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Ein Filmklassiker - Drogen, Visionen und der zweite Tod einer Frau

Ein FilmklassikerFolge 28
Drogen, Visionen und der zweite Tod einer Frau

In dieser Reihe DER FILMKLASSIKER werde ich ein wenig meine Schatzkammer in Sachen DVDs öffnen, in der sich neben mehr oder weniger aktuellen Filmen eben auch mitunter manche Klassiker des Films tummeln. Wir werden hierzu einen Streifzug unternehmen, in dem wir uns z.B. von manchen Actionfilmen über Western bis hin zu besonderen Romanzen einen Einblick gewähren werden. Manche Filme galten sogar als unverfilmbar.

Naked Lunch (Naked Lunch)Naked Lunch (Naked Lunch)
Dieser Film von 1991 besaß in Deutschland auch noch einen Alternativtitel, den man sich allerdings auch irgendwie hätte sparen können. Dieser Alternativtitel lautete:

  • Naked Lunch - Nackter Rausch

NAKED LUNCH, welcher von David Cronenberg nach dem gleichnamigen Roman des Schriftstellers, Künstlers und Sozialphilosphen William Seward Burroughs aus dem Jahre 1959 verfilmt wurde, galt eigentlich sogar unter Kennern als ein unverfilmbarer Stoff. Wurde der Roman selbst schon recht bald eine Art Kultobjekt, so erreichte auch Cronenbergs Verfilmung bald einen entsprechenden Kultstatus, auch wenn er für viele Menschen wohl mit der Mischung aus Spionageroman, horrorartigen Wesen, latenter homosexueller Anspielungen und mitunter rauschhaftem Handlungsfaden nur recht schwer verständlich erschien.

Der Film selbst, für den Cronenberg auch das Drehbuch schrieb, ist aber auch noch aus anderen Gründen recht interessant. Die Handlung des Films wird nämlich ausschließlich aus einer subjektiven Perspektive erzählt, da es über den ganzen Film hinweg keine sogenannte Außenansicht auf die Handlung gibt. Damit wird der Zuschauer allerdings auch permanent im Ungewissen gehalten, was den Verlauf der Handlung betrifft. Ihm gelingt es so nämlich zu keiner Zeit, einen erhellenden Blick hinter die gebotenen Bilder zu werfen. So liegt es daher auch alleinigst am Zuschauer, was er hier nun als Realität und was er als Visionen eines möglichen Drogenrausch definiert.

In diesem Sinne stellt sich der Film NAKED LUNCH auch als ein wesentliches Bindeglied zu zwei weiteren filmischen Werken von David Corinenberg dar. Behandelt NAKED LUNCH hier das Thema "Drogen", so folgen hierauf die späteren Cronenberg-Filme EXISTENZ ("eXistenZ"/1999) für das Thema "virtuelle Realitäten" und der Film SPIDER (2002) für das Thema "Erkrankung auf psychischer Ebene".

Auch sonst geht der doch recht eigenwillige Regisseur und Drehbuchautor David Cronenberg hier gegenüber so manchem anderen seiner Filme einen besonderen Weg. Stand noch in seinen Filmen SCANNERS - IHRE GEDANKEN KÖNNEN TÖTEN (1981) oder etwa in DIE FLIEGE (1986), die optische Verwandlung eines Körpers im Mittelpunkt bei Cronenberg, so ist er im Film NAKED LUNCH eher an der eigentlichen Zustandsbeschribung interessiert und viel weniger am Prozess einer möglichen Transformation an sich. Zieht man dies alles ein wenig zusammen, so kommt unter dem Strich als Summe heraus, das der Film NAKED LUNCH kein wirklich typischer Cronenberg-Film ist, weil er sehr wohl Elemente seitens David Cronenberg, aber eben auch sehr gut erkennbare Elemente seitens William S. Burroughs aufweist, die sich hier sehr gut, aber eben auch sehr surreal verbinden.

