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Das Tor zur Hölle ist aufgestoßen - »Endzeit« Foster Folge 17

FosterDas Tor zur Hölle ist aufgestoßen
»Endzeit« (Foster Folge 17)

Der Dämon Sebul hat das Ende der Menschheit eingeleitet, indem seine Molochen sich über ihre hilflosen Opfer gnadenlos hermachen. Der Tod ist hierbei ein sicherer Gefährte dieser Höllenwesen und gesellschaftliche wie auch politische Strukturen werden förmlich pulverisiert. Dabei können auch nur die, die mit Sebuls Blut infiziert sind, die Molochen als finstere, ja fasst schon schattenhafte Wesen aus Rauch erkennen. Hat das Ende der Menschheit damit wirklich begonnen?

EndzeitEinen geballten Widerstand der Menschen müssen die Kreaturen der Hölle jedenfalls kaum noch fürchten, denn die blanke Panik greift um sich und sorgt eher für völlige Anarchie, in der dann sogar Menschen wiederum andere Menschen vergewaltigen und ermorden. So regelt neben den Molochen auch der Wahnsinn nun das wenige noch existierende Leben in den Straßen.

Hierzu aus dem Tagebuch von Dunja Ivanowa: "Der Krieg gegen die Menschen dauerte keine zwei Tage. Am ersten Tag brach die Infrastruktur zusammen. Überall auf der Welt starben Menschen scheinbar grundlos. Es traf die Anführer zuerst. Präsidenten. Militärs. [...] Noch bevor der erste Tag zu Ende ging, gab es keine Ordnung mehr."

Dabei ist es genau Dunja Ivanowa, die vielleicht an der schlimmen Situation selber einen gehörigen Anteil hat. Denn wegen dem Tod ihres Bruders durch Foster, scheint sie nur noch aus unstillbaren Rachegedanken zu bestehen, weshalb sie den bereits stark verletzten Foster auch nur zu gerne den ultimativen Todesstoß verpassen würde. Doch daran wird sie erst einmal gehindert.

Und da Foster offensichtlich durch Dunja bereits schwer verletzt wurde, wäre hinsichtlich des grauenhaften Chaos rings um sie herum das Ende der Menschheit eigentlich nur noch eine Frage der Zeit. Doch selbst für Sebul läuft offenbar nicht alles so, wie er es vielleicht zu Beginn einmal geplant hatte. Denn es sind die internen Kämpfe der Dämonen, die sich kurz vor der Apokalypse immer offensichtlicher gegen Sebul selbst auflehnen. Doch auch sie müssen sich am Ende geschlagen geben, denn Sebuls Macht wächst geradezu ins schier Unermessliche.

Doch es gibt vielleicht noch einen kleinen Hoffnungsschimmer für die Menschheit, doch dieser lastet einzig und alleine auf den Schultern von Fosters, der sich dafür selbst dem Dämon Sebul stellen muss, um ihn mit seiner eigenen Vergangenheit zu konfrontieren. Denn auch Sebul war nicht immer eine Kreatur der Finsternis in seiner eigenen Welt gewesen. Doch wird Foster selbst dann noch siegreich aus der Auseinandersetzung hervorgehen? Wohl kaum, denn in ihm fließt ebenfalls auch das Blut von Sebul und deshalb ist auch wohl seine Zeit auf dieser Erde gezählt.

EndzeitÄhnlich wie bei den Posaunen des Weltuntergang ...
...setzt Oliver Döring bei der Apokalypse innerhalb der Hörspielserie FOSTER auf einen ordentlichen Knall, der die Hörerinnen und Hörer mal so richtig mitreißen soll. Wer allerdings gerade nicht weiß, was ich in der Zwischenüberschrift mit "Posaunen" meine, dem sein hier nur kurz die Bibel  in einem recht ähnlichen Fall mal im Schnelldurchlauf erklärt.

Denn hier erschallen durch die Engel (oder dem Erzengel Gabriel ... egal wen man nun für musikalischer hält) die Posaunen, reißen durch ihren Klang die Mauern der Städte nieder und läuten den Untergang der Menschheit ein. So die wirklich kürzeste Kurzfassung aus der Bibel.

