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Die Dracula-Trilogie von Weinland und Giesa - Die Vampir-Klinik

Die Dracula-Trilogie von Weinland und Giesa Die Dracula-Trilogie von Weinland und Giesa
Die Vampir-Klinik

DER ROMANKIOSK ist ein verhältnismäßig noch junger neuer Imprint der bereits bestehenden Verlage APEX, EDITION BÄRENKLAU und CASSIOPAIA PRESS und hat sich völlig der Unterhaltungsliteratur in den relevanten Genren verschrieben. Dabei greift man sowohl auf deutsche wie auch internationale Autorinnen und Autoren zurück. Die Veröffentlichungen finden sowohl in Paperbacks, Hardcovern und auch eBooks statt.

Zumindest gefühlt dürfte jeder Autor aus dem Bereich des Genre Horror beim Heftroman schon mindestens einmal den Namen DRACULA in einem seiner Abenteuer verwendet haben. Der finstere Graf und Blutsauger weckte dabei die Phantasie der betreffenden Autoren. W.K. Giesa und Manfred Weinland sind da keine Ausnahme und so schufen sie eine Trilogie in der Dracula wieder die Welt bedroht. Die Romane selbst gruselten zuerst 1980 zum ersten mal im legentären GESPENSTER-KRIMI die Leserschaft.

Diese Romane gibt es nun zusammengefasst zum ersten mal in einem Taschenbuch seitens des Imprint ROMANKIOSK. Hier nun die Rezension zum ersten Band dieser Dracula-Trilogie mit dem Titel:

Die Vampir-KlinikDie Vampir-Klinik
Der Farmer Warren Clymer und seine hübsche Frau Barbara befinden sich mit dem Wagen auf dem Weg zurück zu ihrer Farm. Doch ein seltsames Gefühl der Angst beschleicht Warren, so das er den Wagen stoppt. Barbara indessen macht sich Sorgen um die gemeinsame Tochter Elena. Die 12-jährige befindet sich nämlich völlig alleine im Haus und nur der ältere Nachbar Jack Dury könnte nach ihr sehen.

Doch die Situation spitzt sich zu, denn diese nicht greifbare Angst hält bald nicht nur Warren und Barbara fest im Griff, sondern sorgt dafür, dass Barbara sich plötzlich auch noch recht apathisch verhält. Warren versucht zu Fuß mit Barbara die Flucht, da der Wagen nicht mehr anspringt, als plötzlich ein gewaltiges Gebilde am Himmel auftaucht, welches wie ein riesiger Blutstropfen aussieht.

Ihm und Barbara gelingt es indessen zur Farm zurückzukehren, doch hier findet er nur Elena am Boden sitzend vor, die ebenso immer noch so apathisch ist wie auch Barbara. Doch das grauenvolle hierbei ist der Nachbar Jack Dury, dessen Leiche direkt über Elena an einem Strick baumelt.

Einige Zeit danach, befinden sich Barbara und Elena auch weiterhin wegen ihrem seltsam entrückten Zustandes im örtlichen Provinzkrankenhaus. Derweil geht auch Sheriff Top Garner und sein Deputy Wolfe Morris dem seltsamen Fall nach, ohne jedoch zu ahnen, was sie bald noch erwarten wird. Aber noch ahnen sie die Zusammenhänge nicht, die dazu führten, das Jack Dury im Nachbarhaus bei der kleinen Elena scheinbar Selbstmord begangen hatte.

Auch Warren wird weiterhin von Sorgen um Barbara und elena geplagt und macht sich deshalb auf den Weg um sie nun im Krankenhaus aufzusuchen. Doch auch hier scheint nicht alles mit rechten Dingen vor sich zu gehen. Besonders die seltsamen Augen des Personals sorgen bei Warren für eine gewisse Gänsehaut. Auch der Zustand von Barbara und Elena hat sich bisher nicht positiv verändert und Dr. Skys Diagnose kann Warren auch nicht so recht überzeugen. Als er gerade wieder gehen will, treibt es ihn nochmals zurück zu Dr. Sky, der es plötzlich recht eilig hatte. Er findet ihn auch wieder in seinem Büro vor, doch was Warren sieht, erschreckt ihn bis ins Mark. Denn Dr. Sky ernährt sich gerade von Blutkonserven und zeigt alle Anzeichen eines Vampir.

Während Sheriff Garner und Morris nach neuen Spuren auf der Farm der Glymers suchen, erscheint plötzlich wieder dieser gewaltige Blutstropfen am Himmel und sorgt für schaurige Aufregung, bei der Morris im Streifenwagen stirbt. Doch als später Deputy Anderson auftaucht und mit Garner nochmals zum Wagen geht, ist Morris Leiche spurlos verschwunden. Dafür kommt Garner mit etwas Blut aus dem Wagen in Kontakt und scheint kurzzeitig nicht mehr Herr seiner Sinne zu sein. Als er mit Hilfe von Anderson wieder klar denken kann, treibt es ihn zwecks weiterer Nachforschungen in die Porvinzklinik, wo Barbara und Elena sich bfinden.

