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Harley Quinn's Klassiker – Mad Love und andere Geschichten

Harley QuinHarley Quinn's Klassiker
Mad Love und andere Geschichten

Auf dem Comic-Markt gibt es zur Zeit nicht wirklich viel, was mich im Moment  reizen könnte. Da wären einige BATGIRL Bände, die ich mir gerade bestellt habe und natürlich, wie sollte es anders sein, die Clowns-Prinzessin höchst selbst, die einfach in jeder Form irgendwie bei mir immer den richtigen Knopf drückt. Natürlich steht da noch das eine oder andere in Sachen HARLEY QUINN als Comic bei mir aus, aber da werde ich in nächster Zeit wohl noch mächtig aufholen.


Harley QuinDenn in diesem Punkt kribbelt es bei mir mächtig in den Fingern.

Die Storys, egal ob nun im eher klassischen Kostüm oder auch in dem eher knappen Outfit mit den Zöpfen statt der Narrenkappe, dieses Mädel macht einfach nur Spaß und reizt mich stets immer wieder zu einem herzhaften Lacher. Was will man also mehr?

Hierbei muss ich gestehen, dass ich durchgeknallte Charaktere eh sehr liebe, die schon mal ziemlich verpeilt durchs lockere Leben gleiten und mitunter ein reges Chaos hinterlassen. Und um ehrlich zu sein, dass schaffte früher bei den DC Comics nicht einmal der Joker selbst. Den mochte ich am liebsten, wenn er richtig … also so richtig böse daher kam. Die lustige Variante des JOKER war zwar ganz nett, aber irgendwie kommt er mir in dieser Form alleine eher unfertig vor. So wie Hardy ohne Laurel (Dick & Doof), da war in den ganz alten Filmchen (Stummfilm) deren Soloauftritte auch irgendwie recht nett, aber eben doch auf einem ziemlich lauen Niveau. Richtige Lacher blieben da aus und setzten erst ein, als sie als Dreamteam ihre lustigen Abenteuer erlebten.

Der JOKER ohne HARLEY QUINN geht also, aber eben nicht wirklich überzeugend in einer eher komischen Variante. Gemeinsam mit HARLEY jedoch passt das ganze irgendwie wie Deckel auf Eimer, die Sache bekommt Schwung und für ordentliche Lacher ist in einem Comic dann durchaus gesorgt.

Harley QuinVor dem Comic war der Zeichentrick:
HARLEY QUINN erster Auftritt geht auf die herausragende Zeichentrickserie der 1990er Jahre zurück, für die der Autor Paul Dini und das Multitalent des Comics, Bruce Timm dem Erzfeind von BATMAN, dem irren JOKER nicht nur eine Gehilfin, sondern gleich auch eine Geliebte zur Seite stellten.

Doch wer sollte (außer der eigenen Mutter) so etwas lieben können wie den JOKER? Nun, HARLEY kann/konnte es, denn auch wenn sie am Anfang eher eine unscheinbare, normale Praktikantin der Psychologie in Arkham war, so schlummerte doch bereits in ihr das durchgeknallte Etwas, dass sie zu einer kleinen Berühmtheit im DC-Universum machen sollte. Da musste der JOKER schlicht nur noch die richtigen Knöpfe drücken und hier und da der Sache einen kleinen Schups verpassen und schon war die Clownsprinzessin geboren. Und das eben nicht nur zum Leidwesen des großen BATMAN.

