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Ein phantastischer Filmklassiker - Wenn die sexuelle Entwicklung den Horror auslöst

Ein phantastischer FilmklassikerFolge 117
Wenn die sexuelle Entwicklung den Horror auslöst

In dieser Reihe EIN PHANTASTISCHER FILMKLASSIKER werde ich ein wenig meine Schatzkammer in Sachen DVDs öffnen, in der sich neben mehr oder weniger aktuellen Filmen eben auch so manche Klassiker der Phantastik tummeln. Wir werden einen Streifzug unternehmen, in dem wir uns z.B. über Grusel, Science Fiction und Filmen im Grenzbereich der verschiedenen Genre bewegen werden. Mitunter reicht das Wort »Sünde« für ein großes Kinoabenteuer.

Carrie - Des Satans jüngste Tochter (Carrie)Carrie - Des Satans jüngste Tochter (Carrie)
Mitunter steckt in den eigentlich kleinen Dingen der Schlüssel für einen ultimativen Schrecken. Dies dürfte sich vielleicht auch der Schriftsteller Stephen King gedacht haben und nahm sich eines Themas an, welches eigentlich eines der normalsten überhaupt in der gesamten Geschichte der Menschheit sein sollte. Zumindest, wenn man mal das Christentum außen vor lässt. Denn die einsetzende Menstruation war in den Augen des Christentum immer schon ein Makel gewesen, mit dem laut Bibel Gott Eva strafte. Dies war schlicht auch die Voraussetzung dafür, dass die aus dem Paradies herausgeworfenen ersten Menschen Adam und Eva nunmehr als Sterbliche Kinder gebähren mussten, um ihren Fortbestand zu sichern. Im Grunde ist das einsetzen der Periode bei einem jungen Mädchen für das Christentum nichts anders, als der Makel einer begangenen Sünde und gleichsam  wohl auch der Ausgangspunkt für weitere Sünden. Denn die Periode steht auch für den Übergang eines Mädchens zur Frau und damit rückt auch das Thema Sex so richtig ins Blickfeld.

Dieses Thema ist in Sachen Horrorliteratur und Film nicht unbedingt wirklich neu, wie es vielleicht scheint. Auch der Terror eines Poltergeist soll mit der ersten Periode eines jungen weiblichen Familienmitgliedes in engem Zusammenhang stehen. Denn hier sollen durch das eintreten der ersten Periode gleichsam telekinetische Kräfte entfesseln werden, die das betreffende Mädchen weder bewußt entfesseln, noch kontrollieren kann. Ja, diese Kräfte können sich sogar gewaltsam gegen das Mädchen selbst richten. Der sogenannte Poltergeist wird in diesem Zusammenhang also schlicht eine hausgemachte aber nicht kontrollierbare Kraft.

"Carrie, warum isst Du Deinen Apfelkuchen nicht?"
"Davon krieg ich Pickel, Mama."
"Glaub mir, die schickt Dir der Herr, um Dich zu züchtigen."

(Zitat: Filmzitate Datenbank)

In dem Roman, den der Doubleday-Verlag 1974 in die Buchläden bringt, geht Stephen King jedoch einen etwas anderen Weg. Auch hier steht die erste Menstruation eines jungen Mädchens gleichsam mit dem erstarken telekinetischer Fähigkeiten bei ihr in Verbindung. Aber bei King ist diese Telekinese mitnichten unkontrollierbarer Natur. Viel eher kann das Mädchen CARRIE diese besondere Fähigkeit durchaus sehr gezielt einsetzen. Sie kontrolliert diese Macht, die gleichsam für ihr Umfeld und die Menschen darin allerdings eine tickende Zeitbombe bleibt. Man kann sagen, dass Stephen King durchaus ein wenig fasziniert von der Kraft der Telekines ist, denn CARRIE bleibt nicht die einzige Geschichte, in der der Autor mit einer paranormalen Fähigkeit spielt. Und da King durchaus um den Makel weiß, mit dem Gott Eva schlug, bedurfte es nur noch einer Figur, die mit einem religiösen Wahn ausgestattet, die tickende Zeitbombe eben scharf macht. Und diese Figur findet sich bei King in der schon krankhaft religiösen Mutter von CARRIE. Gezündet jedoch, sollte diese Zeitbombe durch andere Einflüsse und Personen in Form ihrer Mitschülerinnen. Man kann also sagen, in Stephen Kings Roman CARRIE gibt es eine perfekte Arbeitsteilung um den blutigen Schrecken, also den tödlichen Showdown langsam innerhalb der Handlung zu entfesseln.

