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Ein Filmklassiker - Von Konzernen und Spielen um das Leben

Ein FilmklassikerFolge 38
Von Konzernen und Spielen um das Leben

In dieser Reihe DER FILMKLASSIKER werde ich ein wenig meine Schatzkammer in Sachen DVDs öffnen, in der sich neben mehr oder weniger aktuellen Filmen eben auch mitunter manche Klassiker des Films tummeln. Wir werden hierzu einen Streifzug unternehmen, in dem wir uns z.B. von manchen Actionfilmen über Western bis hin zu besonderen Romanzen einen Einblick gewähren werden. Manchmal bleibt SciFi auch recht nahe an der Realität.

Rollerball (Rollerball)Rollerball (Rollerball)
Wenn man das Volk von den wirklich wichtigen Entscheidungen ablenken will, dann peitscht man diese am besten durch, wenn das Volk mittels Brot und Spiele gerade völlig abgelenkt ist. Das funktioniert ganz gut, fragen sie mal die Politiker.

Dieses Prinzip, welches hier in diesem SciFi-Film aus dem Jahre 1975 schön dargestellt wird, funktioniert durchaus auch in unseren Zeiten also schon recht gut. Man glaubt eigentlich nicht, wie viele Gesetze still und leise in der Politik manchmal durchgepeitscht wurden, während die Bevölkerung vor dem Fernseher hing und sich z.B. an einer Fußballweltmeisterschaft ergötzten und sonst nichts mehr mitbekamen. Dabei muss man nicht einmal solche Gesetze auch in diesem Zeitraum beschließen. Es reicht völlig, wenn der Bürger die entscheidenden Diskussionen und das Pro und Contra nicht wirklich mitbekommt. Manchmal bekommt der Bürger sogar recht lange nichts davon mit, wie etwa bei sogenannten Gesetzen zur inneren Sicherheit, wo man eventuell für den Fall der Fälle von Oben eben auch mal gleich plötzlich befugt ist, jede einstmals erkämpfte demokratischen Erungenschaft völlig außer Kraft zu setzen. In einem solchen Fall können eventuell erst viele Jahre später die Augen groß werden und man fragt sich, wann die Politiker diese Gesetzesänderungen denn durchgezogen haben. Und seien wir mal ehrlich, wer hält sich denn auch in diesem Land wirklich immer auf dem neusten Stand der aktuellen Gesetzgebung, auch wenn Unwissenheit nicht vor eventuellen Strafen schützt?

Rollerball (Rollerball)Gut, in diesem SciFi-Film, welcher schlicht und ergreifend auch eine gepfefferte Kapitalismuskritik darstellen sollte, müssen die Herrschenden keine Inhalte zukünftiger Gesetze und inhaltliche Veränderungen bereits vorhandener Bestimmungen mehr heimlich am Volk vorbei mogeln, um sie dann in die nötige Form zu gießen, während dieses besagte Volk dann nicht einmal weiß, wie intensiv so etwas in ihre bisherige Lebensweise eingreifen kann. Denn in dieser zeitlich unbestimmten, aber offensichtlich betrachtet eher nahen Zukunftsvision verzichtet man nämlich bereits gänzlich auf Parteien und Politiker, durch die man mit einem perfekt organisierten Lobbyismus aus dem Hintergrund heraus und mit den nötigen Spendengeldern als Großkonzern mitregieren kann. In dieser Zukunft wird die Welt direkt und ohne Umwege durch ein Konglomerat von global handelnden Konzernen regiert und das Volk muss nicht mehr heimlich hintergangen werden, sondern eher davon abgelenkt werden, den Herrschenden aktiv den Mittelfinger zu zeigen. Schon im alten Rom wusste man, dass man mit Brot und Spiele die Massen davon abhalten kann, Aufstände gegen Ungerechtigkeiten zu organisieren und Feuer an die Prachtbauten der Mächtigen zu legen. Und statt Löwen und Schwerter werden diese Spiele nun mit einem Ball aus Stahl, Rollschuhen und Motorädern sowie mit Stahlnieten besetzten Handschuhen ausgefochten, mit denen man die Spieler ordentlich auf Speed bringt - Knochenbrüche und Todesfälle gleich mit einkalkuliert.

