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Ganz nach klassischem Muster - »Die Frau in Schwarz«

Die Frau in Schwarz (The Woman in Black)Ganz nach klassischem Muster
»Die Frau in Schwarz«

Der Film spielt in Großbritannien zu Zeiten Eduards VII. (geschichtlicher Zeitraum ab 1901 bis 1914), wo wir auf den jungen, allerdings seit dem Tode seiner Frau Sophie von Trauer zerfressenen Anwalt Arthur Kipps treffen. Und eben weil Arthur sich nicht mehr wirklich in das bestehende System einfügt, seit seine Frau bei der Geburt ihres Sohnes verstarb, gilt er in der Kanzlei eigentlich als verzichtbar. Grund genug also, ihn mit dem Nachlass Alice Drablows zu betrauen.

Die Frau in Schwarz (The Woman in Black)Die Frau in Schwarz (The Woman in Black)
Hierfür ist Arthur gezwungen, die Papiere der Verstorbenen im verlassenen Herrenhaus Eel Marsh House zu bearbeiten, welches auf einer Anhöhe im Watt steht und man nur bei Ebbe erreichen kann. Als Arthur jedoch in dem kleinen Küstenort Crythin Gifford ankommt, wird er dort von den Bewohnern nicht gerade recht freundlich begrüßt. Ja eigentlich würde man es lieber sehen, wenn Arthur gleich auf dem Absatz kehrt machen würde und wieder verschwindet. Dabei sollen sein vierjähriger Sohn Edward und dessen Kindermädchen auch in vier Tagen hier eintreffen.

Recht schnell versucht man Arthur daher klar zu machen, dass auf dem Eel Marsh House ein Fluch liegt und er dieses daher besser meiden sollte. Und um der ablehnenden Haltung der Bewohner auch den nötigen Nachdruck zu verleihen, wird ihm selbst das reservierte Zimmer in einem Wirtshaus gleich umgehend vom Besitzer verweigert. Die einzige freundliche Seele, die Arthur in Crythin Gifford kennenlernt ist der wohlhabende Gutsbesitzer Sam Dailey.

Das Arthur zumindest eine Nacht in einem Dachzimmer des Wirtshauses verbringen darf, hat er indessen der Wirtsfrau zu verdanken. Jedoch fühlt sich Arthur darin alles andere als recht wohl. Das darin einmal ein schrecklicher Unfall passiert ist, verschweigt man ihm jedoch wissentlich.

Als Arthur pflichtbewusst seinen Auftrag erledigen und das Herrenhaus besichtigen will, wird ihm sogar von dem Rechtsanwalt Jerome nahe gelegt, umgehend nach London zurückzukehren, da plötzlich offiziell keinerlei weiteren Recherchen mehr vonnöten seien. Allerdings lässt sich Arthur auch hiervon nicht von seinem Auftrag abbringen.

Im Eel Marsh House erwarten ihn indessen Unmengen an Papieren und Zettel, welche er zu sichten beabsichtigt. Doch schon bald unterbrechen höchst seltsame Geräusche im oberen Stockwerk immer wieder seine Arbeit und im Herrenhaus selbst scheint es für Arthur bald wirklich zu spuken. Bei seinen Nachforschungen kommt er so auch hinter das schreckliche Geheimnis der Familie Drablow. Und dann muss Arthur mit ansehen, wie sich ein Mädchen selbst verbrennt. Das überhaupt die seltsame Sterblichkeitsrate der Kinder an diesem Küstenort so hoch ist, liegt an der geheimnisvollen Frau in Schwarz, die vom Eel Marsh House aus wie ein finsterer Geist der Rache alle in Angst und Schrecken versetzt. Denn wenn man Jennet Drablow, wie die Frau in Schwarz zu Lebzeiten genannt wurde, erblickt wird, verleitet ihr rachsüchtiger Geist ein Kind dazu, auf schreckliche Weise Selbstmord zu begehen.

Die Frau in Schwarz (The Woman in Black)Das stimmungsvolle Spiel mit der Verlustangst:
Zuerst sollte ich hier betonen, dass man bei dem Gruselfilm DIE FRAU IN SCHWARZ nicht auf innovative Ideen setzen sollte, welche man als Fan des Genre nicht auch schon längst kennt. Denn eigentlich handelt es sich hier um eine recht typische Schauergeschichte die damit punkten kann, dass sie auch recht klassisch umgesetzt wurde. Man hat es also hier durchaus, wie Daniel Schröckert es in der Zeitschrift VIRUS beschrieb, mit einem Film der "alten Haunted-House-Schule" zu tun, welche mit einer recht düsteren wie unheimlichen Atmosphäre und einem dazu perfekt passenden Setting für Gänsehautstimmung sorgt.

