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Dallas - Zwischen Macht und Intrigen: Teil 6 - The next Generation

Dallas - Zwischen Macht und Intrigen Dallas - Zwischen Macht und Intrigen
Teil 6 - The next Generation

Eigentlich würde Bobby immer noch gerne die ganze Familie wieder friedlich wie in seinen jungen Jahren am Tisch sitzen sehen. Doch mittlerweile hat sich einfach zu viel getan und nicht alles lief wirklich zum besseren. So will Bobbys Sohn Christopher sich gerne voll in alternative Energien als Geschäftsmodell stürzen, während John Ross, der nicht gerade beliebte Sohn von J.R., weiterhin auf das schwarze Gold setzt, wofür bisher der Name Ewing stand.

Dallas - Zwischen Macht und IntrigenHinzu kommt, dass sich Christopher wie auch John Ross eigentlich immer in die gleichen Frauen verlieben. Sei es da die hübsche Elena Ramos, Tochter der Hausangestellten Carmen, der man allerdings in Sachen Erdöl eigentlich nichts vormachen kann. Durch eine falsche Nachricht, kam es jedoch nie zur Hochzeit von Christopher und Elena, so das Elena gerade mit John Ross eine Art Beziehung führt und auf der Southfork Ranch nach Ölquellen sucht.

Und dann kommt Christopher aus Asien wieder und bringt gleich seine Verlobte Rebecca Sutter mit, die er im Kreise der Familie heiraten will. Das allerdings hinter Rebecca Sutter in Wahrheit Pamela Rebecca Barnes, die Tochter von Cliff Barnes und  Afton Cooper steckt und der zwielichtige Tommy in Wirklichkeit ihr krimineller Geliebter und nicht ihr Bruder ist, ahnt weder Christopher noch ein anderer der Ewings. Denn die zwei haben sich auf die Fahne geschrieben, Christopher Ewing in naher Zukunft ordentlich zu erpressen.

In der Zwischenzeit eckt John Ross bei seinem Onkel Bobby an, der als Besitzer von Southfork sich auch lange nach ihrem Tod an Miss Ellies Grundsatz hält, das auf der Ranch nicht nach Öl gebohrt werden darf. Da John Ross daher nicht an Bobby vorbei kommt, sucht der Rat bei seinem Vater J.R., welcher wegen Depressionen sich in ein Pflegeheim zurückgezogen hatte.

Als der dann von dem Ölvorkommen auf der Ranch hört, blüht er wieder sichtlich auf und versucht gemeinsam mit John Ross Bobby die Rechte an der Ranch zu entreißen. Dabei lassen sie sich auch als Geldgeber auf den kriminellen Venezolaner Vicente Cano ein, dem sie 14 Prozent an den Ölgewinnen versprechen und ihm sogar Southfork als Sicherheit anbieten. Dies kann nicht gut gehen, und so  findet sich John Ross bald wegen Vincente im Knast wieder, da man ihm den Mord an der Betrügerin Veronica Martinez anhängen will. Und um J.R. und den anderen Ewings seine Macht zu demonstrieren, lässt Vincente John Ross im Gefängnis fasst auch noch totschlagen. Hilfe eilt jedoch seitens Christopher Ewing heran, der die nötigen Beweise heranschaffen kann, die belegen, dass nicht John Ross, sondern Vincente für den Mord an Veronica verantwortlich ist.

Dallas - Zwischen Macht und IntrigenIn der Zwischenzeit kommt auch Tommy dahinter, dass Rebecca sich längst in Christopher verliebt hat und nicht mehr daran denkt, diesen mit ihm zu hintergehen. Als es deshalb zu handfesten Handgreiflichkeiten zwischen Tommy und Rebecca kommt, wird er sogar von Rebecca erschossen. Doch dies scheint für sie als heimliche Tochter von Cliff Barnes kein Problem zu sein, denn es genügt nur ein Anruf und ein Trupp seltsamer Männer beseitigen in Rebeccas Wohnung alle Spuren des Mordes.