Naked Lunch (Naked Lunch)Ein Blick auf William S. Burroughs:
Burroughs wurde im Jahre 1914 in St. Louis, Missouri/USA geboren und verstarb im Jahre 1997 in Kansas/USA. Als Schriftsteller gehörte er neben Jack Kerouac und Allen Ginsberg zu den wohl wichtigsten Autoren der sogenannten "Beat Generation".

Weitere wichtige Werke von Burroughs neben seinem Roman NAKED LUNCH (1959) dürften hierbei JUNKIE (1953), EXTERMINATOR (1973) und QUEER (1985) sein. Aber auch seine sogenannte NOVA-TRILOGIE dürfte ebenfalls von Bedeutung sein, in der die Werke THE SOFT MACHINE (1961), THE TICKET THAT EXPLODED (1962) und NOVA EXPRESS (1964) sich vereinen.

Um einen kleinen Einblick zu Burroughs Werdegang zu bieten, sei hier auf die Zeit verwiesen, als Bourroughs 1944 mit Joan Vollmer Adams gemeinsam in einem Apartment in New York lebten, welches sie sich auch noch mit Kerouac und dessen Frau Edie Parker teilten. Joan Vollmer Adams war zur damaligen Zeit auch noch mit einem GI verheiratet, mit dem sie die gemeinsame Tochter Julie Adams hatte. Da sowohl Burroughs als auch Kerouac einen Mord nicht angezeigt hatten, kamen sie hierbei selbst mit dem Gesetz in Konflikt.   

Burroughs selbst wurde süchtig nach Morphin und begann darauf in Greenwich mit Heroin zu dealen, um seine eigene Sucht hiermit finanzieren zu können. Diese Erfahrungen hieraus verarbeitete Burroughs später autobiographisch in seinem Roman JUNKIE. Auch Joan Vollmer Adams wurde zu diesem Zeitpunkt drogenabhängig. 1945 ließ sie sich dann scheiden und heiratete ein Jahr später William S. Burroughs, der bald darauf einige Zeit bei seinen Eltern verbrachte.

Naked Lunch (Naked Lunch)Nach seiner Rückkehr nach New York holte er Joan Vollmer Adams aus der psychatrischen Abteilung des Bellevue Hospital heraus und zog mit ihr und ihrer Tochter auf eine Farm in Texas. Dort wurde dann auch der gemeinsame Sohn William S. Burroughs Jr. geboren. Für eine kurze Zeit lebten sie danach in New Orleans, gingen aber wieder auf die Farm nach Texas zurück, wo Burroughs Marihuana anbaute. Da jedoch ein Brief an Ginsberg von der Polizei abgefangen wurde, musst die Familie wegen einer drohenden Gefängnisstrafe nach Mexico flüchten, wo man sich die nächsten fünf Jahre aufhalten wollte, da dann die Straftat verjährt sein würde.

Am 06. September 1951 erschoss Burroughs seine Frau in Mexico-stadt, während er im Zustand der völligen Trunkenheit die Apfel-Szene aus Wilhelm Tells Drama nachstellte. Diese Tat wurde nach der Untersuchung schließlich als Unfall gewertet, weswegen William S. Burroughs nur 14 Tage im Gefängnis verbringen musste. 1952 musste er dann Mexico verlassen. Die Tochter aus Joan Vollmer Adams erster Ehe kam indessen zu ihrer Großmutter, während William burroughs Jr., welcher auch Augenzeuge der Tat war, zu den Großeltern nach St. Louis verbracht wurde. Sein Sohn wurde später ebenfalls Schriftsteller und verarbeitete diese folgenschweren Erlebnisse später selbst in seinen Werken.

Man sieht anhand dieses kleinen Einblicks also durchaus, wie viel Einfluss das eigene Leben und die darin stattgefundenen Erlebnisse auch auf Cronenbergs filmisches Werk NAKED LUNCH gehabt hatte. Das im Film William Lee, gespielt von Peter Weller, also am Ende der zweiten Ermordung von Joan eine Träne vergießt, kann man als bildlich dargestellte Reue und Trauer des Autors für die Tat im richtigen Leben interpretieren. Aber auch das die Tat sich im Film zweimal wiederholt, also einmal im Film zum Anfang bei Joan Lee und am Ende nochmals bei Joan Frost, kann gedeutet werden als Faktum der eigenen Schuld, welche man nicht mehr ungeschehen machen kann.   

