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Ein neues Dorian Hunter Spin-off - »Hexenhammer: Die Inquisitorin«

Hexenhammer: Die InquisitorinEin neues Dorian Hunter Spin-off
»Hexenhammer: Die Inquisitorin«

Um die Unsterblichkeit zu erlangen, hatte Baron Nicolas de Conde einen Pakt mit Asmodis abgeschlossen. Doch sein Versuch, damit den Höllenfürsten zu betrügen scheiterte auf grausame Weise. Denn in nur einer finsteren Nacht wurde de Condes Ehefrau Isabelle und seine zwei Kinder im Wald lebendig von Wölfen zerissen. Dieser Schmerz, alles verloren zu haben, was ihm im Leben wirklich wichtig gewesen war, verleitet Nicolas de Conde nun wohl dazu, einen weiteren Fehler zu begehen.

Ein weiteres mal ruft er den Höllenfürsten Asmodis an um ihn dazu zu bewegen, einen weiteren Pakt zu schließen, welcher ihm Frau und Kinder zurückbringen soll. Damit scheint Nicolas de Conde wohl nichts gelernt zu haben, denn einerseits hat er nichts mehr, was er Asmodis noch anbieten könnte, denn seine Seele ist bereits im Besitz des Teufels. Und zum anderen sollte er wissen, das Asmodis mehr als nur verschlagen ist und man nie ein Geschäft mit dem Teufel macht, ohne selbst dabei einen empfindlichen wie schmerzhaften Verlust hinnehmen zu müssen. So verweigert Asmodis de Conde die Rückkehr seiner Frau Isabelle, doch was seine Kinder betrifft, scheint Asmodis sich eine Tür offen zu halten um Nicolas de Conde noch mehr zu erniedrigen. Und so ist das nächste Opfer auf der Rechnung des Teufels Charlotte de Conde.

Hexenhammer: Die InquisitorinHexenhammer: Malleus Maleficarum
Mit diesem Titel hat der Zaubermond Verlag unlängst ein Hörspiel wie auch eine Printausgabe als Spin-off der Taschenbuchreihe DORIAN HUNTER herausgegeben. Und wenn man die Zeichen hier wohl richtig deutet, so dürften eventuell auch noch weitere Geschichten innerhalb dieses Spin-off folgen.

Dabei dürften gegebenenfalls aber weitere Fortsetzung dieses Spin-off wohl eher in unregelmäßigen Abständen und mit größerem zeitlichen Abstand erfolgen. Zum anderen scheint man, wie im ersten Band ersichtlich, hier das Augenmerk verstärkt wohl auf Vorkommnisse der Vergangenheit zu legen. Denn der erste Roman beginnt schließlich in der Vergangenheit. Genauer Anno Domini 1485.

"Hölle und Erde sind eins", hatte die Antwort gelautet. "Zumindest sind die Grenzen durchlässig, sonst würde es auch uns nicht geben. Die Grenzen zum Himmel dagegen sind verschlossen."

(Hexenhammer: Die Inquisitorin/ Seite 43)

Hierbei bestand für mich natürlich nun die Gefahr, das wenn man sich im Serienkosmos von DORIAN HUNTER (ehemals DÄMONENKILLER) oder der anderen Spin-off-Serie DAS HAUS ZAMIS nicht auskennt, man wohl hoffnungslos bei den ganzen Serienfakten verloren dasteht. Schleißlich gibt es ja sehr viele Informationen schon aus der Zeit der Heftromane mit dem Titel DÄMONENKILLER aus dem Pabel Verlag (1973 - 1977) zu berücksichtigen, die bei einer Serie mit fortlaufender Handlung schließlich mit der Zeit anfallen.

