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Ein phantastischer Filmklassiker - Das Meer, Seemannsgarn und ein weißer Gigant

Ein phantastischer FilmklassikerFolge 68
Das Meer, Seemannsgarn und ein weißer Gigant

In dieser Reihe EIN PHANTASTISCHER FILMKLASSIKER werde ich ein wenig meine Schatzkammer in Sachen DVDs öffnen, in der sich neben mehr oder weniger aktuellen Filmen eben auch so manche Klassiker der Phantastik tummeln. Wir werden einen Streifzug unternehmen, in dem wir uns z.B. über Grusel, Science Fiction und Filmen im Grenzbereich der verschiedenen Genre bewegen werden. Mitunter ist die Phantastik auch nur fein in der Handlung eingewoben.


Moby Dick (Moby Dick)Moby Dick (Moby Dick)
Gehört der Film MOBY DICK eigentlich in den Bereich der Phantastik hinein? Gut, ich sehe jetzt schon einige Köpfe mühsam rauchen. Daher nehme ich euch jetzt mal die schwere Entscheidung ab und drücke einfach mal ein kräftiges und standhaftes Ja zu dieser Frage aus.

Im Grunde genommen könnte man diesen Film, der eigentlich stets unter dem Genre „Abenteuer“ bzw. auch mal „Drama“ läuft, als einen klassischen Vorläufer des Subgenre „Tierhorror“ einstufen. Netter Weise hatten ja bei dem letzten Ausblick zuerst jeder auf den Film DER WEISSE HAI getippt, der im Grunde auch eher verfeinert wurde mit einer dünnen Schicht Phantastik. Leider kam dies damals aber nicht den Haien zugute, denn dieser Film schürte faktisch den Hass auf diese stolzen Räuber der Meere mehr, als zwölf reale Hai-Attacken zusammen. Die Phantastik lag in der Beharrlichkeit des Hai, dem man hier quasi durch ein Hintertürchen eine Art mörderisch-berechnendes Bewusstsein gegen die meist an Land lebenden Menschen unter schob. Ja, eigentlich war das schon gemein vom guten Onkel Spielberg. Andererseits sollte der kluge Schwimmer wissen, dass man nur so lange vor dem Maul eines Weißen Hai herum schwimmt, bis das man sich in diversen Einzelhappen in seinem Magen selber wieder zusammen setzen muss (*Aähm … schwarzer Humor, auch morbide Comedy genannt). Hinzu kommt dann noch eine minimale Prise Phantastik hier und dort dazu und schon hatte Spielberg seine Art von Tierhorror in der Machart - tauglich für die ganze Familie - fertig im Kasten.

Moby Dick (Moby Dick)Phantastik muss einem nicht direkt ins Auge springen:
Nicht viel anders ist es bei MOBY DICK. Suchen sie mal einen weißen Wal der so groß wie ein Berg ist und von Narben und Harpunen gespickt, fröhlich im Meer seine Runden dreht und wie eine Insel riecht, sowie es entsprechend auf hoher See noch schafft, eine unbestimmt große Zahl an Möwen (oder wie die Vögel auch immer heißen mögen) durchzufüttern. Schon diese Vögel sind ein Element der Phantastik, denn irgendwann benötigen diese Tiere auch mal Schlaf und dafür eben auch Land das sie anfliegen können. Dem ist nur leider nicht so, wenn sie irgendwo mitten im Meer wie Groupies ihrem Star folgen.

Auch das Elmsfeuer mag es geben, nur in gerade dieser Form und gerade mal zeitlich passend, ist dies ein klares Element der Phantastik. Das ganze fällt natürlich nicht direkt so offensiv ins Auge, als wenn gerade ein Werwolf das Deck der „Pequod“ wischen würde, während Ahab ihm dabei eine silberne Dublone auf den raus gestreckten Hintern nagelt.

