Leit(d)artikel KolumnenPhantastischesKrimi/ThrillerHistorischesWesternAbenteuer/ActionOff TopicInterviewsHintergründeMythen und WirklichkeitenFictionArchivRedaktionelles

Ein phantastischer Filmklassiker - Flubber aus dem All und rechte Glaubensfanatiker

Ein phantastischer FilmklassikerFolge 46
Flubber aus dem All und rechte Glaubensfanatiker

In dieser Reihe EIN PHANTASTISCHER FILMKLASSIKER werde ich ein wenig meine Schatzkammer in Sachen DVDs öffnen, in der sich neben mehr oder weniger aktuellen Filmen eben auch so manche Klassiker der Phantastik tummeln. Wir werden einen Streifzug unternehmen, in dem wir uns z.B. über Grusel, Science Fiction und Filmen im Grenzbereich der verschiedenen Genre bewegen werden. Manche SF diente dabei allerdings völlig anderen Zwecken.


Blob – Schrecken ohne Namen (The Blob)Blob – Schrecken ohne Namen (The Blob)
Steven McQueen in einem Science Fiction Film? Ja, so etwas gab es früher auch. BLOB – SCHRECKEN OHNE NAMEN war da so ein Ausreißer für McQueen, der sonst eher auf andere Genre geeicht war. Ein wenig Kultstatus hat sich THE BLOB auch irgendwie sichern können. Dies merkt man schon recht flott, wenn man sieht, wer da späterhin noch alles von profitieren wollte. Ich verweise da nur mal auf Neuverfilmungen bzw. einer Fortsetzung.

Vom Ölmulti zum Blob usw.:
Da war z.B. Larry Hagman der bereits in Sachen Ölbarone im Fernsehen einen gewissen Kult auslöste, aber auch mit einem weiblichen Flaschengeist in einer anderen Serie einen Astronauten mimte. Wer jetzt rätselt, worüber ich hier schreibe, dem empfehle ich mal, wieder in die Serien DALLAS (1978 – 1991 bzw. nochmals 2012 – 2013) oder eben noch früher in die Serie BEZAUBERNDE JEANNIE (1965 – 1970) hinein zu schnuppern. Wenn man seinen Namen nannte, dann konnten einige ja ziemlich ins grübeln kommen, nannte man aber seinen Seriennamen aus DALLAS, J.R. Ewing, dann kam auch bei den letzten der ersichtliche „Aha“ Effekt. Nun, eben dieser besagte Schauspieler drehte im Jahre 1972 unter dem Titel BEWARE! THE BLOB eine Fortsetzung von diesem SF-Klassiker THE BLOB. Es blieb übrigens auch seine einzige Regiearbeit. Fragt mich aber bitte nicht, wie gut oder schlecht diese Fortsetzung war, denn gesehen habe ich diese nie. Und 2015 hatte man doch glatt ein neues Remake angekündigt, dass nunmehr unter der Regie von Simon West umgesetzt werden soll. Was aber aus dieser Ankündigung nun geworden ist, sollte man hier besser den Produzenten Brian Witten fragen. Aktuelles hört man zur Zeit wirklich noch nicht davon, außer, dass Samuel L. Jackson mitspielen und der Film voraussichtlich 2017 in die Kinos gelangen soll.

Aber wo wir gerade bei einem Remake sind: 1988 gab es bereits eine Neuverfilmung unter der Regie von Chuck Russell. Hier spielten in den Hauptrollen Kevin Dillon und Shawnee Smith die Hauptrollen. Aber da sage ich noch etwas zu, wenn ich meine persönliche Filmkritik gegen Ende des Artikels abgebe.