Schon bald (in der zweiten Staffel) wendet sich jedoch Elena wieder stärker Christopher zu, während Rebecca von ihm Zwillinge erwartet. Doch Als Christopher von ihrem bisherigen Plan hört und auch herausfindet, dass sie in Wirklichkeit die Tochter von Cliff Barnes ist, droht er ihr, sie nicht nur ins Gefängnis zu bringen, sondern ihr nach der Geburt auch die Kinder zu nehmen. Unverhofft bekommt jedoch Pamela Rebecca Barnes Unterstützung im Sorgerechtsstreit durch John Ross, der sich ebenfalls in Rebecca verliebt hat und auch Rache nehmen will an Christopher, da er und Elena sich wieder einander annähern.

Doch bei allen Intrigen untereinander, bei denen neben J.R. und Bobby samt seiner Ehefrau Ann zunehmend auch Sue Ellen beginnt tatkräftig mit einzugreifen, brauen sich weit gefährlichere dunkle Wolken über den Ewings zusammen. Denn Cliff Barnes, Chef des Konzerns "Barnes Global" hat sich mit dem Großunternehmer Harris Ryland zusammen getan, um den Ewings nun entgültig den Todesstoß zu verpassen. Dabei ist Ryland sogar der Ex-Ehemann von Ann Ewing, Bobbys Frau. Und der hat nicht nur so ganz nebenbei auch seine Finger noch im Drogengeschäft, sowie der Prostitution und Erpressung drin, sondern war auch für das Verschwinden der gemeinsamen Tochter mit Ann - der kleinen Emma verantwortlich. Und natürlich setzt Ann Ewing nun ebenfalls alles daran, ihre mittlerweile erwachsene Tochter wieder für sich zu gewinnen.  Und auch wenn Vincente Cano im Gefängnis sitzt, so ist auch er deshalb nicht ungefährlich geworden.

Dallas - Zwischen Macht und IntrigenUm den Ewings empfindlichen Schaden zuzufügen, gibt Cliff Barnes bald einnen Bombenanschlag auf eine Bohrplattform in Auftrag, mit der Ewings Energie, also Christophers Unternehmen, Methan als saubere Energiequelle im großen Stil fördern will. Hierzu erpresst Barnes Elenas Bruder, der beim Militär zum Sprengstoffexperten ausgebildet wurde. Doch am besagten Tag, an dem das "Unglück" geschehen soll, befindet sich auch die schwangere Tochter von Cliff, Rebecca auf der Plattform. Trotzdem gibt Cliff Barnes den Auftrag die Sprengung sofort durchzuziehen, auch wenn seine schwangere Tochter dabei Schaden nehmen sollte.

J.R. befindet sich scheinbar in dieser Zeit in Abu Dhabi und vermittelt Bobby und dem Rest der Familie, ihnen gegen Barnes und Ryland mittels eines Plans zu helfen. Doch kurz darauf wird J.R. erschossen in Mexiko aufgefunden. Wer wirklich hinter dem Mord an J.R. steht, bekommt man zwar als Zuschauer noch nicht heraus, doch der Masterplan den J.R. für seinen Bruder Bobby, seinem Sohn John Ross und den anderen der Familie geschmiedet hat, soll dafür sorgen, dass sowohl Harris Ryland als auch Cliff Barnes für immer aus dem Verkehr gezogen werden können. Besonders Cliff Barnes trifft seine eigene Rache wie ein Keulenschlag. Denn am Tatort von J.R.s Tod wird seine Pistole gefunden, worauf er in Mexiko in den Knast wandert. Aber auch seine Tochter Pamela Rebecca schwört ihm ewige Rache, weil durch den von ihm verursachten Anschlag ihre Zwillinge gestorben sind, bevor sie überhaupt geboren waren.

