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Phantastisches vom Hugh: Der Okkultist und die die Hexen im Leib

Vierter Stock Herbsthaus»Phantastisches vom Hugh«
Der Okkultist und die Hexen im Leib

Peter Merin befindet sich gerade mit dem Auto auf dem Weg zu einer Party bei seiner guten Bekannten Melissa. Und als er da so durch die Straßen fährt, fällt ihm eine recht junge Frau auf, der es jedoch irgendwie nicht wirklich gut zu gehen scheint. Dabei macht sie ihm nicht den Eindruck, unter Drogen oder Alkohol zu stehen. Nein, diese junge Frau scheint ein völlig anderes Problem zu haben, weshalb Peter ihr anbietet, sie in seinem Auto mitzunehmen.

Die gelbe Villa der SelbstmörderWirklich in die eigenen vier Wände möchte die junge Frau nicht und ein wenig hat sich Peter bereits in die Schönheit verguckt. Zwar kann man noch nicht von Verliebtheit reden, aber die Ansätze für mehr als nur ein kurzes Zusammentreffen sind bei Peter durchaus schon gelegt. Doch dann fällt Peter noch etwas auf. Die junge Dame die sich ihm gegenüber schlicht nur als Vera vorstellt, scheint vor etwas panische Angst zu haben und will deshalb eigentlich im Moment überall sein, nur eben nicht in den eigenen vier Wänden.

Blutige Momente ohne jegliche Verletzungen:
Peter läd Vera daher spontan ein, ihn auf die Party zu begleiten, zu der er nun wahrscheinlich eh zu spät kommen würde. Auch Melissa ist recht erstaunt, dass Peter dieses mal in hübscher wie auch weiblicher Begleitung eintrifft. Doch das staunen in diesem Punkt hält nicht wirklich lange vor, denn plötzlich scheint Vera aus einigen Wunden am Körper zu bluten.

Um nun eher lästigen Fragen der anderen Teilnehmer der Party gleich zu umgehen, schafft man Vera gleich nach oben ins Schlafzimmer und verständigt den Arzt Dr. Fellner. Der trifft auch bald ein, kann allerdings keine tiefen Wunden oder andere, leichtere Verletzungen bei Vera vorfinden, die einen solchen Blutverlust hätten rechtfertigen können. Auch Vera gesteht Peter und Melissa, dass sie keinerlei Schmerzen mehr habe.

Die Party verläuft dann auch in angenehmeren Bahnen weiter, nachdem Melissa Vera gleich mal in eines ihrer sauberen Kleider gesteckt hat. Doch damit sind die Ungereimtheiten noch längst nicht beendet, denn schon kurz nach der Party kommt es zu weiteren Vorfällen. Auf der einen Seite scheinen im Schlafzimmer auf dem Bett die Blutflecken spurlos verschwunden zu sein und Veras Finger fangen plötzlich heftigst zu bluten an, als würde jemand ihre Finger in einem Schraubstock brutal zerquetschen. Doch Vera scheint in diesem Moment wiederum keine wirklichen Schmerzen zu empfinden und nachdem man das Blut abgewaschen hat, kann man wiederum keinerlei Verletzungen feststellen, die hierfür eigentlich hätten vorhanden sein müssen. Und dann ist es Vera, die Peter und Melissa erzählt, dass sie panische Angst hat vor sogenannten Träumen, die sie plötzlich auch im Wachzustand überwältigen können und in denen sie offenbar unmenschliche Grausamkeiten durchlebt.

Peter bringt Vera späterhin nach Hause, wo sie ihn bittet, bei ihr zu bleiben, weil sie Angst alleine hat. Auch ihr Bruder, ein Arzt und seine Ehefrau, denen sie ihre kleine, noch bezahlbare Wohnung zu verdanken hat, befindet sich über das Wochenende nicht im Haus. Natürlich lässt Peter sich nicht zweimal bitten, sind seine Gefühle für Vera doch in den letzten Stunden mehr als gewachsen.

