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Ein phantastischer Filmklassiker - Wenn man Mutti eine blutige Freude macht

Ein phantastischer FilmklassikerFolge 64
Wenn man Mutti eine blutige Freude macht

In dieser Reihe EIN PHANTASTISCHER FILMKLASSIKER werde ich ein wenig meine Schatzkammer in Sachen DVDs öffnen, in der sich neben mehr oder weniger aktuellen Filmen eben auch so manche Klassiker der Phantastik tummeln. Wir werden einen Streifzug unternehmen, in dem wir uns z.B. über Grusel, Science Fiction und Filmen im Grenzbereich der verschiedenen Genre bewegen werden. Und unter Umständen bekommt der Gesetzgeber dabei auch Schnappatmung.


Muttertag – Ein Alptraum aus Blut und Gewalt (Mother's Day)Muttertag – Ein Alptraum aus Blut und Gewalt (Mother's Day)
Ja, da hatte man dann einen schönen neuen Slasher-Movie in der Videothek gefunden und freudig mit nach Hause genommen. Selbst Mutter fand diesen Film so richtig spannend, obwohl sie den Filmtitel zur Handlung nicht wirklich nachvollziehen konnte. Aber was soll es, dass Kind oder besser gesagt der Film muss ja nun einen Namen haben.

Und dann kommt der Schock. Man bringt die Videokasette zurück und leider musste mein damaliger Filmdealer den Film gleich wieder einziehen ohne ihn wieder verleihen zu können. Der Film wurde vom Gesetzgeber (oder Gesetz-Bastler, je nach dem, wie man mag) nämlich beschlagnahmt und verschwand damit aus der Auslage. Das Argument war recht lustig mit „Gewaltverherrlichung“ umschrieben worden.

Ja, so ging das damals am Anfang der 80er Jahren bei dem Film MUTTERTAG. Und wie späterhin auch bei dem Film TANZ DER TEUFEL (1981) gab es damals jede Menge gute, weniger gute und miserable Raubkopien von dem Film und machten fröhlich die Runde unter den Filmfans des Horrors.

Wenn der Gesetzgeber einen Film wirklich bekannt machen wollte, dann musste er ihn nur indizieren oder beschlagnahmen und sofort wollte ihn jeder sehen oder am besten gleich haben. Und das gelang sogar prächtig. So kann ich mich noch daran erinnern, dass ich zwei Jahre später eine Original-VHS-Kasette von MUTTERTAG ausleihen konnte, die generell nur unter dem Ladentisch den Kunden fand.

Muttertag – Ein Alptraum aus Blut und Gewalt (Mother's Day)Eine Freude war dies indessen nur anfänglich, denn die VHS war bereits dermaßen durchgenudelt, dass man glauben könnte, sie hätte bereits jeden Videorecorder in der Stadt von innen gesehen. Das hatte schon was von schlimmer technischer Prostitution und die Macken des Films waren mittlerweile schon sehr ersichtlich geworden. Gut also, dass man an den gesamten ungeschnittenen Film heute recht bequem heran kommt und das sogar in edler Steelbox. Man gönnt sich ja sonst nix.

Aber mal ehrlich, sucht den Film bitte nicht auf dem deutschen Markt. Hier gibt es diesen Film von 1980 auch zu kaufen, doch macht diese Version überhaupt keinen Spaß, weil sie mit einer Freigabe der Bundesprüfstelle von lockeren 16 Jahren und um ebenso lockeren ca. 13 Minuten gekürzt wurde. Man muss sich das vorstellen wie einen teuren Wagen mit dem man vor einem Einkaufsmarkt vorfährt und wenn man wieder raus kommt, ist er auf Steinen aufgebockt weil die Räder fehlen, das Radio ist raus, das meiste Benzin aus dem Tank abgesaugt und wenn man Glück hat, ist zumindest der Motor noch drin. Man könnte glatt lachen, wenn es nicht so traurig wäre für dieses Land. Dabei kann man jede Menge an „Gewaltverherrlichung“ im Fernsehen sehen. Zumindest dann schon mal, wenn Vater Staat mal wieder mit lustigen Bildern Werbung für die Bundeswehr geschaltet hat und so tut, als handele es sich um ein Ferienlager. Frei nach dem Prinzip Dumm sucht Dümmer. Doch es geht wahrlich noch besser.

