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Ein phantastischer Filmklassiker - Untot und blind wie ein Maulwurf

Ein phantastischer FilmklassikerFolge 71
Untot und blind wie ein Maulwurf

In dieser Reihe EIN PHANTASTISCHER FILMKLASSIKER werde ich ein wenig meine Schatzkammer in Sachen DVDs öffnen, in der sich neben mehr oder weniger aktuellen Filmen eben auch so manche Klassiker der Phantastik tummeln. Wir werden einen Streifzug unternehmen, in dem wir uns z.B. über Grusel, Science Fiction und Filmen im Grenzbereich der verschiedenen Genre bewegen werden. Genau betrachtet gibt es dabei verschiedene Zombie Versionen.


Die Nacht der reitenden Leichen (La Noche del terror ciego)Die Nacht der reitenden Leichen (La Noche del terror ciego)
Wirklich übermäßig viel kann man an Informationen rund um diesen Film und gegebenenfalls seinen inhaltlichen Fortsetzungen nicht gerade im Internet finden. Dabei weiß ich noch sehr genau, welchen Hype diese Filme damals im Kino ausgelöst hatten.

Gut, ich war zu diesem Zeitpunkt dann mit ca. 10 Jahren doch noch etwas zu jung, allerdings mein Bruder, lockere 10 Jahre älter, lobte diesen Horrorfilm in den höchsten Tönen und auch unter seinem Freundeskreis war man des Lobes voll.

Vom Ahnung haben und sinnlosem Blödsinn:
Um dann aber zumindest etwas in die Materie eintauchen zu können, nehmen wir uns schlicht eine Kritik zu diesem ersten Teil der Reihe vor:

„Ein holprig inszenierter Horrorfilm, der Elemente des Vampirfilms mit Motiven der iberischen Vergangenheit zu verknüpfen versucht, aber nicht mehr als eine verrückte Reihung diverser Versatzstücke des Genres zu Wege bringt.“

(Lexikon des Internationalen Films / zitiert nach der Wikipedia)

Die Nacht der reitenden Leichen (La Noche del terror ciego)Tja, lassen wir uns doch mal diese Kritik so richtig auf der Zunge zergehen. Was fällt uns da denn jetzt so auf? Ja, hier vergleicht man den Film DIE NACHT DER REITENDEN LEICHEN mit Vampirfilmen. Gut, am nächsten Morgen zum ersten Hahnenschrei ist der Spuk vorbei, die Templer-Skelette verfallen in eine Starre und dann zerfallen sie schon bei einem leichten Luftzug zu Staub. Vampire verfallen aber nicht in eine Starre dafür zerfallen sie im Sonnenlicht gerne mal zu Staub, nachdem sie mitunter erst einmal in Brand geraten. Die Sonne ist des Bösen also irgendwie nicht gerade der beste Freund. Doch reicht dieses eine „Element“ aus den Vampirfilmen um solch eine Aussage zu treffen? Mitnichten! Auch das sie auf das Blut ihrer Opfer aus sind, ist noch keine klassische Vampir-Darstellung denn Blut spielt bei sehr vielen klassischen Horrorthemen eine durchaus zentrale Rolle, was auch das trinken des selbigen Saftes beinhaltet.

Aber man kennt das ja mit Kritiken aus dieser „Lexikon-Ecke“. Man sollte zumeist keine wirklichen Kenntnisse dieser Kritiker hinsichtlich des phantastischen Genres erwarten. Das zeigt sich auch wieder recht schön bei der Kritik zu dem Film DIE NACHT DER REITENDEN LEICHEN.

Klar, auch Vampire sind Untote, doch das war es dann eigentlich auch schon mit den tatsächlichen Gemeinsamkeiten. Unsere skelettierten und auch recht ausgetrocknet aussehenden Templer stehen nämlich eigentlich den Zombies weitaus näher. Zwar nicht den dumpfen Menschenfresser-Zombies, aber dem klassischen Zombie-Bild kommen sie dann doch schon recht nahe. Auch unsere Templer, insgesamt eher schweigsam, sind nicht unbedingt von der schnellen Garde (ähnlich der meisten Zombie-Darstellungen) und verfügen in der Handlung nicht gerade über eine ausgeprägte Intelligenz.

