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Die Sache mit dem Chaos-Inder und ein Todesfall »Der Partyschreck«

Der Partyschreck (The Party)Die Sache mit dem Chaos-Inder und ein Todesfall
»Der Partyschreck«

In einigen Artikeln werde ich hier mal eher die lustigere Schiene im Filmgeschäft unter die Lupe nehmen. Dabei handelt es sich um Filme, die mich schon in meiner frühen Jugend durchaus begeistern konnten. Und in der Regel bekommt man so etwas heute auch leider nicht mehr in dieser herrlichen Form geboten. Beginnen wollen wir hier also mit dem Filmkomparse Hrundi V. Bakshi, der schon mit der Trompete nicht nur seinen Regisseur in den Wahnsinn zu treiben gedenkt.

Der Partyschreck (The Party)Der Partyschreck (The Party)
Da Bakshi eben als Komparse in einem Hollywood-Historienfilm nicht nur durch sein eigenmächtiges Verhalten Szene um Szene in ein Chaos führt, sondern dann auch noch durch seine Tollpatschigkeit mit der vorzeitigen Sprengung einer Festung die entscheidende Szene (welche man dann natürlich auch nicht wiederholen kann) vermasselt, platzt dem Regisseur der Kragen.

Der ruft dann natürlich auch gleich den Produzenten des Film, Mr. Clutterbuck an, der sich auf einem Stück Papier auch gleich den Namen von Bakshi notiert, um ihn als Darsteller (für welchen Film in Zukunft auch immer) auf die schwarze Liste setzen zu lassen. Dumm nur, das Mr. Clutterbuck selbst etwas in Eile ist  und er aus versehen Bakshis Namen auf einer Liste notiert hat, auf der die Namen der Gäste für die Party seiner Ehefrau notiert sind. So nimmt das Übel seinen Lauf, als genau diese Liste die Sekretärin an sich nimmt, um die Einladungen verschicken zu können.

Zwar hatte Bakshi natürlich nicht mit einer Einladung seitens Clutterbuck und dessen Frau gerechnet, aber man kann ja mal hingehen und schauen, was sich daraus für die weitere Karriere im Filmgeschäft ergibt.

Dabei ist die Villa von Clutterbuck nicht nur in einem recht modernen und auch recht ansprechenden Stil erbaut, wo sogar mitten durch die Villa ein künstlicher Bach bis zu einem großen Schwimmingpool verläuft, sondern verfügt auch bis zu den Dachbalken über die modernsten technischen Raffinessen, was sich am Ende dieser Nacht allerdings als gewaltiger Fehler herausstellen soll. Denn wenn Bakshi auftaucht, kann so etwas wirklich nichts Gutes mehr bedeuten, sondern wirkt dann eher wie ein Minenfeld in einem Kriegsgebiet.

Der Partyschreck (The Party)Und so fangen die Katastrophen auch zuerst recht klein an, als Bakshi die Villa betritt. Und selbst Clutterbuck hat leider seinen Namen längst wieder vergessen und glaubt, seine Frau hätte diesen seltsamen Inder in einem Augenblick geistiger Umnachtung eingeladen. Da Bakshi schon direkt zu Beginn versucht, seinen verdreckten Schuh im hauseigenen Bachlauf zu reinigen, beginnt das Chaos sich nun schleichend auf der Party auszubreiten. Denn schon hier sorgt unser Inder für die ersten Irritationen unter den Gästen wie auch dem Hausherrn.

Aber was das zukünftige Chaos betrifft, ist noch viel Luft nach oben vorhanden. So leistet sich Bakshi bald vor den Gästen eine seltsame Fütterungsaktion hinsichtlich des hauseigenen Papagei, macht sich dann selbst recht auffällig mit den technischen Spielereien des Hauses bekannt, wo er durch eine Gegensprechanlage auffällt, bevor er dann mal so eben die mechanische Bar einfahren lässt und dabei so manche Gläser samt Inhalt für immer vernichtet.

Da es Bakshi auch nicht wirklich gelingen will, einen vernünftigen Kontakt zu den anderen Gästen aufzubauen, ist es schon ein Ereignis, wenn er einige Sätze mit dem Western-Darsteller "Wyoming Bill" austauschen kann, der eigentlich lieber auf Tuchfühlung zu einer jungen Frau gehen würde. Allerdings trifft auch bald der Regisseur ein, dessen Film Bakshi schließlich völlig vermasselt hatte. Da der im Moment aber nur Augen für das französische Starlet Michele Monet hat, erinnert auch er sich gerade nicht mehr so wirklich an Bakshi, auch wenn der ihm irgendwie verdächtig bekannt vorkommt.

