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Ein Filmklassiker - Jugend, verwirrende Beziehung und Tabubrüche

Ein FilmklassikerFolge 7
Jugend, verwirrende Beziehung und Tabubrüche

In dieser Reihe DER FILMKLASSIKER werde ich ein wenig meine Schatzkammer in Sachen DVDs öffnen, in der sich neben mehr oder weniger aktuellen Filmen eben auch mitunter manche Klassiker des Films tummeln. Wir werden hierzu einen Streifzug unternehmen, in dem wir uns z.B. von manchen Actionfilmen über Western bis hin zu besonderen Romanzen einen Einblick gewähren werden. In Sachen Romantik und Tragigkomödie ist hier Kultalarm angesagt.


Die Reifeprüfung (The Graduate)Die Reifeprüfung (The Graduate)
Klar, der deutsche Titel dieses Films hat überhaupt nichts gemeinsam mit dem US-Originaltitel. Man kennt das ja von früher, denn da wurden jede Menge Titel eingedeutscht bis das es fasst schon körperliche Schmerzen verursachte. Doch hier muss ich sagen, trifft der deutsche Titel sogar eher den Inhalt des Films als der Originaltitel.

Man stelle sich mal vor, der Film wäre recht passend übersetzt worden und würde dann DER ABSOLVENT heißen. Ehrlich, das passt hier absolut nicht zum Inhalt des Films, auch wenn Benjamin Braddock gerade den College-Abschluss in der Tasche hat.

DIE REIFEPRÜFUNG kann man natürlich auch bierernst betrachten, wenn man z.B. diesen Titel trocken nur mit dem Abitur verknüpft. Doch der College-Abschluss ist hier im Film eigentlich nur eine absolute Nebensache und trifft den Kern der Handlung eigentlich nicht einmal ansatzweise. Faktisch wird mit dieser Information im Film nur das Alter von Benjamin ins Rampenlicht gerückt. Man beachte hierzu, das man damals mit 21 Jahren gerade mal Volljährig wurde, was sich junge Menschen heute kaum noch vorzustellen wagen.

Der Titel DIE REIFEPRÜFUNG gewinnt im Fokus der Handlung im Film jedoch etwas zweideutiges, ja geradezu für damalige Verhältnisse anrüchiges. Denn hier kommt der erste Tabubruch zum tragen, den es so in Filmen bisher noch nicht gab. Benjamin, selbst kurz vor seinem 21 Geburtstag wird von der wesentlich älteren Mrs. Robinson nicht nur verführt, sondern faktisch als Toyboy für ihre sexuellen Wünsche herangezogen und dann lässt er sich auch noch mit ihrer Tochter ein. In diesem Kontext hat der Titel 1967 dann durchaus etwas anstößiges gehabt, was der Titel hier wirklich mit einem gewissen Schalk im Nacken recht interessant wie auch zweideutig herüber bringen kann.

Die Reifeprüfung (The Graduate)Während im Film Mrs. Robinson glatt Benjamins Mutter sein könnte, lag der Altersunterschied in der Realität nicht wirklich so weit auseinander. Dustin Hoffman als Benjamin war damals nämlich schon 30 Jahre alt und war auch nicht die erste Wahl für diese Rolle gewesen. Der Altersunterschied zwischen Dustin Hoffman und Anne Bancroft als Mrs. Robinson betrug übrigens gerade mal (nur) sechs Jahre. Doch zwei Dinge verhalfen ihm zu dieser Hauptrolle und damit auch zu seinem Durchbruch als Schauspieler. Das eine war sein jugendliches Aussehen, womit er durchaus auch für Regisseur Mike Nichols als junger Mann von knapp 21 Jahren durchgehen konnte. Sein zweiter Pluspunkt war seine eher schüchterne, gar nervöse Art, mit der er in den Augen der Produzenten faktisch die besten Voraussetzungen für diese Rolle mitbrachte.

"Mrs. Robinson, sie versuchen mich zu verführen. Oder nicht?"

