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Weird Tales - Brutstätte des Phantastischen: 1935 - ROBERT BLOCH

Brutstätte des PhantastischenThe Unique Magazine
1935 – ROBERT BLOCH

Die Januar-Ausgabe des Jahres 1935 startete mit der Cover-Story „RULERS OF THE FUTURE“ von Paul Ernst.

Weitere Geschichten waren u. a.  das Jules de Grandin-Abenteuer „HANDS OF THE DEAD“ von Seabury Quinn sowie „THE DARK EIDOLON“ von Clark Ashton Smith.


Robert BlochWas die Januar-Ausgabe des Jahres 1935 von WEIRD TALES allerdings noch heute so interessant macht, ist das Debüt des Autors Robert Bloch mit seiner Geschichte „THE FEAST IN THE ABBEY“.

ROBERT BLOCH …… wurde am 5. April 1917 in Chicago geboren. Während seiner  Kinderjahre las er mit großer Vorliebe „WEIRD TALES“ und andere Pulp – Magazine. Dabei fanden die Geschichten von H. P. Lovecraft seine besondere Aufmerksamkeit.

Während der Großen Depression zog die Familie Bloch nach Milwaukee. Von dort aus begann der junge Bloch 1933 mit H. P. LOVECRAFT zu korrespondieren, der ihn ermunterte selbst zu schreiben und dazu vielerlei Ratschläge gab. Bloch wurde ein Freund Lovecrafts, mit dem er bis zu dessen Tod im Jahre 1937 mittels Briefen korrespondierte.

1934  erschien mit "LILIES" seine erste Kurzgeschichte in „MARVEL TALES“. Mit 17 Jahren veröffentlichte Bloch mit „THE FEAST IN THE ABBEY“ im Januar 1935 seine erste Story in „Weird Tales“. Insgesamt folgten zwischen 1935 und 1951 über 70 weitere Stories für das Pulp–Magazin.

Neben seinem Geschichten verfasste Bloch auch politische Reden, schrieb Sketche und erfand eine Radioshow namens "Stay Tuned for Terror", die 39 Episoden erreichte.

1945 veröffentlichte er mit „SEA KISSED“ und „THE OPENER OF THE WAY“ seine zwei ersten Kurzgeschichten-Sammlungen. Zwei Jahre später folgte mit „THE SCARF“  (1947), die Geschichte eines Psychopathen, sein Romandebüt.

1953 verschlechterte sich der Gesundheitszustand seiner Frau Marion und  Bloch zog mit seiner Familie nach Weyauwega, Wisconsin. Dort schrieb er eine Anzahl von Kurzgeschichten sowie die vier Romane: „SPIDERWEB“ (1954), „THE KIDNAPPER“ (1954) und „THE WILL TO KILL“ (1954) und „SHOOTING STAR“ (1958).

„Twenty-four years a professional writer, and what to show for it? A few published books, only two of which appeared in hardcovers a dozen years before. Lots of short stories, most of them sold for one cent a word.
A few men’s markets, some reprinted in anthologies; a bit of critical recognition, but this was sporadic enough and hardly a food substitute in case the money ran out.
What would happen when my market dried up? Or worse, when my writing dried up? What would happen if my wife got sick again? What would happen if nothing happened and I just got older
?
”  (1)

Erst 1959 gelang Robert Bloch mit dem Roman „PSYCHO“, die Geschichte eines gehemmten jungen Manns, den eine zu enge Mutterbindung zum irren Killer werden lässt, sein schriftstellerischer Durchbruch
Das Buch wurde ein Bestseller. Und Hollywood wurde auf Bloch aufmerksam. Für gerade mal 9.500 Dollar gingen die Filmrechte an Alfred Hitchcock.
"Psycho", der Film von 1960, wurde nicht nur ein Blockbuster, sondern ein Kultfilm, stilbildend für das Thrillergenre und ein zeitloses Meisterwerk, das selbst heute noch fasziniert.

Ende 1959  bekam der Autor überraschend den HUGO AWARD für „THAT-HELL-BOUND-TRAIN“  als  „BESTE KURZGESCHICHTE“ verliehen.

Bloch war über Nacht berühmt. Er zog nach Kalifornien und schrieb eine Anzahl von Drehbüchern für die TV-Serie "ALFRED HITCHCOCK PRESENTS“ (Alfred Hitchcock zeigt).

1960 erschien sein neuer Roman „DEAD BEAT“ und seine Kurzgeschichtensammlung „PLEASENT DREAMS“. Jedes dieser Bücher trug zum Verfassernamen den Vermerk "Autor von Psycho", was sich positiv auf die Verkaufszahlen auswirkte.
Außerdem verfasste Bloch 1962 Drehbücher für die Kinofilme "THE COUCH" (Immer Punkt 7, ), ein Psychiater-Drama, und "THE CABINET OF DR. CALIGARI" (Das Kabinett des Dr. Caligari), ein Remake des deutschen Stummfilm-Klassikers. Doch diese beiden Streifen waren aufgrund des geringen Budgets nicht sehr erfolgreich.