Naked Lunch (Naked Lunch)So ein Kultroman hat es nicht immer leicht:
Das dies so sein kann, musste auch leider der Roman NAKED LUNCH erfahren. Denn er nahm sich innerhalb der Handlung Themen an, die in manchen Ländern den betreffenden Gesetzgebern schwer im Magen liegen.

Der sehr autobiografisch gefärbte Roman nahm sich schließlich Themen wie dem Drogenkonsum, der Homosexualität und der Gewalt an. weshalb der Roman in manchen US-Bundesstaaten zuerst einmal verboten wurde. Die Gewaltfrage dürfte hierbei allerdings wohl noch das geringste Übel gewesen sein, was den Gesetzeshütern den Kragen in Sachen konservativer Moralvorstellungen enger werden ließ.  

Es verwundert jedoch hierbei weniger, dass der Kanadier David Cronenberg (geboren am 15. März 1943 in Toronto/Ontario) sich dieses Stoffes angenommen hatte, schließlich ist es wahrlich nicht das erste mal, das er sich befremdlicher bzw. außergewöhnlicher Themen gerne annimmt. Dabei näherte Cronenberg sich hierbei faktisch weniger der eigentlichen literarischen Vorlage, um das Buch zu verfilmen, sondern legte hierbei ein besonderes Augenmerk auf die Entstehung und Hintergründe des Roman NAKED LUNCH.

Cronenberg griff bei der Umsetzung zum Film NAKED LUNCH daher verschiedene zentrale Motive aus Burroughs Werken auf und bringt sie dann mit einschneidenden Erlebnissen des Schriftstellers selbst in Verbindung. Selbst die im Film dargestellte Zeit in dem fiktiven Land "Interzone" steht dabei mit Burroughs Zeit in Marokko und Tanger in Verbindung. Aber auch die sehr starken homosexuellen Elemente in der Handlung des Films besitzen hier eine entsprechende autobiografische Natur. Alles das bezieht dabei jedoch auch die Bezüge zum eigentlichen Roman NAKED LUNCH seiten William S. Burroughs durchaus mit ein.

Doch kommen wir nun einmal in der gebotenen Kürze, aber dennoch mit einem recht interessanten Überblick verbunden, zu der eigentlichen Handlung des Film NAKED LUNCH.

Naked Lunch (Naked Lunch)Insektengift als Droge und der Wilhelm-Tell-Tod:
Wir schreiben das Jahr 1953. William Lee sieht sich eigentlich als Schriftsteller, seine Brötchen verdient er jedoch für sich und seine Frau Joan Lee als Kammerjäger. Hierbei benutzt er zur Vernichtung der Kakerlaken ein Gift, welches in der Form eines gelblichen Pulvers versprüht wird.

Doch dieses Pulver ist eigentlich streng rationalisiert, denn für Menschen scheint es eine Droge zu sein. Hiervon kann auch seine Frau Joan ein Lied singen, die sich hiervon stets etwas abzweigt, um sich in einen Rauschzustand zu versetzen. Als William hierdurch von der Polizei festgenommen wird, beginnt auch er durch dieses Pulver zu halluzinieren. Dabei verwandelt sich sogar eine Schreibmaschine in einen großen Käfer der sprechen kann, aber auch weiterhin seine eigentliche Aufgabe als Schreibmaschine bewältigt.

In einer Bar trifft William danach auch auf einen Alien, der ihm erzählt, seine Frau Joan wäre eine gefährliche Agentin der Interzone Incorporated. So kehrt er zurück in seine Wohnung, wo Joan bereits Sex mit seinem Schreibfreund Hank hat. Bei dem späteren Versuch, Joan mit einer Pistole ein Glas vom Kopf zu schießen, wie Wilhelm Tell es mit einem Apfel getan hatte, erschießt William Joan versehendlich. Da er damit allerdings auch die von dem Alien aufgetragene Mission erfüllt hat, flüchtet William in die fiktive Stadt Interzone, irgendwo in Nordafrika.