Zwischen Bakshi und der jungen Michele scheint es indessen irgendwie zu funken. Nur wirklich näher kommen sie sich nicht, weil immer irgendwas dazwischen kommt. Doch das Chaos in Form von Bakshi holt bald schon zum nächsten Schlag aus, als es zum Dinner geht. Denn wie der Teufel es so will, befindet sich unter den Kellnern auch noch ein Alkoholiker, der seienrseits das aufkeimende Chaos noch tüchtig mit befeuert.

Weiter geht es dann, als Michele ein Liedchen singt, um ihrer Karrieremöglichkeit hier mal etwas Schwung zu verleihen, während Bakshi mittlerweile mal das stille Örtchen aufsuchen möchte, um sich etwas zu erleichtern. Doch auch dies gelingt nicht so ohne weiteres, bis das er die Privattoilette der Clutterbucks nicht nur findet, sondern auch gleich in ein Überschwemmungsgebiet verwandelt, dem er sich dann fluchtartig über ein Vordach entzieht. Nur leider fällt er dabei in den Pool des Hauses, wobei er allerdings auch nicht schwimmen kann. Hier eilt die schöne Michele ihm sofort zur Hilfe und rettet ihn.

Der Partyschreck (The Party)Zur Erinnerung für die Leser, die den Film vielleicht noch nie gesehen haben sollten: Für noch mehr Chaos ist auch immer noch genug Luft nach oben vorhanden. Da man nun nämlich versucht, den armen Bakshi mit einem Glas Alkohol wieder auf die Beine zu helfen, eskaliert die Situation erneut, denn unser Inder verträgt keinen Alkohol. Allerdings werden Bakshi und Michele nun erst einmal mit trockenen Sachen versorgt und dürfen sich in eher privaten Zimmern des Hauses erst einmal erholen. Michele sieht allerdings ihren Durchbruch im Filmgeschäft nicht mehr so rosig, denn hierfür möchte sie nun nicht unbedingt mit dem Regisseur auch noch ins Bett hüpfen müssen. Der macht der jungen Frau dann auch eine Szene, wobei Bakshi ihr zu Hilfe eilt, und verlässt dann ohne sie wütend die Party.

Lange Rede, kurzer Sinn, das Chaos hat immer noch Luft nach oben und so taucht dann auch noch eine russische Band samt Tanzgruppe auf und sorgt erst einmal für ordentlich Stimmung vor der großen, noch folgenden Katastrophe. Denn Michele und Bakshi beteiligen sich nicht nur ausgelassen wieder an der Party, sondern auch das Töchterchen der Clutterbucks erscheint samt weiteren jungen Leuten und einem bunt bemalten Baby-Elefanten auf der elterlichen Party. Bakshi hat Dank der hauseigenen technischen Spielereien inzwischen schon mal dafür gesorgt, das die meisten Gäste eh im Wasser landen, während Frau Clutterbuck wegen des Elefanten nun von einer Ohnmacht in die nächste fällt.

Da so ein Elefant für Bakshi allerdings ein heiliges Tier ist, bringt er die jungen Leute dazu, alle möglichen Reinigungsmittel heranzuschaffen, um das Tier von der ungehörigen Bemalung wieder zu befreien. Nun ist das Chaos fasst perfekt, denn es wird nicht nur weiter ausgelassen gefeiert, was irgendwie Herrn Clutterbuck nun nicht mehr wirklich in den Kram passt, sondern die gesamte Villa samt allen kostbaren Gegenständen (wie etwa die wertvollen Gemälde) versinkt langsam samt Hausherrn und den Gästen in einem gewaltigen Schaumbad, so das am Morgen erst einmal die Polizei und der Rettungsdienst dem Chaos wieder ein Ende bereiten müssen.

Während dessen erwacht der Regisseur bei sich zu Hause, weil ihm wieder eingefallen ist, woher er diesen Inder kennt. Zwar macht der sich sofort auf zur Villa von Clutterbuck, doch hier ist wahrlich schon nichts mehr zu retten. Bakshi fährt indessen Michele schon mal zu ihrer Wohnung und weil ihnen der Abend so gut gefallen hat, tasten sie sich schon mal zaghaft verliebt zu einem weiteren Treffen vor.