Was sie dem klassischen Zombie voraus haben, ist der Umstand, dass sie der spanischen Reitkunst zugetan scheinen auf ebenso toten Gäulen. Und statt nach menschlichem Fleisch, Innereien oder späterhin groß in Mode, dem Hirn der Lebenden nachzustellen, gelingt es ihnen gar, mit einem Schwert ihre Opfer zu erlegen. Die Nahrungsaufnahme spielt aber fasst keine Rolle bei ihnen. Zwar gilt auch bei ihnen das Blut als Elixier des Lebens, doch dies ist nur eine marginale Gleichung zum Vampir-Mythos. Letzteres käme dem eher intelligenten, verschlagenen und bösartigen Vampir ja nun überhaupt nicht in die Tüte. Der sagt einem schon, was man ihn mal kann und ohne ein leckeres Schlückchen möglichst jungem Damenblutes war die Nacht nun überhaupt nicht sein Freund. Aber zur Not – man ist ja keine verblödete Leiche – wird auch der alte Onkel Ewald ausgesaugt, damit über den Tag im Sarg der Magen nicht grummelt.

Die Nacht der reitenden Leichen (La Noche del terror ciego)Nein, diese gesichteten Gemeinsamkeiten mit den Vampirfilmen reichen gerade mal dafür aus, aufzuzeigen, dass besagter Kritiker wirklich von der Materie des Horrorgenre keine große Ahnung hat, wenn er den Film überhaupt in voller Länge gesehen haben sollte. Da „verknüpft“ sich halt nur etwas in den Hirnwindungen des ahnungslosen Kritikers.

Bliebe noch die Aussage über die „verrückte Reihung diverser Versatzstücke des Genres“. Tja, auch dieser Satz hört sich erst einmal recht klug an und dahinter verbirgt sich wahrscheinlich sogar die Hoffnung, dass niemand jetzt hierzu eine tiefer gehende Analyse anmahnt. Die „verrückte Reihung“ oder besser Handlung erscheint dem Kritiker nämlich wohl deshalb als „verrückt“, weil er mit dem Genre des Horror nämlich selbst wohl herzlich wenig anzufangen weiß. Und der Hinweis auf „Diverse Versatzstücke“ könnte glatt auch als versteckter Hinweis gelten, dass der Kritiker zumindest in diesem Genre nie über das schauen der Kinotrailer hinaus gekommen sein dürfte.

Nur das der Film DIE NACHT DER REITENDEN LEICHEN mitunter „holprig“ erscheint, kann man irgendwie nachvollziehen. Die meisten Darsteller gehören nämlich nicht wirklich zur ersten Garnitur bzw. entstammen der gehobeneren Schauspielkunst. Aber auch so mancher Dialog sprüht nicht gerade von überraschender Geistesgröße. Und ziemlich oft merkt man den weiblichen Darstellerinnen an, dass sie mit der entsprechenden Oberweite (und den restlichen körperlichen Kurven) eher schmückendes, wie in Panik kreischendes Beiwerk darstellen. Gesamt gesehen ist der Film also aus heutiger Sicht betrachtet sicherlich nicht gerade der Vorläufer der heutigen Blockbuster, allerdings aus der Sicht seiner Entstehungszeit heraus betrachtet, hatte der Film dann doch schon etwas von einem mittleren Straßenfeger, der es Wert ist, nicht in völlige Vergessenheit zu geraten.

Mein Tipp also in Sachen Filme des Genres und gute Kritiken, hier mal wieder meine Empfehlung: Sucht gute und fundierte Kritiken woanders, denn das LEXIKON DES INTERNATIONALEN FILMS ist für dieses Genre (und diversen Subgenres) schlicht nur ein Griff ins Klo und verrät nur etwas über die Unkenntnis der dortigen, diversen Kritiker. Katholisch orientierte Filmweisheiten eben.

Doch genug solcher seltsamen Kritiken ohne wirklicher Aussagekraft. Wenden wir uns doch lieber jetzt der eigentlichen Filmhandlung zu, die zwar auch nicht wissenschaftlich fundiert daher kommt, wenn es um den Orden der Templer geht. Aber Hand aufs Herz, wer erwartet das denn schon wirklich bei einem Horrorfilm?