Carrie - Des Satans jüngste Tochter (Carrie)Brian De Palmas Verbeugung vor Alfred Hitchcock:
Die "Freudchen Metaphern", die Katharina Stumm auf Critice.de in ihrer Kritik damals nur zu gerne De Palma zuschieben wollte, finden sich daher auch schon bereits im Roman von Stephen King verarbeitet. Das Lob hätte man also am besten direkt beim Autor des Romans und weniger beim Regisseur und Mitproduzenten der Verfilmung aussprechen sollen.

Doch richtig ist, dass De Palma durchaus mit den "Manipulationstechniken" umzugehen versteht, die der Horrorfilm ihm bietet. Doch viel wichtiger noch sind seine Kenntnisse zu Filmen des Großmeisters Alfred Hitchcock, von denen De Palma so einige in seinen Filmen einbaute. So auch in CARRIE, wo er viele Einflüsse des Films PSYCHO einbaut.

So erklingen die berühmten "schreienden Geigen", die man bereits aus Hitchcocks Film PSYCHO her kennt, wenn CARRIE im Film ihre erste Panikattacke bekommt. Überhaupt legte De Palma viele kleine Querverbindungen zwischen dem Hitchcock-Klassiker PSYCHO und der Handlung von CARRIE. So spielen beide Filme mit der Figur einer tyrannischen Mutter und auch die Duschszene, mit der der Film CARRIE beginnt, ist angelehnt an die berühmte Duschszene aus dem Film PSYCHO. An anderer Stelle kann man einen solchen kleinen Wink mit dem Zaunpfahl in Richtung von Hitchcocks PSYCHO erkennen, wenn man den Namen der Schule im Film CARRIE beachtet, die "Bates High School" heißt. Norman Bates hätte sich sicherlich über diese nachträgliche Ehre sehr gefreut.

Die Erstaufführung von CARRIE erfolgte in den USA am 03. November 1976. Die Dreharbeiten selbst erfolgten in Kalifornien und verschlangen an Produktionskosten rund 1,8 Millionen US-Dollar.  Der Einsatz hatte sich gelohnt, denn alleine in den Kinos der USA spielte CARRIE runde 33,8 Millionen US-Dollar wieder ein. Damit wurde der Film bereits im eigenen Land zu einem vollen Erfolg. Die Erstaufführung in Deutschland startete derweil erst am 22. April 1977. Im gleichen Jahr gelangte auch der Roman CARRIE von Stephen King durch den Schneekluth-Verlag in den deutschen Buchhandel. Erst 1992 kam dann eine von Wolfgang Neuhaus neu übersetzte Version von Kings CARRIE im Gustav Lübbe Verlag heraus, die auch noch heute von Lübbe vertrieben wird. Die erste Version aus dem Schneekluth-Verlag war indessen von Elisabeth Epple übersetzt worden.

Carrie - Des Satans jüngste Tochter (Carrie)Ein kleiner Überblick in Sachen Fortsetzung und Neuverfilmung:
Es dauerte bis 1999, bis das unter der Regie von Katt Shea und Robert Mandel, sowie Rafael Moreu (Drehbuch) und Paul Monash (Produktion) der Film eine Fortsetzung unter dem Titel THE RAGE: CARRIE 2 (deut. Titel: CARRIE 2 - DIE RACHE) erfuhr. Nur kam diese Fortsetzung nicht wirklich an das Original heran und die Kritiken verhielten sich in diesem Punkt ebenfalls eher verhalten.

Ein Remake erfuhr der Film CARRIE danach erst im Jahre 2002. Diese Neuverfilmung war jedoch nicht für das Kino bestimmt. Vielmehr handelte es sich hierbei um ein gleichnamiges Remake, welches speziell für das US-Fernsehen realisiert wurde.

