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HANS KNEIFEL und die Serie MYTHOR

Mythor - Die zweite deutsche FantasyserieHANS KNEIFEL ...
... und die Serie MYTHOR

Meine erste ‚Begegnung‘ mit dem Schrifsteller Hans Kneifel hatte ich mit den beiden Mythor-Romanen „DIE PESTSTADT“ (erschienen am 3. Juni 1980) sowie „DER BESTIENHELM“ (erschienen am 10. Juni 1980), die ich bis heute  zu den Highlights der Fantasy-Serie zähle.

Denn selten hat man einen Autor gesehen, der Kämpfe und Schlachten so bildlich und realistisch darstellen konnte, wie Hans Kneifel, so dass man sich als Leser so fühlte, als erlebe man diese hautnah mit bzw. als säße man bei den Kämpfen in der ersten Reihe.


Die Peststadt„DIE PESTSTADT“ sowie „DER BESTIENHELM“ alles, was einen guten Fantasy-Roman ausmacht: Kämpfe, Mut, Liebe, Freundschaft und Verrat.

Zudem gelang es Hans Kneifel mit den beiden Luxon-Romanen „UNTER DEM SCHWERTMOND“ und „DIE WAFFEN DES LICHTBOTEN“ - nach den vielen sehr faden Romanen der übrigen Autoren des Mythor-Teams im Gorgan-Zyklus -   endlich wieder Spannung in die Fantasy-Serie zu bringen.

Ich persönlich mochte die Figur des Luxon von Anfang nicht, aber so ging es vermutlich vielen anderen Mythor-Lesern auch. Aber Hans Kneifel gelang es trotzdem durch seine spannende Schreibweise, mich als Luxon-Gegner mit seinen Romanen zu überzeugen.

Und dieser Erfolg von Hans Kneifel kam nicht ohne Grund.

Denn er verstand, wie kein anderer, sein Handwerk, so dass man als Leser der Serie darüber hinwegsah, dass Kneifel die Abenteuer von Luxon übernahm, gerade weil die Kneifel-Romane in der Mythor-Serie ihre Qualität (neben denen von Hugh Walker) bis zum Ende des Schattenzonen-Zyklus halten konnten.

In Hadam wartet der HenkerEin weiteres Highlight der Fantasy-Serie war „IN HADAM WARTET DER HENKER“, in dem es Kneifel ebenfalls gelang, einen sehr spannenden und atmosphärisch dichten Mythor-Roman zu schreiben, mit denen er  an seine beiden Highlights „DIE PESTSTADT“ sowie „DER BESTIENHELM“ anknüpfen konnte, insbesondere was die Kämpfe zwischen den Armeen Luxons und des Shallad Hadamur betraf.

Danach ging es mit „IRRFAHRT DURCH DIE DÜSTERZONE“ etwas ‚ruhiger‘ zu.

Aber leider kümmerte sich Hans Kneifel im Vanga-Zyklus nicht alleine um Luxon. Neben ihm schrieben die Autoren Horst Hoffmann sowie Peter Terrid je zwei Abenteuer mit dem Sohn des getöteten Shallad.
Doch zwischen den Kneifel-Romanen „IN HADAM WARTET DER HENKER“ sowie „IRRFAHRT DURCH DIE DÜSTERZONE“ sowie „DAS BÖSE AUGE“ und „DIE RIESEN VOM HUNGERTURM“, beide von Horst Hoffmann, oder „ABENTEUER IN ERRON“ und „DIE GOLDENE RIESIN“, beide von Peter Terrid, gibt es gewaltige Unterschiede bzw. liegen tatsächlich Welten.

Wer diese Romane besitzt, sollte sich einmal die Zeit nehmen, diese Romane zu lesen und miteinander zu vergleichen. Dann wird er oder sie die Unterschiede selbst feststellen können.

Wo die Werke von Hoffmann und Terrid ein teils langatmige Handlung aufweisen, die man getrost auf einen Band hätte zusammenlegen können, ist dass bei den Kneifel-Romanen nicht der Fall. Seine Romane sind viel flüssiger und gradliniger geschrieben und weisen eine viel besser ausgearbeitet Handlung auf. 

