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Dallas - Zwischen Macht und Intrigen: Teil 1 - Seifenoper mit Suchtfaktor

Dallas - Zwischen Macht und Intrigen Dallas - Zwischen Macht und Intrigen
Teil 1 - Seifenoper mit Suchtfaktor

Ich erinnere mich noch sehr gut daran, als die Serie DALLAS zum ersten Mal im deutschen Fernsehen gesendet wurde. Schon ab der ersten Episode saß die gesamte Familie vor dem Fernseher, was sich danach auch so lange nicht mehr verändern sollte. Der Suchtfaktor hatte also gleich mit der ersten Episode eingeschlagen. Man könnte auch sagen, J.R. Ewing, sein (netter) Bruder Bobby und der Rest des Ewing-Clans wurden so faktisch schon zu Familienmitgliedern, die jeden Dienstag zu Besuch kamen.

Dabei hatte im April 1978 bei dem US-Sender CBS das ganze noch recht klein angefangen. DALLAS war erst einmal nichts weiter als eine geplante Miniserie aus insgesamt nur fünf Episoden und hatte den ursprünglichen Arbeitstitel LINDA-EVANS-PROJEKT, da sie ja eigentlich die Rolle der Pamela Jean Barnes Ewing spielen sollte.

Nun, so weit kam es dann doch nicht, da am Ende dann die Darstellerin Victoria Principal die Ehefrau an Bobby Ewings Seite recht erfolgreich darstellte. Erst 1988 sollte sie für nur eine Episode der Serie DALLAS durch die Darstellerin Margaret Michaels ersetzt werden.

Als eine der wichtigsten Inspirationen zu der Erfolgsserie DALLAS,  von der im Herbst 1978 dann die erste Staffel seitens CBS ausgestrahlt wurde, galt übrigens der heutige Filmklassiker GIGANTEN aus dem Jahre 1956 mit James Dean, Elizabeth Taylor und Rock Hudson, wo wir bereits auf einen texanischen Großgrundbesitzer und das Thema Erdöl innerhalb der Handlung stoßen. James Dean spielte dabei in GIGANTEN die Rolle des Jett Rink. Dies ist nicht so ganz unbedeutend, da aus diesem Rollennamen von James Dean auch gleich die Initialen "J.R." für die Serie DALLAS übernommen wurden. So wurde dann aus "Jett Rink" für die Fernsehserie DALLAS dann J.R. (John Ross) Ewing, der von Larry Hagman (bekannt auch aus der Serie BEZAUBERNDE JEANNIE/1965 bis 1970 in 139 Episoden) gespielt wurde, nicht nur zur zentralen Figur der Serie DALLAS, sondern sich auch aus dem Stand heraus zu dem weltweit beliebtesten Schurken der Fensehgeschichte entwickelte. Nicht umsonst zählt die Serie DALLAS selbst heute noch an den Zuschauerzahlen gemessen, zu den weltweit erfolgreichsten Fernsehserien.

Dallas - Zwischen Macht und IntrigenEtwas Nostalgie schadet nie:
So hatte ich es mir vor noch nicht so langer Zeit gesagt und hatte mir so auf DVD die ersten fünf Staffeln der Serie zugelegt, um so mal wieder etwas in die Vergangenheit einzutauchen. Die Frage stand natürlich auch wieder im Raum, ob die Serie mich wieder genauso packen würde, wie sie es damals, quasi mit einem lässigen Handstreich geschafft hatte?

Nun, ihr merkt schon, dass es sich hier nicht um einen Artikel handelt, in dem ich mich gezielt auf die Handlung stürze. Geht irgendwie auch nicht, da jede Episode quasi auf der letzten aufbaut. Eine Artikelreihe zu verfassen, bei der ich auf jede Episode eingehe, wäre allerdings genauso schwierig. Denn in Anbetracht von insgesamt 357 Episoden und drei Filmen dürfte das schon eine gewisse Lebensaufgabe darstellen. Es ist aber auch so recht schwierig, die einzelen Episoden zu gewichten, da sie nicht immer eine wirklich geschlossene Handlung aufweisen. Zu stark wäre hier daher die Versuchung also angelegt, bei einer Episodenvorstellung gleich auch schon etwas von der nächsten Episode zu spoilern. Man muss hier ja auch bedenken, dass es nicht nur am Ende jeder Staffel, sondern auch schon mal im Verlauf der jeweiligen Staffel einige ganz fiese Cliffhanger gab und gibt, die leider sehr dazu verführen, hier schon mal flott über das Ziel einer klaren Episodenvorstellung hinauszuschießen.