Als Beispiel hierfür sei nur einmal darauf hingewiesen, das DORIAN HUNTER ja in die "Schwarze Familie" hineingeboren wurde, weil sein Vater der Fürst der Finsternis selbst ist. Doch DORIAN HUNTER ist darüber hinaus eben auch die jüngste Reinkarnation von Nicolas de Conde, der bei einem Hexensabbat im 15. Jahrhundert seinen folgenschwersten Fehler begeht, um die Unsterblickeit zu erlangen. Und über die Jahrhunderte hinweg kämpft er ja schließlich auch in weiteren Inkarnationen gegen die "Schwarze Familie". Da kann also durchaus die Gefahr bestehen, das man als Leser, welcher nicht in diesem Serienkosmos zumindest halbwegs sattelfest ist, sich leicht Wissenslücken negativ ausmachen können. Nun habe ich ja schon vereinzelt mal den einen oder anderen Roman hinsichtlich COCO ZAMIS (DAS HAUS ZAMIS) gelesen und kann deshalb durchaus positiv sagen, das man hier nicht gleich mit einem Lexikon zur Serie unter dem Arm zum lesen antreten muss. Quereinsteiger dürften also kaum vor wirklich gravierenden Problemen stehen, wenn es um das Verständnis innerhalb der Handlung geht. Und wer da auf regelmäßigem Niveau sich von Beginn an in die Serie DORIAN HUNTER einlesen möchte, der kann durchaus alle Taschenbücher beim Zaubermond Verlag (wie auch zum Spin-off DAS HAUS ZAMIS) bequem bestellen, oder man greift auf die seit einiger Zeit ebenso laufende Heftroman-Verwertung aus dem Batei Verlag zurück, die unter gleichem Titel die Serie wieder ans Kiosk gebracht hat. Vorausgesetzt allerdings, man findet noch ein Kiosk oder einen Zeitschriftenhändler, der in Sachen Heftromane noch in halbwegs positiver Form ausgestattet ist.

Und selbst wenn man noch nie einen Roman dieses Serienkosmos(also DORIAN HUNTER, DAS HAUS ZAMIS oder frühere Heftromane des DÄMONENKILLER) gelesen hat, kann man bei dem Spin-off HEXENHAMMER ohne Bedenken zugreifen. Denn auch Neuleser werden hier zu Beginn und am Ende durchaus recht ansprechend etwas in eben diesen Kosmos eingeführt, ohne das man gleich mit jeder Menge Hintergrundwissen erschlagen wird. Die Dosierung stimmt also und ist sehr positiv für Einsteiger aufgebaut.

In ihrer Neugier hatte sie den Vater gefragt, warum sie denn nicht bei Tageslicht ihre Fracht vergraben konnten.
"Weil der Teufel nicht sehen soll, wo sein Vieh und seine Weiber liegen", hatte er geantwortet. "Nachher scharrt er sie noch wieder aus!"

(Hexenhammer: Die Inquisitorin/Seite 141)

Doch auch sonst sollte man sich um den Serienkosmos nicht wirklich viele Gedanken machen, denn was Nicolas de Conde oder DORIAN HUNTER angeht, so geht man in der ersten Ausgabe von HEXENHAMMER mit dem Titel DIE INQUISITORIN nur zu Beginn und am Ende auf diese Figuren wirklich etwas vertiefend ein. Die eigentliche Handlung dreht sich indessen jedoch um das kleine Mädchen Lotte (Charlotte de Conde), die allerdings keine Erinnerungen an ihre bisherige Vergangenheit mehr besitzt.

Als Leser folgen wir ihrer schweren Kindheit und später ihrer frühen Jugendzeit, die in dem Kloster "Haus zur heiligen Dreieinigkeit" beginnt. Doch was sich hier vordergründig als christlicher Natur darstellt, ist längst dem absoluten Bösen verfallen. Denn die Nonnen des Klosters samt Schwester Oberin, die man nur Mater Martyria nennt, dienen dem Fürsten der Hölle, und die dort lebenden Waisenkinder werden auf grausame Weise behandelt  und für Asmodis als rechtlose Sklaven des Bösen vorbereitet.

Hexenhammer: Die InquisitorinHier lehnt Lotte noch Gott ab und hofft inständig auf die Hilfe von Asmodis, weil sie es nie anders gelernt hat. Und plötzlich erscheint ihr Asmodis wirklich, als sie von den teuflischen Nonnen zur Strafe eingekerkert wurde. Doch je mehr sie Kontakt zu dem Fürsten der Finsternis erhält, um so mehr muss sie auch feststellen, das Hilfe von dieser Seite nicht zu erwarten ist, egal wie sehr sie ihm auch anfänglich zugetan sein mag.