Also setzte sich das Kreativ-Duo Dini und Timm hin und schufen die ultimative Herkunftsgeschichte in einem sehr ansprechenden Comic unter dem Titel HARLEY QUINN: MAD LOVE (Batman Adventures), dass ich nunmehr stolz in meiner Sammlung habe. Das ganze wurde übrigens mit dem Eisner Award ausgezeichnet und wie ich finde, völlig zu recht. Denn wenn HARLEY ihrem „Pupsie“ ihre Liebe beweisen will, dann geht das eben nur damit, eben „Pupsie's“ Erzfeind BATMAN aus dem Weg zu räumen. Denn dann hätte ihr „Schatz“ schließlich endlich genug Zeit für sie und die Liebe, samt allen abgerundeten Ecken und Kanten. Da der Kampf um die Liebe zu ihrem „Pupsie“ und gegen den Fledermaus-Helden BATMAN aber eben kein Kinderspiel ist und reichlich explosiv sein kann, ist ein nachträglicher Krankenhausaufenthalt wirklich nie gänzlich ausgeschlossen.

Harley QuinReal-Fixiert oder Adventures Comic:
Nun, die Story hätte natürlich auch funktioniert, wenn man die Zeichnungen wie bei den gängigen Heftserien in Richtung einer realistischeren Darstellung gewählt hätte. Dies zeigt sich schon an den diversen anderen Bänden, in denen HARLEY QUINN sich darum kümmert, die Welt in ein hübsches Chaos zu verwandeln. Doch die Machart der Adventures Comics aus dem Hause DC sind praktisch wie geschaffen für knallige Superhelden-Geschichten, die man nicht wirklich zu ernst nehmen sollte, weil sie eben auch direkt darauf ausgelegt sind, einen gehörigen Spaß an der Sache zu entwickeln.

Im vorliegenden Band mit dem Titel HARLEY QUINN: MAD LOVE geht es daher auch gleich im besagten Zeichenstil weiter, denn nur MAD LOVE alleine wäre einfach zu wenig der Dröhnung, die man sich in Sachen HARLEY QUINN reinziehen möchte.

Im folgenden umfasst der gesamte Band aus dem Hause PANINI daher folgende Comics:

  • HARLEY QUINN: MAD LOVE (die Entstehungsgeschichte von HARLEY) 
  • BATMAN: HARLEY & IVY 1 (Titel: Busenfreundinnen)
  • BATMAN: HARLEY & IVY 2 (Titel: Dschungelfieber)
  • BATMAN: HARLEY & IVY 3 (Titel: Hurra für Harleywood)
  • BATGIRL: TAG EINS (THE BATMAN ADVENTURES 12)

Zeichnen sich bei fasst allen diesen Abenteuern Paul Dini und Bruce Timm verantwortlich, so fällt BATGIRL: TAG EINS ein klein wenig hier aus der Rolle, denn was Autor und Zeichner betrifft, haben in diesem Abenteuer Kelley Puckett (Autor) und Mike Parobeck (Zeichner) völlig das Heft in der Hand und wissen genauso gut zu überzeugen.

Harley QuinEin ungleiches Paar:
Sehr gelungen ist hier zudem wirklich das komische Zusammenspiel zwischen HARLEY QUINN und POISON IVY in ihrer eigenen kleinen Miniserie. IVY, die ja ebenfalls eine reichlich betörende Gegnerin von BATMAN ist und gerne mit Pflanzen und diversen natürlichen Giften hantiert, hat da mitunter schon ihre liebe Not mit der völlig schrägen Art von HARLEY.

Da kann die völlig verpeilte Art von HARLEY die Dame mit dem grünen Daumen dann auch schon mal zur Weißglut bringen. Solche Mätzchen können dann leicht dazu führen, dass IVY unsere HARLEY einfach mal im Meer aussetzt oder IVY zurück in Arkham schon nahe der Verzweiflung steht und eigentlich nur noch eines will … schnellstens wieder von dieser Chaos-Braut weg. Der Spaßfaktor ist jedenfalls auch in diesen drei Abenteuern garantiert.

