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Das falsche Spiel des Bösen - »Hexenhammer: Alles Leid währt Ewigkeit«

HexenhammerDas falsche Spiel des Bösen
»Hexenhammer: Alles Leid währt Ewigkeit«

Wer regelmäßig, oder zumindest einige Romane der Serie DORIAN HUNTER (ehemals DÄMONENKILLER) oder DAS HAUS ZAMIS liest bzw. gelesen hatte, egal ob nun die hübschen Taschenbuchausgaben des Zaubermond Verlag, oder den neu aufgelegten Heftromanen seitens des Bastei Verlag, dürfte eventuell an der Figur des Olivaro nicht vorbeikommen. Im Spin-off HEXENHAMMER aus dem Zaubermond Verlag trägt er auch den Namen Heinrich Cornelius Mudt von Gilding.

Hexenhammer: Alles Leid währt EwigkeitUnd er gehört hier nicht zu den Guten.

Allerdings kann man wohl auch durchaus sagen, das gerade die Vergangenheitsabenteuer von DORIAN HUNTER immer wieder auf eine besondere Begeisterung bei den LeserInnen und Fans stoßen. Und spätestens hier sollte man dann auch auf die Taschenbücher des Spin-off HEXENHAMMER - MALLEUS MALEFICARUM aus dem Zaubermond Verlag zurückgreifen, da sich hier die Handlung in der Zeit der Hexenverfolgung abspielt. Der Held ist hier jedoch nicht etwa DORIAN HUNTER aus einem seiner früheren Leben, sondern Charlotte de Conde, die durch den Großinquisitor Heinrich Institoris in den Stand der ersten weiblichen Inquisitorin und Hexenjägerin erhoben wurde (siehe hierzu auch Band 1./HEXENHAMMER - DIE INQUISITORIN/Veröffentlichung Juni 2019). Dabei hatte sie schon in Kindheitstagen in einem Kloster kein wirklich glückliches Leben. Denn die Nonnen waren Dienerinnen des Bösen und sowohl Heinrich Cornelius Mudt von Gilding als auch Asmodi hatten hier bereits bei ihrer Entwicklung ihr teuflischen Finger mit im Spiel.

Autor war hier niemand geringerer als Uwe Voehl, der wirklich schon alleine durch den Satzaufbau ein begnadetes Händchen dafür hat, seine Leserschaft direkt in eine dunkle und auch raue Zeit der Menschheit zu entführen, in der man neben Aberglaube und Dämonen auch auf Räuber oder anderes Gesindel stoßen könnte. Wer hier eventuell noch mal grob einen Blick auch auf die Grundhandlung von HEXENHAMMER - DIE INQUISITORIN nehmen möchte, dem empfehle ich gleich noch mal meine Rezension, die ihr hier im ZAUBERSPIEGEL ja finden könnt.

Seit Oktober 2020 gibt es hierzu übrigens bereits den zweiten Band unter dem Titel HEXENHAMMER - ALLES LEID WÄHRT EWIGKEIT (beide bisher erschienenen Spin-off-Bände gibt es natürlich auch als eBook und Hörbücher), den ich mir vor Kurzem nun als Printausgabe (Taschenbuch) vorgenommen habe. Das es so lange gedauert hatte, liegt leider auch an meiner zu der Zeit recht angeschlagenen Gesundheit begründet. Aber aufgeschoben ist halt nicht aufgehoben. Und als ich dann mal die ersten Seiten in Angriff genommen hatte, ahnte ich noch nicht, das ich das Taschenbuch mit insgesamt 234 Seiten schon im ersten Rutsch gespannt zur Hälfte durchfliegen sollte. Danach musste ich erst einmal ins Bett, bevor die Nacht vorbei war. Doch bevor ich zu meinem Gesamtfazit zum zweiten Band des Spin-off von Uwe Voehl komme, hier erst einmal ein grober wie kurzer Einblick in die Handlung, in der es natürlich mit der Geschichte um Charlotte de Conde im Kampf gegen das Böse weiter geht.

