Leit(d)artikel KolumnenPhantastischesKrimi/ThrillerHistorischesWesternAbenteuer/ActionOff TopicInterviewsHintergründeMythen und WirklichkeitenFictionArchivRedaktionelles

Ein phantastischer Filmklassiker - Die Untertasse, das Böse und eine Vorlage

Ein phantastischer FilmklassikerFolge 62
Die Untertasse, das Böse und eine Vorlage

In dieser Reihe EIN PHANTASTISCHER FILMKLASSIKER werde ich ein wenig meine Schatzkammer in Sachen DVDs öffnen, in der sich neben mehr oder weniger aktuellen Filmen eben auch so manche Klassiker der Phantastik tummeln. Wir werden einen Streifzug unternehmen, in dem wir uns z.B. über Grusel, Science Fiction und Filmen im Grenzbereich der verschiedenen Genre bewegen werden. Bei manchen SF-Filmen fliegen sogar wir das UFO.


Alarm im Weltall (Forbidden Planet)Alarm im Weltall (Forbidden Planet)
Also sagen wir es mal frei heraus: ALARM IM WELTALL war damals kein wirklich durchschlagender Erfolg an den Kinokassen vergönnt. Oder anders gesagt, kommerziell war dieser SF-Film schlicht ein ziemliches Leichtgewicht, dass in etwa gerade so über die rote Linie kam. Dafür kann man den Schauspieler Leslie Nielsen hier wirklich noch richtig ernst schauspielern sehen. Das änderte sich ja später auch rapide. Natürlich konnte er auch späterhin richtig schauspielern, doch ernst sah das dann kaum noch aus. Nielsen wechselte eher herüber ins Fach Slapstick und bürstete eigentlich ernstere Filme wie DER EXORZIST oder DRACULA gleich zu Angriffe aufs Zwerchfell. Unvergessen dabei wären auch seine Filme in der Sparte DIE NACKTE KANONE. Aber was soll es, schließlich war ALARM IM WELTALL seine erste größere Hollywood-Produktion, da darf man die Sache noch ernst nehmen.

Doch ALARM IM WELTALL war nicht nur kein kommerzieller Kassenmagnet, sondern sollte für MGM sogar ein rotes Tuch werden, was Produktionen von SF-Filmen anging und das lag schlicht an den Kosten die er bereits im Vorfeld verursachte. Hatte man den Verantwortlichen bei MGM doch vorher hoch und heilig versprochen, dass der Film finanziell recht überschaubar zu produzieren wäre, schließlich sei das „Monster des konzentrierten Bösen“ ja unsichtbar. Doch dann kam man leider auf die sinnige Idee, dass man dieses Monster doch für den Film zumindest in Umrissen darstellen sollte. Eigentlich kein so enormes Problem, hätte MGM damals noch sein eigenes Animationsstudio besessen. Aber dem war nicht so und man musste deshalb notgedrungen die Hilfe von Zeichnern der Walt Disney Company in Anspruch nehmen. Die hatten aber ihre Preise und die waren nicht gerade ohne. So steigerte sich auch aus dieser Ecke der kommerzielle Misserfolg und schreckte für lange Zeit die Geldgeber ab, überhaupt nochmal eine SF-Filmproduktion überhaupt mit spitzen Fingern anzufassen. Es sah also während der Dreharbeiten und später an den Kinokassen nicht wirklich rosig aus für den Film ALARM IM WELTALL. Der Film verschlang z.B. schon während der Produktion lockere 4.900.000 US-Dollar und der wirklich teuerste Effekt war schlicht der Roboter „Robby“, der mit 125.000 US-Dollar ein hübsches Stück vom Gesamtkuchen abgab.