Im BATMAN ADVENTURES 12 mit dem Titel BATGIRL: TAG EINS treten gleich mehrere weibliche Feindinnen von BATMAN auf. Neben HARLEY QUINN und POISON IVY kommt hier auch CATWOMAN zum Zuge. Nur BATMAN darf in diesem Abenteuer nicht mitspielen und muss das Feld für BATGIRL räumen, die mit diesen Gegnerinnen (und hier eben auch wieder besonders mit HARLEY QUINN) so ihre liebe Not hat. Was Puckett/Parobeck hier abliefern, ist schon eine recht bunte und ebenso runde Sache, bei der ich nur zu gerne beide Daumen hebe.

Harley QuinMein Fazit:
Absolute Leseempfehlung an alle Comic-Freunde, die neben Spannung und Action auch schon mal die lustige Schiene bedient sehen wollen. Es muss ja nicht ständig ernst und düster zugehen und Lachen ist schließlich Gesund und macht schöne rosa Backen. Neben dem Eisner Award für MAD LOVE konnte übrigens auch das BATMAN ADVENTURES 12 die Auszeichnung mit dem Harvey Award für sich verbuchen. Bei mir hat dieser Comic-Band zumindest einen kleinen Ehrenplatz ergattert und ich lüge nicht, wenn ich mir diesen Band ab und an gerne mal wieder zur Hand nehme um mal wieder richtig in Sachen Comics mit einem Lächeln zu genießen. Und wer da noch nicht genug hat, den kann ich hier schon mal auf die bei Panini Comics erscheinende HARLEY QUINN ANTHOLOGIE verweisen, die am 19. 07. 2016 erscheint und in insgesamt 356 Seiten mit allem aufwartet, was das Herz erfreut (einschließlich HARLEY'S Herkunftsgeschichte). Neben BATMAN, dem JOKER oder CATWOMAN werden sich hier in insgesamt 13 verrückten Storys auch der RIDDLER, DEADSHOT, HARVEY BULLOCK, POISON IVY und SUPERMAN die Klinke in die Hand geben.

Harley Quinn: Mad Love
Autoren: Paul Dini, Bruce Timm, Kelly Puckett
Zeichner: Bruce Timm, Mike Parobeck
Übersetzer: Jörg Fassbender
Version 1: Limitiertes Hardcover/29,00 Euro
Version 2: Softcover/16,99 Euro
Seitenanzahl: 180 Seiten
DC / Panini Comics

Kommentare  

#1 Andreas Decker 2016-07-27 15:43
Mad Love und Harley&Ivy sind beide einfach nur großartig. Kann man auch immer wieder lesen.

Für die Realversion von Harley kann ich mich weniger erwärmen. Die erste Serie von den Dodsons fand ich ziemlich langweilig und bemüht; Harley passt nicht wirklich in ein "realistischeres" Umfeld, und die schrille Neugestaltung beim Nu52 fand ich nur daneben. Es gibt - oder gab - so ermüdend viele Psycho-Bitches im DC-Universum, da brauchte man nicht auch noch Harley. Und so gut wie Dini und Timm hat sie eh keiner hingekriegt; eigentlich haben sie beiden alles über die Figur gesagt, was es zu sagen gab.
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#2 Laurin 2016-07-27 18:16
Nun ja, wenn man davon ausgeht, wäre auch alles über Batman, Superman usw. gesagt und man könnte das DC Universum gänzlich einmotten. Das nicht jeder etwas aus der Figur herausholen kann, ist auch klar (aber hängt z.B. am Autor bzw. Zeichner und nicht an der Figur selbst). Bisher war ich aber erstaunt, was man da alles aus Harley Quinn rausholen konnte (in allen, auch realistisch gezeichneten Formen). Der Backround der anderen Psycho-Bitches gibt das mitunter schlicht nicht her, weil sie vielleicht als Psychos aber eben nicht so abgefahren schräg aufgebaut wurden. Da reichte mir vor kurzem der Blick in die "Harley Quinn Anthologie". Nicht jeder Zeichner ist da wirklich Top, aber von den Storys her für mich einfach einsame Spitze. :-)
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