Die Nacht der reitenden Leichen (La Noche del terror ciego)Vorsicht – hier bleibt der reale Hintergrund auf der Strecke:
Die Mitglieder des Ritterordens der Templer im mittelalterlichen Portugal jagen der Unsterblichkeit hinterher. Um diese zu erlangen, wenden sie sich nicht nur der schwarzen Magie und dem gefallenen Engel Luzifer selbst zu, sondern trinken bei ihren düsteren Ritualen auch das Blut hübscher Jungfrauen. Das man diesem Treiben nicht dauerhaft einfach nur untätig zuschaut, dürfte klar sein. Man greift also die Templer an, exkommuniziert sie und richtet sie aufgrund ihrer Verehrung des Teufels hin. Ihre Leichen enden als Krähenfutter, die sich sogleich über ihre Augen als besondere Leckerbissen her machen. Doch dabei ahnt man nicht, dass die Templer bereits das Geheimnis des „Untodes“ erlangt haben und nunmehr dazu verdammt sind, in der Nacht aus ihren Gräbern zu steigen um menschliches Blut zu sich zu nehmen.

Die Nacht der reitenden Leichen (La Noche del terror ciego)Die Templer – oder ein Füllhorn der Möglichkeiten:
Wer jetzt hierbei etwas aufgepasst hat, der dürfte wie ich fasst überzeugt sein, dass der Autor Helmut Rellergerd (Jason Dark) diese Filme kennen muss. Schließlich ranken sich ja beträchtliche Mythen um die Templer und nicht wenige davon sind in früheren Zeiten von der Kirche und auch dem Vatikan selbst in Umlauf gebracht worden. Da die Templer nämlich in Sachen Handel auf der Welt sehr große Erfolge erzielten, erzeugte dieser Umstand bald Neid, Habgier und Angst vor einem möglichen Machtverlust. Und wollte man jemanden in den Augen der einfachen Bevölkerung negativ stigmatisieren, dann musste man ihm nur der Buhlerei mit dem Teufel bzw. einer direkten Nähe zur schwarzen Magie bezichtigen. Im Mittelalter kam so etwas faktisch einem Todesurteil gleich. Das Helmut Rellergerd also mitunter gerne in seiner Heftroman-Serie JOHN SINCLAIR zum Templer-Thema greift, dürfte hierbei zumindest verständlicher Natur sein. Doch weiter geht es mit der Handlung des Films.

Die Nacht der reitenden Leichen (La Noche del terror ciego)Urlaub, lesbische Freundin und blutleere Untote:
Gegenwart (zumindest damals): Am Strand trifft Virgina auf ihre alte Schulfreundin Bella, und auch Virginas Freund Roger schmachtet Bella bald an. Prompt wird Bella zur gemeinsamen Zugreise eingeladen. Doch sie hat es weniger auf den sabbernden Roger als eher auf die süße Virginia abgesehen, denn Bella hat nichts gegen gleichgeschlechtliche Freuden einzuwenden.

Trotzdem fangen Roger und Bella einige kindische Flirtereien an, was Virginia zunehmend nervt und worauf sie den Zug springender Weise alleine verlässt. Bald schon versucht sie in den Ruinen einer verfallenen Abtei Unterschlupf in der Nacht zu finden. Doch statt einem ruhigen Schlaf trifft sie bald auf die untoten Templer, die aus ihren Löchern kriechen, sie jagen und sie dann auf offenem Felde zu Tode beißen.

Roger und Bella, die inzwischen auf der Suche nach ihrer Freundin sind, treffen alsbald auf einen Kommissar, der ihnen leider nur noch vom vorzeitigen Ableben ihrer Freundin berichten kann. Doch so wirklich Tod ist Virginia nicht wirklich (sollte der Kritiker gar diesen Umstand gemeint haben, wenn er das ganze mit dem Vampirismus zu einem Eintopf vermengt?).

