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Mad Max auf Tour im Zombieland - Wyrmwood - Road of the Dead

Wyrmwood - Road of the DeadMad Max auf Tour im Zombieland
Wyrmwood - Road of the Dead

Die junge Brooke hat verdammt viel Spaß mit ihren Freundinnen in einem alten Schuppen. Doch plötzlich schlägt der Spaß in blutigen Ernst um, denn eine der Freundinnen verwandelt sich plötzlich in einen blutrünstigen Zombie.

Bald sitzt Brooke in der Falle und ruft verzweifelt per Handy ihren Bruder Barry zu Hilfe.


Oh! Da sind wir aber schon etwas weit in die Handlung vorgedrungen und haben eigentlich den Anfang übersprungen. Doch genau der eigentliche Anfang greift der Handlung noch etwas mehr vor, was jedoch nicht wirklich schlimm ist. Denn nachdem der Zuschauer so schon mal von Null auf Einhundert außer Atem gebracht wurde, geht erst einmal alles wieder auf Anfang. Man will ja schließlich wissen, wie es mit der Zombie-Apokalypse angefangen hat.

SzenenfotoNicht kleckern, sondern gleich voll aufs Gaspedal:
Der Zuschauer bekommt bald die ersten Eindrücke in Sachen Familienleben des Mechanikers Barry, seiner Frau und seiner kleinen Tochter geliefert. Quasi also die ersten Minuten bei Friede, Freude und Eierkuchen, bis das in der Nacht plötzlich das Telefon klingelt und seine Schwester Brooke ihn panisch um Hilfe bittet. Das Problem besteht jedoch darin, dass sie in Australien nicht gerade mal nebenan um die Ecke wohnt.

Doch leider bleibt Berry nicht wirklich lange Zeit, Reisevorbereitungen zu treffen, denn plötzlich taucht seine Tochter im Schlafzimmer der Eltern auf und teilt ihm und ihrer Mutter mit, dass ein Fremder sich in der Küche aufhält. Als Berry den vermeintlichen Einbrecher zu überraschen versucht, stellt sich dieser als Zombie heraus, der sich gerade hungrig über das blutige Fleisch aus dem Kühlschrank her macht.

Natürlich erledigt Berry den Zombie und rüstet seine Familie, bevor man sich auf die Flucht begibt, noch mit Gasmasken aus, um dem höllischen Virus keine Angriffsmöglichkeiten zu bieten. Auf der Flucht müssen sie sich geradezu durch ganze Horden von Untoten mit dem Wagen pflügen. Doch weit außerhalb der Stadt nimmt seine Tochter die Gasmaske ab, weil ihr übel ist. Ein grausamer Fehler, denn der Virus schlägt zu und verwandelt sie in einen Zombie. Auch Berrys Frau wird angesteckt. Da sie Berry direkt nach der Verwandlung angreift, bleibt diesem nichts anderes übrig, als sie und seine Tochter mit einer Nagelpistole von ihrem schrecklichen Dasein zu erlösen.

Brooke – vom Regen in die Traufe:
Auch für Brooke scheint Hilfe in Form von zwei Militärangehörigen heran zu eilen. Diese legen zwar auch sogleich die Zombies um, doch entwickeln sich dann ihrerseits zu einer ernsten Gefahr für Brooke. Denn Brooke scheint über eine besondere Blutgruppe zu verfügen, die gegenüber dem Zombie-Virus resistent ist. Und genau auf solche Personen haben es dieses Soldaten und ein ziemlich verrückter und nicht minder sadistischer Wissenschaftler abgesehen.