Muttertag – Ein Alptraum aus Blut und Gewalt (Mother's Day)„Mama, Papa, Zombie“:
Ja, so lautete die höchst umstrittene Reportage über Filme die offensichtlich (so der O-Ton) zur Verrohung der Jugend beitragen sollten. Man mokiert sich in dieser Pseudo-Dokumentation schlicht über Horrorfilme und betreibt das lesen im Kaffeesatz, wenn es dann um angebliche Fakten bei der Verführung der Jugend in Sachen Gewalt geht. Sorry, aber absolut kein Horrorfilm hat je einen Jugendlichen dazu verführt, an einer Schule Amok zu laufen, aber als Antwort ist das zumindest die einfachste wie auch billigste Version, weil man sich nicht wirklich mit den Ursachen und Hintergründen beschäftigen muss (und wohl auch will), wenn mal einer mit Papas halbem Waffenschrank in die Schulhallen marschiert.

Aber eines muss man dem Machwerk MAMA, PAPA, ZOMBIE zumindest positiv anlasten. Sie machten damit ordentlich Werbung für den Film MUTTERTAG, weil sie hier gleich einige Szenen aus dem Film hübsch bunt als „Beweismaterial“ präsentierten. Als ich diese seltsame Reportage vor einigen Jahren mal auf einem eher seltener frequentierten Sender sah, bekam ich bei den Argumentationen schon Bauchschmerzen vor Lachen. Gefehlt hatte nur noch das einblenden eines Spendenkontos für geistig völlig umnachtete. Doch seien wir hier auch mal ehrlich. Im Grunde hatte ich den Film MUTTERTAG fasst schon völlig vergessen gehabt und diese putzige Reportage hat mir den Film wieder mit morbidem Spaß und Freude ins Gedächtnis zurück geholt. Und damit wurde es Zeit, sich mal umzusehen, wo man den Film ungeschnitten wieder an Land ziehen konnte. Schwer war dies nicht, aber auch nicht gerade sehr billig für einen in die Jahre gekommenen Splatterfilm.

Muttertag – Ein Alptraum aus Blut und Gewalt (Mother's Day)Ein Strauß blutiger Grüße:
Schwer ist es wirklich nicht, an den ungeschnittenen Film MUTTERTAG heran zu kommen. Den gibt es nämlich wohl gleich von mehreren Anbietern zu erstehen und da wohl auch in verschiedenen Preislagen und diversen Extras (wie z.B. die Steelbox). Dabei hatte damals die Produktion selbst gerade mal 150.000 US-Dollar verschlungen und gehört seitdem nicht ohne Grund zu den würdig befundenen Splatter-Klassiker auf dem Markt.

Dabei ist er was die Brutalität oder die Darstellung von gewaltsamen Sex angeht sogar mittlerweile eher züchtig zu nennen. Die Gewalt kommt bei MUTTERTAG durchweg realistisch herüber, d.h. nicht übertrieben bzw. überzogen und damit eigentlich schon für heutige Verhältnisse im Genre wiederum weniger brutal. Die Vergewaltigungsszenen wiederum werden heute sogar von so manchem billigen Softporno auf der Ziellinie locker überholt. Hier setzte man im Film sogar mehr auf Andeutungen des Aktes und überließ alles weitere dann der persönlichen Phantasie des jeweiligen Betrachters. Damit fehlt heute eigentlich schon jegliche Grundlage für die damals einmal ausgesprochene Beschlagnahmung. Abgerundet wird das ganze durch eine durchaus spannende Atmosphäre, bei der man richtig schön mitfiebern kann. Auch der hintergründige schwarze Humor kommt dabei nicht zu kurz und lockert den Film positiv auf.  Auch die Darsteller geben ihr bestes und die Kulissen sind sauber und ansprechend für einen Film dieses Genre gewählt. Das der Film MUTTERTAG eine härtere Gangart besitzt, ist dabei nicht weg zu diskutieren, doch modernere Spatterfilme legen heute im Bereich der „härteren Gangart“ noch einige Schippen oben drauf. Und man kann MUTTERTAG auch noch ein Lob aussprechen, denn die musikalische Untermalung wirkt konsequent stimmig und unterstützt die ablaufende Handlung perfekt.