Nun, mit Posaunen hat man es bei Foster gerade nicht so, aber es werden durchaus so einige Register in Sachen Geräuscheffekte gezogen, um die Handlung hier recht bombastisch in Szene zu setzen. Laute ängstliche Stimmen, Explosionen, Schüsse und Todesschreie aus dem Chaos heraus prägen die letzte Schlacht zwischen Gut und Böse, bevor sie unter Umständen plötzlich abbrechen, weil gerade ein schneller Szenenwechsel engeleitet wurde. Doch kann ich hier einmal ohne Hintergedanken sagen, dass die betreffende akustische Action neben den wichtigen Dialogen der jeweiligen Figuren mich als Zuhörer wirklich sehr positiv überraschten. Denn dieses Chaos und das geballte Leid, welches hier perfekt transportiert wird, schafft eben auch eine recht beklemmende Atmosphäre.

Aber auch die musikalische Unterfütterung ist hierbei ebenso von einer markanten wie finsteren Natur, was natürlich gerade für eine Horrorreihe durchaus zu gefallen weiß. Um das ganze dann noch etwas schauriger zu machen, kommen so manche verzerrten Stimmen besonders der dämonischen Art daher, die eben diese Kreaturen der Hölle noch um so animalischer erscheinen lassen.

Letzteres funktionierte ja schon in den letzten Folgen von Foster recht gut, wenn es um die dämonische Stimme in seinem Kopf ging, die sich zumeist zu den ungünstigsten Zeiten für unseren Helden, aber dafür recht gruselig für den Hörer artikulierten. Das bekam ich in einer solchen Perfektion jedenfalls noch nie wirklich bei anderen Hörspielen so intensiv geboten. Man kann also feststellen, das hier alles wirklich rund läuft und dabei nichts irgendwie deplatziert wirken würde.

Natürlich kann in gerade den Teilen des Hörspiels der eine oder andere kleine Satz etwas dem Lärm zum Opfer fallen. Das merke ich eigentlich bei Hörspielen immer mal mehr oder mal weniger, weil aber auch das eigene Gehör nicht mit zunehmendem Alter besser wird und ich daher auch nicht so wirklich mehr bei überlangen Actionszenen entsprechende Feinheiten genauer mitbekomme. Aber natürlich kommt auch hinzu, das ich ja Hörspiele bzw. Hörbücher generell nur mit Kopfhörer genieße, um möglichst alles an Geräuschen um mich herum zu eliminieren, was mich von der eigentlichen Handlung ebenfalls ablenken könnte. Im Kino mag man es ja auch nicht wirklich, wenn hinter einem immer einer versucht, sich lautstark mit seinem Nachbarn zu unterhalten oder am Handy zu telefonieren, wenn man selbst ungestört der Filmhandlung folgen möchte. Und so ein gutes Hörspiel ist ja auch irgendwie wie Kino für die Ohren.

Gesamt gesehen machen aber auch in dieser letzten Episode der Hörspielserie FOSTER die Sprecherinnen und Sprecher wieder einen erstklassigen Job. Besonders Maximiliane Häckle (um sie hier einmal besonders hervorzuheben) kommt in ihrer Rolle als Dunja Ivanowa recht düster und zu Beginn auch glaubwürdig rachsüchtig herüber und sorgt so schon für einen Gänsehauteffekt bei mir. Nur an dem russischen Akzent hätte man vielleicht noch ein wenig feilen dürfen, was sich aber hier nun keineswegs störend ausgewirkt, weil er schlicht nicht wirklich vorhanden war. Auch Klaus Dieter Klebsch weiß als Cooper hier durchaus jede Menge Punkte bei mir zu machen. Und was Thomas Nero Wolff betrifft, muss ich hier wohl kaum nochmals tief in die Lobeskiste greifen müssen. Er wurde für mich hier in dieser Hörspielserie die markanteste Stimme des Helden mit ordentlichen Ecken und Kanten schlechthin. Denn jeder weichgespülte und moralisch immer auf dem höchsten Stand agierende Held wäre für mich sicherlich eher eine Qual als eine Freude gewesen. Für den einen oder anderen witzigen Ausspruch (mitunter auch mal in etwas derberer Natur wie bei den "Falten in der Vorhaut") sorgt hier wieder Asad Schwarz in seiner Rolle des drogensüchtigen Computer- und Komunikationsspezialisten Sniffer, der mir schon in der gesamten Hörspielserie Foster immer mal wieder ein Lächeln aufs Gesicht zauberte.