Alarm im Weltall (Forbidden Planet)Die erste eigene fliegende Untertasse:
Dafür wies der Film ALARM IM WELTALL andere Feinheiten auf, die man eben auch nicht verschweigen sollte. Fliegende Untertassen gab es schließlich schon in einigen US-Science Fiction Filmen. Doch wurden die dort stets von fremden Mächten anderer Welten geflogen, egal ob sie nun gerade um die Ecke wohnten, wie etwa auf dem Mars, oder gleich aus den unbekannten Tiefen der Galaxis kamen. In ALARM IM WELTALL sind es dagegen zum ersten mal die Menschen selbst, die sich mit einem solchen Raumschiff durch die Weiten des Weltraums bewegen. Der Kreuzer C-57D setzte in diesem Punkt also einen Meilenstein in der Geschichte des Genre.

Vielleicht hätte der Film auch kurz danach in der Versenkung verschwinden können. Wie gesagt, Filmerfolge an den Kinokassen sahen anders aus. Doch auch hier waren es schließlich die Fans und die Gönner des SF-Genre, die die Erinnerung an den Film stetigst wach hielten. Nicht umsonst genießt der Roboter „Robby“ heute z.B. Kultstatus. Wo tauchte dieser Roboter nicht alles schon als „Gaststar“ auf. Da kann man bei LOVE BOAT über GREMLINS bis COLUMBO anfangen und landet dann schließlich sogar bei Amerikas größter nervenden Zeichentrickserie DIE SIMPSONS. Dafür wurde „Robby“ dann auch seit 2004 ganz mondän in der Robot Hall of Fame aufgenommen.

Alarm im Weltall (Forbidden Planet)Doch ALARM IM WELTALL hat trotz des damaligen finanziellen Fiaskos Spuren in den zukünftigen Science Fiction Filmen und Serien hinterlassen, die man einfach nicht klein reden könnte, selbst wenn man es wollte. Doch dazu kommen wir etwas später. User Larandil hatte ja in seinem Kommentar im ZAUBERSPIEGEL bei der letzten Folge des PHANTASTISCHEN FILMKLASSIKERS im Hinblick auf den AUSBLICK zu diesem Filmartikel folgendes geschrieben:

 „(...) Ist Leslie Nielsen der bessere William Shatner?“

(Zitat Larandil: Kommentar in DER PHANTASTISCHE FILMKLASSIKER – Folge 61)

Und ja, diese Aussage ist nicht einfach so aus der Luft gegriffen oder gar etwas abwegig. Im Grunde trifft er mit diesem Kommentar sogar den Nagel in gewisser Weise auf den Kopf, denn für Gene Roddenberry  war der Film ALARM IM WELTALL eine eindeutige Quelle seiner Inspirationen zu STAR TREK. Doch wie gesagt, später etwas mehr davon.

Alarm im Weltall (Forbidden Planet)Shakespeare im Weltraum:
Wirklich interessant ist aber auch noch, dass der gute alte William Shakespeare quasi die Vorlage für die Story ALARM IM WELTRAUM lieferte. Der Film ALARM IM WELTALL von 1956 basiert nämlich auf dessen Theaterstück DER STURM (THE TEMPEST) aus dem Jahre 1623. Dabei wurde aus Shakespeares Insel der Planet Altair 4, Prospero wurde umbenannt in Morbius, Miranda wurde zu Altaira und Ariel wandelte sich flugs in den Roboter „Robby“. Die Story selbst von ALARM IM WELTALL sollte eigentlich im Jahre 1972 spielen, doch dann besann man sich doch noch, dass die Menschheit in einer so kurzen Zeitspanne keinen solch gewaltigen Fortschritt machen konnte und verlegte die Handlung dann intelligenter Weise in das 23. Jahrhundert unserer Zeitrechnung. Doch es gab noch ein paar Besonderheiten. Nicht nur, dass die Menschen nun selbst zum ersten mal mit fliegenden Untertassen den Kosmos bereisten, auch zum ersten mal überhaupt wurde ein Computer namentlich als solcher in einem Film benannt. Selbst der Stern Altair ist keine schlichte Erfindung der Produzenten oder des Drehbuchschreiber, sondern befindet sich als hellster Stern im Sternbild Adler. Ob dieser Stern allerdings auch einen entsprechenden Planeten besitzt wie Altair 4. dürfte erst einmal weiterhin Fiction bleiben. Unmöglich wäre es aber nicht. Das „Robby“ übrigens einen Kurzschluss bekommt, als er die Villa von Morbius gegen das Energiemonster verteidigen soll, haben wir den recht bekannten Robotergesetzen von Isaac Assimov zu verdanken. Denn „Robby“ erkennt in dem Energiemonster eine Manifestation von Morbius und übt sich daher zuerst in völliger Handlungsunfähigkeit, bis ihm durch den inneren Konflikt quasi die Sicherungen durchbrennen. Doch kommen wir jetzt einmal – allerdings recht kurz – zur eigentlichen Handlung des Films, denn an Infomaterial gibt es noch so einiges zu berichten und benötigt eben entsprechenden Platz.

