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Ein phantastischer Filmklassiker - Schnitzel … Zombies … Currywurst

Ein phantastischer FilmklassikerFolge 22
Schnitzel … Zombies … Currywurst

In dieser Reihe EIN PHANTASTISCHER FILMKLASSIKER werde ich ein wenig meine Schatzkammer in Sachen DVDs öffnen, in der sich neben mehr oder weniger aktuellen Filmen eben auch so manche Klassiker der Phantastik tummeln. Wir werden einen Streifzug unternehmen, in dem wir uns z.B. über Grusel, Science Fiction und Filmen im Grenzbereich der verschiedenen Genre bewegen werden. Heute gehen wir daher in Sachen Zombies in eine zweite Runde.


Woodoo: Die Schreckensinsel der Zombies (Zombie 2)Woodoo: Die Schreckensinsel der Zombies (Zombi 2)Man kann mich jetzt steinigen, aber gegenüber DAWN OF THE DEAD (Zombie) von George A. Romero von 1978 empfinde ich diesen Zombiefilm aus dem Jahre 1979 von Lucio Fulci noch um einen Zacken besser und besonders auch auf ganzer Länge spannender.

Bei dieser italienischen Produktion stimmte einfach alles. Die Musik war eindringlicher  und löste eine Gänsehaut vom feinsten aus. Ein lockerer Schuss Sex bietet auch etwas fürs Auge, ohne dabei in pornographische Tiefen abzugleiten. Die Maskenbildner haben sich hier besondere Mühe gegeben, während im Film ZOMBIE von George A. Romero so mancher Zombie-Darsteller mit blauer Farbe auf der Haut auskommen mussten. Letzteres mag zwar eine Verbeugung gegenüber der Verfärbung Wasserleiche sein, löst aber im Nachhinein noch keine wirkliche Gruselstimmung aus. Die Kürze von 88 Minuten lässt überdies kaum Raum für inhaltliche Längen, die schon mal zu Spannungskillern werden können.

Natürlich wurde dieser Zombiefilm in Deutschland ebenfalls mehrfach beschlagnahmt. Das letzte mal ereilte es ihn durch das Amtsgericht Fulda im Jahre 2013, nachdem der Beschluss des Amtsgericht Tiergarten schon verjährt war.

Natürlich gibt es auch Versionen in der Sparte FSK 16, wie ich leidlich erfahren musste. Eigentlich wollte man mir eine Freude machen und schenkte mir eine solche DVD mit dieser Freigabe. Die Bildqualität war sehr gut und besonders die weiblichen Opfer hatten kurz vor ihrem Ableben ausgiebig geschrien. Nur warum sie schrien erfährt bei der 16er Fassung niemand, denn diese Szenen sind der Zensurschere sehr großzügig zum Opfer gefallen. Ärgerlich, wenn man diesen Film noch ungeschnitten ab November 1979 in den deutschen Kinos gesehen hatte wie ich.

SzenenfotoDa geht dann von hier aus nochmals ein Dank an einen jungen Horrorfreund und Künstler aus Köln, mit dem ich einen regen Kontakt im Internet pflege. Dieser besorgte mir die unverstümmelte Fassung für lockere 20,- Euro in bester Qualität, nachdem ich ins schwärmen kam, als wir uns über diesen Zombiefilm bzw. zur Welle der Kannibalenfilme etwas intensiver austauschten.

Das WOODOO: DIE SCHRECKENSINSEL DER ZOMBIES im Jahre 1979 auch unter dem Titel ZOMBIE 2 heraus kam, hatte durchaus aber etwas mit dem Erfolg von George A. Romeros ZOMBIE (DAWN OF THE DEAD) ein Jahr vorher zu tun. Obwohl ZOMBIE 2 keine Fortsetzung des Films von Romero war, wurde er so in seinem Windschatten quasi als Fortsetzung vermarktet. Dieses Spielchen ging auf, denn die Kinos waren 1979 dadurch bis zum Rand mit Zuschauern gefüllt, die bereits durch ZOMBIE (DAWN OF THE DEAD) angefixt waren. Aber über einen brechend vollen Kinosaal werden wir uns nachher noch einmal unterhalten. Zumindest blieb mir diese Situation fest im Gedächtnis verankert. Zumal es das einzige Mal war, dass ich und mein Kumpel wegen Zeitdruck gleich unser Essen mit ins Kino schmuggelten.