Der Partyschreck (The Party)Als Schauspieler das Chaos quasi im Blut:
Wer Peter Sellers nicht kennen sollte, der dürfte so einiges verpasst haben. Schließlich sollte man diesen Komiker eigentlich als "Inspektor Clouseau" aus mehreren Filmen her kennen. Diese Rolle griff er zum ersten mal in dem Film DER ROSAROTE PANTHER im Jahre 1963 auf, welche ihm auch wie auf den Leib geschrieben schien. Seine Karriere begann indessen bereits mit dem Film LADYKILLERS im Jahre 1955 neben Alec Guinness, Katie Johnson und Herbert Lom, wo er bereits sehr zaghaft zeigte, welches Potential an komödiantischem Chaos in ihm steckte.

Weitere recht bekannte Filme mit Sellers dürften z.B. DIE MAUS, DIE BRÜLLTE (1959), DR. SELTSAM ODER: WIE ICH LERNTE, DIE BOMBE ZU LIEBEN (1964) bzw. die James Bond Parodie CASINO ROYALE (1967) sein. Zum Film DIE MAUS, DIE BRÜLLTE werden wir demnächst hier auch noch einen kleinen Einblick nehmen, denn es kommt ja nicht alle Tage vor, das ein kleiner Zwergenstaat den USA den Krieg erklärt, diesen dann auch noch gewinnt und Sellers dabei auch noch in mehreren Rollen zu sehen sein wird.

In dem Film DER PARTYSCHRECK kann man allerdings so einiges wiedererkennen, was damals so an internationalen Filmkomödien so geboten wurde. Da klingen dann so Seiten an, die plötzlich sehr an die Filme von Jacques Tati erinnern, der mit seiner liebwenswerten wie etwas exzentrischen Figur MONSIEUR HULOT weltweite Berühmtheit erlangte. An anderen stellen, so befinden manche deutschen Filmkritiker, nimmt Sellers hier mit seinem Spiel aber auch schon einmal das vorweg, was den Komiker Loriot noch über viele Jahre sehr berühmt machen sollte.

Dabei bedient sich der Film mit seinen zum Teil recht skurrilen Nebenfiguren und den recht frechen Seitenhieben auf Hollywood und das Filmgeschäft durchaus bewusst großer komödiantischer Vorbilder wie Harold Lloyd oder aber Stan Laurel und Oliver Hardy an, die hier in Deutschland wohl durchgehend als DICK & DOOF bekannt sein dürften. Und bevor Peter Sellers hier eigentlich im Film DER PARTYSCHRECK jeweils den nächsten lustigen Kracher zündet, ist es bereits im Vorfeld seine Mimik, die den Zuschauer schon zum lachen bringt, bevor  der Komiker hier erst so richtig loslegt.

Mit DER PARTYSCHRECK dürfte 1968 jedenfalls Blake Edwards einen seiner wohl größten Erfolge im Filmgeschäft produziert haben. Dabei ist Edwards neben der Produktion (gemeinsam mit Ken Wales) auch für die Regie und das Drehbuch verantwortlich.

Der Partyschreck (The Party)Und dann war da noch der reale Kriminalfall:
Die schauspielerische Karriere von Claudine Longet, die hier in DER PARTYSCHRECK die hübsche wie auch zarte Michele Monet an der Seite von Peter Sellers spielt, beschränkte sich in der Hauptseite allerdings eher auf Fernsehfilme und Fernsehserien. Die damalige Sängerin und Schauspielerin begann hierbei ihre Laufbahn zuerst als Showgirl in Las Vegas. Ihre letzte Rolle spielte sie dann 1975 in dem Fernsehfilm THE LEGENDARY CURSE OF THE DIAMOND.

1974 zog Longet jedenfalls mit ihrem damaligen Lebensgefährten Vladimir "Spider" Sabich, einem bekannten Skirennläufer nach Aspen in Colorado. Im März 1976 kam es dort dann zu einem tödlichen Zwischenfall, bei dem Longet wegen des Verdacht festgenommen wurde, Sabich nach dem duschen erschossen zu haben, während sich ihr Lebensgefährte gerade anzog.

