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Star Wars Episode 7 oder das einschläfern der Macht

Star Wars: Das Erwachen der Macht (Star Wars: The Force Awakens)Star Wars Episode 7 oder ...
... das einschläfern der Macht

Nun kam sie also am Pfingstmontag bei RTL, die Fortsetzung und damit siebte Episode der Star Wars-Saga mit dem Titel STAR WARS: DAS ERWACHEN DER MACHT. Zeit also, sich mal diesen Film anzusehen, über den ich bisher nur gelesen hatte, oder den einen oder anderen Trailer sah. Letzteres hatte mich schließlich nicht gerade dazu getrieben, mir den Film im Kino ansehen zu wollen, oder ihn mir späterhin gar als DVD oder BD zuzulegen.

Star Wars: Das Erwachen der Macht (Star Wars: The Force Awakens)Auch kann ich wahrlich nicht behaupten, das mich diese Fortsetzung  jetzt im Nachhinein im Fernsehen doch noch vom Hocker gehauen hätte. Nun stellte sich mir natürlich die Frage, wie verarbeitest du das nun in einem Artikel, um nicht gleich den Hardcore-Fans gewaltig auf die Füße zu treten. Aber auch da bekam ich dann beim schreiben so meine Schwierigkeiten. Denn immer wieder gingen da die Pferde wieder mit mir durch, so das der Artikel wohl so seine Überspitzungen haben wird, die so einen Fan locker rotieren lassen können, als klammere er sich verzweifelt an einen laufenden Ventilator. Aber wie gesagt, meine persönliche Meinung und Kritik ist schließlich auch nicht in Stein gemeißelt und am Ende sollte sich da schließlich dann doch jeder seine eigene Meinung bilden. Hier also meine Meinung zur Entwicklung in einer weit entfernten Galaxis:

Star Wars hat ja gleich mehrere Generationen in ihren Bann gezogen. Die erste Trilogie (Episode IV. - VI./1977, 1980 und 1983) dürfte, was den Erfolg anging, schließlich selbst George Lucas noch überrascht haben. Danach brach allerdings für die weltweite Fan-Gemeinde eine dunkle Zeit an. Und man hoffte, das dieser Trilogie irgendwann neue Abenteuer aus dem Star Wars-Universum folgen würden.

Erst 1999 waren dann endlich durch George Lucas wieder Weltraumschlachten angesagt, indem er die Vorgeschichte der ersten Trilogie in den Kinos an den Start brachte. Gut, mit dem Alien Jar Jar Binks hatte er sich da irgendwie in Episode I. - III. nicht gerade einen Gefallen getan, trotzdem konnte das die allgemeine Begeisterung der alten wie neuen Fans nicht wirklich ankratzen. Und die neuen Darstellerinnen und Darsteller wie Ewan McGregor als Obi-Wan Kenobi, Natalie Portman als Prinzessin Amidala und Hayden Christensen als Anakin Skywalker konnten auch ohne Probleme das Zepter von Mark Hamill als Luce Skywalker, Harrison Ford als Han Solo und Carrie Fisher als Prinzessin Leia locker übernehmen und ihrerseits weiter tragen.

In beiden Trilogien konnten sich aber auch weitere Darsteller sofort fest in die Köpfe der Zuschauer spielen. Sei es nun Alec Guinness als Obi-Wan Kenobi, Christopher Lee als Count Dooku, Samuel L. Jackson als Mace Windu oder Liam Neeson als Qui-Gon Jinn. Selbst Peter Cushing brannte sich als Gouverneur Tarkin direkt ins Gedächtnis der weltweiten Fans und natürlich auch bei mir. Zwar waren sie im Vorfeld schon schauspielerisch nicht gänzlich unbekannt, doch sie schufen auch hier eine direkte Verbindung zwischen ihren Namen und dem Star Wars-Universum.