1956, als dieser Film in die Kinos kam, war das Wort „Phantastisch“ jedenfalls noch oft ein freudiger Ausruf, ein Film über Walfänger noch ein Abenteuerfilm und die fein platzierten Elemente der eigentlichen Phantastik noch das sprichwörtliche Seemannsgarn, dass zum aufpeppen der Geschichte irgendwie unerlässlich war. Ja, die Welt war damals noch in Sachen Phantastik oft um einiges einfacher. In der SF durften zumeist böse Aliens vom Mars nicht fehlen und im Horror musste zumindest ein Vampir daher kommen, dessen Beinkleider und Unterhosen adeliger Herkunft sein mussten. Und wie viele rachsüchtige Wahnsinnige gibt es heute in Filmen der Phantastik zu bestaunen, da fällt Kapitän Iglo … *äähhm … Ahab nicht wirklich aus dem Rahmen.

Moby Dick (Moby Dick)Der Walfang an sich, wie er im Film dargestellt wird, dürfte der damaligen Realität (1841) dabei durchaus gerecht werden. Das Seemannsgarn (also die Phantastik) beginnt dann aber recht offensichtlich dort, wo unser Hauptdarsteller MOBY DICK die Bühne betritt. Oder nehmen wir als Beispiel einen anderen Klassiker der Phantastik wie FRANKENSTEIN. Das Nachts auf dem Friedhof Leichenräuber ihr Unwesen trieben, war früher nicht unbedingt abwegig. Einen Menschen aus Leichenteilen zusammen zu basteln ist auch noch keine Phantastik sondern erst einmal nur ein recht morbides und ekeliges Hobby. Die Phantastik beginnt recht offensichtlich aber dort, wo dieser Leichen-Lego-Mann persönlich an der Kasse von REWE seinen Energie-Drink bezahlen möchte.

In diesem Sinne hat auch MOBY DICK seinen Platz sehr wohl auch etwas in der Phantastik. Von der Kritik wurde dieser Filmklassiker damals übrigens sogar weit über den grünen Klee gelobt. Diverse Neuverfilmungen wie die aus dem Jahre 2011 mit Ethan Hawke und William Hurt oder  mit Patrick Stewart (1998/hier spielte Gregory Peck den Pfarrer Mapple) können einfach nicht wirklich gegen den Klassiker aus dem Jahre 1956 mit Gregory Peck als Kapitän Ahab und in einer Nebenrolle als Geistlicher, Orson Welles, nicht anstinken. Der Film selbst hatte aber an den Kinokassen erst einmal überhaupt nicht gut eingeschlagen, was seltsamer Weise gerade an dem Darsteller Gregory Peck lag.

Moby Dick (Moby Dick)Damals eher eine Fehlbesetzung:
Kein Witz, Gregory Peck war für den Film MOBY DICK schlicht erst einmal eine Fehlbesetzung und machte den Film so auch eher zu einem Kassengift.

Regisseur John Huston hatte zuerst sogar vor, seinem eigenen Vater Walter Huston die Rolle des Kapitän Ahab schmackhaft zu machen. Da der Stoff allerdings recht düster und ohne jegliche, damals übliche Liebesgeschichte daher kam, dauerte es noch ein paar Jahre, bis man im anvisierten Hollywood-Studio auf den Stoff von Melvilles ansprang. Vorbedingung war jedoch das die Rolle des Ahab ein bekannter Darsteller übernehmen sollte. Da Walter Huston mittlerweile auch verstorben war, traf die Wahl den Schauspieler Gregory Peck. Doch genau der brachte ein ziemliches Manko mit.