(Benjamin Braddock zu Mrs. Robinson/Filmzitate)

Auch Anne Bancroft war nicht die erste Wahl für die Rolle der Mrs. Robinson. Hier wurde eine gewisse Zeit lang sogar die bekannte Schauspielerin Doris Day gehandelt. Die lehnte aber die Rolle als Mrs. Robinson ab.

Und wer nun glaubt, das die berühmte Szene, in der Benjamin im Türrahmen steht und dabei auf das Bein von Mrs. Robinson schaut, hier auch wirklich das Bein von Anne Bancroft bwundern kann, der täuscht sich erneut. Diese Szene schaffte es nämlich auch auf die Kinoplakate und den meisten DVD-Covern zum Film. Das erotisch in Szene gesetzte Bein gehörte wie gesagt nie Anne Bancroft, sondern der damals noch eher unbekannten, erst 26 Jahre alten Schauspielerin Linda Gray, die erst 1978 neben Larry Hagman als John Ross "J.R." Ewing mit der Serie DALLAS wirklich in Deutschland bekannt wurde. Ob man die Beine von Anne Bancroft hier für nicht "erotisch" genug gehalten hatte, dürfte zumindest in den Bereich des Möglichen verschoben werden dürfen. Aber auch die Möglichkeit, das hier Anne Bancroft selbst ein "Bein-Double" gewünscht hatte, kann durchaus zutreffen. Nur eines ist mir hierbei wirklich klar ... Doris Day als Mrs. Robinson hätte ich schon damals augrund ihrer meisten Filme, die ich mit ihr bereits gesehen hatte, nicht wirklich ernst nehmen können.

Die Reifeprüfung (The Graduate)Über Tabus und Perfektion:
Eine so mal eben locker und ohne Vorurteile gezeigte sexuelle Beziehung zwischen einem jungen Burschen und einer Frau, die seine Mutter hätte sein können, war damals in den USA noch eine Sensation und wurde von manchen Kreisen auch nicht gerade wohlwollend aufgenommen.

"Ich finde, dass sie von allen Freundinnen meiner Eltern die attraktivste sind."

(Benjamin Braddock zu Mrs. Robinson/Zitat aus der Zeitschrift STERN)

Das dieser junge Bursche dann auch noch mit ihrer Tochter eine Beziehung beginnt und sie gar direkt vom Traualtar entführt, wo sie gerade einem, der Familie Robinson genehmen jungen Studenten das Ja-Wort gegeben hatte, kann man ebenfalls für damalige US-Kinoverhältnisse als Tabubruch bezeichnen.

"Sex mit ihrer Frau war wie Handschütteln!"

(Benjamin Braddock zu Mrs. Robinsons Ehemann/Zitat aus der Zeitschrift STERN)

Das Sahnehäubchen ist dann der letzte Gesichtsausdruck von Benjamin und Elaine im Bus, der durchaus für den Zuschauer offen lässt, ob dieser Schritt nun wirklich eine Beziehung fürs Leben beinhaltet. Hier darf der Zuschauer dann seine eigene Phantasie anstrengen, denn die Mimik der beiden Darsteller lässt hier nämlich durchaus auch eine negative Möglichkeit offen.

Aber auch die gesamte Haltung von Benjamin im Film, dem offensichtlich nun alle Türen offen stehen, der aber absolut selbst nicht weiß, was er nun mit seinem Leben anfangen soll, ist hier für damalige US-Verhältnisse durchaus noch als außergewöhnliche Charakterdarstellung zu betrachten. Der Film selbst nimmt so in einer sanfteren Form die Rebellion der Jugend faktisch schon ein wenig vorweg. Zumindest hatte man hier im Film den damaligen, eher noch starren Moralverhältnissen in den USA ebenfalls etwas den Kampf angesagt. Doch das ließ nicht nur die konservativen US-Amerikaner noch etwas steifer werden, sondern sorgte wohl auch bei deutschen Religionsfanatikern für sichtliche, moralische Verwirrungen. Anders kann man sich die Kritik seitens des EVANGELISCHER FILMBEOBACHTER nämlich nicht erklären, der kritisch zu dem Film DIE REIFEPRÜFUNG schrieb:

 "Verwaschener Hollywood-Film, bei dem nicht klar wird, ob die bisweilen auftretende Komik gewollt oder ungewollt ist. Unnötig."

