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Ein spannender neuer Ansatz - »Kong: Skull Island«

Kong: Skull IslandEin spannender neuer Ansatz
»Kong: Skull Island«

Nun, ich muss nicht jeden Film wirklich mögen, aber ich muss zumindest einmal die Intention hinter einem Film-Franchises erkennen können. Dies gelingt in einer Filmkritik von Frau Hannah Pilarczyk in SPIEGEL-ONLINE vom 09. März 2017 allerdings wohl nicht.  Bei ihr fällt scheinbar nicht nur gerade alles durch, was das Kino aktuell zu bieten hatte, man gewinnt auch den Eindruck, das sie wohl auch nicht gemerkt hat, das die rosarote Zeit von Rosamunde Pilcher längst vorbei ist.

Auf den Film KONG: SKULL ISLAND hatte sie es allerdings in dieser Filmkritik besonders abgesehen und schmeißt in ihrer Kritik dann auch gleich mit markigen Worten wie "antemberaubend reaktionärer, menschenverachtender Schrott" um sich. Das es sich hierbei nicht um ein weiteres, dann wohl wirklich unsinniges Remake, von KING KONG handelt, nachdem Peter Jackson hier bereits 2005 ein durchaus mal ansprechendes Remake geliefert hatte, scheint ihr dabei noch geläufig zu sein. Schließlich hat sie ja scheinbar auch generell etwas gegen Fortsetzungen oder  Neuinterpretierungen von erfolgreichen Filmen bzw. mit dessen Figuren.

Kong: Skull IslandVon Filmkritik und Windbeuteln:
Nun gut, ein Film über "Die Leiden eines vergessenen Windbeutel" dürfte allerdings auch kaum wirkliche Massen von Zuschauern ins Kino ziehen können. Einen solchen Windbeutel präsentiert allerdings Frau Pilarczyk in ihrer Kritik, denn sie schmeißt munter mit markigen Worthülsen um sich, ohne diese jedoch dann auch mal konkret zumindest irgendwo anhand der Handlung von KONG: SKULL ISLAND wirklich festmachen zu können. Aber Worthülsen machen sich bekanntlich ja immer gut und vermitteln zumindest den Stallgeruch einer höheren Schulbildung.

Dabei gebe ich ihr durchaus recht, wenn sie eine seit vielen Jahren offensichtliche Ideenlosigkeit in Hollywood ankreidet. Man geht eben auch hier bei den Millionenbeträgen an Produktionskosten (bei KONG: SKULL ISLAND ca. 190 Millionen US-Dollar, wie sie richtig erkannte) gerne auf Nummer sicher. Das tut die Bundesregierung allerdings auch, weshalb sich die Wirtschaft und der Arbeitgeberverband seit Jahren die Hände reiben, während mit Hartz 4 die Würde des Menschen (eigentlich verbrieft im Grundgesetz) mit Füßen getreten wird. Tun wir also mal nicht so, als wäre Hollywood erst dann auf der Höhe der Zeit, wenn dort in der Phantastik plötzlich alternativ ein gigantisches Gummihuhn Angst und Schrecken verbreiten würde.

Das man hier durchaus bekanntes nutzt, um dieses in neuen Ansätzen für eine bewußt ganze Filmreihe in frischer Form einzubringen, scheint Frau Pilarczyk daher ebenfalls irgendwie entgangen zu sein. Wüsste sie nämlich, wovon sie da gerade so schreibt, dann hätte ihr zumindest auch auffallen müssen, das der Grundstein bereits 2014 mit dem japanischen Dauerbrenner der Monsterfilme GODZILLA gelegt wurde, welcher eine gemeinschaftliche Produktion seitens der US-Filmproduktionsgesellschaft Warner Bros. Entertainment und der japanischen Toho Company darstellte. In diesem Zuge war die Information, dass man für dieses durchaus neue Franchise auch KING KONG aus der Versenkung hervorholen würde, wahrlich nicht mehr neu, sondern eigentlich schon logisch.

Und Frau Pilarczyk, jetzt müssen sie ganz stark sein, denn mit dem Film GODZILLA: KING OF THE MONSTERS wird es voraussichtlich im Mai 2019 in diesem Franchise weiter gehen. Ihr dürfte dann bei einer neuerlichen Kritik allerdings wohl die kleine Teetasse in der Hand platzen, wenn sie dann noch registriert, dass auch mit besagtem KONG innerhalb der Filmreihe noch nicht das Ende erreicht sein sollte. Aber was den Fan eventuell in Hochstimmung versetzt, löst bekanntlich bei solchen Kulturwächtern seitens SPIEGEL-ONLINE mitunter eher Brechreiz aus. Dabei hätte auch ich glatt noch etwas zu kritisieren am Film KONG: SKULL ISLAND, aber dazu (dann wirklich inhaltlich) späterhin etwas mehr. Schließlich will ich hier zunächst einen kleinen Überblick über die Handlung des Film geben.