Dallas - Zwischen Macht und IntrigenHärter, schneller, kaltblütiger, ...
... eigentlich also ein recht gutes wie für die Zeit endlich auch mal moderneres Konzept, um eine solche Kultserie wie DALLAS ansprechend und frisch umgesetzt wieder aufzugreifen. Und wirkt J.R. in seiner ersten Szene eher wie ein mittlerweile ungefährlicher und empfindlich geschlagener alter Mann, so  sollte man sich davon wirklich nicht täuschen lassen, denn Larry Hagman gelingt es in nur kurzen Auftritten, seiner Figur J.R. Ewing wieder das typisch bösartige Charisma einzuhauchen.

Larry Hagman, hier eigentlich auch schon merklich von seinem Krebsleiden gezeichnet hat hier zwar nicht mehr die ganz großen Auftritte und wird auch eigentlich recht sparsam eingesetzt. Trotzdem gelingt es ihm allerdings wieder ohne größere Mühe, sich trotzdem und überraschend überzeugend ins Zentrum der neuen Serie zu spielen. Und wirkte der frühere Fiesling J.R. mitunter auch schon mal etwas zu voreilig in seinen Entscheidungen, so wirkt der ergraute J.R. hier eher sehr aufgeräumt, wesentlich zielstrebiger und überraschend immer noch sehr diabolisch. Zumindest habe ich noch nie (und vorsicht, jetzt spoiler ich ein wenig) einen intriganten Bösewicht gesehen, der nicht nur seinen eigenen gewaltsamen Tod in eine Gesamtplanung mit einbaut, sondern seinen besagten Tod auch noch im Vorfeld selbst perfekt durchplant. Zu verlieren hatte er ja nichts mehr, denn auch in der Serienhandlung war er an Krebs erkrankt und hätte nur noch kurze Zeit zu leben gehabt.

Dallas - Zwischen Macht und IntrigenDa mag wegen der fortschreitenden Erkrankung dem Schauspieler Larry Hagman mit Sicherheit auch nicht mehr jeder Auftritt noch leicht gefallen sein. Aber an dieser Serie hing stets sein Herzblut und so lieferte er hier einen J.R. ab, welcher in Sachen Intrigen nicht nur gereifter und umsichtiger wirkt (soweit die Situation es zumindest zulässt), sondern der auch teuflischer und kaltblütiger bereits im kleinen Finger erscheint, wo bei anderen nicht einmal beide Fäuste reichen würden um einen halbwegs ähnlich gerfährlichen Effekt zu erwirken.

Allerdings was Verschlagenheit und Kaltblütigkeit angeht, so wurden in der neuen Serie DALLAS ab 2012 ebenfalls die Grenzen wesentlich neu gezogen. So ist Cliff Barnes (Ken Kercheval) zwar längst Chef eines globalen Konzerns, doch selbst er hat wieder nur seine ewige Rache im Kopf und ist dafür sogar bereit, selbst über die Leichen seiner ungeborenen Enkel zu gehen und seine eigene Tochter dabei in Lebensgefahr zu bringen. Und bei Mitch Pileggi als Harris Ryland fragt man sich mitunter, womit er denn seinen Reichtum finanziert hat? Ist es der Konzern, den er leitet? Die mitunter minderjährigen Prostituierten, mit denen er wichtige Männer erpressen kann oder ist es der Drogenhandel im großen Stil, welcher ebenfalls in die Millionen gehen dürfte. Ein Gewissen scheint Harris Ryland jedenfalls nicht zu besitzen, wobei er allerdings doch recht manipulativ sein kann, wie man dies auch bei seiner Tochter Emma erkennen muss.

Die neue DALLAS-Serie konnte auch zumindest mit einigen kurzen wie längeren Gastauftritten weiterer Darsteller der damaligen Kultserie punkten. So sieht man ab und zu mal Charlene Tilton in ihrer früheren Rolle als Lucy Ewing an der Seite von Steve Kanaly in seiner Rolle als Ray Krebbs. Und auch Ted Shackelford als Gary Ewing hat hier seine Auftritte wie auch Audrey Landers als Afton Cooper und damit der Mutter von Rebecca. Von der früheren Stammbesetzung blieben ansonsten im Zentrum der Serie neben Larry Hagman aber nur noch Patrick Duffy als Bobby Ewing und Linda Gray als Sue Ellen Ewing wirklich übrig.