1963 ließ sich Bloch von seiner Frau Marion scheiden. Ein Jahr später heiratete er erneut. Mit seiner Frau Eleanor Alexander blieb er bis zu seinem Tod zusammen.
Im selben Jahr schrieb er die Drehbücher für die William Castle – Filme „STRAIT-JACKET“ (Zwangsjacke, 1964) und „THE NIGHT WALKER“ (Er kam nur Nachts, 1964).

1965 wurde Blochs Kurzgeschichte „THE SKULL OF THE MARQUIS DE SADE“ mit Peter Cushing unter dem Titel „THE SKULL“ (Der Schädel des Marquis de Sade, 1965) verfilmt. Ein Jahr später  folgten zwei weitere Drehbücher für die Filme „THE PSYCHOPATH“  (Der Puppenmacher, 1966) und „THE DEADLY BEES“ (Die tödlichen Bienen, 1967).
Im selben Jahr lieferte er auch drei Scripts für die Original - "Star Trek"-Serie, die zu den besten dieser SF–Serie überhaupt zählen. 1968 erschien mit „THE STAR STALKER“ sein nächster Roman.

Auch in den 1970er Jahre blieb Bloch weiterhin sehr produktiv. Unter seinen Werken sticht ein historischer Thriller „AMERICAN GOTHIC“ (1974) , um den historischen Serienmörder H. W. Mudgett alias H. H. Holmes (1861-1896) aus Chicago, besonders hervor.

Vier Jahre später setzte der Autor mit "STRANGE EONS" (Cthulhus Rückkehr) seinem alten Mentor H. P. Lovecraft ein würdiges literarisches Denkmal.

Psycho 21981 ließ sich Bloch überreden, eine Fortsetzung zu "Psycho" zu schreiben. Er bot sie dem Universal-Studio an, wo man sie jedoch ablehnte, die Idee einer Fortsetzung jedoch aufgriff und einen völlig eigenständigen Folgefilm drehen ließ.

Kurioserweise erschien Blochs Version trotzdem als Buch, das sich sehr gut verkaufte.
Auch der zweite Psycho-Film zog viele Zuschauer an. Noch zweimal trat Anthony Perkins in der Rolle seines Lebens als Norman Bates auf. Bloch hatte allerdings mit diesen Produktionen nichts zu tun, verfasste aber noch eine weitere eigenständige Fortsetzung "PSYCHO HOUSE“, die 1990 erschien.

Robert BlochZu seinen letzten großen Arbeiten gehörten "NIGHT OF THE RIPPER" (Der Ripper,1984) Blochs literarische Auflösung des ewigen Rätsels um die Identität Jack the Rippers, "LORI" (1989), die Geschichte einer psychisch verwirrten Frau, und sein letzter Roman "THE JECKYLL LEGACY“ (Dr. Jeckylls Erbe, 1991)  eine Fortsetzung der klassischen Novelle "The Strange Case of Dr. Jekyll und Mr. Hyde" von Robert Louis Stevenson, die er gemeinsam mit Andre Norton verfasste.

Zu diesem Zeitpunkt war Bloch bereits seit Jahren krebskrank. Sein Vermächtnis wurde seine Autobiographie "ONCE AROUND THE BLOCH“, die 1993 erschien und in der er in gewohnt glänzender Unterhaltsamkeit sein Leben, seine Karriere und sein Werk beschrieb.

Am 23. September 1994 verstarb Robert Bloch im Alter von 77 Jahren an den Folgen seiner Krebserkrankung.

(1) Robert Bloch

 

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© by Ingo Löchel

Kommentare  

#1 Lawrence 2013-09-01 05:10
Einspruch! Zunächst: Bloch zog unabhängig von PSYCHO nach Hollywood - das war beschlossene Sache, noch bevor Hitch die Rechte an seinem Roman kaufen ließ. Zu dem Zeitpunkt schrieb er bereits erste Drehbücher fürs Fernsehen. Zweitens: "Psycho" machte Bloch weltberühmt, aber seinen "Durchbruch" hatte er ja schon früher - er war ein bekannter Autor, der - anders als Lovecraft - vom Schreiben leben konnte. Drittens: Die Überraschung bei der Verleihung des HUGO war im Wesentlichen, dass Bloch einen SF-Preis für eine waschechte Fantasy-Geschichte ohne SF-Elemente erhalten hat. Schließlich: Mir wäre neu, dass Bloch schon "seit Jahren" krebskrank gewesen ist. In dem Artikel über sein Sterben, den er für "Omni" verfasste, erwähnt er derartiges nicht ...
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#2 Larandil 2013-09-01 08:39
zitiere Lawrence:
Schließlich: Mir wäre neu, dass Bloch schon "seit Jahren" krebskrank gewesen ist. In dem Artikel über sein Sterben, den er für "Omni" verfasste, erwähnt er derartiges nicht ...

Zwei von drei in der englischsprachigen Wikipedia verlinkten Nachrufen benutzen die Formulierung "... nach einem langen Kampf gegen den Krebs". (Der drite Link führt ins Nirgendwo.) Leigh Blackmore vermutet sogar "im Rückblick", dass Robert Bloch seine Autobiographie veröffentlichte, weil er wusste, dass er nicht mehr viel länger damit warten durfte.
www.tabula-rasa.info/DarkAges/RobertBloch.html
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