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Ein phantastischer Filmklassiker - Horch, was kommt von draußen rein?

Ein phantastischer FilmklassikerFolge 52
Horch, was kommt von draußen rein?

In dieser Reihe EIN PHANTASTISCHER FILMKLASSIKER werde ich ein wenig meine Schatzkammer in Sachen DVDs öffnen, in der sich neben mehr oder weniger aktuellen Filmen eben auch so manche Klassiker der Phantastik tummeln. Wir werden einen Streifzug unternehmen, in dem wir uns z.B. über Grusel, Science Fiction und Filmen im Grenzbereich der verschiedenen Genre bewegen werden. Manchmal muss man bei Spukhaus-Filmen mit der Gänsehaut sogar nachhelfen.


Bis das Blut gefriert (The Haunting)Bis das Blut gefriert (The Haunting)
Der Film THE HAUNTING aus dem Jahre 1963 hatte den sinnigen Titel BIS DAS BLUT GEFRIERT, unter dem er auch noch heute als DVD zu erhalten ist. Das Remake von THE HAUNTING behielt den Titel des Originalfilms von 1963 bei, jedoch wurde auch dieser für Kino und DVD in Deutschland eingedeutscht in DAS GEISTERSCHLOSS (Remake 1999). Dabei basieren beide Filmumsetzungen auf dem Roman SPUK IM HILL HOUSE von Shirley Jackson aus dem Jahre 1959 (Originaltitel: THE HAUNTING OF HILL HOUSE). Natürlich bekommt man die Geschichte auch als Hörspiel unter dem deutschen Romantitel in der beliebten Reihe GRUSELKABINETT (2 CDs).

Nun muss ich gestehen, dass meine erste Berührung mit HILL HOUSE durch das Film-Remake von 1999 mit dem Titel DAS GEISTERSCHLOSS zustande kam. Diese DVD liegt mir aber nun seit einigen Jahren nicht mehr vor, weil diese meiner Ex-Frau gehörte und sie diese folgerichtig bei ihrem Auszug auch mitgenommen hatte. Grundsätzlich muss ich zum Remake des Films sagen, dass Liam Neeson sich hier redlich Mühe gibt und Catherine Zeta-Jones dabei richtig schnuckelig aussah.

The HauntingRegisseur Jan de Bont hatte auch eine Menge Spezialeffekte mit einbauen lassen, die man in der Verfilmung BIS DAS BLUT GEFRIERT damals nicht einmal im Ansatz zu sehen bekam. Gruselstimmung wollte aber trotzdem nicht wirklich aufkommen und trotz der Spielzeit von 113 Minuten und diversen recht ordentlich dargebotenen Effekten, stellte sich mit dem Verlauf der Handlung eine gewisse Müdigkeit bei mir ein. Ich kann mich noch genau daran erinnern, weil ich verschreckt aus dem Schlaf gerissen wurde durch eine erbärmlich laut quitschende Tür im Film. Ja, ich war während des Films leicht entschlummert und schob dies eigentlich auf den harten Arbeitstag, der nun – Gruselfilm hin oder her – seinen Tribut einforderte. Da dies zwischendurch ein paar mal passierte, entschloss ich mich, mir den Film nochmals anzusehen, wenn der entsprechende Tag ruhiger abgelaufen war. Also auf ein neues, den damaligen DVD-Player mit der Filmscheibe gefüttert, Catherine Zeta-Jones wieder recht hübsch anzusehen und dann? Die laute Tür im Film holte mich wieder aus dem Schlaf, der mich überfallartig überkommen hatte.

Irgendwann gelang es mir allerdings doch mal, mir den Film in Gänze betrachten zu können. Und hätte Catherine Zeta-Jones nicht immer so lecker ausgesehen, ich hätte nicht wirklich etwas verpasst. Das Resultat blieb das gleiche: Am Anfang netter Spannungsaufbau, nette Spezialeffekte, hübsche Zeta-Jones aber Null Gruselstimmung und die Spannung sackte mit der Zeit (etwa dem letzten Drittel) dann doch merklich ab, während sie vorher irgendwo mal zum Stillstand gekommen war.