Die Vampir-KlinikWarren muss indessen um sein Überleben fürchten, denn das Provinzkrankenhaus ist für ihn zur Falle geworden und die Vampire (das ehemalige Personal des Krankenhaus und einige Patienten) machen nun Jagd auf ihn. Als Warren sich dabei in einem dunklen Raum verbarrikadiert, trifft er dort auf die junge Jessica Torrens, der Tochter des größten Grundbesitzers im District. Auch sie ist auf der Flucht vor den Vampiren und hat sich hier versteckt.

Dr, Sky und die anderen Vampire führen inzwischen ein Ritual aus, nach dem Graf Dracula wieder auf Erden wandeln soll. Barbara spielt hierbei eine wichtige Rolle als zukünftige Prinzessin der Vampire. Doch Dr. Sky ahnt noch nicht, dass es sein Körper ist, den Dracula in Besitz nehmen will und für sich dann völlig verändert. Warren kommt indessen dahinter, dass die Vampire scheinbar mehr als nur einen riesen Respekt vor Feuer haben. Da trifft auch Sheriff Garner in der Klinik ein und wird schnell in die Auseinandersetzungen mit hineingezogen.

Warren, Jessica und Garner befinden sich dabei scheinbar in einem aussichtsloem Kampf gegen die Vampire in der Klinik. Dabei werden sie auch gebissen und mit dem Bösen infiziert. Doch bei Warren scheint hierbei das Gegenteil einzutreten, da er scheinbar immun gegen den Keim des Bösen ist. Während sie Jessica verlieren, gelingt es Warren Garner mit einem Kruzifix vor dem Vampirismus zu retten. Doch Dracula, gefolgt von Warrens Frau Barbara setzen ihnen unerbittlich nach. Erst im Keller sehen sie eine Chance, da Garner die Heizungsanlage, die statt mit Heizöl mit Gas betrieben wird, so manipuliert, das sie in ca. 15 Minuten die gesamte Klinik zerstören wird. Als sie erneut die Flucht nach vorne antreten, trifft es auch Barbara, als Warren Dracula kurz mit dem Kruzifix ausschalten kann. Und während Garner bereits die Flucht aus der Klinik antritt, befreit Warren seine sterbende Ehefrau mit dem Kreuz noch von dem Fluch des Bösen.

Die Vampir-KlinikIm letzten Augenblick gelingt es Garner und Warren die Klinik zu verlassen, bevor diese in einer gewaltigen Explosion völlig vernichtet wird. Aber auch Jessica, die zum Vampir wurde, gelang der Ausbruch. Als diese jedoch Warren angreift, kann der sie mit dem Kruzifix kampfunfähig machen.

In der Folgezeit gelingt es aus Warrens Blut ein Antiserum gegen den Keim des Vampirismus zu gewinnen, so das man auch Jessica wieder von diesem bösen Keim und ihrem unbändigen Blutdurst heilen kann. Alle Drei sind sich sicher, dass die Vampirbrut in den gewaltigen Flammen der explodierenden Klinik vernichtet worden sind. Doch Dracula ist es nach dem Verlust seines neuen Körpers gelungen, sich wieder ins Jenseitsreich zurückzuziehen, wo er  sogleich seine Rache an Warren Glymer, Tob Garner und Jessica Torrens plant.

Ein Romanzitat:

"Warum - wollen sie denn - nicht hierbleiben?", erkundigt sich die Frau in der Aufnahme teilnahmslos. "Gefällt es ihnen bei uns nicht?"
Sie wölbte die Lippen etwas nach vorne und entblößte wie beiläufig ein Paar spitze Fangzähne!
"Wir haben noch Betten frei..."
Um Clymer drehte sich alles. Für den Bruchteil einer Sekunde schloss er die Augen. Dann stieß er sich  ab. Im letzten Moment.

Die Vampir-KlinikMeine kritische Betrachtung:
Natürlich ist die Handlung oben enorm gestrafft und bietet nur einen recht kurzen Einblick in die Gesamthandlung. Doch Giesa und Weinland gelang es hier durchaus einige wirklich schaurige Akzente bereits gleich zu Beginn des Romans zu setzen.

Besonders verdächtig auf eine runde Gänsehaut ist hier das  Treffen auf die kleine Elena, über der dabei gerade die Leiche des Nachbarn baumelt. Auch sonst treibt eigentlich fast alles am Anfang die Spannungskurve recht ansprechend nach oben. Fasst, denn da wäre noch der riesige Blutstropfen am Himmel, der mir nicht nur ein Grinsen ins Gesicht trieb, sondern auch dafür sorgte, dass ich hier etwas ungläubig mit dem Kopf schüttelte.

