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Der Hölle kannst du nicht entliehen! - The Green Inferno

The Green InfernoDer Hölle kannst du nicht entfliehen!
The Green Inferno

Wie wir bereits schon einmal in der Reihe DER PHANTASTISCHE FILMKLASSIKER lesen konnten, feierten die Kannibalen-Filme damals nur eine relativ kurze Hochzeit in den Kinos und im Horrorgenre.

Da wurde es doch langsam mal wieder Zeit, wie schon damals während der ersten Zombie-Welle, die Kannibalen wieder auszugraben.


The Green InfernoSchließlich toben sich die Zombies ja auch seit einigen Jahren wieder redlich im Kino und dem Fernsehen aus.

Was die Kannibalen anging, waren damals ja die Italiener richtig rührig darin, junge Menschen in die südamerikanischen Regenwälder zu entführen um sie dann auf den Speiseplan der dortigen Ureinwohner zu setzen. Nur in Italien scheint zur Zeit das Horrorgenre allgemein wohl gerade nicht wirklich ganz oben auf der Agenda zu stehen.

Manches von damals - auch im Bereich Zombies – hatte dabei auch schon mal einen gewissen Trash-Faktor zu bieten, wenn man sich in Bella Italia hinter die Filmkamera schwang. Doch im Moment scheint es nicht viele zu geben, die dort mutig genug wären, sich diesem Risiko zu stellen um vielleicht einen internationalen Durchbruch zu erreichen.

Auch in anderen Ecken der Welt lässt sich kaum ein Name nennen, sei es ein Produzent oder ein Regisseur, der prädestiniert genug wäre, sich dem Thema Urwald, Abenteuer und Kannibalen nochmals anzunehmen. Da kann man fasst froh sein, dass es einen Filmemacher und Horrorfreund gibt, der den Hintern in der Hose hat, um dieses Thema wieder aufzugreifen. Sein Name ist Eli Roth.

Eli RothSeine Filme spalten, lassen aber niemanden kalt:
Für die Fans ist der Name Eli Roth schon fasst Programm für Horror der erfrischenden Art. Andere schlagen bei der einfachen Nennung seines Namens schon mal die Hände über den Kopf. Dabei hat er noch nicht einmal wirklich viele Langspielfilme unter seiner alleinigen Federführung auf seinem Konto. Ein sicherer Anhaltspunkt also, dass Eli Roth sich mit seinen Filmen recht intensiv ins Hirn der Horrorfans (aber auch seiner Kritiker) eingebrannt hat.

Im Jahre 2002 tauchte der Name Eli Roth zum ersten mal auf, als sein erster Kinofilm CABIN FEVER Furore machte, in dem er auch gleich selbst einen Cameo-Auftritt als Camper Justin einbaute. Auch sein Bruder Adam Roth konnte eine kleine Nebenrolle in diesem Film sein Eigen nennen. Ein wenig begann Eli Roth auch die Zuschauer gleich weltweit zu spalten in die, die in ihm einen begnadeten Genre-Regisseur erblickten und denen, die manche Szenen dann doch als etwas zu überzogen Brutal betrachteten. Doch die Welt ist eben nicht einfach gestrickt und so muss man auch mit manchen bösen Kritiken leben. Eli Roth kann dies mit Leichtigkeit und auch in der Gewissheit, dass es genügend Fans gibt, die eben genau wegen seines Stils in die Kinosäle sprinten. So war sein Name nach CABIN FEVER recht schnell keine Unbekannte mehr auf der Rechnung des Horrorfilms.

2005 folgte dann sein nächster – man muss schon sagen – Geniestreich mit dem Film HOSTEL, der seinen Namen endgültig zu einem Markenzeichen für beinharten Horror werden lies. Es folgte bald darauf dann 2007 mit HOSTEL 2 eine Fortsetzung wiederum unter der Regie von Eli Roth, der sich im Bereich Splatterfilme sehen lassen konnte.