Was die Titelgebung angeht, ist der FilmZOMBIE 2 oder auch WOODOO: DIE SCHRECKENSINSEL DER ZOMBIES ebenfalls nicht ärmlich aus dem Rennen gegangen. So erschien er auch unter den folgenden weiteren Alternativtiteln:

  • Zombie 2
  • Zombie
  • Woodoo
  • Island of the Flesh-Eaters
  • Island of the Living Dead
  • Zombie Flesh-Eaters
  • Sanguelia
  • Zombie 2 - Woodoo: Die Schreckensinsel der Zombies
  • Woodoo: Die Schreckensinsel der Zombies

Wem die Schreibweise von „WOODOO“ seltsam vorkommt, dem sei hier nur vermittelt, dass dies einfach eine andere Schreibweise des hier üblichen Wortes Voodoo ist.

Entgegen des Filmes ZOMBIE von George A. Romero ging Lucio Fulci auch gleich in der Auswahl der Drehorte in die vollen. Neben Italien (Rom) gingen die Dreharbeiten auch in New York und Santo Domingo über die Bühne. Das katholisch orientierte Lexikon des internationalen Film kramte seinerzeit wie bereits beim Film von Romero quasi durch die Hintertür den Nazi-Vergleich aus der Propagandakiste, indem dem Film die Vernichtung von „Lebensunwertem und Abartigem“ untergeschoben wurde. Also was sagt uns deren Einschätzung? Liebt eure Zombies auch wenn sie beißen. Man kann da nur immer wieder mit dem Kopf schütteln, mit welchen wirren Argumentationen hier kritisiert wurde und wird. Als Auszeichnung erhielt Fulcis Film 1981 den Saturn Award in der Kategorie Best Make-Up. Doch kommen wir hier nun ohne weitere Umschweife zur eigentlichen Handlung, die mit einer Segelyacht beginnt:

SzenenfotoTraue nie verlassenen Schiffen:
In den Hafen von New York treibt eine Segelyacht, die scheinbar völlig ohne Mannschaft zu sein scheint und wird von der Küstenwache darauf hin geentert. Bei der ersten groben Untersuchung der führerlosen Yacht stößt die Polizei auf verdorbene Lebensmittel, Gestank, Maden und … Leichenteile. Doch ehe man sich versieht, bricht aus einer Kajüte eine übel zugerichtete Gestalt hervor und beißt einen der Polizisten, bevor er im Kugelhagel ins Wasser fällt und versinkt.

Die seltsamen Vorkommnisse wecken die Neugierde des Journalisten Peter West, der nun Nachts heimlich auf der Yacht recherchieren will. Dabei trifft er auf Ann Bowles, die Tochter des Besitzers der Segelyacht, die ihrerseits wiederum heimlich nach Hinweisen über ihren verschollenen Vater sucht, dem die Yacht gehörte. Alles was Ann bisher als gesichert ansehen kann, ist die Tatsache, dass ihr Vater sich auf einer tropischen Insel mit Namen Matul aufhalten soll. Gemeinsam mit dem Zeitungsjournalisten West beschließt sie daher anhand der vorhandenen Informationen in der Karibik nach dieser Insel zu suchen, wo ihr Vater zu Gast bei einem gewissen Dr. Menard sein soll. Während sie sich also am nächsten Tag gleich auf die Reise begeben, erfahren sie nicht, dass der tödlich gebissene Polizist als Untoter wieder zum Leben erwacht ist.

In der Karibik angekommen versuchen Peter und Ann ein Boot zu chartern, dass sie nach Matul bringen soll, aber außer dem Pärchen Susan und Brian ist niemand bereit, sie auch nur in die nähe dieser geheimnisvollen Karibikinsel zu bringen, deren genaue Lage nirgendwo verzeichnet ist. Ausgestattet mit einer so unvollständigen Seekarte machen sich die vier auf den Weg, ohne jedoch zu wissen, ob die angegebene Insel Matul tatsächlich überhaupt existiert.