SzenenfotoVon „Flubber“ zum rechten christlichen Netzwerk und zur Propaganda:
Man kennt das ja, 1997 kam Robin Williams ja mit dem Film FLUBBER daher und diese kleine runde, glitschige Masse erinnert doch sehr stark an THE BLOB, nur das der ziemlich groß wurde, je mehr Menschen er verspeiste, und FLUBBER auch um einiges lustiger war als als eben THE BLOB. Wer hinter den Machern von THE BLOB allerdings einige phantasiereichen SF-Fans vermutete, der wird hier nun recht schnell enttäuscht werden müssen. Denn THE BLOB war wieder mal ein klassischer politischer Propagandafilm seiner Zeit. Die Idee hatte nämlich ihren Ursprung in der Zusammenarbeit von Kate Phillips (Drehbuchautorin), die auch unter dem Namen „Kay Linaker“ bekannt ist und dem evangelikalen Filmschaffenden Irvin S. Yeaworth.

Spätestens wo Yeaworth ins Spiel kommt, sollt das einem schon zu denken geben, denn dieser besaß eine kleine christliche Filmfirma, die eher bekannt für religiöse Kurzfilme war, die dann den leidgeprüften US-Kindern in der Sonntagsschule um die Ohren gehauen wurden. Yeaworth und Phillips trafen sich 1957 auf dem damaligen Presidential Prayer Breakfest (mittlerweile umbenannt in National Prayer Breakfest) bzw. dem assoziierten International Christian Leadership in Washington D.C., und brüteten wohl dann etwas aus, womit sie der sogenannten Weltgefahr des „Kommunismus“ einen überbraten konnten. Man sieht also, wenn in den USA Filmschaffende sich zu einem Gebetsfrühstück oder sonstigem christlichen Firlefanz treffen, ist die Politik (in den USA) nicht weit entfernt. Schließlich will man der Welt ja seine Sichtweise mit allen Mitteln überstülpen.

Yeaworth und Phillips/Linaker dürften also kaum zur Riege der SF-Fans gehört haben, sondern nutzten dieses Genre (wie so häufig in den USA) um unterschwellig eine politische Botschaft zu transportieren, die gleichsam auch in ihre kleinkarierte religiöse Sichtweise passte. Das International Christian Leadership z.B. ist heute noch recht bekannt und umtriebig aktiv und wird von einem als THE FAMILY bekanntem rechtsgerichteten evangelikalem Netzwerk organisiert.

Der Film THE BLOB sollte also eigentlich nichts anderes, als den eher kruden Antikommunismus innerhalb der US-Politik als Botschaft in den Mainstream transportieren, wobei das alles und jeden verschlingende „Blob“ schlicht eine Metapher für den Kommunismus  darstellte. Nun wissen wir auch, warum dieses Monster „Blob“ eben in der Hauptsache nur Rot ist und keine anderen Farben hierfür auch nur in Betracht gezogen wurden. In der Propaganda, mag sie auch noch so stumpfsinnig ausgelegt sein, hat schließlich alles sein Plätzchen.

SzenenfotoUnd dann die rebellischen Teenager:
Nebenbei gesagt hatte diese Propaganda zumindest in Europa wohl nicht wirklich gefruchtet, denn hierzulande sah man in dem Film eher eine gewollte Darstellung des Generationenkonflikts der USA in den 50er Jahren.

Diese resultiert aus der Darstellung, dass es hier erst einmal Jugendliche sind, die die Gefahr aus dem Weltraum erkennen. Doch diesen schenkt man natürlich erst einmal keinen Glauben, weil Teenager ja schließlich erst einmal rebellisch und damit eben unglaubwürdig erscheinen und die bestehende Ordnung mit ihren „Scherzen“ in Frage stellen wollen. Doch kommen wir nun langsam zum Inhalt des eigentlichen Films BLOB – SCHRECKEN OHNE NAMEN, der durchaus eine, für den SF-Fan, interessante Handlungsebene bot. Fremde Wesen müssen ja nicht immer gleich auch halbwegs humanoide Gestalt aufweisen, sondern könnten durchaus auch Formen besitzen, die wir uns nicht mal im Traum ausmalen können. Lässt man den eigentlichen politisch gewünschten, aber eher dümmlichen Effekt einmal weg, trifft dann auch hier wieder zu, was so mancher SF-Film uns lehrt und mancher Wissenschaftler uns sogar bestätigen würde. Nämlich das der Erstkontakt mit einer fremden Lebensform für uns nicht unbedingt glücklich verlaufen dürfte (was wiederum jeder Indianer in den USA uns noch anhand seiner Geschichte mehr als bestätigen kann).