Die einzelnen Kinofilme hatten aber auch eine jeweilige eigene Geschichte, welche sich einprägte und sich darüber hinaus von der vorherigen, oder zukünftigen Episode klar unterschied. Man nennt so etwas Entwicklung und die war in den insgesamt ersten sechs Kinofilmen eben im positiven Sinne vorhanden. Man mag da trotzdem kritisch über gewisse Einzelheiten streiten können, aber man konnte nie behaupten, das die Filme nicht konstant ihre Entwicklung weiter führten, ohne sich hierbei offensichtlich in der Handlung negativ zu wiederholen.

Star Wars: Das Erwachen der Macht (Star Wars: The Force Awakens)Zwar neu durchdacht, aber leider zu bekannt:
Man kann J.J. Abrams, der nun bei STAR WARS: DAS ERWACHEN DER MACHT nicht nur Regie führte, sondern auch am Drehbuch mitfeilte, nicht unbedingt vorwerfen, Neuerungen und mutige Veränderungen nicht zu wagen, wenn es um Kinofilme geht, die auf anderen Filmen oder Fernsehserien basieren. Mit STAR TREK hat er dies durchaus bewiesen, auch wenn er damit nicht unbedingt immer den Nerv der alten Fans getroffen hatte. Und natürlich ist STAR WARS: DAS ERWACHEN DER MACHT nun kein Remake geworden. Trotzdem hielt sich bei mir die Spannung bald ziemlich weit unten auf, denn in der Story wimmelt es eigentlich nur so von leidlich bekannten Versatzstücken aus der ersten Star Wars-Triloge und hier besonders auch aus dem ersten Kinofilm, der damals noch in Deutschland unter dem Titel KRIEG DER STERNE in die deutschen Kinos kam.

Da gibt es dann ein organgenes, kleines und wohl weibliches Alien, das im Ansatz ein wenig das Flair von Yoda versprüht, diesem aber dann doch nicht das Wasser reichen kann. Irgendwie erinnert mich diese Figur aber auch an die Schauspielerin Linda Hunt aus der Serie NAVY CIS: L.A. (besonders durch diese hübschen dicken Brillengläser und die geringe Körpergröße). Das kommt nicht von ungefähr, denn auch in dem Disney/Pixar Animationfilm taucht eine recht ähnliche Figur in DIE UNGLAUBLICHEN - THE INCREDIBELS als Edna "E" Mode auf. Oder nehmen wir mal den typischen Todesstern, aus dem man nun gleich einen ganzen umgebauten Planeten gemacht hat, statt hier diese Superwaffe von Grund auf im Weltraum zu bauen. Macht aber nichts, schließlich ist klar, das die Rebellen den eh am Ende vernichten werden. Kennt man ja irgendwoher. Statt hier also eher auf Größer zu setzen, hätte man sich auch mal was neues einfallen lassen können, denn für eine weitere Trilogie ist diese Idee nun wirklich ausgelutscht bis zum stillstand der Kaumuskeln.

Star Wars: Das Erwachen der Macht (Star Wars: The Force Awakens)R2-D2 beschwert sich über seinen neuen Arm, weil der nicht golden glänzt und C-3PO steht erst einmal nutzlos in einer Ecke rum. Dafür gibt es dann einen neuen kleinen Roboter, der irgendwie an einen Fußball mit Kopf erinnert und eben noch eine Spur niedlicher wirkt als C-3PO. Diese Droideneinheit nennt sich hier übrigens BB-8 und fällt deshalb auf, weil er einfach wie eine typische Disney-Figur aussieht und Disney hat ja schließlich die Hand auf Lucas-Film. Wenn ich ehrlich bin, hatte ich da nur noch darauf gewartet, das im nächsten Moment auch noch der Roboter WALL-E um die Ecke kommt und den Müll wie in seinem eigenen, zumindest lustigeren Pixar-Animationsfilm, wegräumt.

