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Von Legenden und Neuinterpretationen - »Erntenacht - Dunkle Folklore«

Erntenacht - Dunkle FolkloreVon Legenden und Neuinterpretationen
»Erntenacht - Dunkle Folklore«

Ich erinnere mich noch daran - ich mochte wohl gerade im dritten Schuljahr auf der Grundschule gewesen sein - als am Ende der letzten Schulstunde unsere Lehrerin eine für mich damals äußerst gruselige Geschichte vorgelesen hatte, in der es um eine Hexe ging, die irgendwo in einem Kornfeld hauste und kleine Kinder entführte, die unachtsam sich diesem Feld näherten. Und natürlich fand man diese Kinder niemals wieder, weil die grausame Hexe ihnen das noch junge Leben nahm.

Erntenacht - Dunkle FolkloreDa ich auf dem Heimweg damals als Schüler eben auch immer an einem Feld vorbeigehen musste, kann man sich vielleicht vorstellen, wie bei mir diese Geschichte dann nachwirkte, die eben auch kein glückliches Ende bereithielt. Mal ganz davon abgesehen, das die besagte Klassenlehrerin auch noch beim vorlesen einen unheilvollen Klang in ihre Stimme legte, was sie verdammt gut konnte.

Nun, viele Jahrzehnte später stieß ich nun eher sogar aus Zufall auf eine Anthologie, in der einige Autorinnen und Autoren eben solche Geschichten der "dunklen Folklore" als Grundlage für ihre eigenen und nich minder schaurigen Kurzgeschichten nahmen, die den früheren Geschichten über Winddämonen (eine Drud/verfluchte Frau), einem Getreidewolf, dem Hafermann (einem Korndämon) oder einer Roggenmuhme (Hexe) in nichts nachstehen. Dabei kommt der Titel dieser Anthologie, nämlich ERNTENACHT - DUNKLE FOLKLORE, nicht unbedingt gleich richtig gruselig um die Ecke, wäre auf dem Cover, welches eher in erdigen Farben gehalten wurde, nicht auch eine Vogelscheuche mit einem menschlichen Schädel abgebildet. Und als ich anfing, mich hinsichtlich des Inhaltes zu informieren, kam bei mir dann auch eben die längst verschollen geglaubte Erinnerung hinsichtlich der Geschichte mit der Hexe im Feld wieder in meinem Kopf zurück, die mich eben schon damals als Kind ordentlich zu ängstigen wusste.

Insgesamt wird man in ERNTENACHT - DUNKLE FOLKLORE sogar mit ganzen 17 Geschichten der finsteren Art erfreut, welche sowohl frühere Zeiten ebenso abzudecken wissen, wie auch phantastische Begebenheiten angesiedelt in der Gegenwart vorstellen. Eingeleitet wird dieser schaurige Reigen dabei mit einem längeren und wirklich sehr gruseligem Reim eben über eine Roggenmuhme, ganz ähnlich wie eben in der gruseligen Geschichte, die wir damals von unserer Lehrerin vorgelesen bekamen. Und ihre Opfer, wie sollte es auch anders sein, sind unachtsame Kinder, die für immer verloren sein werden, wenn sie gedankenlos auch nur eine blaue Kornblume am Rand des Feldes pflücken. Hier dazu mal ein kleiner Auszug aus dem durchaus längeren Reim zitiert:

Ahnt ihr das Kind durchs Feld gerannt? Die Sachen schwarz durch Muhmes Hand. Das Ziel, das findet's aber nicht, weil Kornfrau ihm die Beine bricht. Denn überall im Roggenfeld hat sie Fallen aufgestellt.

(Erntenacht - Dunkle Folklore, Auszug aus ROGGENMUHMES FÄNGERZEIT von Stefanie Fahlteich/Seite 9)

Hier muss ich auch schon gleich zu Beginn gestehen, dass dieser längere Reim von Frau Fahlteich, der in seiner Gesamtheit knapp eineinviertel Seiten umfasst, durchaus in der Lage sein dürfte, der Leserschaft gleich mal eine zumindest kleine Gänsehaut direkt nach dem einleitenden Vorwort zu verpassen. Mann muss ihn eben nur in seiner Gesamtheit auf sich wirken lassen.

