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Die Fantasyfilme der 80iger: Schwert der Macht, der Olymp und ein Disney Drache

Fantasyfilme der 80iger1. Teil
Schwert der Macht, der Olymp und ein Disney Drache

1981 begann mit den Filmen  „EXCALIBUR“ (1981) und "KAMPF DER TITANEN" (Clash of the Titans, 1981) eine Film-Welle, die bald darauf auch nach Deutschland überschnappte und die mit dem Begriff „Fantasy – Film - Welle“ umschrieben werden kann. Interessant ist hierbei, dass diese beiden Filmproduktionen nicht aus Hollywood stammten, sondern englische Produktionen waren.


Erst ein Jahr später folgte mit „CONAN – DER BARBAR“  (CONAN – THE BARBARIAN, 1982), die erste wirkliche Großproduktion aus den USA, die nicht nur dem Fantasy – Film weiteren Auftrieb gab, sondern auch den Fantasy – Roman – Markt neu ankurbelte.

So erfuhren  nicht nur die Werke von Robert E. Howards  eine Renaissance und wurden in einer eigenen neuen Reihen neu aufgelegt, die in Deutschland im Heyne Verlag veröffentlicht wurden.

Auch weitere ‚alte’ Fantasy – Autoren wurden wiederentdeckt und viele neue kamen hinzu.

Doch kehren wir zu den Fantasy – Filmen zurück.

Mit Filmen wie „BEASTMASTER – DER BEFREITER“ (1982) mit Marc Singer und Tanja Roberts,  „DER DUNKLE KRISTALL“ (1983), „KRULL“ (1983),  UND „CONAN - Der Zerstörer“ (1984) mit Arnold Schwarzenegger sowie „DIE UNENDLICHE GESCHICHTE“ (1984), der eine goldene Leinwand gewann,  und „DER TAG DES FALKEN“
(Ladyhawke, 1985) mit Ruger Hauer und Michelle Pfeiffer erreichte die Fantasy – Welle schließlich  ihren Höhepunkt

Hinzu kamen Produktionen aus Italien wie „HERCULES“ (1983) mit Lou Ferrigno (bekannt als Hulk aus der gleichnamigen TV - Serie) oder „DUELL DER BESTEN“ mit Tanya Roberts.

Als letztes Aufbäumen der Fantasy – Film - Welle kann vermutlich der Film „WILLOW“ von George Lucas angesehen werden, der jedoch nicht den erhofften Erfolg (wie Lucas erste Star Wars – Filme) an den Kinokassen hatte, obwohl der Film immerhin über 57 Millionen Dollar einspielte und damit in  der Box Office – Liste des Jahres 1988 den 14. Platz belegte, noch vor „Rambo III“.

Natürlich gab es auch weiterhin Fantasy – Filme wie „DRAGON HEART“ (1996) mit Dennis Quaid, der den SATURN AWARD als „BESTER FANTASY – FILM“, gewann, doch erst die Verfilmung der „Herr der Ringe“ – Trilogie durch Peter Jackson lockten wieder Millionen in die Kinos und spielten Hunderte von Millionen Dollar  an den Kinokassen ein.

Plakat zu EXCALIBURAm 10. April hatte der Fantasy – Film „EXCALIBUR“ in den USA Premiere. Regisseur dieses Films war John Boorman, der mit Filmen wie „ZARDOZ“ (1974) und „Exorzist II - Der Ketzer“ (Exorcist II: The Heretic, 1977) bekannt geworden war.

Mit „EXCALIBUR“ wandte sich Boorman dem Artus – Stoff zu. Dem Film liegt Sir Thomas Malorys "Le Morte D'Artur" zugrunde, dem auch die Sagen von Parzival, Tristan, Lancelot und dem heiligen Gral entstammen.
Boorman verwendete für den Film aber überwiegend Motive aus Wagners Tristan und Isolde, Parzival und Rheingold.

„EXCALIBUR“ entstand in den herben, düsteren Landschaften Irlands, die ihren Teil dazu beitragen, die mystische Aura des Stoffes in entsprechender Weise in den Film einfließen zu lassen.

Als ich Nicol sagte, dass ich ihm die Rolle des Merlin anvertrauen wollte, fragte er: „Und wer ist meine Partnerin?“ Ich sagte: „Helen Mirren.“ Da meinte er, das sei ausgeschlossen. Ich fragte, wo das Problem liege, und er sagte: „Sie wollte mit mir schlafen, aber ich habe sie abgewiesen.“
Also sprach ich mit Helen Mirren. Doch auch sie lehnte eine Zusammenarbeit mit Nicol Williamson kategorisch ab - mit der Begründung: „Er wollte mich ins Bett zerren, aber ich habe ihn abblitzen lassen.“
Daraufhin engagierte ich kurzerhand beide, denn ich fand die Spannung zwischen ihnen für die Figuren im Film geradezu ideal. Keine Ahnung, ob sie letztlich doch noch miteinander in der Kiste gelandet sind!“ (1)