Hexenhammer: Alles Leid währt EwigkeitSünden in Lemgo und dunkle Träume:
Charlotte de Conde wird in Lemgo mit den Sünden des Pfarrers Coctorius konfrontiert, der von der alten Bramsche zum Beischlaf verführt worden ist. Dafür hatte sie sich in ein schönes junges Weib verwandelt und so Coctorius nicht nur einmal zur fleischlichen Sünde verleitet. Doch den Pfarrer macht noch eine andere Sache gewaltige Sorgen, denn dieser offensichtliche Succubus wurde offenbar sogar schwanger von ihm. Doch seitens der Kirche schickte man sie, wie auch alle schwangeren Hexen an einen geheimen Ort mit Namen Namöd, wo diese in schändlicher Sünde gezeugten Kinder geboren werden sollten.

"Wir taten alles, wie man es uns aufgetragen hatte. Die Weiber waren in Truhen gesperrt, damit sie uns nicht verzaubern konnten. Vorher brachen wir ihnen die Beine und Arme, damit sie dort hineinpassten. Nichts Absonderliches geschah auf der Fahrt, jedoch machte uns Namöd grausen."

(Hexenhammer: Alles Leid währt Ewigkeit/Seite 30)

Doch nun scheint es in dem seit Jahren verlassenen Haus dieses Succubus offenbar wieder unheiliges Leben zu geben, weshalb sich Pfarrer Coctorius sich direkt an die Inquisitorin Charlotte de Conde wendet. Und ja, als sie sich in der Nacht mit dem Pfarrer zu diesem Haus des Bösen aufmacht, werden sie mit dämonischen Kräften konfrontiert, die letztendlich sogar Coctorius aus dem Leben reißen. Doch Charlotte quälen in ihren Nächten seit einiger Zeit auch andere dunkle Träume von Bildern mit weinenden und offenbar vom Bösen gequälten Kindern. Doch weiß Charlotte noch nicht den Hintergund dieser verstörenden Träume zu ergründen, welche sich ständig wiederholen. Seltsam hieran ist allerdings auch, das sie auf einem dieser Bilder einen weinenden Knaben zu erkennen glaubt, dessen Gesichtszüge große Ähnlichkeiten mit den ihren aufweist.

Doch Zeit hat Charlotte nicht, diese Albträume und ihren möglichen Inhalt zu überdenken, denn schon eilt ein junger Bote heran, der ihr eine wichtige Botschaft des Großinquisitors Heinrich Institoris überbringt, welcher zur Zeit im Kloster von Dalheim weilt.  Charlotte muss sich nämlich auf die Reise nach Dalheim machen, da der Großinqisitor einen neuen wichtigen Auftrag für sie hat. Doch das Böse ist bereits gewarnt und dämonische Kräfte setzen bereits alles daran, niemanden am Leben zu lassen, welcher bereits die Botschaft weiterleiten sollte.

Da drehte er den Kopf um hundertachtzig Grad, ohne sich auch nur mit einem einzigen anderen Körperteil zu bewegen, und starrte mich mit voller Bosheit an. Niemand sonst schien dieses groteske Schauspiel mitzubekommen, wie ja überhaupt Dämonen Meister der Verschleierung sind.

(Hexenhammer: Alles Leid währt Ewigkeit/Seite 83)

Und als Charlotte im Kloster von Dalheim ankommt, findet sie einen Großinquisitor vor, der offensichtlich gesundheitlich wie von einem schleichenden Gift des Bösen angeschlagen scheint, so das auch dessen weitere Reise zum Pabst nach Rom plötzlich in den Sternen steht. Als Charlotte jedoch mittels ihrer seltsamen Gabe bemerkt - deren Ursprung sie aber selbst nicht kennt - dass das silbernen Kreuz des Großinquisitors nicht das wirkliche Original ist, kommen sie im Kloster einer finsteren Verschwörung auf die Spur. Denn längst scheinen hier Dämonen den Tod des Großinquisitors Institoris geplant zu haben.

Olivaro drehte das Zahnrad einen Zacken weiter, sodass die Frau noch stärker wimmerte. Er schüttelte bedauernd den Kopf. "Und dabei hat sich der Graf von Harzburg solche Mühe gegeben, ein besonders schönes Weib für Euch zu erjagen."
Abermals betrachtet Asmodi das glühende Eisen. "Vielleicht würde es mir Vergnügen bereiten, ihm das Eisen in den Hintern zu schieben. Oder euch, von Gilding."