Claudine Longet gab während des Prozess jedoch an, die Schusswaffe wäre losgegangen, während Sabich ihr zeigen wollte, wie sie funktionieren würde. Die Obduktion jedoch ergab einwandfrei, das Sabich in einer Entfernung von knapp zwei Metern von hinten erschossen wurde. Das Gericht folgte jedoch in diesem Fall der Aussage von Claudine Longet, zumal es bereits im Vorfeld zu schwerwiegenden Fehlern seitens der Polizei von Aspen gekommen war.

Der Partyschreck (The Party)So soll diese sich Beweismaterial illegal angeeignet haben, weshalb diese dann auch nach Rechtslage nicht mehr vor dem Gericht verwendet werden durften. Bei den Beweismitteln handelte es sich um eine Blutprobe seitens Longet, die vorhandene Spuren von Kokain hätte nachweisen können und dem Tagebuch von Claudine Longet, in dessem Inhalt auch der schlechte Zustand ihrer Beziehung zu Sabich handschriftlich aufgeführt war. Zudem wurde auch die Tatwaffe nicht fachmännisch in ein Handtuch gewickelt und galt danach sogar drei ganze Tage als angeblich verschwunden.

Der Prozess gegen Longet erhielt damals übrigens eine sehr hohe Aufmerksamkeit seitens der US-amerikanischen Presse, wobei die Sängerin und Schauspielerin an jedem Prozesstag von ihrem Ex-Ehemann Andy Williams, einem damaligen US-Popsänger und Entertainer begleitet wurde, der laut Aussagen stets an die Unschuld von Claudine Longet glaubte. Williams hielt auch viele Jahrzehnte danach zu Longet eine innige Freundschaft aufrecht.

Die damalige Jury sprach Longet daher dann vom Anklagepunkt des Mordes frei, befand sie jedoch der fahrlässigen Tötung für schuldig, weshalb sie eine Haftstrafe von (nur) 30 Tagen verbüßte. Direkt nach ihrer Entlassung fuhr Claudine Longet dann mit ihrem Verteidiger Ron Austin erst einmal in Urlaub. Austin wiederum verließ für diese Beziehung seine Frau und die gemeinsamen Kinder. 1985 heiratete Longet Austin und lebt mit ihm seither sehr zurückgezogen vor der Öffentlichkeit in Aspen.

Der Partyschreck (The Party)Meine Filmkritik:
Der Film DER PARTYSCHRECK glänzte ja auch mit einigen Neuerungen aber auch inhaltlichem Minimalismus. So wurde der Film neben der damals üblichen Panavision Filmtechnik nebenbei auch noch per Video aufgenommen. Video wiederum steckte damals allerdings noch heftig in den Kinderschuhen, so das man die damals vorhandene Technik hierfür in einen großen Truck einbauen musste. Und die wiederum musste dann noch von einem Nachbargrundstück aus mit Starkstrom betrieben werden.

Sowohl Edwards als auch Sellers hielten dies jedoch für äußerst wichtig, weil man so die improvisierten Gags sofort ansehen und  diese im weiteren Verlauf der Dreharbeiten wiederum auch umgehend weiterentwickeln konnte. Das hier aber eigentlich sehr viel improvisiert werden musste, war vorauszusehen, denn das Drehbuch kam schlicht nur auf 56 bis 60 Seiten, womit man quasi nur das Grundgerüst der Handlung abdecken konnte.

Das machte den Film allerdings wahrlich nicht schlechter und in dem Punkt habe ich wohl mit Elvis Presley etwas gemeinsam, denn DER PARTYSCHRECK war nicht nur der Lieblingsfilm des King of Rock 'n' Roll, sondern auch, was in meinem Fall den Darsteller Peter Sellers angeht, mein Liebingsfilm.

Der Film zündet einfach von der ersten bis zur letzten Minute ein wahres Feuerwerk an Slapstick ab, das mir damals als junger Bursche der Bauch vor lachen weh tat, als ich ihn zum ersten mal im Fernsehen sah. Und selbst heute, viele Jahrzehnte später verfehlen die zumeist improvisierten Gags immer noch nicht ihr Ziel und wissen mich auch jetzt immer noch zu erheitern. Ein weiterer Pluspunkt sind bei mir dabei weniger die bissigen Seitenhiebe auf das Filmgeschäft in Hollywood, als eher dieses Flair der vergehenden 60er und der beginnenden 70er Jahre, welches den Film von Anfang bis Ende durchzieht.

