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Ein phantastischer Filmklassiker - Die Zukunft vom Ende der Vernunft

Ein phantastischer FilmklassikerFolge 6
Die Zukunft vom Ende der Vernunft

In dieser Reihe EIN PHANTASTISCHER FILMKLASSIKER werde ich ein wenig meine Schatzkammer in Sachen DVDs öffnen, in der sich neben mehr oder weniger aktuellen Filmen eben auch so manche Klassiker der Phantastik tummeln. Wir werden einen Streifzug unternehmen, in dem wir uns z.B. über Grusel, Science Fiction und Filmen im Grenzbereich der verschiedenen Genre bewegen werden. Schauen wir jetzt einmal in eine düstere Zukunft.


Lautlos im Weltraum (Silent Running)Lautlos im Weltraum (Silent Running):
Was den Kino-Besuchern Douglas Trumbull 1972 vor die Nase setzte, war damals noch mehr Science Fiction als heute. Was er dem Zuschauer da in den Kinos bot, war daher auch noch eher als „leise Mahnung gegen die Zerstörung“ (Cinema) oder der Angst vor der „Technisierung der Umwelt“ (Lexikon des internationalen Films), in den Kritiken seiner Zeit zu bewertet.

Nun mag der eine sagen – Hey, dass Ozonloch schließt sich doch wieder. Und ja, der Sommer war auch gut und richtig kalte Winter hatten wir auch zuletzt noch gehabt. Als wenn der Klimawandel mit einem Schlag alles verändern würde. Das, liebe Leserinnen und Leser tut er aber nicht. Er kommt auf leisen Sohlen und wenn eine gewisse Grenze überschritten ist, dann folgt mehr oder weniger schleichend auch der Niedergang. Die Natur wird uns diesen Gefallen nicht tun und irgendwann sagen, bis hier hin und bitte nicht weiter. Letzteres haben viele schon begriffen, nur leider nicht die, die ihre jährliche Steigerung ihrer Profite im Auge haben. Die Populationen vieler Tierarten, die wir heute noch recht gut kennen, sind in Wirklichkeit recht überschaubar geworden.

Wussten sie z.B., dass es ein Breitmaulnashorn (männlich) in Afrika gibt, dem man vorsorglich schon mal das Horn entfernt hat (wegen den Wilderern) und das rund um die Uhr von mehreren bewaffneten Männern hoch offiziell bewacht wird? Der Grund ist einfach, es ist das letzte Männchen seiner Gattung und man hofft zumindest noch, mit den wenigen weiblichen Vertretern dieser Art durch künstliche Befruchtung dieser Gattung noch etwas Zeit zu verschaffen.

Die Urwälder verkleinern sich ebenfalls Tag für Tag in ziemlichen Größenordnungen und auch sonst sieht es trotz jeder Menge Klimakonferenzen und warmen Worten trotzdem ziemlich Übel aus für unseren Planeten.

Das wir auf leisen Sohlen uns dem Zustand der Erde, wie er im SF-Film LAUTLOS IM WELTRAUM beschrieben wird annähern, hätte man bei der Entstehung des Filmes nicht einmal zu Träumen gewagt. Die 1970er Jahre waren eben die Zeit, in der man in Richtung Politik, durch  die Musik oder auch im Film warnen und aufrütteln wollte. Genutzt hat es jedoch kaum etwas – fragen sie hierzu nur mal die schmelzenden Gletschermassen, ob die es anders sehen. Sie würden erstaunt und erschrocken sein über deren Antwort, wenn sie denn antworten könnten, während sie pro Jahr rund einen Meter an Masse schrumpfen.

Alles was in diesem Film heute noch Science Fiction ist, ist im Grunde  die Kommerzialisierung des Weltraums (zumindest unseres Sonnensystems). Da übersteigen in der Realität die Kosten noch den Nutzen und hier und da dürfte noch die eine oder andere technische Voraussetzung hierzu fehlen. Aber sonst? Warten wir in diesem Punkt noch die nächsten 30 bis 50 Jahre ab, sofern man nicht vorher auf die letzten roten Knöpfe drückt. Als Warnung betrachte ich die Grundstory dieses Films jedenfalls nicht mehr, denn die Zeit der Warnungen dürfte in der Frage der Umwelt wohl leider schon vorbei sein. Und deshalb hat dieser SF-Film auch in diesem Punkt für mich einen besonderen Platz unter den PHANTASTISCHEN FILMKLASSIKERN.