Was allerdings den Suchtfaktor betrifft, so hatte ich schon im Vorfeld eher damit gerechnet, dass dieser wohl heute nicht mehr so ausgeprägt meine Person befallen würde wie damals in den 1980er Jahren, wo man jeden Dienstag sich pünktlich vor dem Fernseher versammelte, um J.R. Ewings neue Intrigen zu verfolgen. Nun ja, zwischen "hatte ich gedacht" und der Realität liegen bekanntlich Welten. Der Suchtfaktor schlug schon ab der ersten Episode der ersten Staffel wieder unbarmherzig zu, auch wenn z.B. die Bildqualität der DVDs seitens Warner Bros. auch weiterhin wohl streckenweise eher dem damaligen Fernsehniveau entspricht. Man hat allerdings die Möglichkeit hier, statt der etwas eingekürzten deutschen Version auch die etwas längeren Originalepisoden in englischer Sprache zu sehen. Die recht unbedeutenden Kürzungen entstanden damals auch nicht etwa wegen dem betreffenden Inhalt der jeweiligen Episoden, sondern dienten einfach dazu, die entsprechenden Episoden in das zeitlich festgezurrte Programmkonzept der ARD einzupassen. Allerdings gibt es in der ersten DVD-Box mit den ersten zwei Staffeln nicht nur drei Episoden, bei denen man einen Kommentar von Larry Hagman (J.R. Ewing) und Charlene Tilton (Lucy Ann Ewing) zuschalten kann, sondern auch noch insgesamt fünf Episoden der Serie DALLAS, die nie im deutschen Fernsehen gezeigt wurden und wohl eher im Giftschrank verschwunden sind. Warum auch immer?

Da ich mich also wegen dem Suchtfaktor mehr als recht flott bald durch die ersten fünf Staffeln durchgearbeitet hatte, wurden dann Staffel sechs und sieben gleich nachgeordert. Allerdings würde ich jetzt lügen, würde ich an dieser Stelle jetzt behaupten, es lägen daher nun noch genügend Episoden von ganzen zwei Staffeln vor, denn während ich hier diese Zeilen in die Tastatur hämmere, stehe ich schon bereits kurz vor dem Ende der siebten Staffel, wo Miss Ellie (Barbara Bell Geddes) nun Clayton Farlow (Howard Keel) heiraten will und J.R. Ewing (Larry Hagman) seinem ständigen Widersacher Clifford "Cliff" Barnes (Ken Kercheval) im Ölgeschäft auf ganz fiese Weise mal wieder den Boden unter den Füßen wegziehen will. Ganz zu schweigen von Robert "Bobby" Ewing (Patrick Duffy), der zwischen allen Stühlen sitzt, da seine nun Ex-Frau Pamela (Victoria Principal), seit kurzem von ihm geschieden nun aus reiner Herzensgüte  neu heiraten will und seine Jugendliebe Jenna Wade (Priscilla Beaulieu Presley) nun ihrerseits den frei gewordenen Platz der liebenden Ehefrau gerne einnehmen würde. Es bleibt also spannend (selbst viele Jahre später) und Nachschub in Sachen DALLAS (Staffel 8 und 9) ist bereits wieder geordert.

Dallas - Zwischen Macht und IntrigenDie Konkurrenz und der Ableger:
Der sichtliche Erfolg der Serie DALLAS aus dem Hause der Fernsehproduktionsfirma Lorimar, welche uns auch Serien wie DIE WALTONS bescherte ("Gute Nacht John-Boy" ... na ja, ihr wisst schon, dieses Dauerritual am Ende jeder Folge dieser Serie), zog natürlich auch Konkurrenz nach sich. Schließlich entwickelte sich nicht nur die Serie DALLAS, die in Deutschland am 30. Juni 1981 in der ARD an den Start ging, sich zeitweise zu einem wahren Straßenfeger. Man erinnere sich nur an den gemeinen Cliffhanger (Episode 54/dritte Staffel/Originaltitel: A HOUSE DIVIDED), als man auf J.R. Ewing geschossen hatte. Da fieberte Deutschland ähnlich wie bei der Weltmeisterschaft beim Fußball der nächsten Staffel entgegen, um herauszufinden, wer den beliebtesten Schurken der Fernsehgeschichte einige Kugeln verpasst hatte und ob J.R. Ewing dies auch wirklich überleben würde. Da wurde dann z.B. in den USA die Sommerpause zu lang und man begann sogar im US-Präsidentschaftswahlkampf zwischen Ronald Reagan und dem damaligen Amtsinhaber Jimmy Carter T-Shirts zu drucken (wahlweise für die Demokraten oder die Republikaner) mit der Aufschrift "I shot J.R." (wer schoss auf J.R.?). Denn schleißlich wollte man als Zuschauer nicht nur sicher gehen, das J.R. Ewing überlebt, sondern man wollte natürlch auch unbedingt wissen, wer die Schüsse auf ihn abgegeben hatte.

