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SF-Nostalgie für die Ohren - Perry Rhodan: »Entscheidung im Wega-System«

Perry Rhodan - NostalgieboxNostalgie für die Ohren
Perry Rhodan: »Entscheidung im Wega-System«

Eigentlich hat Perry Rhodan ja längst die Suche nach der Unsterblichkeit ganz oben auf der Wunschliste. Nur leider sind die Topsider im Wega-System immer noch ein gewichtiges Ärgernis, welches auch die Position der Erde immer noch empfindlich gefährden kann. Aber auch die Stimmung der Ferronen gegenüber den Terranern ist nicht gerade harmonischer Natur. Denn so einige wären lieber wieder völlig unter sich.

Perry Rhodan NostalgieboxDa ist dann so ein Handelsstützpunkt der Terraner auf Ferrol für manche Ferronen auch schon so was wie eine feindliche Besatzungsmacht. In dem Punkt ist Chaktor offiziell nun auch im Widerstand gegen die Terraner. Trotzdem trifft der sich heimlich mit den Terranern um gemeinsam eine Aktion gegen die Topsider vorzubereiten. Denn deren Flotte wollen die Ferronen wie auch die Terraner langsam möglichst weit weg wissen.

Laut Rhodan wäre es natürlich wünschenswert, wenn dies ohne viele Tote abgehen würde, schließlich ist er im grunde seines Herzens auch humanitär gegenüber den Echsenwesen eingestellt, die sich wenig durch Gefühle aber stark durch das logische Denken leiten lassen (Spock aus STAR TREK lässt hier mal freundlich grüßen).

So wird dann auch ein großangelegtes Täuschungsmanöver in Gang gesetzt, bei dem Chaktor am Ende auch auf einem Mikroband die Koordinaten der Erde auf seiner Flucht mit sich führen soll. Doch die dortigen Koordinaten sind nicht die der Erde, sondern die des Kapella System. Und um die Topsider zu täuschen, lassen sich scheinbar auch ein paar Mutanten öffentlichkeitswirksam erschießen und man will auch dafür sorgen, das die Topsider glauben, das auf Kommando des "arkonidischen Administrator Rho-dan" eine größere Arkonidische Flotte auf dem Weg wäre (aber dazu unten etwas mehr).

"Jeder Tote ist einer zuviel."

(Aussage von Rhodan zu Thora hinsichtlich einer möglichen Vernichtung der gesamten Topsider-Flotte)

TopsiderDas vorgespielte Attentat sorgt unter den Ferronen aber auch dafür, das deren Stimmung hinsichtlich der Terraner wieder positiver wird. Und auch der gefangene Topsider Chren-Tork wird von den Mutanten und einem Psychostrahler in die Zange genommen, um nun in ihrem Sinne zu agieren. Dabei beobachtet der Mutant Tako Kakuta in einem unsichtbaren arkonidischen Kampfanzug, wie die Rebellen den Topsider Chren-Tork aus einem Gefangenenlager befreien. Chaktor gibt hierbei an, auch im Widerstand gegen die vermeindlichen Arkoniden (also Rhodan und Co.) zu sein und den Topsidern die entsprechenden Koordinaten von deren Kolonialwelt aushändigen zu können, wenn dafür im Gegenzug die Topsider vollständig und dauerhaft das Wega-System verlassen.

Gleichzeitig, um das Täuschungsmanöver auch wirklich Rund zu gestalten, funkt Major Nissan als Kommandant des Beiboot S7 eine verschlüsselte Nachricht aus dem Kapella-System, welche die Topsider natürlich mit Leichtigkeit entschlüsseln können. Hiermit sollen die Topsider eben glauben, das sich gerade auch eine riesige Flotte der Arkoniden auf dem Weg ins Wega-System befindet. Und um dem noch etwas Nachdruck zu verleihen, greift die STARDUST II. in der Nähe des 40ten Planeten des Wega-System ein und entfesselt eine Raumschlacht mit der Flotte der Topsider. Alles soll natürlich danach aussehen, als verfolge man den Ferronen Chaktor und den entflohenen Topsider Chren-Tork.

