er in schrillem Rot und Blau danach trug. Was also den gerade auf DVD und BD herausgekommenen Film CAPTAIN MARVEL betrifft, betrat ich also auch noch als Fan der früheren Marvel Comics irgendwie mein persönliches Neuland. Das traf dann auch auf die diversen Aliens zu. Die Skrull waren früher in den Comics eher auf "Schurken" getrimmt, mit nur marginal sehr wenigen Ausnahmen. Man nehme hier z.B. die kurzzeitige Beziehung der menschlichen Fackel, Johnny Storm (FANTASTIC FOUR) mit einer Prinzessin aus dem Reich der Skrull. Und bei den Kree wusste man in diesem Punkt auch nicht immer, ob es nun gut oder eher doch schlecht war, wenn man auf sie traf. Diese sehr menschenähnlichen Aliens tänzelten nämlich eher sehr geschickt auf dem Grad zwischen Gut und Böse herum und waren deshalb stets auch immer wieder mal für eine kleine Überraschung gut.

Auch war CAPTAIN MARVEL damals noch nicht "der" mächtigste Superheld, den man uns hier nun in weiblicher Form im Kinofilm bieten sollte. Und einer der erfolgreichsten Helden des Marvel Comic Universum dürfte er damals sicherlich auch nicht wirklich gewesen sein. Schließlich wurde "DER TOD DES CAPTAIN MARVEL" von Jim Starlin ja auch in Deutschland z.B. in einem Comic-Album ziemlich pompös zelebriert. Aber man kennt das ja, nicht alles was in den Comics stirbt, bleibt wirklich lange tot. Bei CAPTAIN MARVEL schien dies jedoch etwas anders gelagert zu sein, denn da man diese Figur nun nicht gänzlich sterben lassen wollte, holte man ihn zwar nicht umgehend aus dem Jenseits zurück, sondern ließ danach gleich eine (erste) neue weibliche Version auf das Comic-Universum los.

Wie wir nun aber wissen, ist das MCU nicht das Comic-Universum von Marvel, weshalb hier unser Held von den Kree eigentlich keine Rolle spielt. Doch auch die Kree-Kriegerin Vers ist keine wirkliche Kree, sondern ebenfalls ein Mensch der Erde, dem jedoch zuerst alle Erinnerungen faktisch fehlen (bis auf eben diverse Bruchstücke in ihren Träumen). Die Kree wiederum wollen sie zu ihrer stärksten Waffe machen, die sie mittels einem Implantat am Hals zu kontrollieren versuchen. Da sollte es auch nicht darüber hinwegtäuschen, das Vers, wenn sie denn mal blutet, nun über grünes statt rotes Blut verfügt. Und wenn man es ganz genau nimmt, so ist ihr Name auch nicht Vers, sondern Carol Danvers, die sich nach einem Einsatz gegen die gestaltwandlerischen Skrull auf dem Planeten C-53 plötzlich wieder auf der guten alten Erde befindet, wobei Talos (der Anführer der Skrull) hier durchaus seine Finger mit im Spiel hatte. Ihr Name Vers stammte dabei übrigens von ihrer Erkennungsmarke aus ihrer Zeit als menschliche Kampfpilotin, welche sich jedoch nur noch bruchstückhaft in ihrem Besitz befindet. Hierauf ist dann eben nur noch das "vers" von "Denvers" zu lesen.

Captain MarvelUnd nun stellen wir mal alles auf den Kopf:
Doch nicht nur CAPTAIN MARVEL gelangt wieder zur Erde, sondern eben auch einige Skrull. Vers, in Wirklichkeit Carol Denvers, kommt im weiteren Verlauf der Handlung immer mehr zu der Erkenntnis, das sie eben doch keine echte Kree ist, sondern früher eben eine US-Kampfpilotin war. Doch zuerst muss sie sich mal mit einigen Skrull herumschlagen, während Nick Fury ihr bereits bei ihrem auftauchen als Agent von S.H.I.L.D. direkt an ihren Fersen klebt.

