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Bis das Superman stirbt - Die bunte Welt der Helden

Die bunte Welt der HeldenBis das Superman stirbt
Die bunte Welt der Helden

Nun mag ich ja mitunter auch recht gerne mal ein Comic lesen, zumal die Faszination sich hier einfach aus meiner Jugendzeit gehalten hatte. Nur was die Storys anbelangt, ist man schlicht etwas wählerischer geworden. Das gleiche hat sich irgendwie auch im Bereich der Zeichentrickfilme so gehalten.

Auch dort ist man mit den Jahren wählerischer geworden.


All-Star SupermanSo ist z.B. die Trickfilmserie DIE SIMPSONS kein wirkliches Highlight für mich am Tage, wenn man den Fernseher laufen lässt. Eigentlich geht mir diese Serie schon sehr bedenklich auf den Senkel und das liegt beileibe nicht nur an der Tatsache, dass diese Trickfilmserie auf PRO7 schlicht schon bis zum erbrechen wiederholt wird. Auf einen Kinofilm dieser Chaoten-Familie hatte daher schon damals nicht mehr gewartet, der uns dann doch beschert wurde und den ich dann Dank meiner Ex-Frau auch noch mit ansehen musste. Das hatte für mich schon etwas von Folter, genauso wie die gefühlte zwanzigste Wiederholung der HARRY POTTER Filme auf DVD, die ich mir so in relativ kurzen Abständen beim Abendbrot antun musste.

Dass das Fernsehen auch mal recht nette Zeichentrickserien brachte, die direkt aus dem MARVEL oder DC Universum stammten, muss ich da eigentlich nicht erwähnen. Da gab es vor vielen Jahren schon mal eine Reihe zu den X-MEN, die mir recht gut gefallen hatte. Meinen Liebling IRON MAN hatten sie aber irgendwie in der Animationsserie verhunzt. Das lag aber daran, dass Abwechslung bei den Gegnern nicht gerade wirklich groß geschrieben wurde und der MANDARIN nun auf Dauer auch nicht wirklich viel hergibt. Recht nett fand ich auch die Animationsserie um BATMAN. Sie hatte irgendwie etwas, dass mich durchaus ansprach. Gleiches galt für SPIDER-MAN. Nur der BATMAN OF THE FUTURE hatte wiederum irgend etwas abschreckendes für mich.

All-Star SupermanUnd dann war da noch der Held aller Helden:
Ja, SUPERMAN. Der Typ vom Planeten Krypton, den uns Jerry Siegel und Joe Shuster 1930 kreierten. Der Begriff „Superman“ steht in der gängigen Übersetzung aus dem englischen übrigens für das deutsche Wort „Übermensch“. Da wäre doch mal interessant gewesen, was der gute Nietzsche hierzu zu sagen gehabt hätte.

Nun muss ich sagen, dass auch ich in meiner Kindheit/Jugend nicht wirklich an SUPERMAN vorbei gekommen bin. Meistens, so muss ich sagen, waren es noch die Storys um SUPERBOY die mich eher reizten als die eigentlichen Geschichten um den erwachsenen SUPERMAN. Irgendwie war SUPERBOY knuffiger. Doch mal ehrlich, die DC-Comics  die damals über den EHAPA Verlag in schöner Regelmäßigkeit herausgebracht wurden, hatten natürlich auch andere Helden außer SUPERMAN bzw. SUPERBOY zu bieten, die mir mehr gefielen. Besonders galt dies für BATMAN bzw. BATMAN und ROBIN oder BATGIRL, die mir irgendwie mehr lagen. Waren sie doch nicht mit solchen Kräften ausgestattet wie eben SUPERMAN und mir als Leser da doch irgendwie näher als eben die fliegende Supermacht vom zerfledderten Planeten Krypton, der sich dann auch noch in seiner Geheimidentität als Clark Kent oftmals selten schusselig anstellte. Als ich dann anfing, mich ein wenig für besagte Zeichentrickfilme (also nicht Serien) zu interessieren, kam mir auch der Film ALL-STAR SUPERMAN in die Hände.

Ich sagte mir also, probiere es mal wieder mit dem Alien-Helden, vielleicht klappt es ja doch noch mal zwischen mir und Kal-El. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

All-Star SupermanALL-STAR SUPERMAN (Der Film):
Lex Luthor hat es mal wieder auf den Stählernen abgesehen und schmiedet (laut Film) einen recht komplizierten Plan um SUPERMAN endlich vom Erdboden wischen zu können.

