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Die 50er - Die Filme: Das Ding aus einer anderen Welt

Die FünfzigerDas Ding aus einer anderen Welt

Während der SF-Film in den 1930er und 1940er Jahren noch eher Stiefmütterlich behandelt worden war und nur in Film-Serials wie "FLASH GORDON"“ oder "BUCK ROGERS" kleinere Erfolge feiern konnte, gelang dem Genre in den 1950er Jahren der Durchbruch auf der Kinoleinwand.

Der Erfolg der Filme wurde durch den Beginn des Kalten Krieges und die Angst der amerikanischen Bevölkerung vor einer schleichenden kommunistischen Unterwanderung und Invasion noch verstärkt.

Die FünfzigerDoch in Jahr 1950 sah es noch nicht danach aus, dass sich der SF-Film beim Kinopublikum durchsetzen würde. Denn die Filme "RAKETE MOND STARTET" und "ENDSTATION MOND" waren zwar nett gemacht, boten aber keine wirklich spannende Handlung.

Dies änderte sich im Jahre 1951 schlagartig, denn mit "DAS DING AUS EINER ANDEREN WELT" feierte am 6. April 1951 ein Film in den USA Premiere, der noch heute zu den Meilensteinen seines Genres zählt.

Captain Hendry (Kenneth Tobey) von der US-Luftwaffe bekommt den Auftrag, zum Lager einer Polarexpedition zu fliegen.
Dort angekommen entdeckt die Besatzung der Polarstation ein im ewigen Eis eingeschlossenes metallisches Gebilde. Als man das Objekt genauer in Augenschein nimmt, sind sich die Forscher sicher, ein Raumschiff entdeckt zu haben, dass nicht von der Erde stammen kann.

Das Raumschiff soll aus dem Eis durch gezielte Sprengungen befreit werden, wird jedoch bei diesem Versuch zerstört. Überlebt hat dagegen der vermeintliche Pilot des Raumschiffs, der eingeschlossen in einem Eisblock noch vollständig erhalten ist, den man nach seiner Bergung zur Forschungsstation bringt.

Sein Bewacher verhüllt den Eisblock mit dem Wesen mit einer Decke, da ihm der Anblick des Monsters zu viel Angst macht. Doch damit begeht er einen schwerwiegenden Fehler, denn er verwendet eine Heizdecke. Nach einiger Zeit ist nicht nur das Eis geschmolzen, sondern auch der Außerirdische verschwunden.

Die FünfzigerDass das das Wesen sich nicht in Luft aufgelöst hat, sondern wieder zum Leben erwacht ist, zeigt sich schon recht bald, als die Leichen zweier Schlittenhunde völlig blutleer aufgefunden werden.  Auch einige Forscher überleben eine Begegnung mit dem Monster nicht. Die restlichen Bewohner der Station müssen feststellen, dass das "Ding" scheinbar unverwundbar ist. Abgetrennte Gliedmaßen wachsen einfach wieder nach und Kugeln können ihm auch nichts anhaben.

Die Forscher bekommen zwar heraus, dass sie es bei dem außerirdischen Wesen mit einer pflanzlichen Spezies zu tun haben, die sogar schon Samen im Gewächshaus der Station verteilt hat, dennoch bleibt guter Rat teuer, denn wie kann das Monster vernichtet werden...

Der SF-Film "DAS DING AUS EINER ANDEREN WELT"“ basiert auf der Erzählung "WHO GOES THERE?" von John W. Campbell jr. aus dem Jahr 1938, die der Autor unter dem Pseudonym Don A. Stuart veröffentlichte. Donna Stuart war der Mädchenname seiner Frau.

Produzent Howard Hawks erwarb die Filmrechte und kümmerte sich um das Zusammenstellen der Darsteller. Die Erzählung von John W. Campbell wurde allerdings hollywoodgerecht aufbereitet und um eine Liebesgeschichte ergänzt, obwohl in der literarischen Vorlage eine weibliche Rolle völlig fehlt.

Auch das Design des Monsters wich in dem Film stark von der Idee des Autors Campbells ab. Denn in dessen Geschichte "WHO GOES THERE?"“ handelt es sich bei dem außerirdischen Wesen um ein gestaltwechselndes, unförmiges und scheußliches Ungetüm, das man mit der damaligen Tricktechnik aber so nicht hätte umsetzen können.

Die FünfzigerAus diesen Gründen kam der "Mann im Gummikostüm" zum Einsatz. Den Außerirdischen mimte der Schauspieler James Arness, der allein aufgrund seiner Größe im Film schon sehr bedrohlich wirkte.

Obwohl Christian Nyby, Hawks langjährigen Cutter und Freund, als Regisseur des Films genannt ist, ist davon ausgehen, dass Howard Hawks einen Großteil der Inszenierung des Films selbst übernommen hat.