SzenenfotoWertloses Benzin, Zombie-Gase und das schnelle sterben:
Berry, der eigentlich nach dem Tod seiner Familie selber sterben will, wird von einem anderen Mann davon tatkräftig abgehalten. Sie scheinen durch ihre Blutgruppe ebenfalls beide vor dem Virus sicher. Dass nutzt dem Retter von Berry jedoch nichts, denn der Australische Ureinwohner und Draufgänger Benny schießt ihm in seiner Panik den Kopf weg. Gemeinsam treffen Berry und Benny auf weitere Überlebende, die ebenso wie sie nicht wirklich von hier weg kommen. Fakt ist, dass urplötzlich alle Fahrzeuge nicht mehr funktionieren. Doch auch das liegt wohl am Virus, der neben Alkohol und Kerosin auch Treibstoff faktisch neutralisiert. Benzin ist daher plötzlich nicht mehr entzündbar und damit als Treibstoff völlig unbrauchbar geworden. Doch dann entdeckt Berry, dass die Zombies am Tage ein faulig riechendes Gas aus ihrem Mund absondern, dass wiederum hoch entzündlich ist. Gemeinsam erkämpfen sich die Männer gegen eine Horde Zombies ein Fahrzeug, dass sie komplett umbauen. Nebenbei benötigen sie jedoch auch einen Zombie, den sie durch seine Gasabsonderungen faktisch als Treibstofflieferanten verwenden können, um ihre Reise fortzusetzen.

Grausame Experimente und neue mentale Möglichkeiten:
Brooke, dem sadistischen Wissenschaftler hilflos ausgeliefert, bekommt von ihm mehrere Injektionen aus der Rückenmarksflüssigkeit eines gefangenen Zombies, die dieser dem Untoten aus dem Genick entnimmt. Sein Ziel ist es, damit und durch die besondere Blutgruppe von Brooke, ein Serum gegen den Zombie-Virus zu erhalten. Pech für Brooke, denn dieses Serum entzieht dieser Irre seinen immunen Opfern direkt über die Nase aus dem Gehirn, wobei sie selbst wohl ebenfalls wie die anderen sterben würde. Was wiederum der Wissenschaftler nicht ahnt, ist der Umstand, dass Brooke durch die Injektionen beginnt, völlige telepathische Kontrolle über die Untoten zu entwickeln. Mit Hilfe der Zombies gelingt es Brooke, den Wissenschaftler zu töten und einen Fluchtversuch zu unternehmen. Erst jetzt, befreit von ihren Fesseln merkt sie, dass sie sich in einem Labor auf einem fahrenden Lastwagen befindet und ihr Bruder Berry samt Kumpel Benny direkt hinter ihr her rasen. Zwar gelingt es ihnen mit Brooke erst einmal zu fliehen, doch ein Trupp weiterer gewissenloser Soldaten hat längst ihre Verfolgung aufgenommen. Im Busch von Australien kommt es dann zur letzten großen Auseinandersetzung zwischen den Soldaten einerseits sowie Berry, Brooke und Benny und einer Gruppe von blutgierigen Zombies andererseits.

SzenenfotoFrische Ideen und ein Endzeit-Kracher der rockt:
Seit George A. Romero 1968 mit DIE NACHT DER LEBENDEN TOTEN die Zombies auf die Kinos losgelassen hatte und 1978 mit ZOMBIES – DAWN OF THE DEAD den eigentlich modernen Untoten kreierte, sind diese Menschenfresser nicht mehr wirklich aus dem breiten Horror-Genre weg zu denken. Egal ob sie per Voodoo aus ihren stinkenden Gräbern ziemlich wurmstichig hervor gekrochen kommen, oder die Leichen per Virus zu neuerlichem, schrecklichen Leben mutieren. Sie sind regelmäßig präsent. Gerade in den letzten Jahren, gleich hinter der Vampir-Welle in allen Variationen, fressen sich die wandelnden Leichen beharrlich durch Romane, Kinofilme und Fernsehserien. Dazwischen häuft sich natürlich jede Menge Schrott zusammen in mittelmäßigen bis langweiligen Romanen und sinnfreien Filmen. Man denke nur an diese typische Teenager-Liebesschnulze, in der sich ein junges Mädchen in einen frisch als Leiche umher wandelnden Zombie-Dreamboy verliebt (frag mich jetzt bitte niemand nach dem Titel dieses Schinkens, ich versuche den Film noch zu verdrängen). Auch literarisch gibt es da jede Menge Ausschuss, der weder mit innovativen Ideen oder besonderen Wendungen aufwartet, geschweige denn mit solchem punkten könnte. Die Perlen in Sachen Zombies-Storys muss man sich also mühsam aus einem Wust von Maden heraus suchen.