Die Informationen der Polizei reichen weder Roger noch Bella, um die Sache auf sich beruhen zu lassen und sich der Trauer zu ergeben. Vielmehr versuchen sie nun auf eigene Faust heraus zu finden, was der armen Virginia wirklich zugestoßen sein könnte. Dabei finden sie immer mehr über die Ruinen von Berzano, der Geschichte der Templer und deren nächtlichen Rückkehr als lebende Leichen heraus. Eigentlich finden sie sogar mehr heraus  als ihnen lieb sein kann, denn ihre Neugierde bringt sie nicht nur den lebenden Leichen gefährlich nahe, die ihrerseits ihre toten Rösser besteigen, sondern auch gleich in höchste Lebensgefahr. 

Die Nacht der reitenden Leichen (La Noche del terror ciego)Meine Filmkritik:
Nein, ich werde hier jetzt wegen dem Umstand, dass diese Untoten gerne mal zu Staub zerfallen und einem Blutritual frönen, keine Verbindungslinien zu den Vampiren ziehen. Das die Templer zu Staub zerfallen ist bei ihrem Zustand (man sehe sich die Jungs nur mal genauer an) schon fasst eine logische Konsequenz. Blutrituale bzw. das trinken von Menschenblut ist auch noch kein klares Indiz für Vampirismus, sondern dürfte sogar eher auf alle Themen bzw. Subgenres zutreffen, in denen es um schwarze Magie oder Teufelssekten geht. Selbst wenn man sich des Themas der düsteren Hexen nähert, wird man unweigerlich auf Blutrituale und das trinken von Blut stoßen, ohne das man diese nun zwangsläufig in die Nähe des Vampirismus rücken würde. Die Nähe zur Zombie-Thematik springt einem allerdings bei der Sichtung des Films DIE NACHT DER REITENDEN LEICHEN weitaus eher ins Auge.

Amando de Ossorio schuf hier durchaus mit einem recht schmalen Geldbeutel einen charmanten Euro-Horror-Film, der damals durchaus im Gedächtnis blieb. Hätte er freie Hand gehabt, hätte er hier auch noch um einiges mehr auf die Tube drücken können. Selbst die mitunter trashige deutsche Synchronisation konnte hierbei nicht wirklich viel negatives verursachen, dass diese Genreperle schnell in Vergessenheit hätte geraten lassen können. Andererseits saß ihm aber auch das zensurfreudige faschistische Franco-Regime im Nacken, dass er bei der Produktion und die Ausgestaltung der Handlung nicht unberücksichtigt lassen durfte.

Bei mancher Einfachheit der darstellerischen Leistungen und Dialogen sowie der Handlung selbst, kann man diesem Film einen gewissen Kultstatus daher nicht absprechen, den er recht schnell bei den Kinogängern erlangte und daher auch gleich einige filmische Fortsetzungen der Thematik hervor rief.

Hier die Filmreihe in der Übersicht:

  • 1971 – Die Nacht der reitenden Leichen
  • 1973 – Die Rückkehr der reitenden Leichen
  • 1974 – Das Geisterschiff der schwimmenden Leichen
  • 1975 – Das Blutgericht der reitenden Leichen

Wer hier denn auch gut aufpasst, dem dürfte auffallen, dass unsere Leichen insgesamt einmal die sportliche Disziplin vom Reitsport zum Schwimmen wechseln. Komisch eigentlich, man hätte sie glatt für Olympia nominieren können.

Auch wenn ich also von hier aus zumindest zustimmen kann, dass es hier und da schon mal eine „holprige“ Stelle im Film gibt, wie es im LEXIKON DES INTERNATIONALEN FILMS kritisiert wird, so kann man den Rest der Kritik dann gerne in die Tonne stecken. Der Film ist nämlich durchweg in der Handlung – zwar einfach – aber spannend und geradlinig umgesetzt worden und ist auch heute durchaus mit dem nötigen nostalgischen Backround absolut sehenswert. Seinen Platz in den Reihen der PHANTASTISCHEN FILMKLASSIKER hat er sich dadurch durchaus redlich verdient und kommt bei mir noch mit guten vier von insgesamt fünf Punkten recht positiv weg. Von mir daher also eine klare Empfehlung an die, die den bzw. die Nachfolgefilme schon lange nicht mehr gesehen haben und die, die vielleicht die Filme überhaupt noch nicht kennen, aber Spaß und Freude an den Horrorfilmen der vergangenen Jahrzehnte haben. Leider gibt es hier jedoch nur die gekürzten Fassungen auf DVD mit 77 Minuten. Die ungeschnittene Originalspielzeit wird laut Wikipedia mit 97 Minuten angegeben. Man hat hierzulande also wieder mal recht kräftig mit der Schere zugeschlagen.