Was sie so sehr gefürchtet hatte, war eingetreten. Sie wachte nicht auf. Etwas Spitzes bohrte sich glühend in ihren Körper, irgendwo unterhalb ihrer linken Brust. Sie hing starr in den Fesseln, bis der Gegenstand langsam aus ihrem Fleisch glitt.

(Hugh Walker: Der Okkultist/Roman: Hexen im Leib/Seite 127)

Alles scheint nun auch über einen längeren Zeitraum gut zu laufen, doch dann ist Vera plötzlich verschwunden. Peter kann sich nur erklären, dass sie in die Kellergewölbe gegangen ist, die sich wie die alten Stadtmauern unter den Häusern her langziehen. Peter scheint Geräusche oder ein winseln zu vernehmen, kann Vera allerdings in diesen weitverzweigten Gängen nicht finden. Als er nach Vera zu rufen beginnt, ist es sogar Vera, die plötzlich hinter ihm steht und ihm sagt, dass sie hierhin gekommen sei, weil sie seine Stimme in der Tiefe vernommen habe.

Hexen im LeibEs kann nicht sein, was nicht sein darf:
So langsam hat Peter ein Problem mit der ganzen Geschichte, denn alles hört sich für ihn eher unwirklich an. Er mag aus rein rationalen Gründen einfach nicht an übernatürliche Dinge oder gar Geister und Dämonen aus der Hölle glauben. Aber auch Veras Albträume müssen aus seiner Sichtweise einen ganz plausiblen Grund haben. Das Vera jedoch in solchen Momenten scheinbar Höllenqualen durchleidet und dass das Blut schließlich auch irgendwoher kommen muss, auch wenn es nach einer gewissen Zeit plötzlich und ebenso unerklärlich wieder verschwindet, kann er nicht wirklich aus seiner rationalen Sichtweise heraus erklären.

Um der Sache also weiter auf den Grund zu gehen, taucht auch recht bald Melissa in Peters Wohnung auf, wo sie sich nun befinden. Sie bringt ihrerseits und für Peter recht ungewöhnlich das Medium Klara Milletti zur Hilfe mit. Auf den Okkultist Hans Feller zur Unterstützung muss Klara jedoch verzichten, denn der hält sich zur Zeit wegen einigen Untersuchungen in Frankreich auf.

Die Dinge scheinen aber auch sonst immer mehr aus dem Ruder zu laufen und mit einer List aus dem Bereich des Voodoo versucht Klara Milletti Peter Merin davon zu überzeugen, das es mehr zwischen Himmel und Erde gibt, als es ihn seine rationalen und wissenschaftlich bewiesenen Schulweisheiten träumen lassen. Doch was von ihrer Seite aus als ein Trick beginnt, scheint ohne ihr zutun auszuarten und bald darauf hat Peter panische Angst er müsse wegen Atemnot wie beim ertrinken sterben. Auch ist er sich nicht mehr so sicher, ob er die Bewegungen der Voodoo-Puppe wirklich gesehen hat, oder er hier bereits angefangen hat, aus dem Sauerstoffmangel heraus zu halluzinieren.

Aber auch im Vorfeld musste Peter bei Vera etwas schreckliches miterleben, was sein persönliches Weltbild und seinen Glauben zunehmend erschüttert hat, auch wenn sich dies selbst noch nicht wirklich zugestehen will. Irgend etwas unsichtbares hatte Vera nämlich mit ausgestreckten Armen vor ihm über den Boden schweben lassen, gerade so, als hinge sie an einem mittelalterlichen Folterrad. Gleichsam schien sie von unsichtbaren Peitschenhieben auf grausamste gepeinigt zu werden. Vera selbst kommt erst wieder wirklich zur Ruhe, als Dr. Fellner ihr ein starkes Beruhigungsmittel verabreicht, welches sie für mehrere Stunden tief und fest schlafen lässt. Auch ist es Dr. Fellner zu verdanken, dass man zumindest halbweg auf die Spur der Wesenheit kommt, von der Vera scheinbar besessen ist. Alles scheint mit den Hexenprozessen gegen die siebzehnjährige Agnes Geysperch und ihrer Mutter im Jahre 1642 zutun zu haben, die beide als Hexen auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurden. Dabei hatte man während der Folter der jungen Agnes, die die Zauberei von ihrer Mutter erlernt hatte, die Zunge heraus geschnitten. Sollte etwa der Geist von ihrer Mutter oder deren Tochter Agnes selbst etwas mit den seltsamen Vorkommnissen um Vera zu tun haben?

