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Ein phantastischer Filmklassiker - Der Weltraum, Energienahrung und ein Blickfang

Ein phantastischer FilmklassikerFolge 84
Der Weltraum, Energienahrung und ein Blickfang

In dieser Reihe EIN PHANTASTISCHER FILMKLASSIKER werde ich ein wenig meine Schatzkammer in Sachen DVDs öffnen, in der sich neben mehr oder weniger aktuellen Filmen eben auch so manche Klassiker der Phantastik tummeln. Wir werden einen Streifzug unternehmen, in dem wir uns z.B. über Grusel, Science Fiction und Filmen im Grenzbereich der verschiedenen Genre bewegen werden. Genau betrachtet gibt es dabei verschiedene Zombie Versionen.


Lifeforce - Die tödliche Bedrohung (Lifeforce)Lifeforce - Die tödliche Bedrohung (Lifeforce)
Tobe Hooper hatte als Regisseur im phantastischen Genre nicht immer ein wirklich glückliches Händchen. Im vorliegenden Fall hatte er es dann auch nicht wirklich mit der Logik, dem Timing oder den Charakterzeichnungen. Trotzdem lieferte er hier einen Mix aus Science Fiction und Horror ab, bei dem laufend irgend etwas explodierte, in Flammen stand oder mit Lichteffekten wahllos um sich geworfen wurde, ohne jedoch dabei auch nur eine Sekunde zu langweilen.

LIFEFORCE - DIE TÖDLICHE BEDROHUNG dürfte daher auch im Jahre 1985 nicht wirklich zum Mainstream gehört haben und selbst heute dürfte es einem recht schwer fallen, diesen Film irgendwo in eine recht bekannte Schublade pressen zu wollen. Hooper brennt hier eine wirklich schrille Art von "Kabumm - Phantastik" ab, bei der man einfach nicht wegsehen konnte. In diesem Sinne kennt dieser Genre-Mix auch schlicht keine Längen, wird nie irgendwo langweilig und ist für Menschen mit Blasenschwäche nicht wirklich gesundheitsfördernd, denn man will ja wirklich nichts verpassen. Und wem Explosionen, Lichteffekte usw. noch nicht reichen um die Augen bis zur Rötung zu reizen, der bekommt spätestens bei der Schauspielerin Mathilda May als Alien-Vampirin mächtig weiche Knie und eine gewisse Wiederbelebung der Standfestigkeit in der männlichen erogenen Zone auch ohne Viagra. Denn sie spielt ihre Rolle in recht ansprechenden Szenen unter völliger Textilfreiheit und da geht einem schon sichtlich das Herz auf.

Damals im Jahre 1985 stand man ja noch als Mitglied der männlichen Gattung voll im Saft, was im Kinosessel leider auch dazu führte, dass man seltsam berührt ebenso seltsam im Sitz herum rutschte. Und man darf mir glauben, dass lag nicht wirklich an den schrillen phantastischen Elementen. In diesem Sinne kann man also auch heute noch mit Recht sagen, dass Mathilda May ihre Rolle vorzüglich ausfüllte und man als Kritiker hier auch heute einfach nichts zum bemängeln findet, weil die Nacktszenen nicht einmal billig wirkten.

Lifeforce - Die tödliche Bedrohung (Lifeforce)Aber auch kein platter Genre-Mix:
Nun kann man ohne Übertreibung sagen, dass die Mischung aus Sci-Fi, Horror und Erotik einfach gelungen ist. Doch leider muss man dafür an anderer Stelle Abstriche machen. Diese Stellen finden wir dann auch in der Erklärung der hier wichtigen Lebensenergie.

Ja, Vampire saugen bekanntlich Blut und Blut ist ja schließlich auch in gewisser Weise eine Form von Lebensenergie. Doch unsere Vampirin macht sich weder etwas aus fester, noch aus flüssiger Nahrung, sondern saugt förmlich alles ab, was als Lebensenergie durchgehen könnte, so das die Opfer am Ende nicht zwei kleine Verletzungen am Hals aufweisen (oder an anderen empfindlichen Körperstellen ... *öhm, ihr wisst schon wo), sondern gleich drastisch ausgemerkelt aussehen wie Zombies nach einer Extrem-Diät.