Nichts, bis eben auf die Grundidee, hatte Eli Roth jedoch mit HOSTEL 3 zu tun, der unter der Regie von Scott Spiegel 2011 faktisch für die direkte DVD-Verwertung umgesetzt wurde. Auch der dritte Teil ist nicht schlecht, wirkte allerdings eher wie ein Mix aus eben den Zutaten, die Eli Roth so perfekt in HOSTEL und HOSTEL 2 zubereitet hatte.

Das Eli Roth sehr präsent wirkt, dürfte auch daran liegen, dass er seine Finger auch in weiteren Projekten hatte. Zu nennen wäre da ein Kurzfilm im Film und seine eigene kleine Rolle in INGLOURIOUS BASTERDS oder der Neflix-Serie HEMLOCK GROVE, hinter der er auch die Fäden mit zieht. Bei DER LETZTE EXORZISMUS taucht Roth dann als Produzent auf, wobei wir auch nicht AFTERSHOCK vergessen wollen. Und für Las Vegas erfand er das einjährige Spektakel GORETORIUM, was man an anderer Stelle als eine Art „Disneyland des Horrors“ bezeichnete.

Mit THE GREEN INFERNO legte Eli Roth 2014 seinen vierten Langfilm vor, in dem er sich dem Thema Amazonas, Ökologie und Kannibalismus  annimmt (von dem übrigens wohl auch ein Sequel geplant ist).

The Green InfernoKleine Veränderungen zu den klassischen Vorgängern:
Um die damaligen Kannibalen-Filme etwas aufzupeppen wurden sie mit reichlich nackten Tatsachen und Sex garniert, weshalb sie von manchen schon als eine etwas morbide pornographische Variante des Horrors betrachtet wurden. Eli Roth macht hier indessen einige Zugeständnisse an die US-Filmindustrie, indem er vieles eher eindeutig nur andeutet oder so manchen weiblichen Nippelblitzer durch einige Tricks vermeidet.

Die Story selbst ist dabei nicht unbedingt verworren für den Zuschauer und das eine oder andere Klischee wird hier ebenfalls bedient. Doch schafft Eli Roth hier nicht nur eben mal einen Kannibalen-Film, sondern auch eine Hommage an die ehemaligen Klassiker dieses Subgenre, so das man einfach nicht an bestimmten Klischees herum kommt (warum auch nicht?).

Der Film könnte auf Dauer gesehen aber durchaus auch zu einer kleinen Wiederbelebung eben dieses Subgenre führen, was nun auch nicht schlecht wäre, denn die Horden der Menschen fressenden Untoten (auch Zombie genannt), reizen mittlerweile doch schon eher zum gähnen statt durch einige Überraschungen noch wirkliche Spannung zu erzeugen. Nicht das hier im Filmbereich alles schlecht umgesetzt wäre in Sachen Zombies, aber die schiere Masse (in allen medialen Formen) schafft dann doch eine gewisse Übersättigung im Horrorgenre, die langsam durchbrochen werden sollte, um anderen Möglichkeiten im Genre Platz zu machen.

The Green InfernoUnd hier setzt Eli Roth durchaus einen passenden Hebel an und weiß den Zuschauer nunmehr auch rund 101 Minuten lang vor dem Bildschirm (DVD/Blu-ray) zu fesseln. Dabei sei aber auch hier darauf hingewiesen, dass Blut in reichlichen Mengen fließt und die Story so einige bitterbösen Szenen aufweist, die Menschen mit bekanntlich schwachem Magen nicht wirklich gut bekommen. Doch handelt es sich hier eben nicht um eine reine Aneinanderreihung von Gewalt und Ekelszenen, denn die sind eben recht flüssig und gut in der eigentlichen Handlung eingebettet. Und die klassische, unterschwellige Kritik am zerstörerischen Wesen der Industriestaaten gegenüber den letzten intakten Ökosystemen dieses Planeten durfte natürlich auch nicht fehlen. Letzteres darf man hier allerdings nicht nur durch die Brille der Hommage betrachten, denn an diesem Übel des Kapitalismus hat sich bekanntlich seit den damaligen Filmen um die letzten Kannibalen im Urwald absolut nichts geändert.