Kong: Skull IslandKong: Skull Island (Kong: Skull Island)
Der Film beginnt mit dem Absturz zweier Kampfflieger aus dem Zweiten Weltkrieg (einer US-Maschine und eines Japaners) auf der Insel. Sowohl der Pilot Hank Marlow als auch sein Gegner Gunpei Ikari überleben und bekämpfen sich weiter. Als Marlow zu verlieren droht, erscheint plötzlich der Riesenaffe Kong und beendet diese unsinnige Gegnerschaft (wie wir später im Film noch erfahren werden) für immer, so das aus erbitterten Feinden wahre Ferunde wurden.

Jahre später, 1973 haben die USA ihren Angriffkrieg (durchaus mittlerweile belegt) auf Vietnam verloren und wollen nun im Eiltempo ihre Truppen nach Hause holen. Hier sieht der Geologe Bill Randa von der Organisation Monarch nun die Möglichkeit, endlich die geheimnisvolle Insel Skull Island mit Hilfe einiger US-Militärs aus Vietnam zu untersuchen, weshalb er alles daran setzt, hier die nötige finanzielle und logistische Unterstützung der US-Regierung zu erhalten. Schließlich könnte auch die Sowjetunion bald dahinter kommen, dass mitten in einer seltsam stabilen Unwetterfront eine bisher unbekannte Insel verborgen liegt.

Bill Randa und sein Team von Monarch glauben nämlich, dass die Insel ein Tor zu einer unterirdischen Hohlwelt darstellt, in der sogar Lebewesen aus der Urzeit noch munter existieren könnten. Neben den Soldaten des Lieutenant Colonel Packard samt seinen  Kampfhubschraubern des US-Militär heuert man noch den Fährtenleser James Conrad und die Anti-Kriegsfotografin Mason Weaver an. Dabei gelingt es ihnen sogar mit einer Staffel der Kampfhubschrauber, die extreme Wetterfront zu durchdringen und beginnt sogleich damit, mit speziellen Bomben seismologische Daten zu sammeln um die geologische Struktur der Insel zu erforschen. Zu ihrer Freude entdecken die Forscher so recht schnell, dass sich ein gewaltiger Hohlraum unter der Erdkruste befindet, in der urzeitliche Wesen überlebt haben könnten.

Die Freude dauert jedoch nicht lange, denn plötzlich sehen sie sich dem Angriff eines gigantischen, 30 Meter großen Riesenaffen gegenüber, der die Bomben als einen Angriff wahrnimmt und nun mit aller Macht zurückschlägt. Trotz ihrer Waffen ist es für diese Kreatur ein leichtes, die Hubschrauber zum Absturz zu bringen, was auch nicht wenige Menschenleben kostet.

Die Überlebenden werden im weitem Umkreis des Dschungels zertreut, wobei sich bald zwei Gruppen bilden. Die eine Gruppe um Conrad und die Forscher macht sich auf, um in dem knappen Zeitfenster, was ihnen verbleibt, an einen Zielpunkt am Nordende der Insel zu gelangen, von dem sie wieder abgeholt werden können. Hierbei stoßen sie auch auf die auf der Insel lebenden Eingeborenen und den damaligen US-Piloten Marlow, der ihnen erklärt, dass der Riesenaffe Kong deren Gott und einziger wirklicher Schutz für die Eingeborenen gegenüber den grausamen Riesenechsen ist, welche er spontan als "Schädelkriecher" bezeichnet.

Kong: Skull IslandDie andere Gruppe um den Militaristen Packard sammelt indessen seine versprengten Soldaten auf um den überlebenden Soldaten Chapman sowie den Transporthubschrauber samt dessen Waffenarsenal zu finden. Dabei wird er von dem Rachegedanken getrieben, Kong zu vernichten, auch wenn dies dazu führen wird, dass die Schädelkriecher dann die Einwohner der Insel wiederum vernichten würden.

