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Ein Clown der sich in deine Träume frisst - »ES«

ESEin Clown der sich in deine Träume frisst
»ES«

Der Schrecken, der weitere achtundzwanzig Jahre kein Ende nehmen sollte - wenn er überhaupt ein Ende nahm -, begann, soviel ich weiß und sagen kann, mit einem Boot aus Zeitungspapier, das einen vom Regen überfluteten Rinnstein entlangtrieb.
(Stephen King: ES / Seite 11)

So beginnt die Geschichte des bösesten Clown, den die Horrorliteratur kennt.

ESUnd es ist auch der Beginn des von vielen Fans heiß erwarteten filmischen Remake von ES (IT).

Und im Grunde ist es eigentlich auch der Beginn des dreistündigen Fernsehfilms ES, der wohl in der USA in zwei (oder waren es drei?) Teile im Fernsehprogarmm ausgestrahlt wurde. Egal, ich kenne die Fernsehversion eh nur von einer VHS-Kasette bzw. ab dem DVD-Zeitalter eben auch auf DVD, die sich in meinem Besitz befindet. Und ja, den Roman habe ich mir nun, wo das erste Kapitel von ES nun in die Kinos gekommen war, ebenfalls zugelegt. Das mag auch daran liegen, weil der Heyne Verlag mit dieser Auflage als Cover das Kinoplakat nutzt, was um Längen ansprechender aussieht, als die Cover, die sich der Verlag bisher aus dem Ärmeln geschüttelt hatte. Oder anders gesagt, bei Buchcovern bewirft uns der Heyne Verlag zumeist nicht gerade mit ansprechenden Motiven.

Gedanken zur neuen Buchausgabe:
Um das Buch selber mache ich allerdings immer noch einen respektvollen Bogen, denn mit über 1530 Seiten ist so ein Ziegel nicht nur recht unhandlich zum lesen, sondern für jemanden wie mich, der nicht gerade in Rekordgeschwindigkeit über die Seiten rast, schon eine gewisse Hausnummer. Das liegt bei mir auch daran, dass ich gerne bewußt lese und dabei mein Kopfkino eine nicht unerhebliche Rolle spielt, wenn ich nicht ab einem gewissen Punkt an einem Roman die Lust verlieren möchte. Und das kann schnell passieren, wenn ich merke, etwas wichtiges nur halbherzig mitgelesen zu haben und so ein wenig den Faden verliere. Hinzu kommt, dass ich ein recht vielbeschäftigter Mensch bin und eben auch nicht jeden Tag zum lesen komme. Da wäre es dann übel, wenn ich wieder ein paar Seiten zurück blättern muss, um wieder in die Geschichte hinein zu kommen. Ich hätte es Heyne jedenfalls hoch angerechnet, wenn sie ES dieses mal gebunden in einem Hardcover heraus gebracht hätten, auch wenn dies einen höheren Preis mit sich gebracht hätte. Als Taschenbuch hätte sich auch angeboten, dieses Buch in zwei Teile aufzuteilen, wo ich auch nicht gemeckert hätte, wenn dieses dann teurer geworden wäre, denn auch die Papierqualität wäre dann wohl besser gewesen.

Aber wollte ich mich jetzt hier über ein Buch auslassen, welches ich noch nicht einmal gelesen habe? Wohl kaum. Aber trotzdem werde ich diesen Artikel jetzt ein wenig anders verfassen, als ich es bei Büchern oder Filmen sonst in der Regel tue. Dazu gehört auch, die eigentliche Handlung des Kinofilm ES recht kurz nur abzuhandeln. Dies heißt allerdings nicht, dass ich hier nun verstärkt die Unterschiede unter den Tisch fallen lassen möchte, die es zwischen dem Kinofilm und dem damaligen Fernsehfilm von 1990 gibt. Dies bedeutet auch, dass ich meine Filmkritik diesmal nicht ans Ende setze, sondern sie gleich mit im Artikel einbaue, so das am Ende nur noch ein allgemeines Fazit mit meiner Bewertung auf euch wartet.

Doch kommen wir nun gleich einmal zur Handlung des Kinofilm, die ich euch so kurz wie möglich umreißen möchte. Denn eines dürfte ja bekannt sein: Der Schrecken entfaltet sich erst dann richtig schön, wenn man einen Film in seiner ganzen Pracht bestaunen darf und kann.

ESEin Coming-of-Age-Horrorfilm der besonderen Art:
Die Stadt Derry im US-Bundesstaat Maine, 1988: Bill Denbrough bastelt für seinen kleinen Bruder Georgie ein Papierboot, welches er auch gleich ausprobiert. Der Regen ist so heftig, dass das Wasser im Rinnstein wie ein kleiner Fluss wirkt und das Boot ziemlich flott mit sich trägt. Durch eine Unachtsamkeit verliert Georgie das Boot allerdings fasst aus den Augen und er ist nicht schnell genug, um es noch abzufangen, bevor es in einen der Abflüsse verschwindet. Als Georgie jedoch versucht das Boot noch zu retten, trifft er im Abfluss auf einen seltsamen Clown, der sich ihm als Pennywise vorstellt. Georgie verliert bald seine Angst vor ihm, was jedoch für ihn tödlich endet, denn der Clown beißt ihm nicht nur den Arm ab, sondern zieht ihn auch danach mit in die Kanalisation.

