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»Der Meister des Übersinnlichen« ... und die frühen Jahre vor W.K.Giesa (Liebhaber Edition 14)

Professor vor WKG»Der Meister des Übersinnlichen«...
...und die frühen Jahre vor W.K.Giesa
(Liebhaber Edition 14)

Bis das W. K. Giesa das Zepter bei PROFESSOR ZAMORRA aus dem Bastei-Verlag schwingen konnte, hatten sich schon so einige Autoren in der Serie verewigt und so manche Monster zur Strecke gebracht (zirka alle vierzehn Tage eines mindestens). Von Dämonen aus den weiten des Universums war da noch keine Rede und der Phantasie der Autoren war da, logischer oder unlogischer Art, eigentlich keine Grenze gesetzt.

 

Man mag es mir hier auch nachsehen, aber manchmal war selbst ein späterer JOHN SINCLAIR auch mal spannender als ein alter PROFESSOR ZAMORRA. Zumindest habe ich hier mal eine Ausgabe der LIEBHABER-EDITION ausgewählt, in der es um Blut, Vampirismus und wieder Blut geht...irgendwie! Es handelt sich hier um die LIEBHABER-EDITION 14 unseres Meisters des Übersinnlichen.

DAS TEUFELSAUGE (erschienen 07.Oktober 1975) und DRACULAS ERBEN (erschienen 21. Oktober 1975) stammen von Dieter Saupe, der auch in der Reihe GESPENSTER-KRIMI unter den Sammelpseudonymen Brian Elliot und Frank deLorca viele durchaus schöne Romane verfasste. Wenden wir uns also nun mit reichlich Gänsehaut bewaffnet den einzelnen Abenteuern unseres Professors zu:

Das TeufelsaugeDAS TEUFELSAUGE/PZ-Band 34:
Eigentlich wollen unsere Helden Zamorra, Nicole Duval und Bill Fleming ja zum ausspannen nach Ibiza, doch da macht ihnen Merlins Stern einen Strich durch die Rechnung. Das Böse hatte zugeschlagen und Professor Zamorra eilt per Flugzeug nach Portugal während Bill und Nicole mit dem Wagen nachkommen (und irgendwie lässt dabei Bill Fleming bei Nicole Duval den  Playboy raushängen). In der Stadt Porto zumindest hat die dortige Polizei ein eigentümliches Verhältnis zu einer einäugigen Zigeunerin die die Stadt von Vampiren frei halten soll und dafür mit Mengen von Branntwein entlohnt wird.

Eigentlich glaubte Kapitän Capoa von der örtlichen Polizeistation das der Spuk mit der jungen Vampirin dank der Zigeunerin La Zanuga und ihrer Teufelsgeige bereits erledigt ist, denn La Zanuga plegt die Vampire mit ihrem Spiel auf der Geige zu bannen und dann zu töten, doch Zamorra belehrt ihn eines anderen. Denn schon wieder hat eine junge und hübsche Krankenschwester einem Menschen plötzlich das Blut ausgesaugt. Doch sehr bald fragt sich Professor Zamorra welches Spiel die einäugige La Zanuga wirklich spielt und Nicole Duval stellt ihr als angebliche Krankenschwester eine Falle.

Fazit: Eine wirklich gute Story die gut zu unterhalten weiß. Nur sollte man keine tief greifende Logik suchen in der gesamten Handlung. Wenn die Zigeunerin La Zanuga selbst eine Vampirin ist, wieso macht sie erst junge Mädchen zu Blutsaugern, trinkt dann deren Blut und tötet sie dann? Zumindest würde sie sich eine Menge Arbeit sparen wenn sie ihre Opfer direkt beißt, aber vielleicht ist sie ja durchaus gerissen und hält so ihre Tarnung aufrecht. Was sie aber, sofern sie eine Vampirin ist, mit den Mengen von Alkohol (Marke Saufziege) will, bleibt mir ein Rätsel. Die Angriffe der Vampire scheinen auch nicht unbedingt nur bei Nacht zu passieren und auch La Zanuga bewegt sich nicht schlecht am Tage, so das man hier bereits die Idee so genannter Tageslicht-Vampire herauslesen kann!

Draculas ErbeDRACULAS ERBEN/PZ Band 35:
Im nächsten Abenteuer unseres Meisters des Übersinnlichen kehren wir in die Wiege der Vampire, nach Transsylvanien zurück, wo auch einige Nachfahren türkischer Abstammung sich angesiedelt hatten und etwa als Weinbauern ihr Dasein bestreiten. Natürlich geht ihre Abstammung auf die früheren Kriege des osmanischen Reiches zurück und diese Familien sind eben in Transsylvanien hängen geblieben.