SzenenfotoStochere niemals in den Überresten eines Meteoriten:
Eigentlich wollte Steve Andrews nur einen romantischen Abend mit seiner Angebeteten Jane Martin am Waldrand verbringen, wo man sich auch gleich verliebt die Sterne betrachten kann. Da passiert etwas ungewöhnliches, eine Sternschnuppe entpuppt sich als Meteorit, der ganz in der Nähe der beiden Teenager einschlägt.

Natürlich ist man neugierig und versucht den Punkt des Einschlages schnellstmöglich zu finden.

Ein alter Einsiedler, der in einer Hütte im Wald lebt, hat es da schon einfacher, denn der Meteorit ist fasst vor seiner Haustür herunter gekracht. Neugierig nähert auch er sich dem kleinen, noch recht heißen Überrest des Gesteins aus dem Weltraum und stochert mit einem Ast danach. Der Meteorit zerfällt dabei und aus seinem inneren schlüpft etwas glibbriges hervor, dass sich sofort am Ast bis zur Hand des alten Mannes entlang windet. Als dieser glibbrigen Masse dies gelingt, setzen auch sogleich die Schmerzen ein. Gepeinigt versucht der alte Mann die Straße zu erreichen, denn von selbst gelingt es ihm nicht mehr, diese seltsame Masse aus dem Weltraum zu entfernen. Dabei wird er fasst von Steve und Jane überfahren, die ihn aufsammeln und gleich zum nächsten Arzt fahren wollen. Da sie in Eile sind, reagieren sie nicht auf ihre Schulkameraden, die ebenfalls mit einem Wagen unterwegs sind und glauben, Steve würde sie zu einem Wagenrennen auffordern.

Der Arzt, den Steve und Jane gerade noch abfangen können, bittet nach einer kurzen Untersuchung die beiden Teenager, wieder zum Ort zurück zu fahren, wo der Meteorit eingeschlagen ist. Niemand sollte so in die unmittelbare Nähe dieses Objektes kommen, denn bei dem älteren Mann kommt für den Arzt nur noch die Amputation des Armes in Frage.

SzenenfotoWährend der Arzt alles vorbereitet, verschlingt der BLOB jedoch sein erstes Opfer völlig. Erst die Arzthelferin entdeckt das grässliche Wesen, woraufhin der Arzt ihr zuruft, dass sie dieses mit einem Glas Salzsäure vernichten soll. Dies tut sie zwar, doch dem BLOB scheint die Säure nichts auszumachen. Im Gegenteil, nun fallen ihm auch die Arzthelferin und der Arzt zum Opfer.

Steve, der gerade zurück kommt, sieht dies am Fenster und verständigt sofort die örtliche Polizei, die nur noch die verwüsteten Räume vorfindet. Man glaubt jedoch Steve nicht, denn eigentlich sollte der Arzt längst auf dem Weg zu einer Konferenz sein und sich überhaupt nicht mehr in seiner Praxis zum angegebenen Zeitraum von Steve befunden haben.

Da man die Verwüstungen jugendlichem Vandalismus zuschreibt, nimmt man Steve und Jane mit zur Polizeiwache, wo man sie von ihren Eltern abholen lässt. Doch in der Nacht reißen beide heimlich wieder aus, um selbst Nachforschungen anzustellen. Dabei erhalten sie auch Unterstützung von ihren Schulkameraden.

Als Steve und Jane ihre Nachforschungen in einem Supermarkt beginnen, werden sie plötzlich von dem ziemlich gewachsenen BLOB gejagt. Ihr einziger Ausweg ist der Kühlraum, doch der bietet keine weiteren Fluchtmöglichkeiten und der BLOB beginnt bereits durch die Türspalten hinein zu gelangen. Doch plötzlich zieht sich der BLOB wieder völlig zurück und ergreift aufs neue die Flucht. Steve kann sich diesen Wandel nur damit erklären, dass dieses Wesen aus dem All keine Kälte verträgt.
Nun versuchen Steve und die anderen Teenager die Bevölkerung zu warnen. Ein Teil der Gruppe beginnt vor dem Kino lautstark Randale zu veranstalten, um die Polizei anzulocken, die auf ihre Anrufe sonst nicht reagieren würden.