Gruselig wirkt dieses Element der Handlung nämlich nicht, sondern bedient eigentlich nur ein typisches Klischee, was man eben zumeist nur aus Heftromanen kennt. Da fragt man sich dann schon was die Autoren einem mit dem riesigen Blutstropfen nun sagen wollen? Machen sie da eventuell Werbung für Blutspenden oder ist ihnen nicht wirklich etwas Schauriges als Plan B eingefallen?

Fakt ist jedoch, das sie mit dieser unglücklich gewählten Erscheinung der durchaus positiven Spannung bei mir etwas die Luft wieder rausgenommen hatten. Dies wurde auch nicht besser, als sich dies späterhin nochmals bei Sheriff Garner und seinem Debuty Morris an der Farm von Glymer wiederholte.

Die Vampir-KlinikAuch die Angst und gegen Ende dann auch die Trauer um seine Frau Barbara nimmt man Warren Glymer hier ohne bedenken ab, da man sie menschlich völlig nachvollziehen kann. Negativ jedoch fällt bis zum finalen Ende der Handlung auch auf, dass das Schicksal seiner eigenen 12-jährige Tochter Elena unseren unfreiwilligen Helden scheinbar eher recht kalt lässt. Ihr hätte man durchaus etwas mehr Raum innerhalb der Handlung zukommen lassen können. Aber Warren hätte sich zumindest auch glaubwürdig etwas mehr Sorgen um Elena machen können, die späterhin nur noch so quasi nebenher mitgenannt wird, wenn er an seine Frau Barbara denkt. Sarkastisch könnte man sagen, dass wenn Kinder abhanden kommen, man sich ja neue machen kann, aber damit macht man sich wohl kaum Freunde unter der Leserschaft. Ein wirkliches "Sorgenkind" scheint seine Tochter für Warren jedoch wohl nicht zu sein, was dann doch irgendwie etwas unglaubwürdig herüber kommt. Eventuell hätten bei der Planung die Autoren vielleicht völlig darauf verzichten sollen, eine kleine Tochter in die Handlung mit einzuführen, denn irgendwie hat man als Leser so mitunter den Verdacht, das diese Idee sich nachträglich für die Autoren wie ein Klotz am Bein entwickelt hatte, um noch wirklich alles in der begrenzten Seitenzahl eines Heftromans unterzubringen.

Dies sind allerdings auch die zwei einzigen negativen Elemente innerhalb der Handlung von DIE VAMPIR-KLINIK. Denn ansonsten wird die Handlung recht straff und auf einem durchaus hohen Spannungswert vorangetrieben, was auch bei der recht lebhaften Schreibe recht schnell die passenden Bilder im Kopf erzeugt. Für etwas aufgelockernte Stimmung mit einem gewissen Augenzwinkern  sorgen dabei die Passagen mit und um Sheriff Tob Garner. Hier muss ich daher mal ein besonderes Lob aussprechen, denn die Dialoge und auch manche Handlungsweisen dieser Figur wissen die Geschichte an sich mit Humor zu unterlegen, ohne dabei über das Ziel hinaus zu schießen und so damit eventuell die Spannungskurve negativ nach unten zu drücken.

Gesamt betrachtet kann ich dem ersten Teil der Trilogie, die dem Paperback seitens des Imprint ROMANKIOSK auch seinen Buchtitel verleiht, saubere vier von insgesamt fünf Eckzähnen für die Gesamtbewertung vergeben. Denn die Handlung zu DIE VAMPIR-KLINIK steigt in Sachen Spannung gleich voll ein und kann diesen Spannungsbogen auch durchaus konstant im oberen Bereich halten.  Der Cliffhanger am Ende des ersten von insgesamt drei Romanen um Dracula ist zwar etwas kurz und damit leider auch etwas schwach auf der Brust geraten, macht jedoch trotzdem Neugierig, wie es mit Warren, Tob und Jessica, sowie dem Grafen Dracula weiter gehen wird.

Die Vampir-Klinik
von W.K. Giesa, Manfred Weinland
Veröffentlichung: 08. März 2019
Seitenanzahl: 380 Seiten
Genre: Horror
Ausgabe: Taschenbuch
Inhalt: Drei Heftromane/Trilogie
Preis: 12,99 Euro
Romankiosk.de

"Die Vampir-Klinik" als Heftroman erschienen:
- 18.03.1980 (Gespenster-Krimi/Bastei Verlag)
- 28.05.1996 (Dämonen-Land/Bastei Verlag)



Kommentare  

#1 matthias 2020-01-29 00:09
Vom Gespenster-Krimi ist aber das falsche Titelbild in diesem sonst sehr gutem Beitrag ...
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#2 Harantor 2020-01-29 05:40
Jetzt ist es das richtige Bild ...
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