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Victor Crowley schwingt wieder seine kleine Axt - »Hatchet - Victor Crowley«

Hatchet - Victor CrowleyVictor Crowley schwingt wieder seine kleine Axt
»Hatchet - Victor Crowley«

HATCHET steht ja im englischen Sprachgebrauch für "kleine Axt" oder eben "Beil", womit man fasst schon die typische Mordwaffe völlig umschrieben hat, die Victor Crowley in seinem Sumpfgebiet nutzt, um andere Menschen in ihre Einzelteile zu zerlegen. Lief die Handlung der ersten drei Filme noch zeitlich kurz hintereinander, so folgt mit dem vierten Teil allerdings ein Zeitsprung von rund 10 Jahren.

Hatchet - Victor CrowleyFür alle die, die diese besagten Filme bisher noch nicht gesehen haben, sei hier erst einmal eine kleine Einführung voran gestellt, um wen es sich bei Victor Crowley überhaupt handelt.

Die Hintergrundlegende:
Victor Crowley kam bereits missgestaltet zur Welt, weswegen er von seinem libevollen Vater auch gleich in einer abgelegenen Hütte im Sumpfgebiet versteckt aufgezogen wurde. Andere Kinder können ja bekanntlich in einer solchen Situation recht grausam sein. Doch diese Grausamkeit konnte der Vater eben auch so nicht verhindern. Eines Nachts waren es nämlich diese besagten Jugendlichen, die Victor aus der Hütte locken wollten, indem sie diese mit Feuerwerkskörpern ins Visier nahmen.

Die Hütte geriet in Flammen und Victor konnte so ziemlich alles, nur eben nicht mehr heraus aus der Hütte. Um seinen Sohn aus der Flammenhölle zu befreien und sein Leben zu retten, stürmte sein Vater mit einer Axt los um die Tür einzuschlagen. Doch Victor stand genau auf der anderen Seite der Tür, weswegen er ihn mit der Axt sehr unglücklich mitten in seinem Gesicht traf. Nach Jahren des Kummers und der Einsamkeit vertarb der Vater schließlich. Doch damit war die Geschichte längst nicht beendet, denn Victor Crowley lebt und mordet nun jeden, der bei drei nicht auf den Bäumen ist. Und mal abgesehen davon ist man vor ihm auch auf einem Baum nicht sicher.

Und wer es bis hierhin noch nicht wirklich gemerkt haben sollte, dem sei hier versichert, dass die HATCHET-Filme nicht nur in den Bereich des Slasherfilm gehören, sondern auch immer ein wenig in Richtung Horror-Komödie tendieren. Doch Vorsicht, wer so seine Probleme mit gewissen blutig-derben Gewaltszenen hat, der sollte nicht gerade nach einer Uncut-Version greifen, die mir dankenswerter Weise zugesand wurde.

Hatchet - Victor CrowleyDie Hatchet-Filme:
2007 kam der erste Film dieser kleinen Slasher-Reihe in die Kinos. Hierbei hatte Adam Green sowohl das Drehbuch geschrieben als auch Regie geführt. Im Jahre 2011 erfolgte dann mit HATCHET 2 eine Fortsetzung des ersten Film, bei dem Adam Green erneut wieder sowohl das Drehbuch schrieb, als auch selbst Regie führte. Hier schloss die Handlung bereits unmittelbar an die des ersten Films an. HATCHET 3 folgte dann mitte des Jahres 2013, wobei Adam Green nun nicht mehr selbst Regie führte, jedoch auch hier das Drehbuch schrieb und nunmehr als ausführender Produzent in Erscheinung trat. Auch der dritte Teil schloss direkt an der Handlung des Vorgängerfilms an, so das die Handlung aller drei Teile in etwa einen Zeitraum von 48 Stunden umfassen dürfte.

