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Entscheidungsschlacht um den Planet der Affen - Planet der Affen: Survival

Planet der Affen: SurvivalEntscheidungsschlacht um den Planet der Affen
Planet der Affen: Survival

»Planet der Affen « (Planet of the Apes,1967) ist, als einer der monetär erfolgreichsten SF-Filme, schon längst ein Klassiker – eine Perle des Genres, möchte ich einfach mal behaupten. Mit  der neuesten Trilogie zur ›Ape-Craze‹ dürfte jetzt so etwas wie ein cineastischer Quantensprung gelungen sein, der mit diversen Verweisen auf das 1967er Original  -und den vier Fortsetzungen- durchaus eine kleine Brücke für nostalgische ›Freunde vom Planet der Affen‹ bauen kann.

Also, auf, zu einer kleinen Zeitreise…

Planet der Affen - (Planet of the Apes)In den 1960ern hat  Produzent Arthur P. Jacobs (1922-1973) eigentlich eine Neuverfilmung der alten Kong-Story im Sinn, aber leider kann er die Rechte nicht erwerben. Dafür hält ihm ein Literaturagent 1963 Pierre Boulles (1921-1994), Die Brücke am Kwai/Le Pont de la Riviere Kwai, 1953) satirische Erzählung »Der Planet der Affen« (La Planete des Singes, 1963) unter die Nase.

Der Astronaut Ulysses Merou auf einem fremden Planeten und muss erkennen, dass dieser von intelligenten Affen beherrscht wird.

Jacobs versucht, in den nächsten drei Jahren eine Verfilmung auf die Beine zu stellen und hat mit Charlton Heston (1923-2008) auch schon einen Star in der Tasche, dem der Part des Astronauten mächtig zusagt. Es wird richtig schwierig, aber dann kommt die große Chance. Die Twentieth Century Fox macht tatsächlich mit einem SF-Film (»Die phantastische Reise« (Fantastic Voyage, 1966)) große Kasse, in dem ein atom getriebenes U-Boot , samt Besatzung ,in die Blutbahn eines Erkrankten injiziert wird – und gibt ›grünes Licht‹.

Der Astronaut Taylor (Heston) landet auf einem Planeten , auf dem die Evolution sich offensichtlich verkehrt hat - intelligente Affen jagen Menschen, die auf einer niederen Kulturstufe stehen geblieben sind. Auch er gerät in Gefangenschaft, kann aber die beiden Schimpansen-Wissenschafler Cornelius (Roddy McDowall, 1928-1998) und Zira (Kim Hunter, 1922-02) von seiner Intelligenz überzeugen; mit ihrer Hilfe gelingt ihm die Flucht durch die, sogenannte ›Verbotene Zone‹. Am Ende findet Taylor die Überreste der Freiheitsstatue- und muss erkennen, dass er sich –aufgrund einer Zeitreise- längst wieder auf der atomar verwüsteten Erde befindet.

In der ersten Fortsetzung, hatte Mr. Heston keine Lust mehr auf einen durchgehenden Part „, deshalb strandet Astronauten-Kollege Brent (James Franciscus, 1934-1991)- praktisch als Ersatzheld- in der »Rückkehr zum Planet der Affen« (Beneath the Planet of the Apes, 1970) ebenfalls auf der Affenwelt…und ›klärt‹ das garstige Geheimnis der ›verbotenen Zone‹. Ein Angriffskrieg militanter Affen führt schlussendlich zum endgültigen Weltencrash.

Weil das Script den Planeten voreilig zerbröselt hat, müssen Cornelius, Zira und ein weiterer Schimpanse, der Archäologe Milo (Sal Mineo, 1939-1976), jetzt auf der…»Flucht vom Planet der Affen« (Escape from the Planet of the Apes, 1971, mit Taylors Raumschiff, in das Erdenjahr 1971 fliehen (auch ein netter Zufall??). Zunächst killt ein depressiver Gorilla Milo im Zoo, und als die Menschen erfahren, das Zira auch noch schwanger (oder trächtig??) ist, kriegen sie es mit der Angst zu tun.

Jetzt müsste dem Genrefreund der leicht biblische Ansatz gleich ins Auge springen, will doch die Regierung aka Herodes das Kind, den Erstgeborenen, tot sehen. Aber während Zira und Cornelius auf der Flucht sterben, überlebt Sohnemann (der hier noch Milo genannt wird), beschützt von Zirkusdirektor Armando.(Ricardo Montalban, 1920 - 2009)

Die Rebellion gegen die Menschen findet schließlich in der »Eroberung vom Planet der Affen« (Conquest of the Planet Apes, 1972) statt. 20 Jahre nach dem dritten Teil, werden fast intelligente Affen in einem zukünftigen, totalitären Amerika als Sklaven gehalten; bis dann
Milo auf den Plan tritt, der sich im Plotverlauf irgendwann selber den Namen Cäsar verpasst.

Nun wird es richtig bunt, ethnisch – all die Weil der Kampf gegen die menschlichen Tyrannen etwas vom Aufstand ›schwarzer Minderheiten‹ hat – wer richtig deutet, für den ist der Black Power-Touch unübersehbar, gelle? Ausgerechnet ein schwarzer Politiker (Hari Rhodes, 1932-1992 – genau, der Mike aus »Daktari«, 1966-1969) bittet Cäsar in einem pathetischen Moment um….›Menschlichkeit…‹

Als Message vielleicht etwas überzogen, aber immer noch interessanter als das, was der letzte Teil bietet..