Es drehte mir das Herz um. Der Schock schien sie vollkommen verwirrt zu haben. Sie wirkte wie ein neugieriges Kind, das nichts begriff. Körperlich schien ihr nichts zu fehlen, aber ihr Geist war weit weg von uns.

(Hugh Walker: Der Okkultist/Roman: Hexen im Leib/Seite 169)

Immer noch streubt sich in Peter etwas, an solche übernatürlichen Dinge zu glauben. Andererseits kann er die letzten Erlebnisse nicht mehr einfach so von der Hand weisen und als Spinnerei abtun. Und dann erwacht Vera plötzlich ohne zu reden und auch sonst scheint sie geistig irgendwo den Faden zur Realität verloren zu haben, denn sie scheint niemanden mehr wirklich wiederzuerkennen. Da sie sich auch eher feindschaftlich gegenüber der medial begabten Klara verhält, beschließt diese mit Melissa ebenfalls, wie Dr. Fellner vorher, die Wohnung zu verlassen.

Nur Peter bleibt bei Vera, die sich in seiner Nähe scheinbar sicher fühlt. Und Peter setzt nun alles daran, herauszufinden, ob es sich bei der jungen Frau ihm gegenüber wirklich noch um Vera handelt, oder ob sie vielleicht vom Geist von Agnes oder deren Mutter besessen ist. Hartnäckig bohrt er nach und es stellt sich heraus, dass die junge Hexe Agnes sich im Körper von Vera befindet. Dann wird jedoch auch Peter in seiner Wachsamkeit gestört, weil einige Anrufe - darunter Melissa, die die Wohnung weiter aufmerksam beobachtet und Hans Feller, der sich besorgt aus Frankreich meldet - die Aufmerksamkeit auf sich lenken. Und dann ist es Melissa die sich nochmals meldet und Peter mitteilt, dass sie gerade Vera auf der Straße gesehen hat, die sich augenscheinlich auf dem Weg zu ihrer Wohnung (oder eventuell doch zurück in die Kellergewölbe darunter) befindet. Peter kann sich indessen nicht einmal erklären, wie es Vera/Agnes gelungen ist, völlig unbemerkt an ihm vorbei gekommen zu sein. Nun ist Eile geboten, denn niemand weiß, was die junge Hexe Agnes in Vera vorhat. Auch könnte Vera für Peter für immer verloren sein, wenn sie in den weitverzweigten alten Kellergewölben spurlos verschwindet.

Hexen im LeibWo war denn Hans Feller, der Okkultist?
Ja, der war in Frankreich, auch wenn wir aus dem gesamten Roman heraus nicht erfahren werden, was er da denn nun wirklich machte. Eigentlich spielt er in dem Roman HEXEN IM LEIB auch keine Rolle, denn mit dem Auftritt von Klara Milletti erfährt man in nur einem Satz, das er sich eben zwecks Untersuchungen irgendwelcher Vorkommnisse in Frankreich aufhält und im letzten Viertel des Romans ruft er einmal bei Peter Merin besorgt zurück, weil Klara im Telegramm ihm dessen Telefonnummer mitgeteilt hatte. Dabei sah es in der Handlung fasst schon so aus, als würde er gegen Ende des Roman noch seinen Auftritt erhalten, um flott nochmals alles ins Lot zu bringen.

Das dies nicht passierte, kann man dem Autor Hugh Walker (Hubert Straßl) und dem Gesamtroman allerdings nur zugute halten. Ein kurzer Auftritt des "Helden" gegen Ende der Handlung und PENG! löst er die bisher völlig verzwickte Situation, hätte dem Roman auch wirklich nicht gut zu Gesicht gestanden. Dies hätte ich allerdings auch im Hinblick auf Hugh Walker als eher untypischen Kniff empfunden.