Man braucht Sieger und Verlierer um das Volk jubilieren zu lassen, aber Helden braucht man nicht. Helden sind gefährlich weil sie Massen bewegen können. Und ganz oben am Ruder stellt sich daher immer wieder die bange Frage, ob der besagte Held seinen Einfluss nicht gerade gegen die Herrschenden ausspielt. Also muss man Helden los werden und wenn dies nicht im guten möglich ist, dann eben auf die harte Tour.

Rollerball (Rollerball)Gewalt lässt die Massen jubeln:
Klar, zu viel Gewalt in einem Roman muss nicht sein und auch im Film muss man nicht alles zeigen was roh und brutal machbar ist.  Diese Diskussionen kennen wir ja eigentlich schon im ZAUBERSPIEGEL zu genüge, doch das die Mehrheit der Menschen eigentlich anders tickt, verdrängen wir dabei eigentlich auch nur zu gerne. Diese Erfahrung musste auch Norman Jewison machen, der ja bei dem Film ROLLERBALL nicht nur auf dem Regiestuhl platz nahm, sondern auch das Drehbuch beisteuerte und den Film auch selbst produzierte.

Jewison wollte es damals wohl auch nicht wirklich glauben, als er bei einem Eishockeyspiel genau mit dieser Realität konfrontiert wurde. Schnell musste er nämlich merken, dass die meisten Zuschauer nicht durch den Sport an sich, sondern durch die rohe Gewalt angezogen wurden. Der Höhepunkt des Spiel, dem er da gerade beiwohnte, war nämlich der Moment, als ein Spieler in einen schweren Unfall verwickelt wurde, wobei dieser übrigens erblindete. Das war allerdings wiederum für die Zuschauer wohl der Augenblick, wo die Begeisterung sich merklich steigerte und der Jubel ausbrach (man merke, brutales Vorgehen wird hier zum Unfall). Jewison kam es so vor, als hätte dieser blutige Augenblick die Zuschauer geradezu belebt, was er hierzu auch in einem Interview hinsichtlich des Film ROLLERBALL als persönlich erlebten Moment schilderte. Kritisch sah er bei dieser persönlichen Erfahrung dabei durchaus die offensichtliche Verrohung der Zuschauer bei diesem Eishockeyspiel.

1973 las dann Jewison die Kurzgeschichte von William Harrison und erkannte dabei in der dort geschilderten Sportart ROLLERBALL genau den Inhalt, den er aufgrund seiner Beobachtungen bei diesem besagten Eishockeyspiel bereits gemacht hatte - ein Spiel mit roher Gewalt, mit der man die Menschen unweigerlich fesseln konnte.

Das Prinzip dieses Spiel ist so einfach wie effektiv. Eine Stahlkugel wird wie die Kugel beim Roulette am äußeren Rand der runden Arena in eine Rinne eingeschossen und muss nun von einer der beiden Mannschaften aufgegriffen werden, um sie in das runde Tor der gegnerischen Mannschaft einzuwerfen. Dabei besteht jede Mannschaft aus Spielern auf Rollschuhen und auch auf Motorädern, mit denen die Rollschuhfahrer hinten angehangen auf Geschwindigkeit gebracht werden. Auffällig hierbei ist die Aufmachung der Spieler an sich, denn die lässt auf jede Menge harten Körperkontakt mit der gegnerischen Mannschaft schließen, welche wahrlich nicht an einen Kuschelkurs erinnert.

Dabei hatten diese Szenen für so manche Darsteller durchaus eine gehörige Menge Action parat, die ihnen auch Abschürfungen, Prellungen und sogar Knochenbrüche während den Dreharbeiten einbrachte. Von dieser Warte aus betrachtet hatte man sich alle Mühe gegeben, den Film positiv umzusetzen, auch wenn sich dies etwas makaber anhört.