Die Handlung von STAR WARS: DAS ERWACHEN DER MACHT spielt zwar offiziell rund 30 Jahre nach dem Zusammenbruch des galaktischen Imperiums (also nach STAR WARS: DIE RÜCKKEHR DER JEDI-RITTER/Episode VI.), aber trotzdem - oder besser gesagt, seltsamer Weise - hatte ich viel zu oft Szenen vor Augen, die mich direkt an eben diesen ersten Star Wars-Film erinnerte (Episode IV.: EINE NEUE HOFFNUNG). Das machte die Handlung schlicht einfach zu vorhersehbar. Und ehrlich gesagt, am Ende hat sich diese Vorhersehbarkeit dann auch negativ leider bestätigt.

Ich kann es also drehen und wenden wie ich möchte, aber irgendwie bekomme ich hier einen zwar neuen Schlauch serviert, in dem dann aber doch nur der alte Wein, mittlerweile zu Essig geworden, vor sich hindümpelt. Da hatte Daniel Kaiser vom  Norddeutschen Rundfunk meiner persönlichen Meinung nach wirklich nicht zu hart kritisiert, als er bescheinigte, das "der Film nur ein Aufguss" von reichlich bekanntem ist.

Star Wars: Das Erwachen der Macht (Star Wars: The Force Awakens)Die Darsteller, oder geht es auch noch etwas blasser?
Was die Darstellerinnen und Darsteller angeht, so dürfte STAR WARS: DAS ERWACHEN DER MACHT wohl eher bei mir als der Film der SF-Fantasy-Reihe im Gedächtnis bleiben, in dem die Stars wie Harrison Ford, Carrie Fisher und Mark Hamill den Kreis entgültig schließen. Denn in dieser neueren Trilogie werden sie alle ihr Leben dann wohl endlich aushauchen dürfen. In STAR WARS: DAS ERWACHEN DER MACHT tut dies schließlich schon einmal Harrison Ford als gealteter Han Solo in einer ergreifenden Szene, in der er von seinem eigenen Sohn auf dem Todesplaneten (statt Todesstern) getötet wird. Man kann hier wirklich sagen, das man hier ohne große Mühe gleich den Tod von Obi-Wan Kenobi durch Lord Darth Vader aus dem allerersten Film wie eine Blaupause genommen hatte. Meine Reaktion im Vorfeld des Todes von Han Solo war dann auch entsprechen ein "das kenne ich doch irgendwoher" und endete dann in einem "ja, nett neu interpretiert". Was die Spannung betraf, blieb die Kurve allerdings (wie leider so oft in diesem siebten Film) bei mir persönlich unter der bekannten Null-Linie.

Lustig empfand ich hingegen ziemlich zu Anfang die Szene wo die junge Schrottsammlerin Ray auf einem Stück Blech einen Sandberg herunter rutscht. Die Szene erinnerte mich nämlich gleich an eine Szene der US-Kino-Komödie SCHÖNE BESCHERUNG von 1989 mit Chevy Chase, wo dessen Figur des Clark Griswold Jr. auf einem Wok sitzend mit einem Affenzahn einen Schneehügel runter rutscht, so das am Ende selbst der Wok ein Loch aufweist (weil er dabei auch funkensprühend eine Fahrbahn überquert) und Clark sich entsprechend den Hintern verbrannt hat. Okey, dies passiert hier Ray im Sand nicht, aber diese plötzliche Erinnerung war trotzdem durchaus lustig.

Man kann allerdings hier durchaus festhalten, das Ford, Hamill und Fisher auch durch STAR WARS: DAS ERWACHEN DER MACHT in Erinnerung bleiben werden. Da muss man ihr eher behäbiges Spiel nicht gesondert kritisieren, schließlich haben sie ja auch ein gewisses Alter zu diesem Zeitpunkt erreicht gehabt, wo man eben nicht mehr wie junge Hüpfer über die Leindwand turnt. Schließlich gehören sie aber auch bei Star Wars schlicht zum Urgestein des weltweit berühmten SF-Märchens. Aber wie sieht es denn nun mit den neuen Gesichtern aus, die hier die Saga weiterführen?