Der BLOB wird indessen immer größer und greift nun die Menschen im Kino an. Es bricht eine Panik aus, woraufhin Steve, Jean und ihr kleiner Bruder im Keller eines Diner Schutz suchen müssen. Der BLOB beginnt daraufhin den gesamten Diner unter sich zu begraben um an seine Opfer im Keller zu gelangen. Die Waffen der Polizei lassen das Wesen hingegen völlig kalt. Erst als es Steve gelingt, der Polizei mitzuteilen, dass dieses Wesen auf Kälte reagiert, setzt man zuerst alle auffindbaren Feuerlöscher gegen das Wesen ein. Dieses zeigt Wirkung und mit vereinten Kräften beginnt man das Wesen aus dem Weltraum einzufrieren. Mit Hilfe eines Transportflugzeuges der herbeigerufenen US-Armee schafft man den nun handlungsunfähigen BLOB direkt in die Antarktis, wo dieses Wesen nicht mehr auftauen kann und somit die Gefahr gebannt ist.

SzenenfotoIn Phoenixville erinnert man sich wieder an den „Blob“:
Ja, ein kleiner Nachtrag an Wissenswertem sei mir noch gestattet, denn seit dem Jahre 2000 erinnert man sich in Phoenixville im Bundesstaat Pennsylvania wieder an den BLOB. Hier wurden schließlich damals am Colonial Theater (Kino) die Szenen am besagten Kino gedreht.

Das Kino gibt es auch noch heute und seit eben dem Jahr 2000 lässt man hier das alljährliche „Blobfest“ steigen, bei dem der Film vorgeführt wird. Am Ende der Vorstellung dieses Klassikers geht man dann allerdings nicht gesittet wieder heraus, sondern dann spielen die Zuschauer die panikartige Flucht aus dem Kino nach.

Nette Sache, sollte ich bei meinen Zahnarztbesuchen auch mal einführen.

Blob – Schrecken ohne Namen (The Blob)Meine Filmkritik:
Der Film BLOB – SCHRECKEN OHNE NAMEN ist durchaus mittlerweile zu einem Klassiker der gruseligen Science Fiction geworden, wobei er heute allerdings eher nur noch für einen gewissen Spaßfaktor sorgt. Sowohl „Schrecken“ als auch „Grusel“ halten sich bei diesem Film heute natürlich in verdammt engen Grenzen. Wer das Original als Kind nicht gesehen hatte, dürfte bei der Sichtung dieses Klassikers eher nur noch einen Lachreiz verspüren.

Das mag den Freund von klassischen Filmen etwas verwundern, doch als ich diesen Film in meiner Kindheit gesehen hatte, hatte  selbst ich es damals wohl schon schwer, mich hier zu gruseln. Der Handlungsablauf ist schon irgendwie Schema F, was man bereits als Kind/Jugendlicher bestens kannte. Die Darsteller, allen voran Steve McQueen wirken mit ihren bereits vorhandenen Falten zu alt, um wirklich noch als Teenager durch zu gehen und die Darstellung des BLOB ist irgendwie so gruselig wie Verona Pooth mit gewaltigen Lockenwicklern im Haar, kurz bevor sie ihr „Blub“ in den Rahm-Spinat von Iglo versenkt.