Muttertag – Ein Alptraum aus Blut und Gewalt (Mother's Day)Kaufman – Oh Gott?!:
Ja, nicht wenigen Genre-Fans kräuseln sich bei diesem Namen schon mal die Nackenhaare, denn wenn der Name Kaufman fällt, dann folgt meist auch schnell der Hinweis auf Troma. Und bei Troma-Produktionen scheiden sich bei den Fans des Genre auch oft die Geister. Troma Entertainment ist eine 1974 von Lloyd Kaufman und Michael Herz gegründete, amerikanische Independent-Filmproduktionsfirma, die zuerst einigen Sex-Klamauk-Filme drehten, bevor sie mit Horror-, Exploitation- und Splatterfilme ihr Geld machten. Dabei handelt es sich zumeist um sogenannte Low Budget-Filme, die selbst von der Fachpresse des Genre kaum beachtet wurden. Filme wie ATOMIC HERO (THE TOXIC AVENGERS) spalten daher die Schar der Genre-Fans gewaltig. Diese Art von Trash-Filmen genießen für manche anderen Fans jedoch geradezu Kultstatus, wie z.B. bei Peter Jackson oder Quentin Tarantino, die die Troma-Filme als Auslöser bzw. Inspiration für ihre eigenen Filmideen bezeichnen.

Troma Entertainment war aber auch das Sprungbrett für so manchen späteren Star in Hollywood. Man nehme hier nur Marisa Tomei (THE TOXIC AVENGERS), Kevin Costner (SIZZLE BEACH USA) oder etwa Samuel L. Jackson (DEF BY TEMPTATION).

Das man den Film MUTTERTAG (MOTHER'S DAY) – ebenfalls eine Troma-Produktion – nicht mit dem bunten und eher schrillen Trash vergleichen kann, liegt schlicht an der Tatsache das nicht Lloyd Kaufman sondern dessen Bruder Charles Kaufman am Drehbuch mitschrieb und selbst Regie führte. Damit hebt sich MUTTERTAG positiv von den eher trashigen Ergüssen von Troma Entertainment ab. Doch nun wird es langsam Zeit, sich der eigentlichen Handlung von MUTTERTAG zuzuwenden.

Muttertag – Ein Alptraum aus Blut und Gewalt (Mother's Day)Wie macht man Mutti eine Freude?  
Muttern lebt nicht nur irgendwo im Niemandsland der USA sondern fährt so manches mal auch unter Menschen. Einem Hippie-Paar, dass wohl selbst mit der älteren Dame nichts gutes vorhat, wird dieser Umstand allerdings zum Verhängnis. Natürlich nimmt Mutti sie gerne in ihrem Wagen mit, doch irgendwo da draußen, wo sich Fuchs und Hase bekanntlich die Bettdecke klauen lassen, passiert das, was sich das Hippie-Pärchen nicht einmal im Traum hätte einfallen lassen. Sie machen nicht nur Bekanntschaft mit Muttis plötzlich auftauchenden Söhnen, sondern werden zu Muttis Freude gleich auch geschändet und ermordet. Mutti hat nämlich eine recht blutige Wunschliste zur Freizeitbeschäftigung im Programm und die wird auch konsequent zu ihrem Wohlgefallen durchgezogen.

In der Zwischenzeit machen sich die Freundinnen Trina, Abbey und Jackie auf, um im Deep Barons Wildpark ihr jährlich stattfindendes Campen nur für Mädels durchzuziehen. Zu dumm ist jedoch, dass gerade hier in der Nähe die recht resolute wie dominante Mutti mit ihren Söhnen Addley und Ike leben. Letzteren fällt natürlich bald der weibliche Neuzugang im Wald auf und so machen sie sich auch ohne Skrupel daran, die Mädels gleich zu entführen damit sie Mutti mal wieder eine Freude machen können. Davon mal abgesehen steht natürlich auch für die Brüder der Spaß an der Sache im Vordergrund.

Unter der strengen Aufsicht von Mutti werden die jungen Frauen auch sogleich von den sadistischen Familienablegern verprügelt, vergewaltigt und malträtiert was das Zeug hält. Jackie trifft es dabei besonders hart und wird von den missratenen Bengels heftigst dabei verletzt.

Muttertag – Ein Alptraum aus Blut und Gewalt (Mother's Day)Doch die Mädels nutzen jede sich bietende Möglichkeit und so gelingt ihnen nach dieser Tortur die Flucht aus den Fängen dieser sadistischen Familie, bei der von der Mutter bis zum jüngsten Sohn keiner alle Latten am Zaun zu haben scheint. Jedenfalls gehen die Brüder sich auch schon mal gegenseitig an die Gurgel, während Mutti peinlichst dafür sorgt, dass ihr Nachwuchs stets durch fleißiges Üben kampferprobt bleibt. Doch für die Mädchen geht es selbst bei der Flucht nicht reibungslos ab, denn Jackie stirbt bald schon im Wald an ihren üblen Verletzungen. Im Angesicht des Todes ihrer Freundin schlägt ihre Angst vor den brutalen Brüdern und ihrer blutrünstigen Mutter in puren Hass auf sie um und man beschließt daher, diese Brut ein für alle mal von Antlitz dieser Welt zu fegen. Zeit also, mit der gleichen Brutalität, die sie erfahren mussten, nun den Tod ihrer Freundin zu rächen und damit endlich in Sicherheit zu sein.