Hier verbringt William seine Zeit damit, weitere Berichte an seinen angeblichen Führer zu verfassen, wobei sich auch seine Schreibmaschine, eine alte Clark Nova sich in ein Insekt verwandelt und vorgibt, sein Mittelsmann zu diesem imaginären Führer zu sein. Auf drängen einiger literarischer Freunde soll er die daraus resultierenden Berichte zu einem Buch zusammenfassen. Die insektoide Schreibmaschine fordert ihn indessen auf, Kontakt mit Dr. Benway aufzunehmen. Um dies zu erreichen, freundet er sich mit einem jungen Homosexuellen an und nähert sich auch Joan Frost, die seiner toten Frau bis aufs Haar gleicht.

Naked Lunch (Naked Lunch)Er verführt sie um so auch hinter das Geheimnis von Tom Frost zu gelangen, der scheinbar wenig Gefühle zu seiner Frau hegt. Um herauszubekommen, wer der Kopf hinter den Geschäften mit der Droge "Black Fire" ist, welche aus den Innereien riesiger Tausendfüßler gewonnen wird, leiht sich William von dessen Frau Joan dessen arabische Schreibmaschine aus. Als jedoch aus versehen diese Schreibmaschine von Tom Frost zerstört wird, die sich ja nun ebenfalls als insektoides Wesen in Williams Obhut befand, lässt dieser nun aus Rache dessen Clark Nova mitgehen und foltert sie in ihrer intelligenten Form als Insekt fasst zu Tode.

William, der Joan Frost sucht, findet indessen heraus, das diese scheinbar einer dominanten älteren Frau verfallen ist, die den Handel mit "Black Fire" zu leiten scheint, sich jedoch bald in Wahrheit als Dr. Benway herausstellt. Auch wird sein junger homosexueller Freund durch eine andere Person qualvoll missbraucht, da dieser sich als eine Art vampirisches Monster entpuppt.

Dr. Benway hat indessen wohl kaum noch weiter Verwendung für die Droge "Black Fire", denn nun hält er sich die Aliens (auch "Mugwump" genannt) gefesselt als Gefangene, die wiederum duch ihre  seltsamen Fühler am Kopf ihr Sperma absondern, welches nun als neue Droge missbraucht wird.

Am Ende ergreift William mit Joan Frost die Flucht aus Interzone in den imaginären Staat Annexia, wo sie jedoch von den Grenzwachen jedoch festgehalten werden. Sie verlangen von William Lee zuerst einen Beweis, dass dieser ein Schriftsteller ist, worauf der ihnen einen Schreibstift präsentiert. Dies reicht den Grenzsoldaten jedoch nicht und so (aus welchen Beweggründen auch immer), zieht William erneut seine Wilhelm-Tell-Nummer ab, wobei sich der Mord an seiner Frau Joan Lee nun bei Joan Frost auf grausame Weise wiederholt. Damit scheinen die Grenzwächter zufrieden zu sein und begrüßen William nun freudig in Annexia, während William nun wegen Joan eine Träne vergießt.

Naked Lunch (Naked Lunch)Meine Filmkritik:
Der Film NAKED LUNCH macht es dem Zuschauer nun wirklich nicht leicht. Schließlich muss man hierbei auch berücksichtigen, dass neben den eher phantastischen Elementen und der fiktiven Örtlichkeiten eben auch eine ganze Menge an realen Bezügen zum Autor der Romanvorlage hier verarbeitet werden.

So ist diese Apfel-Szene nach Wilhelm Tell nicht einfach nur ein Gag, sondern hat einen durchaus realen wie traurigen Hintergrund. Bezeichnend sind hierbei ebenso die im Film verwendeten Vornamen, die reale Bezüge zu William S. Burroughs und seiner damaligen Frau Joan Vollmer Adams herstellen.