(Zitat: WIKIPEDIA)

Die Reifeprüfung (The Graduate)Tja, der Film passte damals also scheinbar auch in Deutschland nicht unbedingt in die weltlich-moralische Sichtweise der vorherrschenden Glaubensverirrungen.

Geradezu modern wie auch perfekt sind allerdings die Bildschnitte und Übergänge zu den jeweiligen Szenen. So z.B. direkt zu Beginn, wo man nur vermuten kann, das sich Benjamin wohl auf einem Laufband fortbewegt. Die Wände sind gekachelt und man kommt zuerst einfach nicht darauf, das er sich hier in einem Flughafen befindet. Das Bild lässt einfach durch seine begrenzten Bildausschnitt keine verlässlichen Rückschlüsse für den Zuschauer zu. Dafür huschen andere Personen fasst wie Schemen exakt in die entgegengesetzte Richtung. Schon hier wird so bildhaft die Unentschlossenheit von Benjamin optisch wiedergegeben, was seine Zukunft und seine Lebensvorstellungen für die Zukunft betrifft.

Ein weiterer Übergang von einer in die andere Szene filmte man direkt von hinten durch das Aquarium hindurch um hier die Gefühlsstimmung optisch wiedergeben zu können. Gleiches finden wir z.B. auch wenn Benjamin die Welt durch die Taucherbrille betrachtet und man nur seinen Atem vernimmt. Dieser Übergang greift sehr eindringlich die große gefühlsbetonte Trennung zwischen Benjamin zu seinen Eltern, aber auch seiner Umwelt gegenüber auf. Dies nimmt seinen Anfang schon darin, das Benjamin faktisch wie ein goldenes Kalb von seinen Eltern jedem vorgeführt wird. Man nimmt so als Zuschauer sehr gut schon unbewußt auf, das hier eigentlich Welten aufeinander prallen, anstatt eine gewisse familiäre Harmonie in den Vordergrund zu stellen.  

Man hat es hier also nicht mit passenden, aber einfachen Schnitten und Übergängen an sich zu tun. Vielmehr hat man es sich für den Film zur Aufgabe gemacht, mit diesen Kunstkniffen gleichsam auch Gefühle und Stimmungsbilder bezüglich des Charakters von Benjamin Braddock zu transportieren, um den Zuschauer so unbewußt mit ins Boot zu holen.

Hierzu kann ich z.B. sehr die Filmfassung (vorhanden auf der DVD von ARTHAUS) mit dem begleitenden deutschen Kommentar empfehlen, der diese filmischen Feinheiten sehr schön aufgreift und dem interessierten Zuschauer näher bringt.

Doch kommen wir jetzt schnell zur eigentlichen Handlung des Films, der zu Recht als Klassiker, wenn nicht sogar als Kult zu betrachten sein dürfte.

Die Reifeprüfung (The Graduate)Das ewige Spiel mit dem Feuer:
Benjamin Braddock, auch kurz Ben genannt, kommt gerade wieder ins heimische Elternhaus zurück. Im Gepäck ein glänzender College-Abschluss und im Kopf eine ziemliche Leere. Oder anders gesagt, Ben weiß eigentlich nicht wirklich, was er mit seinem Leben nun anfangen soll, zumal er in Kürze auch noch Volljährig sein wird.

Bei der Willkommensparty, bei der es seltsamer Weise niemanden wirklich in Bens Alterklasse gibt, bekommt er dann auch gleich jede Menge guter Ratschläge, die aber auch irgendwie an ihm abperlen. Während dessen hat Mrs Robinson, die Ehefrau eines Geschäftspartners von Bens Vater, bereits ein Auge auf das junge "Frischfleisch" geworfen und mogelt sich so mal schnell in Bens Zimmer, als dieser Ruhe suchend sich hierhin zurück gezogen hat. Nicht ohne Hintergedanken rät sie ihm, seine Jugend erst einmal richtig zu genießen.

