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Magnum und Arachniden - Runaway – Spinnen des Todes

Runaway - Spinnen des TodesMagnum und Arachniden
Runaway – Spinnen des Todes

An Robotern hat sich die Science Fiction weidlich schon immer abgearbeitet. Mal kommen sie als willige Helferlein daher, oder sie werden zu einer tödlichen Gefahr. Mal ist es die künstliche Intelligenz, die zu einer Gefährdung führt oder ein andermal ist es eine falsche bzw. fehlerhafte Programmierung.

Das hinter einem Roboter, der völlig ausrastet auch System stecken kann, daran wagte man sich zuerst nicht so recht heran.


Runaway - Spinnen des TodesDas änderte sich allerdings schnell mit den Jahren und ab und an kamen hier so auch einige Perlen hervor, die die SF in allen Medienformen bereichern konnte. Und seien wir mal ehrlich, so weit weg ist diese Zukunft eigentlich nicht mehr, die uns Michael Crichton mit dem Film RUNAWAY – SPINNEN DES TODES aus dem Jahre 1984 präsentierte. Aber mal langsam, ich muss gerade meine Füße hochheben, weil mein kleiner Staubsauger-Roboter gerade in Richtung Schreibtisch unterwegs ist. Gut, der kleine Haushaltshelfer war flott fertig, also kommen wir jetzt auch gleich zur Handlung.

Außer Kontrolle oder bewusst fehlgeleitet?
Sgt. Jack R. Ramsay hat eigentlich einen recht netten Job bei der Polizei. Er kümmert sich in seiner Spezialeinheit um Roboter, die durch einen Defekt, einer Beschädigung oder unsachgemäßer Reparaturen schlicht außer Kontrolle geraten sind.

Das er diesen Posten inne hat, liegt auch etwas an seiner Akrophobie, was schlicht heißt, dass Ramsay eine panische Angst vor großer Höhe entwickelt. Da es aber in seinem Job auch schon mal nach oben gehen kann, ist er nicht gerade negativ darin eingestellt, einen Partner zugewiesen zu bekommen. Und in der noch recht unerfahrenen und jungen Karen Thompson erhält er dabei auch gleich etwas hübsches an seine Seite.

Doch sein Job, der eher aus Routine besteht, nimmt eine gefähriche Wendung. Denn plötzlich geht es um Mord.

SzenenfotoDiesen Einsatz löst eigentlich ein recht handelsüblicher Haushaltsroboter aus, der plötzlich Amok läuft und fasst eine ganze Familie mit einer Pistole auslöscht. Einzig das Baby lebt noch und der Vater, der jedoch zu diesem Zeitpunkt nicht im Hause ist. Für Ramsay wird dieser Kampf zu einem wahren Spießrutenlauf, denn der Roboter scheint ihm immer irgendwie einen Schritt voraus zu sein. Doch dann kann er doch das Baby retten und den Haushaltsroboter außer Gefecht setzen. Der Vater, der mittlerweile eingetroffen ist, reagiert jedoch völlig seltsam auf den Tod seiner Familie. Völlig in Panik und mit für Ramsay wirren Äußerungen flüchtet er ohne sich weiter um sein Baby zu kümmern.

Bei der späteren Untersuchung fällt jedoch auf, dass der Roboter über einen integrierten Schaltkreis verfügt, der eigentlich nicht dort hin gehört und nicht nur die Sicherheitsfunktionen überbrückt, sondern sogar einen direkten Befehl zum töten beinhaltet. Das schlimme daran ist jedoch, dass dieser Chip aus einer Massenproduktion stammen muss.

Die Spuren führen direkt zu einem Namen, den sich Ramsay besser merken sollte. Denn Dr. Charles Luther ist nicht nur hoch intelligent und eiskalt, sondern der Polizei auch immer einen Schritt voraus. Dies bekommt Ramsay zu spüren, als er den verstörten Vater wieder ausfindig macht, denn Luther ist ebenfalls in der Nähe und beschießt sie mit explosiven Patronen, die scheinbar ihr Opfer regelrecht verfolgen können.