2013 brachte dann die Regisseurin Kimberly Peirce ein sehr gut umgesetztes Remake von CARRIE wieder in die Kinos. Die Rolle der Mutter übernahm hierbei die Schauspielerin Julianne Moore. Eigentlich hätte es ja zuerst in der Hand der Produktionsfirma Metro-Goldwyn-Mayer gelegen, hier auch die Besetzung der Rolle für die Figur der CARRIE bekannt zu geben. In diesem Punkt machte ihnen allerdings die junge Schauspielerin Chloe Grace Moretz lustiger Weise einen Strich durch die Rechnung, indem sie im Vorfeld sich schon bei der Regisseurin Peirce und MGM via Twitter am 27. März 2012 für ihre Rolle als "Carrie White" bedankte. Damit war die Katze (in Sachen Hauptrolle) bereits aus dem Sack. Dieses Remake kam am 07. Oktober 2013 in die Kinos. In Deutschland dauerte es indessen noch bis zum 05. Dezember 2013 mit der Veröffentlichung dieses grandiosen Remakes. Das Drehbuch hierzu schrieb übrigens Roberto Aguirre-Sacasa, der sich durchaus  stark an der Romanvorlage von Stephen King orientierte.

Doch kommen wir jetzt zur eigentlichen Handlung des Films, bevor ich mich in meiner persönlich kritischen Betrachtung auch etwas den Darstellerinnen und Darstellern annehmen werde.

Carrie - Des Satans jüngste Tochter (Carrie)Von Schüchternheit, religiösem Wahn und gefährlichen Kräften:
Die sechzehnjährige Carrie White hätte eigentlich ein viel besseres Leben haben können, doch dem schüchternen Mädchen blieb im Leben bisher nichts erspart. In der Schule hat sie keine Freundinnen oder Freunde, sondern ist eigentlich nur dem Spott ihrer Mitschülerinnen ausgeliefert. Und zu Hause regiert ihre Mutter Margaret mit einem schon krankhaft religiösen Übereifer. Als sie dann auch noch nach dem Sportuntericht unter der Dusche ihre erste Menstruation bekommt und unaufgeklärt wie sie ist, in Panik gerät, wird sie von ihren Mitschülerinnen sogar gedemütigt, bis das die Sportlehrerin eingreift. Das darauf folgende Gespräch, im Büro des Direktors ist für das Mädchen auch alles andere als hilfreich.

Schließlich sieht ihre Mutter bereits die Entwicklung ihrer Tochter vom Mädchen zur Frau als eine Sünde an. Da ist die Monatsblutung natürlich nichts anderes als das Resultat ihrer sündigen, sexuellen Phantasien und seit Eva im Paradies, eben ein direkter Fluch Gottes. Und die Demütigungen seitens ihrer Klassenkameradinnen nehmen dazu auch nicht an Intensität ab. Eher ist sogar das Gegenteil der Fall. Nur ihre Mitschülerin Sue Snell bekommt langsam Gewissensbisse und fängt an, Carrie gegenüber den anderen zu verteidigen. Aber die anderen Mädchen bekommen seitens der Sportlehrerin ebenfalls ihr Fett weg, indem sie diese ein Straftraining absolvieren lässt, was natürlich auf wenig Gegenliebe stößt. Dabei tut sich besonders die Schülerin Chris hervor, die deshalb nach Rache gegen Carrie sinnt. Sue indessen bittet sogar ihren Freund darum, mit Carrie statt mit ihr zum Abschlussball zu gehen.

Carrie - Des Satans jüngste Tochter (Carrie)Gerade aber durch das plötzliche Interesse von Sues Freund gewinnt Carrie langsam etwas selbstvertrauen, wobei sie bald auch bemerkt, dass sie plötzlich über seltsame telekinetische Fähigkeiten verfügt. Als ein Junge sie beleidigt, lässt sie ihn darauf durch reine Gedankenkraft vom Fahrrad fallen. Ihre Mutter versucht indessen alles, um ihre Tochter von dem Schulball abzuhalten, denn daraus kann in ihren Augen nur noch mehr Sünde entstehen, da durch das Blut die jungen Männer nun riechen könnten, dass aus Carrie eine Frau wird. Ungeachtet dessen näht sich Carrie selbst ein hübsches Ballkeid und kümmert sich um eine ansprechende, hübsche Frisur.