Die offensichtlichen Verführungsversuche seitens Mrs. Robinson schockieren Ben erst einmal, doch andererseits geht von ihr auch eine gewisse Anziehungskraft aus, der Ben sich nur schwer entziehen kann. Mrs Robinson greift hierzu in die bewährte Kiste der Retorik und fragt einfach mal nach, ob es sexuell sein erstes mal sei und ob er Angst hätte, dabei zu versagen. Damit hat sie ihn faktisch auch schon fest an der Angel, denn welcher junge Mann würde dies ganz offen bestätigen wollen, wenn es um Angst und Versagen geht. Nun muss sie eigentlich nur noch dafür sorgen, das Ben seine Unsicherheit überwindet.

Die Eltern sind in diesem Punkt für Ben wahrlich auch kaum eine Hilfe. So trifft er sich mit Mrs. Robinson heimlich in einem Hotel, wo es dann eigentlich nur um das eine geht. Dumm nur, das Mr. Robinson auf Bens Geburtstagsfeier diesem angeboten hat, doch etwas mit ihrer Tochter Elaine zu unternehmen, die ebenfalls bald wieder für einige Zeit in den Schoß der Familie Robinson zurückkehrt. Hierauf reagiert Mrs Robinson jedoch ziemlich verärgert, als sie sich wieder mit Ben im Hotel trifft. Der Streit führt fasst zum Zerwürfnis zwischen ihr und Ben, der ihr versprechen muss, sich ihrer Tochter Elaine nicht zu nähern. Da hat Mrs Robinson jedoch die Rechnung ohne ihren gehörnten Mann und Bens Eltern gemacht, die dafür sorgen, das Ben sich nun doch mit Elaine treffen soll.

Die Reifeprüfung (The Graduate)Zwar setzt Ben alles daran, bei der hübschen Elaine erst einmal völlig in Ungnade zu fallen, merkt aber recht schnell, das sie ihm nicht wirklich unwichtig ist. Als Mrs Robinson Ben daraufhin droht, Elaine alles über die Affäre zu sagen, ist es Ben, der nun in die Offensive geht und Elaine die peinliche Sachlage offenbart. Natürlich ist Elaine darüber mehr als geschockt und bricht die Verbindung zu Ben ab um wieder in Berkeley ihr Studium aufzunehmen.

Ben hat sich allerdings mittlerweile in sie Elaine verliebt und eilt ihr mit seinem roten Flitzer gleich hinterher. Schließlich ist dort ja noch der Medizin-Student Carl Smith, der Elaine ebenfalls recht nahe steht. Als er mit Elaine endlich reden kann, erfährt er auch, das Mrs Robinson ihre Tochter belogen hat, indem sie behauptete, er habe sie vergewaltigt. Da die Robinsons aber auch schon alles voran getrieben haben, um Elaine nun mit besagtem Studenten Carl zu verheiraten, hinterlässt Elaine Ben einen Abschiedsbrief und entschwindet spurlos. Dafür trifft er auf Mrs Robinson, die ihm nicht nur gesteht, das sie sich von ihrem Mann scheiden lässt, sondern das man auch dafür sorgen wird, das er Elaine niemals mehr wiedersehen wird.

Doch Ben gibt die Liebe seines Lebens nicht so einfach auf, beschafft sich die gewünschten Informationen und reist Elaine in einem Affenzahn hinterher. Doch Ben kommt zu spät und muss von der gläsernen Kirchenempore aus mitansehen, wie die Ehe gerade geschlossen wird und Elaine diesen Carl küsst. Ben wäre jedoch nicht Ben, wenn er dies auf sich sitzen lassen würde und sorgt lautstark dafür, das Elaine ihn sieht.