Aber bleiben wir hier bei der Konkurrenz. Da hätten wir nämlich die Serie DER DENVER-CLAN (DYNASTY), welcher sich ebenfalls zeitweise einer recht hohen Beliebtheit erfreute und zwischen 1981 bis 1989 mit rund 218 Episoden in neun Staffeln auf die Zuschauer losgelassen wurde. Hier treffen wir dann übrigens auch die Schauspielerin Linda Evans (siehe oben) wieder, die nun endlich in der Rolle der Krystle Jennings selbst bei Intrigen, Macht, Sex und Reichtum mitmischen durfte. Bei DER DENVER-CLAN ging es auch irgendwie um Öl, da besagte Krystle den Öl-Magnaten Blake Carrington (John Forsythe) heiratete, der allerdings seinen Rachefeldzug gegen Alexis Colby (Joan Collins) aus der Stadt Denver im US-Bundesstaat Colorado zu führen pflegte.

Nun hatte auch diese Serie in Deutschland schnell seine Fans gefunden, als sie im ZDF am 24. April 1983 an den Start ging. Und es gab seitens der Hauptserie auch später einige Ableger um zum Teil offen gebliebene Fäden doch noch irgendwie zusammenführen zu können, oder die Serie mit nun frischem Blut, sprich jüngeren Darstellern (quasi die nächste Generation) erneut an die Zuschauer zu bringen. Ob die "Nachfolger" von DYNASTY allerdings gut waren, kann ich hier schlecht sagen. Bleiben wir also bei der eigentlichen Hauptserie. Natürlich war man gespannt, ob die Serie DER DENVER-CLAN die Durststrecke zwischen den Episoden von DALLAS positiv füllen könnte.

Nun ja, bei nicht wenigen schien es gelungen zu sein und Jean Collins war als intrigantes Weibsbild bald irgendwie auch in aller Munde. Bei mir und meiner Familie schaffte es DER DENVER-CLAN, wenn es hoch kommt, allerdings auf gerade mal zehn bis vierzehn Episoden. Danach war der Reiz einer recht negativen Ernüchterung gewichen, weshalb wir dann diese Serie auch nicht mehr weiter verfolgten. Das Konzept war uns einfach zu abgehoben und zu glatt poliert. Die Intrigen brachten irgendwie keinen Schwung in die Handlung und man hatte hier irgendwie immer das Gefühl, man sähe eine Serie, in der man uns eigentlich nur die etwas verschrobene Glitzerwelt der Superreichen aus den Vereinigten Staaten präsentieren wollte.

Dallas - Zwischen Macht und IntrigenEtwas ansprechender begann indessen die Serie FALCON CREST, die ebenfalls in insgesamt neun Staffeln mit allerdings 227 Episoden  von 1981 bis 1990 die Fernsehzuschauer in den USA beglückte. Nun ging es mal nicht um Erdöl, sondern um den nachhaltigen Weinanbau, der im fiktiven Tuscany Valley, nahe San Francisco im US-Bundestaat Kalifornien angebaut wurde. Hier waren die Intrigen z.B. von Angela Gioberti Channing (Jane Wyman) wieder etwas ruppiger und das Konzept wirkte nicht wie bei DER DENVER-CLAN wie eine Show aus Samt, Mode und Brillianten mit einer angehängten Familienfehde. Die Erstausstrahlung in Deutschland erfolgte übrigens am 30. Juni 1981. Machte FALCON CREST, was den gemeinsamen Fernsehabend in meiner Familie betrifft, zuerst auch richtig Spaß, so ging der Serie doch irgendwann immer mehr die Luft aus. Das Resultat waren daher nur (eher knapp) zwei gesehene Staffeln. Was danach kam (bzw. ob die Serie später doch wieder die positive Kurve einschlagen konnte), enzieht sich so meiner bescheidenen Kenntnis. Toppen konnte allerdings die Serie DALLAS auch FALCON CREST nicht wirklich.