Viel wichtiger für CAPTAIN MARVEL dürfte jedoch die Suche nach ihrer Freundin und Pilotenkollegin Maria "Photon" Rambeau samt deren kleiner Tochter sein, um mehr aus ihrer wahren Vergangenheit zu erfahren. Aber auch Dr. Wendy Lawson scheint hier eine Schlüsselfigur zu sein, da sie Carol als Vers stets in ihren Träumen vorkam. Doch lebt Dr. Lawson überhaupt noch und wer war, bzw. ist sie wirklich.

Ihr merkt also schon, man sollte bei dem Film CAPTAIN MARVEL das Hirn nicht ausschalten um mehr Popcorn in den Kopf schaufeln zu können. Die Sache wird nämlich noch um einiges komplizierter. Doch so viel sei hier verraten, Dr. Wendy Lawson lebt nicht mehr, war aber auch kein Mensch sondern eine echte Kree und hörte auf den niedlichen Namen Mar-Vell, die hier auf der Erde an einem Lichtgeschwindigkeitsantrieb gearbeitet hatte. Den versuchte sie nach einem Absturz auch wieder zu vernichten, damit der nicht den Gegnern in die Hände fällt. Und so ganz nebenbei findet man bei den diversen Aktivitäten auch noch eine Katze mit dem Namen Goose, an der besonders Nick Fury einen Narren frisst. Die Skrull mögen diese Katze allerdings nicht wirklich gerne in ihrer unmittelbaren Nähe haben wollen. Diese Furcht der Skrull ist nicht unbegründet, ist doch auch das Kätzchen nicht das, was es zu sein scheint. Spätestens ab dem Punkt wird das frühere Comic-Universum für das MCU allerdings auch mal ordentlich umgekrempelt.

Denn oh Wunder, die Skrull sind nun eigentlich nicht die Bösen, sondern ein Volk, welches wegen der kriegerischen Kree im All geradezu ständigst auf der Flucht lebt. Wir erinnern uns hierzu nochmals an die früheren Comics seitens Marvel, wo sowohl die Kree als auch die Skrull faktisch zwei imperiale Machtfaktoren in der Galaxis darstellten, bei derem ewigen Konflikt die Erde immer mal wieder zwischen die Fronten zu geraten drohte und die Superhelden (wie die Avengers) schließlich rettend eingreifen mussten. Irgendwie erinnerte mich dies immer an den Konflikt der USA und der Sowjetunion, wo man den kalten Krieg auch in anderen, kleineren Ländern schnell heiß und blutig werden ließ. So etwas nannte man nämlich Stellvertreterkriege (siehe hierzu z.B. Korea, Vietnam usw.).

Und damit es hinsichtlich des Finale noch recht ordentlich kracht, bemerkt Carol Danvers/CAPTAIN MARVEL, das sie endlich das Implantat los werden muss, um ihre kosmischen Kräfte voll entfalten zu können. Die benötigt sie nämlich auch, denn bald sieht sie sich nicht nur im Kampf Yon-Roog gegenüber, sondern auch einer kleinen Kree-Flotte, angeführt von Ronan dem Ankläger.

Captain MarvelFür das MCU wird die Sache nun rund:
Zwar läutet man hier nicht schon das völlige Ende des MCU ein, welches ja erst im nächsten Film der AVENGERS das erste ultimative Finale erreicht. Da wird man bei den Erfolgen im Kino natürlich auch bald zu neuen Ufern aufbrechen. Doch hiermit wird quasi schon einmal der erste große Handlungsbogen abgeschlossen werden. Also erfährt man hier auch noch, wie Nick Fury eines seiner Augen verlor (scheint dem Kerl irgendwie nicht wirklich weh getan zu haben in dem Film) und in den Besitz des Senders kam, mit dem er in der Post-Credit-Szene von AVENGERS: INFINITY WAR wiederum CAPTAIN MARVEL herbeiruft, bevor auch er wegen Thanos schnippendem Finger zu Staub zerfällt.

Auch der Tesserakt taucht hier wieder einmal auf (wir befinden uns ja im Film CAPTAIN MARVEL in der Vergangenheit), und entsprechend sollte man hier auch eine Szene nicht unbeachtet lassen, die zwischen dem Abspann schon einmal in Richtung des Finale in AVENGERS: ENDGAME weist, sowie der noch folgenden Post-Credit-Szene, wo Kätzchen Goose den Tesserakt direkt auf Nick Furys Tisch würgt. Nur ab wann Nick Fury die Haare ausgefallen sind, bekommen wir hier nicht inhaltlich aufbereitet (muss aber flott gegangen sein).