SzenenfotoIrgendwo verankert zwischen Science Fiction und Realität:
Botaniker und Astronaut Lowell hat von allen in dem bestehenden Weltraumprogramm die längste Zeit auf dem Raumfrachter Valley Forge verbracht. Dieser Umstand dürfte jedenfalls der Tatsache geschuldet sein, dass Lowell voll und ganz hinter der Aufgabe steht, mit der die kleine Flotte der Frachter beauftragt worden ist. Damit unterscheidet er sich maßgeblich von seinen jetzigen Kameraden Keenan, Wolf und Barker, die ihre Dienstzeit bei dieser Mission eher als einen Job wie jeden anderen betrachten. Für sie ist die Mission eher ein langweiliger Klotz am Bein und Lowell ein unverbesserlicher Träumer.

Dabei beherbergen die Kuppeln mit den verschiedensten Biotopen und Tierarten die letzten Überbleibsel ihrer Art. Das Ziel der Frachter Vally Forge, Berkshire, Sequoia und Mojave war es zumindest, diese verschiedenen Gattungen von Pflanzen und Tieren zu retten, um sie eines Tages wieder auf der Erde heimisch werden zu lassen, denn Raubbau, Umweltverschmutzung Überbevölkerung und Kriege haben die Erde in eine einzige Wüste verwandelt, auf der es überall konstant 24 Grad warm ist.

Astronaut Lowell sieht in dieser Art einer modernen Arche Noah jedenfalls die letzte Möglichkeit für das überleben der Menschheit und irgendwie hat er es auch im Gefühl, dass in Kürze ein Befehl kommen müsste, der seine Hoffnungen für die Erde Früchte tragen lassen müsste. Was die Früchte angeht, die er in den Kuppeln anbaut und erntet, sind diese jedoch schon ein Dorn im Auge seiner Kameraden, denn das natürliches Essen einen eigenen Geruch, eine eigene Farbe und einen eigenen Geschmack haben, empfinden sie bereits als eine Belästigung. Doch Lowell weigert sich standhaft, dass synthetische Essen zu sich zu nehmen, dass ihm aus den Automaten vorgesetzt wird.

Und tatsächlich, es kommt ein entscheidender Befehl, doch dieser ist völlig entgegengesetzt der Hoffnungen von Astronaut Lowell. Denn statt die Wälder und Pflanzen wieder auf der Erde anzupflanzen und den Tieren eine neue Zukunft auf (auch) ihrem Planeten zu schaffen, sollen die Raumschiffe wieder einem rein kommerziellen Zweck zugeführt werden. Das, was unseren Heimatplaneten einmal ausgemacht hatte, soll nun in den Kuppeln von den Raumfrachtern abgekoppelt und per Atombomben endgültig zerstört werden. Keenan, Barker und Wolf machen sich unverzüglich an die Ausführung des Befehls, denn es winkt danach Urlaub und man würde die Frachter lieber gleich hierfür verlassen.

SzenenfotoNur Lowell akzeptiert diesen Befehl nicht, doch als die ersten Kuppeln im Weltraum in atomaren Feuerbällen vergehen, weiß er, dass er diesem Wahnsinn Einhalt gebieten muss. Ein Umstand, der auch dazu führt, dass er seine Kameraden töten muss, will er das Leben in all seiner Vielfalt wenigstens noch in einer Kuppel erhalten. Während er einen seiner Kameraden mit eigener Hand umbringt, wird er selbst bei dieser Auseinandersetzung schwer am Bein verletzt. Das hindert ihn aber nicht daran, die zwei letzten Astronauten in einer Kuppel vorzeitig vom Frachter ab zu sprengen und den dort befindlichen Nuklearsprengsatz per Fernzündung zu aktivieren. Danach täuscht Lowell einen nicht mehr durch ihn alleine zu behebenden Unfall am Frachter vor, bei dem angeblich seine Kameraden umgekommen seinen. Jegliche Rettung des Frachters Valley Forge und damit auch die von Lowell scheint aussichtslos für die Befehlshaber.

Vier Monate verbringt Lowell so, nur mit den Robotern Dewey (Number 1) und Huey (Number 2). Number 3 den Lowell Louie umbenannt hatte, ging bei der Durchquerung der Saturnringe verloren. Neben einem Programm, dass die Roboter in die Lage versetzte, seine Verletzung vom Kampf zu operieren, programmiert er sie noch darauf, mit ihm die Freizeit zu verbringen und den Wald in der Kuppel zu pflegen. Doch zusehends plagen ihn auch Gewissensbisse hinsichtlich der Ermordung seiner Kameraden. Als er dabei ausrastet, beschädigt er ungewollt den Roboter Huey.