SzenenfotoNachdem Luther den Familienvater zum schweigen gebracht hat, geht es für Ramsay gleich weiter zu einer Firma, die irgendwie etwas mit den gefährlichen Chips zu tun hat. Da passt es, dass gerade einer der Sicherheitsroboter außer Kontrolle geraten ist und die Sekretärin Jackie Rogers daran hindert, dass Büro zu verlassen. Der Roboter ist für Ramsay nicht gerade das größte Problem, doch Jackie ist im Besitz einer ganzen Menge dieser gefährlichen Musterchips.

Durch sie erfahren Ramsay und Thompson von einem Hotel, wo Luther gerade einige neuartige Waffen an üble Gangster zu verkaufen versucht. Doch als sie den Zugriff auf Luther und seine Geschäftspartner durchführen wollen, rechnen sie nicht mit Luthers  schneller Reaktion. Er kann nicht nur entkommen, sondern schießt auch auf Thompson eine der explosiven Geschosse ab, die jedoch in ihrer Schulter stecken bleibt ohne zu explodieren. Diese immer noch scharfe und damit hochgefährliche Munition muss mit äußerster Vorsicht entfernt werden. Die Verletzung von Thompson ist dabei nicht wirklich gefährlich, jedoch könnte die Patrone zu jeder Zeit explodieren.

Wahrend dessen kommt es zu weiteren Opfern der Polizei, denn Luther hat einige Roboterspinnen deponiert, die plötzlich auftauchen und ihren Opfern eine tödliche Säure injizieren.

SzenenfotoDie einzige Spur die Ramsay und Thompson jetzt noch haben ist die Sekretärin Jackie. Um diese in Sicherheit zu bringen, versucht man sie von der Polizeistation weg zu schaffen, doch Luthers Männer sind ihnen bereits auf den Fersen und greifen sie mit gefährlichen Bodentorpedos an, weil man bei Jackie eine Wanze an ihrer Handtasche übersehen hatte. Um Luther endlich dingfest machen zu können, lässt man sich danach auf ein Treffen mit ihm ein, wo er die Übergabe der Produktionsplänen der Todeschips verlangt. Dabei gerät Karen Thompson in seine Gewalt. Es kommt zu einem Austausch von Thompson gegen Jackie und den Produktionsplänen, von denen Ramsay jedoch heimlich die Hälfte zurück behält. Luther erkennt den Trick und tötet Jackie, bevor er nach einem Feuergefecht mit Ramsay erneut fliehen kann.

Doch Luther heckt bereits einen neuen Plan aus, um an die gesamten Pläne des Prototypen-Chip zu gelangen und entführt nun kurzerhand Ramsays Sohn Bobby. Diesen hält er in luftiger Höhe auf einer Baustelle gefangen. Nun hat Ramsay zwei Gegner, die er mit aller Kraft bekämpfen muss. Zum einen den teuflischen Verbrecher Luther der seinen Sohn mit den tödlichen Roboterspinnen bedroht, und zum anderen seine panische Angst vor großer Höhe. Hilfe naht indessen durch Karen Thompson, die durch Ramsays zerstörten Haushaltsroboter noch den Mitschnitt des Telefongesprächs mit Luther abhören konnte, um zu erfahren, wo Luther Ramsay zum entscheidenden Endkampf erwartet. Während des Showdowns auf dem im Bau befindlichen Wolkenkratzer gelingt es Ramsay, seine Höhenangst wegen Bobby zu überwinden und Luther mit einem Trick zu überlisten, so das dieser seinen eigenen Roboterspinnen zum Opfer fällt.

SzenenfotoMeine Filmkritik:
Nun muss ich ja ehrlicher Weise zugeben, dass ich nie ein Fan der Serie MAGNUM war (das Eis gleichen Namens mag ich übrigens auch nicht), und auch sonst konnte ich mit Tom Selleck als Schauspieler nicht wirklich viel anfangen. Das mag aber auch an den Filmen liegen, in denen er systematisch verbraten wurde.
Dabei wirkte er trotzdem auf mich immer durchaus sympathisch und ich hätte ihm gerne bessere Filmrollen gewünscht. Eine weitere Gemeinsamkeit zwischen mir und Tom Selleck gibt es dann auch noch, wie ich damals in einem Interview mit ihm lesen konnte. Selleck ist wie ich ein ausgemachter Fan der Rockgruppe KISS.
Da traf es sich dann auch gut, dass Gene Simmons, Frontmann neben Paul Stanley und Bassgitarrist von KISS hier in der Rolle des bitterbösen Dr. Luther agiert.