Dallas - Zwischen Macht und IntrigenBobby hat man hier allerdings mit der Ex-Frau von Harris Ryland, Ann Ewing (Brenda Strong) gleich eine neue Ehefrau an die Hand gegeben, die jedoch mit der Zeit zeigt, dass sie so einige Leichen im Keller hat, von denen Bobby nichts ahnt. Und Sue Ellen greift auch hier wieder zum Alkohol, scheint aber mental nun auch stark genug zu sein, sich auch im kritischen Augenblick selbst aus diesem Loch der Sucht wieder herausziehen zu können. Ganz davon abgesehen, dass in Sachen Intrigen wohl mit den Jahren so einiges bei Sue Ellen von J.R. abgefärbt zu haben scheint, wie man hinsichtlich Elena (Jordana Brewster) oder John Ross (Josh Henderson) hier durchaus erkennen kann.

Was den Fan der Originalserie aber wirklich freuen dürfte, ist die Tatsache, dass nach dem Mord an J.R. die gesamte Familie Ewing, einschließlich dem sonst doch so guten Bobby, dessen intriganten Masterplan nicht nur in Angriff nehmen, sondern auch peinlichst genau umsetzen, um sich möglichst entgültig ihrer Gegner, einschließlich Cliff Barnes, zu entledigen. Und da ist kein Trick zu schmutzig und keine Lüge zu niederträchtig um dieses Ziel zu erreichen. Da ziehe ich als Fan jedenfalls mal den Hut vor, weil man eigentlich (wenn man mal ehrlich sein soll) schon in der Originalserie auf eine solche Situation gehofft hatte, in der auch mal Bobby und Co. mit J.R. an einem Strang ziehen.

Auf der anderen Seite wäre es jetzt auch der völlig falsche Ansatz, das wohl eher frühe Ende der neuen DALLAS-Serie  nach nur drei Staffeln den neuen Darstellerinnen und Darstellern  anzulasten. Auch das nunmehr in der Serie verstärkt kriminelle Elemente eine gewichtige Rolle spielen, dürfte der Serie eigentlich nicht geschadet haben. Und für die Generationen, die sich in der Originalserie kaum noch auskennen dürften, wurde ein modernisierter Einstieg ebwenfalls mehr als leicht gemacht.

So hatte Josh Henderson seine Rolle als John Ross wirklich recht gut gespielt. Nur war er dabei nie so ein Kaliber wie sein Vater J.R., sondern macht eigentlich genau die Fehler, die J.R. in diesem Alter schlicht bereits hinter sich gelassen hatte. Der wesentliche Unterschied liegt aber vielmehr darin, das John Ross weniger in seinem Verhalten und seiner Herangehensweise als Intrigant sondern viel eher als Psychopath wahrgenommen wird. Und so sehr Henderson diese Rolle auch förmlich lebt, so gelingt es ihm nie wirklich,  dieses ganz besondere Charisma um die Figur des John Ross aufzubauen, wie es Larry Hagman es bei J.R. Ewing so perfekt konnte. Man merkt das besonders, weil es einen so leider eher kalt lässt, wenn eine Intrige von John Ross daneben geht. Bei J.R. hatte man indessen stets heimlich mit ihm als Bösewicht mitgefiebert, statt eisern den Guten stets den Rücken zu stärken.

Jesse Metcalfe machte es einem als Christopher Ewing allerdings auch nicht gerade leicht. Denn ihm verpasst man hier zeiweise einen solchen unfehlbaren moralischen Heiligenschein, wie er in der Originalserie eigentlich nur Bobby zustand. Nur eines sollte klar sein, denn so moralisch immer gerade ausgerichtete Charaktere können mit der Zeit sogar nerven, weil sie irgendwann alles, nur nicht mehr wirklich menschlich immer nachvollziehbar erscheinen.