In diesem Sinne kann ich hier eigentlich nur ganze fünf von insgesamt fünf Punkte als Bewertung dem Film DER PARTYSCHRECK zugestehen. Und wer ihn gar noch nicht gesehen haben sollte, oder ihn zumindest seit langem nicht mehr gesehen hat, dem kann ich einfach nur empfehlen, mal wieder in diese Party der kleinen und großen Katastrophen reinzusehen. Es lohnt sich einfach immer wieder.

Der Partyschreck (The Party)Der Partyschreck
(The Party)
mit Peter Sellers, Claudine Longet, J. Edward McKinley, James Lamphier, Linda Gaye Scott, Fay McKenzie, Kathe Green, Carol Wayne, Allen Jung, Denny Miller, Gavin McLeod, Natalia Borisova, Al Checco, Steve Franken, Danielle De Metz, Marge Champion, Herbert Ellis, Lari Laine, Frances Davis u.a.
Regie und Drehbuch: Blake Edwards
Produktion: Blake Edwards, Ken Wales
Musik: Henry Mancini
Genre: Komödie
Laufzeit: 95 Minuten (DVD)
DVD/FSK: 6 Jahre
Vertrieb: Metro-Goldwyn-Mayer (MGM)
USA 1968


Kommentare  

#1 Friedhelm 2019-04-20 14:33
Zitat:
Wer Peter Sellers nicht kennen sollte, der dürfte so einiges verpasst haben.
Ich denke (fast), dass der gute Sellers zumindest den Ü50ern ein Begriff ist. Und denen wird er wohl trotteliger Inspektor Clouseau eher im Gedächtnis haften.

Zitat:
Da klingen dann so Seiten an, die plötzlich sehr an die Filme von Jacques Tati erinnern, der mit seiner liebwenswerten wie etwas exzentrischen Figur MONSIEUR HULOT weltweite Berühmtheit erlangte.
Stimme ich zu - in den "Pink Panther-Movies" wird zwar auch viel (Dünnpfiff) gelabert, aber der Focus liegt wohl eindeutig in den (leicht vorhersehbaren) überzogenen Aktionen. Das trifft dann ebenfalls auf den "Partyschreck" zu. Diesen Film habe ich 1986 erstmals gesehen - in der ARD an einem Freitagabend, glaube ich..

Sellers, der ja erst nach großen Erfolgen im Radio zum Film kam, war schon gut in dem, was er ablieferte. Dabei finde ich nicht unbedingt seinen "Clouseau" am besten, sondern eher Rollen wie die des Präsidenten in Stanley Kubricks "Dr. Strange - oder wie ich lernte, die Bombe zu lieben, 1963". (Da hatte er ja auch noch zwei andere Rollen, die ihm weniger gut gelungen waren..)

Was "Clouseau" betrifft, da fällt anhand der "Reboot-Produktion" mit Steve Martin (2006) und deren Fortsetzung allerdings auf, wie eng Sellers tatsächlich damit verbunden war. Fand ich Martin früher noch recht gut, so nimmt er mich als "Ersatz-Inspektor" eigentlich gar nicht mehr richtig mit. Alles in allem ist das eh nur aufgewärmtes Klaumauk-Kino

Wie dem auch sei - für alle, die sich auf diesen "Chaos-Humor" einlassen können, ist "Der Partyschreck" heute immer noch unterhaltsam
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#2 Andreas Decker 2019-04-20 14:51
Die Longet-Geschichte ist aber schon interessanter als die über den Film :lol: So was kann auch nur in Amerika passieren,

Den Film habe ich nie gesehen, muss ich der Fairness halber dazusagen. Bei Sellers ist mir nur der "Clouseau" hängengeblieben, den ich früher mal gemocht habe. Heute eher weniger.
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#3 Friedhelm 2019-04-20 15:34
Zitat:
Die Longet-Geschichte ist aber schon interessanter als die über den Film
Naja, aber so etwas ist zumindest heute "ein alter Hut" - das gab es ja bereits zu Stummfilmzeiten. Da hat ein Schauspieler namens Fetty (oder Fatty?) Arbuckle eine junge Frau mit einer Flasche brutal vergewaltigt und umgebracht - die Hollywood-Filmindustrie "lebt" ja seit Jahrzehnten förmlich von solchen Stories, Man nehme nur den Tod der Schauspielerin Nathalie Wood ( an dem Gerüchteweise ihr Ehemann Robert Wagner Anteil hatte)...oder der O.J. Simpson-Fall...oder...oder.
Bei uns kann man dann bekannte Namen wie Gunnar Möller oder Ingrid van Bergen nennen.