Tja, nun habt ihr doch noch ein paar kleine Einblicke in CAPTAIN MARVEL bekommen, sofern ihr ihn euch nicht schon im Kino angesehen hattet, oder euch nun auch bereits die DVD bzw. BD für das Heimkino vorliegt, wie bei mir.

Ich will hier nun auch nicht behaupten, das der Film an sich nichts für das geübte Auge des Fan liefern würde. Nur kommt er mir etwas zu vollgestopft vor, was interessante Hintergrundfakten des MCU selbst betrifft und was dann noch an Hintergrundfakten nur den Charakter von CAPTAIN MARVEL erhellen sollte. Das hätte man vielleicht auch etwas besser lösen können. Wirklich etwas geärgert hatte mich indessen als Fan der früheren Marvel Comics, das man hier zum einen den ursprünglichen CAPTAIN MARVEL völlig zu den Akten gelegt hat, als hätte es ihn nie gegeben, und zum anderen der Umstand, das man hier aus der weiblichen CAPTAIN MARVEL quasi ein Gegenstück zu SUPERMAN aus dem DC-Universum machen möchte. Superhelden sollten zwar Superkräfte haben, doch fängt bei mir persönlich der Fisch immer dann an vom Kopf zu stinken, wenn der betreffende Held oder die Heldin plötzlich so mächtig werden, das sie fasst schon als unangreifbar gelten. Auch fehlt mir bei CAPTAIN MARVEL hier irgendwie noch immer der gewisse Human Touch, für den die Marvel Comics und auch bisher das MCU durchaus bekannt waren.

Diese Heldin ist mir da leider etwas zu glatt und wirkt damit leider auch nur eher aufgesetzt. Es war daher vielleicht doch nicht so ein guter Schachzug gewesen, ihren ersten angedachten Auftritt im Film AVENGERS: AGE OF ULTRON einfach unter den Tisch fallen zu lassen, um sie (nur) in einem eigenen Film kurz vor dem Finale im MCU plötzlich noch in den Ring zu werfen. Und was die anderen Figuren in den Comics betrifft, die alle mal mit dem Namen CAPTAIN MARVEL auftauchten, so hatte zumindest Produzent Kevin Feige ja schon im Vorfeld verkünden lassen, das diese innerhalb des MCU schlicht nie existieren würden. So gibt es im MCU eben nur eine CAPTAIN MARVEL und das ist eben Carol Denvers.

Auch hätte der Film CAPTAIN MARVEL eigentlich schon um einiges früher in die Kinos kommen und sich so im laufenden MCU einreihen sollen. Dem machten jedoch andere Marvel-Helden schlicht einen Strich durch die Rechnung. Denn als man SPIDER-MAN mit in das MCU einzubinden gedachte, verschob sich zu dessen Gunsten der Film hinsichtlich CAPTAIN MARVEL. Der Kinoauftritt der Heldin sollte deshalb im Oktober 2018 stattfinden. Eine weitere Verschiebung erfolgte dann aber nochmals zugunsten des Film ANT-MAN AND THE WASP, weshalb der Kinoauftritt von CAPTAIN MARVEL sich erneut nun auf März 2019 verschob. Durchaus plausibel, denn SPIDER-MAN ist schon generell eine gewisse Größe im Marvel-Universum und nach dem Erfolg des Film ANT-MAN konnte man hier auch eine entsprechende Fortsetzung nicht wirklich auf die lange Bank schieben.