Mit einem aus den alten Kampfflugzeugen des Zweiten Weltkrieg gebauten Boot von Marlow und des mittlerweile verstorbenen Japaners Ikari setzt man nun alles daran, die Nordseite der Insel rechtzeitig zu erreichen, wobei man auch wieder mit Packard und seinen Männern zusammentrifft. Packard sinnt jedoch nach wie vor auf Rache an Kong und führt so alle in eine gefährliche Mission, in der sie von riesigen Büffeln, einer Riesenspinne und diversen anderen Monstern angegriffen werden.

Am Ende ist es sogar Packard, der alles in Flammen setzt, nur um Kong zu vernichten und die Eingeborenen so schutzlos den Schädelkriechern zu überlassen, mit denen man ebenfalls bereits Bekanntschaft gemacht hat und denen auch Bill Randa zum Opfer gefallen ist. Zwar ist auch seinen Soldaten mittlerweile aufgefallen, das Packard Rachegelüste schon mehr als krankhafte Züge angenommen haben, doch am Ende ist es Kong, der seinem Wahnsinn für immer ein Ende setzt.

Natürlich umfasst dieser Einblick in die Handlung nicht alles, was man im Film selbst präsentiert bekommt, aber ich will hier ja nun auch nicht zu viel spoilern hinsichtlich der Leserinnen und Leser, die bisher den Film KONG: SKULL ISLAND noch nicht gesehen haben. Hier allerdings auch alles an Handlung ausführlich zu behandeln, würde auch etwas den Rahmen eines Artikels zum Film sprengen. Zumal ich mir hier auch mal Luft machen musste über ein Beispiel angeblicher Filmkritik, welche so unter das lesende Volk gefeuert wurde, ohne wirklich mal Bezug auf den Film und seine Handlung oder gar seine Charaktere und Darsteller selbst zu nehmen.

Kong: Skull IslandEine "fast" perfekte Neuinterpretation:
Natürlich kommt man auch bei einer Neuinterpretation nicht daran vorbei, in Sachen KONG einiges einzubinden, was bereits hinlänglich bekannt sein dürfte. So wird man natürlich wieder mit SKULL ISLAND konfrontiert und auch diverse andere Monster dürfen hier kaum fehlen.

Das man hier allerdings nicht auf die üblichen Urzeitmonster wie dem Tyrannosaurus Rex und dergleichen trifft, macht den Film KONG: SKULL ISLAND dann durchaus jedoch wieder recht interessant. An frischen Ideen mangelte es hierbei also nicht. Sei es ein gewaltiger Wasserbüffel oder eine riesige Spinne, welche dann irgendwie in verschiedener Weise auch eine Symbiose mit der Pflanzenwelt eingegangen sind. Interessant im Ansatz ihrer Darstellung zu nennen, wären auch hier sicherlich die "Schädelkriecher", bei welchen man den Knochenbau wie ein außen liegendes Exoskelett betrachten kann. Ein weiteres kleines Highlight dürfte der Kampf KONG gegen einen Riesenkraken darstellen, welcher sogleich für KONG auch eine willkommene Mahlzeit darstellt.

Sowohl die hier vorliegende Grundidee, als auch das zeitliche Zusammenspiel mit dem Ende des Vietnamkrieges wirken durchaus für den Zuschauer nachvollziehbar wie auch spannend. Auch KONG ist gegenüber seiner früheren Interpretation um einiges größer, was hierbei durchaus logisch erscheint, wenn man ihn dann irgendwann in der Filmreihe einmal zum finalen Kampf gegen das japanische Monster GODZILLA antreten lassen möchte. Wann uns das dann filmisch erwartet, kann ich hier nun noch nicht weissagen, denn im nächsten Jahr erwartet uns dann erst einmal wieder GODZILLA im Kino, welcher uns hier in der Post-Credit-Szene von KONG: SKULL ISLAND bereits nahe gebracht wird. Und wer eben nicht schon beim Abspann des Film abgeschaltet hat, dem dürfte dabei aufgefallen sein, dass man da auch neben GODZILLA Bezug auf die bekannten japanischen Monster MOTHRA, RODAN und KING GHIDORAH nimmt, welche dann wohl auch zum Einsatz kommen könnten/werden. Da sagt der erste Trailer zu diesem Film ja noch nichts wirklich klares aus.

Ein Kritikpunkt von mir liegt allerdings darin, dass der erste Film dieses Franchise (GODZILLA aus dem Jahre 2014) nicht so recht dazu passen will. Zwar kann man kontern, dass der Film KONG: SKULL ISLAND zeitlich ja in die Vergangenheit platziert wurde, doch selbst dann gibt es da so einige kleine logische Ungereimtheiten, weshalb man den Film GODZILLA aus dem Jahre 2014 vielleicht doch eher als für sich stehend betrachten sollte, was allerdings nur meine persönliche Meinung ist.