Mutti umtreiben indessen völlig andere Sorgen. Denn in der Nacht, in der ihre Söhne die verloren gegangenen Opfer wieder zurück holen wollen, wird selbst ihr bang ums Herz. Ist es doch ihre eigene entstellte Schwester, die des Nachts um ihr Haus schleichen soll, nur um einen geeigneten Zeitpunkt zu finden, um sie kaltblütig zu ermorden. Die Jungs nehmen diese Angst ihrer Mutter nicht gerade ernst, denn laut Mutti soll ihre Schwester wie ein tollwütiges Tier im Wald hausen und ebenso gefährlich sein. Die mörderische Tante oder irgendwelche Spuren von ihr haben sie allerdings noch nie persönlich gesehen oder gefunden und irgendwie halten sie die Geschichten um sie, die ihnen ihre Mutter stets erzählt, eher schon für reine Schauergeschichten aus Muttis überspannter Phantasie zu halten.

Abbey und Trina drehen den Spieß indessen um und machen ihrerseits Jagd auf ihre grausamen Peiniger. Dabei stirbt zuerst der jüngere Ike auf äußerst brutale Weise durch ihre zarten Hände. Danach ist dann der ältere Bruder Abbley dran, der unter anderem lernen muss, dass man chemischen Reiniger nicht schlucken sollte. Als letztes nehmen die Mädchen sich der grausigen Mutter an, die die ehemaligen Schulfreundinnen gleich auf die harte Tour ersticken.

Eigentlich könnten Abbey und Trina sich nun ohne Angst auf den Rückweg in die Zivilisation machen. Niemand ihrer Peiniger hat ihre Rache überlebt. Doch der Schein eines nun sicheren Umfeldes im Grünen täuscht gewaltig. Zwar gelingt es ihnen noch Jackie im Wald so würdig wie Möglich zu beerdigen, doch im nächsten unvorsichtigen Moment werden sie aus dem Hinterhalt von der entstellten und höchst grausamen Schwester von Mutti angegriffen.

Ab hier endet der Film MUTTERTAG und es bleibt nun der Phantasie des Zuschauers überlassen, sich vorzustellen wie die alte entstellte Dame unsere gepeinigten Mädels fachgerecht in ihre blutigen Einzelteile zerlegt.

Muttertag – Ein Alptraum aus Blut und Gewalt (Mother's Day)Meine Filmkritik:
Schon nachdem ich MUTTERTAG das erste mal gesehen hatte, war mir irgendwie klar, dass der Gesetzgeber mal wieder ein wenig zu viel Sturm im Wasserglas auslöst. Ein schlichter Hinweis, dass der Film eher etwas für Erwachsene ist und nicht in Kinderhände gehört (also eine Freigabeempfehlung ab 18 Plus), hätte schon damals völlig ausgereicht.

Das Kinder unter Umständen die eine oder andere Slasher-Szene nicht wirklich einordnen können, ist da ebenfalls nur verständlich. Besonders dann, wenn sie vom Alter her zwischen Film und Realität noch nicht wirklich unterscheiden können. Einfach nur Lachhaft ist dagegen diese unsägliche Reportage MAMA, PAPA, ZOMBIE, die jedes Kind und jeden Jugendlichen, der mal einen Horrorfilm gesehen hat unter Generalverdacht stellt, danach völlig verroht zu sein und ein potentieller Amokläufer zu werden. Man kann hier ohne weiteres sagen, dass bei den Machern dieser Reportage die Dummheit mit einer angenommenen Intelligenz verstecken gespielt haben muss.

