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See you later, Alligator - »Crawl« - Der Film

CrawlSee you later, Alligator
»Crawl« - Der Film

Florida hat es ja nicht wirklich so mit dem schlechten Wetter. Da scheint die Sonne, man spielt Golf und wenn man Glück hat, liegt dabei nicht einmal so weit davon entfernt auf dem gepflegten Grün ein Alligator faul in der Sonne rum. Gut, so nah sollte man diesen Tierchen nun auch nicht kommen, denn aus dieser ruhigen Lage heraus, können die durchaus in einer beachtlichen Geschwindigkeit kurz mal zuschnappen. So faul wie sie nämlich gerne tun, sind sie nicht immer.

CrawlÄhnlich sieht es wohl auch der französische Regisseur Alexandre Aja, den man als Genre-Fan schließlich durch Filme wie HIGH TENSION (2003), THE HILLS HAVE EYES - HÜGEL DER BLUTIGEN AUGEN (2006), oder MIRRORS (2008) her kennen sollten. Bei HORNS aus dem Jahre 2013 führte Aja ebenfalls Regie, welcher ja auf dem Roman von Joe Hill (vollständiger Name: Joseph Hillstorm King), dem Sohn von Stephen King basierte. Gut, wirklich in meinem persönlichen Gedächtnis blieb Aja eher durch den Film HIGH TENSION, der vielleicht etwas verwirrend, allerdings nicht negativ aufgefallen war. Nun jedenfalls setzte er sich in den Regiestuhl für den Tierhorror CRAWL, der uns demnächst in den Kinos beglücken soll.

Das man mit Alligatoren während eines Hurrikan also so einiges zuwege bringen kann, dachte sich wohl auch Sam Raimi, der den Film CRAWL produziert. Den müsste man allerdings schlicht und ergreifend kennen, denn Raimi war schließlich für Filme wie TANZ DER TEUFEL (1981)und dessen zwei Nachfolger plus dem Horrorfilm DRAG ME TO HELL (2009) oder DON'T BREATHE (2016) weder als Regisseur, als Drehbuchautor und/oder als Produzent verantwortlich. Allerdings stammten auch die SPIDER-MAN 1 bis 3 (2002/2004/2007) Verfilmungen aus seiner Regiearbeit.

Somit dürfte schon einmal klar sein, das wir es hier mit zwei Schwergewichten gerade im Bereich des Phantastischen zu tun haben, die auch trotz eines eher geringen Budget, welches dem Film CRAWL zu Verfügung stand, trotzdem noch für eine nicht zu verachtende Qualität bürgen können

Doch worum geht es denn jetzt bei dem Film CROWL, dessen Kinostart mittlerweile schon zeitlich weiter vorgerückt wurde. Ursprünglich sollte der Mix aus Tierhorror- und Katastrophenfilm in den USA ja erst im August 2019 in die Kinos kommen. Diesen Termin jedenfalls hatte man nun mittlerweile auf den 12 Juli vorgezogen, so das auch der zuerst angepeilte Termin für die deutschen Kinos wohl ebenfalls zeitlich vorverlegt werden dürfte.

CrawlUnd dann schwamm da plötzlich Schnappi:
Wie gesagt, wir befinden uns in Florida, allerdings spielt im Film das Wetter nicht so mit, wie ich es hier am Anfang geschildert hatte. Denn eine Hurrikanwarnung liegt für die Küstengebiete vor und alles was nicht mit den Füßen angewachsen ist, sollte sich recht schnell aus den betroffenen Gebieten verziehen.

Dieses würde auch die junge Haley Keller liebend gerne wohl tun, nur das sie feststellen muss, das nach der Evakuierung ihrer Heimatstadt ihr Vater wohl nicht mitgekommen ist. So kehrt sie also zurück, kurz bevor der Sturm losgeht, um dort nach ihrem vermissten Vater zu suchen.