Doch dann passiert zwei fasst unmögliche Dinge. Der Wald in der Kuppel stirbt und Lowell weiß nicht, wie er diesen Zustand ändern kann. Zudem wird er von einer Rettungsmission entdeckt, die sich auf die Suche nach Lowell und dem Frachter Valley Force gemacht hat. Erst durch deren Funkspruch begreift Lowell, dass dem Wald in der Kuppel das direkte Licht der Sonne fehlt. Nun bleibt ihm nur noch wenig Zeit, den Wald und die Tiere in der Kuppel zu retten, bevor das Rettungskommando auf dem Frachter eintrifft. Lowell stattet das abgeschlossene Biotop mit künstlichem Sonnenlicht aus und sprengt dann die Kuppel vom Frachter ab, um sie dem Zugriff der Menschen zu entziehen, die den Wald nur zerstören würden.

Einzig der Roboter Dewey verbleibt in der Kuppel, um nunmehr für den Fortbestand des Waldes zu sorgen. Lowell und der beschädigte Roboter Huey verbleiben indessen an Bord der Valley Force, machen alle nuklearen Sprengsätze scharf und zerstören sich und den Raumfrachter, bevor das Rettungskommando eintrifft.

SzenenfotoÜber Moral und Entscheidungen:
Und die Moral von der Geschichte, töte deine Kameraden nicht. Gut, dass dürfte bei vielen vielleicht die erste Reaktion sein, doch diese Moral hinkt schwer. Denn wie viel Recht besitzt der Mensch, wenn er nicht nur seine eigene Lebensgrundlage zerstört, sondern auch alles andere das ein Anrecht auf Leben besitzt?

Wir reden hier ja nicht nur von Nutztieren, sondern vom gesamten Ökosystem. Dieses Ökosystem ist die eigentliche Grundlage des Lebens überhaupt. Wie lange können noch Menschen raffen und ausbeuten, bis sie dann der Fluch der eigenen Taten schließlich einholt? Überall gibt es gewisse Grenzen und wenn diese überschritten werden, dann zählt nur noch das Wesentliche, die Grundlage, und diese muss nicht unbedingt in der Unversehrtheit einzelner Menschen bestehen. In diesem Sinne konnte ich die Reaktionen des Astronauten Lowell schon in jungen Jahren nachvollziehen, als ich zum ersten mal den Film LAUTLOS IM WELTRAUM gesehen hatte.

Das Überleben der Menschheit hängt nun mal auch davon ab, in wie weit er die Voraussetzungen für Leben respektiert, anstatt in allen Dingen nur ein Dollar-Zeichen in den Augen zu bekommen. Das eine Minderheit, die jedoch die Macht über alles besitzt, diese Form von Respekt nicht aufbringt, mag auch der Tatsache geschuldet sein, dass solche Menschen sich innerhalb ihrer „Welt“ als Krone der Schöpfung betrachten, anstatt sich realistisch als ein Teil der Schöpfung zu begreifen. Wenn einem dann noch bewusst wird, dass an dieser Frage bzw. Einstellung auch das Überleben der zukünftigen Generationen hängt, dann ist die Beseitigung derer, die diese Grundlagen des Lebens gefährden, für mich keine wirklich moralische Frage mehr. Leider ist die ökologische Bewegung längst nicht mehr dort, wo sie einmal hoffnungsvoll gestartet ist. Längst ist sie durch die Frage von Macht und Vorteilnahme im gleichen politischen Gewässer gelandet, wo Fische bekanntlich vom Kopf her anfangen zu stinken.

SzenenfotoVom Flugzeugträger bis zur Musik:
Die Besetzung an Schauspielern innerhalb des Raumfrachters Valley Force und damit im gesamten Film, ist recht minimalistisch und erfüllt schon fasst das Flair eines überdimensionalen Kammerspieles. Dabei hat man keine größeren Aufbauten für das die Raumfrachter benötigt, denn im wesentlichen handelt es sich hier um japanische Modellbausätze, mit denen man eigentlich einen Deutschen Panzer bauen konnte.