Der Punkt ist schlicht und einfach, dass sie ihren Opfern das entzieht, was man eigentlich nicht sehen kann, was aber nunmal auch optisch irgendwie dargestellt werden muss. Oder um es einfacher zu erklären: Stellt euch vor, ihr wärt eine Batterie (von mir aus auch eine Duracell im Häschen) und dieses hübsche Monster entzieht euch nun in rasender Geschwindigkeit den in euch gespeicherten Strom. Richtig, ihr landet auf dem Sondermüll und das Häschen läuft nimmer mehr.

Das nun optisch darzustellen ist schlicht ein Kunstgriff, den man hier mal entgegen aller Logik vornehmen muss. Dies wäre auch nicht schlimm. Schlimm wird es erst dann, wenn so etwas dann auch noch im Dialog erklärt werden soll, was man ja eigentlich nicht sehen dürfte. Da scheint dann doch so mancher Darsteller zu scheitern, weil solche Szenen sich ziehen und es sich mitunter auch etwas lächerlich anhört. Da hilft es dann auch nichts, wenn mit Dr. Armstrong der späterhin so bekannte Captain des Raumschiff Enterprise, Patrick Stewart sich hier anschickt, dieses Mysterium per Dialog-Szene etwas auseinander zu bröseln.

Aber wir wollen hier einmal Fair sein, denn solche Filme werden ja auch von Mitmenschen des gehobenen Bildungsstandes gesehen, die mit den visuellen Effekten alleine noch nicht zu überzeugen sind und hierfür dann auch noch irgendwelche Erklärungen in den Dialogen einfordern, die hier aber haarscharf an der Logik vorbei schrammen.

Lifeforce - Die tödliche Bedrohung (Lifeforce)Echt jetzt - Man kann das auch nachlesen:
Ja, man kann das ganze natürlich auch in gedruckter Form Wort für Wort nachlesen, denn der Film LIFEFORCE - DIE TÖDLICHE BEDROHUNG basiert auf dem Roman THE SPACE VAMPIRES von Colin Wilson. Dieser Roman kam damals in der Sci-Fi-Romanreihe ULLSTEIN 2000 - ROMANE DER ZUKUNFT heraus und trug hierzulande den Titel VAMPIRE AUS DEM WELTRAUM. Meines Wissens nach kommt man an diesen Roman aber nur noch antiquarisch heran, also gebraucht und mit Bissspuren der Verzweiflung im Buchrücken (wenn man Pech hat bei der Zustandsbeschreibung).

Der Film jedoch war damals ein ziemlicher Flop, der eben nicht mit allen Effekten punkten konnte und auch an manchen Darstellern schlicht krankte, die offensichtlich hier völlig fehlbesetzt wirkten. Und Mathilda May, meistens nackt aber niemals irgendwie peinlich konnte diese Mankos dann auch nicht immer völlig abdecken. Am Budget dürfte es eigentlich nicht gelegen haben, denn  Geld schien man hier genug in Händen gehalten zu haben. Die Produktionskosten sollen sich nämlich auf runde 25 Millionen US-Dollar belaufen haben. Doch das vernichtenste Urteil kam dann vom Autor des Romans THE SPACE VAMPIRES, Colin Wilson persönlich, der den Film in seiner Autobiographie DREAMING TO SOME PURPOSE (2004) schlicht als "schlechtesten Film aller Zeiten" bezeichnete.

Macht aber nichts, denn LIFEFORCE - DIE TÖDLICHE BEDROHUNG konnte mit der Zeit trotzdem eine nicht zu verachtende Fan-Schar um sich versammeln. Dies lag durchaus an dem Umstand, dass man als Zuschauer ständig unter Hochspannung gehalten wurde weil es in dem Film jede Menge Rabatz gab und man bei der Erstsichtung nie wusste, was als nächstes passieren würde. Und seien wir mal ehrlich, auch Mathilda May hatte als optisches Leckerchen für diesen Fan-Zuspruch mit vollem Körpereinsatz beigetragen.