Als Schöpfer der Filmreihe lud Adam Green dann im August 2017 zur Jubiläumsvorstellung des ersten Films der kleinen Reihe nach Los Angeles ein. Dem Publikum wurde jedoch an diesem Tag eine weitere Überraschung präsentiert, denn Green offenbarte ihnen kurz vor dem Start der Vorstellung, dass man im Geheimen eine vierte Fortsetzung gedreht hatte, welche man nun hier zum erstenmal und direkt vorführen werde. HATCHET - VICTOR CROWLEY legte als vierter Beitrag in Sachen derbem Humor dabei durchaus noch eine Schippe drauf, wobei man allerdings für die Fans auch nicht an den bekannten blutigen Splatter-Elementen sparte.

Im Grunde waren alle HATCHET-Filme bereits als Horror-Komödie angelegt gewesen, jedoch besitzen die ersten drei Filme der Slasher-Reihe zumindest im Punkt Hintegrundgeschichte von Victor Crowley eine gewisse Ernsthaftigkeit, die dem nun überraschend präsentierten vierten Teil durchaus etwas abgeht. Bei HATCHET - VICTOR CROWLEY führte übrigens Adam Green wieder Regie und schrieb auch erneut das Drehbuch (zusätzlich scheint er ihn auch wieder als ausführender Produzent betreut zu haben). Kommen wir hier also zu dem kleinen Einblick in die Filmhandlung, die sich entgegen der ersten drei Filmbeiträge nun gute 10 Jahre später zuträgt.

Hatchet - Victor CrowleyDie Rückkehr des Bayou Butchers:
Prolog: 1964 gesteht ein ziemlich aufgeregter junger Mann seiner Freundin, dass er sie gerne heiraten würde. Die Freunde bei ihr hält sich nicht gerade in Grenzen, sondern nimmt recht seltsame Formen an. So ist der junge Mann für einen Moment nicht mehr ganz so sicher, ob er sie nun wirklich noch heiraten sollte. Aber als der erste Ekel über den Freundenschnodder aus der Nase seiner Angebeteten schon mal verschmiert ist, kommt der nächste Hammer. Denn irgendwie scheinen sie so mitten im Sumpf nicht mehr alleine zu sein. Victor Crowley ist in ihrer Nähe und setzt recht blutig ihren Ehegelüsten ein jähes Ende.

Zehn Jahre danach, als Victor Crowley, alias der Bayou Butcher über 40 Menschen im Honey Island Swamp von New Orleans in handliche kleine Stücke zerhackt hatte, zieht der einzige Überlebende Andrew Young durch die Talkshows, um seine Autobiographie in der Hitliste der Bücher zu platzieren. Dieser Plan, um an das schnelle Geld zu gelangen, geht allerdings nicht wirklich auf, denn wirklich abnehmen will ihm diese schaurige Geschichte niemand wirklich. Eher hält man hinter vorgehaltener Hand sogar ihn für den eigentlichen Bayou Butcher, der alle diese Menschen abgeschlachtet hatte.

Dann erhält plötzlich seine Publizistin einen Anruf mit dem Angebot, dass Young wieder für eine Primetime-Show an den Ort des Verbrechens eilen soll. Doch Young hatte sich geschworen, nie wieder nach Honey Island Swamp zurückzukehren. Jedenfalls nicht, bis das seine Publizistin etwas von einer Gage von 1 Million Dollar von sich gibt.

Hatchet - Victor CrowleyAber auch ein anderes Trio von zwei Frauen und einem Mann treiben sich in dem besagten Gebiet herum, wo die Anwohner mit jeder Menge Nippes an den Morden von Victor Crowley bei den Touristen verdienen möchten. Und auch sie treibt eben dieses Massaker um, welches sie hier untersuchen wollen. Dabei kommen sie einer Legende auf die Spur, dass man Crowley mittels eines Voodoo-Spruchs wieder zum Leben erwecken könne. Um den allerdings richtig wiedergeben zu können, lässt man auf einem Handy mehrere You Tube-Videos abspielen, um herauszufinden, wie dieser nun richtig ausgesprochen wird. Zwar verliert man dieses Handy, doch die Videos laufen weiter und irgendwann gelingt es tatsächlich einem aus den Videos, den Voodoo-Zauber richtig auszusprechen ... mit fatalen Folgen.