(Hexenhammer: Alles Leid währt Ewigkeit/Seite 134 bis 135)

Als man dann auch diese Gefahr gerade noch rechtzeitig vereiteln konnte und die Dämonen geschlagen hat, macht sich Charlotte de Conde zu ihrem nächsten Auftrag nach Harteesborch auf, wo es ebenfalls ein Kloster des Ordens "Sanctus Lupus" gibt. Doch dieser Orden besteht aus Werwölfen, die von der Kirche geduldet werden, weil sie während der Kreuzzüge im heiligen Land auf Seiten der Kirche gegen die Ungläubigen gekämpft hatten. Doch offenbar gehen von ihnen nun wirklich erschreckende Dinge aus, denen Charlotte nun Einhalt gebieten soll. Dabei ahnt Charlotte allerdings noch nicht, das der teuflische Heinrich Cornelius Mudt von Gilden (Olivaro) die Geschicke längst maßgeblich lenkt, in denen er Charlotte scheinbar wie eine Marionette einsetzt, um Asmodi selbst einmal vom höllischen Thron stürzen zu können. Aber auch Asmodi, der Herr über die schwarzen Familien treibt hierbei mit Charlotte sein übles Spiel. Und Charlotte selbst ahnt noch nicht einmal, dass sie sogar ganz in der Nähe dieses seltsamen Ort mit Namen Namöd ist, in dem sie auch weitere Spuren auf die Bilder der weinenden Kinder aus ihren Albträumen erhalten könnte. Und welches Geheimnis liegt auf dem bild des weinenden Knaben, der ihr so auffällig ähnelt?

Hexenhammer: Alles Leid währt EwigkeitNa ja, Werwölfe ...
... sind noch nie wirklich meine liebsten Monster gewesen. Eher sogar das Gegenteil. Da nutzt es erst einmal auch nichts, wenn der  Werwolf auf dem Cover des Taschenbuch in einer christlich-ähnlichen Würdensrobe zu erkennen ist, was durchaus recht schaurig aussieht. Aber wem es mit der Begeisterung hinsichtlich der Werwölfe ebenso geht, den oder die kann ich durchaus beruhigen. Denn als ich das Buch im ersten Zug bis zur Hälfte gelesen hatte, wurden die Werwölfe eher nur erwähnt.

Die Handlung jedoch ist hierbei trotzdem nicht unspannend oder nur leidlich gruselig. Denn Uwe Voehl weiß schon auf den ersten Seiten eine mehr als recht schaurige Atmosphäre aufzubauen und was den Kampf gegen das Böse und die Mitgleider der schwarzen Familie betrifft, so holt Voehl nicht nur einmal weit aus, um uns in verstörende wie erschreckende Auseinandersetzungen mit den Dämonen zu stürzen.

Und gerade was die Schilderung eines dunklen Zeitalters betrifft, wie auch der unheiligen Einflüsse der höllischen Kreaturen, fährt Voehl hier wirklich ein ganz großes Kino auf, so das ich beim lesen im Kopfkino recht schnell mit Szenen konfrontiert wurde, die man sonst eher aus Filmen wie DER EXORZIST, über THE AMITYVILLE HORROR bis THE CONJURING gewohnt ist.

Ein Kritikpunkt ist meinerseits ja auch, dass in so manchen Romanen (ich lese hier ja wenn, dann eher die wesentlich später verfassten Taschenbücher aus dem Zaubermond Verlag) bezüglichst DORIAN HUNTER oder DAS HAUS ZAMIS die dämonischen Mitglieder der schwarzen Familie sich mitunter mehr wie typische Mafiosis als wie Dämonen verhalten. Genau dieses Manko fand ich ja bereits sehr ausgeprägt schon bei den ersten Büchern (Hardcover aus dem Zaubermond Verlag) um Hunter oder der Hexe Coco, die noch von den damaligen Hauptautoren Ernst Vlcek und Kurt Luif verfasst wurden, so das ich damals erst einmal wieder schnell Abstand von der Hardcover-Reihe des Zaubermond Verlag nahm. Und ehrlicher Weise bin ich daher auch nicht wirklich an den Romanen interessiert, die Vlcek und Luif zum Großteil in der ersten Heftromanserie unter dem Titel DÄMONENKILLER vorgelegt hatten.

Allerdings merkte ich bei den späteren Taschenbüchern durch andere Autoren auch, dass es auch durchaus spannender und wirklich gruseliger zugehen kann, wenn man denn nur will. Und hier sind gerade Romane aus der Feder von Uwe Voehl für mich immer ein schaurig schöner Lichtblick, den ich mir recht gerne ab und zu aus dem Zaubermond Verlag gönne.