Auf dem Stützpunkt der Topsider auf dem sechsten Mond des 40ten Planeten des Wega-System nimmt indessen Chren-Tork die von Crest vorher gefälschten Koordinaten von Chaktor entgegen. Das Chrenk-Tork alerdings die Abmachung mit Chaktor einzuhalten gedenkt, dürfte eher in den Bereich der Märchen gehören. Dafür werden aber Tako Kakuta und Ras Tschubai mit zwei Raumjägern ausgeschickt, um Chaktor zu retten, der im Ohr einen geheimen Peilsender besitzt, bevor die Topsider eben mit der Flotte ins Kapella-System abrücken können.

"Sie scheinen zu glauben das ihre Pläne immer aufgehen - wie?"

(Thoras Ausspruch auf den Täuschungsplan von Rhodan)

Als sich die gesamte Flotte der Topsider per Hypersprung in Richtung Kapella-System aufmacht, stellt sich natürlich für Rhodan und seine Leute die heikle Frage, ob die Topsider zurückkehren werden, wenn sie merken, das sie im Kapella-System nichts vorfinden werden. Doch hier hat Rhodan mal wirklich die Rechung ohne die ungeahnte Kaltblütigkeit des Arkoniden Crest gemacht, der die Koordinaten so ausgefeilt hatte, dass die Flotte der Topsider aus dem Hyperraum heraus direkt im Zentrum der Sonne landen und dort unweigerlich völlig vernichtet werden.

Perry Rhodan NostalgieboxWäre Rhodan die Topsider wirklich los geworden?
Tja, wohl eher nicht. Denn die hätten sich eher gleich wieder mit gezückten Waffen zurück in Richtung Wega-System aufgemacht, wenn sie gemerkt hätten, das sie mit dem Kapella-System und einer angeblichen arkonidischen Kolonie dort offensichtlich geleimt worden sind. Oder anders gesagt, Rhodans Humanismus hätte das Problem mit den Topsidern hier eher nur zeitlich etwas verschoben.

Für so viel Humanismus gegenüber Feinden hatte jedoch Crest nicht so viel Verständnis und hat mit den errechneten und gelieferten Koordinaten auch heimlich gegenüber Rhodan gleich das Todesurteil für die Flotte der Topsider unterzeichnet. Das mag Rhodan sicherlich nicht schmecken, macht für ihn aber auch die Bahn frei für die Suche nach der Unsterblichkeit, ein sicheres Handelsabkommen mit Ferrol und eine weitere gesicherte Geheimhaltung der Erde. Alles das hätte er so nicht bekommen, hätte er weiterhin die Topsider mit Samthandschuhen angefasst, weil ihm irgendwie jedes Leben heilig erscheint.

Auf der anderen Seite muss man sich aber auch ab diesem Schlüsselmoment von der Sichtweise auf Crest de Zoltral verabschieden, bei dem man den Arkoniden als friedliebenden und umgänglichen alten Arkoniden hätte sehen können. Seine schlichte Erklärung für den offensichtlich knallhart geplanten Massenmord besteht sogar darin, das er eben Arkonide sei und deshalb aus seiner Haut nicht heraus könne. Ansonsten sei er nun aber etwas müde und würde sich gerne nun etwas ausruhen. Wenn das Verhalten des alten Mannes mal nicht ein gefundenes Fressen für einen Psychologen ist, dann weiß ich auch nicht mehr weiter.

Sicherlich hätte damals allerdings der Autor William Volz unserem alten Arkoniden im Vorfeld auf die Finger geklopft. Schließlich hat er ja auch maßgeblich an der Schraube mitgedreht, wo später diverse Raumschlachten plötzlich in ihrer Neufassung nur noch von sogenannten Roboterflotten geführt wurden. Für unseren schriftstellerischen Pazifisten senkte das natürlich erheblich die Sterberate von Terranern wie auch diversen Aliens früherer Romane der PR-Serie, während der Blechschaden keinen Einbruch zu verzeichnen hatte. Ich will ja hier nun nicht lästern, denn Frieden und so ist natürlich immer eine feine Sache, aber mit seinem Humanismus war Volz wahrlich nicht unbedingt immer auf einem realistischen Kurs, denn am Ende wird sich immer jemand fragen, wieso er nicht besser gleich den Schädel eines anderen einschlägt, um selbst vielleicht auf die Gewinnerstraße zu gelangen.