Bis das Blut gefriert (The Haunting)Für Frauen (wie meiner Ex) mag das gruselig im Quadrat gewesen sein, aber ich schwankte bei der Handlung und dem Drumherum eher etwas zwischen der Machart früherer Poe Verfilmungen und kitschigen Disney-Effekten hin und her. Wobei die Tendenz zu Poe noch die positivere Variante darstellt. Doch ein paar Jahre später dann gelangte die Erstverfilmung unter der Regie von Robert Wise mit dem Titel BIS DAS BLUT GEFRIERT in meine Hände. Irgendwie kam mir die Beschreibung der Handlung bekannt vor, wusste aber nicht, wo ich den Film nun gleich hin stecken sollte. Aber die Beschreibung kam mir zumindest erst einmal interessant vor und so zog ich mir den Klassiker aus dem Jahre 1963 an Land. Dabei muss ich gestehen, dass ich weder den Roman je gelesen, noch das Hörspiel je gehört hatte. Das will jetzt nichts heißen, aber wäre letzteres anders gewesen, hätte es bei mir vielleicht eher geklingelt in Sachen HILL HOUSE und Spukgeschichte. Doch kommen wir hier jetzt erst einmal zur Handlung des Films BIS DAS BLUT GEFRIERT. In der Wikipedia nimmt die Handlungswiedergabe schon einen beträchtlichen Raum ein. Doch es geht auch kürzer … um einiges kürzer:

Bis das Blut gefriert (The Haunting)Niemand wird da sein, wenn du schreist … in der Nacht … in der Dunkelheit:
Hill House ist bekannt für manche außergewöhnlichen Aktivitäten in Neuengland. Hugh Crain erbaute es im 19 Jahrhundert für seine Frau, die jedoch kurz darauf bei einem Unfall mit einer Kutsche verstirbt. Auch Crains zweite Frau lässt ihr Leben dort unter mysteriösen Umständen. Wer also darin lebt, spielt scheinbar mit seinem Leben. Grund genug für Professor Dr. John Markway dem Ungewöhnlichen in diesem Haus auf den Grund zu gehen, als ihm diese Möglichkeit geboten wird.

Dies macht er mit einigen Testpersonen wie der dunkelhaarigen Theodora oder dem jungen Luke Sanderson, die nicht gerade jeder Spukgeschichte auf den Leim gehen und mehr oder weniger eine gewisse Bodenhaftung aufweisen. Ganz anders dagegen Eleanor Lance, deren Mutter gerade verstorben ist, die sie über viele Jahre pflegte und nun faktisch vor einem Scherbenhaufen steht, weil sie nach deren Tod so ziemlich alles verliert. Eleanor fühlt sich vom Spukhaus irgendwie abgestoßen und gleichsam doch wieder magisch angezogen. Da ändern auch die seltsam kryptischen Äußerungen der scheinbar verschrobenen Haushälterin nichts, die für kein Geld der Welt in der Nacht oder überhaupt in der Dunkelheit hier verweilen möchte.

Eleanor sieht in der Einladung des Professors eine einmalige Chance, ihrem bisherigen Lebensweg eine entscheidende und positive Wendung zu geben, während der Professor selbst hier eher ein Experiment sieht, bei dem Eleanor schnell in die Rolle eines wichtigen Versuchskaninchens gerät. Zwar entspinnt sich zwischen ihr und Theodora sowie Luke eine gewisse vorsichtige Freundschaft, doch wirklich nahe kommt man sich nicht, weil die Charaktere zwischen ihnen doch enorm unterschiedlicher Natur sind. Zumal weiß Theodora, auch kurz Thea genannt, mit ihrer bissigen Art scheinbar mehr über Eleanor als sie eigentlich dürfte und Luke hat für die Geschichte um das Haus nur Spott übrig. Selbst Eleanor leugnet hartnäckig, als Markway sie mit dem Phänomen eines Poltergeistes konfrontiert, dem sie in ihrer Kindheit ausgesetzt gewesen sein soll.