Natürlich schießt Ben hierzu der offene Hass von Mr. und Mrs. Robinson, sowie von Carl entgegen und als Elaine sich von Carl losreißt und Ben entgegen eilt, ruft ihre Mutter ihr zu, das es jetzt zu spät sei. Dem entgegnet Elaine jedoch, das sie dies völlig anders sieht. Gemeinsam mit Ben erwehren sie sich der aufgebrachten Hochzeitsgesellschaft und sperren diese sogar kurzfristig mit einem großen Kreuz in der Kirche ein, während sie zu Fuß davon eilen. Bevor man sie stoppen kann, erreichen sie einen Linienbus und können so entkommen.

Doch war dies nun die richtige Entscheidung? Beide wissen es eigentlich nicht wirklich und so verblasst die anfängliche Euphorie über die geglückte Flucht und sowohl bei Ben als auch bei Elaine kehren die nachdenklichen und ernsten Gesichtszüge zurück.

Die Reifeprüfung (The Graduate)Meine Filmkritik:
Ich will mich hier nun nicht darüber auslassen, das man in diesem Film auch gleich die erste wirkliche Produktplatzierung vorgenommen hatte, was den schnittigen roten Wagen von Ben betrifft.

Auch sonst ließe sich noch vieles zum Film selbst sagen, doch dies würde an dieser Stelle wohl zu weit führen. Da weise ich lieber nochmals auf die mir vorliegende DVD von ARTHAUS hin, die über einen ausführlichen deutschen Kommentar mit vielen interessanten Fakten aufwarten kann.

Wie gesagt, Doris Day hätte ich in der Rolle der Mrs. Robinson wirklich nicht ernst nehmen können und in diesem Sinne war man mit Anne Bancroft wirklich besser beraten gewesen. Überhaupt könnte ich alle Darsteller hier einzeln über den grünen Klee loben. Sei es nun Dustin Hoffman als Benjamin oder Katharine Ross als Elaine Robinson. Sie alle lieferten in dieser Liebestragödie mit einigen Momenten der feinen Komik, schauspielerische Höchstleistungen ab.

Hinzu kommt dann noch die perfekte musikalische Untermalung durch das Gesangsduo Simon & Garfunkel mit ihren Songs "The Sound of Silence", "Mrs. Robinson" und "Scarborough Fair". Gut, neben den Beatles bin ich auch ein Fan ihrer Musik, weswegen ich auch alle ihre Platten auf CD mein eigen nennen darf.

Gesamt gesehen kann ich dem Film DIE REIFEPRÜFUNG nur die vollen fünf von insgesamt fünf Punkte geben. Das der Film allerdings ein Klassiker ist, halte ich in diesem Punkt sogar für völlig untertrieben. Dieser Film ist eigentlich schon Kult und schafft es durchweg auch heute noch zu überzeugen. Nicht umsonst erhielt der Film z.B. fünf Golden Globes und einen Oscar für die Regie.

Meiner bescheidenen Meinung nach sollte dieser Film absolut in keiner Filmsammlung fehlen, weshalb ich ihn hier auch nur voll des Lobes empfehlen kann.

Die Reifeprüfung (The Graduate)Ausblick:
Ja, es ist wieder mal Zeit für DER PHANTASTISCHE FILMKLASSIKER und hier gehen wir nochmals Richtung Japan. Wie euch ja bekannt ist, gab es nicht nur aus der Filmschmiede Toho die Monster-Vorlage-Godzilla. Ja, wir hatten vor einiger Zeit auch mal einen Blick auf einen Film der Filmschmiede Shochiku geworfen, die mit ihrem Einzelfilm GUILA - FRANKENSTEINS TEUFELSEI etwas vom Kaiju-Kuchen abhaben wollten. Der Film war recht witzig und sehenswert und das besagte, recht seltsame Monster, war bald ein Vollzeit-Liebling aller Kinder in Japan.