Ansonsten bekommt der junge Zuschauer wie auch der frühere Fan der Originalserie eigentlich genügend frische Gesichter geboten und das Liebeskarussell dreht sich auch hier mitunter schon schwindelerregend. Gesamt betrachtet sollte man hier auch die weiblichen Rollen nicht unterschätzen, wenn es um Intrigern und persönliche vorteile geht. Allerdings kommt Brenda Strong als Bobbys neue Ehefrau Ann Ewing nie wirklich aus dem gewaltigen Schatten heraus, den früher in der Originalserie Victoria Principal als Pamela Barnes Ewing geworfen hatte.

Das die neue Serie dann doch nur noch ca. eineinhalb Staffeln nach dem Tod von Larry Hagman überlebte, lag indessen wohl nicht nur an einigen seltsamen Veränderungen, wie etwa der, dass Harris Ryland plötzlich ganz geheim sogar für die Regierung gegen die Drogenkartelle arbeitete, oder man erfährt, dass Pamela Barnes Ewing vor 20 Jahren an Bauchspeicheldrüsenkrebs verstarb, was jedoch durch ihren Bruder Cliff Barnes vertuscht wurde. Denn so manche folgenden Inhalte der Serienfortsetzung waren wirklich nicht dazu angetan gewesen, die Spannung ordentlich weiter zu fördern, was dann der Serienfortsetzung auch wesentliche Einschaltquoten gekostet haben dürfte. Gleichsam dürfte die Figur des Nicolas Trevino, gespielt von Juan Pablo Di Pace ebenfalls irgendwie in dem weiteren Verlauf der Serie wie ein "krimineller Fremdkörper" gewirkt haben, der auch dafür sorgte, dass nunmehr Jordana Brewster als Elena Ramos immer unlogischere Aktionen an den Tag legte.

Aber spätestens nachdem der "Masterplan" seitens des verstorbenen J.R. ausgeführt war, merkte man auch in der Serienfortsetzung leider, dass mit dem Tod von Larry Hagman in der Serie ein Vakuum entstanden war, welches weder die durchaus recht talentierten Jungschauspieler, noch so alte Hasen wie Patrick Duffy oder Linda Gray wirklich hätten ausfüllen können. Und so nimmt die Serie ihr plötzliches Ende nach der dritten Staffel, an derem Ende z.B. Christopher Ewing (Jesse Metcalfe) scheinbar durch eine Autobombe aus dem Leben scheidet und John Ross (Josh Henderson) sich scheinbar erneut daran macht, wieder aus dem übergroßen Schatten seines Vaters J.R. zu treten. Der Serie selbst hätte es vielleicht auch irgendwie gut getan gehabt, wenn man spätestens in der dritten Staffel etwas auf die Bremse getreten hätte, um den Zuschauern ein wenig Luft zum durchatmen zu lassen.

Grundsätzlich kann ich hier sagen, dass mich die Nachfolgeserie von DALLAS (ab 2012) mehr als positv überrascht hatte. Positiv war auch, dass man bei jeder weiteren Episode noch einen in Sachen ntrigen und Action draufsetzte. Doch irgendwie schien die Serie spätestens ab der dritten Staffel so an beiden Enden abzubrennen. Ganz zu schweigen von dem Faktum, dass eine Serie wie DALLAS ohne Larry Hagman als J.R. Ewing etwas verliert, was niemand in der Lage war, entsprechend wieder ausfüllen zu können. Ein Ersatz jedenfalls für Larry Hagman als J.R. Ewing war Josh Henderson als John Ross nie wirklich gewesen, trotz das er sich sichtlich Mühe gab, diese Rolle wirksam auszufüllen.

Wer jedoch mehr will, als nur die Originalserie zu konsumieren und auch den roten Faden weiterspinnen möchte, der kommt an diesen drei Staffeln der Fortsetzungsserie DALLAS nicht vorbei, die verstärkt moderne Action mit traditionellen Elementen der Serie recht positiv zu verbinden wusste.