Captain MarvelBrie Larson macht hierbei allerdings auch keine schlechte Figur als CAPTAIN MARVEL, kann nach meiner Einschätzung allerdings nicht wirklich an die ebenfalls weibliche Heldenfigur BLACK WIDOW im MCU heranreichen, die hier von Scarlett Johansson gespielt wird. Ein Punkt also dafür, das ein eigener Film hinsichtlich BLACK WIDOW im MCU immer noch ganz oben auf der Tagesordnung steht. Der wird auch noch kommen, wie ich unlängst schon lesen durfte, doch dürfte sich die Handlung hier wohl ebenso wie bei CAPATIN MARVEL eher in der Vergangenheit ansiedeln. Schließlich sollen wohl nicht alle Helden des MCU das Finale in AVENGERS: ENDGAME überstehen, um so wieder Freiraum für neue, noch kommende Helden aus dem Marvel-Universum im MCU zu schaffen. Man darf also für das eine oder andere Tränchen durchaus schon mal das Taschentuch bereithalten, wenn man beim nächsten Film der AVENGER sich in die Kinosessel lümmelt (oder beim Heimkino auf dem Sofa).

Eine weitere Auffälligkeit bei CAPTAIN MARVEL ist eben der Feminismus, der hier einem schon schlagkräftig aufs Auge gehauen wird. Da wimmelt es nämlich nur so von weiblichen Charakteren in vielen wesentlichen Bereichen. Ich will hier auch nicht unbedingt darauf eingehen, ob diese gewollt offensichtliche Frauenpower das gewünschte Ziel im Denken der Zuschauer erreicht (oder vielleicht doch nicht). Ebenfalls auffällig und durchaus in meinen Augen recht positiv wirkt sich dieser Film auf die jüngere Version von Nick Fury aus, über den ich hier wirklich einige male schmunzeln durfte. Kam er doch hier mal nicht so beinhart herüber, wie bei seinen bisherigen Auftritten im MCU. Die etwas lustigere Seite steht ihm hier dabei wirklich nicht schlecht und ist auch durchaus recht sehenswert.

Wenn ich allerdings sagen sollte, welchen Favoriten ich persönlich im Film CAPTAIN MARVEL habe, so komme ich hier nicht darum herum, die Katze (oder ist es doch ein Kater?) Goose an die Spitze meiner persönlichen Hitliste zu stellen. Ihre Auftritte stehen zwar nicht wirklich im direkten Fokus der Handlung, doch wenn sie ins Bild kommt, war bei mir ein Lacher durchaus garantiert. Alleine schon für diese Szenen mit Goose lohnt es sich, bei CAPTAIN MARVEL reinzuschauen. Da kann selbst dieser galaktisch-nervige Waschbär Rocket samt Groot aus GUARDIANS OF THE GALAXY gegenüber Goose bei mir nicht mithalten.

Captain MarvelMeine Filmkritik:
Das Kostüm von CAPTAIN MARVEL hätte wie in den Comics durchaus etwas sexy ausfallen dürfen. Denn hier legte man leider mehr Wert darauf, dass das Kostüm schlicht eher wie ein kunterbunter Kampfanzug aussieht, bei dem man aus der Entfernung nicht einmal wirklich gesichert ersehen kann, ob es sich hier um eine weibliche Heldin oder doch eher um einen männlichen Helden handelt. Zumindest dürfte diese Version eines in den Farbtopf gefallenen Overal den eher prüden US-Amerikanern besser gefallen, die beim Anblick einer weiblichen Brustwarze schon Zustände von Atemnot und unregelmäßiger Herzschläge vorweisen.

Auch was den Ablauf des bisherigen MCU an sich betrifft, wirkt die Figur der CAPTAIN MARVEL eher etwas reingestopft und damit für mich persönlich auch leider wie ein gewisser Fremdkörper. In jedem Fall hätte man dies aus meiner Sicht etwas besser lösen können, als man es hiermit nun getan hatte.

So komme ich, wenn ich ehrlich bin, eigentlich persönlich nur auf zweieinhalb von insgesamt fünf Punkte in der Gesamtbewertung. Das es dann doch noch vier Punkte werden, liegt schlicht daran, das Nick Fury, wie immer gespielt von Samuel L. Jackson, hier um einiges lockerer auftritt und nicht so verbissen wie in den anderen Auftritten im bisherigen MCU. Der nächte Kandidat, der meine Bewertung noch etwas nach oben navigierte, ist ganz klar die Katze Goose, die in ihren wenigen Auftritten immer ein Lachen auf mein Gesicht zaubern konnte. Nicht wirklich etwas anfangen konnte ich hier allerdings mit den Skrull, die zwar (im Gegensatz zu den Kree) hier recht ordentlich in Szene gesetzt wurden, dessen Geschichte allerdings absolut nichts mehr mit der aus den Comics gemein hatte. Ob es also wirklich immer so gut ist, wenn man sich so extrem von den vorhandenen Vorlagen aus den Comics der 60er bis 80er Jahre löst, lasse ich hiermit also mal einfach im Raum als mögliche Grundlage einer Diskussion unter Fans stehen.