Schon in der ersten Nacht beginnt der Spuk mit seltsamen Geräuschen und unheimlichem Gepolter, dass Eleanor zuerst für das Klopfen ihrer verstorbenen Mutter hält. Auch Thea vernimmt die immer bedrohlicher werdenden Geräusche die darin gipfeln, dass sich ein Türknopf bewegt. Erst als der Spuk endet, kommen sie wider mit Luke und Markway in Kontakt, die im Garten einen Hund verfolgt haben wollen. Doch auch in der Folgezeit ereignen sich seltsame Dinge, wie z.B. der Satz „Help Eleanor come home“ der mit Kreide plötzlich an einer Wand auftaucht. Schon recht bald weiß man nicht mehr was man wirklich glauben soll, oder ob Eleanor nicht sogar selbst manche Dinge in Gang setzt, um Hill House nicht mehr verlassen zu müssen. Als es an einer düsteren Wendeltreppe und einem Balkon zu gefährlichen Zwischenfällen für Eleanor kommt, will Markway sie endgültig zu ihrem Schutz aus dem Hill House direkt nach Hause schaffen. Doch Eleanor weigert sich weiterhin beharrlich, dass seltsame Gemäuer zu verlassen.

Bis das Blut gefriert (The Haunting)Eleanor indessen versteift sich in dem Komplex, am Tode ihrer Mutter schuldig zu sein, weil sie auf deren Klopfzeichen nicht reagiert hatte, während Markway ihr nahe bringen will, dass keine reale Bedrohung für sie besteht und alles rational erklärbar sei was bisher geschah. Es kommt auch weiterhin zu kleinen Reibereien zwischen Thea und Eleanor und dann taucht am Abend auch noch Markways Ehefrau am Hill House auf. Markway will sie umgehend wieder nach Hause schicken, weil sie seine Arbeit für lächerlich hält, doch Eleanor reizt sie mit der schaurigen Geschichte um das Kinderzimmer. Um zu beweisen das es keinen Spuk hier gibt, entschließt sich Markways Frau, die Nacht in diesem Zimmer zu verbringen, deren Tür plötzlich auf steht. Da schlägt hinter Grace Markway die Tür wieder zu und der Spuk beginnt von neuem. Es kommt zu einem Tumult, bei dem sich Eleanor von den anderen entfernt und die dunkle Wendeltreppe empor steigt, wobei sie in Lebensgefahr gerät, aus der sie Markway retten muss. Denn als sie herab steigen wollen, öffnet sich eine Falltür und sie sieht kurzzeitig die völlig verängstigte Grace.

Trotz das seine Frau danach noch immer verschwunden bleibt, will Markway nun zügig dafür sorgen, dass Eleanor das Haus und das Grundstück verlässt. In einem unbeobachteten Augenblick jedoch startet Eleanor den Wagen und fährt los. Doch vor ihr taucht plötzlich eine schemenhafte Gestalt auf und sie verursacht einen Unfall an dem Baum, wo bereits die erste Frau von Crains starb. Als man Eleanor aus dem Wagen zieht, ist sie bereits tot. Auch Grace Markway taucht im Park auf und war wohl die schemenhafte Gestalt, die Eleanor gesehen haben musste. Das Haus hat so (eventuell) erneut ein Opfer gefunden.

Hill House ist nicht gerade unbekannt:
Zumindest konnte ich den Informationen entnehmen, dass der Film BIS DAS BLUT GEFRIERT zu den wohl bekanntesten Gruselfilmen gehört. Wise konzentriert sich dabei nur auf eine düstere Grundstimmung und eine ebensolche Atmosphäre und verzichtet fasst völlig auf visuelle Effekte oder sichtbare Elemente (wie z.B. Monster oder wirkliche schemenhafte Geistererscheinungen). Was er hier herüber bringen will, ist die Grundaussage, dass das Haus selbst das Element des Bösen darstellt.

Das ganze wirkt dabei recht minimalistisch, womit Robert Wise auf seltsame innere Monologe seitens Eleanor ebenso setzt, wie auf  spezielle Kameraführungen und Schnitttechniken.

Robert Wise selbst ist dabei kein Unbekannter in Sachen Phantastik. So führte er bereits Regie bei Filmen wie DER LEICHENDIEB (1945), DER GLÖCKNER VON NOTRE DAME (1939), DER TAG AN DEM DIE ERDE STILL STAND (1951), ANDROMEDA – TÖDLICHER STAUB AUS DEM ALL (1971) oder AUDREY ROSE – DAS MÄDCHEN AUS DEM JENSEIZTS (1977) und STAR TREK: DER FILM (1979). Der Mann kannte sich über die Jahre also durchaus aus in Sachen Grusel- und Science Fiction -Filme. Wirklich positiv blieb mir bei den oben genannten Filmen jedoch bisher nur der SF-Film DER TAG AN DEM DIE ERDE STILL STAND im Gedächtnis, während z.B. STAR TREK: DER FILM eher in die Kategorie „einmal gesehen reicht fürs Leben“ bei mir gehört. Dafür konnte Wise bei mir durchaus mit der Musical-Verfilmung WEST SIDE STORY ganz hoch punkten, die aber nichts mit der Phantastik an sich zu tun hat.