Gregory Peck war berühmt und beliebt in seinen Rollen, in denen er stets als leicht melancholischer und attraktiver Sympathieträger daher kam. Das kann man schlicht schon als Übel betrachten, wenn man stets auf einen bestimmten Rollentyp festgenagelt wird. Hinzu kam dann noch ein Bart, mit dem er jeden eher an Abraham Lincoln erinnerte, wobei sein Gesicht wiederum eine gewisse unpassende Sanftmut ausstrahlte. Dabei gab er sich große Mühe, den von Hass zerfressenen Kapitän respektabel darzustellen und auch die Kameraführung trug vorbildlich ihren Beitrag hierzu bei. Doch der Zuschauer mochte sich anfänglich nicht an diese Rolle für Gregory Peck gewöhnen wollen. Und so machte dieser Klassiker an den Kinokassen zuerst einmal keine wirklich gute Figur.

Letzteres änderte sich aber späterhin gewaltig und damit wuchs auch die Hochachtung für Gregory Pecks schauspielerische Höchstleistung in seiner Rolle als Kapitän Ahab. Doch kommen wir jetzt erst einmal zum Inhalt des Film selbst, der an düsterer Atmosphäre wirklich keine Wünsche offen lässt.

Moby Dick (Moby Dick)Eine Seefahrt die ist... (tödlich):
Den jungen Ismael (aus dessen Sicht die Geschichte auch erzählt wird) treibt es 1841 nach New Bedford, Neuengland, um als Matrose auf einem Schiff anzuheuern. In der Nacht lernt er dann in der Herberge seinen Zimmergenossen Queequeg kennen, der ein waschechter polynesischer Harpunier ist und der Ismael erst einmal gehörig in Angst und Schrecken versetzt. Doch man freundet sich dann doch schnell an und beschließt, gemeinsam auf einem Walfangschiff anzuheuern.

Als sie sich im Hafen der „Pequod“ nähern, werden sie zwar von dem offensichtlich dem Alkohol oder dem Wahnsinn nahe stehenden Elias gewarnt, doch das hält sie nicht davon ab, auf dem Schiff von Kapitän Ahab ihr Glück zu versuchen.

Ahab selber bekommt die Mannschaft aber in der ersten Zeit überhaupt nicht zu Gesicht. Nur in der Nacht hören sie ihn, wie er mit seiner Beinprothese aus dem Kieferknochen eines Pottwals unruhig wie ein hungriger Wolf über Deck streift. Sein eigenes Bein, so sagt man, habe er im Kampf gegen eine Bestie, dem legendären weißen Wal MOBY DICK verloren.

Zwar scheint bis jetzt noch alles recht normal zu verlaufen, doch dann merkt Ismael, dass hinter dem mürrischen Äußeren des Kapitän Ahab ein tiefer Hass und Fanatismus brodelt und das er die Fahrt eigentlich dafür zu nutzen gedenkt, seinen eigentlichen Gegner, MOBY DICK, über alle Weltmeere zu jagen. Rache an dem Weißen Wal ist die einzige Triebfeder, die Ahab aufrecht zu halten vermag und so beginnt er die Mannschaft immer mehr in seinen Bann zu ziehen und sie mit dem Gift seiner eigenen Rachsucht langsam zu vergiften.

Moby Dick (Moby Dick)Dabei setzt seine Besessenheit sogar den eigentlichen wirtschaftlichen Nutzen der Expedition in Frage und treibt das Schiff, die Mannschaft und sogar sich selbst immer wieder an den Rand des Abgrundes. Egal ob Hitze und völlige Windstille die Nerven der Seefahrer bald blank liegen lässt, oder tosende Unwetter das Schiff bis an den Rand einer Katastrophe bringen, Ahab scheint mit dem Teufel selbst im Bunde und weiß die Mannschaft immer wieder aufs neue auf seinen heiligen Hass einzuschwören.