Allerdings lernt sie hier auch Heinrich Cornelius Mudt von Gilding kennen, der nicht nur sein völlig eigenes Spiel zu spielen scheint, sondern an Bösartigkeit und Verschlagenheit Asmodis kaum wirklich nachsteht. Als es durch Asmodis zur Katastrophe im Kloster kommt, ist es von Gilding, der die kleine Lotte vor der Tür des Metzgers Franz Knerz und seiner Familie in Lemgo absetzt.

Doch auch hier erlebt Lotte weder eine glückliche noch leichte Kindheit, denn auch unter dem Dach von Knerz, der dem Alkohol zuspricht und leicht zur Gewalt auch gegenüber seiner Familie neigt, geht es bald nicht mehr mit rechten Dingen zu. Und als dessen erste Frau stirbt, ist Lotte ihm ausgeliefert, bis er mit Grete Doth eine verschlagen Dienerin des Teufels in sein Haus und Bett holt. Zudem scheint etwas in Lotte zu schlummern, was andere in Angst versetzt oder auch in schlimme Schwierigkeiten bringt. Dabei ahnt Lotte nicht einmal, das die Hölle in Form von Asmodis selbst und von Gilding ein ganz besonders Augenmerk auf sie geworfen hat.

Lotte hatte noch nie gehört, dass auch Schweine eine Seele hätten. Wohl erfuhr man hier und da, dass der Teufel auch in Tiere fahren konnte, doch schien es ihr fraglich, ob sie ins Himmelreich kamen, nachdem man den Teufel ausgetrieben hatte.

(Hexenhammer: Die Inquisitorin/Seite 211)

Doch langsam formt sich für die heranwachsende Lotte ein neues Ziel, denn immer mehr glaubt sie ihr Heil nun nur in Gott finden zu können. Den letzten Anstoß hierzu erhält sie, als sie mit dem  Inquisitor Heinrich Institoris zusammentrifft, der nach Lemgo  gekommen ist, um das Böse in Form der Hexerei zu bekämpfen.

Einige Jahre später macht sich die junge Lotte auf, den Inquisitor aufzusuchen, zumal auch dieser fromme Mann der Kirche unwissentlich vom Bösen mehr geblendet als erhellt, seinen Kreuzzug gegen die Diener der Hölle führte. Begleitet wird sie, die sich nun als junger Busche verkleidet, von dem angeblichen Priester Matthias, der jedoch  die Lehren der Bibel höchst eigenwillig zu seinem persönlichen Vorteil auslegt. Doch wird es Lotte gelingen, Heinrich Institoris vom wahren Gesicht des Bösen zu überzeugen, ohne selber der Anklage als Hexe anheim zu fallen?

Hexenhammer: Die InquisitorinKopfkino in klassischem 70er Jahre Technicolor:
Nun wird man sich denken können, das der Roman HEXENHAMMER: DIE INQUISITORIN nicht mit harten Gore und Splatterszenen aufwartet, auch wenn der Autor Uwe Voehl nicht davor zurückschreckt, Blut und Gedärme durchaus hier und da zu thematisieren, oder auch einige überraschend gut eingebaute Formen des Kannibalismus hinzufügt. Denn wirklich explizite Beschreibungen des Schreckens sind nicht die Art des Autors, um das Böse als solches emporzuheben.

Dies macht Voehl dann doch lieber in einer recht vorsichtigen Dosierung, um den Fan z.B. des klassischen Horrors seitens der Hochära des Heftromans nicht zu hart zu schocken. Dabei erlaubt die recht gelungene Mischung aus bildhafter Historie und düsterem Okkultismus durchaus ein ansprechendes Lesevergnügen, welches einem beim lesen immer mal wieder etwas den Charme der B-Movies in der Art der englischen Hammer-Studios in lebhafte Erinnerung ruft. Dies scheint dann fasst so wie die bekannten Horrorfilmen der 70er Jahre, nun die gelesenen Worte gleich im Kopfkino bildlich ins klassische Technicolor umzusetzen.