Den findet sie dann auch verletzt im Keller des Hauses vor. Inzwischen setzt jedoch der Hurrikan der Kategorie 5 zum entscheidenden Schlag an. Der Weg nach Draußen ist also sowohl für Vater als auch Tochter nun versperrt. Das schreit geradezu nach einem feuchten Überlebenskampf, als das Wasser immer bedrohlicher ansteigt. Doch bald ist für die Beiden das Wasser wohl noch das kleinste Problem. Denn sie sind nicht mehr alleine. Und ehe sie sich versehen, haben sie es mit äußerst hungrigen Alligatoren zu tun, die mit dem Element Wasser zumindest schon einmal besser klar kommen, als so mancher geübter Schwimmer.

CrawlInteressante Ausgangssituationen:
Nun hat man es hier nicht mit einem riesigen Krokodil zu tun, welches bei kleineren Menschengruppen an "Verfolgungswahn" leidet, um auch ja alle im eigenen Maul zu zerkleinern, was allerdings auch nicht dem Naturell von Krokodilen oder Alligatoren entspricht. Das einzige Großreptil, welches nach dem ersten Biss sich gemächlich an die Verfolgung seines möglicherweise sogar noch schnelleren Opfers macht, ist der Komodowaran. Denn Komodowarane sondern durch Giftdrüsen, wenn ihnen ein Opfer mal zwischen die Zähne gerät, ein Gift ab, welches  die Blutgerinnung hemmt, den Blutdruck senkt und beim flüchtenden Opfer neben einem hohen Blutverlust auch nach einiger Zeit zu Krämpfen, Schock und danach zur Bewußtlosigkeit führt (die Sache mit den tödlichen Bakterien in ihrem Speichel ist inzwischen hinlänglich widerlegt). Da der Komodowaran allerdings gegenüber seinen Opfern nicht gerade der schnellste ist, hat er die Angewohnheit, dem Geruch seines Opfers gemächlich zu folgen, bis er dieses dann zumindest hilflos wieder vorfindet( na dann ... Mahlzeit).

Alligatoren oder Krokodile machen dies nicht, sondern verbeißen sich direkt in ihr Opfer und reißen es unter Wasser durch schnelle Drehungen buchstäblich in Fetzen. Gut, das hört sich auch nicht netter an, aber Filme, in denen riesenhafte Alligatoren oder Krokodile ihre Opfer gnadenlos verfolgen, gehören dann doch eher ins Reich der Phantasie. Entkommt nämlich ihr anvisiertes Opfer, nehmen sie es als verlorene Mahlzeit schlicht hin und warten auf ein besseres Opfer. Im Film CRAWL sind sie in relativer Normalgröße also durchaus in ihrem Element, dem Wasser, und damit durchaus auch realistisch betrachtet, sehr gefährlich. Es ist auch nicht so weit hergeholt, das sie im Fall einer Naturkatastrophe innerhalb von Wohngebieten auch somit in überflutete Keller gelangen können. Und in Florida spazieren Alligatoren durchaus schon mal gerne durch von Menschen belebte Bereiche.

CrawlMan wird hier also nicht durch herumfliegende Haie für dumm verkauft, die mittels eines Tornados nunmehr an Land ihre Mahlzeiten zusammen suchen. Also auch diese relative Nähe zur Realität ist hier ein recht positiver Aspekt und eben eine interessante Ausgangssituation für den Film CRAWL.

Eine weitere gute Ausgangssituation dürfte dann noch die Besetzung des Films an sich sein, auch wenn man es ab einem gewissen Zeitpunkt wohl eher mit einem blutigen Kammerspiel zu tun hat. Barry Pepper kennt man z.B. durch Fernsehserien wie SLIDERS - DAS TOR IN EINE FREMDE DIMENSION (1 Episode/1995) oder aus Kinofilmen wie DER SOLDAT JAMES RYAN (1998) bzw. THE GREEN MILE (1999) oder etwa dem zweiten und dritten Teil der dreiteiligen Kinoreihe MAZE RUNNER (2015 und 2018).

In allen drei Filmen der MAZE RUNNER Kinofilme spielte übrigens die Schauspielerin Kaja Scodelario die Rolle der "Teresa", während Barry Pepper die Rolle des "Vince" inne hatte.