In diesem Sinne kann ich mir durchaus sehr gut vorstellen, dass viele der damaligen wie heutigen Zuschauer des Film NAKED LUNCH nur sehr bedingt einen Zugang zum Inhalt und damit zum eigentlichen roten Faden der Handlung finden. Es reicht daher nicht wirklich aus, das Gehirn einfach auszuschalten und sich mit einer Tüte Popcorn den surrealen wie phantastischen Elementen alleine hinzugeben. Das kann bei dem Film NAKED LUNCH nur völlig in die Hose gehen.

Aber auch die Filmfreunde, die sich gerne bei der gebotenen Handlung zum mitdenken anregen lassen, können hier das Problem bekommen, nur sehr bedingt wirklich einen umfassenden Zugang zum Film zu erhalten. Da kann dann manche Auslegung einer Szene durchaus auf dem sprichwörtlichen Holzweg enden. In dem Punkt - dies muss ich hier einmal wirklich zugeben - macht es uns David Cronenberg nicht wirklich leicht, mit dem gebotenen Stoff wirklich warm zu werden.

Das offensichtliche Manko des Film NAKED LUNCH liegt also eigentlich darin, das man zumindest auch einen kurzen informellen Abriss ... nicht nur ... über einige Werke des Autors William S. Burroughs sich aneignen sollte, sondern auch über seinen persönlichen und eben realen Lebenweg, der nicht wendungsreicher hätte verlaufen können. Denn letzteres verfügt hier über biografische Abgründe, welche im Film NAKED LUNCH expizit verarbeitet werden, aber eben auch nicht in der Weise, dass man den Zuschauer gleich hierin unvorbereitet mit der Nase auf die Lösung manches seltsam erscheinenden Szeneverlauf stößt.

Kommt man daher eher plötzlich und unvermittelt dazu, sich diesen wirklichen Filmklassiker anzusehen und erhält hierzu auch nicht die benötigten Hinweise, um die mitunter versteckten Verbindungen zwischen Film und Realität zu erkennen, dann kann es durchaus dazu kommen, das man am Ende verwirrter ist als am Anfang des Films. Und anstatt man diesen Film dann genossen hätte, lässt er einen dann wohl eher mit einem prall gefüllten Eimer von Fragen und möglichen Deutungen zurück. Das dies nicht befriedigend sein kann für einen Filmfreund, kann ich durchaus nachvollziehen. Und wer dadurch schon einmal von diesem Film eher abgeschreckt wurde, dem kann ich hier nur den gut gemeinten Rat geben, sich etwas über den Lebensweg des Autors William S. Burroughs zu informieren und dann den Film NAKED LUNCH nochmals in Angriff zu nehmen. In dieser Reihenfolge jedenfalls steht die Handlung des Films selbst in einem eher recht zugänglichen Licht und kann den Filmfreund nachhaltig durch ide richtigen Antworten erfreuen.

Naked Lunch (Naked Lunch)Was die schauspielerischen Leistungen betrifft, sowie die Umsetzungen gerade der visionär-phantastischen Elemente, gibt es eigentlich absolut nichts zu meckern, da der Film recht ansprechend besetzt und in Sachen Effekte seiner Zeit entsprechend auf hohem Niveau umgesetzt wurde.

Daher kann ich dem Film NAKED LUNCH durchaus vier von insgesamt fünf kleinen Tausendfüßlern als Bewertung zugestehen. Der eine Punkt Abzug ergeht diesem filmischen Klassiker nur, weil man hier stets ein Heer von interessierten Zuschauern leider recht unvorbereitet in das kalte surreale Wasser geschmissen und diese am Ende des Film mitunter eher ein großes Fragezeichen im Gesicht stehen hatten.

Ausblick:
Auf die nächsten Folge von DER FILMKLASSIKER gab es ja schon einen Hinweis in der letzten Folge von DIE BUNTE WELT DER HELDEN (Folge 10), BATMAN OF THE FUTURE.

Da ich, wie in einem Kommentar darunter gebeichtet, ja irgendwann im Verlauf der Artikelarbeit für den Zauberspiegel reichlich gepennt hatte, hatte ich doch glatt vergessen, das ich bei der letzten Folge von DER FILMKLASSIKER (#27) ich ja diesen Film hier oben ebenfalls schon angekündigt hatte. Man möge es mir als alten Mann daher verzeihen, der hier am PC an einem Keks rumlutscht und von einer (zugegeben) miesen Rente ala Agenda 2010 in dieser Republik träumt.