Leider muss man ja gerade bei dem Spinn-off HEXENHAMMER leider immer sehr lange warten, bis die Abenteuer von Charlotte de Conde fortgesetzt werden. Man kann das aber auch positiv betrachten, wie etwa bei einer sehr leckeren Kirsche die man zur Krönung auf das Sahnehäubchen der Torte setzt. Doch bevor ich mich mal wieder an ein Buch der Serie DORIAN HUNTER oder DAS HAUS ZAMIS machen wollte, wollte ich nun doch endlich den zweiten Band seitens HEXENHAMMER genossen haben, der leider viel zu lange ungelesen bei mir im Regal stand.

Und ja, da war ja noch meine kleine Abneigung hinsichtlich Werwölfe. Tja, in der zweiten Hälfte des Taschenbuch kommen diese Bestien dann auch in der Handlung zu ihrem Recht. Jedoch weiß auch hier Uwe Voehl diese für mich eher kitschigen Monster so zu beschreiben und in der Geschichte handeln zu lassen, dass selbst ich am Ende sehr mit diesen von mir nicht gerade geliebten Kreaturen, durchaus recht positiv versöhnt wurde. Aber wie gesagt, dass schaffen bei mir hinsichtlich dieser Kreaturen nur wenige Autoren und in Sachen Horrorfilme mit Werwölfen sieht es da für mich auch kaum besser aus.

Gegenüber den Taschenbüchern der Serien DORIAN HUNTER oder DAS HAUS ZAMIS, in denen pro Band ja zwei oder auch mal drei Einzelromane in einem Taschenbuch veröffentlicht werden (die jeweiligen Romane im Band haben dann in etwa Heftroman-Umfang), handelt es sich bei den Taschenbüchern des Spin-off HEXENHAMMER  jedoch jeweil um eine einzige, in sich abgeschlossene Handlung, deren Ende natürlich Tür und Tor offen hält, um sich nun natürlich auf eine hoffenzlich bald ercheinende weitere Fortsetzung dieser spreziellen Reihe zu freuen.

Hexenhammer: Alles Leid währt EwigkeitMein Fazit ...
... hier mal recht kurz gefasst, ist dann auch nach dem zweiten Band des Spin-off mit dem Titel HEXENHAMMER - ALLES LEID WÄHRT EWIGKEIT die Erkenntnis, dass man sich diese recht selten erscheinenden Bände wirklich nicht entgehen lassen sollte. Und wer regelmäßig die Romane (egal ob als Taschenbuch oder im Format Heftroman) liest, der kann sich diese (bisher) vorliegenden zwei HEXENHAMMER-Bände ohne Probleme zwischendurch gönnen. Denn sie sind keinem möglichen Zyklus der zwei Serien DORIAN HUNTER oder DAS HAUS ZAMIS zugeordnet und stehen daher recht gut für sich selbst.

Und wer gerade die Vergangenheitsabenteuer zu schätzen weiß, wird sich bei diesen bisher erschienenen Abenteuer um die Figur der Charlotte de Conde die Finger lecken. Und müsste ich hier nun eine Unterscheidung in der Bewertung zwischen dem ersten und dem zweiten Band des Spin-off HEXENHAMMER vorlegen, so ist Band 1. mit dem Titel DIE INQUISITORIN schon auf einem recht hohem Niveau angesiedelt, was Uwe Voehl dann mit Band 2. unter dem Titel ALLES LEID WÄHRT EWIGKEIT  meiner persönlichen Einschätzung nach noch einmal wesentlich toppen konnte.
Hexenhammer: Alles Leid währt Ewigkeit
Hexenhammer - Malleus Maleficarum: Alles Leid währt Ewigkeit
(Spin-off zur Romanserie "Dorian Hunter")
von Uwe Voehl
Genre: Horror
Erstveröffentlichung: Oktober 2020
234 Seiten
Taschenbuch  
ISBN: 978-3-95426-633-3
Preis: 14,95 Euro
ZAUBERMOND

Kommentare  

#1 Cartwing 2022-05-18 05:41
Wieder ein interessanter und ausführlicher Artikel.
Wohnt Uwe nicht sogar selbst in Lemgo?
Dann wäre es sozusagen ein Heimspiel...