Monate später hat Bill den Verlust seines kleinen Bruders immer noch nicht überwunden und such beständig nach ihm. Selbst wenn er nur seine Leiche finden würde, so hätte er und seine Eltern doch zumindest Gewissheit darüber, was passiert ist und das sie ihn zumindest in Würde begraben könnten. Doch Georgie ist nicht das einzige Opfer in Derry. Immer wieder verschwinden Kinder spurlos und in der Stadt gibt es deshalb bereits eine Ausgangssperre ab 19:00 Uhr. Im Grunde hat Bill jedoch die Hoffnung noch nicht aufgegeben das Georgie noch leben könnte. Für seine Suche nach Georgie spannt er auch immer wieder seine Schulfreunde ein. Die bestehen aus Stanley Uris, der sich mehr schlecht als recht auf seine Bar Mitzwa vorbereitet, Richie Tozier, der sich gerne in der Gruppe als Komiker versucht und Eddie Kaspbrak, der durch seine übervorsorglichen Mutter zum Hypochonder erzogen wurde, damit sie ihn besser unter Kontrolle halten kann. Sie unterstützen Bill in diesem Sommer bei der Suche nach Georgie, auch wenn sie lieber unter dieses Thema einen Schlussstrich ziehen würden.

Doch bald vergrößert sich die kleine Gruppe - oder wie sie sich nennen - der Club der Verlierer. Daran ist der äußerst brutale Mitschüler Henry Bowers schuld. Der verletzt nämlich mit dem Messer den neu hinzugezogenen Ben Hanscom, der auf der Flucht vor seinen Peinigern bald geradewegs in die Gruppe hineinfällt. Aber auch die hübsche Beverly Marsh hat so ihre Probleme mit ihren Mitschülerinnen. Die mobben sie nämlich, weil sie laut den Gerüchten mit allen Jungs der Schule herum machen würde. Da ihr eigener Vater scheinbar mehr als nur väterliche Liebe ihr gegenüber entgegen bringt, fühlt sich Beverly bald in der Clique um Bill wohler als in ihrem eigentlichen Zuhause.

Dabei ist es Bill, der in der Bibliothek sich über die Geschichte der Stadt Derry informiert und dabei herausfindet, dass die Stadt in regelmäßigen Abständen von 27 Jahren immer wieder von schlimmen Vorkommnissen und Katastrophen heimgesucht wird. Und den Schuldigen hierfür lernen sie einzeln auch recht bald kennen, denn sie alle haben ihre erschreckenden Begegnungen mit dem höllischen Clown Pennywise, der eigentlich Gestaltwandler ist und alle 27 Jahre erwacht und seinen mörderischen Hunger in Derry stillt. Mittels alter Stadtkarten versuchen die Kinder nun herauszufinden, wo der Gestaltwandler, den sie einfach ES nennen, sein Versteck hat. Mittlerweile ist auch der afroamerikanische Junge Mike Hanlon zu der Clique gestoßen, der von Henry Bowers auf rassistische Weise verfolgt wird. Doch Henry, der selbst von einem recht brutalen Vater großgezogen wurde, ersticht diesen mit einem Messer, welches Pennywise ihm zukommen gelassen hat. Aber weil die Clique ihn zur Gegenwehr bei Steinwürfen gedemütigt hatte, setzt dieser nun alles daran, sich auch an den anderen des Club der Verlierer blutig zu rächen.

Die Clique um Bill weiß bald, das ES in dem alten Brunnenschacht unter dem verfallenen Haus in der Neibold Street haust. Aber eigentlich wollen die meisten das Haus nicht mehr betreten, nachdem sie bereits einmal dort ES gerade noch entkommen konnten. Doch dann bleibt ihnen nichts anderes mehr übrig als sich ES zu stellen, denn der hat sich Beverly geschnappt und jede Sekunde könnte er sie töten. Der teuflische Clown zieht im Kampf gegen den Club der Verlierer alle Register, doch Bill lässt sich von ihm nicht hinters Licht führen, als dieser ihn in Gestalt von Georgie zum Narren halten will. Dabei merken sie aber auch, das ES wohl seine Stärke über sie durch ihre Ängste gewinnt und drehen den Spieß um. Es scheint, dass sie ES für immer vernichtet haben. Doch  einige Zeit später berichtet Beverly vor ihrer Abreise die anderen von ihrer Vision, in der sie alle älter sind und wieder Ängste in Derry ausstehen müssen. Mit einem Blutschwur versichern sie sich gegenseitig zurückzukehren, sollte ES wieder in Derry auftauchen. Bevor sich ihre Wege allerdings für immer trennen, gibt Bill Berverly noch einen Kuss.

ESNunmehr eine geradlinige Handlung:
In der Wikipedia, wo man auch mehr zur Handlung nachlesen kann, wenn man möchte, macht man bereits eingangs einen Fehler. Denn dort steht:

ES ist ein US-amerikanischer Horrorfilm mit Elementen eines Coming-of-Age-Films von Andres Muschietti, ...

(Zitat: Wikipedia zum Film ES von 2017)

Dies würde so stimmen, wenn es sich hier um den Fernsehfilm ES aus dem Jahre 1990 handeln würde. Denn dort wirkt die Handlung etwas zerissen zwischen der Realzeit und den Rückblenden in die Jugendzeit in Derry. Dem ist jedoch in ES von 2017 nicht so. Hier werden die Jugenderlebnisse konsequent durchgezogen, weshalb man diesen ersten Teil zu recht auch als einen blütenreinen Coming-of-Age-Film innerhalb des Horrorgenre bezeichnen kann.

Manche Szenen dürften einem auch recht bekannt vorkommen, wenn man den Film ES von 1990 kennt. Sei es nun die Szene in der Henry Bowers und seine Kumpels Ben mit dem Messer bedroht und ihm androht, ihm seinen Namen in den Bauch zu ritzen. Oder aber die Szene, wo die Clique Bowers und seine Bande mit Steinwürfen zu vertreiben versucht. Hat sich bei den Steinwürfen im Kinofilm der Ort geändert, so bleibt es bei ES von 2017 allgemein nicht bei den mündlichen Drohungen. Vielmehr beginnt Henry im Film durchaus, Ben seinen Namen in die Haut zu ritzen und brüllt ihn dabei an, ihm noch seinen gesamten Namen in die Haut zu schneiden. Das es nicht dazu kommt, liegt daran, das Ben Henry aus Panik in die Kronjuwelen tritt und dabei nach hinten die Böschung herabfällt und so die Flucht ergreift. Henry Bowers wirkt also im Kinofilm direkt durchaus als recht unberechenbar und bedrohlich, während er in der Fernsehverfilmung lange Zeit eher den Part eines Maulhelden einnimmt, der scheinbar nur heiße Luft verströmt.