Lifeforce - Die tödliche Bedrohung (Lifeforce)Die Filmhandlung und noch ein paar kleine Infos:
Doch kommen wir jetzt mal zum Inhalt des Filmes selbst, wobei ich allerdings sagen muss, dass mir hierzu kein wirklich beeindruckendes Vollbild eben von unserer hübschen Lebensenergie-Vampirin in die Hände geriet, dass ich euch hierzu beitragen könnte, denn bei wirklich guten Fotos wurden manche Stellen mit schwarzen Balken versehen (als wenn wir ihr was weggucken könnten). Doch ein Bildchen kam mir dann doch noch zu unserer Freude unzensiert in die Hände. Vielleicht noch nicht 100 Prozent perfekt, aber immerhin. Die deutsche DVD-Version, die aber Neu in Richtung 20,00 Euro tendiert (es gibt auch DVD-BD-Versionen bis knapp an die 100,00 Euro mit einer Laufzeit von 101 Minuten), hat eine Laufzeit von nur 97 Minuten. Es soll aber auch noch eine Director's-Cut-Version geben, die mit 116 Minuten aufwartet. Die unten von NSM aufgeführten Daten mit einer Spieldauer von 101 Minuten umfasst z.B. ein DVD-BD-Mediabook in limitierter Auflage mit dem stattlichen Preis von knapp 70,00 Euro. Ich persönlich besitze aber eine weit günstigere DVD-Version von 97 Minuten Spieldauer, denn der Preis ist mir sonst einfach zu astronomisch hoch für den Film.

Lifeforce - Die tödliche Bedrohung (Lifeforce)Die Engländer sind an allem Schuld:
Die Raumfähre der ESA mit dem lockeren Namen CHURCHILL stößt bei der Erforschung des Halleyschen Kometen auf ein fremdes Raumschiff, dass mit Sicherheit nicht von der Erde stammen kann.  die Crew um Colonel Tom Carlsen hat zwar keine Schwierigkeiten, in das fremde Schiff einzudringen, doch dort finden sie in seltsamen Glasbehältern (Schneewittchen lässt grüßen) drei scheinbar leblose, aber perfekt erhaltene und attraktive Menschen, wovon eine offensichtlich auch weiblicher Natur ist.

Nicht lange darauf treibt die CHURCHILL steuerlos im Weltraum wieder Richtung Erde. Die US-Raumfähre COLUMBIA, die zur Rettungsmission aufgebrochen ist, kann die CHURCHILL anfliegen, die jedoch innen völlig ausgebrannt ist. Auch die Besatzungsmitglieder sind alle tot. Doch an Bord der CHURCHILL befinden sich auch immer noch unversehrt die drei Glasbehälter mit den fremden Wesen. Diese werden umgehend auf die COLUMBIA verbracht und setzen so ihre Reise zu einem Forschungslabor in London/England fort. Doch bei den Untersuchungen geht so einiges schief.

Die weibliche Fremde erwacht, greift einen Wachmann an und kann fliehen. Darauf hin setzt man das Militär in Alarmbereitschaft, bei dem Colonel Colin Caine das Kommando übernimmt. Doch auch die zwei männlichen Wesen erwachen und greifen ihrerseits ebenfalls an. Sie werden zwar erschossen, doch die zwei angegriffenen Wachposten sterben nach wenigen Stunden und sehen völlig entstellt aus. Bei ihrer Untersuchung stellt man irritiert fest, dass man den Opfern wohl ihre ganze "Lebensenergie" entzogen hat.

Inzwischen landet die Rettungskapsel der Raumfähre CHURCHILL mit Colonel Carlsen in Texas. Auch ihn schafft man nun schleunigst nach London, wo er über die Vorkommnisse berichten soll. Doch die Erlebnisse von Carlsen bleiben noch recht vage. Denn nachdem sie die drei Glasbehälter mit den fremden Körpern an Bord genommen hatten, bgann das seltsame sterben der Besatzungsmitglieder. Da Carlsen davon ausging, dass hierfür nur diese drei scheinbar leblosen fremden Wesen verantwortlich sein konnten, setzte er den Innenraum der Raumfähre in Brand um die Erde zu schützen. Er selbst rettete sich durch die besagte Rettungskapsel.