Dabei greift man auf alles zurück, was so eine Haunted-House-Story bieten kann. Sei es das neblige Umfeld des Marschland, die knarzenden Fußböden, finstere Korridore und ungewöhnliche Selbstmorde samt einem mörderischen Rachegeist, dem man mit herkömmlichen Mitteln nicht habhaft werden kann. Nur auf das rasseln der Ketten muss man bei diesem Gruselfilm verzichten, denn dies wäre doch etwas zuviel des Guten gewesen und hätte die Handlung auch eher ins Lächerliche gezogen.

Statt auf schnelle Schnitte setzt man hier dann auch lieber auf klassische, lange Kameraeinstellungen. Der Film funktioniert hierbei aber auch auf zwei Ebenen, so das der Zuschauer auch nicht erwarten sollte, hier ständig mit schaurigen Elementen mit und um DIE FRAU IN SCHWARZ bomardiert zu werden. Denn ein nicht unwesentlicher Teil der Handlung wird auch von der stetigen Trauer und der Verlustangst seitens Arthur Kipps getragen, welche aus dem frühen Tod seiner geliebten jungen Frau resultiert. Beides, sowohl Arthurs Seelenzustand als auch die eigentliche Geschichte um den Rachegeist greifen hier ineinander, wie zwei perfekt aufeinander abgestimmte Zahnräder. Und es sind gerade die Verlustängste auf allen Seiten, die innerhalb der Handlung damit auch wieder eine zentrale Rolle spielen.

Daniel Radcliffe, der sich hier auch etwas aus der filmischen Zwangsjacke von HARRY POTTER befreien kann, weiß in dieser Rolle des von innerlicher Trauer überschatteten Anwalt auch durchweg recht gut zu überzeugen. Als Identifikationsfigur für den Zuschauer reicht dies allerdings noch nicht unbedingt aus. Denn die Figur des Arthur Kipps weiß hier sehr wohl eine gewisse, auch glaubwürdige Distanz zum Zuschauer aufrecht zu erhalten - zwar wirkt er für den Zuschauer durchaus sympathisch aber das eben mit einem gefühlsmäßigen Abstand. So funktioniert der Film nicht nur als klassische Geistergeschichte, sondern auch als gefühlsbetontes Melodram.

Die Frau in Schwarz (The Woman in Black)Gruselige Stimmung ja, Horror aber wohl kaum:
Die gruseligen Elemente basieren im Film DIE FRAU IN SCHWARZ wohl eher in den recht ansprechend ausgewählten Schauplätzen, einer finsteren Stimmung und einer atmosphärisch recht dichten Handlung. So ist Gänsehautstimmung auch durchaus angesagt. Doch um sich wirklich in die Reihen der Horrorfilme einzugliedern fehlt es im Handlungsablauf recht schnell jedoch an Überraschungsmomenten und unvorhergesehenen Wendungen.

Die Überraschungen müssen nun auch nicht neu sein, aber doch zumindest gut platziert und für den Zuschauer nicht im Vorfeld über weite Strecken bereits durchschaubar sein. Jedoch ist der Film DIE FRAU IN SCHWARZ leider recht bald für den Zuschauer bis hin zum finalen Ende recht durchschaubar, was letztendlich den Spannungsbogen doch stark nach unten zieht.

Damit wird der Film an sich aber nicht unbedingt abgewertet, jedoch können sich beim Zuschauer so leider recht schnell Längen einstellen, weil man bereits ahnt, was da als nächstes auf einen zukommen und wie die Geschichte dann enden wird. So legt sich die sprichwörtliche Gänsehaut dann auch mit zunehmenden Verlauf der Handlung auch wieder merklich, was durchaus schade ist, denn Potential hatte der Film wahrlich genug für einen recht ansprechenden Beitrag des Genre.

Die Frau in Schwarz (The Woman in Black)Ein Blick hinter den Vorhang:
Der Film selbst basiert hierbei auf der gleichnamigen Novelle von Susan Hill aus dem Jahre 1983 und wurde bereits einmal für das Fernsehen im Jahre 1989 verfilmt. Des weiteren wurde die Novelle auch als Hörspiel und für das Theater adaptiert.