Chris geht indessen dazu über, ihren Racheplan mit ihrem Freund Billy und seinen Kumpels in die Tat umzusetzen. So sorgt sie dafür, dass ihre Mitschülerinnen die Stimmzettel präparieren, damit Carrie mit Sicherheit an dem Abend zur Ballkönigin gekürt wird. Dann töten sie ein Schwein, fangen dessen Blut in einem Eimer auf, den sie danach im Saal über der Bühne befestigen. Am besagten Abend rastet dann bei Carrie auch noch ihre Mutter völlig aus, so dass das Mädchen auch sie mit ihren telekinetischen Kräften in Schach halten muss.

Auf dem Ball selbst, klappt alles wie von Chris geplant. Sues Freund und Carrie werden als Paar zur Ballkönigin und König gewählt. Und während sie von den Mitschülern noch gefeiert werden, lässt Chris per Zugseil den Eimer mit dem Schweineblut sich über ihren Köpfen entleeren.  Sue, die indessen von dem Plan seitens Chris Wind bekommen hat, gelingt es nicht mehr, ihren Freund und Carrie vorzeitig zu warnen, da die Sportlehrerin ihr eintreffen völlig falsch deutet.

Aus Wut, Scham und seelischem Schmerz rastet die mit dem Tierblut übergossene Carrie aus und setzt ohne Rücksicht ihre telekinetischen Fähigkeiten ein. So verwandelt sich die Halle schnell in eine abgeriegelte Falle, aus der kaum noch ein entkommen möglich ist. Gleichsam sterben durch den telekinetischen Amoklauf von Carrie sowohl Schüler als auch Lehrer, die sich noch in der Halle befinden. Nur Sue, die durch die Sportlehrerin vorher wieder aus der Halle herausgedrängt wurde, überlebt dieses Gemetzel unverletzt. Chris und ihr Freund versuchen zwar am Ende, Carrie auf offener Straße zu überfahren, doch auch sie scheitern an ihren telekinetischen Kräften und müssen einen grausamen Tod erleiden.

Carrie - Des Satans jüngste Tochter (Carrie)Als Carrie wieder in ihr Heim zurückkehrt, ist ihre Wut fasst wieder völlig verraucht. Doch ihre Mutter ist nun völlig davon überzeugt, dass ihre Tochter des Teufels ist. Sie nimmt ihre Tochter in die Arme um mit ihr zu beten, nutzt diese Unachtsamkeit von Carrie ihr gegenüber allerdings aus, um ihrer Tochter ein Messer in den Rücken zu stoßen.  In ihrer Not und Angst setzt Carrie ihre Kräfte erneut ein und richtet ihre Mutter förmlich hin, wobei sie diese mit den Küchenmessern förmlich in einem Türrahmen kreuzigt. Danach schleppt sich das verletzte Mädchen mit der Leiche ihrer Mutter in eine Kammer, während das Haus nun von einem infernalischen Feuer verschlungen wird.

Sue, die als einzige Schülerin ihres Jahrgangs überlebt hat, steht danach an Carries Grab um Blumen niederzulegen. In diesem Moment schnellt Carries Hand aus dem Grab und umklammert brutal ihr Handgelenk. In dem Moment, als die blutige Hand nach ihr greift, wacht Sue allerdings schreiend aus einem Albtraum auf, worauf sie von ihrer Mutter tröstend in die Arme genommen wird.

Carrie - Des Satans jüngste Tochter (Carrie)Meine Filmkritik:
Gesamt gesehen muss man natürlich sagen, dass die Geschichte von Stephen King an sich recht interessant und ansprechend in diesem Film umgesetzt worden ist. Die sexuellen Metaphern wurden recht gut in der Handlung umgesetzt und von der Spannung her konnte der Film auch recht nett punkten.