Bei einem recht freizügigen Tauchgang an einem Korallenriff gerät Susan dann einem gefährlichen Tigerhai zu nahe und versteckt sich hinter den Korallen. Doch sicher ist sie hier nicht, denn plötzlich gerät sie ins Visier eines lebenden Leichnams, der seinen Hunger an ihr stillen will. Susan kann dieser Kreatur zwar auch entkommen, doch auch der Tigerhai lauert weiter auf seine Beute. Unberechenbar durch seine Gier nach lebendigem Fleisch greift nun jedoch der Zombie den Hai an, worauf sich der Raubfisch und der Zombie beginnen, sich gegenseitig schwer zu verstümmeln.

Diesen Moment nutzt Susan aus um wieder an Bord ihres Yacht zu gelangen, wo Peter, Ann und Brian den panischen Schilderungen von Susan nicht wirklich glauben schenken wollen.

Doch dann bemerken sie erstaunt das sie ihr Ziel, die Insel Matul fasst erreicht haben. Zwar wollen Brian und Susan gleich weiter, doch ein Motorschaden macht ihnen einen Strich durch die Rechnung.

SzenenfotoZu Fuß machen die Vier sich daher auf den Weg und müssen recht bald feststellen, dass auf der Insel nicht alles mit rechten Dingen zugeht. Doch an Zombies, also lebenden Toten, wollen Brian und Peter immer noch nicht recht glauben und schieben dies eher auf eine seltsame Krankheit.

Dr. Menard hingegen hat indessen völlig andere Sorgen. Seine junge Frau ist fasst hysterisch vor Angst und in seinem abgelegenen Hospital sterben immer mehr Menschen, die direkt nach dem eintreten des Todes als fleischfressende Monster wieder erwachen. Sie entgültig zu beseitigen gelingt nur mit einem Schuss direkt in den Kopf. Aus Angst vor einem Voodoo-Zauberer auf der Insel sind die meisten seiner Helfer daher bereits geflohen. Nur ein einheimischer Helfer und eine Krankenschwester sind noch zugegen und müssen die erneut getöteten Leichen verscharren. Als die Vier das Hospital erreichen, dass Dr. Menard in einer alten Kirche eingerichtet hat, bittet dieser sie mit dem Geländewagen zu seinem Haus zu fahren und nach seiner jungen Frau Paola zu sehen.

Paola Menard versucht im Haus während der Abwesenheit ihres Mannes ihre Angst mit Alkohol zu ertränken, was jedoch nicht wirklich gelingt. Als sie nach einer Dusche plötzlich seltsame Geräusche vernimmt, verbarrikadiert sie sich in ihrem Zimmer. Doch die Zombies setzen alles daran, ihre Gier nach lebendem Fleisch zu stillen.

Als die Vier das Haus von Menard am Morgen erreichen, können sie nur noch mit ansehen, wie die Untoten Paola langsam auffressen. Es kommt zu einem Kampf mit den Zombies und man muss die Flucht wieder zu Fuß antreten. Als sie später erschöpft eine Rast in der Wildnis machen, bemerken sie jedoch nicht, dass sie direkt  über einem alten spanischen Friedhof ausruhen. Doch dann beginnen auch diese Toten wieder aufzuerstehen und töten die in Schockstarre  hilflose Susan. Zu Dritt setzt man die Flucht weiter fort bis zum Hospital, wo Dr. Menard Ann nicht nur über den schrecklichen Tod ihres Vaters aufklärt, sondern auch darüber, dass seine Forschung bisher keine Lösung gegen die Zombies erbracht hat. Inzwischen tauchen die ersten Zombies im nahe gelegenen und bereits verlassenen Dorf auf und in der Nacht beginnt deren Ansturm auf das Hospital.