Dafür fängt der Roman direkt in der Ich-Form gehalten an und fasst hatte ich am Anfang das Gefühl, hier würde es sich eben um Hans Feller handeln. Doch einige Ausführungen wollten dann nicht so wirklich eben zu diesem Charakter und gerade auch zu dessen eigentlicher Verbindung hinsichtlich Klara Milletti passen. Erst etwas später bekam man dann mit, dass es sich hier um den Charakter von Peter Merin handelt, der von sich selbst glaubt, felsenfest mit beiden Beinen nur im realen Leben zu stehen.

Da gebe ich gerne zu, fing Peter mich im weiteren Verlauf der Handlung auch ein wenig an zu nerven, denn egal was auch passierte und was er mit absoluter Sicherheit auch nicht rational erklären konnte, so lehnte er doch immer wieder wortreich jegliche übernatürliche Möglichkeit ab. Das wirkte auf mich als Leser irgendwie dann so, als wolle er im Roman immer wieder bestätigen, dass er als Figur hier wohl im völlig falschen Film gelandet sei. Doch damit lag Hugh Walker nicht unbedingt falsch, denn man muss sich einfach mal in einen Menschen hinein versetzen, der nur an das glaubt, was er sehen und anfassen kann und was wissenschaftlich als bewiesen gilt. Da muss jeder Funke des Übernatürlichen natürlich erst einmal wie ein kleiner Schock wirken und da man dafür nun wirklich keine rationale Erklärung findet, liegt es durchaus in der menschlichen Natur, sich in diesen Punkten erst einmal zu sperren wie ein bockiges Kind, welches seinen Spinat nicht essen will, egal wie gesund dieser auch sein mag. Und um die Sache dann noch etwas spannender zu machen, ist es eben Peter selbst, der am Ende eben die eigentlich wichtigste Rolle spielt. Da mag der knappe Einblick in diesen Roman auf dem Buchrücken von DER OKKULTIST aus dem Verlag Emmerich Books & Media die Leserschaft auch ein klein wenig aufs Glatteis führen wenn dort unter anderem steht...

Eine Frau ist vom Geist einer Hexe besessen und erleidet entsetzliche Qualen. Klara Milletti setzt alles daran, die Gemarterte von dem Grauen zu befreien.

(Hugh Walker: Der Okkultist/Umschlagtext)

Fakt ist eher, dass Klara durch ihr handeln Peter eigentlich erst in die Lage versetzt, auch den okkulten Dingen etwas offener gegenüber zu stehen, damit er überhaupt den Kampf um Vera aufnehmen kann. Denn am Ende liegt eigentlich alles bei Peter, weil auch Klara selbst nicht mehr am Schluss in die Handlung zurückkehrt.

Gesamt gesehen mag dies recht ungewöhnlich sein für einen Roman um einen Okkultisten, der selbst nur mal beiläufig Erwähnung findet und seiner Partnerin, einem Medium, welche am Schluss eben auch keinen großen und entscheidenden Auftritt ihr Eigen nennen kann. Doch Hugh Walker wäre wohl nicht Hugh Walker, wenn er als Autor seiner Leserschaft die bereits hinlänglich bekannten und entsprechend ausgetretenen Pfade servieren würde. Schon das macht diesen Autor so interessant und spannend im Bereich des Heftroman.