Nimmt man das alles zusammen, steht die Frage im Raum, warum dieser Film eigentlich in meinen Hirnwindungen hängen geblieben ist? Nun, dies lag eigentlich eher am Remake von THE BLOB aus dem Jahre 1988, der sowohl vom Inhalt, der Tricktechnik, dem Spannungsaufbau und dem Härtegrad sowie der Darsteller mehr zu bieten hatte als das Original. BLOB – SCHRECKEN OHNE NAMEN legte ich mir seinerzeit eigentlich nur aus einem eher nostalgischen Grund zu. Außerdem wollte ich ihn mir nach so vielen Jahren die ins Land gegangen sind, doch noch einmal vor meinem Ableben (irgendwann) ansehen. Denn außer das da Steve McQueen mitspielte, ist da nicht wirklich etwas von dem Originalfilm bei mir hängen geblieben. In diesem Sinne möchte ich es jedem auch hier selbst überlassen, ob dieser SF-Film nun unbedingt in die persönliche Sammlung der phantastischen Filmklassiker gehört oder nicht. Sein Kultstatus dürfte sich zumindest auch auf die USA im wesentlichen beschränken, während sich durchaus nicht wenige hierzulande an diesen SF-Klassiker erinnern, dieser aber in der Medienlandschaft (Kino/Fernsehen) schon lange keine wirkliche Rolle mehr spielt.

Auch wenn die Darsteller im Film BLOB – SCHRECKEN OHNE NAMEN sich redlich Mühe gaben, merkt man dem Film durchaus an, dass an der Umsetzung Leute saßen, die mit dem Genre eigentlich nicht wirklich viel am Hut hatten und nur ihre krude Weltsicht unterschwellig propagieren wollten. Damit jedoch wirkt der Film schlicht unfreiwillig komisch. Aus diesem Grund gestehe ich dem Film BLOB – SCHRECKEN OHNE NAMEN gerne einen Punkt für die Leistung der Darsteller zu, sowie einen zweiten Punkt für die (unfreiwillige) Komik, die er bei der erneuten Sichtung immer noch versprüht. Mehr als zwei von insgesamt fünf Punkten mag ich dem Originalfilm aber beim bestem Willen nicht zugestehen wollen, denn ein Mehr gebührt hier für mich klar dem Remake von 1988. Wer aber auf Spaß und Nostalgie steht, der macht mit dem Originalfilm letztlich auch keinen Fehler.

Ausblick:
Der eine oder andere mag sich hier vielleicht fragen, warum ich nicht einmal den oder diesen Film hier auch noch einbringe, der sich durchaus in meiner Sammlung befindet. Nun, da gibt es den einen oder anderen Klassiker, wo ich weiß, dass ich hier im Zauberspiegel schon vor längerer Zeit hierzu den einen oder anderen Artikel abgeliefert hatte. Ich nenne mal hier nur als Beispiel DAS TESTAMENT DES DR. CORDELIER, und ich versuche hier möglichst nichts doppelt gemoppeltes abzuliefern, was mir allerdings auch nicht immer gelingen könnte, da auch mein Gedächtnis mit den Jahren etwas nachlässt.

Beim nächsten Mal wenden wir uns allerdings wieder dem italienischen Horrorfilm zu, bei dem ich den Freunden der Rätselecke in meinen PHANTASTISCHEN FILMKLASSIKERN nicht wirklich viele Hinweise geben darf. Täte ich es, könnte ich auch gleich den Titel hier in Fettschrift einfügen.

Man möge sich daher mit diesen kleinen Hinweisen begnügen um die grauen (oder ergrauten) Gehirnzellen mal wieder ordentlich in Schwung zu bringen.

Der erste Hinweis ist, der Film wird schlicht von vielen auch hierzulande als Meisterwerk des Horrorfilms gehandelt. Die Darsteller (kleiner Nebenhinweis), viele davon sind weiblich, dürften von ihren Namen her allerdings nicht unbedingt zur ersten Garde gehören, denen man den Stempel „internationaler Filmstar“ aufdrückt. Ein männlicher Darsteller dürfte allerdings doch mehr als recht bekannt sein bei den Lesern des Zauberspiegels, und das ist Udo Kier.