Bis das Blut gefriert (The Haunting)Meine Filmkritik:
Man soll ja bekanntlich immer die phantastischen Filmklassiker im Spiegel ihrer Zeit sehen, doch das heißt nicht, dass man aus dieser Sichtweise einen Film nun besser bewertet als man ihn innerlich empfindet. In früher Jugend hatte ich diesen Film nicht gesehen und kann daher auch nicht hinsichtlich meiner Erinnerung Vergleiche ziehen zum Empfinden damals und heute. Hätte ich vorher geahnt, dass der Film BIS DAS BLUT GEFRIERT von der Grundhandlung her dem Remake DAS GEISTERSCHLOSS gleicht, hätte ich ihn mir wohl auch nicht einmal zugelegt. Man sieht, man sollte vorher doch ab und an mal etwas im Internet stöbern, bevor man sich etwas zulegt.

Von der Machart mag er wohl ein Klassiker des Genre sein und daher wohl noch viele Freunde besitzen. Wirklich vom Hocker gehauen hat mich BIS DAS BLUT GEFRIERT allerdings nicht. Zwar werden mich hier jetzt wohl einige verfluchen, aber der Film BIS DAS BLUT GEFRIERT war für mich das wohl klassischste Beispiel für einen typischen „Frauen-Gruselfilm“, wobei manche Gruselromane für Frauen aus der Heftromansparte GASLICHT und Co. mitunter sogar noch spannendere Storys besitzen dürften, wie ich früher mal selbst lesen durfte. Das Spiel der Darsteller war schlicht Marke einfach ohne wirkliche Höhen und Tiefen, die Atmosphäre war mitunter durchaus gegeben (wie auch im Remake DAS GEISTERSCHLOSS), nur machte man meiner Meinung nach nicht wirklich etwas daraus oder nutzte die vorhandenen Möglichkeiten. So bleibt bei mir nur eine gewisses Mittelmäßigkeit übrig, über das auch das Remake verfügt, wobei dort die Spezialeffekte eben auch nichts heraus reißen konnten was nicht vorhanden war.

Man fragt sich am Ende auch unwillkürlich, ob HILL HOUSE nun wirklich ein Element des Bösen war, oder ob es sich hier schlicht um die wirren Visionen einiger überspannter Personen handelt, die dringend einmal einen Psychiater aufsuchen sollten? Ich kann es nicht wirklich sagen, doch Gruselstimmung wollte über den gesamten Film nicht bei mir aufkommen und von „Horror“ als Steigerung will ich hier erst gar nicht reden wollen. Da ändert dann auch Lois Maxwell nichts dran, die hier eine eher kleine Rolle spielt und man aus den JAMES BOND Filmen als Miss Moneypenny kennt. Julie Herris nervte mit ihrer Art als Eleanor sogar recht bald und warum die DVD noch heute eine Jugendfreigabe von 16 Jahren hat, kann ich wirklich nicht mehr nachvollziehen.

Bis das Blut gefriert (The Haunting)Schließlich schreckt man mit dieser Handlung heute nicht mal mehr Zehnjährige wirklich auf. Gesamt gesehen mag der Film natürlich auch seine Freunde finden und das ist auch gut so, denn Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden. Bei mir reicht es für den Film BIS DAS BLUT GEFRIERT allerdings gerade mal für einen von insgesamt fünf Punkten für den vorausgesetzten guten Willen. In diesem Sinne sollte sich jeder Freund von Filmen der klassischen Phantastik lieber selbst ein Bild machen, bevor er sich entschließt, diesen Film in seine Sammlung aufzunehmen. Dann wird der Film bestimmt auch seine Liebhaber finden, die mit dem gebotenen mehr anfangen können als meine Person. Schließlich erhält der Film an anderen Stellen auch durchaus positivere Kritiken, auch wenn es mir recht schwer fällt, diese nachzuvollziehen.

Ausblick:
Bleiben wir doch mal bei Schwarzweiß-Filmen der frühen Jahre. Ein Horrorfilm oder ein Gruselfilmchen kamen damals nur recht selten ohne mindestens einen obligatorischen Totenschädel aus.