Weitere Teile wurden speziell aus Kunstharz gegossen und in die Modelle verbaut, um die eigentliche Form der Raumfrachter zu erschaffen. Der Mangel an finanziellen Mitteln für einen Film kann bekanntlich ja sehr erfinderisch machen. So sind auch die Aufnahmen der künstlichen Wälder innerhalb der Kuppeln in einem Flugzeughangar in Van Nuys, Kalifornien entstanden. Die meisten Innenaufnahmen im Raumschiff wurden jedoch im ausgedienten Flugzeugträger USS Valley Force gedreht, der vormals im Korea- und Vietnam-Krieg eingesetzt wurde.

Das Gesamtbudget für den Film LAUTLOS IM WELTRAUM betrug nur rund 1,1 Millionen US-Dollar, weshalb Regisseur Trumbull, der ehemals auch für die Spezialeffekte von Stanley Kubricks Film 2001: ODYSSEE IM WELTRAUM verantwortlich war, nun mehr bei den Spezialeffekten auf darin begabte Studenten zurückgriff. Einer von ihnen, John Dykstra war späterhin für die Spezialeffekte in KRIEG DER STERNE mit verantwortlich. Einige Außenszenen der Raumfrachter fanden ebenfalls eine weitere Verwendung in der späteren SF-Fernsehserie KAMPFSTERN GALACTIKA. Ein weiterer Spezialist in Sachen Spezialeffekte war Richard Yuricich, mit dem Trumbull bereits bei 2001: ODYSSEE IM WELTRAUM zusammen gearbeitet hatte. Späterhin waren beide auch gemeinsam maßgeblich an den Spezialeffekten von Filmen wie STAR TREK: DER FILM, BLADE RUNNER oder DIE UNHEIMLICHE BEGEGNUNG DER DRITTEN ART beteiligt.

Die Namen der Roboter Huey, Dewey und Louie sind die Originalnamen der Neffen von DONALD DUCK, die im deutschen Tick, Trick und Track genannt werden. Aufsehen erregten jedoch eher die Personen, die in den relativ kleinen Robotern steckten. Hier handelte es sich um Personen, die durch multipler Amputationen klein genug waren, um diese Roboter von innen zu bewegen. Das Produktionsstudio war hierbei eher auf Kleinwüchsige oder Kinder fixiert, da sie aus ethischen Gründen zuerst den Einsatz von amputierten Menschen ablehnten, die dann jedoch in den durchschnittlich ca. 9 kg schweren Kostümen doch zum Einsatz kamen. Die Roboter-Hüllen befinden sich auch weiterhin im Privatbesitz von Douglas Trumbull.

Für den Soundtrack des Films zeichnete sich der US-Komponist Peter Schickele verantwortlich, während die eher kurzen Texte von der US-Songschreiberin Diane Lampert stammen. Gesungen werden die Songs REJOICE IN THE SUN und SILENT RUNNING von der unvergleichlichen Joan Baez, die selbst begeistert von diesem Film war und ihn sich mehrmals im Kino ansah.

SzenenfotoMeine Filmkritik:
Meine Filmkritik kann ich hier getrost kurz verfassen, denn SILENT RUNNING/LAUTLOS IM WELTRAUM gehört für meine Begriffe nach wie vor zu den wirklich herausragenden Science Fiction-Filmen des letzten Jahrhunderts, der von seinem Inhalt und seiner Botschaft her, schlicht auch im neuen Jahrtausend einfach zeitlos ist.

Hier stimmt alles, von der ersten Einstellung, über das perfekte Schauspiel bis zur Musik ist der Film einfach eine runde, perfekte Sache, der jedoch mit den Jahren eigentlich unbegründet etwas in Vergessenheit geraten ist. Wer als SF-Film-Fan diesen Film nicht in seiner Sammlung hat, dessen Sammlung darf man getrost als  unvollständig bewerten.

Ausblick:
Zwei Dinge machen den nächsten Film, den ich in meiner Reihe EIN PHANTASTISCHER FILMKLASSIKER vorstellen will, zu einer Gattung, die sich oft wesentlich von anderen Filmen des phantastischen Genre abhebt. Zum einen gibt es ja Filme, deren eingedeutschte Titel eigentlich nichts mit dem Inhalt zu tun haben. Denken sie nur an die vielen japanischen Monsterschinken, die in ihrem deutschen Titel Bezug auf FRANKENSTEIN nahmen, auch wenn sie mit diesem Klassiker und seinen Figuren nichts, aber auch gar nichts zu tun hatten.