Der ganze Film liegt mir sowohl als DVD wie BD in einer limitierten Edition und in einer erstmalig restaurierten High Definition Fassung vor. Wobei die Laufzeit der ungekürzten Fassung (in beiden Fällen) variiert mit 99 Minuten (BD) sowie 95 Minuten (DVD). Was die Altersfreigabe angeht, so beschränkt sich das ganze schlicht darauf, dass der Film innerhalb Deutschlands ungeschnitten mit Sicherheit nicht unter 18 Jahren zu bekommen ist, auch wenn ich hier persönlich die zögerliche Haltung hinsichtlich einer Herabstufung der Altersfreigabe nicht wirklich nachvollziehen kann. Aber das hängt ja schließlich in unserem Lande von dem gerade vorhandenen Gefühlsleben unserer wackeren Jugendschützer ab, bei denen wohl als einzige gesicherte Erkenntnis übrig bleibt, dass sie auf Kosten der Steuerzahler bei ihrer (nun ja, nennen wir es mal) Arbeit zumindest Kaffee und Kuchen frei haben dürften.

Einen kleinen Zusatzhinweis gebe ich euch aber doch noch mit auf den Weg, damit ihr mir nicht anfangt zu maulen: Die Anfangsbuchstaben von Vor- und Nachnamen des Regisseurs und Drehbuchautors sind A und D, obwohl ich bei der tatsächlichen Reihenfolge jetzt nicht zu verbissen auf diese zwei Buchstaben blicken würde.

Und? Alles soweit Unklar? Fein, dann sehen wir uns ja nächsten Samstag wieder wenn ich mein Archiv der PHANTASTISCHEN FILMKLASSIKER hier wieder einmal öffne.

Blob – Schrecken ohne Namen (The Blob)
Blob – Schrecken ohne Namen
(The Blob)
mit Steve McQueen, Aneta Corsaut, William Earl Rowe, Olin Howland, Alden „Stephen“ Chase, John Benson, Pamela Curran, Vincent Barbi, Audrey Metcalf, Jasper Deeter u.a.
Regie: Irvin S. Yeaworth
Drehbuch: Kay Linaker
Genre: Science Fiction
Laufzeit: 79 Minuten
DVD/FSK: 12 Jahre
Vertrieb: ALIVE
USA 1958

 Zum ersten Artikel -  Zur Übersicht

 

Kommentare  

#1 Andreas Decker 2016-05-21 12:53
Ja, die Teenager sehen hier schon ganz schön alt aus. Dabei scheinen sie alle einem Werbeplakat fürs Militär entsprungen zu sein. Vergleicht man das mit einem nur wenig jüngeren Corman-Film, sah das dann schon ganz anders aus. Die Kids scheinen nicht mal gewusst zu haben, was ein Joint ist ;-)

Trotz aller Motive der Filmemacher muss man staunen, wie zeitlos die Story ist. Wie viele Filme gab es danach, in denen der Glibber aus dem All Leute verputzte? Amerikanischer Kleinstadthorror. Da weiß man, wo King seine Ideen her hatte.

Schöne Rätselecke :lol: Uns Udo und A+D? ;-)

Ich bin gespannt, ob du etwas zu der BD-Version zu sagen hast. Du meinst doch die von 84 Entertainment? Ich habe nur die englische DVD und kann mich nicht wirklich durchringen, ihn noch mal zu kaufen, obwohl das Bild ja sehr schön und der AK gut sein soll.
#2 Laurin 2016-05-21 13:46
@ Andreas Decker:
Ja, die gute BD-Version von 84 Entertainment. Da werde ich mir mal Mühe geben. ;-)

Unsere evangelikalen Propagandisten lebten (und sind es selbst noch heute) ja geistig irgendwo auf einer Parallelerde, da passt der korrekte Haarschnitt (Marke Schützengraben einfach) und Joints werden konsequent durch Hostien in Tarnfarben ausgetauscht. Und ganz besonders ist in BLOB - SCHRECKEN OHNE NAMEN die Szene am Anfang zu beachten mit dem jungen Paar beim gucken vom Sternenhimmel. Nicht der kleinste Funke Erotik zwischen den beiden. Man könnte glatt glauben, die Teenager kriegen in den USA nur beim Spinat essen eine Art Ersatzorgasmus. Schon lustig das sie dabei eine Story zusammen gebastelt haben, die durchaus ein gewisses Potential für das phantastische Genre besitzt. Darauf eine Pulle Messwein ... Prost! :lol:
#3 Toni 2016-05-21 15:25
Das scheint heute wieder ein Themen-Tag ( Luif mit seiner Haut) zu werden: Die Schleimberge greifen an. Was haben die damals für ein Zeug benutzt? Götterspeise?