Der Film an sich kommt dabei über einen guten Unterhaltungswert nicht wirklich hinaus, was etwas an den Tricks mit den Robotern liegt und zum Teil daran, dass die Handlung einem ziemlich bekannten Muster folgt, dass in den Filmen dieser Jahre nicht wirklich unüblich war. Tom Selleck überrascht jedoch hier als sympathischer Polizist mit Schwächen, anstatt hier nun als verkappter Terminator oder Rambo für Arme verheizt zu werden, wie man dies in dieser Zeit ebenfalls recht gerne gemacht hatte.

SzenenfotoGene Simmons hingegen hätte durchaus als Filmbösewicht eine weitere steile Karriere hinlegen können. Schon seine Mimik passt hier wie der sprichwörtliche Deckel auf dem Topf. Leider jedoch hat man sich bei der deutschen Synchronisation in Sachen Stimme und Dialoge doch etwas vergaloppiert, was den Spaß an seinem durchaus guten Schauspiel dann doch etwas schmälert.

Der Film selbst kam nun vor kurzem wieder auf DVD und Blu-ray heraus mit einer neuen HD-Abtastung, was das Sehvergnügen durchaus positiv steigern kann.

Für Fans von Gene Simmons (oder Tom Selleck) ist dieser SF-Film durchaus also einen Kauf wert und unterhaltend ist er auch. Die Spannung kommt ebenfalls nicht zu kurz, hat aber hier und da den einen oder anderen kleinen Durchhänger, der sich jedoch gesamt gesehen durchaus verschmerzen lässt.

Man sollte aber seine Erwartungen an die durchaus interessante Story auch nicht zu hoch hängen, denn das Schema der Handlung ist leider nicht gerade mit überraschenden Wendungen gespickt und hatte wohl auch nicht wirklich viel Phantasie bei Regisseur und Drehbuchautor Michael Crichton abverlangt.

Runaway - Spinnen des TodesVon mir daher gerade drei von fünf Punkten.

Runaway – Spinnen des Todes
(Runaway)
mit Tom Selleck, Gene Simmons, Cynthia Rhodes, Kirstie Alley, Joey Cramer, G. W. Bailey, Anne-Marie Martin, Stan Shaw, Chris Mulkey, Elizabeth Norment, Cec Verrell u.a.
Regie und Drehbuch: Michael Crichton
Produktion: Michael I. Rachmil, Lisa Faversham, Kurt Villadsen
Spieldauer: 96 Minuten
Altersfreigabe: FSK 16
Vertrieb: Sony Pictures Home Entertainment
USA 1984

Kommentare  

#1 Andreas Decker 2016-01-13 15:03
Selleck war nie ein brillanter Schauspieler, aber er hatte und hat Präsenz. Ich war Magnum-Fan, obwohl ich das Meiste davon heute auch nicht mehr sehen kann, und sein Jesse Stone ist schon sehenswert. Ich fand Runaway ganz spaßig, auch wenn das Script bescheiden ist.

Simmons ist überraschend gut als B-Film-Bösewicht. Er war unvergesslich im damaligen Videothekenhit Wanted:Dead or Alive, wo er sich als Terrorist mit Rutger Hauer herumprügeln durfte.
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#2 Laurin 2016-01-13 16:43
Ja, Simmons. Sein böser Blick, sein gehässiges Grinsen und überhaupt, als Filmbösewicht wäre er für mich die erste Garnitur gewesen. Leider blieb es ja nur bei einigen wenigen Ausflügen ins Filmgeschäft. Unvergessen für mich blieb seine Rolle als Transvestit-Rock-Gangster in dem Film Lance - stirb niemals jung. :-)
Und Runaway finde ich noch heute recht spaßig. ;-)
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#3 Toni 2016-01-13 20:36
Und ich habe mich immer gewundert, warum mir der Typ so bekannt vorkam. Kein Wunder! Die Jungs von Kiss sehen übrigens immer noch recht "normal" aus und nicht wie so manch anderer Musiker in dem Alter. Die haben das mit Sex,Drugs... ganz gut im Griff gehabt und sich auf der Bühne ausgetobt.