Selbst der Widerstand des eher besonnenen Steuermann Starbuck, der um das Seelenheil der Mannschaft willen sogar einen Mord an seinem Kapitän nicht mehr ausschließt, kann sich nie wirklich von der Faszination zu diesem scheinbar Wahnsinnigen entziehen. Queequeg, der seine mystischen Knochen befragt, erfährt durch sie seinen nahen Tod und gibt dem Tischler an Bord sein Geld, damit dieser ihm einen Sarg nach seinen Angaben zimmert. Dann fällt er in eine todesähnliche Starre, aus der er nicht einmal erwacht, als einige Seeleute beginnen, ihn mit einem Messer auf sadistische Weise zu schneiden. Als Ismael dazwischen geht, kommt es zu einem Kampf auf Leben und Tod. Doch um das Leben seines Freundes Ismael zu schützen, löst sich Queequeg aus seiner körperliche Starre und rettet ihm das Leben.

Selbst die Erscheinung eines Elmsfeuers in einem tosenden Unwetter weiß indessen der Kapitän für sich und seine dunkle Mission zu nutzen und treibt die Mannschaft dazu, neue Harpunen in ihrem eigenen Blut zu schmieden um mit ihm den verhassten weißen Wal bis selbst in die Hölle zu jagen. Als Starbuck sich entschließt, nach dem Blutschwur der Mannschaft, Kapitän Ahab zu erschießen, bringt er letzten Endes doch nicht mehr die nötige innere Stärke auf. Ahab selbst verzichtet auf eine Bestrafung Starbucks wegen Meuterei und offenbart ihm, dass ihr beider Schicksal auf immer miteinander verknüpft sei.

Zwar trifft die „Pequod“ auf Moby Dick, dessen erscheinen immer von einem erdigen Geruch und plötzlich auftauchenden Seevögeln angekündigt wird, doch dieser kann ihnen zuerst entkommen. Bei der Verfolgung treffen sie auf ein anderes Schiff, verweigern jedoch dem Kapitän der „Rachel“ gegen jede Regel der christlichen Seefahrt ihre Hilfe. Für Ahab ist nur interessant das der Sohn des anderen Kapitäns durch einen weißen Wal zu Tode gekommen ist und wo diese den Wal zuletzt gesichtet haben. Ahab beschließt dem weißen Wal faktisch durch eine andere Route zuvor zu kommen. Das der andere Kapitän ihn und sein Schiff aufgrund der unterlassenen Hilfe verflucht, schert ihn nicht weiter.

Moby Dick (Moby Dick)Als sich endlich die Wege der „Pequod“ und des weißen Wals erneut kreuzen, kommt es zum finalen letzten Kampf zwischen Ahab und MOBY DICK. Wie ein Orkan versucht MOBY DICK ein Boot nach dem anderen zu zerstören. Nur Ahab gelingt es mit seinem Boot den weißen Wal faktisch zu entern. Aus dem Boot heraus begibt er sich sogar auf den Wal selbst und stößt seine Harpune immer und immer wieder in das Untier. Dabei verfängt sich Ahab in den Tauen und wird von dem Wal mit in die Tiefe des Meeres gezogen.

Als der Wal nach einer Weile wieder an die Oberfläche kommt, ist Kapitän Ahab nicht mehr am leben. Doch scheint es für die anderen der Mannschaft so auszusehen, als winke der tote Ahab ihnen noch zu, ihm zu folgen. Starbuck, nun selbst vom Wahnsinn seines Kapitäns befallen, feuert die Männer an, dem weißen Wal zu folgen, der wiederum jeden der Besatzung in den Ruderbooten tötet.

Doch damit ist die Rache des weißen Wal noch nicht gestillt. Er greift auch das Schiff selbst an, rammt es, wobei ein Mast bricht und den Schiffsjungen Pipp erschlägt. Dann umrundet MOBY DICK die „Pequod“ und zieht das gesamte Schiff mit einem gewaltigen Strudel in die Tiefen des Meeres.

Der einzige der am Ende diese Hölle überlebt ist Ismael, der sich auf dem schwimmenden Sarg retten kann, den Queequeg in Vorahnung auf seinen nahenden Tod hat zimmern lassen. Er wird von der eintreffenden „Rachel“ gefunden und gerettet. Damit hat sich die grausame Prophezeiung des scheinbar wahnsinnig wirkenden Elias im Hafen von New Bedford bis aufs Wort erfüllt.