Young ist inzwischen mit einer TV-Crew in einem Privatjet unterwegs nach Honey Island Swamp. Doch die haben eigentlich nur vor, Young jetzt endlich als den eigentlichen Mörder zu überführen. So streitet man sich nicht nur nach allen Regeln der Kunst, sondern stürzt sogar noch genau über dem Zielgebiet mit dem Jet ab. Alle überleben (manche mehr recht als schlecht) bis auf die beiden Piloten des Jet.

Doch auch nach dem Absturz herrscht ziemliche Uneinigkeit unter den Überlebenden und auch die eintreffende Hilfe ist nicht gerade mit übermäßiger Intelligenz gesegnet. Doch dies bleibt wahrlich nicht ihr einziges Problem, denn jeder der auch nur seinen Kopf aus dem abgestürzten Jet streckt, scheint geradezu darum zu betteln, von dem nun wieder auferstandenen Victor Crowley aufs blutigste zerhackt zu werden.

Hatchet - Victor CrowleyDer derbe Humor funktioniert irgendwie ganz gut:
Adam Green nimmt hier in der vierten Fortsetzung recht interessant die Ausschlachtung einer schrecklichen Tat durch Andenken, Büchern und Puppen vom Killer auf den Arm.

So sollte man sich hier die Szene nicht entgehen lassen, in der Young eine Autogrammstunde gibt. Da ist z.B. eine junge Frau, die unbedingt ein Autogramm von ihm auf ihrer nackten Brust haben möchte und ihm auch gleich ihre Titten präsentiert, aber andererseits ihm unverholen ins Gesicht sagt, dass sie sein Buch nie im Leben kaufen, geschweige denn lesen würde.

Natürlich lässt es sich Young hier trotzdem nicht nehmen, bei diesem Anblick der jungen Dame ein Autogramm auf ihren nackten Tatsachen zu verpassen. Irgendwie ist dies allerdings wohl ein Fehler, denn der Mann, der nun wegen einem Autogramm nachfolgt, möchte dieses auf seinem schrumpeligen Geschlechtsteil und packt selbiges gleich aus der Hose heraus auf den Tisch. Das geht Young dann doch etwas zu weit und er weigert sich, dem Mann auf seinem Schniedel ein Autogramm zu schreiben, worauf dieser ihm nun Homophobie vorwirft.

Solche derben, aber auch irgendwie dann doch recht gut in Szene gesetzten Witze ziehen sich durch den gesamten Film. Man nehme hier nur die diversen dämlichen Aussagen mancher Beteiligter im abgestürzten Privatjet über eine der Frauen, die direkt neben ihnen hilflos eingeklemmt liegt und durch das eindringende Wasser des Sumpfes Gefahr läuft, zu ertrinken.

Der hier genutzte derbe und mitunter recht schwarze Humor lockert den ziemlich blutigen Film und dessen Schockszenen durchaus recht gut auf, ohne hierbei Gefahr zu laufen, sich in platte und maßlos übertriebene Albernheiten zu verlieren, welche manche US-Filmproduktionen leider ihr Eigen nennen dürfen, wobei ich hier als Negativbeispiel nur einmal aus meiner persönlichen Sichtweise heraus die Slasherfilmreihe SCREAM nennen möchte, die in Sachen Humor den Bogen zur Albernheit mitunter ziemlich überspannt.

Hatchet - Victor CrowleyEine Gesamtbetrachtung:
Diesen derben und mitunter schwarzen Humor hat der Slasherfilm HATCHET - VICTOR CROWLEY allerdings auch durchaus bitter nötig, denn was die Handlung an sich angeht, so stellt sich diese für sich alleine betrachtet, als ziemlich dünn dar.