Als Kinofim wurde DIE FRAU IN SCHWARZ im Jahre 2009 seitens des Studios Hammer Film Productions angekündigt, wobei James Watkins die Regie übernahm und Jane Goldman hier das Drehbuch beisteuerte. Ursprünglich war der Film auch als 3D-Film angedacht, allerdings hatte man diese Pläne recht bald wieder verworfen, was ich persönlich als recht positiv erachte.

Damit Daniel Radcliffe sich innerhalb der Handlung auch wirklich in die Vaterrolle einarbeiten und diese auch glaubhaft vermitteln konnte, wurde Radcliffes Patenkind Misha Handley ausgewählt, die Rolle seines Sohnes im Film zu spielen. Das Radcliffe die Rolle überhaupt angenommen hatte, liegt auch daran, dass er eine Vorliebe für den Schauspieler Peter Cushing hat, wie er in einem Interview ebenfalls der Zeitschrift VIRUS gestand, welcher ja in vielen britischen Horrorfilmen der Hammer Studios mitgespielt hatte. Zu nennen wären hier als Beispiele die Filme DRACULA von 1958 oder FRANKENSTEIN SCHUF EIN WEIB von 1967.

Bei der Hammer Film Productions handelt es sich übrigens nicht um die originalen Hammer Studios. Mit den "neuen" Hammer Film Productions wurden eher nach 20 Jahren im Mai 2007 die legendären britischen Hammer Studios faktisch reanimiert, nachdem der Niederländer John De Mol die Rechte an Hammers Film über seine private Firma Cyrte Investments erworben hatte. De Mol dürfte hierbei eher wohl in Deutschland bekannt sein für die Produktionsfirma Endemol, welche für Fernsehshow-Formate wie NUR DIE LIEBE ZÄHLT, BIG BROTHER, WER WIRD MILLIONÄR oder TRAUMHOCHZEIT bekannt ist, wobei bei TRAUMHOCHZEIT damals seine Schwester und Fernsehmoderatorin Linda Margaretha De Mol z.B. als Showmasterin die Zügel charmant in der Hand hielt.

Die Frau in Schwarz (The Woman in Black)Mein Fazit:
DIE FRAU IN SCHWARZ ist durchaus ein recht gut produzierter Gruselfilm, welcher mit seiner düsteren Atmosphäre durchaus auch punkten kann. Leider ist die Handlung aber rasch sehr vorhersehbar und weist somit dann leider auch in Sachen Spannung bald einige Längen auf.

Da DIE FRAU IN SCHWARZ allerdings trotz dieses gestalterischen Makels ein Kinoerfolg wurde, hatte man dann auch im gleichen Jahre seines Erscheinens bereits bekannt gegeben, dass das Produktionsstudio Hammer Films bereits Pläne für eine Fortsetzung verfolgt. Diese kam dann auch 2014 in die Kinos wobei hier die Regie seitens Tom Harper ausgeführt wurde. Das Drehbuch schrieb wie bereits bei DIE FRAU IN SCHWARZ von 2012 wieder Jane Goldman gemeinsam mit Jon Croker. Die Hanlung von DIE FRAU IN SCHWARZ 2: ENGEL DES TODES wird hierbei in die Zeit des Zweiten Weltkrieg verlegt, wo aus London acht Kinder gemeinsam mit der jungen Lehrerin Eve Parkins vor den Bombenangriffen der Deutschen ausgerechnet  ins alte Eel Marsh House bei Crythin Gifford evakuiert werden. Natürlich ist auch hier der Rachegeist alles andere als den Kindern freundlich gesinnt. Ob es allerdings diese Fortsetzung brauchte, lasse ich zuerst einmal dahingestellt. Denn hierzu werde ich mich bestimmt irgendwann noch in einem weiteren Artikel nochmals zu Wort melden.

Interessant dürfte übrigens sein, dass bei DIE FRAU IN SCHWARZ sechs Sekunden geschnitten wurden, um eine möglichst niedrige Alterseinstufung für das britische Kino zu erlangen. Dazu wurden auch einige Klangeffekte in der eigentlichen Version seitens der Lautstärke reduziert. Ebenso lief der Film dann auch in den deutschen Kinos in der so gekürzten Fassung mit einer Altersfreigabe ab 12 Jahren. Wer hier allerdings auf die DVD- bzw. BD-Fassung zurückgreift (oder wie ich bereits zurückgegriffen hat), der darf sich in Sachen Jugendfreigabe freuen, denn hier bekommt man gleich die ungekürzte Version mit einer Altersfreigabe ab 16 Jahren geboten.