Rollerball (Rollerball)Eine etwas halbgare Kapitalismuskritik:
Natürlich hatte der Film als negative Utopie auch einen gesellschaftlich kritischen Aspekt zu transportieren, der ganz klar gegen den entfesselten Kapitalismus zielte. Und der eigentliche Gegner hierbei ist ein Konzern-Mogul (übrigens gespielt von John Houseman, den man auch aus Filmen wie THE FOG - NEBEL DES GRAUENS/1980 kennt oder als Filmproduzent wie für den Film JULIUS CAESAR/1953), der ein besonderes Auge auf die Spiele wirft, in denen das Blut und die Brutalität als Ventil für die versteckten Aggressionen der Menschen gedacht sind. Wer sich hier an den Spielen abreagiert, wird sich danach kaum noch selbst gewaltsam gegen die moralische Verkommenheit der sechs regierenden Industrie-Giganten auflehnen. Das Spiel ROLLERBALL hat hier also für die Herrschenden einen gewichtigen Stellenwert, um die Menschen und ihr angestautes Aggressionspotenzial unter Kontrolle zu halten. Dabei sollte jedoch kein Spieler zu viel Popularität erlangen, damit dieser nicht zum Helden der Massen aufsteigen kann. Denn wenn ein solcher Held sich gegen das Herrschaftssystem der Konzerne erst einmal auflehnt, dürfte es mit der Kontrolle der Massen wohl vorbei sein.

Hier wird die Kapitalismuskritik jedoch eher schwammig, denn man erfährt am Ende nicht, wie der Spieler Jonathan (gespielt von James Caan, bekannt auch aus Filmen wie EL DORADO/1966 oder Misery/1990) seinen erkämpften Status gegen das Regime nutzt und ob die Menschen die ihm zujubeln erkennen, von wem sie da wirklich regiert werden. Beides bleibt hier eigentlich der Fantasie des Zuschauers überlassen, womit der Film eine eindeutige Botschaft leider auch wieder schuldig bleibt.

Mitunter ist die Handlungsweise der jeweiligen Seite auch nicht wirklich immer so glaubwürdig wie nötig in Szene gesetzt worden. Auch kränkelt der Film etwas an eher langweiligen Handlungssträngen, welche zur Erklärung auch für den Zuschauer durchaus wichtige Hintergrundinformationen transportieren. Doch auch hier hätte man die Handlung für den Zuschauer etwas intensiver gestalten sollen, denn diese Durchhänger im Spannungsverlauf sorgen leider dafür, dass die höchste Konzentration des Zuschauers leider erst wieder geweckt wird, wenn es um die zugegeben aufwändigen und gut gemachten Actionszenen auf dem runden Spielfeld geht.

Was also die zu transportierende Kritik betrifft, tanzt man hier leider etwas zu offensichtlich um den heißen Brei herum. Man will ja eigentlich hier auf die Gefahren eines enthemmten Kapitalismus hinweisen, macht aber dann stets einen Rückzieher, wenn es darum geht, auch die Wichtigkeit eines breiten Widerstand offen aufzuzeigen. Unter dem Strich bleibt so nur die wenig befriedigende und auch unglaubwürdig erscheinende Aussage im Raum stehen, dass es nur eines Helden bedarf, um die Welt wieder ins Lot zu rücken. In diesem Punkt kann man daher tatsächlich von einer unrealistischen Utopie reden. Für eine Kapitalismuskritik ist dies ehrlich gesagt zu wenig, wenn sie nicht auch mit einer positiven und ersichtlich realistisch wirkenden Reaktion des Widerstand verbunden wird. So bleibt der Film ROLLERBALL jedoch eine äußerlich gegenwartsnahe, aber dennoch negative Zukunftsvision, weil sie keinen Blick über den Tellerrand - also den Status Quo - zu liefern bereit ist. Die hier geschilderte Zukunft bleibt somit düster und damit für den Zuschauer auch im Grunde völlig unbefriedigend.