Dabei hat er dieses mal sogar einen richtigen Erfolg zu verbuchen, denn eine Rettungsmission direkt bei der Sonne sorgt dafür, dass SUPERMAN extrem verstrahlt wird. Die Strahlung sorgt nicht nur dafür, dass er plötzlich noch die eine oder andere Kraft hinzu bekommt, sondern das seine Zellen sich rasend schnell zersetzen.

Im Angesicht des nahen Todes treibt es SUPERMAN nun dazu, seiner heimlichen Dauerliebe Lois Lane seine Geheimidentität zu offenbaren. Gemeinsam mit ihr begibt er sich zur Festung der Einsamkeit und schenkt ihr dort neben einem Superheldenkostüm aus unzerstörbarem Gewebe auch durch ein Serum 24 Stunden, in denen Lois wie SUPERMAN Superkräfte besitzt.

Trotz das er nur noch wenige Wochen zu leben hat, schafft SUPERMAN die Flaschenstadt Kandor auf einen weit entlegenen Planeten, was wiederum einige Zeit in Anspruch nimmt. Von dort zurück, gelingt es SUPERMAN nicht, eine vernünftige Landung hin zu bekommen, was daran liegt, dass die Verstrahlung ihn bereits schwächt.

Des weiteren muss er sich mit zwei auf der Erde gelandeten Superwesen seines ehemaligen Heimatplaneten Krypton herum ärgern, die aufgrund ihrer Machtfülle auf der Erde schlicht etwas abgehoben agieren. Bei dem Kampf werden sie so in Mitleidenschaft gezogen, dass ihre Rettung nur noch darin besteht, in die eigentlich gefürchtete Phantomzone zu gehen.

Doch auch Lex Luthor hat sich, Dank eines fehlerhaft geschalteten Roboters von SUPERMANN aus der Festung der Einsamkeit, in den Besitz des Serums gebracht, dass ihm für 24 Stunden Superkräfte verleiht. Da er auch den elektrischen Stuhl überlebte, holt ihn SUPERMAN aus dem Gefängnis, denn Luthor hat Dank einer Verwandten Lois Lane in seine Gewalt gebracht. Auch hat Luthor ein anderes Superwesen aus dem Universum versucht, für seine Pläne einzuspannen, dass jedoch die Sonne der Erde irgendwie beschädigt.

Beim Ausbruch aus dem Hochsicherheitsgefängnis mit Luthor, kommt es zudem noch zu einem Kampf mit dem Schurken Parasit. Luthor hat längst seine eigenen Pläne in Richtung Weltherrschaft geschmiedet, doch SUPERMAN setzt alles daran, ihn zu verdeutlichen, was Menschlichkeit wirklich bedeutet, zumal er immer noch glaubt, dass Luthor im Kern eigentlich ein guter Mensch ist und die Sicherheit der Erde nach seinem Tod gewährleisten kann.

Kurz vor seinem Tod verabschiedet sich SUPERMAN nach diesen Taten von Lois und fliegt in die Sonne, die er mit seinen letzten Kräften noch reparieren will, und nur Lois glaubt fest daran, dass SUPERMAN eines Tages wiederkehren wird.

All-Star Superman„Hast du je gedacht, dass es so enden würde?“ (Lex Luthor):
Nein, ich zumindest nicht. Mal abgesehen, dass DC ihren Alleskönner nicht wirklich sterben lassen wird, reimt sich schon in diesem Film nicht wirklich alles, so das man Luthors Frage eigentlich umändern müsste in: „Hast du je gedacht, dass sie in einen solchen Quark bei DC verzapfen?“

Mal ehrlich, wie oft ist SUPERMAN der Sonne nahe gekommen? Das lässt sich schon bald nicht mehr zählen und plötzlich soll ihre Strahlung für sein Ableben herhalten? Sorry, aber wem wollt ihr das jetzt erzählen? In manchen früheren Geschichten wurden die Kräfte von SUPERMAN sogar in der Nacht schwächer, weshalb er sich in der Sonne erst wieder aufladen musste.

Auch die Darstellung von PARASIT gab mir zu denken, denn irgendwie hatte ich bei seiner optischen Verwandlung das Gefühl, dass gleich auch noch TOM & JERRY um die Ecke geflitzt kommen. Und der neue Schlüssel für die Festung der Einsamkeit unter einer Fußmatte? Hallo, mehr Kitsch ging wohl nicht mehr.