Kong: Skull IslandEin weiterer Punkt betrifft eher meine persönlich kritische Sichtweise. Denn mal ehrlich, hätte man hier nicht bei KONG: SKULL ISLAND auf den typischen patriotischen US-Psychopathen in Form von Packard verzichten können, dem für Gott und Vaterland jegliche Gehirnmasse abhanden gekommen scheint?

Das diesem Militaristen der Vietnamkrieg jegliche grauen Hirnzellen weggebrannt hat, ist im Film bereits nach wenigen Minuten mehr als offensichtlich. So wirkt der Schauspieler Samuel L. Jackson leider nur wieder wie der (schon reichlich bekannte) harte Brocken, den er bereits bei den Marvel-Verfilmungen (MCU) etwa bei den AVENGERS als Nick Fury (mitunter aber positiver mit etwas hintergründigem Witz abgefedert) heraushängen lässt. Faktisch wie eine Art militaristischer Kapitän Ahab auf der Jagd nach dem weißen Wal verengt sich hier aber sein Hass auf KONG (und wohl auch auf den verlorenen Krieg in Vietnam, den er offensichtlich nicht akzeptiert) und macht ihn so zum Unsympath schlechthin. Zumindest hat mich die Darstellung dieser Figur so verärgert, dass ich ihm nach den ersten 45 Minuten bereits eine Kugel zwischen die Augen gewünscht hätte.

Das der Vergleich mit Kapitän Ahab dabei nicht hinkt, zeigt sich auch bei den Extras zum Film, wo Samuel L. Jackson selbst  dieses mehr als offensichtliche Gleichnis zum Film zieht. Mal ehrlich, hatte man im Film GODZILLA von 2014 bereits eine hirnverbrannte US-Militär-Show abgezogen, so serviert man uns nun in KONG: SKULL ISLAND den typischen militärischen Größenwahn der USA kompakt in Form eines einzelnen Charakters. Das hätte man auch sicherlich anders und besser lösen können, ohne hier wieder einmal in der Mottenkiste für Gott, Vaterland und Größenwahn herumkramen zu müssen.

Kong: Skull IslandDafür aber ein perfekter Rausch der Bilder:
Weitaus erfreulicher und angenehmer war der wirklich perfekte Bilderrausch was die Landschaftsaufnahmen anging. So wurden Szenen in Australien an der Gold Coast sowie Aufnahmen auf Hawaii wie etwa in Chinatown in Honolulu, sowie auf der Kualoa Ranch an der Ostküste von Hawaii gezeigt, wo man die Knochenfriedhof-Szenen umsetzte. Hinzu kamen Aufnahmen im Waikane Valley auf der Insel Ohau, welche ebenfalls zu Hawaii gehört.

Die absolut schönsten Aufnahmen finde ich persönlich, erfolgten jedoch in Vietnam, wo man faszinierende Landschaftsaufnahmen im Film zu sehen bekommt, die bisher noch in keinem Kinofilm zu sehen gewesen waren. Zu nennen wären hier die Landschaftsgebiete Van Long, Trang An oder Tam Coc in der Provinz Ninh Binh. Des weiteren kamen noch Aufnahmen in der Halong-Bucht aus der Provinz Quang-Ninh und aus dem Nationalpark Phong Nah-Ke Bang der Provinz Quang-Binh hinzu, welche aufgrund ihrer Schönheit bereits die Sichtung dieses Filmes alleine wert sind. Man muss sich hier auch vor Augen führen, dass man in diesem letzten, noch geschlossenen großen Waldgebiet in Vietnam bisher jede Menge verschiedener Säugetierarten gefunden hat, die so auf der Welt einmalig sind. Hinzu kommen auch weit über 100 Reptilien, Pflanzen und andere Tiere wie etwa Amphibien, die es sonst nirgendwo mehr auf der Erde gibt.

Ebenfalls noch recht lobend erwähnen möchte ich hier die Filmmusik im gesamten, wobei auch die Auswahl einzelner Songs hier recht treffsicher zur Handlung an sich, als auch zum Handlungszeitraum  passen und so das visuell gebotene dann akustisch noch perfekt unterfüttert.   

Kong: Skull IslandWenn man mit sich selber kämpft:
Ja, auch ich war mir im Vorfeld nicht so ganz sicher, ob ich mir den Film KONG: SKULL ISLAND antun sollte, als er dann als DVD bzw. BD auf den Markt kam. Da konnten mich auch die Lobeshymnen derer nicht gleich erweichen, die in diversen Foren über den Film schwärmten, da sie ihn bereits im Kino gesehen hatten.