Glücklicherweise verzichtete Regisseur Nyby darauf, sein Monster allzu oft abzulichten, denn das Wesen tauchte im Film immer nur in kurzen, aber dafür sehr spannenden und sehenswerten Szenen auf.

"DAS DING AUS EINER ANDEREN WELT"“ lief am 29. April 1951 in die US-amerikanischen Kinos an. Ein halbes Jahr später, genauer gesagt am 26. Oktober 1951, startete der SF-Film auch in den westdeutschen Lichtspielhäusern.

Der SF-Film gilt noch heute als ein Meilenstein des Genres. Und obwohl der Film mittlerweile schon über sechzig Jahre alt ist, hat er nichts von seinem Charme und seiner Spannung verloren, und braucht sich selbst hinter heutigen Produktionen nicht zu verstecken.

Denn auch in der Gegenwart greifen die Filmemacher noch auf das genial einfache Konzept des Filmes zurück: eine von der Außenwelt völlig abgeschottete Mannschaft wird von einem todbringenden Monster im Zehn-Kleine-Negerlein-Prinzip verkleinert.

"Ein Klassiker des Genres! Der Prototyp aller weiteren Fünfzigrtjahre-Invasions-Paranoia-SF-Filme und Höhepunkt des frühen Sciencefiction-Kinos. James Arness - besser bekannt als Marshall Matt Dillon aus "Rauchende Colts" - mimt hier das pflanzliche Untier.
Produzent Howard Hawks hat das Regiewerk seines langjährigen Cutters Nyby maßgeblich beeinflußt und sogar einige Szenen inszeniert, bleibt aber im Abspann als Regisseur ungenannt. "Das Ding aus einer anderen Welt" ist der einzige durchschlagende Regie-Erfolg Nybys, der insgesamt nur acht Filme inszenierte." (1)

Die FünfzigerDas Ding aus einer anderen Welt
(The Thing From Another World)
USA 1951

Regisseur: Christian Nyby, Howard Hawks (ungenannt)
Musik: Dimitri Tiomkin

Darsteller
Margaret Sheridan als 'Nikki' Nicholson
Kenneth Tobey als Capt. Patrick Hendry
Douglas Spencer als Ned 'Scotty' Scott
James R. Young als Lt. Eddie Dykes
Dewey Martin als Bob, Mannschaftsleiter
Robert Nichols als Lt. Ken Erickson
William Self als Cpl. Barnes
Eduard Franz als Dr. Stern
Sally Creighton als Mrs. Chapman
James Arness als das Ding

FSK: Ab 12 Jahren
Laufzeit: 85 Minuten

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(1) Prisma Online

© by Ingo Löchel

 

Kommentare  

#1 Friedhelm 2019-01-21 22:36
"The Thing" ist tatsächlich so etwas wie ein Meilenstein der Genre-History, der, u.a. ja auch den Plot von Ridley Scotts "Alien", beeinflusst hat.

Zitat:
Glücklicherweise verzichtete Regisseur Nyby darauf, sein Monster allzu oft abzulichten, denn das Wesen tauchte im Film immer nur in kurzen, aber dafür sehr spannenden und sehenswerten Szenen auf.
Produktionstechnische Gründe eben - das wurde dann bekanntlich bei "Alien" ebenso gehandhabt. Aber gerade der Umstand, dass die Kreaturen in beiden Filmen nur immer kurz zu sehen waren, hat dann ja sprichwörtliches Unbehagen beim Zuschauer ausgelöst.

James Arness weicht in seiner "Frankenstein-Maske" tatsächlich erheblich vom Original ab. In Campbells Story ist der "unförmige, scheußliche" Formwandler ( so ich mich noch richtig erinnere) nicht nur recht klein (1,20) -er hat auch bläuliche, tentakelartige (der waren es doch wurmähnliche) Haare und drei rot glühende Augen..

Der Streifen ist auch heute noch passabler SF-Horror- was wohl, u.a., auch daran lag, dass er in s/w gedreht wurde.
Inzwischen dürfte aber auch hinreichend bekannt sein, dass "The Thing" neben solchen Perlen wie "Invasion of the Body Snatchers/dtsch: DieDämonischen" eigentlich als Warnung vor kommunstischer Unterwanderung verstanden werden sollte.

Wir (oder vielmehr die Amis) sollen entweder den Himmel beobachten ("Watch the Sky) oder werden urplötzlich davon in Kenntnis gesetzt, dass wir "die Nächsten sind" ("You're The Next.." (die umgedreht werden.)

Solche Botschaften verfehlen ja nie ihre Wirkung - auch im Kino (oder zuhause vor dem Bildschirm) nicht.
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