Man muss sich nun dem Ansturm der Untoten mit Gewehren und Feuer erwehren, bei dem letzten Endes nur Peter, Ann und Brian die brennende Kirche lebend verlassen können. Doch dann trifft Brian unversehens auf die nun untote Susan. Unfähig sie selbst mit einer Kugel wieder zurück in die Hölle zu befördern, wird Brian von ihr gebissen.

Den Dreien gelingt die Flucht zum Bootssteg und sogar eine notdürftige Reparatur des Bootes, mit dem sie Matul in Richtung USA verlassen. Doch Brian müssen sie bald einsperren, denn auch er verändert sich langsam in einen Zombie, der nun unter Deck hungrig wütet. Als Peter und Ann dann zufällig auf See eine Radiosendung empfangen, erfahren sie, dass nun auch New York bereits von  Zombies überrannt wird. Als letztes Bild sieht man wie sich Horden von Untoten über die Brooklyn Brdge Richtung Stadt bewegen.

SzenenfotoZombie 2 von Fulci dürfte eigentlich Zombie 1 sein:
Das mag jetzt etwas verwirrend klingen, entspricht aber wohl einer Tatsache. Zwar hat man im Windschatten von Romeros ZOMBIE den Film ein Jahr später mit dem verwirrenden Titel ZOMBIE 2 in die Kinos gebracht, doch das Skript zu WOODOO: DIE SCHRECKENSINSEL DER ZOMBIES soll bereits vor Romeros Film ZOMBIE (DAWN OF THE DEAD) zum größten Teil verfasst worden sein. ZOMBIE 2 jedenfalls ließ in Italien eine wahre Welle von weiteren Zombiefilmen entstehen, die jedoch oftmals weit unter dem Niveau von Fulcis oder Romeros Genre-Beiträge lagen. Im Gegensatz zum italienisch-spanischen Zombiefilm  DAS LEICHENHAUS DER LEBENDEN TOTEN (NON SI DEVE PROFANARE IL SONO DEI MORTI) von Regisseur Jorge Grau aus dem Jahre 1974 kam Fulcis Film ZOMBIE 2 eine stilbildende Funktion zu. Lucio Fulci blieb dem Thema Zombies indessen treu, so dass weitere Filme des Genres von ihm zu nennen sind.

  • Ein Zombie hing am Glockenseil (aus dem Jahre 1980)
  • Die Geisterstadt der Zombies / Über dem Jenseits (aus dem Jahre 1981)

sowie

  • Zombie 3 – Ein neuer Anfang (aus dem Jahre 1988)  

Der Film ZOMBIE 3 basiert dabei auf einer Story von Glaudio Fragasso und seiner Ehefrau Rossella Drudi. Claudio Fragasso war auch bei der Regie beteiligt und hatte gemeinsam mit seiner Frau das Drehbuch erstellt. Lucio Fulci selbst führte bei ZOMBIE 3 zuerst Regie, bis das Bruno Mattei die Regie übernahm und so den Film fertigstellte. Allerdings auch der Titel ZOMBIE 3 ist eher irreführend, denn es handelt sich hierbei nicht um einen dritten Teil einer Reihe. Vielmehr ist ZOMBIE 3 eine recht lose Fortsetzung des Films von 1979 und somit ein inoffizieller Nachzügler von George A. Romeros ZOMBIE. Wie gesagt, alles etwas verwirrend.

SzenenfotoEin vollbesetztes Kino, ein Schnitzel und die Currywurst:
Was das nun mit dem Film zu tun hat, werdet ihr gleich erfahren. Doch vorher muss ich etwas ausholen. An den Wochenenden gingen ich und mein Freund (noch aus Schulzeiten) damals immer auf die Rolle und machten so manche Disco (war damals modern) unsicher. Sonntags war aber meistens Kino angesagt in Opladen/Leverkusen. Damals gab es davon gleich zwei nebeneinander (oder sagen wir mal fasst nebeneinander). In Anbetracht das wir diesen Zombiefilm unbedingt sehen wollten, ging es dieses mal Samstags ab in die Abendvorstellung. Ich war gerade mal berufstätig und nach einem Ausweis wegen des Alters fragte man damals auch nicht wirklich (da wurde eher nach der Körpergröße geschätzt). Zum Ritual eines Kinobesuchs gehörte ein Essen in einer Pommes-Bude oder eine riesige Knoblauchwurst mit Brötchen  am Wagen des allseits beliebten Wurstmaxe in Opladen eben nach der Vorstellung. An diesem besagten Samstag jedoch hatte mein Kumpel vor der Vorstellung Hunger und genau zwischen den zwei Kinos lag noch eine kleine Pommes-Fressbude. Die Zeit drängte jedoch auch, also entschlossen wir uns das Essen einfach unter den Jacken mit ins Kino zu schmuggeln. Für mich kein Problem, ich hatte ein eingepacktes Schnitzel. Mein Kumpel indessen musste eine Schale mit einer doppelten Currywurst verstecken. Im Kino herrschte Hochbetrieb, was das einschmuggeln sichtlich erleichterte.