Wer weiß, was in den Camouflage-Hostien drin war. Space Cakes können ja auch dröhnen und sie sind unauffälliger weil weniger Rauch :lol: ...wenn man 1 Stunde Zeit hat auf die Wirkung zu warten...
#4 Friedhelm 2016-05-21 15:36
Erstmal .... " so im Vorbeigehen..."

was den Ausblick betrifft: Müsste es nicht "D" (Vorname) und "A" (Nachname) sein...

und ist besagter Film nicht Teil einer Trilogie??
Kann natürlich sein, dass ich jetzt vollends "ins Klo gegriffen.." habe...
#5 Laurin 2016-05-21 16:08
@ Toni:
Die Dröhnung fing bei denen an, wo sie die Augen am Morgen aufschlugen und endete wieder, wenn das Sandmännchen ihnen mit der Schaufel am Abend einen übergebraten hat. :lol:
Aber stimmt, passt wieder irgendwie heute. ;-)

@ Friedhelm:
Ich sagte ja oben, nicht an der Reihenfolge der jeweiligen Buchstaben festbeißen. Aber die Version "D" und dann "A" gefällt mir schon gut. Und mit der Trilogie bist du auch nahe dran, auch wenn dazwischen immer verdammt viel Zeit verstrichen ist. :-*
Der Film von nächste Woche kann aber locker eigenständig stehen, denn das Bindeglied ist ja irgendwas mit "Mom, Mama oder Mutter" (oder war es doch die Schwester :P ).
#6 Friedhelm 2016-05-21 18:31
Wie bereits das letzte Mal erwähnt habe, konnte ich den "Blob" in der zweiten "Siebziger-Hälfte" bei uns im Kino sehen. Das hiess er dann "Angriff aus dem Weltall.."

Ich fand den Streifen zu dieser Zeit schon recht "drollig" - und irgendwie kam mir McQueen als rebellierender Teenager schon damals etwas fehlbesetzt vor. Aber als nostalgischer Filmfan schiebe ich ihn ab und an doch noch in den Player.

",,,,Es blieb übrigens auch seine einzige Regiearbeit..."

Stimmt nicht ganz - wenn man die TV-Regie mit berücksichtigt. Hagman hat, z.B., einige Folgen seiner Serien "Bezaubernde Jeannie" und "Dallas" inszeniert.
Was nun die reine Filmregie betrifft, da hast du natürlich recht - "Blob II" blieb seine einzige Regiearbeit.

Was diese Fortsetzung betrifft, so meine ich allerdings zu wissen, dass es sich hier um eine Komödie handelt. Und, wenn ich mich recht entsinne, dann hat das Ding nie eine deutsches Kino-Release erlebt.

Beim Remake von Chuck Russel bin ich damals irgendwie davon ausgegangen, dass es eine Fortsetzung geben würde. Immerhin sah das Ende danach aus.. Und zumindest mir stellt sich die Frage, ob es vom "Original-Blob" jetzt wieder ein Remake braucht. Ich bin fast davon überzeugt, dass es nicht sein muss
#7 Laurin 2016-05-21 20:19
@ Friedhelm:
Das mit der Regiearbeit bezog sich hier auch generell auf einen abendfüllenden Film. Da stimmt das schon. BLOB 2 habe ich aber auch nie gesehen und kann da wirklich nichts zu sagen.