ESAuch an anderen Punkten wirkt die Kinoversion glaubwürdiger:
In Sachen Beverly Marsh z.B. pflegt man einen gewissen Hauch von Erotik, der Jugendliche in der Pubertät eben aus Neugierde dem anderen Geschlecht gegenüber so recht realitätsnah umweht. Auch da blieb die Fernsehversion eher ziemlich bedeckt und brachte, wenn überhaupt, diesen Aspekt nur sehr verhalten bis verschämt in das Gesamtspiel ein. Was natürlich auch in der Verfilmung für das Kino fehlt, aber so von Stephen King in seinem Buch verfasst wurde, ist der Umstand, dass die Kids im Roman wohl ihren Schwur mit einer Orgie besiegeln, in der Beverly mit jedem der Jungen schläft.

Zwar dürfte King diese Szene in seinem Roman nicht in ausführlichen Details geschildert haben, aber schon der Gedanke an sich war den Filmemachern damals wie heute eher ein Dorn im Auge und selbst King gab unlängst in einem Interview zu verstehen, dass er diese Szene in seinem Buch heute so nicht mehr schreiben würde. Zumindest hat man aber in der Fassung von 2017 darauf verzichtet, den Schwur per Inhalator zu vollziehen, was in der Fernsehversion durchaus schon etwas lächerlich und an den Haaren herbeigezogen wirken mag.

Die Dialoge der Kids sind dann auch in der 2017er Version mitunter schon einmal etwas anzüglicher, was jedoch ebenfalls diese Dialoge für diese Altersgruppe durchweg realistischer erscheinen lässt. Hier lag dann auch einer meiner größten Kritiken hinsichtlich der damaligen Fernsehversion von 1990.

Dort wirkten nämlich einige Dialoge der Kids mehr als unglaubwürdig, weil Jugendliche dieses Alters eben nur wirklich recht selten solche altklugen Sätze in die Welt raushauen, die ich nicht einmal jedem erfahrenen Erwachsenen zutrauen würde. Die Kids in der Fernsehversion hauten solche für dieses Alter völlig unlogischen Dialoge aber in einer schönen Regelmäßigkeit heraus, so das ich gerade an diesem Punkt manchmal nur noch ungläubig mit dem Kopf schütteln konnte.

Das besserte sich allerdings in der Fernsehversion auch nicht bei den Szenen aus der Realzeit, in der die Kids erwachsen sind. Auch hier strotzen manche Sätze der Darsteller von einer gewissen Unlogik, dass es schon weh tat.

Man verstehe mich jetzt nicht falsch, auch die Fernsehversion ist durchaus sehenswert. Nur merkt man es dieser Version doch recht schnell im Punkt Dialoge an, dass es sich hier eher um Wunschvorstellungen handelt, was die soziale Ineraktionen betrifft.

Unter dem Strich wirkt die Kinoversion nun von solchen Schwachpunkten wohltuend bereinigt. Das Verhalten der Kids wirkt durchgehend realistisch und Henry Bowers kann man nun direkt als eine durchweg glaubhafte Gefahr einordnen, weil er in seinen Handlungen wesentlich unberechenbarer wirkt, als in der Fernsehversion. Denn damals nahm man ihm selbst im Erwachenenalter nicht wirklich ab, nun noch eine nennenswerte Gefahr zu sein, als er mit Hilfe von Pennywise aus der Irrenanstalt ausgebrochen ist um nach Derry zurückzukehren. Das er dann doch zumindest versucht hat, einen der Gruppe zu erstechen, wirkte schon fasst wie ein kleines Wunder, denn in diesem Punkt der Fernsehverfilmung hätte ich glatt auch damit rechen können, dass er den gesamten "Club der Verlierer" versucht ins Grab zu labern.

ESES zwischen Tim Curry und Bill Skarsgard:
Wenn man an die Fernsehversion von 1990 denkt, dann fängt man unweigerlich an, zuerst an Tim Curry zu denken, der den Horror-Clown wirklich einmalig dargestellt hatte.

Wirkte er in einem Moment irgendwie noch knuffig in seinem Clownkostüm, so konnte er faktisch auf Knopfdruck plötzlich eine Wandlung zur gefährlichen Bestie vollziehen, die durchweg als beeindruckend bezeichnet werden darf und kann.

Generell kann man durchweg sagen, dass er in der Rolle des Pennywise seine Kollegen wie etwa Richard Thomas als Bill Denbrough förmlich an die Wand spielte. Bei Richard Thomas war dies sogar nicht einmal schwer, denn er spielte seine Rolle als Bill genauso wie er alle seine Filmrollen spielt. Oder anders gesagt, man erkennt in ihm stets die Rolle des John-Boy Walton aus der Serie DIE WALTONS (1972 - 1981) wieder. Für einen Horrorfilm, selbst wenn es sich damals um eine Fernsehversion handelte, war er für mich daher immer schon eine völlige Fehlbesetzung, weil ihm als Schauspieler einfach jede Wandlungsfähigkeit fehlt, um auch andere Rollen inhaltlich ausfüllen zu können.

Natürlich höre ich jetzt schon den sehr bekannten Glaubenssatz wieder ganz leise in meinem Ohr, dass das Original - also in diesem Fall die Fernsehversion - (immer?) besser ist als das Remake. Und nicht wenige werden hierbei gleich diese einzementierte Sichtweise anhand der Darstellung des Pennywise durch Tim Curry anführen. Dabei will ich nicht sagen, dass die Darstellung des Clowns eben durch Tim Curry nicht seinen ganz eigenen Charme hatte. Seine Darstellung von ES in der Fernsehversion hat schließlich mit dazu beigetragen, dass Pennywise wohl der legendärste Horror-Clown sein dürfte, der sich in der Erinnerung vieler Zuschauer förmlich ins Hirn eingebrannt hatte.