Da ging es mir vielleicht sogar etwas wie Frau Pilarczyk, die bei Tee und Gebäck ein "nicht schon wieder der Riesenaffe" gestöhnt haben mag, um dann sogleich in Sachen öffentliche Filmkritik die Keule zu schwingen ohne wirklich auch nur einmal auf den Fim selbst und seine Handlung einzugehen. So ging also einige Zeit ins Land bis ich endlich mal wieder irgendwie Lust auf den Riesenaffen empfand und auch der Preis der BD merklich gesunken war. Ich muss allerdings auch gestehen, dass mich die ersten zwei gesichteten Trailer nicht wirklich für sich eingenommen hatten.

Aber was soll ich sagen? Was Umsetzung, frische Ideen und Effekte anging, so konnte KONG hier durchaus bei mir doch noch eine Menge Pluspunkte an Land ziehen. Auch die Besetzung und die verschiedenen Charaktere wussten mich durchaus zu überzeugen. Der Film machte mir als Fan des Phantastischen also durchaus Spaß, wäre da eben nicht Samuel L. Jackson in dieser unrührigen Rolle des verbitterten bis wahnsinnigen Militaristen gewesen, der mir ... Frau Pilarczyk, entschuldigen sie hier mal meine Ausdrucksweise ... wirklich gewaltig auf den Sack ging. Ich bin da ehrlich, wenn ich einen verrückten Amerikaner sehen will, schalte ich die Nachrichten ein, da kommt immer etwas von Donald Trump. Das reicht dann aber auch irgendwie an täglich verkraftbarem Irrsinn, man ist ja kein Masochist.

Packard als Neuinterpretation von Kapitän Ahab hätte es also nun wirklich nicht bedurft, denn seine einzige Daseinsberechtigung schien darin zu bestehen, Werbung für den harten und unnachgiebigen Militaristen der US-Armee zu geben - quasi also einen Papiertiger für Hamster - dem der Größenwahn am Ende ganz verdient, nur leider recht spät, ein Bein stellt. Im Film ist dieser überzogene Charakter daher leider fasst schon ein Störelement auf das man hätte locker verzichten können, ohne das die Spannungskurve des Films deshalb hätte schwächeln müssen.

Kong: Skull IslandMeine Filmkritik:
Ja, man greift auf einiges zurück, was leidlich schon in anderen Filmen zur Figur des KING KONG zu sehen war. Doch dies betrifft eigentlich - wenn man es genau nimmt - nur das Grundgerüst der Handlung.

Hinzu kommen nämlich jede Menge durchaus frischer Ideen, die die Handlung durchaus wieder interessant und inovativ machten. Als Teil einer Filmreihe um die wohl bekanntesten Filmmonster (USA wie Japan) kann sich dieser Monsterschinken daher durchaus sehen lassen und seine Daseinsberechtigung auch mit Kraft einfordern.

Etwas "menschenverachtendes" konnte ich so also im gesamten Film KONG: SKULL ISLAND nicht finden. Bei "reaktionäres" muss ich Frau Pilarczyk durchaus allerdings etwas die Hand reichen, auch wenn sie bei der Verwendung dieses schönen Wortes mit Sicherheit etwas anderes im Kopf hatte als ich hier. Denn die Figur des US-Militaristen Packard ist durch die Bank "reaktionär" angelegt und überlebte in der ansonsten recht ansprechenden Filmhandlung leider viel zu lange. Das mehr Verrückte in den USA auf den Straßen herumlaufen als unter ärztlicher Kontrolle stehen, ist seit Trump eigentlich hinlänglich bekannt. Doch wenn ich einen Film sehe, gerade aus dem Bereich des Phantastischen, muss ich nicht immer wieder mit der Nase so offensichtlich auf diese Realität in der Welt gestoßen werden. Man will ja gerade auch ab und an mal wirklich von der trostlosen Realität mit solchen Filmen Abstand nehmen können.