Das nächste Problem tauchte allerdings erst im Kinosaal auf, in dem eben Fulcis Zombiefilm lief. Der Laden war brechend voll und wir mussten uns in einer der Reihen nun getrennt hinsetzen. Zwischen uns befand sich ein verliebtes junges Paar und der junge Bursche machte angesichts des bevorstehenden Films einen auf abgebrüht gegenüber seiner Freundin und entschied kurzerhand, nicht mit ihr um einen Platz weiter zu rücken. Und dann gingen die Lichter aus und der Film begann. Ein kurzer Blick etwas später hin zu meinem Kumpel zeigte mir auch dabei, dass es mit der Abgebrühtheit des jungen Mannes wohl nicht so weit her war. Von seiner Freundin ganz zu schweigen, die sich irgendwie anfing, in seiner Jacke zu verkrallen während sie auf die Leinwand starrte. Trotz der Dunkelheit im Kino wirkten sie bald etwas blass, was aber auch an der relativen Dunkelheit gelegen haben könnte. Das setzte sich aber noch ohne größere Zwischenfälle fort und beide hielten sich zwischen mir und meinem Kumpel auch recht tapfer. Ein Umstand der sich aber bald drastisch ändern sollte Dank meines Freundes und einer recht blutigen Szene im Film.

Während ich ziemlich heimlich angefangen hatte, mein Schnitzel in kleinen unauffälligen Bissen während der Vorstellung zu verspeisen, packte mein Kumpel nun die bereits ziemlich abgekühlte Currywurst aus und tat es mir etwas offensichtlicher gleich. Spätestens das entging unserem Pärchen nicht, dass damit einher eher eine steife Sitzhaltung ein und einen verkrampften Gesichtsausdruck annahm. In dem Moment, als die Szene dann gezeigt wurde, in der die Zombies sich gerade an den inneren Organen der besagten „Paola Menard“ sättigten, streckte mein Kumpel mir halbwegs seine Schale mit Currywurst unterhalb der Nase des Pärchens entgegen und sagte hörbar, dass ich etwas von seiner Wurst ab haben könne, wenn er dafür ein Stück von meinem Schnitzel kriegen würde.

Ehrlich, wir haben noch nie ein junges Paar so flink und dann noch mit den Händen vor den Mündern gepresst, so einen vollbesetzten Kinosaal dermaßen schnell enteilen gesehen. Danach hatten ich und mein Kumpel allerdings auch genug Platz zur Verfügung, weil das Pärchen fortan nicht mehr gesehen wurde. Ich hoffe, ihrem Magen geht es wieder etwas besser, der sich wohl in diesem Moment dazu entschlossen zu haben schien, sich spontan entleeren zu wollen.

Übrigens, die zwei Happen Currywurst von meinem Kumpel schmeckten auch kalt noch recht gut, soweit ich mich noch zurück erinnern kann.