Kurz und gut - »Die Schlacht um den Planet der Affen« (Battle fort he Planet of the Apes, 1973) ›tobt‹ auf einer atomar verwüsteten Erde – und ist als Abschluss völlig unwürdig.

Cäsar (McDowall) gegen bösen Gorilla Aldo (Claude Akins, 1918-1994), im Kampf gegen abgehalfterte Mutanten ( jo, ähnliche Typen wie in Teil 2). Keine Erklärung dafür, wie Affen und Menschen den Fallout überleben konnten – somit kaum echtes SF-Dramatical – sondern viel eher maue ›Endzeit-Soap‹.

Dass man sich diese Filme immer wieder ansieht, liegt  wohl auch an der Kunst genialer Maskenbilder (u.a. John Chambers, 1923- 2001 ) Die sind heute leider nicht mehr von Nöten –

Planet der Affen: SurvivalSynopse
Nach den letzten, dramatischen Ereignissen haben sich die Affen unter Cäsars (Andy Serkis) Führung im Wald zurückgezogen. Er will allen Feindseligkeiten aus dem Weg gehen – aber dann greifen die Soldaten des fanatischen Colonel (Woody Harrelson) das Lager an. Im blutigen Konflikt erleidet Cäsar einen furchtbaren Schicksalsschlag und verliert so den Glauben an einen möglichen Frieden mit den Menschen; Der trauernde Anführer soll mit seinen Artgenossen eigentlich in eine hoffnungsvollere Zuflucht aufbrechen , aber jetzt will er nur noch Rache; und zieht in eine Schlacht, die nicht nur über das Schicksal von Affen und Menschen enscheidet.
 
Critique
Mal ehrlich, wie oft kommt es denn vor, dass eine Filmtrilogie vom Anfang bis zum Ende ›klick‹ macht? Nachdem das Franchise mit Tim Burtons kläglichem, ersten Affemovie (»Planet der Affen«, (Planet of the Apes, 2001)) beinahe schon begraben wurde, waren Fortsetzungen gar kein Thema mehr. Das jetzige Reboot ist eine echte Überraschung – und zeigt auch im 3. Teil, woran das liegt. Glaubwürdige Motion Capture Charaktere (u.a. Andy Serkis als Cäsar) und sonstige Digital-FX unterstützen einen zuweilen recht klugen, rassisch/politisch angehauchten Plot –und sorgen fast dafür, dass den Fans die Augen feucht werden.

Freilich bleibt es nicht ganz aus, dass einiges, was da auf Leinwand abgeht, bekannt vorkommt. Das neueste Derivat aus Pierre Boulles 63er Roman ( die Originalverfilmung basierte eigentlich nur auf Motiven des Buches) bietet die üblichen ›De ja Vu-Einlagen‹ aus den alten Filmen (u.a. die Puppe, das Alpha/Omega-Zeichen…und die junge Amiah Miller als taubstumme ›Nova‹) – und Kenner werden außerdem Zitate aus anderen ›filmhistorischen‹ Großwerken wiederfinden.

»Planet der Affen: Survival« 2017) ist ein düsterer Kriegsfilm, in dem Woody Harrelson als eindeutige Marlon Brando /Kurtz-Blaupause (»Apokalypse Now«, 1979) auftritt. Dieser letzte Teil ist aber auch Verfolgerwestern in Science Fiction Variante…und dramatisches Fantasyabenteuer.

In der Tat erinnert die Affengesellschaft, auf der Suche nach einer neuen Heimat,  gelegentlich an die »Herr der Ringe, Die Gefährten«. Dieser Eindruck verdichtet sich durch den wunderbar, schrägen Zooaffen Bad Ape (Steven Zahn) bei dem ein bisserl der ›Gollum‹ durchkommt (»Nein, nicht da rein… «). Der rührige Sidekick sorgt allerdings auch für (notwendige) Humoreinlagen.

Der Rebellenführer selber hat sich erneut gewandelt und ordentlich and der ›Erlöser Prise‹ geschnuppert. War er im 2. Teil noch ›Spartacusfigur‹, so ist er jetzt, am Ende, ein müder, ergrauter ›Moses‹, der sein Volk, in ein sicheres, gelobtes Land führen soll. Die leicht religiösen Andeutungen aus der »Flucht vom Planet der Affen« (Escape from the Planet of the Apes, 1971) erfahren mit diesem Film jetzt eine deutliche Überhöhung.

Kann man das alles übersehen (und das kann man tatsächlich), dann bleibt immer  noch eine bildgewaltige, gut erzählte Geschichte...

Fazit
Der letzte Teil der Trilogie ist wieder echtes, spannendes Erzählkino, ein starker Abschluss, der vergessen lässt, dass 140 Minuten manchmal doch zu lang sind.

Es bleibt hoffen, dass die Produzenten diesen Eindruck nicht durch etliche Sequels verderben; immerhin gibt es Erfahrungswerte, die beachtet werden sollten.

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