Zur Spannung trug diese Figur jedenfalls bei mir persönlich nicht bei, sondern sorgte eher dafür, dass mein Blutdruck mal wieder auf Touren kam, weil ich diesen Charakter bis fasst zum Ende des sonst sehr spannenden wie interessanten Film ertragen musste. Da frage ich mich schon langsam, ob Samuel L. Jackson auch noch was anderes spielen kann, als ständig irgendwelche patriotischen Kotzbrocken? John Goodman wiederum konnte in seiner Rolle nicht wirklich viel verkehrt machen, wirkte aber mitunter doch leider etwas steif. Richtig gut gefallen hatte mir das Schauspiel von Tom Hiddleston, Brie Larson und John C. Reilly, die wirklich facettenreich ihre Charaktere in die Filmhandlung einbringen konnten. Aber auch den vielen anderen Darstellerinnen und Darstellern konnte man den Spaß an ihren Rollen durchaus ansehen, was sich auch positiv auf die jeweilige  Umsetzung der schauspielerischen Leistungen hin auswirkte.

Das KONG: SKULL ISLAND natürlich trotz aller Spezialeffekte natürlich nicht an das Original herankommt, war den Machern des Films hierbei wohl durchaus bewußt. So war dies aber wohl auch nie als Ziel gesteckt worden. Schließlich wollte man hinsichtlich dieser Filmreihe zwischen dem US-Kinomonster KONG und dem japanischen Kassenschlager GODZILLA hier eine eigene, neue Historie schaffen, um hier auch logische Verknüpfungen zu weiteren Filmen dieser Reihe besser zu ermöglichen. Dies wäre so kaum so gut gelungen, hätte man schlicht versucht, die Originalversion hierzu nur (wieder einmal) in die Moderne zu kopieren.

Unter dem Strich kann ich so dem Film KONG: SKULL ISLAND durchaus positive vier von insgesamt fünf Punkte vergeben.  Einen Punkt Abzug gibt es allerdings wegen diesem ständigen patriotischen Rumgeheule, auf das man in US-Filmproduktionen scheinbar immer weniger verzichten mag. Die leider offensichtlich logischen Unzulänglichkeiten im Bezug auf den Film GODZILLA von 2014, der ja laut der Chronologie mit zur angezielten Filmreihe gehört, lasse ich dagegen mal unberücksichtigt, denn dieses schmälert den Genuss von KONG: SKULL ISLAND für sich gesehen schließlich nicht. Letzteres mag allerdings auch vielleicht daran liegen, dass man eventuell 2014 noch keinen wirklichen roten Faden hinsichtlich der angestrebten Filmreihe in der Schublade gehabt hatte.

Kong: Skull IslandKong: Skull Island
(Kong: Skull Island)
mit Tom Hiddleston, Brie Larson, Corey Hawkins, John Goodman, Jason Mitchell, Tian Jing, John C. Reilly, Samuel L. Jackson, Shea Whigham, Toby Kebbell, John Ortiz, Thomas Mann, Richard Jenkins, Marc Evan Jackson, Eugene Cordero, Terry Notary, Will Brittain, Allyn Rachel, Richard Jenkins, Miyavi u.a.  
Regie: Jordan Vogt-Roberts
Drehbuch: Dan Gilroy, Derek Connolly, Max Borenstein
Produktion: Jon Jashni, Alex Garcia, Thomas Tull, Mary Parent
Musik: Henry Jackman
Genre: Fantasy/Action
Spielzeit: 118 Minuten
DVD/FSK: 12 Jahre
Extras: Monarch-Dateien 2.0, Locations des Film, Nicht verwendete Szenen, Audiokommentar, Organisation des MonsterVerse-Mythos u.m.
Vertrieb: Warner Bros. Home Video
USA 2017


Kommentare  

#1 Norbert 2019-01-07 09:31
Ich empfand den Film als simples Popcorn-Kino. Er hat mich weder vom Stuhl gerissen noch mit saurer Miene zurück gelassen. Mir gelang es nicht irgend etwas da hinein zu interpretieren. Für mich als alten Monsterfilmfreak ist es allerdings angenehm festzustellen, dass Riesenmonster wieder "In" sind. Den GODZILLA von 2014 betrachte ich zwar als Beleidigung, aber immerhin hat er diese Art von Filmen wieder nach vorn gebracht. Die Antwort der Japaner SHIN GODZILLA war jedoch der bessere Film, wenngleich sie sich damit auch nicht mit Ruhm bekleckert haben. Beim Anblick des ersten Trailers für GODZILLA – KING OF THE MONSTER habe ich mich erst einmal mit Grausen abgewendet. Die Zeiten sind doch wirklich vorbei, da die Riesenechse wie ein Flummi durch die Gegend hüpft. Ich warte aber mit Spannung auf das Aufeinandertreffen mit KING KONG 2020. Die besseren Riesenmonster-Filme kamen meines Erachtens jedoch abseits dieses Franchises. Etwa der skurrile COLOSSAL mit Anne Hathaway oder, mein persönlicher Favorit, RAMPAGE mit Dwayne Johnson. Letzterer hat mich beinahe jubelnd aus dem Kinosessel getrieben.
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#2 Friedhelm 2019-01-07 16:30
Ich muss Norbert da zustimmen - dieser "Kong" war für mich auch nicht so der "Bringer". Und genauso freue ich mich (als alter Kaju-und sonstiger Monsterfilm-Fan), dass dieses Genre wieder "ausgegraben wurde." Über den 2014er-Godzlla will ich nicht unbedingt so hart urteilen wie Norbert - aber der Film weist nun einmal ordentliche Längen auf. Godzillas neues Design ist schon gewöhnungsbedürftig und die "Mutos" waren als Gegner zu lasch. "Shin Godzilla" hat zwar einen "netten Ansatz", ist aber sehr "langatmig".
Also, ich habe mir nach "Genuss" dieses Streifens erstmal einen alten "Godzi" reingezogen