Als es allerdings um die Neubesetzung von Pennywise für den Kinofilm ES ging, hatte es gerade Bill Skarsgard auch nicht gerade leicht. Viele hielten ihn im Vorfeld schon schlicht für zu jung, um diese Rolle des wandelbaren Monsters ausfüllen zu können. Diese Kritik lag allerdings auch daran, weil viele nicht davon loskamen, die Rolle mit der Darstellung seitens Tim Curry zu verbinden.

Doch schon in den ersten Trailern konnte Skarsgard mich als Pennywise/ES völlig überzeugen. Das Spiel mit den Augen ist bei ihm schon gruselig und benötigte nicht einmal irgendwelcher Spezialeffekte. Alleine für den Wandel der Augenfarbe nahm man Kontaktlinsen. Da Skarsgard in seiner Jugend etwas schielte, gelang es ihm in späteren Jahren, nachdem man diese Fehlstellung der Augen etwas korrigieren konnte, ein Auge separat vom anderen Auge wegzudrehen. Diesen natürlichen Effekt setzt Skarsgard als Pennywise sehr gekonnt und gezielt ein, so das einem schon dabei eine gewisse Gänsehaut über den Rücken läuft.

Natürlich ist der Pennywise von Skarsgard anders angelegt als der von Tim Curry, was der Neuverfilmung allerdings auch mehr als positiv zu Gesicht steht. In der Kinoversion ist Pennywise durchweg durchgeknallter, unberechenbarer und wirkt unter dem Strich zusammengerechnet um ein vielfaches gefährlicher als ES aus der Fernsehfassung. Die Darstellung durch Bill Skarsgard dürfte alle Kritiker, die besonders sein jugendliches Aussehen bemängelten, zum schweigen gebracht haben.

Auch beim Dreh der Kinoversion setzte man auf einen gewissen Realismus, wenn es um Pennywise ging. So drehten die jungen Darsteller die meisten Szenen, ohne jemals vorher Bill Skarsgard bei den Dreharbeiten gesehen zu haben. Erst als es um die Szenen ging, in denen er als Pennywise mit den Kids auftreten musste, tauchte er recht unverhofft in einer Drehszene plötzlich vor den Jungdarstellern auf, so das ihr erschreckter Gesichtsausdruck im Film selbst eine realistische Reaktion war, die der Regisseur Andres Muschietti durch das plötzliche auftreten von Bill Skarsgard in der Maske des Pennywise erzielen wollte. Dies ist ihm, man kann es im Film recht schön sehen, auch durchaus gut gelungen.

ES"Sie fliegen!" - Der unlogische Patzer der Fernsehversion:
In rund drei Stunden wird in den Dialogen eine Aussage recht überstrapaziert, nämlich das die Kinder dort unten bei Pennywise alle fliegen, bzw. fliegen können.

Wie gesagt, diese Aussage zieht sich faktisch durch die gesamten 180 Minuten der DVD-Fassung der 1990er Version. Nur geflogen ist in dieser Verfilmung für das Fernsehen niemand. Nicht die Kinder und erst recht keine Erwachsenen. Wenn überhaupt, dann haben die Opfer von ES in den Katakomben gehangen ... eingesponnen in eine Art Spinnennetz. Doch mal ehrlich, zwischen fliegen und abhängen liegen bekanntlich immer noch Welten, und so fragte ich mich beim ersten mal, als ich die Fernsehversion sah, was dieser Satz vom "fliegen" eigentlich in dem Film sollte. Man muss hierbei hinzurechnen - wie ich oben schon erwähnte - dass ich ES als Roman bisher noch nicht gelesen habe.

In der neuen Kinofassung wird dieser bisher für mich völlig sinnlose Dialog dann endlich mit einem brauchbaren und nachvollziehbaren Sinn gefüllt. Die Opfer von Pennywise/ES fliegen, bzw. schweben nämlich nun bei ihm im Untergrund wirklich. Dafür wird der eigentliche Satz vom "fliegen" in der 2017er Version dankenswerterweise nicht so permanent sinnfrei überstrapaziert wie in der Fernsehfassung.

Ein weiterer Schwachpunkt in der Fernsehversion war der Wandel von Es in einen Werwolf oder einer Mumie. Hier hatte man recht Phantsielos auf die altbackenen Monster des Horrorfilms zurückgegriffen. Auch diesen unfreiwillig komischen Aspekt wusste man nun in der Kinofassung auszumerzen, indem man Kreaturen schuf, die den Kids aufgrund von gut durchdachten Parallelen zu ihrer dargestellten Persönlichkeit durchaus Angst einjagen konnten.

ESMein Fazit:
Nicht alle Remakes können einem Originalfilm wirklich das Wasser reichen, dass will und das kann ich nicht abstreiten. So kommt z.B. das Remake von TANZ DER TEUFEL um Längen nicht an das Original heran.

Es gibt jedoch Remakes die ich durchaus für sehr sinnvoll halte, weil der Originalfilm schon zu seiner besten Zeit, nämlich als dieser selbst gerade in die Kinos (oder wie hier ins Fernsehen) kam, nicht meine Erwartungen erfüllte. Dies ist dann sogar hervorzuheben, wenn der Originalfilm sowohl eine ansprechende Handlung als auch ansprechende Ideen aufweist, diese aber nicht für meine Sichtweise befriedigend umsetzen konnte. Ein anderer Punkt kann allerdings auch die Fehlbesetzung von Darstellern für mich sein.