Und wenn der oder die dann noch ein gewisses Eigenleben aufweisen, weil Rache ja immer ein triftiger Grund ist, dann kann es vielleicht spannend werden.

Den Film, den ich euch nächsten Samstag vorstellen möchte, kann man vom Ton her recht gut genießen, da er hier recht gut nachbearbeitet wurde. Beim Bild hapert es allerdings manchmal etwas, was dem Alter geschuldet ist.

Er gehört eigentlich auch in die Kategorie Film, der mir schlicht aus Zufall in die Hände geriet. Aus dem Fernsehen kannte ich ihn jedenfalls nicht und auch im Kino ist er mir früher nie aufgefallen.

Das interessante ist dabei, dass das Böse eher nicht aus dem Jenseits kommt, sondern recht real in Aktion tritt, während der eigentliche irrationale Schrecken nichts anderes als Rache wegen eben der bösen Taten sucht und am Ende auch findet. Das da zwischen den Fronten auch Unschuldige geraten können und leiden müssen, bleibt bei dieser Konstellation nicht wirklich aus. Doch wie sagt man ja so schön: Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende.

Und jetzt schreit mich bitte nicht alle an, weil ihr an den Hinweisen gerade verzweifelt – Oh, dass war schon wieder ein kleiner Hinweis. Aber wenn ihr die hier im Ausblick versteckten Reizworte richtig in Einklang bringt, dann seit ihr der Lösung doch schon wieder etwas näher gekommen.

In diesem Sinne, schönes Raten und bis in einer Woche, wenn ich meine Schatztruhe der Phantastischen Filmklassiker wieder einmal für euch öffne.

Bis das Blut gefriert (The Haunting)
Bis das Blut gefriert
(The Haunting)
mit Julie Harris, Richard Johnson, Claire Bloom, Russ Tamblyn, Lois Maxwell, Rosalie Crutchley, Fay Compton, Valentine Dyall, Diane Clare u.a.
Regie: Robert Wise
Drehbuch: Nelson Gidding
Produktion: Robert Wise/MGM
Genre: Gruselfilm
Laufzeit: 107 Minuten
DVD/FSK: 16 Jahre
Vertrieb: Warner Bros. Home Entertainment
USA/Großbritannien 1963

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Kommentare  

#1 Mainstream 2016-07-02 00:25
-
Habe THE HAUNTING gestern noch einmal gesehen.
Naja, tatsächlich muss ich meine Euphorie etwas drosseln.
Immernoch effektiv, ist er dann dennoch doch nicht zeitlos.
An manchen Stellen mit dem Voice-Over, hat er mich
dann an die alte TWILIGHT ZONE erinnert.
Wie Erinnerungen einen doch Streiche spielen können.
#2 Laurin 2016-07-02 09:28
@ Mainstream:
Oh ja, die Erinnerungen können mit den Jahren einem schon einen Streich spielen, weil manches eben nur recht eingeschränkt noch etwas mit der Wirklichkeit gemein hat. Das musste ich auch öfter erleben bei Filmen, die ich sehr lange nicht mehr gesehen hatte. Hinzu kommt natürlich, dass man mit der Zeit einiges gewohnt ist, wo das früher gesehene im Nachhinein einfach nicht mehr wirklich mithalten kann, die Erinnerung selbiges aber damals einmal positiv in unserem Kopf abgespeichert hatte.
#3 Friedhelm 2016-07-02 10:14
Ganz ehrlich, mit dem Remake konnte ich mich irgendwie nicht richtig "anfreunden".

Das Original hat mir schon aufgrund seiner "Farblosigkeit gefallen" - damit fand ich den "Grusel-Effekt" schon mal perferkt.
Ich bin ja eh der Meinung, dass Farbe für dieses Genre nur selten von Vorteil ist.

Schaut man sichn die alten Movies ("Dracula, Frankenstein...ect...) an, dann erzielen diese ihre doch zum Teil schon durch das "Scharz/weiss-Bild".

Zitat:
verzichtet fasst völlig auf visuelle Effekte oder sichtbare Elemente (wie z.B. Monster
Genau das ist die Stärke des Films - und auch deshalb hat der Streifen seine Wirkung bis heute nicht ganz eingebüsst,
Und es gibt Filme, die völlig "absacken", nachdem "das Monster"..ect..ect. sich erstmals gezeigt hat.