Bleibt noch der eigentliche Ableger der Serie DALLAS unter dem Titel UNTER DER SONNE KALIFORNIENS, wo der mittlere Bruder Gary Ewing (Ted Shackelford) von J.R. und Bobby samt seiner Frau seine Heimat gefunden hatte.  Die Serie lief von 1979 bis 1993 in insgesamt 14 Staffeln mit 344 Episoden, 2 Reunionfolgen und 2 Specials wohl recht erfolgreich.  Auch kam es zu so einigen Auftritten von J.R. Ewing und den anderen des Ewing-Clans aus DALLAS innerhalb der Serie UNTER DER SONNE VON KALIFORNIEN. Das ZDF nahm diesen Ableger der Serie DALLAS allerdings erst im Jahre 1988 ins Vorabend-Programm auf, wobei in Deutschland allgemein nur 332 Episoden synchronisiert wurden. Da der Privatsender SAT 1 das ZDF allerdings bei den weiteren Folgen späterhin überbot, wechselte die Serie ab Januar 1991 vollständig auf einen Sendeplatz seitens SAT 1 und wurde dort bis zum Jahr 1995 ausgestrahlt.

Das Gerangel um die Ablegerserie von DALLAS hatte allerdings schon früher eingesetzt, denn eigentlich hätte der Privatsender SAT 1 gerne von Beginn an den Zuschlag zur Serie erhalten, um diese exklusiv ausstrahlen zu können. Hier machte jedoch das ZDF dem Privatsender erst einmal eine lange Nase. Die in Deutschland nie ausgestrahlten Episoden stammen indessen alle aus den ersten vier Staffeln der Serie UNTER DER SONNE VON KALIFORNIEN.

Ich persönlich muss sagen, dass der Serientitel des Ablegers seitens DALLAS recht lang ausgefallen ist und so eigentlich auch hätte auffallen müssen. Tat er aber nicht, weshalb ich hier zur Serie schlicht nichts positives oder negatives sagen kann. Bekannt ist allerdings das beide Serien sich mit der Zeit inhaltlich voneinander trennten.

Dallas - Zwischen Macht und IntrigenDas lag an der sogenannten "Traumstaffel" der Serie Dallas, in der Bobby Ewing verstorben ist. Dieses Ableben erfolgte, weil Patrick Duffy sich im Rahmen seiner schauspielerischen Karriere anderen Projekten widmen wollte und sich so aus der Serie DALLAS rausschreiben ließ. So schied Bobby Ewing ordentlch gestorben und begraben 1985 aus der Serie DALLAS aus. Allerdings kam dies der Serie selbst nicht wirklich zu Gute. Die Einschaltquoten sanken nämlich für DALLAS ab da beträchtlich. Und, wie ich mich erinnern konnte, stieß auch in Deutschland der Tod von Bobby Ewing nicht sonderlich auf Gegenliebe bei den Fans der Serie.  Allerdings war auch ab da für Patrick Duffy der weitere Erfolg seiner schauspielerischen Karriere kaum als befriedigend zu bezeichen gewesen, so das Larry Hagman seinerseits nun alles daran setzte, Patrick Duffy zurück in die Serie DALLAS zu holen.

Zwar dürfte es Larry Hagman nicht schwer gefallen sein, Patrick Duffy zurückholen zu können. Doch nun stand man auch vor dem Problem, wie man die Figur des Bobby Ewing wieder unter die Lebenden holte, wo er doch so ereignisreich in der Serie gestorben war. Die Lösung war eigentlich recht einfach, wenn auch für die Fans der Serie wohl nicht gerade berauschend. Denn dramaturgisch wurde die Rückkehr von Bobby Ewing schlicht damit erklärt, dass alle Episoden ab seinem Tod und deren Ereignisse nur ein "böser Albtraum" seitens seiner Frau Pamela gewesen waren.  Denn die trifft nun den Totgeglaubten putzmunter am Morgen unter der Dusche. Das Prinzip ... alles nur geträumt, stieß bei den Zuschauern so allerdings nicht unbedingt einhellig auf Gegenliebe, auch wenn alle Bobby Ewing wiederhaben wollten. Wirkte die plötzliche Auferstehung von Bobby Ewing doch leider sehr stark an den Haaren herbeigezogen (übrigens die betreffende Staffel muss ich auch bald noch mal gucken).