Der Mann kann schreiben. Ich freue mich jetzt schon auf seine Romane in der Zamis - Serie, die ich demnächst hier besprechen werde.

Was die alten Dämonenkiller angeht, naja das waren halt die 70er und rückblickend war die Serie schon ziemlich trashig. Insofern bin ich auch auf die spätere Ära der Hunter - Heftserie gespannt, welche aber erst in 2 Jahren beginnt...

Ich wusste übrigens gar nicht, dass Kirchen lecker sind, oder meintest du Kirschen?
Obwohl, so eine Kirche aus Marzipan... ;-)
#2 Laurin 2022-05-18 11:02
Oha ... irgendwie war ich wohl gedanklich noch bei den Werwölfen im Dienst der Kirche, @Cartwing.
Aber eine Kirche aus Marzipan hätte bei mir wohl eh keine lange Lebensdauer. ;-) :D

Aber ich habe das nun mal gerade geändert, damit mir keine Würdenträger aufs Dach steigen.

Ob Uwe in Lemgo auch wohnt, weiß ich gerade nicht, vielleicht finde ich da nachher noch was im Internet. Allerdings Heimspiel hin oder her, was den Inhalt angeht, bietet Uwe hier ganz großes Kino, was hier gerade in den Hexenhammer-Taschenbüchern nicht wirklich mehr was mit dem 70er-Jahre-Trash zu tun hat.

Allerdings, jetzt kriege ich irgendwie gerade das lecker Marzipan nicht mehr aus dem Kopf. :-*
#3 Toni 2022-05-18 20:52
Klasse Artikel, informativ und facettenreich wie immer :-)
Bei Marzipan bin ich auch dabei, von mir aus auch ein Baumstamm mit Nougat in der Mitte. Vielleicht nicht bei dem Wetter... oder aus den Kühlschrank...

Ja, Werwölfe haben es in geschriebener Form schwer. Die haben es in Ton und Bild wesentlich einfacher. Muss immer an Paul Naschy denken, der den ganzen Weltschmerz ins Gesicht geschrieben hatte, wenn er mal nicht gerade die Bestie war. Wurde später allerdings leicht von Angie Merkel getoppt.
Die Voehl´s kommen jedenfalls auf meine Vormerk-Liste.
#4 Cartwing 2022-05-18 21:32
Werwölfe muss man in Aktion sehen, man will nix darüber lesen... :D
In meiner Jugend fand ich sie noch cool in den Sinclair - Heften, dann wurde man älter, sah "American Werewolf" und das war dann das Maß der Dinge... ;-)
#5 Laurin 2022-05-19 11:15
Danke @Toni.
Nun ja, Werwölfe hatten es bei mir immer irgendwie schwer gehabt. Auch im Film. Da fällt es dann auch nicht wirklich schwer, von Angela Merkel getoppt zu werden. :D

@Cartwing:
Was Uwe Voehl und die Stadt Lembgo angeht, habe ich auf die Schnelle als heutigen Wohnort eher Bad Salzuflen im nordrhein-westfälischen Kreis Lippe herausfinden können. Sowie eben das er 1959 in Hagen (NRW und nicht einmal so weit weg von mir) geboren wurde, was wiederum auch als Tor ins Sauerland bezeichnet wird. Bad Salzuflen wiederum gilt auch seit 2015 als "allergikerfreundliche Kommune", wobei ich allerdings gerade nicht weiß, wie sich das auf ein mögliches Fell eines Werwolf auswirken könnte. :sigh: :-*

Übrigens, als ich "American Werewolf" das erste mal gesehen hatte, fand ich den Film auch damals als "Maß der Dinge" was eben Werwolffilme anging. Allerdings kam mit den Jahren und ein- bis zwei weiteren Sichtungen des Films immer mehr Ernüchterung in diesem Punkt bei mir auf. Heute läuft der Film bei mir daher eher noch unter dem Prädikat "nett und bisweilen spaßig" ab.
#6 Friedhelm 2022-05-19 12:09
Literarische Werwölfe betreffend, ist mir nur Guy Endores Klassiker "Der Werwolf von Paris/The Werewolf of Paris, 1934" bekannt. Der war ja bekanntlich die Vorlage für "Hammers" einziges Lykanthropen-Movie "Der Fluch des Sinestro/The Curse of the Werewolf,1961".