Das ich hier in Sachen Remake aber mitunter auch eine Lanze breche, lässt sich sehr schön gerade an zwei Verfilmungen von Romanen seitens Stephen King sehen. Haperte es z.B. bei der Verfilmung von CARRIE im Original schon bei der passenden Besetzung der jeweiligen Rollen bei mir, weswegen ich hier dem Remake gerne den Vorzug gebe (was aber auch in der Umsetzung der Handlung zutrifft), so liegt es bei der 180 Minuten langen Fernsehfassung von ES schlicht an mehreren Punkten, weshalb ich hier einem Remake für das Kino entgegengefiebert hatte. Sinnfreie Dialoge bzw. mitunter unglaubwürdige Dialoge, eine teilweise Fehlbesetzung in Sachen Darsteller in der Fernsehfassung und die mitunter auch zu brave Machart der Umsetzung schrien geradezu danach das ES neu verfilmt werden musste.

In diesem Punkt wusste mich das "erste Kapitel" von ES als Kinoversion völlig zu überzeugen. Der einzige Wermutstropfen bei der Kinoversion von 2017 liegt darin, dass man nun einfach zu lange warten muss, bis das diese Geschichte mit dem "zweiten Kapitel" abgerundet werden wird.

ESWie gesagt, wer die Fernsehfassung mag, der darf sie natürlich auch weiterhin mögen, weil sie durch das gute Spiel seitens Tim Curry eben auch ihren eigenen Charme verströhmt. Mit dem ersten Kapitel der Neuverfilmung fürs Kino wurde jedoch die Messlatte verdammt weit nach oben verlegt. Wer nämlich einen wirklich gute Verfilmung von ES will, der kommt an der Neuverfilmung von 2017 nicht mehr vorbei. Und in Sachen Horror-Flair besitzt die 2017er Verion von ES eine Steigerung, die dem Zuschauer mit Sicherheit das fürchten lehren kann.

Ob man bei dem nächsten, noch folgenden Kapitel diese Steigerung wiederholen kann oder gar sogar zu toppen versteht, muss sich hier allerdings erst noch beweisen. Doch die hier nun bereits vorliegende Kinofassung, die nun auch als DVD bzw. BD vorliegt und als Film auch recht gut für sich alleine stehen kann, kann ich jedem Fan des Genre nur wämstens ans Herz legen. Da dürfte es kein Wunder sein, dass ich der Kinofassung von ES hier ohne Abstriche gerne die vollen fünf von insgesamt fünf Sterne verpassen kann.

Einen kleinen Hinweis möchte ich den Lesern hier zu dem Kinofilm ES aber auch noch mitgeben, denn auf der BD (die mir vorliegt) gibt es als Bonus die Szene von Georgie und Pennywise mit dem Papierboot nochmals in einer alternativen Form, bei der ich herzlich lachen musste. Schaut sie euch einfach mal an, denn so viel sei verraten, der kleine Georgie Denbrough überlebt sein zusammentreffen mit Pennywise dabei auf recht lustige Art und Weise, was zeigt, dass die Macher hier durchaus Humor hatten.

ESES
(IT)
mit Bill Skarsgard, Jaeden Lieberher, Sophia Lilis, Nicholas Hamilton, Wyatt Oleff, Jack Dylan Grazer, Chosen Jacobs, Finn Wolfhard, Owen Teague, Megan Charpentier, Jeremy Ray Taylor, Jackson Robert Scott, Jake Sim, Pip Dwyer, Stephen Bogaert, Javier Botet, Stuart Hughes, Ari Cohen, Steven Williams u.a.
Regie: Andres Muschietti
Drehbuch: Gary Dauberman, Chase Palmer, Cary Fukunaga
Produktion: Roy Lee, Dan Lin, Seth Grahame-Smith, Barbara Muschinetti, David Katzenberg
Nach dem Roman von: Stephen King
Genre: Horror
Laufzeit: 135 Minuten
DVD/FSK: 16 Jahre
Vertrieb: Warner Home Video Germany
USA 2017


Kommentare  

#1 Cartwing 2018-03-21 06:31
Zitat:
Oder anders gesagt, bei Buchcovern bewirft uns der Heyne Verlag zumeist nicht gerade mit ansprechenden Motiven.
Heutzutage geht's ja, damals in den 80ern waren die zT einfach nur kackhässlich und einfallslos. Ich erinnere nur an das kotzgrüne Cover von "Sie" ganz zu schweigen von dem dämlichen Titel, der natürlich "ES" ähneln sollte. Habe damals das Original HC von "Misery" gehabt. Das war ein kleines, geniales Kunstwerk dagegen.

Heute übersetzt man griffige Titel zum Glück nicht mehr und die Cover sind auch bei Heyne manchmal richtig gut. Siehe z.B "Sleeping Beauties"
#2 Laurin 2018-03-21 12:19
@ Cartwing:
Stimmt schon, was die Cover mittlerweile angeht, da hat sich Heyne schon um einiges verbessert. Aber Luft nach oben ist bei Heyne durchweg noch immer vorhanden, wenn es um wirklich ansprechende Cover geht. In den 80ern war man da mit den einfarbigen und nichtssagenden Covern wirklich wie ein unternehmerischer Selbstmörder am Rand einer geschäftlichen Klippe. Das sah so etwas von billig aus, billiger ging es nicht mehr.
#3 Friedhelm 2018-03-21 12:28
Ich bin an manchen King-Büchern, wegen der ausufernden Seitenanzahl auch "grußlos vorübergegangen". Das war dann nicht nur "ES" sondern auch "Tommyknockers"..ect..ect. Im übrigen gefallen mir bei King nur wirklich wenige Romane - dazu gehört, u.a. "Brennen muss Salem" - ein, wie zumindest ich finde, schöner, dichter Vampirplot.

Zitat:
Dies würde so stimmen, wenn es sich hier um den Fernsehfilm ES aus dem Jahre 1990 handeln würde.
Kann ich ebenso zustimmen - all die Weil Teil 1 ja eh die Jugendzeit, und damit praktisch auch den Übergang zum "Erwachsen werden",(eben im englischen: "Comig of Age") der Kids )abhandelt.