Wenden wir uns aber mal dem gesamten Inhalt zu, so erwartet die Leserschaft eben neben einem recht kurzen Vorwort des Herausgebers Bruno E. Thyke am Ende dann auch noch ein kleines, aber ebenfalls interessantes Glossar Seitens Claus R. Kullak. Danach schließen sich noch ein paar Erklärungen an, hinsichtlich so manchen Figuren und Bezeichnungen sowie was sich hinter einem Klushund oder etwa einem Nachtalb entsprechend der älteren Legenden verbirgt.

Erntenacht - Dunkle FolkloreEs würde hier ehrlich gesagt aber etwas zu weit gehen, hier nun jede Kurzgeschichte für sich zu bewerten, denn natürlich gibt es innerhalb einer Anthologie immer sowohl stärkere als auch schwächere Beiträge. Im Fall von ERNTENACHT - DUNKLE FOLKLORE dürfte dies (je nach persönlichem Geschmack) nicht anders sein. Doch kann ich aus meinem Blickwinkel heraus eigentlich nur anerkennend sagen, dass hier kein Beitrag ein wertiges Niveau unterschreitet, was damit wiederum die gesamte Anthologie auch inhaltlich durchaus aufwertet. Hier daher nur die jeweiligen Geschichten und die dahinter stehenden Autorinnen und Autoren:

Stefanie Fahlteich: Roggenmuhmes Fängerzeit
Loki Feilon: Der Hexenmeister
Nina C. Hasse: Wer Wind sät
Ben Lässer: Rübezahl vs. Enrico, Mandy und Klaus
Andreas Hagemann: Nachtalb
Benjamin Spang: Die Drei
Karin Jacob: Eine Handvoll Ähren
Stefan Barth: Abgebrochene Riesen
Elea Brandt: Nur der Wind weiß es
Constanze Scheib: Luis
Stefanie Fahlteich: Die Roggenmuhme
Nora Bendzko: In den Augen liegt der Abgrund
Wolfgang Lamar: Goldfisch
Andre Milewski: Der Getreidewolf
Stefanie Fahlteich: Roggenmuhme 2.0
Claus R. Kullak: Die Saat des Zorns
Thomas Williams: Nichts wie raus aus Märchenstadt
Bruno E. Thyke: Die Blutlese
Katrin Ils: Die siebte Tochter

Recht neu, aber auch durchaus gut hatte sich hier als Beispiel die Autorin Constanze Scheib auch der Schweizer Legende SENNENTUNTSCHIE angenommen und die Geschichte um zwei Männer und einem jungen Burschen in der Einsamkeit nach dem Almauftrieb angenommen. Dabei zieht sie in der Geschichte selbst durchaus Verbindungen zum Thema gleichgeschlechtlicher Beziehungen und deren Stigmatisierung in ländlichen Regionen. Dabei scheint die dämonische Puppe, die in dieser Kurzgeschichte allerdings kaum weibliche Ähnlichkeiten aufweist, geradezu mit ihnen zu spielen, bis das sie zu ihrem eigentlich blutigen Handwerk übergeht.

Wir gingen einige Minuten schweigend nebeneinander, ehe er erneut fragte: "Was macht es?"
"Sie häutet ihn."
"W-was? Sie?"
"Die Strohpuppe. Sie häutet ihn. Auf dem Dach kann die Haut ausgebreitet gut trocknen", erklärte ich ihm sachlich. "Sie hat es gesagt, Sie verschwendet nichts."

(Erntenacht - Dunkle Folklore: LUIS von Constanze Scheib/Seite 169)

Für ein weiteres Beispiel ziehe ich einmal die sehr düstere Geschichte von Katrin Ils mit dem Titel DIE SIEBTE TOCHTER heran, mit der die Anthologie auch abgeschlossen wird. Ohne eine wirklich zeitliche Zuordnung fühlt man sich als Leser dennoch gleich in ein finsteres Zeitalter versetzt, in dem man Hexen noch öffentlich ohne einen langen Prozess auf dem Scheiterhaufen verbrennt und wo der Teufel selbst zu Beginn einen möglichen Ausweg weist, welcher jedoch unweigerlich in den Abgrund des Bösen führen wird.