Moby Dick (Moby Dick)Meine Filmkritik:
Man könnte noch so einiges über die Hintergründe der Dreharbeiten usw. erzählen, doch dies würde hier schlicht zu weit führen. Insgesamt kann man jedoch ohne Umschweife sagen, dass dieser Film seinen Status als Klassiker redlich verdient hat und man ihn einfach immer wieder ansehen kann, egal, ob manche ihn nun lieber doch in die Schublade des Abenteuerfilms stecken möchten oder doch, wie ich, in den Bereich des phantastischen Genre.

Das letztere ist für mich hier persönlich keine Frage mehr, denn einiges in der Handlung weicht vom eigentlichen Abenteuerfilm mit durchgehendem Realismus ab und auch die geradezu perfekt gehaltene düstere Atmosphäre sind Garanten dafür, eine schöne Gänsehautstimmung während des Films zu erhalten. Da kann sich z.B. mancher Gruselfilm der damaligen Zeit locker eine Scheibe von abschneiden.

Auch das man seitens der Zuschauer Gregory Peck zuerst für eine schlichte Fehlbesetzung hielt, weil diese Filmfigur nicht dem Typ entsprach, auf den man ihn  mit Gewalt festlegen wollte, dürfte sich mit der Zeit grundlegend geändert haben. Gregory Peck legt nämlich so viel Herzblut in die düstere Umsetzung dieser Figur, dass es eine wahre Freude ist, ihn hier zu sehen. Und gerade das zeigt, wie wandelbar Peck als Schauspieler wirklich war. Er verkörperte den Kapitän Ahab in einer Weise, die späterhin von keinem anderen Schauspieler selbst im Ansatz nicht mehr erreicht werden konnte.

Für mich gehörte diese Version schlicht in meine Sammlung der PHANTASTISCHEN FILMKLASSIKER und weiß mich noch heute immer wieder durch die Bildgewalt, die Atmosphäre und eben die fein gelegten phantastischen Elemente zu überraschen.

Von mir gibt es daher keine andere Möglichkeit, als dieser filmischen Version des gleichnamigen Roman-Klassikers MOBY DICK von Herman Melville aus dem Jahre 1954 volle fünf von fünf Punkte zu vergeben. Und ja, in einer ordentlichen Filmsammlung sollte dieser herausragende Klassiker wirklich niemals fehlen.

Ausblick:
Früher war alles etwas anders. Also ganz früher. Heute soll man bis 67 Jahre arbeiten, wenn nicht noch länger, damit man der Rentenkasse nicht mehr wirklich zur Last fällt. Am liebsten hätte man ja Arbeitnehmer die am letzten Tag der Arbeit für immer aus den Latschen kippen. Die kosten wenigstens nichts mehr und gammeln auch nicht einfach mehr den lieben langen Tag herum. Es gab aber mal eine Zeit, da gehörte man schon mit 40 Jahren langsam zum alten Eisen und mit spätestens 55 Jahren lagen die meisten schon unter den Radieschen. Noch viel früher war man schon mit 30 Jahren ein Pflegefall und die genervten Verwandten schoben einen heimlich des Nachts im Schlaf vor die Höhle eines Säbelzahntigers. Das nannte man dann Sterbehilfe gepaart mit steinzeitlicher Tierliebe.

Das Problem mit den Alten ist, dass sie nicht mehr flink wie Kaninchen und hart wie Bauklötze sind. Also müsste man das Alter eigentlich abschaffen, weil es einfach kontraproduktiv in der Wirtschaft ist. In einem der neueren Filme aus dem SF-Bereich, den ich gesehen habe, zahlt man z.B. nicht mehr mit Geld, sondern mit Lebenszeit, die einem an der passenden Kasse abgezogen wird. Bist du pleite, bist du also auch Tod. Und nur die, die sich innerhalb dieses Systems ganz nach oben geschlafen haben, haben so ein fettes Lebenszeitkonto, dass sie wirklich jeden überleben könnten und trotzdem jung bleiben. Wahrlich ein erstrebenswertes Schlaraffenland für den deutschen Arbeitgeberverband.