Was die plötzlich auftretenden Kryptonier angeht, fehlte mir nach dem Film auch noch irgendwie der Sinn des ganzen. Das hatte was von einem Lückenfüller um die angestrebte Spieldauer der Story hin zu bekommen. Gleiches gilt irgendwie auch, als Samson und ein weiterer Supertyp sich mit SUPERMAN um Lois Lane fetzen.

Auch was die Animation an sich anging, konnte ich nur mit dem Kopf schütteln, denn mitunter sieht das Gesicht von SUPERMAN aus, wie das dieser kleinen barocken Engelchen, die von ihrer Wolke aus gelangweilt in die Welt blicken. Insgesamt gingen den Machern da (es handelt sich hier eben auch um die Verfilmung einer Comic-Kurzserie über mehrere Hefte) wohl in Sachen Phantasie die Pferde durch. Hier stimmte zumindest hinsichtlich des Serienkanons zu SUPERMAN schlicht einiges nicht.

All-Star SupermanMein Fazit:
Nach dem Film ALL-STAR SUPERMAN wusste ich plötzlich wieder, warum ich gerade mit diesem Superhelden nie wirklich warm geworden bin. Zudem, wenn man sich auch nur ein klein wenig mit der Geschichte zu diesem Helden auskennt, dann springen einem die Logikfehler schon so derbe ins Auge, dass es körperlich weh tut.

Die optische Darstellung wechselt sowohl von „recht nett“ „bis hin zu geht absolut gar nicht“.

Gesamt gesehen reicht es daher auch völlig aus, wenn man diesen Animationsfilm einmal gesehen hat. Selbst ausgemachte Fans der DC-Serien dürften hier wohl einige Bauchschmerzen in Sachen Handlung bekommen. Der Film ALL-STAR SUPERMAN ist daher nicht wirklich mit einer gewissen Begeisterung zu empfehlen, es sei denn, man hat gerade 76 Minuten lang eh nicht wirklich etwas vor.

Von mir gibt es für diesen Film aus dem DC Universum daher nur schlicht einen von insgesamt fünf Punkten, denn selbst wenn ich im Leben nie wirklich mit der Figur SUPERMAN warm werde, hätte man da reichlich mehr draus machen können. Zumindest ist da bei mir langsam jegliche Hoffnung in den 76 Minuten gestorben.

All-Star SupermanDemnächst:
Das man es bei DC Animationsfilmen auch besser kann, werden wir im nächsten Artikel zu Superhelden in abendfüllenden Zeichentrickfilmen einmal genauer betrachten. Denn dort schauen wir mal, wie die Macher sich im Film GREEN LANTERN – EMERALD KNIGHTS schlagen, der mit einer Spielzeit von satten 84 Minuten daher kommt.

All-Star Superman
Regie: Sam Liu
Drehbuch: Basierend auf Joe Shuster und Jerry Siegel
Vertrieb: Warner Bros. Animated Movie
Spieldauer: 76 Minuten
Genre: Animationsfilm/Action
DVD/FSK: 12 Jahre
USA 2011

Kommentare  

#1 Andreas Decker 2016-05-16 12:41
Das muss doch die Verfilmung des 12teilers von Morrison und Quitely sein, oder? Bei der ihre Fans noch heute feuchte Augen kriegen, weils so toll sein soll?

Ich habe die Tage den Trailer zu Batman - The Killing Joke gesehen. Obwohl ich Trailer im Grunde abgesehen vom optischen Eindruck für nichtssagend halte, sah die Animation doch sehr, sehr mau aus. Das kam nicht mal annährend an die Vorlage von Bolland heran.


Ich war ein großer Fan der Paul Dini/Bruce Timm-Ära, die ja auch Harley Quinn erfunden haben. Also Batman - The Animated Series und auch Superman und Justice League. Ich kann den Letzteren normalerweise nichts abgewinnen, aber das hat schon Spaß gemacht.

Die Screenshots sehen ja sehr schlicht aus. Ich bin kein Quitely-Fanatiker, finde ihn aber nicht übel, doch das scheint auch nicht an die Vorlage heranzukommen. Ist von den Originallayouts denn noch etwas übrig geblieben?
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#2 Laurin 2016-05-16 22:53
@ Andreas Decker:

Die Comics kenne ich (ein "leider" erspare ich mir hier mal) nicht. Und "feuchte Augen" bekam ich nur, weil mir 76 Minuten Lebenszeit wegen Supie durch die Lappen gegangen sind (man wir ja zum Ausgleich auch nicht jünger).

Aber davon mal abgesehen, beim nächsten Artikel haben wir schon eine beachtliche Steigerung, was Animationsfilme zum DC Universum betrifft. ;-)
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