Veränderte Schnittfassungen auch im Ausland:
Im übrigen dürfte jedoch noch interessant für den Filmfreund sein, dass ZOMBIE 2 nicht nur in Deutschland nachträglich geschnitten wurde. In England gab es z.B. über einen langen Zeitraum hinweg nur eine geschnittene Fassung, deren Kürzung jedoch nur zirka 23 Sekunden betrug. Ohne hier jetzt weitere Informationen vorliegen zu haben, würde ich fasst eine Wette darauf eingehen, dass diesem Schnitt die Szene mit dem Holzsplitter zum Opfer gefallen sein dürfte, der sich in ein Auge von besagter „Paola Menard“ bohrte. Späterhin verzichtete man jedoch in England seitens der britischen BBFC auch auf diese Kürzung wieder. Des weiteren wurde ZOMBIE 2 auch in Schweden und Australien einer inhaltlichen Zensur unterzogen, die jedoch ebenfalls nicht so Umfangreich ausgefallen sein dürfte wie in Deutschland.

Lucio FulciMeine Filmkritik:
Wie gesagt, ich gebe es hier gerne nochmals zu: Mir hatte ZOMBIE 2 von Lucio Fulci schon damals besser gefallen als George A. Romeros ZOMBIE. Es griff hier einfach alles viel besser ineinander. Die Masken, für die der Film späterhin auch ausgezeichnet wurde und die Musik, die sich schaurig und intensiv über die vielen Jahre einprägt hatte. Letzteres (die Filmmusik z.B. von GOBLIN) bei Romeros ZOMBIE hatte man indessen schon wieder vergessen als man das Kino wieder verlassen hatte. Den Film nun in seiner Sammlung zu wissen, dürfte jedoch eher dem Filmfan angeraten sein, der über einen kräftigen Magen und einem gesegneten Appetit verfügt, komme was da wolle.

Denn einige Szenen sind schon recht harter Stoff, den man eben im Film mögen und verdauen können muss. Diesem mit einer dieser völlig kastrierten FSK 16er Fassungen zu umgehen, kann ich daher nur abraten. Wenn ihr so eine Fassung in die Hände bekommt, kann ich euch nur raten … stellt sie zurück ins Regal oder schmeißt sie umgehend in eine Tonne, denn sehenswert sind diese verstümmelten Versionen nun wirklich nicht mehr. Wer also ein wirkliches Glanzstück des Meisters Fulci sehen und sein eigen nennen will, dem sei angeraten, hier nach einer ungeschnittenen Fassung Ausschau zu halten und sei es über das angrenzende Ausland. Und wer eh auf Zombies abfährt, für den dürfte dieser filmische Beitrag von Lucio Fulci schon Pflichtprogramm sein.

Ausblick:
Im nächsten Film machen wir wieder einen weiten Sprung in den Jahren zurück bis in die Ära des vertonten Schwarzweißfilm.

Da geht der Mond auf, am Boden wabert der Nebel und während man mit dem Dackel noch eine letzte Runde dreht, trifft man auf ein paar nette Menschen des fahrenden Volkes, dass immer über ein paar schaurige Geschichten am Lagerfeuer verfügt und einige ebenso schaurige Geheimnisse pflegt. Nun gut, die Gemeinden der Roma und Sinti mögen mir verzeihen, aber im Gruselfilm war das früher nun mal so. Und Bahnhof mit Koffer klauen (eine weitere böse Verallgemeinerung nicht nur aus dieser Zeit) wäre einfach zu Profan für einen Gruselfilm. Na, wer ahnt denn jetzt, welchen Klassiker des Genre ich hier meine?

Ein Remake (wie man so schön sagt) gab es auch unlängst im Kino und danach natürlich auch auf DVD zu bewundern. Einen kleinen Hinweis gönne ich euch aber doch noch: Bela Lugosi (Mr. Dracula) spielt auch eine wirklich kleine Rolle als Zigeuner darin, der jedoch den Handlungsablauf erst so richtig in Gang setzt.

Woodoo: Die Schreckensinsel der Zombies (Zombie 2)Wenn sie jetzt immer noch nicht hinter des Rätsels Lösung kommen, fragen sie einfach mal ihren Dackel. Der hilft ihnen aus fachlichen Gründen bestimmt weiter.