Das Uwe Voehl etwas vom Genre versteht und dieses auch in Worten und Handlung wirklich spannend umzusetzen weiß, kann man hier also Seite für Seite auf durchaus hohem Niveau miterleben. Dabei ist der Roman mit ca. 350 Seiten auch durchweg nicht auf einem zu begrenzten Heftniveau begrenzt, so das sich Voehl hier auch durchaus Zeit nehmen kann, den jeweiligen Figuren wie auch dem Handlungszeitraum des 15. Jahrhundert die nötige Tiefe zu verleihen. Man fühlt sich also schon nach wenigen Seiten als Leser tief in diese dunkle Zeit versetzt und fühlt sich bald wie ein unsichtbarer Beobachter zwischen den jeweiligen Ereignissen und Figuren, welchen man gerne mit Spannung weiter folgt. Da fliegt also die Zeit dahin und man legt nur recht ungerne das Buch zur Seite, weil es z.B. Zeit ist, langsam ins Bett zu gehen, oder auch nur, um sich eine Kleinigkeit herzurichten, weil der Hunger gerade knurrend im Magen irgendwie seine Rechte einfordert.

Hexenhammer: Die InquisitorinDabei gibt es aber auch nicht das kleinste Problem, in die Handlung einzusteigen und ihr stets folgen zu können, auch wenn man eigentlich kein wirkliches Hintergrundwissen zum bestehenden Serienkosmos besitzen sollte. So kann man also ohne weiteres diesen Roman auch völlig für sich stehend lesen, ohne das irgendein Wermutstropfen der Unwissenheit (was die Serie an sich betrifft) die Spannung trüben könnte.

Man muss Uwe Voehl aber auch zugute halten, das er bei der Darstellung der höllischen Kreaturen nicht zu Beschreibungen greift, die bereits beim lesen irgendwie lächerlich wirken. Ich erinnere mich da z.B. recht negativ an Beschreibungen aus anderen Veröffentlichungen in Verbindung zu Heftromanen des Genre, in denen z.B. Dämonen z.B. mit Haifischköpfen auftauchen oder sonstwie mitunter dann doch eher lächerlich statt gruselig wirken. Und da schaue ich in Sachen Autoren mal nicht nur in Richtung von Helmut Rellergerd (Jason Dark) und seiner Serie JOHN SINCLAIR, der mithin ein Händchen für solche, eher negativen Beschreibungen hatte bzw. hat. In diese eher skurile Kiste konnten durchaus auch andere Autoren aus dem Bereich des Heftroman schon mal greifen, um so eher wohl ungewollt die Handlung eines Gruselroman in eher lächerliche Bahnen zu bringen. In dem Punkt verweise ich mal als positives Beispiel - ohne hier nun aus der Handlung zu spoilern - auf die Beschreibung der "Alraune" in HEXENHAMMER: DIE INQUISITORIN, welche eine wirklich spannende und gruselige Schilderung durch Uwe Voehl genossen hat. Da merkt man förmlich das gewisse Herzblut des Autors für das schaurige Genre.

Zur inhaltlichen Umsetzung der Hörbuch-Ausgabe als MP3-CD oder als Download von HEXENHAMMER: DIE INQUISITORIN kann ich hier leider nichts beitragen. Doch scheinen sich auch die jeweiligen Hörbücher zu den Serien DORIAN HUNTER und DAS HAUS ZAMIS  einer positiven Beliebtheit zu erfreuen, so das ich hier einfach mal davon ausgehe, das die entsprechenden Fans auch hier wohl auf bestem Niveau bedient werden.