Ausblick:
Ich will den Ausblick heute mal recht kurz fassen, denn der Abgabetermin sitzt mir faktisch direkt im Nacken.

Kehren wir also wie letzten Samstag wieder mal zurück zu den Superhelden. Die meisten dieser Filme, so konnte man letztes mal lernen, nahmen sich gerne auch selber auf den Arm. Vor kurzem ist mir allerdings eine weitere klassische Perle dieses Subgenre in die Hände gefallen, der verstärkter auf Action setzt und in Sachen Humor eher recht eingeschränkt daher kommt.

Der Film des Helden fängt hier gerade mit seinem eigentlichen Beruf an, und der liegt im Ring. Doch unserem Wrestlinghelden mit den interessanten Kräften passiert bei seinem letzten Kampf ein ziemlich übles Missgeschick, dass leider seinem Gegner nicht gerade auf der Matte das Leben kostet.

Doch schnell findet sich unser Superheld im Auftrag des Geheimdienstes wieder um einen Bösewicht und seiner nicht minder bösen Gespielin samt Bande daran zu hindern, die Weltherrschaft an sich zu reißen.

Ja, bei solchen Filmen war damals die Weltherrschaft so ziemlich das Minimum, was die missratenen Verbrecher anstrebten. Ich selbst habe diesen Film als recht junger Bursche in der Jugendvorstellung im Kino sehen können. Mit den Jahren jedoch verblassten die Erinnerungen an diesen Film, bis er nun vor kurzem nach sehr langer Zeit seinen Weg auf DVD gefunden hat. Doch Vorsicht: Auch der frühere Superheld GOLDFACE stand ja als Wrestler im Ring. Doch um diesen Filmhelden geht es hier nicht, denn hierzu hatte ich früher schon einmal einen Artikel für den Zauberspiegel verfasst.

Der Name jedoch (für das deutsche Kino) dürfte jedem Comic-Freund geläufig sein. Denn es gab da eben auch einen Superhelden, der keine Skrupel besaß, auch mal zur Schusswaffe zu greifen und der auf den gleichen Namen hörte. Auch der wurde späterhin schon verfilmt bzw. tauchte sogar in einer Zeichentrickserie auf. Doch unser Superflummi mit dem gleichen Künstlernamen lebt nicht wie dieser eigentlich in Afrika und vererbt seine Geheimidentität weiter.

Aber ich gebe euch hier sogar noch den Tipp, dass dieser Superheld  heute trotzdem recht trashig herüber kommt, liegt schlicht daran, dass er so richtig schön das Flair der 60er Jahre atmet. Und wer jetzt noch Schwierigkeiten hat, dem sei gesagt, dass die Farbe Rot irgendwo den Geschmack des Helden trifft, dessen Gesicht man unter der Maske als Zuschauer aber nie zu sehen bekommt.

Das muss euch für dieses mal an Tipps reichen, denn leider muss ich zeitlich zum Ende kommen, sonst wird Horst böse.

Die Nacht der reitenden Leichen (La Noche del terror ciego)
Die Nacht der reitenden Leichen
(La Noche del terror ciego)
mit Lone Fleming, Cesar Burner, Maria Elena Arpon, Rufino Ingles, Jose Thelman, Veronica Llimera, Maria Silva, Francisco Sanz, Simon Arriaga, Juan Cortes, Andres Isbert u.a.
Regie und Drehbuch: Amando de Ossorio
Produktion: Jose Antonio Perez Giner, Salvadore Romero
Genre: Horror
Laufzeit: 77 Minuten
DVD/FSK: 16 Jahre
Vertrieb: Carol Media
Spanien/Portugal 1971

Auch im Zauberspiegel:
Norbert Aichele über ...