Star Wars: Das Erwachen der Macht (Star Wars: The Force Awakens)Was Daisy Ridley angeht, so kann ich hier schon einmal bescheinigen, das sie ganz niedlich im Film wirkt. Allerdings muss man hier wohl ihre Rolle als Ray wohl noch ordentlich mit einer vernünftigen Handlung unterfüttern, denn mich persönlich hatte ihre Rolle der Ray jetzt nicht wirklich vom Hocker gehauen. Und irgendwo konnte man sich hier auch bald ohne viel Phantasie vorstellen, wer hier irgendwann in nächster Zeit vielleicht die magischen Worte von Darth Vader, "ich bin dein Vater" wiederholen könnte. Ich schätze mal, sollte dieser Moment in einem der zwei noch folgenden Star Wars-Filmen bei ihrer mit Sicherheit noch anstehenden Fernsehausstrahlung folgen, werde ich um ein herzhaftes Gähnen wohl wirklich nicht mehr vorbei kommen.

Aber auch in Richtung von John Boyega, der den Finn spielt, muss ich persönlich hier sagen, das er recht blass blieb. Man merkt das übrigens recht schön daran, das man die Gesichter dieser Darstellerinnen und Darsteller schlicht und ergreifend recht schnell wieder vergisst, wenn der Film am Ende ist. Zumindest halte ich es nicht unbedingt für ein gutes Zeichen, wenn ich mir nochmals Bilder der besagten Schauspieler nach recht kurzer Zeit googeln muss, um mir hier nochmals das betreffende Gesicht in Erinnerung zu rufen.

Aber auch auf der anderen Seite, also der dunklen Macht sieht es nicht wirklich besser aus. Adam Douglas Driver gibt sich zu Beginn in seiner Rolle als Kylo Ren (und Sohn von Han Solo) redlich Mühe. Doch die Präsenz eines Darth Vaders bekommt er nicht wirklich hin und der Versuch hierzu wird in der Handlung dann auch leider immer mehr demontiert. Am Ende bleibt ein eher verwirrter junger Mann der zwischen den Stühlen von Gut und Böse steht und - um irgendwie die Kurve zu kriegen - sich wieder für das Böse entscheidet und  dafür nebenbei seinen eigenen Vater (Han Solo) tötet.

Das hätte man schlicht besser lösen können, wenn man mutiger gewesen wäre und nicht auf viele bereits bekannte Versatzstücke zurückgegriffen hätte. Das Zauberwort heißt Vorgeschichte bei den neuen Figuren und sei sie noch so kurz eingebracht. Denn der Zuschauer erfährt nicht, warum Ray zur Schrottsammlerin auf einem Wüstenplaneten wurde, Finn sich so konsequent gegen die brutale Politik der "Ersten Ordnung" stellt (obwohl man dies noch am ehesten auch ohne Vorgeschichte zusammenreimen kann), oder warum Kylo Ren sich der dunklen Macht zugewandt hat. Der geschmolzene Helm von Großvater Darth Vader kann schließlich nicht alleine der Grund sein.

Natürlich können diese tieferen Einblicke in den noch kommenden zwei Episoden noch folgen, doch dann sehe ich dies eher als die schwächere Lösung an, weil mich der Film STAR WARS: DAS ERWACHEN DER MACHT nun nicht wirklich reizt, nun genau den weiteren Filmen entgegen zu fiebern. Und wer sich bei J.J. Abrams bisher gestört hatte, wie er bei STAR TREK ein Raumschiff wie die Enterprise darstellt, der sollte hier wahrlich aufschreien, denn hier hat der Millenium Falken dermaßen viel Bodenkontakt beim fliegen, das er eigentlich schon bis auf die letzte Schraube oder Niete hätte auseinanderbrechen müsste. Sorry, aber das hatte schon etwas von einem Elchtest auf einer planetaren Teststrecke für Raumschiffe.