Was hat dies aber nun mit dem Serienableger UNTER DER SONNE VON KALIFORNIEN zu tun? Nun, während es in der Hauptserie durch den Tod und die Rückkehr von Bobby Ewing zu einem eher unschönen Bruch in der Kontinuität der Serie kam, vollzog man diesen Handlungsweg aber nicht auch in der Serie UNTER DER SONNE VON KALIFORNIEN. Denn in der Ablegerserie blieb Bobby Ewing verstorben bis das die Serie eingestellt wurde, womit allerdings nun wiederum ein ersichtlicher Bruch der Kontinuität zwischen der Haupt- und der Ablegerserie erfolgte.

Fazit:
Lange ist es her, wo nicht nur mich, sondern meine gesamte Familie jeden Dienstag die einprägsame Titelmelodie der Serie DALLAS vor den Fernseher zog. Die Serie hatte schlicht Suchtpotenzial auf sehr hohem Niveau, und das nicht nur in meiner Familie. So war die Serie auch oft Gesprächsthema in der Freizeit mit Bekannten, Freunden und Kollegen. Das schaffte so die Konkurrenz im Fernsehen nicht, egal ob sie nun DER DENVER-CLAN oder FALCON CREST hieß. DALLAS war in dieser Hinsicht nicht nur die Keimzelle solcher Seifenopern im Fernsehen, sondern hebt sich auch bis Heute sehr stark in Sachen Beliebtheit immer noch von den Konkurrenzserien ab.

Selbst Jahrzehnte danach hat es mich nun doch sehr verwundert, dass dieses Suchtpotential auch heute noch so enorm hoch sein kann. Natürlich kann man so die eine oder andere Szene oder die eine oder andere Intrige heute etwas altersweise belächeln,  aber insgesamt hängt man doch wieder gebannt vor dem Fernseher und schieb nun eine DVD nach der anderen in den Player, weil man doch wieder sehen will, wie es bei den Ewings, den Barnes oder den anderen Nebenfiguren bis hin zum Ölkartell und den vielfältigen Winkelzügen und bösen Intrigen weiter geht.

Dallas - Zwischen Macht und IntrigenDie Serie DALLAS brachte es da an Spannung auf eine recht hohe Taktzahl. Da wird gestorben, passieren aus Verzweiflung Selbstmorde bzw. Selbstmordversuche. Da verliert man auf unschöne Art Babys während der Schwangerschaft, vernichtet ganze Existenzen oder gerät bei dem üblen Tanz um Macht und Reichtum  manchmal selbst an den Rand des Ruin. Diese hohe Taktzahl an Ereignissen, die uns damals schon vor dem Fernseher fesselte, konnten die Konkurrenz-Formate nicht wirklich beständig liefern, so das die entsprechenden Serien manchmal sich schon wirklich strecken mussten, um nur im Windschatten von DALLAS zu bleiben.

In der Regel hatte ich mich schon ein wenig im Vorfeld gefragt, ob ich diese Serie nun im Zauberspiegel ebenfalls Episode für Episode vorstellen sollte. In Anbetracht, das man aber nicht jünger und nicht gesünder wird und so der Faktor Zeit auch langsam anfängt, immer mehr Grenzen zu ziehen (ob man nun will oder nicht), habe ich mich dazu entschlossen, in einigen wenigen Teilen mich lose der Serie DALLAS anzunehmen. Denn Erinnerungen und wieder gesehenes halten da doch auch ein gewisses Füllhorn bereit, welches ich euch in loser Abfolge nicht vorenthalten möchte.  Im zweiten Teil werde ich mich daher mal den Haupt- und einigen Nebenfiguren in der Serie widmen. Aber ich habe da nun auch hinsichtlich der drei Filmen zur Serie wie auch der Nachfolgeserie in drei Staffeln zumindest schon mal ein Auge geworfen, welche 2012 bis 2014  seitens Warner Horizon Television in insgesamt 40 Episoden umgesetzt wurde. Schauen wir also mal was noch so alles kommt in Sachen Reichtum, Macht, Sex und Intrigen.

Kommentare  

#1 Friedhelm 2020-08-12 14:06
Und da bin mal widder...

Mit "Dallas" waren auch die überschaubaren Zeiten vorbei, in denen jede Folge einen Abschluss hatte. Hier musste man tatsächlich regelmässig "dranbleiben", um nicht die Übersicht zu verlieren.