Hugh WalkerWar es das etwa schon?
Ehe man sich versieht, ist man dann plötzlich auch bei der letzten Seite des Roman HEXEN IM LEIB angekommen. Und das Ende regt dabei bei Leser gewaltig den Denkprozess an. Ist Vera denn nun (noch) besessen von der jungen Hexe Agnes Geysperch? Und wie passt das nun ins Bild das Vera dem hereinstürmenden Peter offenbart, dass sie "zaubern" könne. Im Grunde fieberte man nun als Leser ja einer passenden Lösung der Handlung entgegen, doch Hugh Walker versagt uns auch hier ein wirklich abschließendes Happy End wie im Bilderbuch. Das hat was, denn man darf sich als Leser nun irgendwie noch selbst einen Kopf machen, ob Vera wieder Vera ist, nur eben neuerdings mit den Zauberkräften von Agnes gesegnet, oder ob Agnes für immer den Körper von Vera übernommen hat, sich aber eventuell selbst in Peter verliebte und ihm daher etwas vormachen will. War überhaupt noch etwas vom Geist von Vera in ihrem eigenen Körper vorhanden gewesen, nachdem sie diese wirklich üble Tortur des Todes von Agnes geistig miterleben musste?

Wenn man als Leser hier ein befriedigendes Ende will, dann wird man nicht daran vorbei kommen, den Faden ab hier selbst aufzunehmen und weiter zu spinnen. Denn Hugh Walker lässt den Leser in diesem Punkt sehr bewußt im Unklaren, regt ihn förmlich an, hier mit einiger Fantasie den Faden selbst aufzugreifen oder sich mit dem geheimnisvollen Zustand der Ungewissheit zufrieden zu geben.

Ich gebe es hier ehrlich zu, das ich mich am Ende von HEXEN IM LEIB wieder wie früher als Kind fühlte, wenn das Lied im Abspann einer Folge der Zeichentrickserie DER ROSAROTE PANTHER erklang. Da wurde man im Lied ja auch auf die nächste Folge vertröstet. Nur das es bei diesem Roman keine Fortsetzung gab, die es einem tröstlich abnahm, hier innerhalb der Handlung das eigene Gehirn noch einschalten zu müssen. Das mag nicht jedem Leser passen, hat jedoch den Nebeneffekt, dass der Roman über die letzte Seite hinaus nicht an Spannung verliert. Dieser Kunstgriff hat was, ist nicht gerade im Heftroman wirklich verbreitet und passt durch seine geheimnisvolle bis undurchsichtige Weise eigentlich sogar perfekt zum Genre. Das sich Hugh Walker bei seinen Romanen sichtlich über den normal zu nennenden Horizont der meisten Heftromane bemüht, zeigt sich auch hier, wenn es um die Aufzeichnungen zu den Hexenprozessen von Agnes und ihrer Mutter geht, wo der Autor sehr schön die Aussprache und die altertümliche Schriftweise dieser mittelalterlichen Epoche um 1642 in die Handlung einbindet bzw. einbringt.

Gesamt betrachtet kann man sagen, dass der Roman HEXEN IM LEIB einem geradlinigen roten Faden folgt und so sich andere bzw. zusätzliche Handlungsstränge nicht als störend oder gar für die eigentliche Handlung als verzichtbar erweisen. Und am Schluss bleibt der Roman eben mystisch über den letzten Satz hinaus. Das kann man gut und gerne konsequent nennen und ebenso konsequent bin ich hierbei auch gerne bereit diesem Roman aus dem Buch DER OKKULTIST vom Verlag Emmerich Books & Media die vollen fünf von insgesamt fünf Scheiterhaufen als Bewertung zuzugestehen.

Der Roman selbst erschien bereits in der Heftromanreihe VAMPIR-HORROR-ROMAN mit der Nummer 184 im Jahr 1976 mit einem recht stimmigen Cover von Carolus Adrianus Maria Thole im Erich-Pabel-Verlag. Thole gelingt es hier schön, eine Szene aus den Albträumen von Vera wiederzugeben. Ein weiteres mal erschien der Roman dann nochmals im Heftbereich beim Verlag Bastei als Nummer 33 in der Heftromanreihe DÄMONEN-LAND im Jahre 1991 mit einem Cover von D. Beckmann, welches mich allerdings in Betracht der eigentlichen Handlung eher zwiespältig zurück lässt. Das Cover ist nun nicht schlecht, passt aber irgendwie nicht wirklich zur Handlung des Romans.