Kommentare  

#1 Friedhelm 2020-09-30 13:22
Zitat:
Doch irgendwie schien die Serie spätestens ab der dritten Staffel so an beiden Enden abzubrennen. Ganz zu schweigen von dem Faktum, dass eine Serie wie DALLAS ohne Larry Hagman als J.R. Ewing etwas verliert, was niemand in der Lage war, entsprechend wieder ausfüllen zu können. Ein Ersatz jedenfalls für Larry Hagman als J.R. Ewing war Josh Henderson als John Ross nie wirklich gewesen
Die "Dallas-Neuauflage" teilt dieses Schicksal mit anderen Serien, deren Wiederbelebung nur von kurzer Dauer war.

Man erinnere sich an "Bonanza" (passt vielleicht nicht so ganz), der Familien-Western-Kult aus alten Zeiten. Nach drei Spielfilmfolgen (1987 bis 1993) war erstmal wieder Schluss, und auch eine TV-Serie aus dem Jahre 2001 wurde bald wieder eingestellt.

Oder: "Mission Impossible" - bei uns früher als "Kobra, übernehmen Sie" gelaufen. . Obwohl mit Peter Graves einer der Garanten dieser Reihe am Start war, konnte die Neuauflage in den 1980ern nur mittelmäßige Einschaltquoten verbuchen. Dass der einstige TV-Renner schließlich im Kino ungewohnten Zuspruch bekam, mag daran liegen, dass man dem Plotgerüst einen leinwandtauglicheren „Anstrich“ (mehr ausufernde Actio usw.) verpasst hat..

Was nun "Dallas" angeht, da lässt sich wohl tatsächlich sagen, dass die Serie mit dem Ableben Larry Hagmans eine ihrer wichtigsten Indentifikations-Figuren – und damit gleichzeitig ihre eigentliche Grundlage verlor. Hier könnte manch einer dagegen halten, dass Hagman eh schon zu alt war und irgendwann doch für einen jüngeren Nachfolger hätte Platz schaffen müssen.
Aber, wer hätte denn in seine Fußstapfen treten sollen? Das wäre auf Dauer nicht eimal dem blassen Josh Henderson gelungen.

Und eigentlich hätte die Serie auch mit dem Tod des einstigen "Dallas-Fieslings" J.R. enden können. So, wie ich das nämlich sehe war er so etwas wie der eigentliche "Dreh-und Angelpunkt" dieser Serie. Ich zumindest kannte in den 1980ern so einige "Dallas-Fans", die mir immer sagten: "Heute abend kann ich nicht, da kommt um 21:45 J.R."
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#2 Laurin 2020-10-01 12:42
Nun ja, was so Neuauflagen von BONANZA bis MISSION IMPOSSIBLE betrifft (bei letzterem kenne ich eh nur die Kinofilme, die mich aber auch nicht wirklich reizen), kann ich nicht wirklich mitreden. Bei DALLAS gebe ich dir aber recht, wenn du schreibst:

Zitat Friedhelm:
"Was nun "Dallas" angeht, da lässt sich wohl tatsächlich sagen, dass die Serie mit dem Ableben Larry Hagmans eine ihrer wichtigsten Indentifikations-Figuren – und damit gleichzeitig ihre eigentliche Grundlage verlor."

Und wie gesagt, empfand ich das Schauspiel von Josh Henderson nicht als schlecht, aber in die Fußstapfen von Larry Hagman als J.R. passte er wirklich nicht rein. Das merkte man auch, als Hagman ab Mitte der zweiten Staffel nicht mehr da war und man deshalb versuchte, mit seltsamen Wendungen (z.B. bei der Figur des fiesen Harris Ryland) und noch ein wenig mehr Action gleich an verschiedenen Punkten dieses Manko zu beseitigen, was dann jedoch nicht wirklich gelang. Den Machern der Nachfogeserie DALLAS wäre es wohl auch lieber gewesen, Larry Hagman wäre ihnen bei guter Gesundheit noch so einige Zeit erhalten geblieben. Aber spätestens mit der Erfüllung von J.R.s Meisterplan war die Serie wohl auf dem absteigenden Ast ohne Hagman (weshalb ich mich auch entschieden habe, die Nachfolgeserie doch in nur einem Artikel abzuhandeln).
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#3 Loxagon 2020-10-01 17:56
Das alte Dallas ist großartig. 2.0 hingegen Müll. Spannung kam nie auf, Cliff wird mal eben so quasi zun Obermafiosi der Stadt, niemand kennt seine Tochter, die dröge Suche nach Pamela ...