Zitat:
Muss immer an Paul Naschy denken, der den ganzen Weltschmerz ins Gesicht geschrieben hatte, wenn er mal nicht gerade die Bestie war
Über Paule habe ich hier mal eine Artikel-Reihe geschrieben, die ich -aus heutiger Sicht- nur zu gerne wieder vergessen würde. Hätte nichts dagegen, wenn man das einfach alles löschen würde.(Aber trifft auch auf einige andere Artikel zu, die ich im ZS "verbrochen habe..")

Der Spanier kam in dieser Rolle schon gut als tragischer Charakter rüber - aber er hat sich damals in einigen Interviews auch des öfteren über das unbequeme "Makeup " beschwert. Ansonsten war "El Lobo" aber sein Lieblingscharakter, dem er ja auch einiges zu verdanken hatte.

Zitat:
Werwölfe muss man in Aktion sehen, man will nix darüber lesen... :D In meiner Jugend fand ich sie noch cool in den Sinclair - Heften, dann wurde man älter, sah "American Werewolf" und das war dann das Maß der Dinge.
Und da würde ich tatsächlich Guy Endores Roman empfehlen, der auf seine Weise schon etwas ungewöhnlich ist. Jedenfalls nach meiner eigenen, bescheidenen Ansicht.

"Werwölfe in Aktion" - sieht man sich "Der Wolfsmensch/The Wolfman, 1941", mit Lon Chaney jr. an, mag der Film heute altmodisch inszeniert wirken, verfehlt seine Wirkung allerdings immer noch nicht so ganz. Und das mag, unter anderem, mal wieder an der wunderbar unheimlichen "s/w" Atmo liegen. :cry:

"American Werewolf,1981", von John Landis, und natürlich Joe Dantes "Das Tier/The Howling,1981" sind wohl bis heute tatsächlich zwei der besten Genrebeitrage zur Thematik. Dass ich wohlmöglich ein paar gute Beiträge, die danach kamen, übersehen/verpasst habe, will ich natürlich gerne einräumen. :-*

Womit ich irgendwie gar nicht warm wurde: die "Underworld-Reihe/2003-2016" - ansich keine schlechte Idee, die da umgesetzt wurde - aber dass sich Werwölfe und Vampire mit Ballermännern beharken, wollen wir doch nicht wirklich glauben, oder?? Auch, wenn die Waffen der Vampire mit speziellen Patronen bestückt waren....wirkt dieser Einfall auf den gesamten Horror-Mythos doch eher zerstörend :-*

Joe Johnstons "Wolfsmensch-Remake", ("Wolfman/The Wolfman, 2010"), das man wohl eher als Neu-Interpretation bezeichnen kann, fand ich hingegen schon wieder "sinntragend gut". Aber, wie immer gilt auch hier: meine persönliche Meinung...

Nun denn, einen wirklich guten Werwolf-Roman würde ich freilich auch nicht "aus der Hand legen..." :-*
#7 Cartwing 2022-05-19 12:42
@Laurin : stimmt, hätte ich eigentlich noch wissen müssen, weil meine Mutter bis vor kurzem noch in Bad Salzuflen gewohnt hat...

Und wer war dann der "Golem aus Lemgo"?
Ach, das war Heinz Rudolf Kunze... ;-)
#8 Laurin 2022-05-20 23:00
Zitat @Friedhelm:
"Nun denn, einen wirklich guten Werwolf-Roman würde ich freilich auch nicht "aus der Hand legen..." :-* "

Na dann wäre gerade dieses Buch doch genau der richtige Roman für dich, auch wenn die Werwölfe im Kloster erst ab der Mitte so richtig ins Zentrum der Handlung rücken (wobei aber auch in der ersten Hälfte der Horror-Anteil wirklich nicht von schlechten Eltern ist). ;-)

@Cartwing,
wer weiß, vielleicht sind sich deine Mutter und Uwe Voehl ja mal beim Einkauf über die Füße gelaufen. so abwegig ist das ja nicht, denn als ich das letzte mal vor dem Mauerfall in Beriln war (das war damals im Frühjahr 1988), hätte mich da auf dem Kurfürstendamm auch der Komiker Karl Dall fasst umgelaufen, als er aus einer Seitenstraße rausgeschossen kam. :-)

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