Die gelbe Villa der SelbstmörderHexen im Leib
in: Der Okkultist
von Hugh Walker

Genre: Horror
Erscheinungsdatum: Dezember 2013
Seitenanzahl: 95 Seiten (von gesamt 380 Seiten)
Illustration & Layout: Beate Rocholz
Textsatz & Korrektorat: Jörg Schukys
Preis/Printausgabe: 15,00 Euro
Ausführung: Paperback
Erhältlich auch als eBook: 5,95 Euro
Emmerich Books & Media

Die Artikel:
Die Artikel:
- Die gelbe Villa der Selbstmörder
- Hexen im Leib

- Bestien der Nacht
- Geliebtes Medium (Kurzgeschichte)

 

Kommentare  

#1 Heiko Langhans 2018-04-11 06:45
Guter Artikel, bedankt.

Kurz gefragt: Ist es Absicht, dass im Logo "Phantaschisches" steht?
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#2 harantor 2018-04-11 08:04
NÖ. Das ist ein Fehler. Ich werde das bei Gelegenheit korrigieren. Danke für den Hinweis
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#3 Andreas Decker 2018-04-11 10:00
Schöner Artikel!
Eigentlich bin ich mit der Figur Feller nie so ganz richtig warm geworden, aber ich kann auch wenig mit Straßls Metafiktion bei Magira anfangen. Das ist einfach nicht meins.

Aber "Hexen im Leib" gehört für mich auch zu seinen besten Romanen. Im Gegensatz zu seinen Nachfolgern mit ihren amulettbestückten Geisterjägern konnte er es plausibel machen, dass so etwas nebenan passiert und nicht im Film-London. So schrecklich viel hat er für den Vampir ja nicht geschrieben, und das ist aus der Rückschau auch gut so. Und ich frage mich, was er wohl geschafft hätte, hätte er nicht mit der Umfangbegrenzung kämpfen müssen. Er hätte das Potential gehabt, auch auf dem Buchmarkt zu einem durchsetzungsfähigen, eigenständigen Phantastikautoren zu werden.
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#4 Toni 2018-04-11 15:55
Strassl (Straßl - wie eigentlich ?) hatte den Bogen raus. Er gab den Lesern des Öfteren ein paar Denksportaufgaben mit auf den Weg und ließ die Geschichte bewusst etwas offen. Weniger ist manchmal mehr und oft ist es ja so, dass Erklärungen am Schluss einer Story manchmal überfrachtet bis verwirrend rüberkommen. Seine Monster sind manchmal auch sympathischer als die Menschen denen es an den Kragen geht.
Emmerich hat sich einen der besten deutschsprachigen Pulp-Autoren (Heftroman hört sich manchmal zu banal an) an Land gezogen.
Bin gespannt auf Bestien der Nacht... :sigh:
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#5 Laurin 2018-04-11 16:06
@ Andreas Decker:
Da macht es dir Hugh Walker aber durchaus leicht, denn wirklich intensiv kommt die Figur Feller ja nur in dem Roman DIE GELBE VILLA DER SELBSTMÖRDER vor. Auch im nächsten Roman nimmt Hugh diese Figur ja in der Handlung auffallen zurück und versucht nicht einmal, ihn mit aller Gewalt ins Zentrum der Geschichte zu rücken. Genau das aber hebt ja diese Romane von den üblichen Verdächtigen unter den Geisterjägern mit dem Anti-Dämonen-Waffenarsenal und dem 70er-Jahre-London-Filmflair positiv hervor.
In dem Punkt gebe ich dir auch recht mit der "Umfangbegrenzung" des Romanheft. Das Potential für den Buchmarkt hätte Hugh Walker sicherlich gehabt und uns mit einigen, für den Heftroman eher untypischen Ideen überraschen können. ;-)
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#6 Laurin 2018-04-11 16:12
@ Toni:
BESTIEN DER NACHT ist schon in gewisser Weise der Stoff, aus dem man glatt einen guten Horrorfilm machen könnte. Großes Kopfkino sag ich da mal, wenn man ihn sehr bewusst liest.
Und mit "Straßl" machst du beim Nachnamen auch nix verkehrt. :-)
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#7 Heiko Langhans 2018-04-11 18:52
@Andreas:
Das Argument mit der Umfangsbeschränkung zieht aber nur bedingt. Es war doch nicht so, dass ihm der Taschenbuchmarkt verschlossen gewesen wäre. Er hat ja auch Texte von unterschiedlicher Länge geliefert, die als Heftroman, Anthologie-Story oder eben Taschenbuch (144 und 160 Seiten) erschienen sind. Alles in allem war er aber, wenn ich mir seine Bibliographie ansehe, kein sehr produktiver Autor, den es nach epischer Länge vegedürstet hätte, und daher kam ihm der beschränkte Heftumfang vielleicht sogar entgegen.
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#8 Heiko Langhans 2018-04-11 18:53
gedürstet