Was nun die sogenannten Unterschiede zwischen TV- und Kinoversion betrifft:

Zum einen finde ich, dass die Besetzung der Kids ein echter Glücksgriff war- und vor allem Sophia Lilis verdient da Beachtung.
Tim Curry/TVund Bill Skarsgard/Kino sind in der Titelrolle beide gut - das angesprochene Alter (Skarsgard zu jung) kann ich dabei nicht als Manko sehen. Skarsgard hat mir als Pennywise sogar etwas Gänsehaut verpasst (und das will für meiner einen schon etwas heissen..) Das kam bei mir zuletzt beim "Exorzisten/1973" vor.

Dann muss man wohl auch die Produktionzeit sehen - die TV-Version entstand 1990 - das erklärt natürlich die "brave Machart".Und für einen zweiteiligen(?) Fernsehfilm konnte man damals noch nicht so weit gehen wie das heute der Fall ist,("Siehe Game of Thrones ..oder "The Walking Dead).
Explizite Szenen wie etwa die erwähnte "Kid-Beischlaf-Sequenz" im Fernsehen? Absolutes No Go - und wahrscheinlich -zu Recht- heute auch noch. Man muss sich dann ja mal fragen, ob es ein anderer, weniger anstößiger, Schwur nicht auch getan hätte. Genau diesen Umstand finde ich in der Neuverfilmung schon recht gut (und einfach) gelöst.
Wahrscheinlich ist Meister King wohl selber ein recht düsterer Charakter - zumindest hat man der Lektüre seiner Bücher manchmal den Eindruck.

Zitat:
"Sie fliegen!" - Der unlogische Patzer der Fernsehversion:
Der Patzer ist wahrscheinlich gar keiner - und soll hier wahrscheinlich nur die Vorstellungskraft der Kids verdeutlichen. Dieses wohl auch, weil man das "Fliegen" in der TV-Version nicht wirklich hingekriegt hat.

Zitat:
Nicht alle Remakes können einem Originalfilm wirklich das Wasser reichen,
Was da die Original "Carrie" betrifft, bin mit dir nicht unbedingt einer Meinung - und dass Muschietti der TV-Produktion mit seiner 2017er Version allemal "das Wasser reichen kann" dürfte wohl auch nicht allzu überraschend sein. Wie man ja sehen kann, verschwimmen die Unterschiede zwischen Kino- und TV-Produktionen (siehe nochmals "Game of Thrones2...u.a.) heute schon sehr. Das war in den Neunzigern noch nicht der Fall - kein Wunder also, dass "ES 1990" gegenüber der Neuverfilmung etwas abfallen muss.
#4 Postman 2018-03-21 16:46
Fast überall liest man nur Kritik (schaut mal bei den Amazon Rezis), die ich nach dem Anschauen nie verstehen konnte. Um so schöner darüber etwas Positives zu lesen.

Ich fand den Film auch sehr gut - kurzweilig, gute Spezialeffekte (geht trotz Kindern deftig zu, mein Geschäftskollege war mit seiner Frau im Kino - die Armab- Szene ist ihr nicht gut bekommen :-x) und exzellente Kinder- bzw. viel mehr Teeniedarsteller.
Und auch die Nebenrollen wie der schleimige Inzestpapa und die herrschsüchtige Mütter waren herrlich skurill.

Schlecht fand ich:
- die schwebenden (Schein?)toten im Finale (die fielen nach dem Finale nicht mal herunter) - was sollte denn diese sinnlose nur auf den Effekt ausgelegte Geistervraiante?

- das gelegentliche Rumgezappel (megaschnelle Schnittfolge) des Clowns und dass er sich selten dämlich anstellte, denn er hätte die Kids mit links erledigen können

Analog des Buches wird wohl der 2. Teil etwas abstinken, denn da fehlte mir der Anreiz aus der Sichtweise der Kinder und man muss sich in die Personen erst wieder reinfinden.

P.S.: Den Fernsehfilm konnte ich übrigens wegen der typisch handzahmen Machart zur damaligen Zeit und auch wegen "John-Boy" alias Richard Thomas nicht ab. Ich wartete immer, dass die Waltons um die Ecke kamen :lol:
#5 Laurin 2018-03-21 19:09
@ Friedhelm:
Zitat:
"Sie fliegen!" - Der unlogische Patzer der Fernsehversion:

Der Patzer ist wahrscheinlich gar keiner - und soll hier wahrscheinlich nur die Vorstellungskraft der Kids verdeutlichen. Dieses wohl auch, weil man das "Fliegen" in der TV-Version nicht wirklich hingekriegt hat.

Nun ja, das man das fliegen in der TV-Version nicht hinbekam, lasse ich hier mal nicht gelten, denn das hätte man auch dann anders lösen können. Statt dessen zitiert man "das fliegen" permanent ohne dann auch etwas liefern zu können, was dem halbwegs nahe kommt. In dem Punkt muss ich da auch Postman widersprechen, zumal sie ja "langsam" herunter kamen (sie fielen ja nicht runter wie Fallobst) und mit einer "Geistervariante" hatte diese Szene nun wirklich nichts gemeinsam.

@ Postman:
Ja, Richard Thomas war schlicht eine der Fehlbesetzungen und auch ich wartete ständig darauf, dass sich die Waltons plötzlich am Abend alle "gute Nacht" sagen. :lol:

Klar ist auch, dass Pennywise die Kids locker hätte kalt machen können, aber wenn man danach geht, dürften solche Filme nie länger als maximal 10 Minuten dauern und in jedem Gruselroman müsste selbst der Held gleich auf Seite 1 das zeitliche segnen. Spannend wäre also wohl anders.