Alarm im Weltall (Forbidden Planet)Das unterbewusste Böse kann man nicht wegschließen:
Der Raumkreuzer C57D befindet sich auf einer Mission um das vor 20 Jahren verschwundene Kolonisten-Raumschiff „Bellerophon“ und deren Besatzung ausfindig zu machen. Hierbei fliegen sie auch das Altair-System an. Bei ihrer Landung werden sie zwar fündig, doch zuerst einmal ist es ein Roboter mit dem Namen „Robby“ der den Erstkontakt herstellt.

Doch auch sonst trifft man hier nur noch den Wissenschaftler Dr. Morbius und seine junge Tochter Altarira an, die bereits auf diesem Planeten geboren wurde. Der Rest der Kolonisten sei zwar durch eine unerklärliche Kraft dahin gerafft worden, doch Hilfe sei, so Morbius, nicht nötig. Schließlich sorge der Roboter für ihre Sicherheit. Außerdem sei er, Altaira und die bei der Geburt seiner Tochter verstorbene Frau immun gegen diese seltsame Kraft.

Kapitän Adams jedoch kommt es reichlich seltsam vor, dass Morbius sie recht schnell wieder los werden möchte, zumal dieser ihm technische Errungenschaften vorführt, die Adams ein Rätsel bleiben. Als dann bald durch etwas Unsichtbares auf dem Planeten das Raumschiff und dessen Anlagen sabotiert werden, rückt Adams Morbius auf die Pelle. Dabei findet er nicht nur geheimnisvolle Forschungsunterlagen des Wissenschaftlers, sondern auch einen Geheimgang in dessen Labor.

Zuerst eher widerstrebend weiht Morbius Adam dann in das Geheimnis des Planeten Altair 4. ein. Im inneren des Planeten befinden sich gewaltige, technisch weit fortgeschrittene Anlagen einer Rasse mit dem Namen Krell. Diese nicht irdische Zivilisation war den Menschen neben der Technik auch in ethischer Weise weit überlegen. Doch dann wurde diese Zivilisation auf unerklärliche Weise mit einem Schlag vernichtet, wobei auf der Oberfläche des Planeten keinerlei Spuren von ihnen zurück blieben. Morbius ist es mit der Zeit gelungen, die Bibliothek dieser Zivilisation zu entschlüsseln, deren gewaltigen Maschinenanlagen im inneren des Planeten zu bedienen und deren gespeichertes Wissen zu nutzen. Dies war dann allerdings auch der Moment, wo die unheimliche, unsichtbare Kraft begann, die Kolonisten anzugreifen.

Morbius drängt Kapitän Adams, der Erde diese gemachten Erkenntnisse mitzuteilen, doch dann wird das Raumschiff erneut von einem unsichtbaren Wesen angegriffen. Zwar kann man sich dieses Angriffes erwehren, trotzdem fordert dies die ersten Opfer unter den Besatzungsmitgliedern. Adams beschließt darauf hin Altair 4. umgehend zu verlassen und sowohl Morbius als auch seine Tochter, in die er sich verliebt hat, mit zurück zur Erde zu nehmen. Doch Morbius weigert sich standhaft. Da wird sein Haus von dem unsichtbaren Gegner angegriffen. Erst jetzt bemerkt Adams, dass dieses Wesen, dass nur unter Beschuss in seinen Konturen sichtbar wird, nichts anderes ist als das böse Unterbewusstsein von Morbius selbst. Die Maschinen der Krell können nämlich nicht nur das Böse eines Wesens von ihm isolieren, sondern setzen es auch wieder frei, so dass das Böse losgelöst materialisieren und handeln kann. Dieser Umstand führte damals auch zur völligen Ausrottung der Krell-Zivilisation auf diesem Planeten. Morbius sieht indessen seinen Fehler ein, dieses Wahrheit verdrängt zu haben und besiegt letztendlich sein eigenes Monster.

