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Sardor 1 - Der Flieger des Kaisers

Zieglers SadorDer Flieger des Kaisers
Thomas Zieglers Sardor

"Schnee knirschte und war rot wie gefrorenes Blut unter dem Kirschrund der Sonne. Der Wind, der ohne Unterlass die Klippen und Gipfel, die Hänge und Simse im rostenden Fels der Krograniten-Berge umpfiff, wirbelte den Schnee auf und ließ ihn tanzen, wie er seit Äonen getanzt hatte. In zerrissenen Wolken wallte der Schnee über den Gletscher und hinab in den schwarzen Schlund der Schlucht, in die das Eis sich schob, als hoffte es, im Lauf der Zeit den Abgrund aufzufüllen und so die steile Wand zu erreichen, die hundert Meter weiter in den Himmel stieg ..."


Zieglers SadorMit diesen Worten beginnt der erste Band der SARDOR-Trilogie des SF-Autors und Kurt Laßwitz-Preisträgers THOMAS ZIEGLER bzw. Rainer Zubeil (1956-2004), der u. a. an PERRY RHODAN und unter dem Pseudonym ROBERT QUINT auch an der Heftromanserie TERRANAUTEN mitgeschrieben und mitkonzipiert hat.

Der deutsche Jagdflieger Dietrich von Warnstein kämpft während der Wirren des Ersten Weltkrieges in Frankreich und wird plötzlich mit seinem Flugzeug in eine fremde Welt 'katapultiert', wo er als Gott Sardor gegen die Mächte der Finsternis antreten soll. Doch bevor Dietrich von Warnstein als 'Wiedergeburt'  des Gottes Sardor gegen das Böse  zu Felde  ziehen kann, muss noch einige Überzeugungsarbeit seitens des letzten 'Zwerges' der magischen Welt geleistet werden.

Denn der Kampfflieger glaubt, alles nur zu träumen und stempelt das ganze Geschehen als eine Art Wahnvorstellung ab. Zudem sieht er keine Veranlassung als Sardor in den Krieg zu ziehen.

Was an dem SF-Roman DER FLIEGER DES KAISERS sofort auffällt, ist der kurze und prägnante Schreibstil des Autors THOMAS ZIEGLER, der bisweilen surrealistische Züge aufweist, besonders dann, wenn der SF-Autor die magische und fremdartig wirkende Welt Sardors beschreibt, über die der Leser aber nur sehr wenig erfährt.

Das wirkt sich aber weder störend noch negativ auf die Handlung des Romans aus, da sich der Leser ganz auf den Protagonisten Dietrich von Warnstein konzentriert, und ähnlich wie der deutsche Kampfflieger sehr überraschend mit dieser seltsamen Welt mit ihren noch seltsameren Wesen konfrontiert wird.

Dabei gelingt es Thomas Ziegler hervorragend, die Denkweise eines Menschen des 20. Jahrhunderts bzw. eines Soldaten des Ersten Weltkrieges im Dienst des deutschen Kaisers hervor zu heben, der sich plötzlich mit Dämonen oder dem Teufel selbst konfrontiert zu sein sieht.

Und wie ein Reisebegleiter des Kampffliegers erlebt der Leser hautnah mit, wie Dietrich von Warnstein,  nach seinem ersten Abenteuern in dieser ihm fremden Welt, schließlich eine Wandlung bzw. Transformation durchmacht und der ehemalige Jagdflieger schließlich als Sardor eine neue Lebensaufgabe erhält, die Errettung einer ihm Anfangs völlig fremden Welt.

Sardor 1 - Der Flieger des Kaisers
von Thomas Ziegler
Klappenbroschur, 182 Seiten
ISBN 978-3-942396-51-6
14,90 Euro

Golkonda Verlag

© by Ingo Löchel

Kommentare  

#1 Lefti 2013-10-17 09:50
Sardor wurde ja seiner Zeit inne Bastei Verlag veröffentlicht. Ebenfalls wie die Bastei Fantasy-Heftroman-Serie inne gute alte, glorreiche Zeit. ;-)
Als Fantasy noch Fantasy war. :-*
Na jedenfalls klingt Sardor nach echtem Pulp.
Wie kommt's dann, daß der Golkonda Verlag so ein häßliches, nichtssagendes Cover verwendet? :eek:
So ein Cover ist für mich Grund genug, das Buch im Regal des Buchhändlers stehen zu lassen. Bei so einer Storie muß ein richtiges, klassisches, provokantes Pulp-Cover das Buch zieren!
Also Golkonda: So nicht noch mal!
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#2 Valerius 2013-10-17 10:51
Ende des Jahres erscheint mit BLUTSTEIN auch der 'erste' Kane-Roman von KARL EDWARD WAGNER. Für Fantasy-Fans bestimmt auch von Interesse .
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#3 Lefti 2013-10-17 11:01
Hauptsache, die bringen a anständ'ges Titelbild!
Da bin ich mal gespannt wie ein Schießgummi! :o
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#4 Andreas Decker 2013-10-17 11:23
Viel enttäuschender als das Cover - seien wir mal ehrlich, 90% der heutigen PC-Cover sind Schrott - ist die Aufmachung.

Kein Vorwort, kein Nachwort zu Zieglers Karriere, keine kritische Einschätzung seines Werkes oder zumindest von diesem Roman. (Okay, das Letztere hätte es vermutlich eh nicht gegeben, aber man darf ja träumen) Da hätte Ziegler mehr verdient als ein paar dürre Worte auf dem Klappeneinband. Und wenn man sich den schenkt, was wohl die meisten Leser tun, werden potenzielle Neuleser vermutlich nicht mal mitkriegen, dass der Autor verstorben ist. Wie gesagt, enttäuschend.
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