Nun, dabei blieb es in Japan allerdings nicht in Sachen Knokurrenz im Monsterstall. Daiei Motion Picture Company war eine weitere Filmschmiede, die sich mit ihrem Monster recht stark an den Godzilla-Filmen von Toho orientierte. Dabei gibt es allerdings zu Godzilla einige Unterschiede. Während Godzilla nicht unbedingt immer als ein Freund der Menschen auftritt, hatte es dieses Monster etwas einfacher, denn es war vom Ansatz her den Menschen immer irgendwie freundlich verbunden. Dabei waren dessen Kampfszenen mitunter aber auch schon mal ein wenig härter als bei manchen Filmen unseres guten Godzilla.

Auch blieb dieses Monster nicht bei einem Film stehen. 1980 jedoch verabschiedete dieses Monster sich dann doch für viele Jahre von der Kinoleinwand. Erst 1995 startete es mit einer Reboot-Serie in den Kinos wieder durch. Dabei kassierten diese Filme wiederum Erfolge und positive Kritiken nicht nur seitens der Fans. Finanziell gab natürlich Godzilla seitens Toho schon immer den Ton an und auch sonst kam dieses Monster des nächsten Samstag nicht wirklich aus dem Schatten von Godzilla heraus. Dafür wurde es aber ebenfalls ein Star gerade bei den japanischen Kindern.

Ich habe denn mal nachgesehen, was meine Kaiju-Film-Ecke da noch so hergibt und bin auf einen älteren Film des Daiei-Monsters gestoßen, wo alles irgendwie mit einer uralten Statue anfängt, die man auf einer Insel ausgegraben hat. Und diese Statue gibt ziemlich seltsame Geräusche von sich, die nichts Gutes bedeuten können.

An sich dürfte dieses Monster aus der Filmschmiede Daiei hier kaum wirklich ein großes Rätsel sein. Sein Name hat auch irgendwie eine gewisse Ähnlichkeit mit einem anderen Begriff für "Fotoapparat". Also machen wir hier das Rätsel doch mal etwas schwerer, indem ich hier einfach mal frage, wie denn "Frankensteins Dämon" mit Namen heißt, gegen den unser Monster in diesem Film antreten muss? Kleiner Tipp, dessen Name kommt ebenfalls im Filmtitel vor. Also dann, Anstrengen liebe Leserinnen und Leser, denn der gesuchte Name dürfte nicht so einfach aus dem Ärmel zu schütteln sein wie bei unserem Helden-Monster.  
Die Reifeprüfung (The Graduate)
Die Reifeprüfung
(The Graduate)
mit Dustin Hoffman, Anne Bancroft, Katharine Ross, William Daniels, Murray Hamilton, Elizabeth Wilson, Norman Fell, Brian Avery, Buck Henry, Walter Brooke, Marion Lorne, Alice Ghostley, Edda Gale u.a.
Regie: Mike Nichols
Drehbuch: Buck Henry, Calder Willingham
Produktion: Lawrence Turman
Musik: Paul Simon, Dave Grusin
Genre: Tragikkomödie/Romanze
Laufzeit: 102 Minuten
Bonus: Interview mit Dustin Hoffman, Audiokommentar in Deutsch seitens Filmexperte Professor Thomas Koebner, Filmmusik, Trailer, Wendecover
DVD/FSK: 12 Jahre
Vertrieb: Arthaus
USA 1967

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Kommentare  

#1 Friedhelm 2017-09-02 07:30
Zitat:
Auch Anne Bancroft war nicht die erste Wahl für die Rolle der Mrs. Robinson. Hier wurde eine gewisse Zeit lang sogar die bekannte Schauspielerin Doris Day gehandelt.
Die gute Doris war ja auch die "Frau Saubermann" des amerikanischen Kinos. Wer hätte sich denn wirklich vorstellen können, dass sie so ein junges Bürschchen verführt. (Geschweige denn denn, dass Benjamin tatsächlich auf sie abgefahren wäre..)