Recht schön an der Aufmachung für das heimatliche Heimkino sind auch die kleinen informativen Interviews (Eli Roth und Lorenza Izzo) und Beiträge zum Dreh des Films THE GREEN INFERNO. Hat es sich Eli Roth doch nicht nehmen lassen, den Film direkt im Amazonas zu drehen, wobei auch echte Eingeborene sich perfekt in Szene setzen. Besonders die Kleinsten im Dschungeldorf hatten bei den Dreharbeiten ihren Spaß, wenn sie z.B. mal die nächste Klappe für den Dreh der nächsten Szene betätigen durften. Man kann hier fasst schon in diesen kleinen Zugaben fasst körperlich spüren, wie Filmteam, Schauspieler und Ureinwohner sich über den Dreharbeiten zum Film sichtlich näher gekommen sind. Doch wer da mal einen Blick hinter die Kamera tun möchte, der sollte sich den Film samt kurzen Zusatzmaterialien einfach mal selbst ansehen. Kommen wir hier nun zum eigentlichen Film und seine Handlung, die wir einmal anreißen wollen.

The Green InfernoEin böses Spiel um die Ökoguerilla und das Gesetz der Wildnis:
Die junge Studentin Justine ist zutiefst entrüstet darüber, dass es in manchen Kulturen noch immer zu Genitalverstümmelungen an jungen Mädchen kommt. Liebend gerne würde sie sich hier engagieren um diesem barbarischen Treiben etwas entgegen setzen zu können. Das imponiert dem Studenten Jonah, der sie mit einer Gruppe von Ökoaktivisten zusammen bringt, die im Amazonas eine kleine Guerillaaktion planen, um das überleben eines Eingeborenenstammes zu sichern. Die  und deren Lebensraum wird nämlich durch einen skrupellosen Konzern bedroht, der mit schwerem Gerät große Teile ihres Lebensraumes in Peru zu roden versucht.

Doch das erste Zusammentreffen von Justine mit dem selbsternannten Oberrevoluzzer Alejandro verläuft nicht gerade freundschaftlich.

Aber Justine hat Feuer für die Aktion gefangen und setzt nun alles daran, bei dieser Aktion mitzumachen.

Als die Gruppe der Umweltaktivisten dann zur Tat schreitet, kommen Justine jedoch die ersten Zweifel an der Aufrichtigkeit von Alejandro. So scheint der Typ, der die Aktion mit unterstützt, eher eine Art Drogenhändler zu sein, der hier auf eigene Rechnung agiert und auch Alejandro selbst bleibt für sie eine eher undurchsichtige Figur, die jedoch von den anderen Studentinnen und Studenten förmlich vergöttert wird.

Die Aktion, bei der man sich bei den Arbeitern des Konzerns im Urwald einschleicht, eine Sprengladung legt und sich an den schweren Maschinen kettet, scheint für Justine schief zu laufen. Sie kann das Schloss an ihrer Kette nicht schließen und man droht sie zu erschießen, wenn die anderen ihre Aktion nicht umgehend beenden. Nur die Tatsache, dass die anderen alles per Handy direkt übermitteln, sorgt dafür, dass es nicht zum schlimmsten kommt. Die Aktion gelingt, die übermittelten Bilder sorgen dafür, dass der Konzern sein Vorhaben einstellen muss und mit einer Handvoll Schmiergelder befindet sich die Gruppe der Aktivisten bald wieder in Freiheit. Für Justine bleibt jedoch ein ungutes Gefühl, denn dass sie sich nicht wie die anderen anketten konnte und so direkt zur Zielscheibe wurde, war von Alejandro und seiner Freundin kaltblütig geplant gewesen um das passende Filmmaterial zur Übermittlung zu erhalten.