In der SF-Heftroman-Welt gibt es aber als Alternative zumindest schon mal Zellaktivatoren oder Zellduschen (beim letzteren bitte nicht vergessen auch unter den Achseln einzureiben). Ewige Jugend ist schließlich ein Brüller. Doch wenn ich keine Rentner will, die die Autobahnen mit ihren Rollatoren verstopfen, man aber auch – medizinischer Fortschritt hin oder her – einfach lustig weiter altert, dann ist man gezwungen, irgendwo eine Grenze zu ziehen. Dies ist jedoch ein zweischneidiges Schwert. Man hat Spaß und immer eine junge, hübsche Freundin. Andererseits ist es dann aber aus mit Lustig, wenn man ein gewisses Alter erreicht hat.

Aber halt, ich wollte euch ja eigentlich einige Hinweise auf den nächsten Film geben, den ich euch in der Rubrik DER PHANTASTISCHE FILMKLASSIKER präsentiere. Statt dessen tippe ich meine gedanklichen Eingebungen, die mir gerade so durch den Kopf gehen. Oder habe ich etwa unbewusst schon einige Tipps gegeben, ohne das mir dies jetzt wirklich klar war?

Findet es einfach selbst heraus, ich kann euch ja nicht alles erklären. Bestimmt weiß aber schon jemand von euch, welchen Film ich mir nächsten Samstag vornehme. Also dann, viel Spaß beim Raten.

Moby Dick (Moby Dick)
Moby Dick
(Moby Dick)
mit Gregory Peck, Richard Basehart, Friedrich von Ledebur, Leo Genn, James Robertson Justice, Orson Welles, Harry Andrews, Edric Conner, Francis de Wolff, Royal Dano, Bernard Miles, Joseph Tomelty u.a.
Produktion und Regie: John Huston
Drehbuch: Ray Bradbury, John Huston
Romanvorlage: Herman Melville
Genre: Abenteuer/Drama
Laufzeit: 110 Minuten
DVD/FSK: 12 Jahre
Vertrieb: Metro Goldwyn Mayer DVD
USA 1956

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Kommentare  

#1 Mainstream 2016-10-22 00:25
-
Dieser AUSBLICK ist hart:
Entweder hat er mit "Erneuerung" zu tun, oder ist
ein sehr junger Film, wo die Welt in Zonen eingeteilt
ist.
Laurin, Du hast es drauf.
#2 Mainstream 2016-10-22 00:57
-
Ich Vollidiot. Es ist natürlich der Film, wo man beim
Anblick von grünen Wiesen und klassischer Musik
das Zeitliche segnet, wie der alte Robinson.
#3 Laurin 2016-10-22 01:24
@ Mainstream:
Wenn ich deine zwei Kommentare richtig gelesen habe, gehst du von drei möglichen Filmen aus. :-)
Ich sag mal nur so viel: 1 ... 2 ... oder ... 3 ... zumindest ist der Film von nächsten Samstag dabei. :lol:

Kleiner Tipp: An einem gewissen Punkt des Films kommen viele Katzen vor. :-*
#4 Rüdiger 2016-10-22 10:21
Abenteuer, Phantastik, jenun ... es geht Melville eher um Symbolik. Nicht wirklich um Walfang ...

Der Film und Gregory Peck sind in der Tat unerreicht. In einen der "Remakes" habe ich mal eine Weile hineingesehen und dann abgebrochen ...
#5 Andreas Decker 2016-10-22 10:30
Deine Meinung mit der Phantastik sei dir unbenommen, aber Generationen amerikanischer Schüler, die sich durch Melville kämpfen mussten, und ihre Lehrer, würden dir widersprechen :lol: :D

Ehrlich gesagt konnte ich mich mit Peck hier nie besonders anfreunden. Irgendwie sieht er wie ein Schauspieler mit angeklebtem schwarzem Bart aus. Es fällt schwer, ihn ernstzunehmen, und ich kann gut verstehen, dass man ihn für fehlbesetzt hielt.