Und was das "Bein-Double" angeht: Es trifft tatsächlich zu, dass die "Bancroft-Stelze" den Machern als zu unerotisch befunden wurde

Offensichtlich hat das "Schule gemacht".Unter anderem wurde sehr viel später,1980, der Oberkörper von Angie Dickinson (in einer "Psycho"-ähnlichen"Duschszene) in Brian de Palmas' "Dressed to Kill" ebenfalls "gedoublet"

Was den Ausblick betrifft: Der Kaiju-"Dämon" war dann wohl "Jiggar". De Film selber (und die gesamte Original-Reihe) ist echter Supertrash.

Habe ich ( wie wohl fast alle hier )in den frühen Siebzigern natürlich in der Jugendvorstellung "genossen". Und m u s s te bei der DVD-Auswertung natürlich zugegriffen.

Bei der DVD nervt die dämliche Ersatzsynchro -all die Weil die originale, deutsche wohl, laut Info, verloren ging. Ansonsten ist das Ding, mit dem herrlich doofen Titelsong, ein herrlicher Nostalgiespass. Ich hau mir den Film immer mal wieder, Sonntags um 14 Uhr, in den Player -seems like old times--
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#2 Laurin 2017-09-02 14:24
Zitat Friedhelm:
Die gute Doris war ja auch die "Frau Saubermann" des amerikanischen Kinos. Wer hätte sich denn wirklich vorstellen können, dass sie so ein junges Bürschchen verführt. (Geschweige denn denn, dass Benjamin tatsächlich auf sie abgefahren wäre..)

Genau dieses "Frau Saubermann" Image hätte das ganze ziemlich unglaubwürdig gemacht. Da wirkte die Bancroft wesentlich durchtriebener und authentischer. ;-)

Die Sache mit dem Körperdouble (zumindest Teilen davon) ist ja mittlerweile im Film schon eine gewisse Normalität. Obwohl, muss denn alles wirklich immer so "perfekt" wirken? :sigh:

Zitat Friedhelm:
Was den Ausblick betrifft: Der Kaiju-"Dämon" war dann wohl "Jiggar". De Film selber (und die gesamte Original-Reihe) ist echter Supertrash.

Bingo ... genau der ist es. Das ging aber mal flott. Klar sind die Filme Supertrash, aber eben genau der Trash, der irgendwie immer mal wieder Spaß macht und wo man so herrlich bei abschalten kann um in Erinnerungen der Jugend zu schwelgen. :-)

Die meisten Titelsongs bei den Kaiju-Filmen waren schon irgendwie hinsichtlich des Thema eine wirklich doofe Offenbarung. Also ich finde die noch heute herrlich schräg. :D
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#3 Andreas Decker 2017-09-03 13:46
Ich habe nie kapiert, was an Doris Day attraktiv sein soll. *schauder*

Die Bein-Szene ist zig mal zitiert und parodiert worden, der Film hat sich bei den Ami tief eingegraben. Selbst bei "Stiflers Mom" erkennt man das Vorbild. Ist halt so eine klassische Fantasie.

Aber wenn man so eine Rezi liest, bekommt man nostalgische Gefühle :-) Als im Hollywood-Mainstream noch Geschichten für Erwachsene produziert wurden. Lang ist es her.

Mit den Kaijus kann ich heute (leider?) nichts mehr anfangen. Letztens lief irgendwo einer im Fernsehen, ich habe bald umgeschaltet. Nicht wegen dem abstrusen Plot, sondern weil es so zuckersüß war.
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#4 Laurin 2017-09-03 14:31
@ Andreas Decker:
Nun muss man hierzu auch nicht unbedingt auf "Stiflers Mom" zurück greifen, um an diese klassische Fantasie heran zu kommen. Da gleichen sich alle Vorfälle, in denen ältere Frauen sich ihre jungen Toyboys aushalten. Als Parodie klappt so etwas dann auch immer wieder bestens.