Nicht weit entfernt lag Maria unter dem Roggen. Maria, der Mohn aus den Augen wuchs und deren Schrei sich in den Ähren verfangen hatte. Grete hörte ihn, hörte ihn seit Monaten, und es war das verfluchte Gellen gewesen, das sie wieder durch die Träume des Dorfes hatte wandern lassen, Nacht für Nacht. Ihr verfluchtes Blut hatte sie in die Träume des Jägers geführt, und dort war Maria.

(Erntenacht - Dunkle Folklore: DIE SIEBTE TOCHTER von Katrin Ils/Seite 325)

Erntenacht - Dunkle FolkloreWer es dagegen auch mal etwas moderner mag, gleichsam aber auch ein Fan der Zwerge z.B. aus DER HERR DER RINGE ist, dem empfehle ich hier schlicht einmal die Kurzgeschichte ABGEBROCHENE RIESEN von Stefan Barth. Ich persönlich gebe es hier einmal zu, dass ich schon mit den Verfilmungen von DER HERR DER RINGE nicht wirklich viel anfangen konnte und auch sonst eher einen riesen Bogen um Geschichten und Romane über Elfen, Zwerge, Orks oder Drachen mache. Deshalb war ich auch kurz davor, diese Kurzgeschichte hier einfach ungelesen  zu überspringen. Gut das ich es nicht getan hatte, was allerdings auch schon am recht lustigen Beginn der Geschichte lag, die beständig immer wieder mit einem schelmischen Augenzwinkern daherkommt, ohne jedoch am Ende wirklich mit einem Happy End aufzuwarten.

Wie schon mal erwähnt, könnte ich jetzt irgendwie zu jedem einzelnen Beitrag irgendwie ins Schwärmen kommen, was allerdings diese Rezension nur unsinnig verlängern würde, weil man es am Ende dann doch eben besser selber lesen sollte. Eine Empfehlung mit beiden Daumen hoch gibt es meinerseits jedenfalls für diese sehr gelungene Anthologie sofort. Und zur allgemeinen Info sei hier auch noch verraten, dass es auch noch eine weitere, ähnliche Anthologie unter dem Titel NACHTMEER - DUNKLE FOLKLORE gibt, welche sich schauriger Themen rund um den Menschen und das Meer annimmt. Hier fungieren als Herausgeber übrigens Nina C. Hasse & Wolfgang Lamar. Doch nun kurz nochmals zurück zur Anthologie ERNTENACHT - DUNKLE FOLKLORE.

Generell punkten hier die vertretenden Autorinnen und Autoren durchaus mit wirklich sehr interessanten und zumeist äußerst düsteren Geschichten, die mit einer wunderbaren und spannungsreichen dichten Atmosphäre ausgestattet wurden. Dabei wird dann auch jede Geschichte mit einer recht hübschen Illustration seitens Athena Noctua eingeleitet und am Ende wird dann die jeweilige Autorin oder der jeweilige Autor ebenfalls noch einmal in recht kurzen Worten der Leserschaft etwas näher gebracht. Das Coverdesign stammt hierbei übrigens von Benjamin Spang, der hier auch mit der Kurzgeschichte DIE DREI vertreten ist.

So ganz nebenbei - um es hier ebenfalls einmal zu erwähnen - will man sich mit dieser sehr schönen Anthologie über Druden, Werwölfe und andere Gestalten des Schreckens wohl auch nicht selbst die Taschen füllen (wobei es eventuell dann doch mal die Bestsellerliste anführen könnte ... kleiner Scherz von mir*), sondern der gesamte Erlös dieses Buches soll ohne Umwege gleich Projekten des Bundes für Umwelt und Naturschutz zugute kommen, wobei hier das Hauptaugenmerk wohl dem Schutz der Wildbienen gilt, denen wir als Menschen mit unseren Pestiziden wohl schon gefährlich zugesetzt haben.