Ne, die 3 neuen Staffeln sind schund. Die 14 alten jedoch sehr gut.
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#4 Laurin 2020-10-02 19:47
Zitat Loxagon:
"Ne, die 3 neuen Staffeln sind schund. Die 14 alten jedoch sehr gut."

Nun ja, als Müll würde ich die drei Staffeln auch nicht bezeichnen wollen, man muss sich nur drauf einlassen. Als Müll würde ich da eher die "Traumstaffel" der Originalserie bezeichnen, weil sie (Staffel 9) die Gesamtserie nicht vorwärts bringt und eigentlich eine völlig verschwendete Staffel innerhalb der Gesamtserie darstellt, da ab Staffel 10 ja alles wieder bis zum Ende der Staffel 8 auf Null gestellt wird.

Die Suche nach Pamela (Bobbys erste Frau) ist in der Neuserie von drei Staffeln allerdings wirklich eine dröge Angelegenheit, die man sich auch hätte ersparen können, wenn man sie gleich für verstorben erklärt hätte.
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#5 Friedhelm 2020-10-03 14:13
Zitat:
Als Müll würde ich da eher die "Traumstaffel" der Originalserie bezeichnen, weil sie (Staffel 9) die Gesamtserie nicht vorwärts bringt
Stimmt, diese Staffel lasse ich auch jedesmal aus, wenn ich mir die Serie alle paar Jahre mal wieder "zu Gemüte führe."

Allerdings waren (wie ich ein paar Artikel vorher schon einmal erwähnte..)
die anderen Möglichkeiten, mit denen man Bobbys Rückkehr erklären wollte, fast noch schräger.

Unter anderem stand zur Disposition, Patrick Duffy als seinen eigenen bösen Zwilling wiederkehren zu lassen. J.R. sollte dafür plötzlich geläutert werden und zum Gutmenschen mutieren. Hätte wahrscheinlich ebenso wenig geklappt wie der Dreh, Bobby nur für scheintot zu erklären. Von einem Unbekannten (wahrscheinlich ein Arzt) wäre er aus dem Sarg befreien - und heimlich (warum auch immer) in ein Sanatorium zur Genesung verbracht worden.

Für mich sah das alles schon sehr nach einem "Akt der Verzweiflung aus", weil die Quoten der Serie auch immer tiefer in den Keller gingen. Daran war ja nicht zuletzt Bobby Ableben schuld.

Bobby merkwürdige Rückkehr hat der Serie dann wohl auch endgültig die Zuschauer vergrault.
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#6 Laurin 2020-10-03 21:36
@ Friedhelm:
Stimmt, die anderen Möglichkeiten waren auch ziemlich schräg und einen bösen Bobby (also so ein Zwilling) hätte man Patrick Duffy auch nicht abgenommen. Nimmt man dann noch einen zum Guten geläuterten J.R. dazu, wäre das wohl der Sargnagel für die Serie gewesen.

Das Bobby dann in Staffel 10 zurückkehrte, dürfte die Serie wohl sogar erst einmal vor dem weiteren Absturz der Quoten gerettet haben, sonst wäre die Serie nicht noch auf insgesamt 14 Staffeln gekommen. Aber wirklich erholt hatte man sich nach der "Traumstaffel" wohl nicht mehr wirklich. Zudem drehte sich auch die Handlung langsam völlig im Kreis, weshalb auch danach die Serie wohl nie wieder zum Quotenhit geworden wäre. Die besten Zeiten als "Straßenfeger" waren damals jedenfalls für die Serie vorbei gewesen.
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