Der Film selbst ist sogar, was die schauspielerischen Leistungen und die Handlung angeht, durchaus zu empfehlen. Das ganze ist mit jeder Menge schwarzem Humor gespickt und viele Gewaltszenen halten sich durchaus im Rahmen und werden nicht in ihrer Darstellung überzogen. Hinzu kommt, dass die Mädchen hier mal nicht eher Kopflos schreiend wie aufgescheuchte Hühner in ihr Verderben rennen, wie in ähnlich gelagerten Genre-Filmen, wo die weiblichen Darstellerinnen eher als dumm und leicht zu killende Opfer dargestellt werden. Da vergebe ich schon mal gleich einen dicken Pluspunkt für. Natürlich lebt der Film auch von einigen härteren Szenen, aber wer sich einen Splatter- oder Slasherfilm an Land zieht, der sollte auch eigentlich wissen, dass hier nicht mit Wattebällchen Spannung erzeugt wird. Wer das anders sieht, der hat irgendwann in der Grundschule wohl schon den Faden verloren.

MUTTERTAG ist schlicht schon ein Kultfilm des Genre und hat natürlich auch den einen oder anderen Nachfolger hinter sich hergezogen. Beispielsweise der in Deutschland mit dem Titel MUTTERTAG 2 – DIE SÖHNE SIND ZURÜCK versehene Film aus dem Jahre 1988, der aber schlicht keine echte Fortsetzung ist, auch wenn die Thematik ähnlich gelagert erscheint. Der Film MUTTERTAG 2 – DIE SÖHNE SIND ZURÜCK hatte indessen später eine echte filmische Fortsetzung unter dem Titel ARMY OF ZOMBIES. Der Titel MUTTERTAG 2 dürfte daher eher aus verkaufstechnischen Gründen für den deutschen Markt gewählt worden sein. Eine richtige Neuverfilmung stellt indessen der Film MOTHER'S DAY – MUTTER IST WIEDER DA unter der Regie von Darren Lynn Bousman aus dem Jahre 2010 dar, in der die weibliche Hauptrolle von Rebecca De Mornay übernommen wurde.

Insgesamt kann und muss ich dem Film MUTTERTAG aus dem Jahre 1980 die vollen fünf von fünf Punkten geben, denn er genießt wie schon gesagt Kultstatus im Genre und weiß mit manchem zu Punkten, was selbst bei moderneren und härteren Filmen des Genre schlicht fehlt. Und wer harte bis etwas eklige Szenen nicht mag oder mit dem morbiden Humor nichts anfangen kann, der darf gerne statt dessen auf eher klassische Filme aus der breiten Palette des Horrors zurück greifen. Alternativen sind schließlich für jeden Geschmack reichlich vorhanden. Wer es aber auch mal gerne derb mag, der sollte zumindest auf eine ungeschnittene Version zurückgreifen, denn nur im Original ist das blutige Feuerwerk richtig zu genießen.

Ausblick:
Wisst ihr eigentlich was Baby-Klamotten so kosten können? Da lohnt es sich schon mal einen Blick auf gebrauchte Sachen zu werfen. So viel können Babys doch wohl einfach nicht in die Klamotten pinkeln wie sie aus ihnen heraus wachsen.

Ist der Nachwuchs aber noch nicht auf der Welt, sollte man sich zumindest das eigene Umfeld mal genauer betrachten. Nicht alles was glänzt ist auch Gold wert. Das bezieht sich auch auf die Nachbarschaft, so nett sie auch schleimen mag.

Ja, der Kenner des klassischen Horror wird hier schon eine kleine Erleuchtung haben, wenn es um diesen Ausblick auf den nächsten Film in meiner Reihe DER PHANTASTISCHE FILMKLASSIKER geht. Und ja, der hauptberufliche Widersacher Gottes hat (oder soll) hier auch seine Hände im Spiel haben.

Was die Atmosphäre des Films angeht, so möchte ich hier nur ungern das Wort Horror verwenden. Gruselig trifft es hier aber durchaus wie ein Nagel auf die rotierende Schädeldecke und wer kein Blut sehen kann, der dürfte hier auch auf seine Kosten kommen. Trotzdem hatte und habe ich bei diesem Klassiker des Genre immer etwas gemischte Gefühle.

In meiner Sammlung befindet sich dieser Film daher nicht und ich tue mich auch etwas schwer damit, ihn noch meiner Sammlung hinzu zu fügen. Gesehen habe ich ihn aber bereits mehrmals und mit dem gebotenen zeitlichen Abstand (mindestens fünf bis zehn Jahre) dazwischen ist er auch durchaus unterhaltsam zu nennen. Aber bestimmt wird sich hier der eine oder andere Fan dieses Filmes finden lassen, der jetzt langsam schon feuchte Finger bekommt, weil er bis nächsten Samstag warten muss. Mein Tipp daher: Schmeißt die triefnasse Windel endlich in die Mülltonne, dann werden auch die Hände wieder etwas trockener.