Durch die Alptraumritter und deren Geheimnisse sowie Hinterlassenschaften konnte - neben Hugh Walker mit seinen Nottr-Abenteuer - auch Kneifel während des Schattenzonen-Zyklus noch einmal punkten, gerade weil sich Luxon als rechtmäßiger Shallad zum Positiven verändert hatte und er nun zusammen mit Necron ein Alptraumritter geworden war.

Da ich nach dem Roman „ALLUMEDDON“ aufgehört habe, die Fantasy-Serie „MYTHOR“ zu lesen, kann ich zu Hans Kneifels Romanen nach dem Schattenzonene-Zyklus leider nichts sagen. Es ist aber zu vermuten, dass seine Romane im letzten Mythor-Zyklus auch qualitativ hochwertig blieben.

Hans KneifelInsgesamt hat Hans Kneifel 40 Mythor-Romane geschrieben, die aber nur einen sehr geringen Teil seines Gesamt-Werkes ausmachen.

Nichtsdestotrotz waren für mich seine Mythor-Romane– neben denen von Hugh Walker - immer ein Highlight der Fantasy-Serie gewesen, und sind es bis heute, auch nachdem ich mich aufgrund meiner Mythor-Artikelserien noch einmal eingehender mit der Fantasy-Serie beschäftigt habe, geblieben.

So bleibt für mich der Autor Hans Kneifel in positiver Erinnerung. Nicht nur in Bezug auf seine Mythor-Romane, sondern auch in Bezug auf seine historischen Romane, wie z. B. „Babylon – Das Siegel des Hammurabi“ oder „Der Bronzehändler“, die er ab Anfang der 1990er Jahre geschrieben hat.

Denn auch hier konnte man dem Autor, besonders in Bezug auf seine historischen Kenntnisse und in Fragen der Spannung, ebenfalls nichts vormachen.

Zur EinleitungZur Übersicht

Hans Kneifels Mythor-Romane
007: Die Peststadt
008: Der Bestienhelm
019: Das verwunschene Tal
020: Der Mann auf dem Einhorn
025: Die Kundschafter
026: Im Niemandsland
031: Der Glücksritter
038: Der Meisterdieb
039: Die drei Dämonischen
047: Unter dem Schwertmond
048: Die Waffen des Lichtboten
058: In Hadam wartet der Henker
059: Irrfahrt durch die Düsterzone
072: An den Springquellen
073: Die Alptraumritter
079: Das Tal der Schmetterlinge
080: Palast der Tränen
097: Tempel der Rache
098: Mit Schwert und Magie
110: Der neue Herrscher
116: Die Todespfeiler
122: Der Hexer von Quin
128: Jäger des Einhorns
134: Der unsichtbare Feind
138: Der Berg des Lichts
140: Am Anfang war das Chaos
146: Das Spiel der Götter
153: Die Pranke des Löwen
154: Die Schlangengrube
158: Das Herz der Schlange
165: Verbotene Träume
169: Masken des flammenden Todes
170: Hüter des magischen Schatzes
174: Die Söhne des Kriegers
175: Im verbotenen Land
178: Der Wall und das Mausoleum
182: Rückkehr des Alleshändlers
183: Die Schlacht um Skarpalien
188: Occunosta
191: Flammen über Stong-Nil-Lumen

© by Ingo Löchel

Kommentare  

#1 Michael Wuttke 2012-03-17 08:29
Er wird mir fehlen. Ad astra, Hanns ...
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#2 Andreas Decker 2012-03-17 19:00
Zitat:
Ich persönlich mochte die Figur des Luxon von Anfang nicht, aber so ging es vermutlich vielen anderen Mythor-Lesern auch.
Das blöde an Luxon war, dass er viel interessanter als der langweilige Mythor war. Eigentlich war jede Figur interessanter als Mythor :P Mit seinem Rüstzeug an historischen Recherchen war Hanns Kneifel einfach im Vorteil. Darum wirkten seine Romane auch so authentisch.
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