Wer da also noch immer einen Hinweis benötigt, dem sei gesagt, dass es im Film auch viel Wasser zu bestaunen gibt (ich war gerade am Wasserhahn nachsehen) und Dr. Fu Manchu immer noch nicht mitspielt. Obwohl, zumindest den Titel vor dem Namen könnt ihr hierbei aber schon mal als gesicherten Hinweis mit hinzu rechnen.

Nächsten Samstag geht es aber weiter mit DIE BUNTE WELT DER HELDEN und da dürft ihr euch mal wieder auf eine Truppe von Helden aus dem DC-Universum freuen, welche jedoch zumeist zumindest, nicht viel mit den eigentlich bekannten Superkräften am Hut hat.

Ja Freunde, bei DC wird es zusehends düster in der kommenden Geschichte und das Böse ist hier auch nicht aus einer Zelle des Arkham Asylum entsprungen. Kleiner Tipp von mir, nicht jeder Held aus dieser Truppe ist zum Beispiel noch als lebender Mensch unter seinen Spielgefährten.

Aber mehr kann ich euch auch hier nun nicht verraten, denn ich glaube, ich war bei diesem Rätsel schon wieder zu geschwätzig. 

Naked Lunch (Naked Lunch)Naked Lunch
(Naked Lunch)
mit Peter Weller, Judy Davis, Ian Holm, Roy Scheider, Julian Sands, Monique Mercure, Nicholas Campbell, Joseph Scoren, Sean McCann, Robert A. Silverman, Michael Zelniker u.a.
Regie und Drehbuch: David Cronenberg
Produktion: Jeremy Thomas
Musik: Ornette Coleman, Howard Shore
Genre: Drama/Phantastik
Laufzeit: 115 Minuten
DVD/FSK: 16 Jahre
Vertrieb: Arthaus
Kanada/Großbritannien 1991

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Kommentare  

#1 Andreas Decker 2018-06-23 15:08
Ist lange her, dass ich den gesehen habe. Damals war ein Cronenberg noch ein Muss.
Ich habe mich nie durch den Roman durchkämpfen können, insofern ist schwer zu sagen, inwieweit der Film eigene Wege geht.

Aber die Visionsebene erinnert doch sehr an Cronenbergs Videodrom, und ich weiß nicht, ob man NL ohne den Vergleich schlüssig beurteilen kann. Im späteren Film eXistenZ findet man viele der visuellen Elemente ja schon wieder.

Einen bleibenden Eindruck hat NL bei mir nicht hinterlassen. Wenn es um surreales Erzählen geht, ist Barton Fink von den Coen Brüdern deutlich beeindruckender und kommt auch ohne Plastikmonster aus.

Bei den Hinweisen hast du mich verloren, ich weiß wirklich nicht mehr, was du wo wie geschrieben hast. Also lassen wir uns mal überraschen. :-)
#2 Laurin 2018-06-23 17:56
@ Andreas Decker:
Ja, ich hatte diesen Film von Cronenberg auch erst in diesem Jahr wieder neu entdeckt, da ich leider das Buch nicht geliefert bekam. War also auch etliche Jahre her bei mir, wo ich den letztes mal gesehen hatte.

"Videodrom" von ihm kenne ich nicht. "eXistenZ" ist da auch schon wieder etliche Jahre her und da klafft langsam in Sachen Erinnerungen schon ein schwarzes Loch. Aber da ist bei mir "Naked Lunch" durchaus besser im Gedächtnis hängen geblieben. Dafür sagt mir "Barton Fink" von den Coen Brüdern wieder nichts, da nie gesehen. Ist schon komisch, was einem so im Gedächtnis hängen bleibt und auch warum. ;-)

Na, der Ausblick ist doch nicht so schwer gewesen, das man da verloren geht. :lol:
Du wirst lachen Andreas, aber da ist die Antwort so was von einfach. ;-)

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