Dabei muss ich allerdings zugeben, dass es dieser Film nie in mein Filmarchiv geschafft hatte und es wohl auch nie tun wird. Denn trotz der vorhandenen Spannungkurve blieb der eigentliche Horroranteil für meine persönlichen Begriffe einfach zu niedrig. Da wäre schon damals mehr drin gewesen. Das Sissy Spacek für ihre Rolle als CARRIE und Piper Laurie als ihre Mutter Margaret 1977 sogar für einen Oscar nominiert wurden, bzw. Sissy Spacek hierfür ebenfalls 1977 den National Society of Film Critics Award gewonnen hatte, änderte dabei nichts an meiner schon damals eher kritischen Betrachtung des Films.

Piper Laurie war mir jedenfalls als tiefreligiöse Mutter einfach zu theatralisch in ihrem Spiel und der damals bereits 26-jährigen Sissy Spacek nahm ich vom ersten Moment an die sechzehnjährige Schülerin nie wirklich ab. Da passte es leider für mich hinten und auch sonstwo nicht. So stellte dieser Film für mich bis heute eine gute Idee dar, die man aber hätte etwas besser umsetzen können und wenn möglich, auch mit besseren Darstellerinnen hätte versehen können, die der Handlung entsprechend eine bessere und wichtiger noch, eine überzeugendere Figur hätten abliefern können. Da will ich nicht einmal auf die Rolle von John Travolta als Billy Nolan eingehen. Den hatte ich nämlich (leider) vorher in dem Disco-Film SATURDAY NIGHT FEVER gesehen, der nämlich ein Jahr später (1977) in die Kinos kam. Als ich dann eben etwas verspätet CARRIE zum ersten mal sah, konnte ich Travolta in diesem Horrorfilm einfach nicht mehr wirklich ernst nehmen. Aber gut, seine Rolle war nicht gerade ein Dauerbrenner im Film CARRIE und so lässt sich dieser Umstand durchweg noch verschmerzen. Nur eben Sissy Spacek war für mich völlig unglaubwürdig in ihrer Rolle. Hätte sie eine Fündundzwanzigjährige oder gar Dreißigjährige Lehrerin gespielt, wäre sie für mich jedenfalls eher glaubwürdig gewesen. Für einen Teenager jedoch war sie in meinen Augen eine glatte Fehlbesetzung.

So war ich dann auch ziemlich gespannt auf das Remake von CARRIE aus dem Jahre 2013. Und ... PENG ... hier hatte man alles richtig gemacht. Das Remake punktet nicht nur wieder mit den grundsätzlichen Aussagen hinter der Geschichte (sexuelle Metapher und psychologischer Hintergrund), sondern hebt auch die Spannung und den Horroranteil auf ein sehr positives Niveau. Hinzu kommt die perfekte und glaubwürdige Besetzung durch Chloe Moretz als CARRIE und Julianne Moore, denen es gelingt, eine sechzehnjährige Teenagerin wie auch eine düstere bis bedrohliche, religiöse Fanatikerin darzustellen.

Carrie - Des Satans jüngste Tochter (Carrie)Nun mögen mich die Fans jeglicher Originalverfilmungen vielleicht steinigen wollen, aber während das Remake von CARRIE bei mir in allem locker die vollen fünf von insgesamt fünf möglichen Punkte erreicht, kann ich persönlich der Originalverfilmung mit Sissy Spacek und Piper Laurie gerade noch gute drei von insgesamt fünf Punkte zugestehen, wobei der dritte Punkt etwas wegen John Tarvolta wackelt, aber ich zumindest die gute Absicht honorieren möchte, die man mit der Produktion dieses Films sicherlich gehabt hatte. Aber hey ..., ihr dürft es nun auch nicht so eng sehen, Geschmäcker sind halt verschieden und das hat ja nun auch etwas gutes.

Ausblick:
In Sachen Filmklassiker nehmen wir uns in der nächsten Woche einem Film an, der es in Deutschland auf dem DVD- und BD-Markt nicht besonders einfach haben dürfte.

Im Grunde könnte man diesen Film auch irgendwie in den Bereich des Horror einordnen, denn von der Handlung her, weist dieser Film doch beträchtliche Ähnlichkeiten zu einem Film von Wes Craven auf, der insbesondere in Deutschland neben seiner Einordnung in den breit gefächerten Bereich des Horrorfilm auch schnell zu einem Skandalfilm schlechthin wurde, dem man schnell seitens des Jugendschutzes einen Riegel vorschob.