Justine würde sich am liebsten wieder ihrem Studium hingeben und die Gruppe um den selbstherrlichen Alejandro verlassen, doch dazu muss erst der Rückflug überstanden werden.

Hier jedoch geht etwas schief und eine Explosion im Motor sorgt für eine gefährliche Bruchlandung mitten im Dschungel von Peru, bei der es die ersten Toten zu beklagen gibt.

Kaum scheint man das erste Grauen überwunden zu haben, sehen sich die geschockten Studentinnen und Studenten durch die Eingeborenen des Stammes bedroht, die sie eigentlich zu schützen glaubten. Diese bringen nicht nur Alejandros Freundin um, sondern betäuben die anderen mit Pfeilen aus ihren Blasrohren und verschleppen sie in ihr Dorf am Fluss. Denn für die Eingeborenen sind sie nichts weiter als weitere Eindringlinge, die ihren Lebensraum bedrohen.

Mit Schrecken müssen Justine und die anderen miterleben, wie die Eingeborenen Jonah auf grausame Weise verstümmeln und förmlich bei lebendigem Leibe schlachten. Nur Alejandro scheint hier immer noch seinen Nutzen daraus ziehen zu wollen. Und während die anderen mit ansehen müssen, wie die Eingeborenen Jonah verspeisen, kommen sie auch hinter das perfide doppelte Spiel, dass Alejandro mit ihnen gespielt hat. Schließlich ist es auch er, der kaltblütig darauf hofft zu überleben, während seine Mitaktivisten einer nach dem anderen mit der Zeit getötet und verspeist werden würden. Doch Justine setzt alles daran, um die grüne Hölle nicht nur zu überleben, sondern ihr auch zu entkommen. Doch Flucht scheint völlig unmöglich zu sein.

The Green InfernoMeine kritische Betrachtung:
Hier wollen wir den Einblick einmal beenden, denn was den einzelnen Aktivisten und Justine noch bevor steht, sollte sich jeder selbst im Film ansehen. Man will hier ja auch nicht die besten Szenen der Handlung spoilern.

Schlicht gesagt lohnt es sich jedoch, bei diesem Film einen Blick zu riskieren, denn die Spannung bleibt über die gesamte Spielzeit recht hoch und das Ende hält ebenfalls eine kleine makabere Überraschung seitens Justine parat, die ich aber auch nicht verraten möchte. Ob diese jedoch einen wirklichen Nutzen hat, darf in der Schlussszene ebenfalls nochmal dahin gestellt sein, denn nie läuft alles so glatt, wie man es gerne hätte.

Eli Roth jedenfalls gelingt mit diesem recht spannenden Film eine perfekte Verbeugung vor den Klassikern des Subgenre, dass besonders durch Namen wie Ruggero Deodatos (CANNIBAL HOLOCAUST – NACKT UND ZERFLEISCHT, 1980) oder Umberto Lenzi (DIE RACHE DER KANNIBALEN, 1981) geprägt wurde.

Zwar geht es auch hier recht blutig zu und an harter Gewalt an den richtigen Stellen mangelt es auch nicht, doch in Sachen Sex schaltet Eli Roth dann doch einige Gänge zurück und auch die Bilder an sich sehen eher etwas wie auf Hochglanz getrimmt aus. Das macht diesen Film nicht schlechter, zumal manche Aufnahmen z.B. des Urwaldes dadurch durchaus recht ansprechend wirken.