Ich persönlich gebe dem Film DIE FRAU IN SCHWARZ durchaus noch gerne knappe vier von insgesamt fünf Punkten, weil hier darstellerisch seitens der Schauspieler durchaus auf hohem Niveau verfahren wurde und man auch durchaus erkennen kann, dass man hier intensiv versucht hat, die schaurig-finstere Atmosphäre auf einem hohen Level zu halten. Alleine die mehr als recht offensichtlich eintretende Vorhersehbarkeit der Handlung und damit auch das merkliche absinken der Spannung führt hier zu einem deutlichen Abzug von einem dicken Punkt. Eine Empfehlung, sich diesen Gruselfilm nicht entgehen zu lassen, kann ich indessen durchaus trotzdem noch guten Gewissens abgeben. Zumindest die Fans der klassischen alten Gothic-Horrorfilme dürften bei DIE FRAU IN SCHWARZ durchaus in Sachen Setting, Atmosphäre und Schauspiel auf ihre Kosten kommen.

Die Frau in Schwarz (The Woman in Black)Die Frau in Schwarz
(The Woman in Black)
mit Daniel Radcliffe, Janet McTeer, Sophie Stuckey, Misha Handley, Ciaran Hinds, Liz White, Mary Stockley, Shaun Dooley, David Burke, Roger Allam, Jessica Raine, Tim McMullan, Lucy May Barker, Indira Ainger, Alexia Osborne, Alfie Field u.a.
Regie: James Watkins
Drehbuch: Jane Goldman
Produktion: Brian Oliver, Simon Oakes, Richard Jackson
Nach einer Novelle von: Susan Hill
Musik: Marco Beltrami
Genre: Thriller/Horror
Laufzeit: 96 Minuten (BD)
DVD/FSK: 16 Jahre
Vertrieb: Concorde Home Entertainment
Großbritannien/Kanada/Schweden 2012

Kommentare  

#1 Andreas Decker 2018-12-26 14:26
Ich fand den damals ganz nett, aber etwas zu gebremst, um wirklich zu überzeugen. Das Ende hingegen gehört in die Kategorie "Schwachsinn".


Die erste Verfilmung der Story fand ich gelungener, auch wenn man ihr Alter und Budget natürlich ansieht.
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#2 Friedhelm 2018-12-26 14:37
Auch beim "Haunted House-Genre" durfte man bereits 2012 nicht mehr allzuviel erwarten. Wie du schon selber erwähnst, ist auch "Die Frau in Schwarz" ein Film, der nun einmal mit einer vorhersehbaren PLotline winkt. Ich fand ihn "ganz nett" aber ansonsten überflüssig. Dabei macht der gute Daniel Radcliff auch außerhalb des Potterversums eine recht gute Figur - hätte ich ehrlich gesagt vorher nicht gedacht.

Zudem ist gelegentlich tatsächlich ein bisserl "Hammerflair" zu spüren - allerdings reicht das nicht unbedingt aus, um den Namen "Hammer" hier als Garanten gänzlich zu bemühen.

Ich frage mich ja eh, wozu die sogenannte Reanimation der "Fabrik der Ungeheuer" überhaupt gut(und notwendig) sein soll, wenn bis jetzt kaum nenneswerter Output zu verzeichnen ist. Sieht man von diesem Streifen -und der Fortsetzung- einmal ab, dann war der einzige Coup doch bisher nur die Verpflichtung des inzwischen verstorbenen Horrorfilm-Urgesteins Christopher Lee für den mittelmässigen Grusel-Thriller(?) "The Resident/2011".

Zwar hat Simon Oakes, als neuer CEO der Firma, bereits vor zehn Jahren einen Dracula angekündigt, der mal wieder neu interpretiert werden soll (u.a. ist des Grafen Wohnsitz bereits anfänglich England..), aber anscheinend wird daraus auch nüscht mehr.

Man kann also von "Hammer" nicht mehr viel erwarten. Zumindest wäre dieses "Geistermovie" (mit dem sich "New Hammer" offensichtlich von den alten Vampirstoffen endgülig lossagen wollte) jetzt ein "richtiger Schritt" gewesen, um das "alte Feeling" wenigstens ansatzweise aufkommen zu lassen.