Dieser Film jedoch, der auch wie der Film von Wes Craven ohne übersinnliche Elemente auskommt, läuft eigentlich viel eher unter einer anderen Genre-Bezeichnung, die damals über eine gewisse Zeit durchaus bekannt war. Allerdings laufen heute eben nur noch Filme aus dieser Zeit unter diesem besagten Genre, während die weitere Zuordnung hierzu irgendwann schlicht aufgehört hatte.

In Sachen Härte und Brutalität steht dieser Film der nächsten Woche dem Film von Wes Craven allerdings auch nicht wirklich nach, weshalb die betreffenden Mediabooks dieses Films es in Deutschland immer noch schwer haben. Das liegt eigentlich auch an dem Umstand, dass dieser Film in der ungeschnittenen Fassung hier immer noch auf dem Index zu finden ist. allerdings dürfte auch die Begründung hierfür längst veraltet und damit nicht mehr zeitgemäß sein.

Der Film selbst beginnt in einer Großstadt in Deutschland und um genauer zu sein, kurz vor Weihnachten in den 70er Jahren. Zwei junge Männer fallen dann recht schnell durch ihr recht kriminelles Verhalten auf, welches sich im Zug nicht nur fortsetzt, sondern sich auch anschickt, sich dort recht blutig zu steigern. Das man zwischendurch den Zug wechselt, stellt sich dann bald als recht tödlicher Fehler heraus.

Wie gesagt, nicht das Umfeld der Handlung weist hier Ähnlichkeiten zum besagten Film von Wes Craven auf, aber der Handlungsablauf dürfte fasst wie eine perfekte Kopie wirken. Trotzdem pocht man seitens der Macher auf eine Eigenständigkeit, auch wenn man selbst diese offensichtlichen Ähnlichkeiten im beigefügten Booklet nicht einfach beiseite schieben kann (und irgendwo dann auch wohl nicht will).

Für unsere Ratefreunde dürfte indessen noch interessant sein, dass es sich hierbei nicht um eine US-Produktion handelt und auch die Engländer mit diesem Film nichts zu tun haben. Dies mag auch in dem Punkt eine durchaus wichtige Information sein, wenn man den Film in sein bestimmtes Genre, bzw. der hier genannten Kategorie von Filmen richtig einordnen möchte. Und wenn auch der Beginn des Films in Deutschland stattfindet, so hat dies nichts mit dem Land zu tun, welches für die Produktion dieses Films ... sagen wir mal ... verantwortlich ist.

Ich könnte ja nun den einen oder anderen Hinweis noch geben, jedoch dürfte dann das Rätsel zu einfach werden, denn mit Hilfe von Google dürfte man so diesem Rätsel schnell auf die Spur kommen. Und ein wenig möchte ich ja nun doch eure Köpfe hier rauchen sehen. Für die, die aber nun doch noch einen kleinen Schubs benötigen sei gesagt, dass der Showdown verdammt viel mit Rache zu tun hat und der Film durchaus auch durch einige andere Alternativtitel bekannt wurde. In dem Sinne, viel Spaß beim raten, man liest sich ja bald wieder.
Carrie - Des Satans jüngste Tochter (Carrie)
Carrie - Des Satans jüngste Tochter
(Carrie)
mit Sissy Spacek, Piper Laurie, William Katt, Amy Irving, Betty Buckley, Nancy Allen, P. J. Soles, Priscilla Pointer, John Travolta, Sydney Lassick, Edie McClurg, Nichelle North, Michael Talbott, Stefan Gierasch, Cindy Daly, Deirdre Berthrong u.a.
Regie: Brian De Palma
Drehbuch: Lawrence D. Cohen
Produktion: Paul Monash, Brian De Palma
Nach einem Roman von: Stephen King
Genre: Horror
Laufzeit: 94 Minuten
DVD/FSK: 16 Jahre
Vertrieb: 20th Century Fox Home Entertainment
USA 1976