Wer also gerne mal zu einem wirklich atmosphärisch dichten Gruselroman aus dem Bereich des historischen Okkultismus greifen möchte, der sehr gelungen auch einen gewissen Charme der klassischen Horrorfilme atmet, der kann hier jedenfalls ohne Bedenken bei diesem Spin-off zur Romanserie DORIAN HUNTER zugreifen. Auch dann, wenn man bisher noch kaum oder nie in Berührung mit dieser Serie gekommen ist. Da vergebe ich also auch gerne die vollen fünf von insgesamt fünf umgedrehten Kreuze als Höchstbewertung mit einer eindeutigen Leseempfehlung. Ein weiteres Lob muss man aber auch hinsichtlich der Gestaltung der Cover durch Mark Freier aussprechen, was auch die Serien DORIAN HUNTER und DAS HAUS ZAMIS einschließt. Sie stimmen nämlich immer vorbildlich den Leser auf einige spannende wie gruselige Stunden ein und liegen qualitätsmäßig sichtbar weit über dem Niveau der früheren Heftroman-Cover.

Hexenhammer: Die InquisitorinHexenhammer - Malleus Maleficarum: Die Inquisitorin
(Spin-off zur Romanserie "Dorian Hunter")
von Uwe Voehl
Genre: Horror
352 Seiten
Taschenbuch  
ISBN: 978-3-95426-631-9
Preis: 14,95 Euro
ZAUBERMOND

Kommentare  

#1 Hermes 2019-08-10 15:45
Zitat:
Vorausgesetzt allerdings, man findet noch ein Kiosk oder einen Zeitschriftenhändler, der in Sachen Heftromane noch in halbwegs positiver Form ausgestattet ist.
Da scheint sich in den letzten Wochen einiges zum Negativen verändert zu haben; zumindest bei mir in der Region. Alle Verkaufsstellen haben das Angebot verkleinert, ein Zeitschriftenhändler führt z.B. keine Perry Rhodanhefte und keinen Maddrax mehr.
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#2 Laurin 2019-08-10 21:24
@ Hermes,
Das Problem haben wir hier schon in Burscheid wie auch in Leverkusen schon seit längerem. Da musst du schon richtig suchen gehen, um noch außer Western und Liebesromane was zu finden.
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#3 Penelope 2019-08-18 00:29
Ich verstehe die Argumentation nicht. "Mein" Kiosk führt die Heftromane, die ich dort regelmäßig kaufe. WIe macht Ihr das denn? Überlegt Ihr euch einmal im halben Jahr "Och, ein Dorian Hunter wär mal was!"?

Es sollte langsam ja bekannt sein: Die Kioske werden automatisch beliefert. Wenn ein Heft 2x hintereinander nicht gekauft wird, wird die Anzahl reduziert, bis sie bei NULL ist. Ihr versteht das Prinzip?
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#4 Heiko Langhans 2019-08-18 13:01
Nach. Be. Stel. Len.

Das geht wirklich!

Und dann dranbleiben und ab und zu mit dem Verkäufer reden ...
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#5 Laurin 2019-08-18 17:50
@ Penelope:
Das Prinzip ist mir durchaus bekannt und wenn ich z.B. die Dorian Hunter Hefte regelmäßig haben wöllte, wäre dies auch kein Problem für mich, da ich einen Händler an der Hand habe, der jeweils eine Ausgabe für mich an Land ziehen würde (kommt also trotzdem nicht in die allgemeine Auslage wie damals als ich die Vampira-Neuauflage im Vorfeld geordert hatte).

Generell muss ich aber auch sagen, das ich in Sachen Heftroman und was da noch produziert wird, kaum noch Interesse für aufbringen kann. Und wenn ich mir dann mal so nebenher einen Dorian Hunter hole, ist mir die Taschenbuchausgabe seitens Zaubermond Verlag eh vom Format her wesentlich lieber. Auch wenn es etwas mehr kostet. Als Leser, der früher aber auch gerne mal zu Heftromanen gegriffen hatte, halte ich durchaus mal die Augen offen und registriere den Schwund in den Regalen aus reinem Interesse. Das der Heftroman bisher überlebt hat, dürfte also eher eventuell an einem noch gut genutzten Abo-System liegen, oder wenn man bei sich am Ort Glück hat, auch noch einem gut sortierten Händler. Im groben betrachtet ist dies ein schleichendes sterben des Heftroman, denn neue Dauerkäufer werden immer weniger, da nicht präsent und die durchaus wichtige Laufkundschaft fällt so an manchen, wenn nicht sogar vielen Orten schlicht ganz weg.