Ich weiß, das hört sich böse an, aber so ist das nun mal bei unserer Spezies und im Universum von Rhodan und Co. gleichen sich die meisten Aliens und eben die Menschen ja leider in dieser Hinsicht durchaus. Der später in der PR-Serie so "großen friedliebenden Spezies Mensch" steht nämlich schlicht immer sein Ego und sein Streben nach mehr im Wege, um wirklich glaubhaft friedlich sein zu können.

Was das "Kapella-System" angeht, so ist man sich auch in der PERRYPEDIA wohl nicht ganz schlüssig, ob Kapella nun mit K oder doch in einem Eintrag zum Thema "Topsider" lieber mit C (also Capella-System) geschrieben wird. Ich halte mich da deshalb an die Schreibweise, die ich auch zum Hörspiel in der PERRYPEDIA vorgefunden habe. Dafür bekommt ihr hier aber trotzdem von mir wieder die entsprechenden Tracks/Kapitel zum vorliegenden Hörspiel ENTSCHEIDUNG IM WEGA-SYSTEM aus der PERRYPEDIA geliefert.

1. Heimliches Treffen
2. Vorgetäuschte Flucht
3. Im Gefangenenlager
4. Unsichtbarer Kampfanzug
5. Abgehört
6. Hypersprung nach Kapella

Entscheidung im Wega-SystemWer aber jetzt in der PERRYPEDIA nachsieht, wird feststellen das der Track 3 dort IM GEFANGENLAGER heißt. Dies dürfte aber eher ein kleiner Fehler sein, da er sich so nämlich anhört, als hätte man da eine Tüte Deutsch gekauft, aber vergessen zu bezahlen. Aber gut, ist eigentlich nicht schlimm, kann jedem passieren und ich wollte hier nur eventuellen Fragen gleich den Wind aus den Segeln nehmen, falls mal jemand irgendwie in den Klugscheißermodus geraten sollte ... von wegen nicht sauber zitiert oder so.

Was gibt es sonst noch zu sagen? Tja, das Cover des Hörspiel passt schlicht nicht zur Handlung, da es sich hier um das Cover des PR-Romanheft 20 handelt, dessen Handlung auf der Venus spielt. Da hat nämlich das Militär nun das sagen im Ostblock und die versuchen auf der Venus an die Erungenschaften der arkonidischen Festung und der dortigen Positronik zu gelangen, um die Geschichte nun in ihrem Sinne schreiben zu können. Das fällt auch deshalb auf dem Cover auf, weil der dort abgebildete Raumfahrer auf der Brust einen großen roten Stern trägt (warum auch immer, denn wir reden hier ja nicht von der bekannten Sowjetunion sondern von einer erdachten Militärdiktatur). Und wer sich dann das im Hintergrund die kugelrunden Panzerfahrzeuge (besonders das  erste) mal genauer ansieht, welches auf drei Rädern zu fahren scheint, der entdeckt bei genauerem Hinsehen einen hübsch lächelnden Smiley mit einem kleinen Kanonenrohr auf dem Kopf. Ob das allerdings ein gewollter Gag seitens Johnny Bruck gewesen war, kann ich hier jedoch nicht bestätigen.

Was die Sprecherinnen und Sprecher angeht, kann ich ja wieder nicht meckern sondern nur rundum ein glockenhelles Lob herausposaunen. Thora nennt unseren Perry wiederum liebevoll einen Barbaren, während sie anfänglich sogar irgendwie eingeknickt wirkte in ihrem Verhalten gegenüber den Terranern im allgemeinen und Rhodan im besonderen. Und auch unser Bully hätte am liebsten zu Beginn gleich mit der STARDUST II. bei den Topsidern Tabula Rasa gemacht, allerdings konnte Perry ihn zumindest vor der erdachten Massenvernichtung noch zusammenpfeifen. Das hat aber dann ja nichts genutzt, wie wir hinsichtlich Crest ja nun wissen.