Zitat:
dass er eine Vorliebe für den Schauspieler Peter Cushing hat, wie er in einem Interview ebenfalls der Zeitschrift VIRUS gestand, welcher ja in vielen britischen Horrorfilmen der Hammer Studios mitgespielt hatte.
Ich würde sogar sagen, dass Cushing und sein Kollege Christopher Lee schon fast "die Stütze" der Firma waren. Immerhin trugen die beiden wesentlich zum (nicht immer garantierten) Erfolg einiger "Hammermovies" bei.
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#3 Laurin 2018-12-26 16:06
Ja, der Plot ist leicht vorhersehbar, aber die Umsetzung war trotzdem recht interessant zu nennen. Ob es da eine Fortsetzung benötigt hätte, würde ich als Frage eher im Raum stehen lassen. Hammer mag hier auch nicht gerade mit einem hohen Ausschuss an Filmen glänzen, allerdings ob es da besser wäre, Filme quasi am Fließband zu produzieren, wage ich da doch schwer zu bezweifeln.

Und ob es das (veraltete) Hammerflair benötigt, will ich auch mal einfach so stehen lassen, denn hier würden - so glaube ich mal - nur wir alten Genre-Fans noch wirklich drauf fliegen. Zu THE RESIDENT werde ich da noch einen Artikel zu schreiben. Was man da von Hammer also noch erwarten darf, kann ich nicht sagen, aber als Beispiel das Remake zum schwedische Film SO FINSTER DIE NACHT von 2008 zum Vampirthema mit dem Titel LET ME IN von 2010 fand ich sogar um Meilen besser als eben den schwedischen Originalfilm. Und ob man gerade mit der Figur des DRACULA zur Zeit einen großen filmischen Wurf machen würde, wage ich indessen auch zu bezweifeln. Da sollte man wirklich besser warten, bis das die Zeit dafür wieder wirklich reif ist. Da gäbe es für (die neue) Hammer Filmproduktion durchaus zur Zeit lohnendere Vorlagen. Da ich bis auf den Film BEYOND THE RAVE alle Filme der neuen Hammer-Filmproduktion vorliegen habe, bin ich da durchaus bisher zufrieden (also nicht überschwänglich glücklich ... aber immerhin). Auch bei den alten Hammer-Filmen hatte man schließlich nicht immer ein glückliches Händchen gehabt, das sollte man nicht verklären. ;-)
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#4 Hermes 2018-12-26 20:01
Zitat:
Dabei macht der gute Daniel Radcliff auch außerhalb des Potterversums eine recht gute Figur - hätte ich ehrlich gesagt vorher nicht gedacht.
Mich hätte die Teilnahme von Radcliff fast davon abgehalten, mir den Film überhaupt anzusehen. Dabei macht er wirklich eine gute Figur!
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#5 Friedhelm 2018-12-26 20:54
Zitat:
Und ob es das (veraltete) Hammerflair benötigt, will ich auch mal einfach so stehen lassen, denn hier würden - so glaube ich mal - nur wir alten Genre-Fans noch wirklich drauf fliegen.
Würde ich so nicht ganz "unterschreiben wollen". Wenn man es, z.B., aufziehen würde wie Tim Burtons "Hammer Verbeugung" "Sleepy Hollow/1999" könnte das schon laufen. Den fanden ja sogar jene gut, die weder großartige Horrorfans... noch alte "Hammerfans" waren.

Zitat:
Und ob man gerade mit der Figur des DRACULA zur Zeit einen großen filmischen Wurf machen würde, wage ich indessen auch zu bezweifeln
Und auch da käme es auf die Machart an. Die "Frankensein-Thematik" wird ja auch ab und an wieder aus der Mottenkiste geholt. Da würde ich dann fast schon eher zweifeln. Aber es gab ja auch zu allen Zeiten den Versuch, Kostümhorror wieder hoffähig zu machen. Es muss halt gelingen, eine solche Figur glaubhaft zu transportieren. Das war in den 30ern, 40ern und 50ern halt noch einfacher...
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#6 Laurin 2018-12-26 22:37
@ Hermes:
Ja, macht er. Hatte mich auch durchaus überrascht. :-)