Diese Serie war tatsächlich ein Straßenfeger, aber auch ziemlich überraschungsarm, weil man kaum einmal vom Plotformat abwich. Larry Hagman, als J.R. Ewing war immer der Gewinner, der mit seinen Intrigen sogar vor seinem fast schon zu guten Brüderchen nicht halt machte

Das müssen die Macher der Serie wohl auch irgendwann erkannt haben. J.R, wurde zwar nicht menschlicher, bekam aber des öfteren selber "sein Fett ab". Nicht nur, dass auf ihn geschossen wurde - in späteren Staffeln ging ihm seine Ehefrau Sue-Elle auch noch mit einem Filmproduzenten durch - und das Ewing-Vermögen stand durch seine Schuld des öfteren auf der Kippe.

Bekanntlich hat die Original-Serie 14 Staffeln - wobei man die zehnte auch einfach weglassen könnte. Das war nämlich die völlig absurde "Traumstaffel", in der man Bobbys Tod betrauerte. Da er am Ende quicklebendig unter der Dusche stand, wurde dieser Serie natürlich auch die aufgebaute Dramatik genommen.

Patrick Duffy wollte ja zugunsten einer angestrebten Kinokarriere aussteigen, aber diese blieb dann doch aus. Die Art und Weise, wie er wieder einstieg, darf man schon als schräg bezeichnen. Dabei hatte man neben der Traumsequenz noch ganz andere Lösungen parat. . In einer wurde Bobby, der gar nicht tot war, später aus seinem Sarg befreit (warum auch immer..) und konnte -ohne Wissen seiner Familie- längere Zeit in einem Sanatorium genesen.

In einer anderen Version trat er als sein eigener, böser Zwillingsbruder auf. J.R. sollte angesichts dessen plötzlich vom "Saulus zum Paulus" werden, damit künftig alle Intrigen von Bobby II ausgehen konnten.

Naja, und dass am Ende der Serie "the DEvil himself" auftritt, schoss dann natürlich den Vogel richtig ab.

Wie dem auch sei - "Dallas" war (jedenfalls für meiner einer) immer noch geniessbarer, als die Konkurrenzserie "Denver-Clan/Dynasty". D
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#2 Laurin 2020-08-12 16:11
Zitat Friedhelm:
"Mit "Dallas" waren auch die überschaubaren Zeiten vorbei, in denen jede Folge einen Abschluss hatte. Hier musste man tatsächlich regelmässig "dranbleiben", um nicht die Übersicht zu verlieren."

Nun ja, genau genommen gab es auch in der Serie DALLAS so einige Episoden, die locker für sich alleine - also in sich abgeschlossen - stehen konnten. Da zählen auch die fünf Folgen zu, die die ARD in den Giftschrank verbannte und die nie im deutschen Fernsehen gezeigt wurden. Aber dazu später mal mehr. ;-)

Zitat:
"- wobei man die zehnte auch einfach weglassen könnte. Das war nämlich die völlig absurde "Traumstaffel", in der man Bobbys Tod betrauerte. "

Na ... die sogenannte "Traumstaffel" ist die Staffel 9, denn am Ende von Staffel 8 wird Bobby gekillt. Allerdings muss ich mir die zwei Staffeln noch (wieder) ansehen, da sie erst vor kurzem hier bei mir eingetrudelt sind.

Was den Teufel und J.R. betrifft, fällt mir zumindest schon mal eine Episode (mir fällt nur auf Anhieb nicht ein, welche Episode es nun genau war) irgendwo aus den ersten vier Staffeln wieder ein, wo J.R. von einer Frau beschimpft wird und sie ihn dabei auch als "Teufel" bezeichnet. Darauf antwortet J.R. mit seinem typischen Grinsen, er wüsste gerade nicht, ob sie ihn jetzt damit beleidigen oder doch eher schmeicheln will. :D

Aber wie gesagt, da kommt noch das eine und andere späterhin in schönen Artikeln verpackt. In dem 2 Teil werde ich mich aber erst einmal persönlich einiger Hauptfiguren annehmen (nicht allen, denn schon das wäre fasst wieder eine eigene Artikelreihe). :P
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#3 Advok 2020-08-12 16:27
Hm, diese Serien konnten mich nie einfangen. Ich fand es nur faszinierend, welche Schauspieler da mit dabei waren:
Georg Kennedy bei Dallas, Charlton Heston bei Denver Clan, Cliff Robertson und Jane Wyman bei Falcon Crest.