Zwar kann Kapitän Adams gemeinsam mit Altaira, dem Roboter „Robby“ und dem verbliebenen Rest der Mannschaft den Planeten Altair 4. verlassen, doch aus dem Weltraum heraus müssen sie mit ansehen, wie durch die von Morbius dort ausgelöste Selbstzerstörung der Planet in einer Kettenreaktion verglüht.

Alarm im Weltall (Forbidden Planet)Roddenberry, Star Trek und Alarm im Weltall:
Gut, Kapitän Adam ist nicht James. T. Kirk von der USS Enterprise, aber die Einflüsse von dem Film ALARM IM WELTALL sind nicht zu übersehen und erst recht nicht von der Hand zu weisen. Roddenberry musste hier nur einige Änderungen vornehmen und schon sprudelten da die Ideen in neue, veränderte Kanäle. So war „Robby“ durchaus in der Lage, Gegenstände jeglicher Art und Beschaffenheit sowie Nahrungsmittel beliebig synthetisch herzustellen. Bei STAR TREK legte man dieses kurzerhand in den Aufgabenbereich der Replikatoren auf den Raumschiffen. Aber auch andere Anspielungen aus dem Film fanden Eingang in die Serie STAR TREK. Seien es nun die Kommunikatoren, die Strahlenwaffen oder die „vereinten Planeten“.  Auch die hier gezeigte Vorform des Beamens (Entmaterialisieren von Gegenständen oder Organismen wie z.B. Menschen) wird in ALARM IM WELALL fasst identisch zur späteren Serie STAR TREK vorweg genommen. Selbst die Kostüme von Altaira, die gezeigte Landschaft bis hin zu den gewaltigen Maschinen könnte man sich ohne viel Phantasie in einer Folge von Kirk und Spock vorstellen. Doch es geht sogar noch einen Zacken genauer in Sachen Ähnlichkeiten. Der Kalte Krieg ist in ALARM IM WELTALL wie in STAR TREK ein Relikt der dunklen Vergangenheit der Menschen geworden. Doktor Ostrow, der Bordarzt ist z.B. ein Russe, was schlicht im Film wie auch bei STAR TREK als absolute Normalität dargestellt wird. Ganz im Gegensatz zu den herrschenden politischen Verhältnissen im Jahre 1956. Und gingen in STAR TREK noch Kirk als Captain mit dem Bordarzt Dr. McCoy und seinem ersten Offizier Spock gemeinsam auf Außenmission, so stehen hier im Film ALARM IM WELTALL die betreffenden Darsteller diesen in nichts nach. Da Roddenberry den Film ALARM IM WELTALL nicht nur kannte, sondern geradezu fasziniert von ihm war, kann man den Film auch schlicht in vieler Hinsicht als Blaupause für die damalige Fernsehserie STAR TREK betrachten. Oder anders gesagt: Ohne ALARM IM WELTALL hätten wir wohl nie eine Folge von STAR TREK zu sehen bekommen, wie wir sie heute seit unserer Jugend kennen und lieben.