Der letzte Tag der MenschheitEin Türchen bleibt aber vorsichtshalber offen:
Ja, in Folge 17 der Hörspielserie FOSTER unter dem Titel ENDZEIT  wird uns eine düstere Apokalypse serviert, die recht eindringlich in Szene gesetzt wurde. Gleichsam sorgen recht flotte Schnitte dafür, das die verschiedenen Figuren gemeinsam diesen letzten Akt in hörbarer Form erzählen können, so das niemand hier nun aus Zeitmangel einfach unter den Tisch fallen gelassen wird. Das Tempo ist hier natürlich wesentlich höher angesetzt als etwa in den letzten zwei Episoden. Allerdings passt dies für das Finale wie die Faust aufs Auge und ist in ihrer Gesamtheit über die Handlung hinweg geradezu perfekt in Sachen Atmosphäre und Spannung umgesetzt worden.

Aber es wäre hier nun wohl auch ein kleiner Treppenwitz, wenn hier die Aufmerksamkeit der Hörerschaft nun nochmals gesondert angemahnt werden müsste., denn ohne eine entsprechende Aufmerksamkeit geht es bei Hörspielen eben nie wirklich.

Und wer hier eben etwas aufmerksamer zuhört hat, der wird durchaus auch registriert haben, dass man sich hinsichtlich der Serie FOSTER durchaus noch ein kleines Hintertürchen für zukünftige gruselige Abenteuer offen gelassen hat. Denn das Ende bleibt hier in meinen Augen recht düster und würde so noch einiges an interessanten Vorlagen für weitere spannende Entwicklungen bieten. Foster mag vielleicht mit dem Dämon Sebul verschwunden sein, aber Dunja trug ja netter Weise bereits seinen Stammhalter unter ihrem Herzen. Ob wir allerdings wieder auf Foster (oder vielleicht seinem Sohn) im Kampf gegen die höllischen Mächte treffen werden, liegt aber leider schlicht in den Sternen. Generell aber kann man hier sagen, dass innerhalb der letzten Folge der Hörspielserie FOSTER unter Dem Titel ENDZEIT noch einmal an Action, düsteren Elementen und spannungsgeladener Handlung alles aufgefahren wurde, was die Serie an sich über die gesamte Länge von 17 Folgen (CDs) hinweg in sehr positiver Weise ausgemacht hatte. Und mit diesem Schlusssatz kann ich auch von dieser Stelle allen Interessentinnen und Interessenten dieser Hörspielserie nur noch einmal wärmstens ans Herz legen.

EndzeitEndzeit
Foster (17)
mit Thomas Nero Wolff, K. Dieter Klebsch, Antje von der Ahe, Asad Schwarz, Maximiliane Häcke, Antje von der Ahe, Denis Schmidt-Foß, Luisa Wietzorek, Philipp Schepmann, Bodo Wolf, Rafael Weissengruber, Jörg Döring, Rainer Döring, Christin Quander, Tobias Brecklinghaus, Daniela Thuar, Florian Clyde u.a.
Story, Buch und Regie: Oliver Döring
Produktionsleitung: Ila Panke
Tontechnik: Thomas Nokielski
Coverbild: Gabriel Devue
Grafik: Lars Volbrecht
Musik: Universal Publishing Production Music/trevista.de
Produktion: Alex Stelkens, Sebastian Pobot, Oliver Döring
VÖ: 07. August 2020
Dauer: 69 Minuten
ISBN: 978-3-9462-0765-8
IMAGA Hörspiele 2020

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