Der Dallas-Ableger Knots Landing war ein Sprungbrett für Alec Baldwin. Die Serie fand ich mitunter recht spannend. Da gab es sogar eine Sängerin, die nach ihrem Tod als Zwillingsschwester auftrat. Schade, genau diese Serie gibts nicht auf DVD. Merkwürdig, da sie angeblich zeitweise erfolgreicher als Dallas gewesen sein soll ...
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#4 G. Walt 2020-08-12 17:20
bei uns war damals mittwochs im Wohnzimmer immer Denver-Clan Zeit. Das war die Zeit, als man noch als Familie gemeinsam vor dem TV saß. Beide Serien hatten gemeinsam, dass die Geschichten immer abstruser wurden. Das deutsche Gegenstück sollte Mitte der 80er "Das Erbe der Guldenburgs" sein. Eine Bierdynastie statt Öl.
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#5 Friedhelm 2020-08-12 17:20
Zitat:
Nun ja, genau genommen gab es auch in der Serie DALLAS so einige Episoden, die locker für sich alleine - also in sich abgeschlossen - stehen konnten. Da zählen auch die fünf Folgen zu, die die ARD in den Giftschrank verbannte und die nie im deutschen Fernsehen gezeigt wurden. Aber dazu später mal mehr
Jo, stimmt, da gab es diese Episoden,die in der ARD nicht liefen. Und jedermann (ich auch), fragte sich, warum J.R, in einer Folge am Stock geht.

Und sicher, es gab einige Folge, die so etwas wie einen Abschluss hatten. Aber meines Wissens musste man die folgenden Epsioden trotzdem schauen, weil auf etwaige Geschehenisse jener vorherigen Folgen doch irgendwie immer mal wieder Bezug genommen wurde.

Ich werde mir demnächst die ersten Folgen aus meiner eigene "Dallas-Sammlung" wieder reinziehen.. Bisher fehlen mir die 13. und 14. Staffel, weil ich einfach nicht dazu komme, die zu bestellen. :-*

Zitat:
Na ... die sogenannte "Traumstaffel" ist die Staffel 9, denn am Ende von Staffel 8 wird Bobby gekillt. Allerdings muss ich mir die zwei Staffeln noch (wieder) ansehen, da sie erst vor kurzem hier bei mir eingetrudelt sind.
Und stimmt auch - man kommt aber auch leicht damit durcheinander.

Es gab übrigens mit Dack Rambo auch gleich einen Bobby-Ersatz. Er sollte Duffy als Sympathieträger ersetzen - und hat viele Zuschauer wohl auch ein wenig an seinen Vorgänger erinnert. Leider ging die Rechnung nicht auf - und so war Rambo ab Staffel 10 auch schon wieder Geschichte. Abgesehen davon, dass seine Figur ab da auch gar nicht mehr von Nöten gewesen wäre... ;-)

Was J.R. und seine "Teufeleien betrifft, da muss man sich allerdings auch fragen, wie lange der Typ in der Realität wohl am Leben geblieben wäre. :-*

Zitat:
Aber wie gesagt, da kommt noch das eine und andere späterhin in schönen Artikeln verpackt.
Na dann man zu - bis zum Ende der Woche schaue ich immer mal wieder in den ZS rein. Wahrscheinlich werde ich mich dann aber wieder meinem eigenen Projekt widmen.."

Es sei denn, die Hitzewelle verlängert meine momentane Lustlosigkeit darauf... :-*
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#6 Friedhelm 2020-08-12 17:28
@ Advok: Altstars wie Charlton Heston, George Kennedy oder Cliff Robertson hatten ihre Zeiten im Kino damals ja auch längst hinter sich. Für Auftritte in solchen Serien besaß ihr Name dann aber wahrscheinlich noch genug Zugkraft.

"KnodsLanding" - oder deutsch: "Unter der Sonne Kaliforniens" lief meines Wissens im zweiten Programm. Ich war damals etwas verwirrt, weil Ted Shackleford hier eine andere Synchronstimme (Klaus Kindler) hatte.

Die Sängerin war dann wohl Lisa Hartman - und diesen Twist mit der Zwillingsschwester fand ich damals doch schon arg bemüht.

Abgesehen davon, war ich auch schon sehr verwundert darüber, dass diese Serie so lange lief.
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#7 Laurin 2020-08-12 19:24
Ehrlich gesagt, kann ich von dem Ableger "Knods Landing" weder wirklich etwas positives noch negatives sagen, da die Serie damals fasst völlig an uns vorbeigegangen ist.