SzenenfotoAlso ging ich an diesen Film auch nicht mit hohen Erwartungen heran, wobei mich filmisch diese Untoten noch eher zu reizen vermögen, als literarisch zwischen zwei Buchdeckeln. Und selbst im Film oder besonders in Fernsehfassungen wie THE WALKING DEAD fangen die Zombies an, langsam in eine Statistenrolle gedrängt zu werden, weil zwischenmenschliches Gekröse und machtgierige Lumpen ihnen förmlich die Show stehlen. Und dann kommen natürlich noch die Komödien in Sachen Hollywood-Zombies, die sich oft böse an der Grenze zur völlig überzogenen Albernheit bewegen. Ja, Perlen sind auch in Sachen Zombies mittlerweile rar gesät.

Doch mit WYRMWOOD – ROAD OF THE DEAD wurde ich äußerst positiv überrascht. Die Spezialeffekte und Masken lieferten perfektes Kino, der Wortwitz wird nicht übertrieben, sondern wohl dosiert über die gesamte Spielzeit eingesetzt und die Ideen, mit denen sich diese Zombies von den handelsüblichen Leichenbrüdern abheben, zeigen, dass sich die Macher des Action-Horror-Spektakels sich mal richtig den Kopf zerbrochen haben um dem Zuschauer einige neue Überraschungen zu bieten. Das ganze wird dann mit recht viel Blut sowie Splatter- und Gore-Szenen angereichert, so das über ca. 94 Minuten Spielzeit Langeweile überhaupt keine Chance mehr bekommt.

Mein Fazit:
Man kann bei dem Film WYRMWOOD – ROAD OF THE DEAD nur allen Fans des Genre zurufen: Greift zu und habt Spaß dabei!

In diesem Film wird mit dem Vorschlaghammer gestorben und gekämpft und bietet so wenig Raum für Weicheier, gleichzeitig lockert der wohl dosierte Wortwitz die Handlung perfekt auf und die Ideen um und mit den Zombies sind einfach nur als Grandios zu bezeichnen. Hier trifft wahrheitsgemäß der Zombie-Horror auf Mad Max-Endzeit-Action und fährt mit den Zuschauern zusammen fröhlich Achterbahn. Perlen im Bereich Zombie sind wie ich schon sagte, nicht in Massen zu finden, doch mit WYRMWOOD – ROAD OF THE DEAD hat man quasi eine dieser Perlen direkt im Player.

Wyrmwood - Road of the DeadVon mir bekommt der Film gedanklich festgehalten volle Fünf von Fünf Punkte – und das gleich bei dem Debüt von Kiah und Tristan Roache-Turner bei Regie, Produktion und Drehbuch.

Wyrmwood – Road of the Dead
mit Jay Gallagher, Bianca Bradey, Leon Burchill, Luke McKenzie, Yure Covich, Catherine Terracini, Keith Agius, Berryn Schwerdt, Meganne West, Cain Thompson, Beth Aubrey u.a.
Regie: Kiah Roache-Turner
Drehbuch: Kiah und Tristan Roache-Turner
Produzent: Tristan und Kiah Roache-Turner sowie Jamie Hilton
Spieldauer: 94 Minuten
Altersfreigabe: FSK 18.
Erscheinungstermin: DVD & Blu-rey, 6. August 2015
Filmvertrieb: Tiberius Film München
Australien 2014

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