Rollerball (Rollerball)Es war einmal ... in unmittelbarer Zukunft:
Im nächsten Jahrhundert (wobei zu beachten ist das der Film von 1975 stammt) wurden Nationen und die politischen Systeme beseitigt und die Welt wird direkt duch sechs Industrie-Giganten kontrolliert. Für einen garantierten Luxus und duchgängige Sicherheit muss man nur die eigene Selbstbestimmtheit zum Wohl des Systems opfern. Hierbei ist ein zentrales Mittel um die Massen bei Laune und relativ ruhig zu halten das brutale Sportart Rollerball. Und diese Sportart gilt gleichsam auch als Ersatz für alle anderen Sportarten und sogar Kriegen. Doch die kapitalistischen Herrscher lassen es auch gerne zu, dass ganze Bereiche des meschlichen Wissens in Vergessenheit gerät. So wird nämlich jeder kritischen Nachfrage jegliche Grundlage entzogen, da die eigene Vergangenheit stückweise für immer verloren geht.

Das Spiel selbst wird zwischen den Mannschaften der Konzerne ausgetragen und verfügt nur marginal über wirkliche Regeln. Zwar gibt es bei Vergehen Zeitstrafen und für die Spieler Schutzkleidung, jedoch beinhaltet Rollerball auch ein äußerst brutales vorgehen. Dabei will man den Menschen zeigen, dass man nur gemeinsam ein Ziel erreichen kann und jegliche Individualität diesem Ziel im Wege steht. Die Lehren daraus sind aber auch, dass man das System an sich nicht hinterfragen soll, sondern es im Gegenteil sogar teamfähig unterstützt.

Rollerball (Rollerball)Einer der besten Spieler seit vielen Jahren ist Jonathan E., was von den Herrschern jedoch so nie vorgesehen war. Denn Helden könnten das gesamte System völlig in Frage stellen und die Massen dann sogar in Aufruhr versetzen. Also entschließt man sich, dieser individuellen Heldenverehrung ein Ende zu setzen. Konzernboss Bartholomew fordert deshalb Jonathan zum Rücktritt auf und in den verdienten Ruhestand zu gehen. Doch Jonathan denkt nicht einmal im Traum daran, das Spiel einfach aufzugeben und spielt weiter. Ihn aber einfach beseitigen geht bei seiner Popularität bei den Menschen auch nicht mehr so einfach. Doch damit nicht genug, denn nach dem Gespräch wird Jonathan erst richtig Neugierig und will mehr über das herrschende System und die eigentliche Geschichte der Konzerne herausfinden. Doch Jonathan muss feststellen, dass genau diese geschichtlichen Informationen nicht mehr wirklich greifbar sind um erhellende Nachforschungen betreiben zu können.

Da Jonathan trotzdem immer mehr dahinter kommt, wie moralisch Verkommen und Ignorant das herrschende System ist, wird er für die Konzerne und damit auch deren Bonzen zu einer ernsten Bedrohung. Da man ihn nicht einfach austauschen kann, beginnt man nun, die Regeln des Spiel ständig zu verändern und zu verschärfen, um ihn damit zu zwingen, selbst aufzugeben. Am Ende hat das Spiel so keine Zeitbegrenzung mehr, Zeitstrafen werden nicht mehr verhangen und Ersatzspieler dürfen nicht mehr auf dem Spielfeld eingesetzt werden.

So ist im Endspiel nur noch Jonathan der letzte aktive Spieler, während die anderen weder schwer verletzt oder sogar tot sind. Jonathan hält den Spielball wie eine Freiheitsfackel in Händen und die Bonzen fragen sich bereits ängstlich, was er jetzt tun wird. Dann wirft er als Sieger den Ball in das trichterförmige Tor, womit er auch den letzten Treffer erzielt. Zuerst schweigen die Menschen andächtig, doch als er weiter seine Runden auf der Spielbahn zieht, beginnen die Massen ihm zuzujubeln und rufen seinen Namen (was dies im Anschluss für das herrschende System bedeutet, wird dem Zuschauer jedoch eben nicht mehr nahe gebracht, so dass das Ende recht offen und absolut unbefriedigend bleibt).    