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Kommentare  

#16 Laurin 2018-02-01 09:20
@ Thomas Mühlbauer:
Da stimme ich dir in allen Punkten völlig zu. Was sich die damaligen Damen und Herrn allerdings bei dem deutschen Titel gedacht haben, frage ich mich auch noch heute. Wie du ja schreibst ist CARRIE eine begabte Mutantin und was das nun mit dem "Satan" zu tun hat, ist mir bis heute eigentlich unverständlich. Leider kann man da eben nur wiedergeben was die Verantwortlichen sich damals da ausgedacht hatten.
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#17 Andreas Decker 2018-02-01 12:05
zitiere Thomas Mühlbauer:
Mir wiederum ist "Carrie" Kings liebster Roman. Damals schrieb er ehrlich, glaubwürdig und auf den Punkt und schuf nicht diese aufgeblähten Lesemonstren, zu denen viele spätere Werke gehören und die den Verdacht aufkommen lassen, er würde nach Worten bezahlt.


Mittlerweile wird er nach Anschlägen bezahlt :lol:

Ist immer noch ein toller Film. Die Remakes können mir gestohlen bleiben. Das einzige Remake, das je was getaugt hat, ist "Der Malteser Falke" von Houston ;-)
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#18 Friedhelm 2018-02-02 17:00
Zitat:
Mir wiederum ist "Carrie" Kings liebster Roman.
Wahrscheinlich wird das hier niemand nachvollziehen können, aber mein "liebster Roman" vom "Suspense-Horror-Master" ist "Brennen muss Salem/Salems Lot". Das mag an meinem Faible für "klassische Vampir-Plots" liegen. Ich mag diese neumodischen Blutsauger (wenn sie denn überhaupt noch vorkommen..) einfach nicht.

Aber "Carrie" bietet einfach auch eine superbe Geschichte, in die sich wohl vor allem die Mädels wiederfinden.

Zitat:
Was sich die damaligen Damen und Herrn allerdings bei dem deutschen Titel gedacht haben, frage ich mich auch noch heute.
Kann man eigentlich recht einfach beantworten. "Der Exorzist" war noch recht frisch im Gedächtnis - und wenn ich nicht irre lief zur damaligen Zeit (1976) auch Richard Donners "Omen".
Was lag also näher, als dem begierigen Publikum die junge Carrie, zumindest im deutschen Titel , als weiteres Opfer des behuften Böslings zu verkaufen...
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#19 Thomas Mühlbauer 2018-02-02 18:32
Überhaupt nicht schwer nachzuvollziehen, Friedhelm, "Brennen muss Salem" ist nämlich mein zweitliebster King-Roman. Bei King war nach rund zweihundert Seiten "Friedhof der Kuscheltiere" nach zweihundert Seiten plötzlich der Faden gerissen - und ist es auch geblieben; lediglich "ES" und einige Erzählungen haben mir noch gut gefallen.

Und die modernen Vampire haben nach Stephenie Meyer und ihren zahllosen Epigonen zumindest für mich jeden Biss verloren: Friends mit Fangzähnen muss ich nicht haben. Dann doch lieber die ersten acht Bände von Angela Somme-Bodenburgs "Kleinem Vampir". ;-)
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#20 Laurin 2018-02-02 19:24
Zitat Friedhelm:
Kann man eigentlich recht einfach beantworten. "Der Exorzist" war noch recht frisch im Gedächtnis - und wenn ich nicht irre lief zur damaligen Zeit (1976) auch Richard Donners "Omen".
Stimmt, das habe ich jetzt nicht bedacht.

@ Thomas Mühlbauer:
Ich muss ja gestehen, dass ich den Roman CARRIE bisher noch nicht gelesen habe. Kann da also keine Wertung zu geben ohne zu schummeln. BRENNEN MUSS SALEM war aber mein erster King-Roman und für mich auch bisher sein bester. Habe mir vor kurzem dann auch ES zugelegt, traue mich aber noch nicht wirklich an die "fette Schwarte" ran. Ein Arbeitskollege hat ihn angefangen und genervt nach rund 200 Seiten aufgegeben. Für ihn schreibt King zwar recht gut, schweift aber viel zu oft ab und hat ihn dann schlicht mit den permanenten Nebensächlichkeiten maßlos gelangweilt. Das schreckt natürlich auch mich wieder etwas ab, weil ich aus anderen Büchern weiß, wie King sich in Nebensächlichkeiten verlieren kann.
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