Aber der Film ist sehenswert, keine Frage, kein Remake kommt an ihn heran. Stewart war ein besserer Ahab in Star Trek: First Contact als in Moby Dick. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass Ahab und der Wal mittlerweile ein so feststehender Begriff ist.

Da waren Katzen drin? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht mehr, sonst würde ich auch auf "Macht Platz, macht Platz" tippen.
#6 Rüdiger 2016-10-22 10:49
"Generationen amerikanischer Schüler" verstehen halt nichts ... ebenso wie Frau Heidenreich seinerzeit mit ihrer hilflosen Besprechung im Fernsehen.

Wen meinst Du mit "Deine Meinung mit der Phantastik" ? Mich ? Ich meine ja eben, weder der Abenteuer- noch der Phantastikaspekt sind wirklich wesentlich ...
#7 Laurin 2016-10-22 12:01
@ Rüdiger:
Ich glaube mal, Andreas Decker geht mit "Deine Meinung mit der Phantastik" auch noch auf die Kommentare zum "Ausblick" vom letzten mal ein. Weil ich da gesagt hatte, dass die Elemente der Phantastik durchaus recht fein gegeben sind. Was ich oben im Artikel ja noch mal ausführe. Was die Symbolik angeht, da gebe ich dir vollkommen recht. Und in dem Punkt würde ich durchaus sogar behaupten, dass Generationen von amerikanischen Schülern und Lehrern (zumindest zum Großteil) eben nichts verstanden haben dürften. Sonst sähe deren Politik nämlich anders aus, denn da kommen sie dem Ahab manchmal recht nahe.
Was Fr. Heidenreich angeht, die lassen wir besser mal auf der Heide, denn da hat sie reichlich Grün. :D

@ Andreas Decker:
Klar kann man den Film auch ohne weiteres als Abenteuerfilm einstufen. Konnte man den Film "20 000 Meilen unter dem Meer" aus dem Jahre 1954 mit James Mason und Kirk Douglas auch. Und trotzdem haben beide Filme, hier weniger und dort mehr, Elemente der Phantastik zu bieten. Die Frage der Zuordnung ist dabei aber meistens, wie offensichtlich springen diese Elemente ins Auge. Da ist also durchaus Raum für interne Spekulationen im Hinblick der Zuordnung. Ist irgendwie wie beim Film FRANKENSTEIN, der eine verordnet ihn in der SF, der andere lieber im Genre Horror und schon kann die Diskussion losgehen. Das FRANKENSTEIN sehr wohl Elemente beider Genre vorzuweisen hat, darauf kommt man dann meist erst recht spät. ;-)

Wenn das Filmzitat "Macht Platz, macht Platz" mit den bunten Plätzchen (sehen von der Form aus wie Butterkekse von Onkel Leibniz :D ) zu tun hat, dann waren da die einzigen Kätzchen weiblich, menschlich und gehörten zum Wohnungsinventar. :D
Aber neee, ich meine schon richtige Katzen und davon ganz viele. :P In dem Film den ich meine, gibt es aber durchaus ein zumindest mal ähnlichen Ausruf, wenn ich mich noch recht an die einzelnen Dialoge erinnere.
#8 Friedhelm 2016-10-22 14:49
@Laurin
Ich bin mal wieder in Eile - drum erstmal was zum Ausblick.

Zuerst dachte ich ja, dass du den Film Justin Timberlake meinst, dann kam mir der Film in den Sinn, in dem Charlton Heston als Polizist in der Zukunft eine schreckliche Entdeckung machen muss..