Bleibt dann noch der neue Oberbösewicht, der hier nur als übergroßes Hologramm gezeigt wird, welches auch ein wenig verschwommen im Bild auftaucht. Die Idee ist nicht mal schlecht, nur musste man den Oberbösewicht nun unbedingt von der Optik her in Richtung Gollum trifft Zombie gestalten?

Star Wars: Das Erwachen der Macht (Star Wars: The Force Awakens)Mein persönliches Fazit:
Ja, jetzt habe ich den Film STAR WARS: DAS ERWACHEN DER MACHT auch gesehen. Schließlich hatte ich schon damals gesagt, das ich mir diese neuen Filme zu Star Wars wohl erst dann reinziehen werde, wenn sie denn im Fernsehen ausgestrahlt werden.

Das lag z.B. an den Trailern, die ich damals zu diesem ersten Film gesehen hatte, und die mich als eigentlichen Fan von Star Wars nicht gerade dazu antrieben, mir diesen Film zumindest gleich bei ihrer DVD bzw. BD Vermarktung zu besorgen. Was die neuen Figuren betrifft, wurde ich hier glatt negativ ins kalte Wasser geschmissen. Da tauchen nämlich zu viele Fragen auf, wie etwa: Hat die Republik denn die ganzen 30 Jahre nach der Zerstörung des Todesstern und der Niederlage des Imperium nur gepennt? Warum klafft nach rund 30 Jahren bei Luke Skywalker immer noch ein so gewaltiges Loch zwischen Anspruch und Wirklichkeit, so das er sich selbst in die Einsamkeit verzogen hat wie ehedem Yoda, der zumindest einen triftigen Grund vorweisen konnte? Und was waren Han und Leia für Eltern, wenn sie bei der Erziehung ihres Sohn nicht ab einem gewissen Zeitpunkt die Zeichen der Zeit erkannt haben? Oder wie sah überhaupt ihr Einfluss auf die Entwicklung ihres Sohnes aus? Fehler kann man in der Erziehung schließlich viele machen, aber hier scheinen Leia und Han wohl schon von Beginn an völlig versagt zu haben.

Aber lassen wir die Details einmal bei Seite und sehen den Film nochmals in seiner ganzen Bandbreite an. Vieles lief hier nämlich eigentlich zu hektisch ab, was schon den Gesamteindruck schlicht etwas störte. Und auch die vielen Rückgriffe auf bereits Bekanntes bis hin zu der Erwähnung einer Müllpresse trübten hier meinen Genuss von Minute zu Minute mehr. Man wird das Gefühl einfach nicht los, das die Fortsetzung, 30 Jahre nach den Ereignissen von STAR WARS: DIE RÜCKKEHR DER JEDI-RITTER, mit einem heimlichen Remake von STAR WARS: EINE NEUE HOFFNUNG schwanger lief.

Aus dem jungen Luke Skywalker wird die junge Ray, aus dem Raumhafen Mos Eisley des Wüstenplaneten Tatooine wird eine billig wirkende kleine Zeltstadt für Schrott-Fetischisten und der böse Gegenspieler Darth Vader wird zu einem jungen Burschen, der sich selbst nicht einmal wirklich unter Kontrolle hat. Im Grunde bleibt alles in dem Film einfach zu vorhersehbar und konnte bei mir nicht einmal im Ansatz die Faszination entwickeln wie etwa STAR WARS: DIE DUNKLE BEDROHUNG, den ich schon wegen der (für mich völligen) Fehlbesetzung durch den kleinen Jake Lloyd als Anakin Skywalker  und der überzogenen Figur des Jar JAr Binks (gespielt von Ahmed Best) für den schlechtesten Film der zweiten Trilogie seitens George Lucas hielt. Dies hat bei STAR WARS: DAS ERWACHEN DER MACHT nicht nur etwas mutloses, sondern wirkt auf mich schlicht und ergreifend schon phantasielos.