Lifeforce - Die tödliche Bedrohung (Lifeforce)Ein Mädchen im Hyde Park wird inzwischen zu einem weiteren Opfer des entflohenen Wesens und eine weitere Spur führt geradewegs in die Provinz in eine psychiatrische Klinik. Aus irgend einem Grund kann Carlsen die von dem Wesen infizierten Menschen durch seine Berührung erkennen, worunter sich auch der Leiter der Klinik befindet, in dem sich der Geist der Energie-Vampirin manifestiert hat. Carlsen erfährt, dass der Körper der Energie-Vampirin sich in der Krypta der St. Paul's Cathedrale befindet, worauf er und Caine sich sofort wieder mit dem Hubschrauber zurück nach London aufmachen.

In London selbst verwandeln sich immer mehr Menschen in Energie-Vampire und von der St. Paul's Cathedrale ausgehend verbindet ein blauer Energiestrahl den Ort direkt mit dem fremden Raumschiff im Weltraum. Scheinbar werden die Seelen der Opfer so direkt in das Raumschiff verbracht. Selbst der Premierminister, der sich in einem Schutzbunker befindet, ist bereits infiziert und verwandelt worden. Carlsen und Caine müssen mit dem Hubschrauber daher zu einem Stützpunkt außerhalb der abgeriegelten Stadt fliehen, während die NATO bereits den Einsatz einer nuklearen Waffe erwägt, um London und die "Vampire" zu stoppen.

Carlsen jedoch bemerkt, dass er eine recht starke psychische Verbindung zu dem weiblichen Energie-Vampir besitzt und macht sich zur Rettung nochmals auf nach London zur St. Paul's Cathedrale. Auch Caine folgt ihm und erfährt von dem ebenfalls infizierten Fallada, wo er Carlsen und die Energie-Vampirin suchen muss. Vor der Cathedrale muss er einen männlichen Energie-Vampir töten und sieht, wie Carslen in der Krypta in einer Art Ritual die weibliche Energie-Vampirin küsst. er wirft Carlsen ein Schwert zu, mit dem dieser die Energie-Vampirin und sich selbst durchbohrt. Die Körper erheben sich dabei in die Luft und enteilen von der Erde direkt in das fremde Raumschiff. Caine bleibt indessen nichts anderes übrig, als ihnen nachzusehen.

Lifeforce - Die tödliche Bedrohung (Lifeforce)Nein, da kommt nichts mehr:
Wenn Caine nicht vor Kohldampf umgefallen ist, dann steht er noch immer da und guckt. Also handelt es sich hier um das sprichwörtliche Ende. Ob es nun für Carlsen und die fremde Schönheit ein Happy End mit allem Drum und Dran ist, bleibt einmal dahin gestellt. Aber zumindest muss London nun nicht von der NATO eingedampft werden.

Meine Filmkritik:
Nun seien wir mal ehrlich, LIFEFORCE - DIE TÖDLICHE BESROHUNG kann man ohne Übertreibung als Trash aller erster Güte bezeichnen. Aber, und das muss man hier auch mal sagen, handelt es sich bei diesem Film um die Sorte Trash, die sich wirklich recht unterhaltsam in die Hirnwindungen frisst wie ein Fadenwurm auf Drogen.

Das er in recht unterschiedlicher Spieldauer daher kommt, hat auch nicht den Grund, dass man hier dem Zuschauer etwas vorenthalten wollte. Im Grunde handelte es sich hier um Straffungen, wo z.B. auch der damalige Verleiher TriStar selbst gesorgt hatte. Die FSK 16er Freigabe gibt es nämlich konsequent bei der 97 Minuten Spieldauer wie auch mit satten 101 Minuten. Und es soll nicht wenige Fans geben, die den Film eigentlich schon wegen Mathilda May schauen, immer in der Hoffnung, die Aliens sähen alle so gut aus wie sie und würden auch mit ihnen Rektalsonden-Spielchen spielen.