Hier handelt es sich bei meinem Kommentar (#2) also um eine Antwort auf User Hermes zum allgemeinen Zustand. Allerdings auch nicht mehr, denn bei dem was an Serien noch erhältlich ist, juckt mich ehrlich gesagt nichts, um hier zur Rettung des Heftroman bei den Händlern aufzurufen.
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#6 Hermes 2019-08-18 22:41
@ Penelope

Ich kaufe keine Serie regelmäßig. Aber ich schaue jede Woche, was neu auf den Markt kommt. Und eigentlich greife ich auch jede Woche bei einem Heft zu. Mal wegen eines neuen Autors, mal wegen eines vielversprechenden Themas, mal wegen eines Jubiläums etc.

Also mal Perry Rhodan, mal Zamorra, mal Maddrax, mal Dorian Hunter, mal Gespenster-Krimi. Nur Amerika habe ich komplett gekauft.
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#7 Penelope 2019-08-19 01:22
Ich denke, dass ist das Problem. Wer "regelmäßig" kauft, sorgt für eine Sichtbarkeit des Phänomen Heftromans. Ich für meinen Teil kaufe tegelmäßig Zamorra, Dorian Hunter, Sinclair Classic und Maddrax. Ich lese 90% davon, wobei ich Sinclair sammle und nicht lese.

Was in dem von mir "betreuten" Kiosk definitiv sagen kann: Ich habe die Serien bestellen lassen, sie lagen aus und Kunden haben sie gekauft - Leute die vorher nicht gekauft haben. Insofern ist die Frage: Wie viel ist mir der Heftroman wert? Bin ich bereit, eine Serie zu stützen, auch wenn sie mir vielleicht mal nicht zu 100% gefällt?

Letztlich ist es simple Arithmetik. Das war früher durch die "alten Generationen" völlig anders, da wurde gekauft. Regelmäßig... Dementsprechend anders sahen die Läden aus.
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#8 Ganthet 2019-08-20 16:33
Mir hat der Hexehhammer ziemlich gut gefallen. Gefallen hat mir vor allem, dass es ein richtiges Buch ist und nicht drei einzelne Heftromane. Der Autor lässt sich mal etwas mehr Zeit für seine Figuren und deren Entwicklung. Einen derartigen Aufbau hätte ich mir für den neuen Sinclair gewünscht (aber das musste wohl so sein, da die Vorlage aus den Drehbüchern von 6 Hörspielen besteht).
Ich erinne mich noch gern an die ersten Ausgaben der neuen DH-Geschichten, die ja auch aus kompletten Romanen bestanden. Leider ist man dann später wieder zur Heftromanstruktur zurück gekehrt

Es scheint ja so auszusehen, dass die Ereignisse im Hexenhammer für die gegenwärtige Handlung in Dorian Hunter noch eine Rolle spielen werden. Auf jeden Fall hat es mir Spaß gemacht, den Lebensverlauf von Lotte zu folgen.

Wenn man es genau nimmt, hat das Buch allerdings einen kleinen Retcon ausgelöst. Man konnte bisher ja davon ausgehen, dass die Kinder de Condes tot sind. Ich hoffe, dass die Verkäufe des Buches eine Weiterführung ermöglichen, würde es aber schade finden, wenn alte Geschichten dadurch ihren Sinn verlören.
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#9 Laurin 2019-08-20 17:50
Zitat Ganthet:
"Mir hat der Hexehhammer ziemlich gut gefallen. Gefallen hat mir vor allem, dass es ein richtiges Buch ist und nicht drei einzelne Heftromane. Der Autor lässt sich mal etwas mehr Zeit für seine Figuren und deren Entwicklung."