Star Wars: Das Erwachen der Macht (Star Wars: The Force Awakens)Da die dritte Episode dieser neuen Trilogie wohl im Dezember 2019 auch hier in Deutschland in die Kinos kommen wird, wird es daher wohl auch noch sehr lange dauern, bis das ich mir den mal im Fernsehen ansehen könnte. Das jucken in den Fingern, was ich zu Beginn der zweiten Trilogie als Fan noch verspürte, kommt jedenfalls nach der Sichtung von STAR WARS: DAS ERWACHEN DER MACHT nicht mehr auf. Schade eigentlich, denn es hätte so schön sein können. Zumindest hat man schon unter dem Dach von Disney gemerkt, das Star Wars auch mit einer Generationen umspannenden Fan-Gemeinde nicht zwangsläufig immer in den Kinos zu einem Selbstläufer wird.  Denn die Einnahmen an den Kinokassen nur in den USA und Kanada waren für die filmische Auskopplung SOLO: A STAR WARS STORY (2018) bereits eher ein Desaster. Konnte dieser Film bei Produktionskosten von rund 250 Millionen US-Dollar dort nur 213,7 Millionen US-Dollar wieder einspielen. So etwas nennt man im "eigenen Haus" ein sattes Verlustgeschäft, weil es hier die Kosten nicht einmal mehr deckeln konnte. Zum Glück wurde dies kein völliges finanzielles Fiasko, weil der Film weltweit zumindes noch auf 393 Millionen US-Dollar als Gesamteinnahmen blicken konnte.

Gesamt gesehen sehe ich auch nach der Sichtung von STAR WARS: DAS ERWACHEN DER MACHT dieses SF-Märchen weiterhin in meiner privaten Filmsammlung mit den ersten zwei Trilogien als abgeschlossen an. Denn was hier, 30 Jahre nach dem Ende des Imperium in einer weit, weit entfernten Galaxis filmisch erwacht ist, ist schlicht nur die Mut- und Phantasielosigkeit, die ich mir nicht auch noch als Filmkonserve ins Regal stellen, geschweige denn ein zweites mal ansehen muss. Bleibt von meiner Seite her nur zu hoffen, das man bei Lucas-Film/Walt Disney in Sachen Star Wars irgendwann noch mal die Kurve kriegt. Zumindest wäre es schade, wenn dieses wegweisende galaktische Märchen der großen Leinwand nun schleichend in der Belanglosigkeit untergehen würde, nur weil die Macher sich lustig an den alten Ideen bedienen um diese dann in einem leidlich neuen Kleidchen zu verwursten. Der Hardcore-Fan mag dies anders sehen, aber für so viel "Hardcore" müsste ich meine Augen wahrlich sehr fest verschließen müssen. 

Star Wars: Das Erwachen der Macht (Star Wars: The Force Awakens)Star Wars: Das Erwachen der Macht
(Star Wars: The Force Awakens)
mit Harrison Ford, Cerrie Fisher, Mark Hamill, Daisy Ridley, John Boyega, Adam Driver, Jimmy Vee, Anthony Daniels, Gwendoline Christie, Peter Mayhew, Joonas Suotamo, Lupita Nyong'o, Oscar Isaac, Andy Serkis, Domhnall Gleeson u.a.
Regie: J.J. Abrams
Drehbuch: Lawrence Kasdan, J.J. Abrams, Michael Arndt
Musik: John Williams
Erscheinungsjahr: 2015
Genre: Science Fiction/Fantasy
Produktionsland: USA
Laufzeit: 135 Minuten
Altersfreigabe/FSK: 12 Jahre
Fernsehausstrahlung: 10. Juni 2019/20:15 Uhr
Sender: RTL