Aber auch die spacige Geräuschkulisse fand ich in dem Hörspiel (Episode 8) ENSCHEIDUNG IM WEGA-SYSTEM wirklich sehr gelungen und hatte was von dem wohlig-phantastischem Gefühl, welches bei alten SciFi-Filmen in meiner Jugend immer mal wieder Einzug gehalten hatte. Und so verabschiede ich mich nun auch wieder mit einem doch eher sicheren Hypersprung bis zum nächsten mal, wenn es dann um das Hörspiel PERRY RHODAN: DIE SPUR DURCH ZEIT UND RAUM (Episode 9) geht.

Perry Rhodan NostalgieboxEntscheidung im Wega-System
Perry Rhodan: Hörspiel-Episode: Nostalgiebox 8 von 12
Dialogbuch: H.G. Francis
Produktion und Regie: Heikedine Körting
Illustration: Johnny Bruck
Musik: Tonstudio Europa
Cast: Peer Schmidt, Uwe Friedrichsen, Rolf Jülich, Judy Winter, Ernst von Klipstein, Horst Stark, Gernot Endemann, Pia Werfel,  Horst Naumann, Holger Stein, Joachim Baumert, Michael Harck, Herbert Krol, Norbert Weber
Erstmalig erschienen: 1984 als MC/1999 als CD
Europa Hörspiele/Sony Music 2021

Kommentare  

#1 Toni 2022-01-22 14:43
Was soll man noch groß sagen: Wieder ein guter Artikel. :-)

Du hast recht. Die Spezies Mensch hat sich im Großen und Ganzen im Laufe ihrer Geschichte nicht gerade sehr hervorgetan, was die Menschlichkeit anbelangt. Herrscher und Religionen haben da ganz schön auf ihresgleichen draufgedroschen oder manipuliert (...und machen es noch), plus Massenvernichtung. Also schön Klappe halten, wenn es um Aliens geht. Wahrscheinlich machen sie deshalb einen Bogen um uns.

"... von wegen nicht sauber zitiert." Ja, auf diese Klugscheißerei habe ich auch keine Lust. Besonders Rechtschreibfetischisten haben es mir da angetan. Zum Glück ist hier beim Zauberspiegel zZ. alles ruhig.

Spacige Music gab es in den 80ern noch genug. Hawkwind hatte da so einiges zu bieten (z.B. LEVITATION) oder etwas früher Eloy aus Deutschland. IQ ging auch in diese Richtung. Die hätten auch Soundtracks für Perry machen können... :lol:
#2 Laurin 2022-01-22 16:01
@Toni:
Tja, im Augenblick wird ja wieder richtig saftig gezündelt um die Ukraine herum. Und was sagt uns das? Aus der Geschichte absolut nichts gelernt und das meine ich in beide Richtungen. Von daher wären wir wohl auch für mögliche Aliens wohl eher die kosmischen Schmuddelkinder, mit denen eh niemand spielen will.

Und ja, die Rechtschreibfetischisten, Als gäbe es nichts wichtigeres im Leben (und vor der eigenen Haustüre). Aber ich bin da ja freigiebig. Wer bei mir Fehler findet, der darf sie auch behalten. :lol:

Ich glaube da hatte ich mich im Artikel wohl etwas ungenau ausgedrückt. Ich meinte da weniger die Musik als schön Spacig, sondern so diverse Sound-Elemente, die man da in das Hörspiel mit reingepackt hatte. Aber du hast schon recht, in den 80ern gab es da so einige Bands, die schöne spacige Musik liefern konnten. :-)
#3 Friedhelm 2022-01-22 20:51
Ich bin da mal ganz ehrlich, vernuenftige Rechtschreibung ist für mich schon wichtig - auch in einem "Blogartikel".

Aber, Konrad ist einer, der weiss, wovon er schreibt - seine Artikel machen Spass, sind informativ
Da kann ich durchaus ein "Auge zudrücken"

"Nobody ist perfect" ...,"Thanks God..."

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