Verdammt.
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#9 Laurin 2018-04-11 19:25
@ Heiko Langhans:
Da magst du durchaus recht haben. Es wäre aber trotzdem Interessant gewesen, wenn sich Straßl an einen Roman von 300 bis 400 Seiten gewagt hätte. Leider kann man da jetzt eher nur darüber spekulieren, was er hier hätte reißen können, wenn er denn gewollt hätte.
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#10 Andreas Decker 2018-04-12 11:24
zitiere Heiko Langhans:
@Andreas:
Das Argument mit der Umfangsbeschränkung zieht aber nur bedingt. Es war doch nicht so, dass ihm der Taschenbuchmarkt verschlossen gewesen wäre.


Ich hätte die Aussage besser definieren sollen :-)

Mit Buchmarkt meinte ich jetzt die Buchhandelsproduktion und die damaligen Publikumsverlage wie Ullstein, Heyne, Fischer oder auch die populäre HC-Fraktion wie Hanser oder Bertelsmann. Die eine lieferbare Backlist aufbauen konnten und die Autoren mit Tantiemen beteiligten.. Und nicht Kioskfutter, das nur kurz lieferbar war.

Die Verlage haben die Phantastik abgesehen von ein paar Original-Anthologien in den 70ern doch grundsätzlich nicht ins Programm genommen, erst recht nicht von deutschen Autoren. Die hätten einen Straßl nicht mal begutachten lassen, wenn er drei Heftromane als Bibliografie angegeben hätte.

Die ersten, die deutsche Autoren in maßgeblicher Zahl - sprich 5 oder 6 - in ein Genre-Programm aufgenommen haben, war eine Reihe wie der Rowohlt-Krimi. Und selbst da waren sie in den 70ern dünn gesät und die Romane hatten gesellschaftlich relevant zu sein. Das ging erst in den 80ern los mit Leuten wie Breinersdorfer.

Nicht mal die Heyne-SF hat die deutschen Autoren in nennenswertem Ausmaß unterstützt.

Leute wie Hohlbein später oder Kai Meyer hatten einfach das schiere Glück eines sich wandelnden Marktes, der sich von den Reihenkorsetten löste.

Und es hätten gar nicht mal 300 bis 400 Seiten sein müssen. In den 70ern war auf dem Buchmarkt so ein Umfang bei Bellestristik eher die Ausnahme als die Regel.
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#11 Andreas Decker 2018-04-12 11:34
P.S.

zitiere Heiko Langhans:
Alles in allem war er aber, wenn ich mir seine Bibliographie ansehe, kein sehr produktiver Autor, den es nach epischer Länge vegedürstet hätte, und daher kam ihm der beschränkte Heftumfang vielleicht sogar entgegen.


Da hast du vermutlich recht. Ich will ihm auch gar nicht unterstellen, dass er sich nach dem Mainstream sehnte und wegen seines Umfeldes frustriert war. Oder den Drang hatte, das Genre auf einer anderen Ebene populär zu machen. Pabel hat ja ordentlich gezahlt und er hat viel für sie gemacht, vor allem als Herausgeber.

Und das ist alles wilde Spekulation von uns :lol: Vielleicht sollte ihn mal jemand interviewen und nicht nur fragen, wie es denn war, bei Mythor mitzumachen :-)
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