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Kommentare  

#1 Mainstream 2016-11-12 13:51
-
Mit dem "Ausblick" ziehst Du wieder einen Knaller
aus dem Regal, der es in sich hatte. Hatte, weil damals
in jungen Jahren. Vielleicht gönne ich mir im gesetzten
Heute noch mal das Vergnügen, um nächste Woche
besser mit im Bilde zu sein.
#2 Andreas Decker 2016-11-12 14:19
Ja, der Ossorio. Eine Schande, dass es da keine vernünftige DVD gibt. Angeblich sollte die dieses Jahr kommen, aber das war Fehlanzeige. Bei den Folgefilmen gibt es wohl die üblichen Index-Quereleien.

Ich habe nostalgische Gefühle für das "Geisterschiff", der erste Horrorfilm, wo ich trotz der Altersfreigabe reinkam. Hat mich damals schwer beeindruckt. Bei erneuter Sichtung: Nicht so sehr. Warum waren die Spanier immer so auf ihre Zeitlupe versessen? Das findet man auch bei Naschy oft. Vielleicht hat das vor fast 50 Jahren die Spannung gesteigert, aber heute wirkt es eher bremsend. Als ständen alle unter Valium.

Bei Ossorio bin ich etwas zwiegespalten. Eine 1 für die Innovation. Wer außer ein paar Historikern hatte damals schon die Templer auf dem Schirm? Eine 4- für die oft sehr holprige Umsetzung.

Bei den Lexika aus der Zeit gebe ich dir recht. Die waren häufig sehr kleinkariert und spießig.

An den Film nächste Woche habe ich keine Erinnerung mehr, obwohl ich ihn damals bestimmt gesehen habe. Oder auch nicht. Nicht alles ist hängengeblieben.
#3 Friedhelm 2016-11-12 16:14
Als Trashfan hatte ich zum spanischen Gruselmovie schon immer eine gewisse "Zuneigung." "Die reitenden Leichen" befinden sich ebenso in meinem DVD/Blueray-Archiv wie die "Naschy-Werke"

Die "Templer-Reihe" habe ich früher immer wieder gerne bei uns in der Spätvorstellung gesehen. Und damals war das irgendwie schon recht gruselig.

Allerdings gab es bei diesen Filmen auch immer lustige Fragezeichen: Okay, die "Skelett-Ritter" sind blind, weil man Ihnen die Augen ausgekokelt hat. Aber h ö r en dürften die Burschen doch eigentlich auch nüscht mehr, weil in ihren Schädeln "gar nix mehr drin ist", gelle?

Ich besitze übrigens eine Box mit dem Titel "Die Legende der reitenden Leichen". Uncut - was hier allerdings bedeutet, dass eingefügte Seqenzen in Originalfassung, mit Untertitel versehen sind. Macht aber nix..


Zum Ausblick:Zitat:
"Doch unser Superflummi mit dem gleichen Künstlernamen lebt nicht wie dieser eigentlich in Afrika
"

Da fällt mir eigentlich nur einer an - und der hat vorne eine "P".....und hinten ein..."m"

Soviel zum "Künstlernamen..."
#4 Laurin 2016-11-12 17:16
@ Mainstream:
Jep ... ist ein Knaller. Hatte den schon völlig vergessen gehabt, bis das er jetzt auf DVD raus kam.

@ Friedhelm:
Auch ja, was den Künstlernamen angeht.
Was das hören bei den Skelett-Templern angeht, vielleicht funktioniert der hole Schädel ja als Resonanzkörper und die Templer hangeln sich quasi an den gefühlten Schwingungen entlang zu ihren Opfern. :lol:

@ Andreas Decker:
Ja die Zeitlupe. Fand ich bei den Reitszenen nicht mal so schlecht. Man kann es aber auch übertreiben damit.
Was die Filme selbst angeht, habe ich sie bereits alle hier und wirklich wild bin ich da nun nicht auf eine Uncut-Version. Irgendwie reichen diese Versionen für mich heute völlig aus, so da sie mir mit ihrem blöden Index den Buckel runter rutschen können. Wirklich weltbewegende Splatter-Szenen dürften hier nämlich nicht fehlen.
#5 Andreas Decker 2016-11-13 13:59
zitiere Laurin:
Wirklich weltbewegende Splatter-Szenen dürften hier nämlich nicht fehlen.