So richtig Mainstream war DIE REIFEPRÜFUNG damals eigentlich nicht. Da waren so manche US-Durchschnittsbürger erst ein wenig geschockt in ihren Vorstellungen einer reinen und sauberen Weltsicht. Aber das kann wie Reizstrom auch schon mal was heilsames haben. :lol: Wert ist es der Film aber auch heute immer noch, ihn sich mal wieder anzusehen.

Was die Kaijus angeht, da ist der Blickwinkel und das Herzklopfen im Kinosaal aus der guten Kinderzeit zwar nicht mehr vorhanden, aber die Filme haben bei mir absoluten Nostalgiewert und machen einfach Spaß.
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#5 Friedhelm 2017-09-03 14:35
Zitat:
ich habe bald umgeschaltet. Nicht wegen dem abstrusen Plot, sondern weil es so zuckersüß war.
Wo und wann lief der denn? Ein "Kaiju" zuckersüß?? Das habe ich bisher nur immer im Hinblick auf die früheren Disney-Zeichentricks gehört. Mir also völlig neu - abstrus - klar, das macht manchmal ja auch den Charme der Dinger aus. Wenn du vielleicht eher "niedlich"meinst, das trifft das wohl auf Godzis Söhnchen zu, der ja in 3 Filmen der alten 60er Movies Auftritte hatte.
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#6 Laurin 2017-09-03 14:52
@ Friedhelm:
Da fällt mir bei den Kaijus spontan die DVD "GODZILLA - ATTACK ALL MONSTERS" ein, wo ein kleiner Junge sich auf die Insel der Monster träumt und dort vom Verhalten des kleinen Minya (Godzillas Sohn) lernt um dann später seinen ganzen Mut zusammen zu nehmen um seine Entführer zu bekämpfen.

Also den Film kann man getrost sogar als "zuckersüß" bezeichnen. :D Denn der Film ist schon "niedlich" mit Zuckerguss samt beigelegter Insulinspritze für danach.
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#7 Friedhelm 2017-09-03 19:29
Zitat:
Da fällt mir bei den Kaijus spontan die DVD "GODZILLA - ATTACK ALL MONSTERS" ein, wo ein kleiner Junge sich auf die Insel der Monster träumt
Habe ich bisher noch nicht gesehen - ich könnte da eher "Frankensteins Monster jagen Godzillas Sohn(Gojira no mosuko, 1967" nennen. Den habe ich wahrscheinlich -in gewissen Abständen- immer mal wieder in der Jugendvorstellung gesehen.Befindet sich auch in meiner Sammlung.

Da könnte man ja immer noch von einer gewissen "Verniedlichung" reden - würde aber ich nicht als "zuckersüss" sehen.

Denke mal bei"ATTack" (den Inhalt kenne ich bisher nur aus diversen Besprechungen) ist es wahrscheinlich ähnlich. Wobei die Meinungen vielleicht dahingegen auseinander gehen, was denn jetzt "niedlich" ist - und wo es eben anfängt mit der "Zuckersüsse.."

Ich denke einfach mal: Hauptsache der Spass ist dabei...
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#8 Laurin 2017-09-03 20:07
@ Friedhelm:
Ja, den "FRANKENSTEINS MONSTER JAGEN GODZILLAS SOHN" kenne ich auch, habe ihn aber leider noch nicht in meiner Sammlung. Hier trifft für mich die Bezeichnung "niedlich" eher zu. Da legt meiner Meinung nach der Film "GODZILLA - ATTACK ALL MONSTERS" noch eine Schaufel Zuckerguss drauf. Aber das ist halt auch immer eine persönliche Ansichtssache. Aber ob mehr Zuckerguss oder nicht, wenn der Film Spaß macht, dann nehme ich auch gerne mal den Zuckerguss mit. ;-)
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#9 Erlkönig 2017-09-03 20:55
Friedhelm

Da fällt mir noch ein Kaiju-Film ein - ich glaube, es war ein Mothra-Streifen -. Da sangen zwei niedliche Japanerinnen ein herziges Erweckungs- oder Beschwichtigungslied für M. Das fand ich ganz süss. :-)
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