Erntenacht - Dunkle Folklore
Herausgeber: Bruno E. Thyke
Autoren: Stefanie Fahlteich, Bruno E. Thyke, Katrin Ils, Andreas Hagemann, Constanze Scheib, Nora Bendzko u.a.
Seitenanzahl: 356 Seiten
Erstveröffentlichung: Oktober 2019
Genre: Schauerliteratur/Legenden/Fantasy
ISBN: 978-3-7502-4048-3 (Printausgabe:Taschenbuch)
Preis: 13,99 Euro
epubli.de

Kommentare  

#1 Friedhelm 2021-07-17 19:34
Zitat:
Mal ganz davon abgesehen, das die besagte Klassenlehrerin auch noch beim vorlesen einen unheilvollen Klang in ihre Stimme legte, was sie verdammt gut konnte.
Da hattest du da ja wenigstens ein nachhaltiges Erlebnis. Meine olle Klassenlehrerin war viel zu "mütterlich", und wenn die etwas vorlas, dann kam eher so ein typischer "Mama-erzählt-uns-eine schöne-Geschichte-Ton" zu Tage. Gruselig war daran nur ihre offensichtliche Lust, vollständig in diese Rolle als Märchenmutti aufzugehen. :cry:

Aber "Scherz beiseite"..... :-* ;-)

Zitat:
Da ich auf dem Heimweg damals als Schüler eben auch immer an einem Feld vorbeigehen musste, kann man sich vielleicht vorstellen, wie bei mir diese Geschichte dann nachwirkte,
"Heimweg-Horror" hatte ich früher auch schon. Da war einmal das "Tanz-der-Teufel/Evil Dead"-Erlebnis - als ich bei einem Kumpel die Raubkopie dieses Films sah, und anschliessend abends, durch ein nebenverhangenes, schummeriges Wäldchen radeln musste".

Ich kann mich aber auch noch an einen "feucht fröhlichen" Abend erinnern, an dem alle betrunken waren - außer meiner einem. Bei mir wollte der Alk irgendwie nicht richtig anschlagen - und das war schon richtiges Pech für mich. Denn irgendwann, zu fortgeschrittener Stunde, erzählten wir uns plötzlich, angeblich wahre, zeitweilig echt haarsträubede, Horrorstories. Unser Gastgeber gab Geschichten aus seiner umfangreichen Büchersammlung zum Besten - unter anderem, die eines jungen Mannes, der nach einer gefakten Teufelsbeschwörung wahrscheinlich den Leibhaftigen selber gesehen hat. Heute, nach all den langen Jahren, kriege ich die ganze Geschichte "nicht mehr auf den Schirm" - aber das Ende habe ich einigermaßen in Erinnerung behalten. Und das lag wahrscheinlich doch an der verfehlten Wirkung des Alkohols.

Ich zitiere mal, was ich noch zu wissen glaube:
"Am Bahnhof wurde der arme Kerl, dem wir so übel mitgespielt hatten, plötzlich sehr unruhig. "Da, da ist er...!" rief er, fiel mit verzerrtem Gesicht auf den Boden und starb."

DAmals war mein Weg nach Hause auch gar nicht so weit, kam mir aber wie eine Ewigkeit vor. Ich fand allerdings nicht nur das Erzählte gruselig, sondern auch die Tatsache, dass der Erzähler selber (aka unser Gastgeber..) eigentlich Theologie studieren wollte. Ich habe mich noch lange gefragt, warum der Typ dann solche Bücher auf sein Regal stellt. :cry:

Ich weiss natürlich, Konrad, dass sich ein "harter Horror-Hound" wie du (nicht beleidigend gemeint, gelle), davon kaum beeindrucken lässt.
Ich fand's damals frelich doch verstörend - und heute?????? ;-) :oops: :cry:

Abgesehen davon, werde ich "Erntenacht" evtl mal lesen, weil mir Anthologie-Stories gefallen. Schauen wir mal... :-*
#2 Laurin 2021-07-18 18:04
Zitat Friedhelm:
"Meine olle Klassenlehrerin war viel zu "mütterlich", und wenn die etwas vorlas, dann kam eher so ein typischer "Mama-erzählt-uns-eine schöne-Geschichte-Ton" zu Tage. Gruselig war daran nur ihre offensichtliche Lust, vollständig in diese Rolle als Märchenmutti aufzugehen. "