Rollerball (Rollerball)Meine Filmkritik:
ROLLERBALL ist durchaus nicht der einzige SciFi-Film, der ein düsteres Bild einer möglichen Zukunft ausmalt und diese Aussage auch als Kritik transportieren will, aber in letzter Konsequenz einen Rückzieher macht, wenn es um die Frage geht, wie eine grundlegende Änderung der Situation herbeigeführt werden kann bzw. muss. Das nenne ich hier einfach mal schwammig abgeliefert. Schwammig deshalb, weil man das ganze durchaus durchdacht haben wird, man sich jedoch offensichtlich scheut, die logische Konsequenz ebenfalls zu liefern. Dahinter steckt die Hoffnung, dass man den Kapitalismus eventuell zähmen könnte. Letzteres ist jedoch nicht realistisch, da Kapitalismus auch immer den Ausbau der Machtfrage darstellt und die wird man mit allen verfügbaren Mitteln auch ausbauen wollen, sei es durch Einflussnahme (Lobbyismus), Bestechung (z.B. über Parteienfinanzierung) oder auch in letzter Konsequenz durch offenen Terror (Einsetzung einer Diktatur/Polizeistaat).

Auf der anderen Seite wissen die Darstellerinnen und Darsteller durchaus ihre jeweiligen Rollen gut auszufüllen. Da findet man kein Anzeichen von Lustlosigkeit oder fehlendem Talent. Das zwischen der Action im Stadion die Spannungskurve merklich absinkt, dürfte hier dem Drehbuch und der Regie geschuldet sein, welche sich ebenfalls in den Händen von Norman Jewison konzentriert. Gerade die ruhigeren, durchaus informativen, aber spannungsarmen Szenen wirken einfach zu nüchtern und abgeklärt, weshalb sie den Handlungsraum zwischen den Actionszenen nicht optimal ausfüllen können. Dieses Auf und Ab sorgt auch beim Zuschauer für ein Wechselbad zwischen Spannung und Langeweile, weshalb dieser sich späterhin auch eher an eben die Actionszenen des Films erinnern wird und kaum an die Gesellschaftskritik. Damit geht allerdings vieles an zu transportierender Kritik schlicht verloren.

Kommen wir also zuletzt zur eigentlichen Action in der fiktiven Sportarena selbst. Hier hatte Norman Jewison dann wirklich ein glückliches Händchen. Die gebotene Action weiß zu gefallen und sorgt für die eigentlichen Höhen in der Spannungskurve. Zudem kommt diese Mischung zwischen Football, Hockey, Motoradrennen,  Roller Derby und Kampfsport im Vollkontakt äußerst realistisch herüber, so das man sich mitunter schon fragen könnte, warum es diese Spiele eigentlich nicht in der Realität gibt. Wer da als Antwort äußert, dass dies doch viel zu hart für die Realität sei, dem sei gesagt, dass dies wohl kaum ein Hinderungsgrund ist. Schließlich würde ich jede Wette darauf eingehen, dass eine solche Sportart durchaus real betrachtet, sich schnell eine breite Fanbasis aufbauen würde. Die Voraussetzungen sind in den verschiedenen Sportarten, die hier zu ROLLERBALL gemixt wurden ja bereits vorhanden und in denen geht es auch nicht gerade ab, wie bei Omas Häkelkurs für Anfänger. Da hat sich bei den Sportfans wahrlich nicht viel seit den Gladiatorenkämpfen im Kolosseum des antiken Rom verändert, nur die Löwen lässt man heute weg wegen den Tierschutzbestimmungen.

Rollerball (Rollerball)Was meine Bewertung daher angeht, gibt es einen Punkt für die schauspielerischen Leistungen der Darstellerinnen und Darsteller. Einen weiteren Punkt für die perfekten Actionszenen in der Arena der Zukunft und einen Punkt zumindest für den guten Willen, hier etwas Kapitalismuskritik transportieren zu wollen. Daher kommen wir hier also auf lockere drei von insgesamt fünf Punkte, was schließlich noch etwas über dem eigentlich Durchschnitt liegt. Da die Kapitalismuskritik und die damit einhergehenden Widerstandsformen jedoch eher halbherzig daher kommen und zwischen der Action die Spannung leider manchmal in Richtung Keller abrutscht, sind hier aber auch wahrlich nicht mehr Punkte drin. Das vieles in Deutschland gedreht wurde, wie etwa in der Rudi-Sedlmayer-Halle (die Arena), oder am BMW-Hochhaus bzw. dem BMW-Museum in München oder auch im Olympiapark (Außenaufnahmen), ist zwar recht nett, aber ändert an der eigentlichen Bewertung des Film ROLLERBALL selbst nichts. Dafür bekommt man die DVD seitens Twentieth Century Fox noch über Amazon für schlappe drei Euro, was ja auch schon einmal was wert ist.