Nein, der Film war seiner Zeit erst einmal kein Glücksgriff für die Cannon-Studios, eher sogar ein finanzielles Desaster. Doch im nachhinein hat dieser Genre-Mix eine wachsende Fangemeinde gefunden und das kommt eben nicht von ungefähr. Hier wird nämlch nicht nach dem ganz großen Kino gefragt, sondern einfach am Spaß an der Sache. So lässt der Film dem Zuschauer einfach keine Verschnaufpause sondern es kracht und scheppert, blinkt und flimmert und als Zuschauer macht man sich schon recht schnell keinerlei Gedanken mehr darüber, was in der Handlung noch logisch ist oder was völlig daneben liegen könnte.

Lifeforce - Die tödliche Bedrohung (Lifeforce)In diesem Sinne kann der Film schon locker fünf von fünf Punkte durch den Spaßfaktor einfahren, solange man nicht mit aller Gewalt das Haar in der Suppe zu suchen beginnt und sich damit selbst jeglichen Spaßes daran beraubt. Und wer dann noch die Kirsche auf der Sahne sucht, dem sei Mathilda May ans Herz gelegt, die ja damals recht gerne mal in manchen Filmproduktionen im leichtem Stöffchen mehr Haut zeigte als es verdecken konnte. Man nehme nur spätere Filme wie NACKTER TANGO (1989) oder DIE TITTE UND DER MOND (1994), wo schon der jeweilige deutsche Titel Programm ist. Und dabei ist sie zu jeder Zeit nicht nur schnuckelig auszusehen, sondern schafft es bei aller Erotik auch, niemals ins schmuddelige abzugleiten, was man auch erst einmal können muss. Sonst hätte sie wohl auch kaum mit Regisseuren wie Claude Chabrol oder Werner Herzog zusammen arbeiten können.

Was die Spieldauer angeht, waren wir in Deutschland sogar immer die Dummen, denn hier auf dem Markt bekamen wir schlicht bisher immer die gekürzte US-Kino-Version untergejubelt, die eben lockere 14:21 Minuten weniger aufweist, als die sogenannte internationale Fassung, die eben als Director's Cut mit sogar 116 Minuten erhältlich ist, sofern man auf die deutsche Synchronisation bzw. dem deutschen Untertitel verzichten kann/mag.

Da es aber auch Versionen mit einer Spieldauer von 101:00 Minuten gibt, kann man auch hier zugreifen. Nur kann ich dabei nur zur Vorsicht raten, denn hier handelt es sich zumeist um Mediabook-Versionen, die locker bis 99,99 Euro kosten können. Mit dem Spruch "Geiz ist geil" kommt man bei diesem Film jedenfalls nur sehr begrenzt voran. Wer aber doch Glück haben sollte, für den gibt es von mir die volle Empfehlung zum ansehen. Ob man den Film aber nun unbedingt in einer persönlichen Sammlung von PHANTASTISCHEN FILMKLASSIKERN haben muss, überlasse ich hier aber lieber jedem selber.

Ausblick:
Die Gegend, in der der nächste Film spielt, ist nicht wirklich das, was ich als einen Urlaubsort bezeichnen würde. Die Landschaft ist etwas karg und steinig und irgendwo erwarte ich geradezu eine haarige Tarantel, wie sie gerade lustlos auf dem staubigen Boden herum krabbelt.

Aber die Familie wollte genau da eigentlich auch keinen Urlaub machen, aber wenn man schon mal liegen bleibt, kann man schließlich ja das beste daraus machen.

Das sagen sich die schrägen Gestalten allerdings auch, die da fasst steinzeitlich leben und sich über jeden Besuch freuen. Nur gibt es auch da ein ziemlich großes Problem, denn in ihrer Freude über die neuen Besucher greifen sie gerne mal zu recht drastischen und blutigen Mitteln.

Der Nachbarschaftsbesuch gestaltet sch also durchaus recht grässlich.