Na, da hatte ich es in der Grundschule dann doch nach dem zweiten Schuljahr was besser. Meine Klassenlehrerin war recht jung, recht hübsch mit langem schwarzen Haar und als ich in der vierten Klasse war, hochschwanger (wobei ich bei letzterem aber nicht in so jungen Jahren beteiligt war :D ). Und die verstand was davon, gruselige Passagen auch entsprechend rüber zubringen. :P

Zitat:
" Ich fand allerdings nicht nur das Erzählte gruselig, sondern auch die Tatsache, dass der Erzähler selber (aka unser Gastgeber..) eigentlich Theologie studieren wollte. Ich habe mich noch lange gefragt, warum der Typ dann solche Bücher auf sein Regal stellt. "

Ach, da helfen solche gruseligen Sachen im Buchregal doch umso besser. Denn wenn er mal jemandem in Sachen Theologie usw. die Schrecken der Hölle beschreiben soll, dann hat er doch mit solch gruseligen Werken gleich so seine passenden Vorlagen. :lol:

Aber mal ehrlich, mit der Bezeichnung "harter Horror-Hound" kann ich ganz gut wie mit einer Auszeichnung leben. ;-) Also alles gut, no Problem.

ERNTENACHT kann ich dir übrigens durchaus empfehlen, wenn du Anthologien magst, zumal hier auch nicht versucht wird, zu sehr in die Ekel oder Splatterschine zu gehen und man sich eher am klassischen Horror orientiert. Den aber bringen die Autorinnen und Autoren durchaus gut herüber. :-)
#3 Toni 2021-07-18 22:34
Hört sich echt interessant an, da möchte man sofort reinlesen.

Habe mir nach Lovecraft DAS WERK und DRACULA von Tor/Fischer noch LOVECRAFTS DUNKLE IDOLE von Festa gegönnt und danach ein Buch aus den 80ern (oder so) ausgegraben. Den Schinken hatte ich nie ernst genommen, lag jahrelang beim mir rum. Das Buch - Vampire und Untote - K.B.Leder - hatte ein paar klasse Geschichten auf Lager zb. Der Wyi von Gorgol, Der Horla von Maupassant usw.
Erntenacht dürfte in die gleiche Richtung gehen.
#4 Laurin 2021-07-19 17:32
Nun ja, ob ERNTENACHT in die gleiche Richtung geht wie das Buch von K.B. Leder (welches ich selber leider auch nicht kenne), kann ich nicht sagen, denn wir reden hier auch durchgehend von eher weniger bekannten aber trotzdem sehr begabten Autorinnen und Autoren. Maupassant's HORLA gehört da ja eher in den Bereich der zeitlich betrachtet wirklich klassischen Geschichten.
Richtig ist aber durchaus, das in ERNTENACHT bewusst auf klassische Elemente und Figuren aus dem Bereich der früheren Schauergeschichten zurückgegriffen wird, egal in welchem zeitlichen Hintergrund die jeweilige Geschichte letztendlich handelt. Lesenswert ist diese Anthologie also in jedem Fall, @Toni. ;-)
#5 Toni 2021-07-19 20:03
Du hast recht. Allerdings glaube ich, dass z.B. Maupassant auch in alten Sagen gestöbert hat. Der Horla ist, glaube ich, so eine Südamerika-Sage um kleine Kinder zu erschrecken. Dracula war auch keine Erfindung von Bram Stoker. Er hat den schlechten Ruf des Grafen nur in einem Buch verwurstet. Okay, diese Autoren waren etwas früher am Start aber im Grunde genommen haben sie ältere Sagen, Schauerfolklore in ihre Zeit gebracht... Allerdings bestimmt nicht umsonst wie die Leute von Erntenacht, was ich übrigens mächtig nobel finde. Wenn wirklich die ganze Knete an den Naturschutz geht... Hut ab.

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