Aber nicht nur Gene Roddenberry hatte seiner Zeit den Film ALARM IM WELTALL fest im Auge. Späterhin sollte auch George Lucas seine Inspirationen aus diesem Film gewinnen. So hatte der Trailer  zu ALARM IM WELTALL einen gelben Lauftext, der später bei den STAR WARS Filmen zu Beginn des Films obligatorisch werden sollte. Der Roboter „Robby“ bildete die Blaupause für C-3PO was dessen Fähigkeiten (z.B. Sprachen) betraf. Und auch die gewaltigen Anlagen im Inneren des Planeten Altair 4. lieferten die Ideen zum späteren Innenleben des Todesstern bei STAR WARS. Und wenn die Jedis mit ihren Lichtschwertern die Stahltüren förmlich durchschmelzen lassen, finden wir die Grundlage dafür auch im Film ALARM IM WELTALL wieder. Der Film aus dem Jahre 1956 mag zwar damals eher an den Kinokassen Gift gewesen sein und was die Produktionskosten anging, für die Produzenten eher schon am Rande eines finanziellen Fiaskos gestanden haben, aber für die weitere erfolgreiche Entwicklung der Science Fiction im Film legte er wichtige und weitreichende Fundamente die man nicht unterschätzen darf.

Ich könnte hier jetzt anhand von Altaira noch das eine oder andere zur Darstellung des Frauenbildes der damaligen Zeit sagen, doch dies und noch ein paar interessante Dinge mehr überlasse ich den Suchenden im Internet. Denn seien wir mal ehrlich, man könnte noch jede Menge hier zu dem Film ALARM IM WELTALL sagen, doch ein Artikel ist schließlich kein Roman und damit irgendwie in Sachen Zeit und Raum begrenzter Natur. Außerdem fehlt ja noch mein persönlicher Senf zum Film und der nächste Ausblick. Zeit also, sich hier dem Ende des Artikels zu anzunähern.

Alarm im Weltall (Forbidden Planet)Meine Filmkritik:
Mal ganz ehrlich, sieht man sich das Raumschiff mal an, wenn die Mannschaft daneben auf dem Boden steht, dann frage ich mich persönlich z.B. unwillkürlich, wo schlafen die alle da drin? Ist da überhaupt noch Platz für eine Küche? Und wie sieht das mit Duschen oder so aus? Wie groß oder eher, wie klein sind die Maschinen an Bord wirklich und wo haben die da noch die Teile gelagert, die sie aus dem Raumschiff auspacken? Das ganze sieht eher aus, als ginge jemand (als Beispiel) mit einem Rettungsboot auf Weltreise und müsste alles an Bord mitführen um halbwegs überleben zu können. Da klaffen schon mal so einige Logiklöcher im Film, die einen durchaus schmunzeln lassen können. Doch macht das den Film schlechter? Mein Tipp hierzu, seht einfach darüber hinweg, lehnt euch gemütlich zurück und genießt diesen Film einfach.

Ich will auch nicht verschweigen, dass die Handlung im Film sich in dem Moment für mich etwas wie Kaugummi zieht, wenn es zu den Anlagen der Krell hinunter geht. Da hätte man etwas konzentrierter die Handlung anpacken können. Und das unsichtbare Böse, wenn man es denn etwas sieht, kann wirklich den lustigen Disney-Flair nicht verstecken. Man wartet förmlich darauf, dass auch noch die böse Hexe aus Schneewittchen um die Ecke gesaust kommt. Und doch, ALARM IM WELTALL ist immer wieder  gerne gesehen und macht in seiner Gesamtheit einfach Spaß. So schneidet der Film mit vier von insgesamt fünf möglichen Punkten bei mir auch recht hoch ab, trotz mancher Fragen der Logik betreffend, die mir wohl niemand wirklich jemals befriedigend beantworten können wird.

Bei der Frage aber, ob der Film in eine gute Sammlung der PHANTASTISCHEN FILMKLASSIKER gehört, kann ich hier nur mit einem eindeutigen und klaren JA antworten. Der Film hat schlicht schon einen gewissen Kultstatus innerhalb der visuellen Science Fiction. Und wer sich darüber hinaus noch als STAR TREK-Fan outet, der kommt erst recht nicht an der faktischen Blaupause für die Abenteuer von Kirk, Spock und McCoy vorbei. Und so ganz nebenbei gesagt ist es durchaus recht nett, Leslie Nielsen mal nicht im Sekundentakt herum blödeln zu sehen. In diesem Sinne ran an die Buletten (bzw. die DVD oder BD) und einfach genießen.
          