Darum geht es mir auch nicht. (Und du hast recht, das ist wirklich nicht weltbewegend, eher im Gegenteil) Aber die zurzeit verfügbaren Versionen sind ein Fassungswirrwarr und werden teilweise als vollständig beworben. Dabei hat Nacht in der Österreich-Version eine Lauflange von 98 Minuten. Das ist schon heftig, obwohl das wohl hauptsächlich Handlungsschnitte sind. Und bei so was stimme ich mit dem Geldbeutel ab und kaufe sie aus Prinzip nicht.
#6 Laurin 2016-11-13 14:18
@ Andreas Decker:
Die Aussage zu den Splatter-Szenen war ja eher als Hinweis gedacht, da man hier in Old Germany ja gerne an solchen Szenen die Schere wüten lässt.
In der Regel ist es mir egal, wo sie die Schere ansetzen, denn in jedem Fall finde ich so etwas schlicht als eine üble Bevormundung und Frechheit gegenüber den Zuschauern/Käufern.

Da ich die Filme aber nie im Kino gesehen hatte (kam leider noch nicht rein wegen des alters) und mir einfach mal aus Neugierde ein Bild machen wollte, hatte ich sie mir dann damals zugelegt. Davon abgesehen, wäre mir eine Uncut-Fassung auch lieber gewesen. Wirklich gesucht hatte ich die Filme aber damals nicht und bin da eher zufällig drüber gestolpert. Der geringe Preis sorgte dann für das übrige. Denn wenn es ein Fehlkauf gewesen wäre (eventuell weil ich sie als langweilig empfunden hätte usw.), hätte ich es locker verschmerzen können.
#7 Harantor 2016-11-13 16:29
Ich sah mal (zusammen mit den Michaels, WK und Hans Klipp) in den Achtzigern in Kassel ein Doublefeature. Die reitenden Leichen zum Ersten und zum Zweiten. Da fiel dann auf, dass im zweiten ein gutes Stück des ersten Films verwertet wurde. Dennoch mag ich die vier Filme.
#8 Mainstream 2016-11-14 18:59
-
@Harantor: War es vielleicht sogar schon Ende der
Siebziger? Weshalb ich frage, ist einer kleinen
Anektode geschuldet, die mit Euch teilen will.

Ende der Siebziger gab es eine Wiederaufführung
der Filme, und der Filmverleih verschickte mit den
Kopien auch ein Kostüm einer reitenden Leichen.
Mein Chef im Kino, sonst eigentlich jedes Spaßes
beraupt, ließ es sich nicht nehmen, in jenem Köstüm
bis zu einer Stunde hinter dem Vorhang der Leinwand
zu verharren, um im geeigneten Moment hinter dem
Vorhang hervor zu treten und durch das Publikum
zu gehen. Dies führte nicht selten zu hysterischen
Anfällen und panischen Fluchten im Publikum, weswegen
der Chef seinen Spaß auch nicht mehr oft wiederholte.
#9 Laurin 2016-11-14 20:27
@ Harantor:
Ist mir auf den DVDs jetzt nicht aufgefallen. Allerdings habe ich sie mir auch noch nie direkt hintereinander angesehen. Muss ich mal drauf achten. ;-)

@ Mainstream:
Na, der Chef hätte mir in dem Moment gefallen. Das Spiel hätte ich mir zumindest gerne mal angesehen, wenn der mit der Kutte da so durch die Reihen schreitet und die Zuschauer zum kreischen bringt. :lol:
#10 Friedhelm 2016-11-15 17:11
Zitat:
Da fiel dann auf, dass im zweiten ein gutes Stück des ersten Films verwertet wurde.
Stimmt. Ossorio hat, u.a., im zweiten Film die "Auferstehungssequenz" aus dem ersten übernommen. Der Grund dafür war wohl das schmale Budget.

Bei uns war es ab den Achtzigern mit den charmanten Trashern leider vorbei. 1984 hat es noch Paule Naschys "The Werewolf/1980" in unser Kino geschafft. Meine eigene Trashdosis habe ich mir dann auf Video reingezogen.

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