Aber jetzt bin ich mir eigentlich ziemlich sicher, dass im gesuchten Film die Minimalmimin Farah Fawcett und der schon länger verstorbene Peter Ustinov dabei sind. Außerdem gibt es einen bösen Robo namens "Box"...

Achja, Ustinov mimt einen alten Eremiten (soviel ich noch weiss..) der tatsächlich mit einem Haufen Katzen in seiner Behausung lebt...
#9 Andreas Decker 2016-10-22 15:30
@Rüdiger
Sorry, ich meinte den Artikel, nicht den Kommentar.

@Laurin
ich bin keine Katzenperson und blende so etwas immer aus, es sei denn, sie nagen ihren toten Besitzern das Gesicht ab :-)
Dann schließe ich mich mal Friedhelm an. Obwohl ich Jenny der Farah immer vorziehen würde ;-)

Wenn man den Vorlagentitel von Harrison wortwörtlich übersetzt, kommt dabei dieser eher wenig verkaufsfördernde Titel raus. Obwohl ich das Teil nie gelesen habe. Keine Ahnung, was der Film davon verwurstet hat. Aber ich könnte mir vorstellen, dass in dem Fall der Film ausnahmsweise mal besser ist. Die Pointe ist schon genial.
#10 Laurin 2016-10-22 16:19
@ Friedhelm:
Richtig!!!
Als Hauptgewinn gibt es drei Kätzchen frei Haus und einen Sack Katzenstreu. :lol:
#11 Friedhelm 2016-10-22 19:36
Zitat:
Die Phantastik lag in der Beharrlichkeit des Hai, dem man hier quasi durch ein Hintertürchen eine Art mörderisch-berechnendes Bewusstsein gegen die meist an Land lebenden Menschen unter schob.
Spielbergs "Jaws" wirkt ja eigentlich wie ein "Zweiteiler" - ob nun gewollt oder nicht. Der erste Filmteil ist mehr "Horrorthriller" - und der zweite Abenteuerfilm.

Was nun "Moby Dick" angeht: Ich halte diesen Film auch für den besten zur Thematik. Und meiner Ansicht nach ist Gregory Peck keineswegs eine Fehlbesetzung - ganz im Gegenteil. Gerade die Tatsache, dass man ihn entgegen seinem sonstigen "Rollentyp" besetzte, macht ihn als Ahab wieder interessant. Mit "Lincoln-Bart, Narbe und Holzbein" ist er -jedenfalls für mich- ein durchaus unheimlicher Charakter..

Über die phantastischen Anteile des Films wurde hier ja bereits geschrieben - und ich finde immer noch, dass "M.D" bereits am Anfang recht unheimlich rüberkommt,

@Laurin: Na, herzlichen Dank, ich wollte immer schon d r e i Kätzchen haben. Aber den Sack Katzenstreu brauche ich wohl nicht.. :-*
#12 Mainstream 2016-10-23 15:17
-
Der Hinweis mit den Katzen hat mir nichts gebracht,
weil ich wie selbstverständlich auch Edward G. Robinson
glaubte mit vielen Katzen in Erinnerung zu haben.
Natürlich Blödsinn, wenn es Katzen geben würde,
bräuchten die Menschen kein Soylent Green.
"Erneuerung, Erneuerung!"
#13 Laurin 2016-10-23 15:25
Ja, dann gäbe es bei Edward G. Robinson wohl eher falschen Hasen aus der Backröhre, Mainstream. :lol:
#14 DarkDancer 2016-10-23 17:38
Ich verstehe ja das Du nicht auf die Hintergründe der Produktion eingegangen bist,jedoch hätte ich mir ein paar Worte zu dem wohl schillerndsten Schauspieler in dem Cast gewünscht.
Friedrich von Ledebur dessen Lebensgeschichte sich wie ein Roman liest wäre einer Erwähnung wert glaube ich :-)
Auf den Ausblick freue ich mich auch schon.Ich sag nur ab ins Karussell.

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