Alarm im Weltall (Forbidden Planet)Ausblick:
Ja, ich kann euch mal wieder etwas präsentieren, was erst letzten Donnerstag durch einen meiner Film-Dealer frisch bei mir eingetroffen ist. Und Nein, es geht nicht über Vampire aus einer englischen oder amerikanischen Produktionsfirma. Also keine Angst. Diese Vampire (also doch) kommen schlicht aus einem anderen Land (und damit meine ich auch nicht Italien oder Spanien).

Damals jedenfalls – wir bewegen uns da am Ende der 60er und Anfang der 70er Jahre – schickte man gleich einige Kulturkritiker in die Kinos um den Film gleich mal richtig unter die Lupe zu nehmen. Heraus kam jedoch ein wahrlicher Kulturschock. Die eh durch die Revolte auf den Straßen schon aufgeheizte Stimmung kochte in den Kinosälen nach kurzer Zeit bereits über und man verlangte in einem Ton, der nicht gerade an eine gute Kinderstube erinnerte, sein Eintrittsgeld zurück. Andere tobten, warfen mit Flaschen und randalierten. Das Sahnehäubchen war dann am nächsten Tag der Verriss in der Presse.

Nun, was soll ich euch sagen, heute kommt der Film in einer limitierten Edition als Erstveröffentlichung gleich als DVD plus Blu-ray neu abgetastet und zum ersten mal mit vollständigem deutschen Kinoton auf den Markt. Dabei handelt es sich natürlich auch um die Unzensierte Fassung, denn sonst wäre die nächste Randale ja wieder vorprogrammiert. Das der Filmemacher, den ich hier aber noch nicht namentlich nennen kann (ihr sollt ja raten), in den frühen 60er Jahren auch einen regen Kontakt zu einer Gruppe spanischer Anarchisten hatte, merkt man diesem Vampirfilm durchaus an. Und seien wir mal ehrlich, damals in den bewegten Zeiten war das Thema Vampirismus bei eher jüngeren Filmschaffenden schlicht doch eher eine Metapher für ganz andere Dinge (welche verrate ich hier auch noch nicht). Aber Vorsicht, auf „das andere“ kann man den Film allerdings jetzt auch nicht einfach reduzieren.

Was könnte ich euch als Hilfe noch mit auf den Weg geben? Nun ja, man sollte diesen Film nicht mit denen der Hammer-Produktionen vergleichen. So etwas kann nur in die Hose gehen. Der Film stammt aus einem Land, wo Brote bekanntlich nicht unbedingt dick, aber verdammt lang sein müssen und in Sachen Kostüme sparte man hier enorm bei den weiblichen Darstellerinnen.

Na, immer noch keine Idee, welchen Filmartikel es demnächst hier zu bestaunen gibt? Macht nichts, ihr habt ja zum raten noch eine ganze Woche Zeit. Nur Mut, das wird schon. 

Alarm im Weltall (Forbidden Planet)
Alarm im Weltall
(Forbidden Planet)
mit Leslie Nielsen, Anne Francis, Walter Pidgeon, Jack Kelly, Warren Stevens, Richard Anderson, Bob Dix, Earl Holliman, James Drury, Roger McGee, George G. Wallace, William Boyett, Morgan Jones u.a.
Regie: Fred M. Wilcox
Drehbuch: Cyril Hume
Genre: Science Fiction
Laufzeit: 94 Minuten
DVD/FSK: 12 Jahre
Specials: Nicht verwendete Szenen, TV-Folge Robot Client von 1958 aus THE THIN MAN, Trailershow, Verlorengegangenes Filmmaterial u.a.
Vertrieb: Warner Home Video
USA 1956

 Zum ersten Artikel -  Zur Übersicht

 

Kommentare  

#1 Thomas Mühlbauer 2016-09-10 06:47
Anne Francis stars in Forbidden Planet... ;-)
#2 Andreas Decker 2016-09-10 12:38
Ach ja, der Film mit Shakespeare. Daran haben sich auch Generationen von Fan hochgezogen, um den Wert ihres Genres zu legitimieren. Das mit der Blaupause sehe ich auch so. Fehlt eigentlich nur der Teil, wo der Captain den Krell-Computer belabert, sich selbst abzuschalten. ;-)

Der Film ist hübsch anzusehen, aber ich konnte nie so richtig damit warmwerden.