Woodoo: Die Schreckensinsel der Zombies
(
Zombi 2)
mit Tisa Farrow, Ian McCulloch, Auretta Gay, Olga Karlatos, Richard Johnson, Al Cliver, Stefania D'Amario  Ugo Bologna, Franco Fantasia, Leo Cavero u.a.
Regie: Lucio Fulci
Drehbuch: Elisa Briganti, Dardano Sacchetti
Genre: Horror
Laufzeit: 88 Minuten
DVD/FSK: Ungeprüft/Indiziert
Vertreib: CMV Laservision
Italien 1979

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Kommentare  

#16 Mainstream 2015-12-06 19:26
-
Objektivität ist nicht das Gegenteil von Subjektivität, sondern die Betrachtungsweise aus kulturhistorischer Sicht und praktisch erworbenen Kenntnissen.

Meine MEINUNG nach, ist die Twilight-Saga keine gute Serie (das Beispiel zieht doch immer, oder?). Ich möchte zu keinem Zeitpunkt den Anschein erwecken, als wollte ich jemanden seine Meinung streitig machen, oder Aussagen über diese Meinung unterbinden zu wollen. Denn man liest doch eindeutig in einem Beitrag, ob ein Film analytisch behandelt wurde, oder die eigenen Empfindungen den Text beherrschen.

Jetzt trete ich einen Schritt zurück, und stelle mir die Frage, wenn ich die Twilight-Saga zu schrecklich finde, warum hat dann jeder Teil steigende Einspielergebnisse. Und somit setze ich eine objektive Analyse in Gang.

Ich erwarte das bei einem Artikel nicht, aber Objektivität ist möglich.
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#17 Laurin 2015-12-06 21:02
Jetzt sag nix gegen die Twilight-Saga, sonst komme ich und du musst alle fünf Filme mit mir gucken. :lol:
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#18 Mainstream 2015-12-06 21:47
-
Du willst auch wirklich wissen, wo Deine Grenzen sind, oder.
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#19 Des Romero 2015-12-07 10:16
zitiere Laurin:
Die Info zur US-Blu-Ray hatte ich leider nicht vorliegen, Des Romero. Ich frage mich aber da, welchen Sinn die Beschlagnahmung durch die AG Fulda überhaupt hat. Mal davon ab, dass ich generell bei Filmen gegen "Beschlagnahmungen" wie auch Schnittveränderungen im Inhalt bin, sehe ich da keinerlei Sinn drin, oder liegt das am US-Titel?


Nö, das liegt nicht am US-Titel. Beschlagnahmungen sind letztlich nur Vertriebsverbote. Vermutlich wurde die US-Blu-ray von irgendeinem Händler in Deutschland angeboten, was irgendeinem "Jugendschützer" aufgefallen ist, der daraufhin Anzeige erstattet hat. Von daher könnte auch die momentan freigegebene SPIO/JK-Fassung irgendwann beschlagnahmt werden, da sie letztlich inhaltsgleich ist. Beschlagnahmungsfest sind lediglich FSK-geprüfte Versionen. Deswegen geben viele Label ihre Titel gleichzeitig als FSK- und JK-Fassung heraus, um einem finanziellen Desaster vorzubeugen. Wobei leider auch nicht jede JK-Fassung automatisch ungekürzt ist. Da muss man sich vorher wirklich genauestens informieren, bevor man zu einem Horrorfilm greift oder auf Länder ausweichen, die prinzipiell nicht schneiden, wie etwa die Niederlande. Aber auch die bekommen manchmal nur geschnittene Master, die etwa auf US R-rated-Versionen beruhen.
Es bleibt schwierig ...
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#20 Laurin 2015-12-07 10:47
@ Des Romero:
Nun ja, irgendwie verworren ist das ganze schon und macht bei mir grob den Eindruck, dass die Gerichte nicht immer wissen was sie tun, aber das eben mit aller Macht. Das Problem ist ja auch, dass wohl Kürzungen im Vorfeld erfolgen, um besagten Film überhaupt auf den deutschen Markt zu bekommen. Da blickt man manchmal echt nicht mehr wirklich durch.

@ Mainstream:
Sobald meine sadistisch angehauchte Ader hervorkommt, habe ich es nicht mehr so mit den Grenzen. :-* :D
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