Kommentare  

#1 Friedhelm 2019-06-17 11:09
Zitat:
Man mag da trotzdem kritisch über gewisse Einzelheiten streiten können, aber man konnte nie behaupten, das die Filme nicht konstant ihre Entwicklung weiter führten, ohne sich hierbei offensichtlich in der Handlung negativ zu wiederholen.
Stimmt eigentlich nicht soooo ganz: E VI kann man auch schon fast als "leichtes" Remake bezeichnen. Da war doch einiges eher Variation aus EIV. Dann sollte man auch nicht übersehen, dass der gute George Lucas einige Ideen noch während des Drehs über den Haufen geworfen hat. Daraus entstanden dann diverse Unstimmigkeiten - das kriegt man, u.a. gut in den Episoden V und VI mit.


Was "Das Erwachen..." betrifft, da bin ich schon bei dir - der Film ist nicht mehr als eine Neuinterpretation der Episode IV, Und Abrahms war auch nicht unbedingt der richtige Mann für das Franchise, weil er einfach kein Star Wars-Fan ist. Er hat nur "irgendetwas" abgeliefert, um einen Film für die Fans zu rechtfertigen. Und meiner bescheidenen Meinung nach unterlief ihm ein beträchtlicher Fehler nach dem anderen. Die große "Übergabe" war nicht konsequent genug - und wurde auf weitere Episoden unnötig ausgedehnt. Dabei hätte man den Originalcast (Han Solo, Leia Organa und Luke Skywalker) nach einer gewissen Spielzeit komplett aus dem Film schreiben sollen, um den neuen Helden für die beiden folgenden Teile endgültig den "Stab in die Hand zu geben." Am Ende verspielt derFilm sogar seinen größten Trumpf - nämlich Luke Skywalker selber. Wenn schon kein endgültiger Abgang drin war, dann hätten Abrahms und sein Autorenteam Skywalkers ersten Auftritt gänzlich für Episode VIII aufsparen sollen, um den "mystischen Hype" um seine Person etwas länger aufrechthalten zu können."
Für mich war der Film mit Rays Abflug (und ihrer beginnenden Suche nach Skywalker) eigentlich schon zu Ende. Die neuen Darsteller reissen übrigens wirklich niemanden vom Hocker - und der Yoda-Ersatz (Maz Kanata) ist geschenkt.

Nun wird es ja nicht besser - Episode VIII sagt dir wahrscheinlich noch weniger zu. Und was mich betrifft, da erwarte ich Episode VIIII bereits mit recht mulmigen Gefühlen. Carrie Fisher ist tot und muss in diesem Teil als Archivmaterial durch die Story geistern. Bekanntlich soll die Handlung etliche Jahre nach E VIII einsetzen. Was wäre da einfacher gewesen, als Leias Tod im legendären Rolltext zu erklären.

Naja, ich war ja 1978, als "Krieg der Sterne bei uns hier anlief, gleich am ersten Abend dabei. Das damals vorherrschende Feeling können die neueren Filme mir eh nicht wiederbringen. Also, so what...
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#2 Laurin 2019-06-17 16:40
Zitat Friedhelm:
"Stimmt eigentlich nicht soooo ganz: E VI kann man eigentlich auch schon fast als "leichtes" Remake bezeichnen. Da war doch einiges eher Variation aus EIV. Dann sollte man auch nicht übersehen, dass der gute George Lucas einige Ideen noch während des Drehs über den Haufen geworfen hat. Daraus entstanden dann diverse Unstimmigkeiten - das kriegt man, u.a. gut in den Episoden V und VI mit. "

Jo, im Prinzip hast du da durchaus recht. Aber da bin ich doch eher auf dem Standpunkt, mal einfach über solche Unebenheiten hinweg zu sehen. Übel nehme ich Lucas eher die Teddybären, genannt Ewoks und den kleinen Anakin. Da konnte ich sogar besser mit Jar Jar Binks leben.