In CRAWL spielt Kaja Scodelario nunmehr die Tochter "Haley", während Barry Pepper hier ihren verletzten Vater "Dave" verkörpert. Man kennt sich also und dürfte dadurch wohl auch recht gut aufeinander eingespielt sein. Kaja Scodelario ist mir übrigens schon durch die Serie SKINS recht positiv aufgefallen, wo sie bei den Zuschauern und Fans ja schon in den ersten Episoden als "Effy Stonem" eine Art Senkrechtstart hinlegte, obwohl sie in der ersten Staffel eigentlich noch nicht einmal zum Kern der Hauptfiguren zählte. Dies änderte man dann entsprechend später in der dritten und vierten Staffel. Einen weiteren Auftritt legte sie dann in zwei Episoden der finalen siebten Staffel von SKINS nochmals zur Freude der Fans hin. Weitere Rollen hatte sie dann in Filmen wie STURMHÖHE (2011), TIGER HOUSE (2015) oder PIRATES OF THE CARIBBEAN - SALAZARS RACHE (2017).

Einige weitere Darstellerinnen und Darsteller von CRAWL sind Morfydd Clark, Anson Boon, Ami Metcalf, Colin McFarlane, Savannah Steyn oder Annamaria Serda.

CrawlMein Eindruck bisher:
Nun muss man natürlich sagen, das man bisher nur den Zugriff auf einen Trailer hinsichtlich des Tierhorror-Katastrophen-Mix CRAWL  hat und daher wohl auch einige Überraschungen mehr noch nicht wirklich an die künftigen Kinobesucher gelangt sind, welche der Film vielleicht noch zu bieten hat. Andererseits sollten Trailer natürlich auch nicht gleich die besten Szenen vorab verbraten, so das man sich dann den späteren Film in voller Länge sparen könnte.

Ein weiterer Punkt dürfte sein, das aufmerksame Leser des ZAUBERSPIEGEL wissen dürften, das ich nicht gerade ein ausgemachter Fan von Tierhorror bin. Allerdings bestätigen Ausnahmen durchaus die Regel. Und während ich spätestens nach dem zweiten Teil von DER WEISSE HAI oder sonstigen Riesenkrokodilen und menschenverschlingende Anakondas eher die Straßenseite wechsle und bei Filmen wie SHARKNADO gleich in den Untergrund abtauche, bevor ich mir diese Machwerke ansehen muss, so gibt es immer mal wieder Filme dieses Subgenre, die mich durchaus auch recht neugierig machen können.

CRAWL ist so ein Kandidat des Tierhorror. Das liegt zum einen durchaus an den hochkarätigen Namen bei Produktion und Regie, aber auch bei den zwei Hauptdarstellern. Und am Ende eben auch an dem Trailer, der durchaus versteht, mich entsprechend positiv anzusprechen, so das man gerne mehr davon sehen möchte. Die Mischung macht es eben, wie man bei Haribo immer so gerne sagt, und die scheint bei dem Film CRAWL durchaus trotz relativ schmalem Budget zu stimmen. Von daher dürfte CRAWL einer der zukünftigen Kinofilme sein, die man durchaus 2019 im Auge behalten sollte.

Kommentare  

#1 Friedhelm 2019-05-25 23:17
Zitat:
Ursprünglich sollte der Mix aus Tierhorror- und Katastrophenfilm in den USA ja erst im August 2019 in die Kinos kommen.
Auwei, da ahne ich übles. Ein Mix Katastrophenszenarien und Tierhorror? Das so etwas glatt mal "in die Hose gehen könnte" haben ja schon andere Beispiele gezeigt (siehe, u.a. "The Bait - Haie im Supermarkt..")

Außerdem kann man der Thematik des Tierhorrors eh kaum noch etwas neues hinzufügen. Da sind selbst Aja oder Raimi hoffnungslos überfordert, denke ich mal..