Dies nimmt dem ganzen jedoch dann allerdings etwas von dem rauen und eher schmutzigen Charme der damaligen Filme um das Thema Kannibalismus im Regenwald, der diese durchweg um einiges authentischer wirken lies. Dies kann man dann doch als ein Manko dieser Filmproduktion ansehen. Andererseits muss man aber wiederum sagen, dass die Effekte durchweg realistisch aussehen und nicht gnadenlos nach CGI riechen (um es mal so zu umschreiben). Auch das recht gelungene und ziemlich makabere Ende wusste dann noch bestens zu überraschen.

Sieht man aber mal von eben diesem rauen und schmutzigen Charme einmal ab, den die Italiener damals Anfang der 1980er einfach perfekt drauf hatten, dann bleibt unter dem Strich immer noch ein höchst sehenswerter Beitrag zu diesem Subgenre des Horror, der auch von dem perfekten Spiel aller Darsteller gespeist wird. In diesem Sinne ist es eben dann doch kein reiner Zufall, dass der Name Eli Roth sehr schnell fällt, wenn es um den modernen Horrorfilm und seine Möglichkeiten geht.

Ziehe ich also einen Punkt ab, weil ich eben auch diesen rauen Charme liebe, den die früheren Filme versprühten, so komme ich insgesamt immer noch auf sehr gute vier von fünf Punkte, die ich persönlich dem Film THE GREEN INFERNO gerne zukommen lasse.

The Green InfernoThe Green Inferno
(The Green Inferno)
mit Lorenza Izzo, Magda Apanowics, Ariel Levy, Daryl Sabara, Sky Ferreira, Kirby Bliss Blanton, Aaron Burns, Ignacia Allamand, Nicolas Martinez, Richard Burgi, Matias Lopez, Stefano Villabona, Antonietta Pari, Tatiana Panaifo, Ramon Llao u.a.
Regie: Eli Roth
Drehbuch: Eli Roth, Guillermo Amoedo, Nicolas Lopez
Genre: Horror/Ökothriller
Laufzeit: 101 Minuten/Director's Cut
DVD/FSK: 18 Jahre
Vertrieb: Constantin Film
USA/Kanada/Chile 2014

Kommentare  

#1 Andreas Decker 2016-04-27 15:53
Justine, ernsthaft? Wie meta.

"Cabin Fever" fand ich auch noch ganz witzig auf seine schlichte Weise. Aber ansonsten kannst du mich mit Roth jagen. Ich gehöre zu den Leuten, die "Hostel" für plotlos und überflüssig halten. Eine mehr als hauchdünne Story und die Fetischisierung der Folter, fertig ist der Möchtegernskandal. Da kann man auch eine Stunde im Schlachthaus filmen, schockt das Durchschnittspublikum genauso. Und mal ehrlich, wenn man mit Schnitten oder strategisch platzierten Ellbogen die Nippelblitzer vermeidet, aber bei der Gore die Kamera draufhält, wie verlogen ist das denn?

Ich habe von dem Film ein paar schöne Verrisse gelesen. Oft nach dem Motto "Kannibalenfilm auf Mainstream getrimmt." Scheinen ja nicht ganz falsch zu liegen :-)