Und was Kritiken oder sogenannte Rezis bei Amazon angeht, da schweige ich mal drüber, weil mir da das Niveau schlicht zumeist zu unterirdisch ist (wirklich brauchbare Meinungen sind da leider extreme Mangelware). :-*

Nachtrag:
Was Teil 2 angeht, da schätze ich auch, dass es die Macher da schwer haben werden, wenn die Kids nun als Erwachsene auftreten müssen. Aber ich drücke da mal die Daumen, denn so schwer kann es nach der Darstellung in der TV-Version nicht sein, zumindest hier und da eine positive Schippe drauf zu legen, zumal in der TV-Version auch ziemlich viele sinnfreie Dialoge den Spaß etwas schmälerten.
#6 Friedhelm 2018-03-21 23:47
Zitat:
Nun ja, das man das fliegen in der TV-Version nicht hinbekam, lasse ich hier mal nicht gelten, denn das hätte man auch dann anders lösen können.
Die Tatsache, dass die Macher es eben nicht anders gelöst haben (oder lösen konnten) zeigt ja doch irgendwie, dass an meiner Annahme durchaus etwas dran sein könnte. Aber, lassen wir das jetzt einfach mal so "dahingestellt..."

Zitat:
Ja, Richard Thomas war schlicht eine der Fehlbesetzungen und auch ich wartete ständig darauf, dass sich die Waltons plötzlich am Abend alle "gute Nacht" sagen.
Stimmt schon, der Mr. Thomas bleibt auch in anderen Rollen immer irgendwie der "John Boy". Ich habe ihn allerdings irgenwann in einem TV-Film als Psycho-Typen gesehen, und da war er schon nicht schlecht. Ich weiss allerdings den Titel gerade nicht - das Ding lief auf alle Fälle vor ungefähr 30 Jahren, an einem Samstag abend in der ARD.

Zitat:
Und was Kritiken oder sogenannte Rezis bei Amazon angeht, da schweige ich mal drüber,
Nun sind Kritiken ja selten objektiv - all die Weil fast jeder Kritiker so seine eigene Vision vom Stoff hat. Man findet tatsächlich selten einen, der mit dem Rest der Welt konform geht- und da schliesse ich mich auch nicht aus. Wenn ich kritisiere (Film, Buch..ect..), dann gibt garantiert kaum jemanden, der mir zustimmt. Macht mir aber gar nix aus...

Zitat:
Was Teil 2 angeht, da schätze ich auch, dass es die Macher da schwer haben werden, wenn die Kids nun als Erwachsene auftreten müssen.
No, warum? Es gibt für den 2. Teil gerantiert fähige Darsteller (bekannt oder weniger bekannt) die den gewünschten Part auch rüberbringen können. Man wird da ja immer wieder überrascht.

Zitat:
Aber ich drücke da mal die Daumen, denn so schwer kann es nach der Darstellung in der TV-Version nicht sein, zumindest hier und da eine positive Schippe drauf zu legen,
Irgendwie macht es wohl auch wenig Sinn, eine damalige TV-Produktion mit einer neuzeitlichen Kino-Adaption vergleichen zu wollen. Da liegen zwischen den Standarts ohnhin Welten...

So etwas würde schon eher "hinhauen", wenn man eine neuzeitliche TV-Produktion mit einer eben so neue Leinwand-Version abgleicht.
#7 Laurin 2018-03-22 17:45
@ Friedhelm:
Zitat:
Nun sind Kritiken ja selten objektiv
Da kann man auch lange vergebens suchen, denn bisher hat es noch niemand geschafft seine Kritik oder Rezi wirklich objektiv in Szene zu setzen.
Bei Amazon habe ich nur häufig das Gefühl, hier gleichgeschaltete Lemminge zu treffen, die sich an der gleichen Klippe der Kritik tummeln.

Zitat:
No, warum? Es gibt für den 2. Teil gerantiert fähige Darsteller (bekannt oder weniger bekannt) die den gewünschten Part auch rüberbringen können. Man wird da ja immer wieder überrascht.
Ich lasse mich da natürlich auch gerne positiv überraschen und hege da natürlich auch positive Hoffnungen. Ich halte es aber immer für einen Fehler, die Erwartungen immer zu hoch zu hängen.

Zitat:
Irgendwie macht es wohl auch wenig Sinn, eine damalige TV-Produktion mit einer neuzeitlichen Kino-Adaption vergleichen zu wollen. Da liegen zwischen den Standarts ohnhin Welten...
Das stimmt schon. Und an sich ist die TV-Produktion gesamt gesehen auch nicht die schlechteste (auch wenn da nach oben durchaus noch Luft war). Ich wollte da allerdings auch gleich denen etwas den Wind aus den Segeln nehmen, die ständig mit dem Argument kommen, nur das Original wäre besser und alle Remakes wären nur Schrott. Da fehlt mir nämlich schon der Ansatz, etwas Vorurteilsfrei betrachten und beurteilen zu wollen.
#8 DarkDancer 2018-03-23 10:44
Ich habe das Remake noch nicht sehen können und habe an die TV Version nur verschwommene Erinnerungen.Dafür kenne ich das Buch in und fast auswendig Da ich es mindestens einmal pro Jahr in die Hand nehme und das gute alte Derry besuche.
Diese ominöse fliegen Geschichte war für mich immer glasklar. Pennywise arbeitet stets mit Ballons welche auch gern mal gegen die Windrichtung fliegen und fast jedes Kind träumt irgendwann davon mit einem Luftballon in die Luft zu schweben. Also nichts als ein verbaler Trick um die Kids einzuwickeln.
#9 Andreas Decker 2018-03-25 17:42
Ich kenne auch nur die jugendfreie TV-Version, und die ist schlecht gealtert. Letztens noch mal gesehen und mich schwer gelangweilt. Dabei war es eine der besseren King-Verfilmungen.

Zitat:
Was Teil 2 angeht, da schätze ich auch, dass es die Macher da schwer haben werden, wenn die Kids nun als Erwachsene auftreten müssen.
Da stimme ich dir zu. Schon bei der TV-Verfilmung war die Gegenwartsebene der langweilige, pflichtschuldige Teil. Sobald man den Nostalgiefaktor rausnimmt, bleibt da nicht mehr viel übrig.