 

Nigel Terry als Artus im Endkampf gegen Modred (Robert Addie)Unter der Regierung von König Arthur (Nigel Terry) werden dem Land friedliche Jahre beschert.
Auf der Burg Camelot versammeln sich die tapfersten Ritter zu der legendären Tafelrunde. Das Unheil naht in Arthurs Halbschwester Morgana (Helen Mirren), die ihren Bruder verführt und ohne sein Wissen den gemeinsamen Sohn Mordred zur Welt bringt und aufzieht.
Düstere Zeiten brechen auf Camelot an. Arthur entdeckt, dass sein bester Freund Lancelot (Nicholas Clay) ihn mit seiner Frau Guenevere (Cherie Lunghi) betrügt; die Suche nach dem Heiligen Gral endet für die Ritter in einer Katastrophe. Am Schluss tritt Arthur gegen seinen eigenen Sohn Mordred in einem tödlichen Duell an.

Artus (Nigel Terry) vor der letzten Schlacht
„John Boormans bildgewaltige Umsetzung der Arthus-Sage gilt als eines der gelungensten Fantasy-Werke der 1980er-Jahre.
Gestalterisch besonders gelungen ist die Szenenfolge, in der eine Ansammlung von Rittern unter den wuchtigen Klängen von Carl Orffs Carmina Burana durch eine Allee von blühenden Apfelbäumen prescht.“  (2)

Der Mythos von König Artus, seinem Zauberer Merlin, den Rittern der Tafelrunde, dem sagenumwobenen Schwert "Excalibur" und der Gralssuche als bildgewaltiges, spannendes aber auch recht blutiges - deshalb für Kinder nicht geeignetes - Fantasy-Abenteuer, fernab vom kitschigen Pathos Hollywoods. Die wuchtige Musik stammt von Komponist Trevor Jones, der hier auch Wagner-Motive verwendete. (3)
Die deutschen Kinozuschauer mussten auf dem Film über ein halbes Jahr warten. Erst am 29. Oktober 1981 hatte er dort Premiere.

„EXCALIBUR“ spielte in den USA $34.967.437 ein und nahm in der Box Chart des Jahre 1981 den 18. Platz ein
Excalibur
GB 1981
Regie: John Boorman
Darsteller:
Nigel Terry, Helen Mirren, Nicholas Clay, Cherie Lunghi, Paul Geoffrey, Nicol Williamson, Gabriel Byrne, Liam Neeson

Plakat zu CLASH OF THE TITANS (Kampf der Titanen)Mit dem Fantasy - Film “KAMPF DER TITANEN“ (Clash of the Titans) hatten die deutschen Kinozuschauer da schon mehr Glück.

Der Film  aus der griechischen Sagenwelt kam bereits am 26. Juni 1981, also schon zwei Wochen nach der Premiere in den USA, in die deutschen Kinos.

Hera (Claire Bloom), die Gemahlin des Zeus (Laurence Olivier), ist wieder mal eifersüchtig. Aus dem Abenteuer des Göttervaters mit Königstochter Danae ist der junge Perseus (Harry Hamlin) hervorgegangen.
Um ihn und seine Mutter vor Racheakten zu bewahren, muss Poseidon auf Befehl des Zeus die Titanen auf Argos loslassen.
Weniger privilegiert als Perseus ist Calibos. Er muss entstellt in einem Sumpf leben ohne Hoffnung, die schöne Königstochter Andromeda heiraten zu können…

Was dem Film damals eine ganz besondere Note gab, waren die Monster und mythologischen Wesen, die Ray Harryhausen für den Film erschuf, der für die Spezial – Effekte in „KAMPF DER TITANEN“ verantwortlich war.

„Manchmal waren die Geschöpfe ganz anders, als wir sie uns zu Beginn des Drehbuchprozesses vorstellten.
Etwa Medusa: Ich schaute mir sämtliche klassische Konzepte von Medusa an: Sie war eine Frau mit einem sehr attraktiven Gesicht mit Schlangen im Haar.
Das war nicht sehr dramatisch. Also machten wir sie so hässlich wie möglich und schufen einen Schlangenkörper.
Wir brauchten dadurch keine Kleidung. Das funktionierte und zeigte, was eigentlich hinter Medusa steckte
.“ (4)
Harry Hamlin als Perseus

Für seine Arbeit wurde Ray Harryhausen 1981 auch mit dem „SATURN AWARD“ für die „BESTEN SPEZIALEFFEKTE“ nominiert.

„Die Effekte von Ray Harryhausen („Jason und die Argonauten“, 1963) machen den bunten Sagenmix sehenswert.“ (5)

Ray Harryhausen war Meister der „STOP MOTION TECHNIK“, wie er bereits in Filmen wie "Jason und die Argonauten", „Sindbads gefährliche Abenteuer“ oder "Sindbad und das Auge des Tigers" unter Beweis gestellt hatte.