Ja, dies sah ich auch als einen ganz großen Pluspunkt in diesem Band von Uwe Voehl. Die Heftromanstruktur empfinde ich nämlich auch in den normalen TBs der Serie DORIAN HUNTER und dem Spin-off DAS HAUS ZAMIS im Zaubermond Verlag eher als störend. Klar, bei den früheren Heftromanen lässt sich diese Struktur nun mal nicht vermeiden, aber bei den neueren Ausgaben sollte man den Raum schon positiv nutzen, den so ein Taschenbuch (wie beim Spin-off HEXENHAMMER) bieten kann. Denn so hat man richtig Platz um eine gute Geschichte vernünftig auszubauen und bei den Charakteren und dem betreffenden Umfeld richtig in die Tiefe zu gehen.
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#10 Ganthet 2019-08-21 16:09
@Laurin
Bis vor einiger Zeit existierte ein Dorian Hunter Blog, in dem ich bei Andrea Bottlinger angefragt hatte, ob es mal wieder geplant sei, in Buchlänge zu veröffentlichen. Sie verwies darauf, dass es organisatorisch einfacher sei, zwei Teilromane durch 2 Autoren schreiben zu lassen, als wenn ein Autor ein ganzes Buch schreibt.

Ich finde das bis heute schade. Den Einstand von Andrea Bottlinger als Expose-Autorin beispielsweise hätte ich gern etwas länger gelesen (DH 69, Schlichterin von Babylon). Ich hätte gern mehr Flair von Babylon gelesen und im Prinzip ist die Story ja auch das Origin der Schwarzen Familie. Da hätte ich gern noch etwas mehr erfahren.
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#11 Laurin 2019-08-21 22:02
@ Ganthet:
Nun ja, in Buchlänge muss natürlich komplexer hinsichtlich der Handlung gearbeitet werden und ein Autor benötigt hierzu auch die doppelte Zeit als etwa bei einem Teilroman in der Länge eines Heftroman. Allerdings könnte man dies nach meiner Einschätzung auch organisatorisch in den Griff kriegen. Aber gut, man sucht hier halt den einfacheren Weg, was auch nicht schlecht sein muss, aber welches ich, genau wie du auch als eher schade ansehe. Voehl zeigt in HEXENHAMMER ja recht eindrucksvoll den Vorteil in Sachen Handlungstiefe und Charakterzeichnung auf.
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#12 Ganthet 2019-08-22 16:37
@Laurin
Ich denke mal, dass es wahrscheinlich auch der günstigere Weg ist. Zaubermond ist nur ein Kleinverlag und so groß werden die Verkäufe eines Bandes auch nicht sein. Ich frage mich öfter, in welcher Größenordnung die wohl liegen mögen. ein paar 100? 1000?

Schon damals bei den Hardcovern hatte man wahrscheinlich versucht, mit der Zeit Geld einzusparen. Das Papier wurde irgendwann dünner, so dass die Schrift auf die nächsten Seiten druchschien. Die Umstellung war auf die Taschenbücher mag dann wohl günstiger gewesen sein. Ein Verlag muss auch immer rechnen; und wenns nichts mehr bringt, stellt man die Serie eben ein. Ich gehe da gern mit, hauptsache die Serie bleibt bestehen.
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#13 Laurin 2019-08-22 17:17
@ Ganthet:
Nun ja, bei einem Kleinverlag wird die Auflage an sich wohl überschaubar sein, wobei hier wohl auch ein Weg gefunden wurde, ausverkaufte TBs günstig und recht überschaubar nachlegen zu können. In Zeiten der Hardcover gab es aber ja auch noch einige Serien mehr wie TORN, PROFESSOR ZAMORRA usw. die wahrscheinlich immer weniger gekauft wurden und natürlich dann einen gewissen Sparzwang für das Gesamtprogramm forderten, was dann damals das dünnere Papier betreffen könnte. DORIAN HUNTER und DAS HAUS ZAMIS scheinen allerdings wohl das Zugpferd in Sachen Printmedien beim Zaubermond zu sein. Überlebt haben sie jedenfalls so manche alte Hardcover-Serie bei Zaubermond. Und ich habe so den Verdacht, sie laufen auch besser als die PERRY RHODAN PLANETENROMANE.
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