Zum Ausblick: Habe ich einmal -im Doppelpack mit einem anderen Film- als Kauf-DVD erworben - und nach Ansicht irgendwann entsorgt.

Wenn ich nicht irre, dann hatte das Ding nicht mehr als ca. 1 Stunde Lauflänge. Es geht um ein "schreiendes Körperteil, oder?? (Sorry, wenn ich jetzt zuviel verraten habe...)

Im Fernsehen lief dieses Filmchen meines Wissens allerdings noch nie...
#4 Toni 2016-07-02 13:52
An den Film habe ich null Erinnerungen - an das Remake allerdings auch nicht... Scheint also kein Brüller zu sein.

Das mit dem Einpennen wärend eines Films kenne ich allerdings sehr gut. Wenn wir uns in familärerer Runde nach dem Frühstück,..bei Regenwetter... mal einen Streifen runterladen und die Story ein paar Längen zu viel hat, knacke ich schon mal weg. Da kann ich auch vorher 7Stunden geschlafen haben. Wenn es richtig laut wird kommt bei mir auch schon mal das Sandmännchen... Bei manchen Filmen geht das in Richtung "Selbstschutz" :lol:
#5 Laurin 2016-07-02 14:56
@ Friedhelm:
Ja, dass schreiende Körperteil. Hat aber etwas mehr als 1 Stunde. Wenn das der gleiche Doppelpackfilm ist, den ich bei Amazon gesehen habe, dann kriegst du sogar den anderen Film hier auch noch irgendwann geboten. :lol:
Und was für manche Filme Schwarzweiß angeht, da gebe ich dir recht. Farblos hebt schon mal die Stimmung bei einigen Filmen. Nur bei THE HAUNTING oben hatte auch das bei mir nicht gelangt um halbwegs Spannung und Gruselatmosphäre zu schaffen. Der ist irgendwie so nicht meins. :sigh:

@ Toni:
Schlimm wird es dann besonders, wenn man vorher gut gegessen hatte. Wenn dann der Film einen nicht positiv mitnimmt, haut das Sandmännchen meistens gnadenlos mit der Schaufel einen ins Koma. :lol:
#6 Andreas Decker 2016-07-02 18:11
Das Original hat sicher an Effektivität verloren, und das zeitgeschichtliche Rumgeeier um die lesbische Theo, die auf Eleanor scharf ist, nervt nur noch. Trotzdem gibt es schöne Szenen, und die Ambivalenz gehört dazu. Eleanors Leben und Verhalten ist nachvollziehbar, weswegen die Geschichte funktioniert.

Das Remake macht den üblichen Fehler, eine stimmige Geschichte meint aufwerten und umschreiben zu müssen. Der Schwachsinn mit den toten Kindern macht sie nur kaputt, und das "dramatische" Ende ist hirnrissig.

Beim Ratespiel passe ich, da fällt mir nur der Cushing-Film nach der Bloch-Story ein, der letztens mal wieder neu veröffentlicht wurde. Aber da schreit keiner.
#7 Laurin 2016-07-03 02:05
@ Andreas Decker:
Nein, Cushing oder Bloch haben da nichts verbrochen, da muss ich sie in Schutz nehmen. ;-)

Die "lesbische Komponente" seitens Thea (oder "Theo" wenn sie denn dann die Hosen an hätte :lol: ), sind mir dabei noch nicht einmal wirklich gravierend aufgefallen. Damals war man in der Hinsicht beim gleichen Geschlecht aber auch noch nicht so geschickt im baggern. :P
An sich hätte man aus der Story auch einiges heraus holen können, ohne mehr Spezialeffekte oder unsinnigen Hinzufügungen wie beim Remake mit den "toten Kindern". Aber leider wirkt die Handlung selbst für damalige Verhältnisse für mich etwas zu bemüht, was sich dann auch recht schnell negativ auf mich auswirkte (z.B. die nervigen Gefühlswallungen und Ausbrüche seitens Eleanor). Andere, wie z.B. Professor Markway wirken in manchen Szenen dagegen etwas zu sehr distanziert gegenüber den Vorkommnissen. Das hat was von Puzzleteile die irgendwie nicht in das Gesamtbild passen wollen. Vielleicht hilft diese Metapher als Erklärung der Kritik meinerseits.

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