"Dallas" war hingegen, wie G. Walt schon richtig sagt, Familientag mit vorheriger Planung durch die Fernsehzeitschrift. Und so fies J.R. auch sein konnte, wir liebten ihn einfach alle. :P

Und was den "Denver Clan" anging, da kam nach nur wenigen Episoden bei uns in der Familie leider keine Begeisterung auf.

@ Friedhelm:
Da sind auch noch andere Artikel in der Arbeit bei mir, weshalb die Beiträge zu DALLAS etwas sporadischer erscheinen werden. Denn auch mit "Schirm, Charme und Melone" habe ich ja so ein Mammutprojekt am laufen, wobei Staffel 4 ja fasst schon fertig bei Harantor vorliegt. Und dann geht es ja gleich weiter mit Staffel 5 und John Steed und Emma Peel in Farbe. Und so mancher andere Film will ja auch noch irgendwie gewürdigt werden. Also bitte bei "Dallas" etwas Geduld, auch wenn da so einiges von mir in der Produktion steckt. :-*
Aber ab und zu reinsehen darfst du ja sicherlich. ;-)
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#8 Friedhelm 2020-08-12 21:53
Zitat:
Da sind auch noch andere Artikel in der Arbeit bei mir, weshalb die Beiträge zu DALLAS etwas sporadischer erscheinen werden.
Du bist aber auch ein wahres Arbeitstier, Konrad - Respekt. Ich wünschte, das könnte ich in Hinsicht auf mein eigenes Geschreibsel auch sagen - aber was die Schreiberei betrifft, da bin ich doch eher "ein fauler Hund.." geworden.

In den letzten Jahren habe ich halt schnell die Lust verloren, wenn ich mal etwas angefangen habe. Hoffe natürlich, dass es mir mit meinem eigenen Blog-Projekt nicht auch bald so geht. Aber, ich befürchte... :-*

Mit "Dallas" haste dir ja wieder einen echten Packen vorgenommen - wenn man dann bedenkt, dass du auch noch andere Reihen in der Mache hast. Fleißig, fleißig...

Ab und an reinsehen "darf" ich ganz sicher - werde ich wohl auch machen.
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#9 Andreas Decker 2020-08-13 11:36
zitiere Friedhelm:


Was J.R. und seine "Teufeleien betrifft, da muss man sich allerdings auch fragen, wie lange der Typ in der Realität wohl am Leben geblieben wäre.


Der wäre heute Präsident.

Dallas ging mir stets völlig am Allerwertesten vorbei, genau wie Dynasty. Da habe ich im Laufe der Jahre höchstens eine Handvoll Episoden gesehen, so nach dem Motto "läuft das immer noch?".

Wobei ich mich damals immer gefragt habe, warum die arme Krystle ihren Großvater heiraten musste. Das war immerhin vor der Viagra-Ära. Was stimmte also nicht mir ihr? Heute sehe ich das was differenzierter ;-)

Falcon Crest hingegen fand ich spassig. Allerdings wurde es erst ab der dritten Staffel interessant, nachdem David Selby als fieser Verleger eingestiegen war. Und seine Sekretärin war Shannon Tweed. Das reichte schon, um einzuschalten. Und Lorenzo Lamas durfte Leute verprügeln. Auch immer unterhaltsam.
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#10 Friedhelm 2020-08-13 11:57
Andreas Decker: "Dallas" etablierte damals übrigens auch eine etwas merkwürdige Modeerscheinung. Die Frauen hatten plötzlich alle breitere Schultern - und ich dachte immer: "Wo trainieren die eigentlich.."

Nee, das waren diese ulkigen Schulterpolster.. :D

"Falcon Crest" lief ja immer im "ARD-Vorabendprogramm. In dieser Serien wurden dann auch wieder viele Altstars verheizt. Beim Anblick der guten, alten Jane Wyman dachte ich immer nur: "Na, du hattest aber auch schon bessere Zeiten. Wenn man, z..b., so an ihre Schmachtfetzen mit Rock Hudson denkt...

Ach, und dann gab es in den "Dallas-Pausen" auch noch "Flamingo-Road" - in dem ein alter Sack namens Titus Temple (Howard Duff) die "Fäden in der Hand hielt". In der Serie spielte Stella Stevens eine gutherzige Puffmutter. Und Mark Harmon gab einen ähnlichen Gutmenschen wie Patrick Duffy -meine ich jedenfalls noch zu wissen. Harmon hat heute wenigstens noch einen Job in der Serie "Navy-CIS" :lol:
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