Gleiches passiert in diesem Film, wenn hier im deutschen Titel der Name DRACULA auftaucht. Christopher Lee als der Dracula-Darsteller schlechthin, spielt zwar in diesem Film eine Hauptrolle, aber weder DRACULA noch sonst ein Vampir kommen in diesem Film wirklich vor.

Lautlos im Weltraum (Silent Running)Und ob das, was sich unseren Filmhelden offenbart, eine mystische Realität darstellen soll oder doch eventuell eine unter Drogen oder äußere Suggestion entstandene Vision ist, muss dann auch der Zuschauer ein wenig für sich selbst entscheiden. Das macht diesen Film aber durchaus nicht weniger sehenswert.

Lautlos im Weltraum
(Silent Running)
mit Bruce Dern, Cliff Potts, Ron Rifkin, Jesse Vint u.a.
Regie: Douglas Trumbull
Drehbuch: Deric Washburn, Steven Bochco, Michael Cimino
Genre: Science Fiction
Laufzeit: 85 Minuten
DVD/FSK: 12 Jahre
Vertrieb: Universal
USA 1972

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Kommentare  

#1 Hermes 2015-08-15 10:13
Super Beitrag Konrad!

Leider gibt es in den Vereinigten Staaten etliche Leute, die den Klimawandel einfach leugnen oder als ganz "natürlich" abtun. Und auch bei uns in Deutschland gibt es Verschwörungstheoretiker, die das Ganze als Panikmache "linker" Medien bezeichnen.
#2 Andreas Decker 2015-08-15 12:58
Ich kann mir den nicht antun :-) Ich finde ihn plump, wie es Filme mit einer Botschaft meistens sind, und im Ausgleich dazu hemmungslos sentimental und saccharin. :o Lowells Handlungen sind sinnfrei, er "rettet" den Wald ja nicht. Irgendwann wird auch dem letzten Biotop der Saft ausgehen, und dann ist es kaputt. Womit wir wieder am Anfang sind ;-)
#3 Laurin 2015-08-15 13:31
@Hermes: Genau, deshalb sehe ich diesen Film weiterhin als hoch aktuell an.

@Andreas Decker: Es gibt sehr, sehr wenige Filme, die nicht irgendeine "Botschaft" vermitteln (manchmal sehr gut versteckt). Die Frage ist da eher, stehen wir positiv oder negativ dieser Botschaft gegenüber. Hollywood ist da so ein interessantes Beispiel, denn da mixen einige Institutionen mit, die eigentlich mit Film und Unterhaltung oftmals wenig zu tun haben (man nehme hierfür einfach das Remake von dem Film "DIE ROTE FLUT", wobei hier jetzt Nord Korea herhalten muss - sehr plumpe Propaganda damals wie heute). Es geht auch in diesem Film (Silent Running) nicht darum, ob Lowell das letzte Biotop rettet (mal abgesehen davon, dass der Ersatz zum Sonnenlicht auch nicht ewig hält), denn es gibt vielfache andere Gefahren wie Einschläge in die Kuppel durch kleinere Meteoriten (schon ein sehr kleines Loch in der Kuppel kann verheerend sein - Sauerstoffverlust). Fakt ist doch eher, Lowell kann das letzte Biotop nicht retten wenn dessen Inhalt die Erde nicht mehr erreichen darf (das wären Kosten die ja keinen Profit bringen, also ist sprengen billiger). Hier geht es doch statt um Rettung eher um das Prinzip Hoffnung und die Aussage, dass man es nicht so weit kommen lassen darf. Wenn die letzten Wälder, Pflanzen und Tiere in Kuppel eingeschlossen im Weltraum transportiert werden, ist es eh schon zu spät. Und so etwas könnte eben nur passieren, wenn eine Mehrheit schweigt und keinen Widerstand leistet, während Minderheiten aus Raffgier, Machtgeilheit und Größenwahn jegliche Lebensgrundlage zerstören. Und an letzterem ist diese Minderheit in der Realität gerade kräftig dabei, indem z.B. Wasser zur Ware umfunktioniert wird (Beispiel der Konzern Nestle), oder Grundwasser verseucht (Förderung durch Fracking), in ganzen Regionen Staaten destabilisiert werden oder man schlicht sich den Kopf ernsthaft darüber zerbricht, ob und besonders wie ein Atomschlag gewinnbar ist. In dem Sinne war der Film Silent Running seiner Zeit sogar sehr weit voraus.
#4 Schnabel 2015-08-17 20:02
Der Film gehört zu meinen Lieblingsfilmen.Thema und Gesang - Joan Baez - waren sehr gut.

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