Den Film fand ich gut. Deinen Artikel übrigens auch.
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#4 Advok 2016-01-13 22:41
Mit Runaway bin ich nie warm geworden - irgendwie hat mich der Film nie angesprochen, und ich habe ihm auch nie eine richtige Chance gegeben.

Hm, Andreas, eigentlich wollte ich Dir zu Tom Selleck widersprechen, aber letztlich muss ich Dir recht geben: Selleck war nie brillant. Aber er hatte diesen einen speziellen Heldentypus sehr gut drauf - und mir gefällt Magnum deswegen auch heute noch. Für mich die Krimiserie der 80er, die am besten gealtert ist.
Mit Quickley hatte Selleck dann eine geniale Rolle, die genau diesem Typ entsprach. Für mich sein bester Film. Einer der Filme, bei denen ich immer wieder hängen bleiben, mögen sie auch noch so oft wiederholt werden.
Mit Jesse Stone konnte Selleck dann doch noch beweisen, dass er mehr drauf hat als diese 'eine' für ihn zugeschnittene Rolle.

In seine derzeit laufende Krimiserie habe ich noch nicht hineingeguckt. Mal sehen. Lohnt die sich?
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#5 Mainstream 2016-01-14 00:56
-
Zu seiner Zeit ein nicht uninteressanter Spaß.
Was mich allerdings damals schon extrem nervte,
war Gene Simmons, der über ein ausgelutschtes
Klischee nicht hinaus kam. Da wäre mehr möglich
gewesen. Aber ein sehr guter Tip, um mal wieder
vor dem Fernesehen in der Vergangenheit zu
schwelgen.

Alleys Vorname ist KIRstie.
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#6 Laurin 2016-01-14 14:46
Sorry, Mainstream. Ist bei mir mal wieder der typische Buchstabendreher gewesen. Ist aber bereinigt. :P
www.zauberspiegel-online.de/index.php/durchblick-hintergrnde-mainmenu-15/musik-a-audio-mainmenu-183/6237-rockn-roll-kinofilme-und-ein-buch
PS: Wer denn von Gene Simmons etwas mehr erfahren will, siehe sich diesen damaligen Artikel von mir an. Hier der Link:
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#7 Andreas Decker 2016-01-14 15:22
zitiere Advok:


In seine derzeit laufende Krimiserie habe ich noch nicht hineingeguckt. Mal sehen. Lohnt die sich?


Ich bin damit nicht warm geworden, obwohl ich Selleck als auch Wahlberg sehr mag. Aber das ist supersubjektiv.

Objektiv gesehen ist das eine solide gemachte Polizeiserie. Selleck ist halt der Polizeichef von New York, sein im Ruhestand lebender Vater war auch Polizist, Seine Tochter ist Staatsanwältin, seine Söhne sind Polizisten, darunter Wahlberg, der für die Ermittlung und die Action zuständig ist. Selleck sieht man relativ wenig, weil es noch zig andere Figuren gibt. Dafür ist der Soapanteil hoch, da die Familie incl der Teenager-Enkel halt sonntags bei Papa Selleck zu speisen pflegt.

Da wird eigentlich jedes Genre und Klischee bedient :-) Was Brutales auf den Straßen, Wahlberg als kerniger Hitzkopf-Cop, nur nicht ganz so psychotisch, wie es "Stabler" in Law&Order SVU war. Dazu kommt der übliche Cop-Partnerscheiß, der "die Ehe eines Cops ist schwierig" Scheiß, der "die Politik von New York ist ein Minenfeld" Scheiß. Und das Ganze relativ vernetzt zwischen den Folgen, damit man auch ja alle sieht.

Ich habe letztens mal wieder reingesehen, läuft ja schon der 5ten Staffel, aber irgendwie lässt es mich kalt.


Zum Abschluss zu Simmons: Bei den IMDB Kritiken zu Wanted:DOA gab es eine witzige zu ihm: Ob es ihn vielleicht stört, dass ausgerechnet zwei Titel seiner "großen" Filme Songs von Bon Jovi sind :lol:
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