@ Friedhelm:
Was Kostümhorror angeht, da kam der Film DIE FRAU IN SCHWARZ sogar recht überzeugend herüber. Nur wenn da DRACULA angekündigt würde, hätte ich zur Zeit so meine Zweifel, da doch viel Schrott mit dem Namen die letzten Jahre abgeliefert wurde. Und das "Frankenstein-Thema", ehrlich, da war in den vergangenen Jahren nichts dabei was sich halbwegs lohnen würde, ein zweites mal angesehen zu werden. Wäre ich Filmemacher bzw. Produzent, würde ich zur Zeit genau dieses Thema vermeiden anzufassen wie etwa glühende Kohlen. :-*
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#7 Andreas Decker 2018-12-27 11:16
zitiere Laurin:
Nur wenn da DRACULA angekündigt würde, hätte ich zur Zeit so meine Zweifel, da doch viel Schrott mit dem Namen die letzten Jahre abgeliefert wurde. Wäre ich Filmemacher bzw. Produzent, würde ich zur Zeit genau dieses Thema vermeiden anzufassen wie etwa glühende Kohlen. :-*


Dann freu dich. :lol: Gatiss und Moffat, die Sherlock-Macher, machen Dracula für die BBC, angeblich ein Period Piece, in der Hauptrolle Claes Bang.


Auch wenn das ein Flop wird, wird es hoffentlich ein interessanter Flop. Nach Sherlock und Dr.Who dürften die beiden an der Spitze der britischen Autorennahrungskette stehen.
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#8 Laurin 2018-12-27 11:38
@ Andreas Decker:
Jo, denn drück ich denen mal die Däumchen was so einen Period Piece angeht. Das übersetzt Google übrigens als "Zeitraum Stück", was mir ehrlich gesagt auch noch nichts sagt. Aber mein Englisch ist halt für die Hinterbacken. :lol:

Ach ja und deine Zitierung, da bezog sich der letzte Satz auf eine weitere Umsetzung des Frankenstein-Themas und nicht auf Dracula, wo ich eher Zweifel hatte, ob man damit zur Zeit die Zuschauer hinterm Ofen herholt. Da im Zitat (aus #6 von mir) aber der entscheidende Satz fehlt, entstellt das etwas meine Gesamtaussage. Das kostet glatte fünf Minuten in der Ecke stehen und schämen. :-* :P
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#9 Friedhelm 2018-12-27 13:19
Zitat:
Jo, denn drück ich denen mal die Däumchen was so einen Period Piece angeht. Das übersetzt Google übrigens als "Zeitraum Stück",
Ein Period Piece ist nichts anderes als ein Historiendrama. Was im Falle des Grafen wahrscheinlich einmal mehr das wahre Leben des Vorbildes Vlad beleuchten soll. Na, da bin ich allerdings auch mal gespannt auf die Umsetzung. Man müsste sich dann vielleicht fragen: "Wie oft denn noch?"

Ach ja: ich bin übrigens noch immmer der Ansicht, dass klassisches Gruselfeeling ala "Hammer" auch heute ein jüngeres Publikum finden könnte. :-*
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#10 Laurin 2018-12-27 18:52
Nun ja, Historiendrama (warum schreibt man das nicht einfach so hier in den Kommentaren, dann muss ich den Übersetzer von Google nicht so quälen), dann dürfte es kein klassisches Vampirfilmchen werden. Harren wir also einfach mal der Dinge, ob sich dieses Drama überhaupt lohnt. :sigh:

Äh Friedhelm ... ein blindes Huhn findet auch mal ein Glas Korn (oder so), da wird es ein paar Versprengte im Bereich jüngeres Publikum wohl auch noch geben. Ob das allerdings reicht um die Kassen in den Kinos klingeln zu lassen ... tja, ich weiß nicht? :P

Nu nicht falsch verstehen, ich mag die alten Hammer Filme ja auch gerne und sehe sie mir auch immer wieder gerne an, nur gehöre ich wohl kaum zum sogenannten "jüngeren" Publikum. :-*
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#11 Harantor 2018-12-27 19:02
Also das Period Piece ist zum einen nicht nur Drama, sondern ein Stück ( was grundsätlich alles mögliche sein kann ) und zum zweiten im Zuge des Neudeutschen ein durchaus gängiger Begriff. Zum dritten haben die Engländer dafür durchaus ein Händchen (vgl. Cranford, Maigret, Call the Midwife um nur mal drei zu nennen).
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#12 Laurin 2018-12-27 19:11
Nu ja Harantor, ich kannte den Begriff noch nicht. Aber wenn ich das jetzt so lese, hängt wohl alles in der Luft bis das es fertig ist ... oder? Also nee, dieses Neudeutsch verwirrt mich. :cry:
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