"Bone Tomahawk" schon gesehen? Ein Kannibalenwestern ist doch mal was anderes 8)
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#2 Laurin 2016-04-27 21:05
@ Andreas Decker:
Nun ja, bei den HOSTEL Filmen (habe alle drei vorliegen) gehen unsere Geschmäcker ja enorm auseinander. Aber wie gesagt, jedem so wie er es mag, wir können ja nicht alle das gleiche mögen. Zu THE GREEN INFERNO habe ich auch die Verrisse gelesen, wobei ich mich bei manchen aber auch gefragt habe, ob wir da gerade den gleichen Film gesehen haben. Ich fand ihn jedenfalls sehr erfrischend und was die Nippelblitzer angeht, da spielt der politische Mainstream in den USA eine nicht unwesentliche Rolle. Gewalt, da regt sich in den USA niemand auf, aber Sex ist bei denen ja fasst schon eine Todsünde und wenn du nicht in sogenannten Hinterzimmer-Kinos in den USA platziert werden willst, dann muss man da wohl mit den Wölfen heulen. Ist wie du sagst verlogen, aber das liegt an der christlich-moralischen Rückendwicklung in den USA, die manche Medien ja auch hier schon nutzen, wenn sie von jedem Nippelblitzer eines weiblichen Filmstars faseln, als würde danach die Welt einstürzen. Wenn ich da manches von solchen Würdenträgern (z.B. aus der Politik) in den USA lese, was die so absondern (nicht nur im Hinblick auf Sex oder Nippel), dann kommt mir manchmal ein christlich-radikaler Taliban in den Sinn. Insgesamt ist man aber in den USA immer etwas auf Mainstream getrimmt gewesen, was besonders auffällt, wenn die dort Remakes von Filmen aus Europa abdrehen. Da sieht man das oft recht schön.
"Bone Tomahawk" habe ich noch nicht gesehen, muss aber auch sagen, dass ich die Mischung von Themen wie Kannibalismus und Western schon für einen ziemlichen Trash halte, den ich mir nicht antun möchte (ähnlich wie diese Grusel-Western-Heftchen). Da hört dann der Spaß bei mir irgendwie auf. Stelle mir zumindest das so vor wie dieser Alien-Western-Film, in dem Daniel Craig mitspielte. Ich glaube der hieß "Cowboys und Aliens". Da haben gut 30 Minuten bei der Fernsehausstrahlung gereicht und ich hatte genervt umgeschaltet. Ist halt wiederum nicht mein Ding. ;-)
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#3 Andreas Decker 2016-04-28 11:53
zitiere Laurin:

"Bone Tomahawk" habe ich noch nicht gesehen, muss aber auch sagen, dass ich die Mischung von Themen wie Kannibalismus und Western schon für einen ziemlichen Trash halte, den ich mir nicht antun möchte (ähnlich wie diese Grusel-Western-Heftchen). Da hört dann der Spaß bei mir irgendwie auf. Stelle mir zumindest das so vor wie dieser Alien-Western-Film, in dem Daniel Craig mitspielte. Ich glaube der hieß "Cowboys und Aliens".


Da schleiche ich auch noch drum rum. :lol: Einerseits Kurt Russel und Lili Simmons, andererseits ist das Genre auch bei mir extrem durchwachsen. Die Gruselwestern von Joe Lansdale haben mir immer gefallen, viele andere nie. Der Macher von BT hat ein paar sehr abgefeierte Western geschrieben, aber die wirklich interessanten sind vergriffen und überraschenderweise sehr teuer. Mal sehen.
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#4 Postman 2016-04-28 12:51
Mir gingen die Darsteller so etwas von auf den Geist (besonders der dümmliche Anführer mit seinem Schwachsinns-Ökoplan, weshalb ich hoffte dass dieser zeitnah draufging) und selbst die hübsche Hauptdarstellerin hatte wegen des schlechten Drehbuchs und der Dialoge am Ende des Films mehr zu tun ihre kümmerliche Oberweite zu bedecken, als größere schauspielerische Leistungen zu bringen.
Getoppt wurde dies nur von der alten Kannibalen-Vettel. Als der Farbige starb, war das selbst für meine Sehgewohnheiten ein starker Tobak, denn die Spezialeffekte sind in deutsche unzensiert und sehr detailliert. Also nicht für Jemand mit schwachen Magen, wobei Kannibalenfilme im wahrsten Sinne des Wortes schon immer "Geschmackssache" waren.
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#5 Laurin 2016-04-28 19:54
Das mit dem "schwachen Magen" ist auch so eine Sache. Ich hatte dabei etwas Käse und ein großes Stück Knoblauchwurst geknabbert. :lol:
Aber auch Mägen sind ja glücklicher Weise verschieden. ;-)
Und was den "starken Tobak" angeht, Postman, da stehe ich ja so was von drauf. :-)
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