Na, welchen Film krame ich da für euch raus? Habt ihr den Titel schon im Kopf? Nein? Also dann kann ich euch auch nicht mehr helfen.

Muttertag – Ein Alptraum aus Blut und Gewalt (Mother's Day)
Muttertag – Ein Alptraum aus Blut und Gewalt
(Mother's Day)
mit Beatrice Pons, Tiana Pierce, Nancy Hendrickson, Deborah Luce, Michael McCleery, Frederick Coffin, Robert Collins, Marsella Davidson, Kevin Lowe, Robert Carnegie, Scott Lucas u.a.
Regie: Charles Kaufman
Drehbuch: Charles Kaufman, Warren Leight
Genre: Horror/Splatter/Slasher
Laufzeit: 90 Minuten/DVD-Steelbox mit 3D-Cover/Collector's Edition
Extras: Vorwort von Lloyd Kaufman/Audiokommentare/Trailer/ Interview u.v.m.
DVD/FSK: Keine Angaben
Vertrieb: XT Video
USA 1980

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Kommentare  

#1 Mainstream 2016-09-24 12:50
-
Der AUSBLICK hat mir mächtig Angst eingejagt. Das
lag vor allem an seiner realistischen Atmosphäre, die
so gar nichts von üblichen Horrorfilmen hatte. Ich
glubte sogar Stimmen hinter der Wand zu hören,
obwohl es die Außenwand des Hauses war.
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#2 Laurin 2016-09-24 14:14
@ Mainstream:
Ich könnte jetzt fragen, wie dünn waren die Außenwände :lol: , aber mal Scherz bei Seite, der Film war von der Atmosphäre genial aufgebaut. Trotzdem hatte und habe ich mit dem Film immer so meine Schwierigkeiten gehabt. Davon aber nächstes mal mehr.
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#3 Andreas Decker 2016-09-24 15:42
Indizieren ist schon etwas anderes als Beschlagnahmen. Beim Ersteren muss man sich mit dem Jugendschutz herumschlagen. Beim Letzteren mit der Staatsanwaltschaft. Das ist schon ein Unterschied.

Ich bin mal gespannt auf deine Meinung zum AUSBLICK. Ich habe letztens das Remake gesehen, bzw den Teil 1. Hat mir gereicht. Kam nicht mal mit dem kleinen Finger ans Original heran. Das ist immer noch einer der besten New York-Horrorfilme.
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#4 Laurin 2016-09-24 16:33
@ Andreas Decker:
Der Unterschied ist schon bekannt, aber beides schon damals auch sehr werbewirksam für den Film (habe den kleinen Fehler im Text aber mal ausgemerzt ;-) ) . Nun weißt du auch wo der Spruch herkommt: Staatsanwälte küsst man nicht - besonders dann nicht, wenn sie den Filmfreunden in seltener Einfalt den Spaß verhageln wollen. :lol:
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#5 Estrangain 2016-09-24 20:45
Hm, der Ausblick.... das ist der Film in dem diese Tanniswurzel vorkommt, oder?
Davon gibt es meines Wissens nach kein Remake, oder?
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#6 Laurin 2016-09-25 00:22
@ Estrangain:
Tja, ein Remake als kompakten in sich abgeschlossenen Film gibt es so nicht wirklich, aber als Kurzserie wurde der Ausblick nochmals verfilmt und diese Miniserie ist kompakt auf Blu-ray (Spieldauer gesamt ca. 169 Minuten) auch hier erhältlich. In der Miniserie spielt Zoe Saldana die Hauptrolle, die auch 2009 die Rolle der Uhura bei STAR TREK einnahm. Im Prinzip gibt es also ein arg in die Länge gezogenes Remake. ;-)
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#7 Estrangain 2016-09-25 11:00
Ok, danke für die Info. Nun weiß ich aber wenigstens, dass ich mit meiner vermutung richtig lag. In meinen Augen ein Meisterwerk, das man immer wieder sehen kann. Auch die Literarische Vorlage ist ein echter Knüller.
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#8 Laurin 2016-09-25 11:16
Nichts zu Danken, Estrangain. Die Sache mit dem Remake ist mir persönlich auch erst aufgefallen, als ich vor nicht all zu langer Zeit mal wieder aus Langeweile herum gestöbert hatte nach neuen Filmen des Genre. Ansonsten wäre mir diese Info auch völlig durch die Lappen gegangen. ;-)
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