Das soll nun nicht heißen, das man sich diesen Film aus dem MCU eigentlich auch schenken könnte. Action und viele schrille wie bunte Szenen gibt es hier genug zu sehen und der Spaß an sich ist durchaus vorhanden. Ein weiterer Punkt, weshalb man den Film einfach gesehen haben muss, ist der Umstand, das hier offene Fragen beantwortet werden, damit mit dem Finale in AVENGERS: ENDGAME das bisherige MCU ein wirklich rundes und schlüssiges Bild abgibt.

Dies reicht bei mir allerdings leider nicht dafür, nun diesen Film mit dem schlichten Titel CAPTAIN MARVEL in die oberen Ränge der bisherigen MCU-Filme zu platzieren. Zu meckern gibt es hierbei auch nichts, was das Spiel der jeweiligen Darstellerinnen und Darsteller angeht. Und im Grunde könnte man eventuell sogar sagen, das man in diesem Punkt auch alles richtig gemacht hat. Trotzdem löst bei mir der Film CAPTAIN MARVEL einen gewissen faden Beigeschmack aus, weshalb es mir nicht gelingen will, ihn in der bisherigen Hitliste der MCU-Verfilmungen ziemlich weit oben zu platzieren. Aber dieses Problem hatten trotz vieler genialer Szenen, die mitunter durchaus ein wahrer Augenschmaus sein konnten, auch die filmischen MCU-Beiträge zu THOR und THE GUARDIANS OF THE GALAXY, die sich bei meiner persönlichen Hitliste des MCU eher im unteren Bereich tummeln. Andere Fans mögen dies durchaus anders sehen, aber zumindest möchte ich da mein Herz nicht zur Mördergrube machen und ehrlich meine Meinung in die Gesamtdiskussion mit einbringen.

Captain MarvelCaptain Marvel
(Captain Marvel)
mit Samuel L. Jackson, Brie Larson, Jude Law, Annette Bening, Gemma Chan, Ben Mendelson, Clark Gregg, Lashana Lynch,  Akira Akbar, Rune Temte, Mckenna Grace, Colin Ford, London Fuller, Algenis Perez Soto, Robert Kazinsky, Chuku Modu u.a.
Regie: Ryan Fleck, Anna Boden
Drehbuch: Meg LeFauve, Anna Boden, Ryan Fleck, Nicole Perlman, Geneva Robertson-Dworet
Produktion: Kevin Feige
Musik: Pinar Tobrak
Genre: Science Fiction/Fantasy
Laufzeit: 124 Minuten (BD)
DVD/FSK: 12 Jahre
Extras: Zusätzliche Szenen, Pannen beim Dreh, Audiokommentar, Featurettes
Vertrieb: Marvel Studios
USA 2019

Kommentare  

#16 matthias 2019-07-26 20:26
zitiere Friedhelm:
@mathias: So ist das mit uns..., den alten Veteranen..immer einen mit einem Fuß im gestern... :-* ;-)
Man kann diesen "wundervollen" Zeiten einfach nicht entkomen... :-)

Ich hätte auch gerne diese Comics gelesen. Die Abgrenzung vor diesen westlichen Publikationen aller Art nehme ich der DDR am meisten übel. Nicht die fehlende Reisefreiheit, oder das Klischee der Bananen war es hauptsächlich. Nein, das völlige Fehlen unabhängiger (und auch trivialer) Publikationen war es, was nervte.
Und die Grenze war nicht ganz dicht. Es kam extrem wenig durch, aber dieses wenige wurde gepflegt und weiter gegeben. Das heißt also: Wir wußten bzw. wir ahnten, was es alles so gab. Und das war noch schlimmer. Und nach Öffnung konnte und wollte man nicht alles nachholen (aber vieles!)
Comics z.B. waren bei mir nicht dabei ...
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