Im "Kong"-Film seh ich kaum mehr als eine MIschung aus Original und "Jurassic-Park-" Elementen. MIt dem Affen und den "Schädelkriechern" verhält es sich dabei ähnlich wie mit dem "Spielbergschen" Dinomovie. Sind die Kreaturen erstmal da, wird es schnell langweilig und vorhersehbar.. Kong wirkt hier auf mich gelegentlich eh wie ein übergroßer Neanderthaler..
Natürlich sollte man es bei solchen Film mit den Plotlöchern nicht so genau nehmen, aber:

ich frage mich allerdings dann doch wie, z.B., John C. Reillys Charakter so lange auf der Insel überleben konnte - wo doch Randas Team bereits nach kurzer Zeit dezimiert wird.

Und was soll der Affe denn sein (wenn wir schon interpretieren sollen..) - ein gigantischer "Viet-(King) Kong?"

Den Kennern dürfte in dieser HInsicht nicht entgangen sein, dass der PLot bisweilen tatsächlich wie eine "affige" "Apokalypse Now-Version" daherkommt. In dieser Form ist eine Neuinterpretation beinahe peinlich.

Natürlich sollte wir jetzt nicht überkritisch werden - und man darf davon ausgehen, dass die von dir angeführte Frau Pilarczyk entweder so gar kein Filmfan ist - oder zumindest mit diesem Genre auf Kriegsfuß steht...

Sorry, bevor dieser KOmmentar sich ausweitet, höre ich besser auf. (Obwohl es gerade Laune bringt..)
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#3 Laurin 2019-01-07 19:03
Zitat Friedhelm:
"ich frage mich allerdings dann doch wie, z.B., John C. Reillys Charakter so lange auf der Insel überleben konnte - wo doch Randas Team bereits nach kurzer Zeit dezimiert wird. "
Nun ja, unsere Helden aus dem zweiten Weltkrieg hatten ja Kong auch nicht frontal angegriffen und Kong in dieser Version ist nicht gerade ein Gegner der Menschen. Aber wenn man da per Hubschrauber mit allem angegriffen wird was man so da hat, dann darf man sich nicht wundern wenn Kong hier gleich mal Tabula rasa macht und ordentlich "dezimiert". ;-)

@ Norbert und Friedhelm:
Wenn ich da ehrlich bin, hat mir hier Kong um einiges besser gefallen als der 2014er Godzilla, denn da war mir einfach zu viel Militär-Show im US-Stil vertreten, den man auch größtenteils hätte ordentlich kürzen können. Ansonsten kam mir dieser Godzilla durchaus wieder dem Original näher, welches ja mit den Jahren auch im japanischen Original sich immer mal veränderte. Die "Mutos" waren allerdings wirklich nicht der Bringer,

Bei Kong fand ich durchaus einige Ideen, wie etwa den riesigen Oktopus im See recht interessant und wenn es mal etwas hakte, dann konnten die tollen Landschaftsbilder diese kleinen Szenen durchweg wieder raushauen. Was mich wie gesagt bei dieser neuen Version von Kong störte, war dieser unsägliche Militär-Ahab, der mir mit seiner ganzen Einstellung direkt auf den Senkel ging und die Einwohner der Insel, die man durchaus etwas lebendiger hätte darstellen können. Zumindest bekam bei denen das Wort der eingeschlafenen Füße wieder eine besondere Note. :lol:

Zu SHIN GODZILLA sage ich jetzt hier nichts, denn hierzu kommt demnächst ein eigener Artikel hier im Zauberspiegel von mir, dem ich nun nicht vorgreifen möchte. :-*
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#4 Friedhelm 2019-01-07 19:40
Naja, außer Kong sind ja noch ein paar andere Viecher auf der Insel heimisch. Neben dem Affenking tummeln sich da ja auch noch fiese "Schädelkriecher" rum, und die Riesenspinne war sicherlich nicht das einzige Exemplar ihrer Art. Nicht zu vergessen, irgendwelche Flugmonster (glaube ich noch zu wissen...), die sich einfach mal jemanden schnappen. Mit diesem Gezücht bekommen Randa und sein Team ja (sagen wir mal hauptsächlich) zu tun. Klar, Kong hat Marlow (Reilly) gleich am Anfang gerettet - aber er kann ja nicht überall sein. Wenn man nun die Zeitspanne sieht, die der arme Mann auf der Insel verbracht haben soll, dann ergäbe sich für ihn daraus allerhöchstens eine Überlebenschance von 1 - 2 Tagen.

Es sei denn, er hätte seine sichere Behausung nie verlassen - was allerdings nicht anzunehmen ist. Vielleicht ein bisserl zuviel des Glücks - andererseits ist in diesem Genre ja(fast) alles drin.. :lol:
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#5 Harantor 2019-01-08 14:08
zitiere Laurin:

Zu SHIN GODZILLA sage ich jetzt hier nichts, denn hierzu kommt demnächst ein eigener Artikel hier im Zauberspiegel von mir, dem ich nun nicht vorgreifen möchte. :-*


Das was zu Shin Godzilla zu sagen hast, erfährt der geneigte Leser dann morgen ab 0:00 Uhr ...
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#6 Laurin 2019-01-08 18:07
@ Friedhelm:
Och ... ich sehe bei der Figur Marlow keine wirklich logische Lücke. Auf der Inselseite mit den Eingeborenen lebte es sich ja relativ sicher und der gute Mann (samt seinem japanischen Kumpel/ehemals Gegner) hatte da auch um einiges mehr Zeit gehabt, sich mit den Gefahren auf der Insel auseinanderzusetzen und diese dann gekonnt zu umgehen. Ist ja nun auch nicht so, dass alle Monster hinter dem Wall stehen und darauf warten, wenn jemand durch die Tür kommt. Von daher für mich im Film also das kleinste Übel, wenn man Marlows bisheriges überleben als solches sehen will. ;-)

Und Dank Harantor wisst ihr jetzt auch, wann SHIN GODZILLA hier im Zauberspiegel aufschlägt. :-*
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#7 Friedhelm 2019-01-08 23:10
Zitat:
und der gute Mann (samt seinem japanischen Kumpel/ehemals Gegner) hatte da auch um einiges mehr Zeit gehabt, sich mit den Gefahren auf der Insel auseinanderzusetzen und diese dann gekonnt zu umgehen.
Teilweise stimme ich dir zu - ob er unter diesen Umständen allerdings eine so lange Zeitspanne
überleben könnte ist dann doch fraglich. Aber lassen wir die Logik hier gerne mal beiseite - ansonsten wäre der Spass an solchen Genrefilmen schnell dahin..

Zitat:
Schließlich wollte man hinsichtlich dieser Filmreihe zwischen dem US-Kinomonster KONG und dem japanischen Kassenschlager GODZILLA hier eine eigene, neue Historie schaffen, um hier auch logische Verknüpfungen zu weiteren Filmen dieser Reihe besser zu ermöglich
Das müsste auch keinen Widerspruch zum Original darstellen -immerhin könnte es ja durchaus möglich sein, dass auf Skull Island noch ein paar Verwandten des affigen Inselkings rumlungern. Will sagen, dass jener Kong der dann aufGodzilla trifft nicht der aus diesem Film sein muss. Immerhin gab es ja schon einmal einen "Son of Kong"

Bekanntlich ist in der Fantasy (und im Film) alles möglich..,
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#8 Laurin 2019-01-09 15:42
@ Friedhelm:
Stimmt, mit der Logik sollte man es bei diesen Filmen des Genre nicht so genau nehmen. Sonst endet das noch an dem Punkt, wo wir rätseln, wo Kong die passenden Bananen für seine Größe herbekommt. :lol:

Tja, eigentlich könnte es sogar Kongs Sohn sein, der eben auch Kong heißt. Da lässt der Film eigentlich alle Türen offen wie Scheunentore. Schließlich lagen seine Eltern ja da so rum (nun ja, schon skelettiert, aber immerhin). :P
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