Ehrlich, ich finde an solchen Geschichten gar nichts mehr interessant.
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#4 Laurin 2019-04-20 20:16
Nun ja, die "Longet-Geschichte" dürfte dahin gehend interessant sein, weil man die Schauspielerin und Sängerin heute wohl kaum noch kennen dürfte.

Was Peter Sellers angeht, so kann ich hier allerdings gestehen, das er mir im Film DER PARTYSCHRECK wesentlich besser gefallen hatte, als in seiner Rolle als "Clouseau", auch wenn er auch in dieser Rolle durchaus den einen oder anderen guten Gag brachte. Der Nachteil ist nur, das im Fernsehen lieber die Clouseau-Filme öfter wiederholt wurden, weshalb selbst eine Pizza-Bude hier bei uns seit vielen Jahren noch "Rosaroter Panther" heißt. :P

Mit dem Ersatz-Clouseau Steve Martin (da gab es doch noch einen Darsteller als der Sohn von Clouseau, wenn ich mich da nicht irre) konnte ich dann absolut nichts mehr anfangen und fand die von ihm gebrachten Albernheiten dann auch nicht mehr wirklich lustig. Martin fehlte für mich allerdings auch leider sehr häufig das gewisse Fingerspitzengefühl für wirklich gute Gags innerhalb seiner Filmrollen.
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#5 Friedhelm 2019-04-20 20:35
Zitat:
da gab es doch noch einen Darsteller als der Sohn von Clouseau, wenn ich mich da nicht irre
Genau, das war Roberto Beningini in "Der Sohn des Rosaroten Panthers/1993". Aber weder der Film noch Beningini haben mir damals wirklich zugesagt. Der Italiener hat in anderen Rollen viel besser gepasst. Ich denke da an die Tragikomödie "Das Leben ist schön/1997"
Clouseau selber wurde ja bereits in den 1960ern einmal von einem anderen Schauspieler dargestellt. Alan Arkin hat in "Ein Schuss im Dunkeln/1964" - aber auch eher gezeigt, dass es eben doch nur "einen geben kann" (obwohl er seine Sache soooo schlecht nicht gemacht hat..)
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#6 Des Romero 2019-04-21 07:08
Generell faszinierend an Blake-Edwards-Filmen finde ich auch, dass er gern mal Gags und Slapstick im Hintergrund zeigt, die nicht im Fokus der Kamera stehen. Als etwa Peter Sellers beim Dinner mit dem Kinn knapp über der Tischkante hockt und versucht, sein Geflügel zu tranchieren, wackelt der betrunkene Kellner durch eine Schwingtür in die Küche. Diese pendelt hin und her, sodass man die Auseinandersetzung des Kellners mit dem Küchenchef ausschnittweise sehen kann, immer dann, wenn die Tür gerade aufschwingt. Man muss also Sellers und das Geschehen hinter ihm immer im Auge haben, um wirklich alles mitzubekommen. Meiner Meinung nach eine grandiose Regieleistung, die von hervorragenden Schauspielern gestützt wird.
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#7 Laurin 2019-04-21 11:29
@ Friedhelm:
Danke für die Information. Hatte den Film mit Beningini wirklich nur einmal im Fernsehen gesehen und weiß heute ehrlich gesagt nicht einmal mehr, ob ich den da vollständig gesehen hatte, oder ab einer gewissen Zeit einfach umgeschaltet habe. Ich wusste nur noch, das ich mit dem Film DER SOHN DES ROSAROTEN PANTHERS nicht wirklich warm wurde.

@ Des Romero:
Stimmt! Im Film DER PARTYSCHRECK hat da gerade der alkoholisierte Kellner so einige Auftritte auch im Hintergrund. An der Regieleistung gibt es hier dann auch absolut nichts zu meckern und bei den Schauspielern konnte man durchaus sehen, das sie auch Spaß an der Sache hatten, was deren Leistung dann auch hervorragend steigerte.
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