Aber bei DAS ERWACHEN DER MACHT ist es schlicht einfach zu offensichtlich, wie man hier etwas von der Handlung her einfach nur auf links dreht. Und ganz ehrlich, die hierzu noch folgenden zwei Episoden reizen mich so gar nicht wirklich mehr. Aber wenn die im Fernsehen kommen, will ich mal nicht so sein. Nur ist dies für mich schon das höchste der Gefühle (die da hinsichtlich STAR WARS noch übrig geblieben sind).
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#3 Friedhelm 2019-06-17 17:13
Was mir da gerade noch so einfällt:

Zitat:
Und die neuen Darstellerinnen und Darsteller wie Ewan McGregor als Obi-Wan Kenobi, Natalie Portman als Prinzessin Amidala und Hayden Christensen als Anakin Skywalker konnten auch ohne Probleme das Zepter von Mark Hamill als Luce Skywalker, Harrison Ford als Han Solo und Carrie Fisher als Prinzessin Leia locker übernehmen und ihrerseits weiter tragen.
Also, wenn du mit der neuen Trilogie schon nicht warm wirst, dann wundern mich diese wohlwollenden Wort schon irgendwie.

Die "Prequelteile sehen nämlich erstrecht so aus, als hätte Lucas gar nicht gewusst was er da tat. Hatte man sich gerade an die Macht gewöhnt, kam er nun mit den merkwürdigen Medicloriana (sorry, weiss gerade nicht wie man die schreibt).
Der weitere Storyverlauf bis zum Finale der EIII wirkt künstlich gezogen. Überhaupt fand ich Anakins Beweggrund für seinen "Seitenwechsel" doch arg konstruiert, denn er hätte Padme in ihrer Not doch leicht zur Seite stehen können
Ich bin ganz und gar nicht der Meinung, dass die neuen Darsteller das Zepter so "locker übernehmen" konnten - und weitertragen? Das mag ich auch nicht bestätigen, weil die aktuellen Darsteller aus E7 und E8 fast noch farbloser sind.

Überhaupt unterscheidet sich das alles sehr von dem, was ich als Zuschauer gerne gesehen hätte. In meiner Fantasie wäre Luke garantiert zum Sith geworden - und in einem Duell zwischen ihm und Leia wären beide drauf gegangen. Palpatine, der ja nun in E9 wieder sein Unwesen treiben soll (Machtgeist oder was auch immer) hätte ich in E7 gleich (anstelle von Snoke, der eh nüscht brachte ) in irgendeinem der wichtigeren Charakter als Inkaranation wieder auftreten lassen. Und,,,und...und. mir würde noch so einiges in den Sinn kommen, aber dafür fehlt mir die Zeit und im ZS der Platz :P :-* ;-)
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#4 Laurin 2019-06-17 20:15
Ja, ja, die Mediclorianer oder wie immer man das nun schreibt, waren auch nicht gerade eine gute Idee, wobei ich diese Dialoge immer gerne beim anschauen überhöre. :-* :P

Aber ansonsten war da zumindest Spannung vertreten und man wurde mitgezogen von der Gesamtstory. Und so blass wie die Darsteller in DAS ERWACHEN DER MACHT sind, geht nun wirklich nicht mehr. Kein Vergleich für mich zu den Darstellerinnen und Darstellern aus STAR WARS I.-III., denn die Gesichter hatte ich kurz darauf nicht wieder völlig vergessen.

Ich mache das hier nun auch nicht an diversen Ungereimtheiten fest, die es durchaus bei der zweiten Trilogie gab. Sondern eben daran, das man uns hier nun schlicht nur noch einen abgestandenen Aufguss serviert, den ich ehrlich gesagt im Rückblick betrachtet nicht mal für ganz voll nehme. Das hat eher was von Fließbandarbeit aus einem uninspirierten Ersatzteillager.
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