Die GorgoneUnter „STOP MOTION“ versteht man eine Filmtechnik, mit der man einfache, leblose Gegenstände zum bewegen bringen kann. Bei dieser Technik wird zum Beispiel die Position eines Gegenstandes immer nur geringfügig verändert und abgefilmt.
Wenn man das nun mehrere Male gemacht hat und zum Schluss alle Bilder zusammenhängend ablaufen lässt, sieht es so aus, als ob dieser Gegenstand sich von alleine bewegt.

„KAMPF DER TITANTEN“ gilt zu recht als Kultfilm und als (letztes) Fantasy - Meisterwerk von Ray Harryhausen.

Der Film war ein Erfolg an den Kinokassen. Er spielte allein in den USA $41.092.328 ein und belegte damit den 11. Platz in Box Office – Liste des Jahres 1981.

Clash of the Titans,
GB 1981

Regie: Desmond Davis
Darsteller:
Laurence Olivier, Claire Bloom, Judi Bowker, Maggie Smith, Ursula Andress, Harry Hamlin, Burgess Meredith

Plakat zu DRAGONSLAYER (Der Drachentöter)Erst am 30. September 1982, also 15 Monate nach der Premiere in den USA, und nach „CONAN“ kam „DER DRACHENTÖTER“
in die deutschen Kinos. Das lag wohl daran, dass der Film in den USA an den Kinokasse floppte.
Galen (Peter MacNicol) tötet den Drachen

Es ist die Zeit der Ritter und holden Jungfrauen, der Drachen und Dämonen, in der Magier Ulrich (Ralph Richardson) und sein Lehrling Galen (Peter MacNicol) eines Tages um Hilfe gebeten werden.
Ein schrecklicher Drache sucht die Menschen aus dem Urland immer wieder heim. Um ihn zu besänftigen, verfügt König Casidorus (Peter Eyre), dem Untier jedes Jahr eine Jungfrau zu opfern.
Alle Frauen ab einem bestimmten Alter müssen an der alljährlichen, tödlichen «Lotterie» teilnehmen.
Ein Zauberer erklärt sich bereit, den Drachen zu töten. Doch als ihn der Urländer Tyrian (John Hallam) auf die Probe stellt, kommt Ulrich ums Leben.
So reist sein hitzköpfiger Lehrling allein mit den Urländern in ihre Heimat, um den Drachen zur Strecke zu bringen.
Der Drachen speit FeuerGalen gelingt es mit Hilfe seines magischen Amuletts, den Eingang zur Drachenhöhle zu verschütten. Doch als die Urländer ein rauschendes Fest feiern, taucht das rachsüchtige Monster wieder auf.
Der erzürnte König läßt Galen in den Kerker werfen. Doch als das Los Prinzessin Elspeth (Chloe Salaman) als Drachenopfer auserwählt, bittet der verzweifelte König Galen erneut um Hilfe…

„Der ungewöhnlich düstere, von Disney und Paramount produzierte Film lebt ganz von der detailverliebten Atmosphäre: Dunkelheit, Nebel und Rauch kontrastieren mit einer Lebenswelt, die nur vom Feuer erhellt wird. Dazu wabert und knistert die Musik von Alex North, der für den Soundtrack eine Oscar-Nominierung einheimste.
Ebenso preisverdächtig ging der Film für seine visuellen Effekte ins Rennen, verlor aber gegen Steven Spielbergs Abenteuer-Blockbuster «Jäger des verlorenen Schatzes.“  (6)
Galen (Peter MacNicol) tötet den Drachen
„Matthew Robbins ("Das Wunder in der 8. Straße") drehte dieses Fantasy-Spektakel, dessen Geschichte zwar recht einfach und harmlos daher kommt, die er aber dennoch spannend erzählt. "Der Drachentöter" kommt ohne erzwungenen Humor aus und verzichtet auf eine romantische Darstellung des Mittelalters. Ein echtes Märchen, aber ohne Schnörkel - und der Drache ist ein wahres künstlerisches Meisterwerk! Alex North wurde für den Soundtrack und Dennis Muren, Phil Tippett, Ken Ralston und Brian Johnson wurden für ihre visuellen Effekte für einen Oscar nominiert.“  (7)

Dragonslayer
USA 1981
Regie: Matthew Robbins
Darsteller:
Peter MacNicol, Caitlin Clarke, Ralph Richardson, John Hallam, Peter Eyre

(1) John Boorman
(2) Cinema Online
(3) Prisma Online
(4) Ray Harryhausen
(5) Cinema Online
(6) Cinema Online
(7) Prisma Online

© 2008 by Ingo Löchel
Bilder: Archiv des Autors

 

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