Zitat:
Ich wollte da allerdings auch gleich denen etwas den Wind aus den Segeln nehmen, die ständig mit dem Argument kommen, nur das Original wäre besser und alle Remakes wären nur Schrott. Da fehlt mir nämlich schon der Ansatz, etwas Vorurteilsfrei betrachten und beurteilen zu wollen.
Mal im Ernst, warum sollte man sich die Mühe machen? Wie viele Genre-Remakes haben es geschafft, dem Original einen neuen Aspekt abzugewinnen? Etwas anders zu interpretieren? Das Bild mag schärfer sein, die Photographie vielleicht schöner, der eine oder andere Schauspieler gefällt mehr oder ist besser, aber reicht das? Gerade die Liste der Horror-Remakes mit einem Reinfall nach dem anderen reicht doch, dass man an den Punkt kommt, wo man sie für Zeit- und Geldverschwendung hält. Und darum meidet. ;-)
#10 Friedhelm 2018-03-25 22:05
Zitat:
Mal im Ernst, warum sollte man sich die Mühe machen? Wie viele Genre-Remakes haben es geschafft, dem Original einen neuen Aspekt abzugewinnen? Etwas anders zu interpretieren? Das Bild mag schärfer sein, die Photographie vielleicht schöner
Wenn man es genau nimmt, dann ist eigentlich fast jedes Remake eine Neuinterpretation, in der versucht wird, das bekannte Geschehen mit einer veränderten Sichtweise "zu verknüpfen".

Es gibt tatsächlich kaum ein Genre-Remake, das dem Original "das Wasser reichen kann". "ES/2017" wäre da allerdings auch ein denkbar schlechtes Beispiel - all die Weil...

...das Original eh eine alte 90er TV-Adaption war. Und da kann es für eine neuzeitliche "Hochglanz-Kino-Fassung" eh nicht unbedingt schwer sein, besser zu punkten.

Da liegt ja auch ein Grund dafür, warum das Kino seit einigen Jahren mit -ansich- überflüssigen Remakes überschwemmt wird. Es geht gar nicht um den narrativen Ansatz - es sind vielmehr die technischen (weil digitalen) Möglichkeiten der Darstellung. Vieles, was heute geht, war früher (z.b, 70er/80er ) gar nicht drin.
Von einer fehlenden Originalidee muss man da schon gar nicht mehr reden - es gibt halt gar keine.

Warum, zum Beispiel, konnte Peter Jackson seinen "King Kong" machen? Ganz einfach, weil er für den Affen keinen Rick Baker( "Kong 1976") im (wenn auch gut gemachten ) Kostüm nötig hatte.

Und Muschietti kann sich mit seinem Leinwand-Horror-Clown ganz locker von den Zwängen verabschieden, die mit einer TV-Variante damals eben verbunden waren. Abgesehen davon, hätte er den Stoff auch gleich nochmal für irgendeinen Fernsehsender (z.B. "HBO") machen können, weil da inzwischen Serien ( siehe wieder "Game of Thrones"..ect..ect..) mit echtem Kinofeeling (also auch ohne die früher üblichen Beschränkungen) geliefert werden.
#11 Laurin 2018-03-26 00:48
Zitat Andreas Decker:
Mal im Ernst, warum sollte man sich die Mühe machen? Wie viele Genre-Remakes haben es geschafft, dem Original einen neuen Aspekt abzugewinnen? Etwas anders zu interpretieren? Das Bild mag schärfer sein, die Photographie vielleicht schöner, der eine oder andere Schauspieler gefällt mehr oder ist besser, aber reicht das? Gerade die Liste der Horror-Remakes mit einem Reinfall nach dem anderen reicht doch, dass man an den Punkt kommt, wo man sie für Zeit- und Geldverschwendung hält. Und darum meidet. ;-)
Gut, mit genau der Einstellung kann ich auch blind werden, weil es sich eh nicht mehr lohnt, etwas anzuschauen. Aber mal ehrlich, wer will das schon? :lol: Nein Leute, natürlich gibt es trotz besserer Bilder und digitaler Möglichkeiten auch Remakes (oder sogar neue Verfilmungen), die es nicht wirklich bringen. Aber wo dies gelingt, finde ich, sollte man das auch loben können, anstatt starrsinnig am Alten kleben zu bleiben, nur weil das eben das Original ist, auch wenn man davon vor 20 Jahren schon Augenkrebs von bekommen hatte. Und leider muss ich das jetzt aus meinem persönlichen Empfinden heraus so sagen, ist der 1976er King Kong genau so ein negatives Beispiel an filmischer Geldverschwendung für mich. Dagegen können sich der klassische Kong von 1933 mit der Interpretation von 2005 glatt die Hand als bessere Versionen reichen, wenn man sich bei der 2005er Version die unsinnige Szene auf dem Eis im Park mal wegdenkt. Womit wir dann aber auch wieder einmal am Punkt des persönlichen Geschmack angekommen wären, der bekanntlich auch (was positiv ist) nicht massentauglich um die nächste Ecke kommt. :-)

Und was eben den zweiten Teil von ES angeht, warten wir einfach mal ab, vielleicht werden wir ja auch hier positiv überrascht. Zumindest hat man so aber dieses unsinnige rumhüpfen zwischen den verschiedenen Zeitebenen bereinigt, welche die TV-Version aufweist. Und mit ein paar besseren Darstellern sollte auch im zweiten Teil einiges rauszuholen sein.

Anders gesehen ist natürlich jedes Remake auch eine Neuinterpretation, sonst würde ein Remake wirklich keinen Sinn machen. Denn wenn man die Story nicht den veränderten Sehgewohnheiten anpasst, wird man auch keine jüngeren Zuschauer in die Kinos locken können. Was unser Alter im allgemeinen betrifft, gehören wir, glaube ich, eh nicht mehr wirklich zur anvisierten Zielgruppe. :sigh:

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