Nun kann ich euch noch verraten, dass es ein Remake des Films nach der Jahrtausendwende auch schon geschafft hat, in die deutschen Kinos zu kommen. Und weil dieses Remake dann auch noch die Kassen klingeln ließ, gab es dann gleich auch noch eine Fortsetzung, in der dann einige US-Soldaten der steinigen Gegend einen Besuch abstatten und etwas vorfinden, was eigentlich längst nicht mehr vorhanden sein sollte.

Und wer damit immer noch nicht viel anfangen kann, dem sei gesagt, dass dieser Film vom gleichen Regisseur bereits eine Fortsetzung im Jahre 1985 spendiert bekam und das er als Produzent glatte zehn Jahre später einem weiteren Film auf die Füße half, der auch als dritter Teil bekannt ist. Nur wird das z.B. beim deutschen Titel der Fortsetzungen überhaupt nicht verständlich herüber gebracht. Ja, im Originalfilm gab es auch bei der deutschen Synchronisation einen ziemlich üblen Patzer, der nicht hätte sein müssen/dürfen, aber davon später mehr.

Ich kann euch auch noch verraten, dass ich hier das Remake sogar besser finde als das Original, aber das dürfte wiederum Geschmackssache sein. Aber sei es wie es will, dass Original befindet sich in meinem Archiv und daher gibt es diesen Film natürlich auch für euch hier in der Reihe DER PHANTASTISCHE FILMKLASSIKER.

Den Regisseur und Drehbuchautor verrate ich euch aber hier nun nicht, denn dann wäre das Rätsel glatt schon ein Windei. Also dann, ich wünsche euch viel Spaß beim rätseln und sage schon mal tschüss von dieser Stelle bis zum nächsten Samstag, wenn ich mal wieder in den Klassikern meines phantastischen Filmarchivs herum krame.

Lifeforce - Die tödliche Bedrohung (Lifeforce)
Lifeforce - Die tödliche Bedrohung
(Lifeforce)
mit Mathilde May, Steve Railsback, Peter Firth, Patrick Stewart, Frank Finlay, Michael Gothard, Nicholas Ball, Aubrey Morris, John Hallam, Chris Jagger, Jerome Willis u.a.
Regie: Tobe Hooper
Drehbuch: Dan O'Bannon, Don Jakoby
Produktion: Yoram Globus & Menahem Golan
Genre: Science Fiction/Horror
Laufzeit: 101 Minuten (limitiertes Mediabook)
DVD/FSK: 16 Jahre
Vertrieb: NSM Record
Großbritannien/USA 1985

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Kommentare  

#1 Mainstream 2017-02-11 01:46
.
Ohne das Original des "Ausblicks" schmälerm zu
wollen, das Remake hatte durchaus eine Klassse.
welche man zu würdigen hatte.
#2 Friedhelm 2017-02-11 12:22
Ich bin ja eh ein Verfechter klassischer Vampirstoffe - auch wenn, z.B., "Kostümhorror" seit den seligen Siebzigern längst ausgedient hat - aber mir hat die Plotidee über "moderne", energiesaugende Alien-Vampire schon gefallen.
Und Mathilda May war ja tatsächlich ein Blickfang, gelle???

Ich bin sogar beinahe der Meinung, dass dieser Streifen einer der besseren Trashbomben aus dem Hause Cannon ist, und ein"leichter Gruselfaktor" kam ja schon irgendwie rüber.
Mal ehrlich, mehr als unteren Durchschnitt hat man von dieser Produktionsfirma doch eh nie erwartet.
(Kleine Anmerkung: Der Nachname des guten Yoram ist übrigens Globus. Er ist mit dem guten Menahem mitnichten verwandt. Nehme aber stark an, dass die Tastatur da bei dir "geklemmt" hat...)
Und was Tobe Hooper betrifft: etwas besseres hat der Kerl danach nie wieder hingekriegt.