Zitat:
so gibt es immer mal wieder Filme dieses Subgenre, die mich durchaus auch recht neugierig machen können.
Eine gesunde Neugier schadet ja auch nix - aber ob die dann auch befriedigt werden kann, möchte ich doch fast bezweifeln. Jedenfalls, nachdem ich das hier lese, scheint mir der Plot kein wirklich großer Bringer zu sein. Aber, man soll die Hoffnung ja nie aufgeben..
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#2 Laurin 2019-05-26 15:46
@ Friedhelm:
Wobei ich THE BAIT - HAIE IM SUPERMARKT noch nicht einmal so schlecht fand. Er hat zumindest mehr zu bieten als DER WEISSE HAI (1975) von Steven Spielberg, der seine Ausnahmestellung nur dadurch erhält, weil er der erste Hai-Monsterfilm dieser Machart war und eben Spielberg drunter stand.

Der Thematik Tierhorror kann man auch eigentlich nicht wirklich viel neues hinzufügen, das stimmt durchaus. Die Frage liegt aber auch nicht darin, was ich noch da rausholen kann, sondern wie gut oder dümmlich ich ihn umsetze.

Neugierig bleibe ich da allerdings trotzdem, zumal bereits in Sachen Hautdarstellerinnen hier zumindest einiges zu erwarten ist, was ich bei ähnlich gelagerten Filmen stets schmerzlich vermisse (wie etwa einen Ansatz von Talent bei den Schauspielern usw.). Und gerade der Plot ist hier scheinbar mal ansprechend gestaltet und nicht mit Gewalt bei den Haaren herbeigezogen worden, was man dem Film THE BAIT - HAIE IM SUPERMARKT durchaus anlasten kann. Zumindest sollten wir mal abwarten, bevor wir schon im Vorfeld alles zerreden. Den ganzen Film kennen wir ja schließlich nicht einmal.
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#3 Friedhelm 2019-05-26 20:07
Zitat:
Er hat zumindest mehr zu bieten als DER WEISSE HAI (1975) von Steven Spielberg, der seine Ausnahmestellung nur dadurch erhält, weil er der erste Hai-Monsterfilm dieser Machart war und eben Spielberg drunter stand.
Sicherlich muss man hier allerdings auch beachten, dass zwischen "Spielbergs Hai" und "Crawl" 44 Jahre liegen. Beim "Weissen Hai" hat sich ja vieles, das den Streifen spannungsmäßig ausmacht durch die vorhandenen Produktionsbedingungen ergeben. Man denke da an die "sparsame", spannungssteigernde Präsenz des Hais, die einfach nur aus der manghaften Funktionsweise des Models resultierte. "Crawl" wird neuzeitlich viel perfekter inszeniert sein, weil man mit solchen Problemen heute nicht mehr rechnen muss.

Ich finde den "weissen Hai" heute immer noch top gemacht - aber ich bin mit dir schon Meinungskonform:

Wir schauen den Film von Aja erstmal an und diskutieren dann weiter über unsere Ansichten dazu. :-*
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#4 Laurin 2019-05-26 23:52
Zitat Friedhelm:
"Ich finde den "weissen Hai" heute immer noch top gemacht ..."
Was die Spezialeffekte zum Beispiel mit dem Model des Hai angeht, so gibt es für die damaligen Verhältnisse und Möglichkeiten durchaus nichts zu meckern. Als Gesamtwerk jedoch betrachtet (Handlungsaufbau, schauspielerische Leistungen usw.), hatte er mich schon damals kaum aus dem Hocker geworfen, sondern war ein typischer Spielberg. Nicht weniger, aber sicherlich für mich persönlich auch nicht mehr.

Und bei CRAWL muss man erst einmal das Gesamtwerk sehen, um sich hier abschließend ein Urteil bilden zu können. Und da zählen nicht nur die üblichen CGI-Effekte. Zur Zeit kann man schlicht ja nur davon sprechen, dass der Trailer in Verbindung mit dem wenigen an Informationen zur Handlung zumindest bei mir ein gewisses Interesse geweckt hat, was bei Tierhorror für mich persönlich schon mal eine Leistung darstellt. Denn dieser Bereich des Genre hatte und hat es bei mir bekanntlich um einiges schwerer. Von daher also abwarten um dann anhand des ganzen Film eine umfassende Beurteilung angehen zu können.
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