Das der Originalfilm in der zweiten Hälfte der 70er nochmal in die Kinos kam wundert mich aber etwas, denn ich kann mich noch daran erinnern, dass ich ihn schon im Fernsehen gesehen hatte als ich noch zur Schule ging (also eher erste Hälfte der 70er). Und für einen nostalgischen Filmabend ist er natürlich nicht verkehrt. ;-)

Ob es nun wieder ein Remake vom Originalfilm geben muss, die Frage stelle ich mir da auch ernsthaft. Wenn, dann würde ich (etwa wie ein Koch) die Zutaten nehmen und diese in neuer, anderer Form umsetzen. Aber ein Remake ist natürlich einfacher bewerkstelligt, denn man muss die Handlung im groben ja nur noch der Zeit anpassen. Also wieder mal eine typische US-Produktion, bei der man nicht von Grund auf neu ran gehen muss. Ist eben einfacher.
#8 Friedhelm 2016-05-21 20:57
Zitat:
Das der Originalfilm in der zweiten Hälfte der 70er nochmal in die Kinos kam wundert mich aber etwas,
Also, mich wundert das gar nicht - da kann ich noch andere Beispiele nennen: z.B. "King Kong/1933, den ich nach einer TV-Austrahlung dann ca. 1972/73 wieder nachmittags im Kino sehen konnte.

Ähnlich verhält es sicht mit dem deutsch/italienischen "Perry Rhodan - SOS aus dem Weltall". Der lief in den frühen Siebzigern, an einem Samstag, ab 22 Uhr, in der ARD - und ca. 3 Jahre später in unserem Kino, in der Jugendvorstellung..

"Blob" hatte damals halt diesen deutschen Alternativtitel - und das ist ja auch nicht neu.
Gibt ja viele Streifen, die unter anderem Titel immer wieder eingesetzt wurden.

Nun denn, eines der Mysterien des Filmverleihs...
#9 Laurin 2016-05-22 12:56
@ Friedhelm:
Hast recht, habe ich völlig verdrängt das es ältere Filme auch im Kino noch mal schafften. In Leverkusen/Opladen (lange ist es her) im Kino (die hatten mal zwei fasst gleich nebeneinander) kam das in der Jugendvorstellung vor.

Bei "Perry Rhodan - SOS aus dem Weltraum" dürften wir zumindest zum gleichen Zeitpunkt am besagten Samstag vor dem Fernseher gesessen haben. ;-) Denn im Kino ist der an mir wohl schlicht vorbei gegangen.
#10 Friedhelm 2016-05-22 15:19
"...(die hatten mal zwei fasst gleich nebeneinander) kam das in der Jugendvorstellung vor..."

Bei war's auch "Jugendvorstellung" - obwohl ich da 16 oder 17 Jahre alt war.

Bei uns in Aurich hatten wir tatsächlich - bis zum Ende der 70er - zwei grosse Kinos, die am Marktplatz nebeneinander standen - und durch einen Notausgang verbunden waren, den ich (und Kumpel) gerne mal genutzt haben, um für ein Kino den Eintritt "zu sparen.."
Die sind von einem Pächter betrieben worden..

Und dann gab da noch eins, dass von einem älteren Pärchen betrieben wurde.

Sorry, aber musste ich einfach mal "erzählen" - weil's einfach eine schöne Zeit war.
#11 Laurin 2016-05-23 00:05
@ Friedhelm:
Ja, war schon schön früher.
Zwischen denen in Leverkusen/Opladen lag nur noch eine Pommes Bude. Wobei der erste zwei Kinoräume hatte und der zweite (ich glaube) drei. Letzterer machte auch die Jugendvorstellungen. Als unser Kino in Burscheid abgerissen wurde (für'n Aldi), waren das die günstigsten Anlaufpunkte. Die sind aber auch schon nicht mehr da und jetzt muss man fürs Kino bis nach Leverkusen rein fahren.

Der Gästezugang für Kommentare wird vorerst wieder geschlossen. Bis zu 500 Spam-Kommentare waren zuviel.

Bitte registriert Euch.

Leit(d)artikelKolumnenPhantastischesKrimi/ThrillerHistorischesWesternAbenteuer/ActionOff TopicInterviewsHintergründeMythen und WirklichkeitenFictionArchivRedaktionelles

Wir verwenden Cookies, um Inhalte zu personalisieren und die Zugriffe auf unsere Webseite zu analysieren. Indem Sie "Akzeptieren" anklicken ohne Ihre Einstellungen zu verändern, geben Sie uns Ihre Einwilligung, Cookies zu verwenden.