Gut, der Film kann auch mit der einen oder anderen Metzelszene Punkten. Hervorgehoben sei hier mal, wie Crowley mit einem seiner Schuhe den Schädel einer Verletzten zertrümmert, was schon ziemlich harter Tobak ist und eben nicht jedermanns Geschmack sein dürfte, sofern er nicht (wie ich in diesem Falle) eh schon gerne auf der harten Welle in Sachen Horrorfilme schwimmt. Aber hier mein Tipp für die zarter Besaiteten: Mit der Zeit härtet man auch bei solchen Schmuckstücken des Kinos ab und der Brechreiz lässt auch mit der Zeit spürbar nach. Man gönnt sich ja sonst nichts.

Hatchet - Victor CrowleyDoch wie bereits gesagt, die Handlung an sich ist recht schlicht gestrickt und kommt nicht wirklich an die früheren guten Slasherfilme und Reihen heran wie etwa bei den Horror-Ikonen seitens FREITAG DER 13 und HALLOWEEN, oder aus dem moderneren Bereich betrachtet etwa HOSTEL bzw. SAW. Dies mag auch der Grund sein, weshalb bei mir in Sachen Handlung nicht wirklich viel von den Filmen HATCHET und HATCHET 2 (den dritten Teil besitze ich nicht) hängen geblieben ist, die sich irgendwo in meinem Filmarchiv befinden müssten. Bin allerdings zugegeben auch gerade zu faul um sie nun herauszusuchen.

Gesamt gesehen kann ich dem Film HATCHET - VICTOR CROWLEY aber noch gerade vier von insgesamt fünf Hackepeilen als Bewertung zukommen lassen. Dies liegt insgesamt gesehen an einigen recht gut gemachten blutigen Szenen und eben auch an dem zugegeben derben Humor, mit dem ich allerdings hier mit einem Lächeln im Gesicht durchaus konform gehen kann. Wer aber zudem eher eine tiefsinnigere Handlung benötigt, um auf Touren zu kommen, der dürfte sich hier bald völlig fehl am Platze betrachten. Für einen lockeren Filmabend mit Schockeffekten und dem einen oder anderen Lacher dabei, ist der Film HATCHET - VICTOR CROWLEY jedoch durchaus noch gut zu empfehlen.

Hatchet - Victor CrowleyHatchet - VICTOR CROWLEY
(Hatchet 4 / Victor Crowley)
mit Parry Shen, Laura Ortiz, Dave Sheridan, Kane Hodder, Krystal Joy Brown, Felissa Rose, Chase Williamson, Brian Quinn,Tiffany Shepis, Katie Booth, Kelly Vrooman, Blake Woodruff, Jonah Ray, David Foy, Whit Spurgeon u.a.
Regie, Drehbuch und Produktion: Adam Green
Genre: Horror/Slasher
Spieldauer: 83 Minuten/BD-Uncut-Version
Geschnittene Fassung: 79 Minuten/DVD
DVD/FSK: 18 Jahre
Vertrieb: Tiberius Film
USA 2017

Kommentare  

#1 Andreas Decker 2018-02-21 11:48
Teil 1 fand ich trotz der offensichtlichen Mängel ganz witzig für einen Low Budget, Teil 2 war mir zu schlampig inszeniert und zu viel vom gleichen, Low Budget hin oder her. Auf 3+4 habe ich dankend verzichtet.

Hast du dir eigentlich "Curse of Dr. Wolffenstein" geleistet, diesen deutschen Slasher von 20125? Meistens sind die ja einfach nur schlecht.
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#2 Laurin 2018-02-21 16:24
@ Andreas Decker:
"Victor Crowley" ist Popcornkino für große Kinder, Andreas. Da sollte man sich über die Inszenierung nicht den Kopf martern. ;-)

Bei deutschen Slashern bin ich schon dreimal reingefallen, da greife ich so schnell nicht mehr zu. Wenn ich danach die Hand ausstrecke, ist es, wie ein kleiner Stromschlag als Erinnerungshilfe. Da erspare ich mir auch "Curse of Dr. Wolffenstein", bis mir jemand eidesstattlich versichern kann, dass die Deutschen gelernt haben, halbwegs gute Slasher- oder Horrorfilme zu machen. Den einzigen deutschen Horrorfilm, den ich in den letzten Jahren recht ansprechend fand war "Unfriend" und das war kein Slasher.
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