Wow, du hast dir auch LFDV geleistet? :lol: Ein tolles Paket. Sieh dir auf jeden Fall den Kurzfilm an. Interessante Sache.
#3 Laurin 2016-09-10 14:51
@ Andreas Decker: Ja, an manchen Dingen zieht sich der Fan gerne mal hoch, wie hier beim Shakespeare. Und so einmal im Jahr zieh ich mir den Film schon mal gerne rein. Zum Glück belabert Adams den Computer nicht. Das wäre zu viel des Guten. :lol:

Zum Ausblick: Nun ja, wenn wir jetzt mal den Originaltitel zugrunde legen aus dem besagten Ländle, dann wäre das richtige Kürzel aber wohl eher LVDV. ;-)
#4 Andreas Decker 2016-09-10 15:53
zitiere Laurin:
@ Andreas Decker: Ja, an manchen Dingen zieht sich der Fan gerne mal hoch, wie hier beim Shakespeare. Und so einmal im Jahr zieh ich mir den Film schon mal gerne rein. Zum Glück belabert Adams den Computer nicht. Das wäre zu viel des Guten. :lol:

Zum Ausblick: Nun ja, wenn wir jetzt mal den Originaltitel zugrunde legen aus dem besagten Ländle, dann wäre das richtige Kürzel aber wohl eher LVDV. ;-)


Wie kommst du darauf? Die Wicked-Edition hat mit dem dritten Film von 71 angefangen. Ich war da was enttäuscht, weil ich LVDV von 68 noch nie gesehen habe und mir die englische Ausgabe mit den Extras zu teuer war. Und englische Synchros sind immer Scheiße.

Und ob das wirklich eine Gesamtausgabe wird und der noch kommt, wer weiß. Das ist nun wirklich was für die Nische. Ehrlich gesagt ist das bis jetzt für mich die deutsche Veröffentlichung des Jahres auf dem Sektor. Besser kann man es nicht machen.
#5 Laurin 2016-09-10 17:42
@ Andreas Decker: Reden wir vom selben Film?
Eine "Wicked-Edition" ist mir nämlich nicht geläufig, aber der Film wird herausgegeben von dem Label Wicked-Vision. Und der Originaltitel ist LE VIOL DU VAMPIRE, da wären wir dann wieder bei dem französischen LVDV von 1971. :-)

Aber hast schon recht, Andreas, wie ich gerade im Netz sehe. Der Film ist auch mal unter dem Titel LE FRISSON DES VAMPIRES erschienen. Dann haut das mit LFDV auch wieder hin. :P
Aber bei dem Titel dreht sogar der Goggle-Übersetzer bei mir gerade am Rad. :D

Und wenn jetzt noch einer den deutschen Titel weiß, dann hat er das Ratespiel auch schon gewonnen. :-*
#6 Andreas Decker 2016-09-10 19:52
Laurin,

du hast Post ;-)
#7 Laurin 2016-09-10 20:00
Und beantwortet. :D
#8 Andreas Decker 2016-09-10 20:14
zitiere Laurin:
Und beantwortet. :D


alles klar. Ich habe noch mal geantwortet.

Der Gästezugang für Kommentare wird vorerst wieder geschlossen. Bis zu 500 Spam-Kommentare waren zuviel.

Bitte registriert Euch.

Leit(d)artikelKolumnenPhantastischesKrimi/ThrillerHistorischesWesternAbenteuer/ActionOff TopicInterviewsHintergründeMythen und WirklichkeitenFictionArchivRedaktionelles

Wir verwenden Cookies, um Inhalte zu personalisieren und die Zugriffe auf unsere Webseite zu analysieren. Indem Sie "Akzeptieren" anklicken ohne Ihre Einstellungen zu verändern, geben Sie uns Ihre Einwilligung, Cookies zu verwenden.