Zum Ausblick. Einer der gruseligen Darsteller aus dem Original brauchte damals , ob seines auffälligen Konterfeis, gar keine Maske mehr. Er war dann später auch im Star Trek-Film "Zurück in die Gegenwart/The Voyage Home" zu sehen.
#3 Mainstream 2017-02-11 13:21
-
@Friedhelm: Wo war denn das Charaktergesicht in
ST IV zu sehen? Ich kann mich überhaupt nicht
erinnern (was nichts heißen muss).
#4 Andreas Decker 2017-02-11 14:23
Star Trek: War das nicht einer der Typen im Bus? (ohne jetzt nachschlagen zu wollen)

Das ist wirklich ein Film, der mit den Jahren gewonnen hat. Ich sehe den auch immer mal wieder alle paar Jahre. Übrigens kommt die 101 Minuten BD Ende des Monats mal wieder neu raus für 19:95. Dafür den Sammlerpreis zu bezahlen kann ich mir nicht vorstellen. In England gibt es die lange Langfassung von Arrow - im Moment das Label - für 12 Pfund.

Das mit dem Aussaugen und die Mumie bleibt zurück war aber so neu auch nicht. Gab's das nicht schon bei Hammer?

Der Aufstieg und Fall von Golan-Globus ist schon interessant. Was haben die damals nicht für tolle Filme gemacht. Schund, aber guten Schund. Die Ninja-Filme, die Chuck Norris-Filme, Highlander, Mata Hari :-)
#5 Laurin 2017-02-11 16:05
@ Friedhelm:
Ja, mit dem "Globus" war ich was zu flott, mein Fehler. Aber auch gleich ausgebügelt. ;-)

Das der Film locker in die Rubrik "positive Trashbombe" gehört, will ich nicht bestreiten. Das hat dem Film aber damals leider nichts genutzt als er in die Kinos kam.

@ Mainstream:
Mit dem Remake (Ausblick) stimme ich dir voll zu.

@ Andreas Decker:
Mir haben da damals auch eigentlich einige Filme von Golan-Globus recht gut gefallen. Von daher volle Zustimmung.

Ob Hammer das auch schon drin hatte mit dem Aussaugen und anschließender Mumifizierung des Opfers, kann ich jetzt nicht mal sagen. Bin da gerade überfragt, aber vielleicht weiß da ja jemand näheres.
#6 Friedhelm 2017-02-11 16:05
Zitat:
Wo war denn das Charaktergesicht in ST IV zu sehen?
Das war Michael Berryman - und der Grund für deine Erinnerungslücke: Berryman hat nur eine kurze, kaum auffällige Nebenrolle.. Der Typ konnte auch schon bessere Tage "verbuchen" - unter in Milos Forman's "Einer flog über das Kuckucksnest/1975"

@Andreas Decker: "Highlander"??? Das wäre mir jetzt aber neu...

Zitat:
Das mit dem Aussaugen und die Mumie bleibt zurück war aber so neu auch nicht. Gab's das nicht schon bei Hammer?
Von "Hammerfilms" gibt es zwar ein paar Mumien-Movies, aber irgendwie habe ich diesen Effekt bei den Filmen nie gesehen. Muss ich heute abend vielleicht noch mal reinschauen..
#7 Laurin 2017-02-11 16:25
Stimmt, der HIGHLÄNDER ist nicht von Golan-Globus. Aber vielleicht verwechselt Andreas das gerade mit den Filmen der Reihe EIS AM STIEL (die ersten Drei waren ja noch gut, aber danach... ). :lol:
#8 Andreas Decker 2017-02-12 14:05
zitiere Laurin:
Stimmt, der HIGHLÄNDER ist nicht von Golan-Globus. Aber vielleicht verwechselt Andreas das gerade mit den Filmen der Reihe EIS AM STIEL (die ersten Drei waren ja noch gut, aber danach... ). :lol:



Ich habe es noch mal nachgeschlagen. Cannon hatte den Vertrieb in England und Deutschland, aber nicht die Produktion. Vermutlich waren sie am Budget beteiligt. Produziert haben Panzer/Davis, die später auch die Serie gemacht haben.

Bei Hammer dachte ich an "Blood from the Mummy's Tomb" mit der unvergessenen Valerie Leon, aber habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Ich weiß nicht mehr, ob man die Runzelmumie überhaupt zu Gesicht bekommen hat.

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