Plötzlich jedoch geschieht seltsames. Das Wasser eines See verschwindet in einem Berg, der durch den Druck förmlich weggesprengt wird und deren Opfer eben die Familien mit türkischen Vorfahren sind. Diese Zusammenhänge sehend bittet der örtliche Kommissar der Polizei Professor Zamorra um Hilfe, denn irgendwas geht da nicht mit rechten Dingen zu und das Zamorra sich damit auskennt, hat man in der Zeitung bereits gelesen wo es um den Fall in Portugal ging (DAS TEUFELSAUGE/PZ-Band 34).

Jara Yäntak, ein hübsches junges Mädchen steigt in eine Grotte die sich freigelegt hatte und stößt auf die Dämonen die das ganze verursacht haben. Zwar kann sie ihnen entkommen, doch droht man ihr aufgrund ihrer türkischen Abstammung sie doch bald in der Nacht zu holen. Doch soweit lässt Jana Yäntak es nicht kommen und sie versucht selbst den Tod ihrer Eltern und Geschwister zu rächen. Natürlich folgen ihr Zamorra, Nicole Duval und der Kommissar Mihail Petescu, doch für Jara Yäntak können sie nichts mehr tun denn sie wird das Opfer der Dracula-Väter György und Nathan Draccu. Gleichsam müssen sie jedoch auch die junge Gora Gölem überzeugen bevor erneut eine Katastrophe passiert, die die Dracula-Väter in Gang gesetzt haben.

Fazit: Man mag mir hier verzeihen, aber diese Story schwächelt doch arg und wirkliche Spannung kam bei mir nicht auf. Zwar hält sich hier Dieter Saupe an die Vampirlegende wonach Vampire eben nicht ins Sonnenlicht kommen dürfen wenn sie nicht sterben wollen, aber die Jungs sind mir einfach zu platt geschildert. Selbst wo am Anfang der Berg durch den Druck des Wassers vom ersten See weg gesprengt wird, kommt mir die Handlung doch schon recht bemüht vor. Auch die Dracula-Väter selbst können das ganze nicht wirklich spannender gestalten und in meinem Kopf-Kino entstand immer wieder das Bild zweier bösartiger Rentner statt gefürchteter Vampire. Im Gegensatz zum Vorgänger-Roman also ein deutlicher Abfall im Unterhaltungswert.

Zitat Seite 114:
"Die Gestalt, hoch aufgerichtet. Weiß wie Kreide. Mit den rot geränderten Augen, die jedem Menschen Todesfurcht einjagten. die großen Kälberzähne der Gestalt blitzten Jara an."
Mal ehrlich, spätestens wenn der Vampir mit so einem Gebiss bei mir den Mund aufgemacht hätte, hätte ich ihm aus Mitleid einen guten Zahnarzt empfohlen!

Liebhaber Edition 14Ein weiteres Zitat, diesmal aus dem Roman DAS TEUFELSAUGE möchte ich hier auch nicht unterschlagen. Wer da die Schreibe von W.K.Giesa heute als veraltet und altbacken hinstellen möchte, der sollte sich das nicht entgehen lassen:

Zitat Seite 5:
"Der Amerikaner betrachtete das junge Mädchen mit Wohlgefallen. Seine Blicke umschlossen mit zärtlicher Begierde Nicoles gut gebauten Körper. Sie wanderten von den schmalen Fesseln an den Beinen hoch, glitten über die Hüften und den prachtvollen, straffen Oberbau bis zu ihrem Gesicht. für Sekunden trafen diese Blicke mit denen des Mädchens zusammen."
Also, irgendwie erinnert mich diese Beschreibung an einen Film mit dem Titel "Vater, Mutter und neun Kinder", nur das im Roman Heinz Erhardt nicht plötzlich in die Szene platzt und einen seiner genialen Satzverdreher vom Stapel lässt! Und solche Sätze die glatt aus den Wirtschaftswunderjahren stammen könnten gibt es da noch einige, ich sage da nur Autofahrt von Nicole Duval und Bill Fleming! Also bitte Leute, da ist W.K. Giesas Schreibe fast zeitlos modern!

Durchaus interessant und wohltuend ist jedoch das Zamorras Amulett keine übermächtige Rolle spielt. Vielmehr bleibt Merlins Stern ein Hilfsmittel das seinen Nutzen hat aber wie gesagt nicht schnell mal alles in Wohlgefallen auflöst, nur weil dem Autor nur noch zwei Seiten verbleiben um den Roman abzuschließen. Egal ob Merlins Stern bei Professor Zamorra oder das Kreuz bei seinem Berufskollegen JOHN SINCLAIR, mit dem fortschreiten der Serien wurden deren Hilfsmittel immer etwas zu mächtig und das verpaßt jeder Spannung einen gehörigen Knacks.

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