Ausblick:
Was den nächsten Film angeht, den ich in dieser Reihe vorstellen will, brauche ich heute nicht lange ausschweifend den Titel für das Rätsel umschreiben.

Wer da etwas schlau ist, der schaut sich mal Norbert Off Topic - Folge 7: Sturm der Gefühle hier im ZAUBERSPIEGEL nochmals etwas genauer an. Hier hat Norbert Aichele ja über einen Film von drei Schwestern geschrieben, die sich als Schriftstellerinnen betätigten, obwohl man damals die Frau eher lieber am Herd oder dem Kindbett hatte sehen wollen. Und die hatten, entgegen ihrem Bruder, sogar richtig Erfolg mit ihren Romanen.

Mir geht es da um einen Roman von einer dieser Schwestern, welcher schon mehrmals verfilmt wurde. Mitunter gibt es sogar Menschen, die auf niedrigem Niveau noch einen Aha-Moment bekommen, wenn sie den Filmtitel hören, auch wenn sie den Film selber nicht einmal gesehen haben (egal in welcher Version). Der Titel des Romans  ist eigentlich mit dem Filmtitel identisch. Es gibt aber auch einen deutschen Titel des Romans in dem es irgendwie um Höhen und Sturm geht. Dieser Erfolgsroman blieb auch das einzige Werk der Schriftstellerin, welche mit ca. 30 Jahren (1818 - 1848) leider bereits verstarb. Als der Roman 1847 (allerdings) unter Pseudonym erschien, wurde er damals noch von der viktorianisch geprägten Leserschaft abgelehnt. Dafür gilt er heute als einer der ganz großen Klassiker der britischen Romanliteratur des 19 Jahrhunderts.

Wer da nun im Artikel von Norbert nachsieht, der dürfte recht schnell den Filmtitel nennen können. Also machen wir es etwas schwerer, indem ich schlicht einfach mal Frage, aus welchem Jahr die zugegeben etwas eigenwillige filmische Version des Literaturwerk stammt, welche ich nächsten Samstag behandeln werde.

Kleiner Tipp von mir: In dieser besagten Version verzichtet man sogar über ganze Strecken auf Dialoge zwischen den einzelnen Charakteren und wenn dann was gesagt wird, muss man damit rechnen, dass die entsprechenden Dialoge auch mal recht knapp und schroff sein können. Da ich zwei Versionen des Film kenne (aber nur diese auf DVD in meinem Archiv besitze), kann ich hier durchaus sagen, dass die hier behandelte Filmversion für mich trotzdem sehr eindringlich in der Handlung daher kommt und auch mit den herben aber schönen Landschaftsaufnahmen durchaus punkten kann.

Na, schon eine Idee wie der Filmtitel lautet und aus welchem Jahr diese Version stammt, die ich euch näher bringen möchte? Zu schwer? Gut, also noch einen Tipp: Im Roman selbst gibt es bei den Hauptpersonen keinen Charakter mit afrikanischer Abstammung. Im gesuchten Film jedoch wird auch dieses Merkmal der Hautfarbe gezielt als verstärkendes Element in der Handlung eingesetzt.

Aber nun ist gut, mehr kann und darf ich euch nun nicht verraten, sonst wird das Rätsel einfach zu einfach (hübsches Wortspiel).

Rollerball (Rollerball)Rollerball
(Rollerball)
mit James Caan, John Beck, John Houseman, Maud Adams, Moses Gun, Barbara Trentham, Pamela Hensley, Ralph Richardson, Robert Ito, Burt Kwouk, Shane Rimmer, Nancy Bleier, Richard LeParmentier, John Normington u.a.
Regie, Drehbuch & Produktion: Norman Jewison
Musik: Andre Pevin
Genre: SciFi/Drama
Laufzeit: 115 Minuten (DVD)
DVD/FSK: 16 Jahre
Vertrieb: Twentieth Century Fox
USA 1975

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